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Dokumentenidentifikation DE10132551C2 15.05.2003
Titel Winde
Anmelder Demag Mobile Cranes GmbH & Co. KG, 80333 München, DE
Erfinder Nöske, Ingo, Dipl.-Ing., 66482 Zweibrücken, DE
Vertreter P.E. Meissner und Kollegen, 14199 Berlin
DE-Anmeldedatum 04.07.2001
DE-Aktenzeichen 10132551
Offenlegungstag 30.01.2003
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.05.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.05.2003
IPC-Hauptklasse B66D 1/30
IPC-Nebenklasse B65G 23/08   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Winde bestehend aus einer mit zwei Bordscheiben versehenen und hohlzylinderartig ausgebildeten Seiltrommel und einer in der Seiltrommel anordnenbaren und darin befestigbaren Antriebseinheit gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

Seiltrommeln in gegossener oder geschweißter Ausführung sind bekannt (Dubbel Taschenbuch für den Maschinenbau, 16. Auflage 1987 T7, T8). Um die Winde möglichst platzsparend anordnen zu können, wird das Getriebe in die hohlzylindrisch ausgebildete Seiltrommel eingeschoben und außen an der Stirnseite befestigt. Dazu ist es erforderlich, Gewindelöcher im stirnseitigen Bereich der gegossenen Seiltrommel anzuordnen mit der Gefahr, dass diese ausreißen und in aufwendiger Weise repariert werden müssen. Diese Gefahr ist deswegen erhöht, weil die diesbezüglich eingesetzten Schraubverbindungen die volle Drehmomentübertragung zwischen der Seiltrommel und dem Getriebe sicherstellen müssen und daher sehr fest angezogen werden.

Bei modernen leistungsfähigen Kränen müssen Seiltrommeln vielfach Seillängen von 1000-1500 m speichern können. Das Antriebsmoment des Windenantriebs muss zur Gewährleistung der maximalen Hubkraft auf den Fall einer voll aufgewickelten Seiltrommel, also auf den Fall mit dem größten Windungsdurchmesser des Hubseils ausgelegt sein. Damit der Antriebsmotor möglichst klein baut, sollte auch der Durchmesser der Seiltrommel möglichst klein sein.

Aus der DE 26 01 244 C2 ist eine Seilwinde mit einer Seiltrommel bekannt, die als Hohlzylinder ausgebildet und an einer Stirnseite offen und an der anderen Stirnseite geschlossen ist. In der Nähe der offenen Stirnseite befindet sich in einem relativ geringen Abstand in dem Hohlzylinder ein flanschartiger Innenring. Durch diesen Innenring kann eine als Planetengetriebe ausgebildete Antriebseinheit von der offenen Stirnseite her eingeschoben und mit einem flanschartigen Aussenring bündig angesetzt werden. Durch ebenfalls von der offenen Stirnseite her einsetzbare Schrauben können der Innenring und der Aussenring miteinander verbunden werden.

Weiterhin ist aus der US 1,578,965 A eine Seiltrommel für eine Seilwinde bekannt, die an beiden Stirnseiten offen ist. Im Inneren der Seiltrommel sind zwei parallel zueinander liegende flanschartige Ansätze mit Durchgangslöchern ausgebildet, an denen mittels Schrauben und Muttern die Gehäuseteile eines Planetengetriebes befestigt werden können. Das Planetengetriebe stellt hierbei keine körperlich zusammenhängende Baugruppe dar, sondern muss innerhalb der Seiltrommel montiert werden, indem die jeweiligen Einzelteile ebenso wie die Schrauben und Muttern von unterschiedlichen Stirnseiten der Seiltrommel in deren Inneres eingeführt werden.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine kostengünstig herzustellende Winde anzugeben mit einer sicheren Befestigung des Getriebes oder jeweils sonst benutzten Antriebseinheit der Winde, insbesondere bei gegossener Seiltrommel. Dabei soll eine möglichst kompakte Bauweise (kleiner Durchmesser der Seiltrommel) gewährleistet werden.

Diese Aufgabe wird ausgehend vom Oberbegriff in Verbindung mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind jeweils Gegenstand von Unteransprüchen.

