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Dokumentenidentifikation DE10137571C1 15.05.2003
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Errichtung von mit Isolierstoffbahnen verstärkten Dämmen
Anmelder Kunzewitsch, Felix, 14467 Potsdam, DE
Erfinder Kunzewitsch, Felix, 14467 Potsdam, DE
Vertreter Kietzmann, Vosseberg, Röhnicke Patentanwälte Rechtsanwalt Partnerschaft, 10117 Berlin
DE-Anmeldedatum 31.07.2001
DE-Aktenzeichen 10137571
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.05.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.05.2003
IPC-Hauptklasse E02D 17/18
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft den Bau von Dämmen mit eingelagerten Isolierstoffbahnen im Eisenbahngleisbau, Wasserbau, Straßenbau, Flufplatzbau und anderen Bauarten, bei denen die Baumaterialien für die Dammaufschüttung mit schienengebundenen Fahrzeugen antransportiert werden.
Eine erfindungsgemäße Vorrichtung, bestehend aus einem Transportgleisverlegezug mit Gleisjochwagen (2) zum Transport gestapelter Gleisjoche (6) und Isolierstoffbahnen und einem Gleisverlegekran (3), sieht vor, dass die Isolierstoffbahnen als Rollen (11) ausgebildet sind und der Ausleger (9) des Gleisverlegekranes (3) eine Spannweite besitzt, die so bemessen ist, dass eine am Ausleger (9) bewegbar angeordnete Ausrolleinheit (5) für die Rollen (11) der Isolierstoffbahnen das Ausrollen über eine Länge größer einer Gleisjochlänge vornehmen kann.
Damit ist ein Verfahren realisierbar, bei dem die Isolierstoffbahnen in Form von separaten Rollen (11) zusammen mit den Gleisjochen (6) transportiert und unter Nutzung des Gleisverlegekranes (3) so mit Vorlauf auf dem vorbereiteten Untergrund ausgerollt werden, dass die Gleisjoche (6) direkt auf den Isolierstoffbahnen (7) verlegt werden können (Fig. 2).

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf den Bau von Dämmen und Trassen mit eingelagerten Isolierstoffbahnen im Eisenbahngleisbau, Wasserbau, Straßenbau, Flugplatzbau und anderen Bauarten, bei denen die Baumaterialien für die Damm- oder Trassenaufschüttung mit schienengebundenen Fahrzeugen auf einem dafür verlegten Transportgleis antransportiert werden.

Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 7.

Ein derartiges Verfahren mit entsprechend ausgebildeten Vorrichtungen ist aus der DE 196 30 543 C2 bekannt.

Der erste Verfahrensschritt sieht vor, die Isolierstoffbahn in projektierter Größe bezogen auf die Dammbreite vorzufertigen und in der Länge so zu bemessen, dass diese größer/gleich der Länge einer Trägereinrichtung ist.

Als Trägereinrichtung sieht die Erfindung für jede Isolierstoffbahn ein Gleisjoch vor. Das Gleisjoch wird auf die Isolierstoffbahn in Längsrichtung des künftigen Dammes aufgelegt. Danach werden die seitlichen Teile der Isolierstoffbahn jeweils zusammengenommen und am Gleisjoch außerhalb der Gleisspur befestigt. So entsteht eine transportable Einheit.

Die Gleisjoche werden dann zusammen mit den an ihnen befestigten Isolierstoffbahnen auf einem Gleisbauzug gestapelt und ebenso wie der aufzuschüttende Dammbauboden auf dem Schienenweg zur Dammbaustelle gebracht. Hier erfolgt auf dem vorbereiteten Untergrund durch einen bekannten Gleisjochverleger das Verlagen der Gleisjoche zu einem durchgehenden Gleis. Danach werden die zusammengenommenen Isolierstoffbahnen ausgebreitet und miteinander verbunden. Dann erfolgt das Entladen des mit Schienenfahrzeugen angelieferten Dammbaubodens auf die Isolierstoffoberfläche und auf den Untergrund und außerhalb der Gleise. Das verlegte Gleis dient so gleichzeitig zur Anlieferung und Ausbringung des Dammbaubodens. Danach wird es abgebaut und der Boden planiert und zum Damm verdichtet.

Sollen weitere Schichten aufgenommen werden, sieht das Verfahren eine Wiederholung der genannten Verfahrensschritte vor.

Der Nachteil dieser Lösung besteht darin, dass beim Stapeln und dem anschließenden Transport der gestapelten Gleisjoche Beschädigungen an den Isolierstoffbahnen auftreten.

Ein weiteres bekanntes Verfahren zum Dammbau mit einer Isolierstoffverstärkung beinhaltet folgende Methode:

Auf einer planierten Bodenfläche werden sich überlappende Isolierstoffbahnen verlegt, die in Rollen mit Straßenfahrzeugen zur Baustelle transportiert werden. Danach wird am Rand der mit Isolierstoff abgedeckten Fläche der mit Straßenbaufahrzeugen herantransportierte Boden aufgeschüttet und mit Planierraupen auf den Isolierstoffgeschoben und verdichtet. Diese Arbeitsgänge werden wiederholt, bis die gewollte Dammstärke erreicht ist ("Dammkonstruktionen aus frostbeständigen Sanden mit Zwischenlagen aus Isolierstoff": Zeitschrift Verkehrsbauwesen Nr. 5, 1988, S. 6).