Nach der Lehre der Erfindung sind beide Stirnseiten der Seiltrommel offen, so dass die Antriebseinheit von der einen Stirnseite (Einschubseite) her eingeschoben und auf der Innenseite der Seiltrommel mittels von der anderen Stirnseite einsetzbarer Befestigungselemente befestigt werden kann. Zur Vermeidung des Eindrehens von Schrauben in den Gusskörper der Seiltrommel zur Befestigung der Antriebseinheit wird weiterhin vorgeschlagen, auf der Innenseite der Seiltrommel einen nach innen sich erstreckenden ringförmigen Absatz vorzusehen, der über den Umfang verteilt axial liegende Durchgangsbohrungen aufweist. Durch diese Durchgangsbohrungen hindurch sind zur Verschraubung mit einem an diesem Absatz anschlagenden Anlagebereich der Antriebseinheit Schraubenkörper geführt. Die Schraubenkörper können übliche Schrauben mit einem Schraubenkopf sein, die nunmehr durch die Durchgangsbohrungen gesteckt und in den Stahlkörper der Antriebseinheit (z. B. Getriebe) eingeschraubt werden.

Alternativ können die Schraubenkörper aber auch als Gewindestehbolzen ausgeführt sein, die in entsprechenden Gewinde-Sacklochbohrungen im Anlagebereich verankert sind, auf die Muttern aufschraubbar sind und die somit in entsprechender Weise wie Schrauben einen Formschluss zwischen dem ringförmigen Absatz der Seiltrommel und der Antriebseinheit herstellen, ohne dass der Absatz Gewindelöcher aufweisen muss.

Die Antriebseinheit kann als Einschubmotor, insbesondere als Hydraulikmotor ausgebildet sein. Vorzugsweise ist als Antriebseinheit ein Einschubgetriebe mit Anschlussmöglichkeiten für einen Antriebsmotor vorgesehen. Dabei ist es besonders zweckmäßig, ein Einschubgetriebe in Form eines Planetenradgetriebes, insbesondere in Form eines Kompaktgetriebes einzusetzen, wie es für den Fahrantrieb z. B. von Raupenfahrwerken benutzt wird. Diese Getriebe weisen bei vergleichsweise hohem Antriebsmoment einen besonders kleinen Außendurchmesser auf.

Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die Antriebseinheit von der Loslagerseite der Seiltrommel aus einschiebbar ist. Dabei sollte zweckmäßig der ringförmige Absatz zur Befestigung der der Antriebseinheit im Nahbereich der Einschubseite gegenüber liegenden Stirnseite liegen, wo auch das Festlager angeordnet ist. Dies erleichtert nicht nur den Zugang zu den Befestigungselementen der Antriebseinheit. Darüber hinaus wird dadurch erreicht, dass der Kraftfluss für den Antrieb der Winde auf den Randbereich der Seiltrommel beschränkt bleibt.

Zur Befestigung des Loslagers an der einen offenen Stirnseite ist zweckmäßig ein an dieser Stirnseite der Seiltrommel befestigbarer Deckelflansch vorgesehen.

Die vorgeschlagene Ausbildung der Winde hat den Vorteil, dass die Seiltrommel in kompakter Bauweise hergestellt werden kann, so dass ein kleinerer Windungsdurchmesser möglich ist im Vergleich zum bekannten Stand der Technik. Weiterhin muss das Getriebe nicht mehr mit dem Gusskörper der Seiltrommel verschraubt werden, so dass die Gefahr eines Ausreißens der Gewindelöcher vermieden wird. Es versteht sich aber, dass das erfindungsgemäße Konstruktionsprinzip auch auf Seiltrommeln anwendbar ist, die als Stahlkörper ausgebildet sind.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der nachfolgenden Zeichnung dargestellt, die einen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäß ausgebildete Winde zeigt.

Die in der Figur dargestellte Winde 1 besteht in bekannter Weise aus einer gegossenen hohlzylindrisch ausgebildeten Seiltrommel 2, auf deren äußerer Mantelfläche schraubenlinienförmig verlaufende Seilrillen 3 angeordnet sind. Unter Beachtung der Unfallverhütungsvorschriften sind die Endbereiche der Seiltrommel 2 mit je einer Bordscheibe 4, 5 versehen, deren Höhe von der Dicke der vorgesehenen Seilwicklung abhängig ist. Erfindungsgemäß ist nicht nur die rechte, sondern auch die linke Stirnseite (Loslagerseite) offen, und das hier nur schematisch angedeutete Planetenradgetriebe 6 kann von dieser linken Seite her eingeschoben werden, wie der Pfeil 7 zeigt. Zur Verbindung des Getriebes 6 mit der Seiltrommel 2 weist die Innenseite einen ringförmigen, nach innen sich erstreckenden Absatz 8 auf, der mit über den Umfang verteilt angeordneten Durchgangsbohrungen 9 versehen ist. Der an dem Absatz 8 anschlagende Anlagebereich 10 des Getriebes 6 ist passend dazu mit Gewinde-Sacklochbohrungen 11 versehen. Die hier dargestellten Befestigungsschrauben 20 werden durch die Durchgangsbohrungen 9 gesteckt und in den Stahlkörper des Anlagebereiches 10 eingeschraubt. Auf diese Weise wird ein Einschrauben in den Gusskörper der Seiltrommel 2 vermieden. Das Planetenradgetriebe 6, das die Festlagerseite der Seiltrommel 2 bildet, ist über Schrauben 22 an einem angedeuteten Tragelement 21 befestigt.

Das Loslager besteht in diesem Ausführungsbeispiel aus einem inneren Lagerkörper 12, einem Wälzlager 13 und einem als Deckel ausgebildeten äußeren Lagerkörper 14. Der innere Lagerkörper 12 ist mit Schrauben 15 an einem Deckelflansch 16 befestigt, der den Stirnseitenbereich der Seiltrommel 2 verschließend stirnseitig über Schrauben 17 mit dem Gusskörper der Seiltrommel 2 verbunden ist. Das Gewinde in der Seiltrommel 2 für die Schrauben 17 ist unkritisch, weil das Antriebsmoment der Seiltrommel 2 nicht über diese Schrauben übertragen werden muss. Der äußere Lagerkörper 14 ist über Schrauben 18 mit einem hier nur angedeuteten Tragelement 19 verbunden. Bezugszeichenliste 1 Winde

2 Seiltrommel

3 Seilrillen

4, 5 Bordscheibe

6 Planetenradgetriebe

7 Pfeil

8 Absatz

9 Durchgangsbohrung

10 Anlagebereich

11 Gewinde-Sacklochbohrung

12 innerer Lagerkörper

13 Wälzlager

14 äußerer Lagerkörper

15 Schraube

16 Deckelflansch

17 Schraube

18 Schraube

19 Tragelement

20 Befestigungsschraube

21 Tragelement

22 Schraube


Anspruch[de]
  1. 1. Winde bestehend aus einer mit zwei Bordscheiben (4, 5) versehenen und hohlzylinderartig ausgebildeten Seiltrommel (2) und einer in der Seiltrommel (2) anordnenbaren Antriebseinheit, wobei die Seiltrommel (2) zumindest eine offene Stirnseite aufweist und mit einem Fest- und einem Loslager versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass beide Stirnseiten offen sind und die von der einen Stirnseite (Einschubseite) her einschiebbare Antriebseinheit auf der Innenseite der Seiltrommel (2) mittels von der anderen Stirnseite einsetzbaren Befestigungselementen befestigbar ist.
  2. 2. Winde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenseite der Seiltrommel (2) mit einem ringförmigen, nach innen sich erstreckenden Absatz (8) versehen ist, der über den Umfang verteilt axial liegende Durchgangsbohrungen (9) aufweist, durch die hindurch zur Verschraubung mit einem am Absatz (8) anschlagenden Anlagenbereich der Antriebseinheit Schraubenkörper geführt sind.
  3. 3. Winde nach einem der Ansprüche 1-2, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit als Einschubgetriebe mit Anschlussmöglichkeiten für einen Antriebsmotor ausgebildet ist.
  4. 4. Winde nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Einschubgetriebe ein Planetenradgetriebe (6), insbesondere ein Planetenradgetriebe in der kompakten Bauart eines Fahrantriebs ausgebildet ist.
  5. 5. Winde nach einem der Ansprüche 1-2, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit ein Einschubmotor, insbesondere ein Hydraulikmotor ist.
  6. 6. Winde nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit von der Loslagerseite her einschiebbar ist.
  7. 7. Winde nach einem der Ansprüche 2-6, dadurch gekennzeichnet, dass der Ansatz (8) im Nahbereich des der Einschubseite gegenüberliegenden Stirnseite angeordnet ist.
  8. 8. Winde nach einem der Ansprüche 2-7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schraubenkörper mit einem Schraubenkopf versehen sind und der Anlagebereich mit Gewinde-Sacklockbohrungen (11) versehen sind.
  9. 9. Winde nach einem der Ansprüche 2-7, dadurch gekennzeichnet, dass der Anlagebereich mit als Gewindestehbolzen ausgeführten Schraubenkörpern versehen ist, auf die Muttern aufschraubbar sind.
  10. 10. Winde nach einem der Ansprüche 1-9, dadurch gekennzeichnet, dass das Loslager mittels eines an der zugeordneten Stirnfläche abschraubbaren Deckelflansches (16) befestigbar ist.
  11. 11. Winde nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Seiltrommel (2) ein Gusskörper ist.






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