Der Nachteil dieses Arbeitsverfahren besteht in erster Linie im hohen Platzbedarf durch den Antransport der Baumaterialien für die Dammaufschüttung mit Straßenfahrzeugen und den Transport der Baumaterialien von neben auf die verlegte Isolierstoffbahn.

Aufgabe der Erfindung ist es, beim Bau von Dämmen und Trassen mit eingelagerten Isolierstoffbahnen eine Beschädigung der Isolierstoffbahn weitestgehend zu vermeiden, wobei weiterhin ein Transportgleis zum Ausbringen des Dammbaumaterials genutzt werden soll.

Gelöst wird diese Aufgabe mit den Merkmalen des Verfahrensanspruches 1 und des Vorrichtungsanspruches 7. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Errichtung von mit Isolierstoffbahnen verstärkten Dämmen, bei dem gestapelte Gleisjoche und Isolierstoffbahnen auf dem Schienenweg zur Baustelle transportiert werden, die Gleisjoche mittels eines Gleisjochverlegers zu einem Transportgleis montiert werden und vom verlegten Transportgleis von Schienenfahrzeugen aus Dammbaumaterial auf die Isolierstoffbahnen ausgebracht wird, das Transportgleis aufgenommen wird und das Dammbaumaterial planiert und zum Damm verdichtet wird, sieht vor, dass die Isolierstoffbahnen in Form von separaten Rollen zusammen mit den Gleisjochen transportiert und unter Nutzung des Gleisjochverlegers so mit Vorlauf auf dem vorbereitete Untergrund ausgerollt werden, dass die Gleisjoche direkt auf den Isolierstoffbahnen verlegt werden können. Das Ausrollen der Isolierstoffbahnen erfolgt dabei bevorzugt in ständigem Wechsel mit dem Verlegen der Gleisjoche.

Beim Bau von Dämmen mit eingelagerten Isolierstoffbahnen wird so eine Beschädigung der Isolierstoffbahn weitestgehend vermieden und die Vorteile des Ausbringens von Dammbaumaterial von Schienenfahrzeugen von einem Transportgleis aus bleiben erhalten.

Es bedarf auch keiner gesonderten Transportwagons für die Rollen von Isolierstoffbahnen, denn in einer erfindungsgemäßen Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die Rollen von Isolierstoffbahnen zwischen den gestapelten Gleisjochen transportiert werden.

Dabei sollte die Verlegelänge in Transportgleisrichtung von einer oder die Verlegelängensumme von mehreren zwischen zwei Gleisjochen transportierten Isolierstoffbahnen eine Gleisjochlänge übersteigen, um ein Gleisjoch vollständig auf der Isolierstoflbahn verlegen zu können und einen geschlossenen Übergang zwischen den verlegten Isolierstoffbahnen zu gewährleisten.

Das erfindungsgemäße Verfahren und eine entsprechende Vorrichtung sollen anhand der Zeichnung näher erläutert werden. Es zeigen:

Fig. 1 den grundsätzlichen Verfahrensablauf,

Fig. 2 das wechselnde Ausbringen von Isolierstoflbahn und Gleisjoch und

Fig. 3 Gleisjoche mit Rollen aus Isolierstoffbahnen.

Der in Fig. 1 dargestellte grundsätzliche Verfahrensablauf läßt erkennen, dass mit einem Gleisbauzug 1 auf Jochtransportwagen 2 gestapelte Gleisjoche 6 und Rollen 11 von Isolierstoffbahnen auf dem Schienenweg zur Baustelle transportiert werden. Die Isolierstoffbahnen, werden unter Nutzung des Gleisjochverlegers 3 so mit Vorlauf auf dem vorbereiteten Untergrund ausgerollt, dass die Gleisjoche 6 direkt auf den verlegten Isolierstoffbahnen 7 verlegt werden können. Vom verlegten Transportgleis wird aus Güterwagen 4 Dammbaumaterial 8 auf die verlegten Isolierstoffbahnen 7 ausgebracht. Danach wird das Transportgleis aufgenommen und das Dammbaumaterial 8 planiert und zum Damm verdichtet.

Fig. 2 zeigt das wechselnde Ausbringen von Rollen 11 aus Isolierstoffbahnen und das Verlegen der Gleisjoche 6. Der Ausleger 9 des Gleisjochverlegers 3 weist eine Spannweite auf, die so bemessen ist, dass eine am Ausleger 9 bewegbar angeordnete Ausrolleinheit 5 für die Rollen 11 der Isolierstoffbahnen das Ausrollen über eine Länge größer einer Gleisjochlänge vornehmen kann. So ist immer ausreichend Isolierstoffbahn 7 verlegbar, um ein weiteres Gleisjoch 6 darauf zu verlegen und den Anschluss für eine folgende Isolierstoflbahn herzustellen.

Da die Rollen 11 der Isolierstoffbahnen beim Transport zwischen den Gleisjochen 6 auf den Schwellen 12 aufliegend angeordnet sind, verfügt die Ausrolleinheit 5 zum Ausrollen in Transportgleislängsrichtung über eine Dreheinheit, um die in Gleislängsrichtung mit der Achse angeordnete Rollen 11 nach dem Aufnehmen um 90° zu schwenken.

Die Ausrolleinheit 5 kann Bestandteil der Jochtraverse 10 für die Gleisjoche 6 oder wie dargestellt eine selbstständige sich am Ausleger 9 bewegende Einheit sein.

Fig. 3 zeigt auf einem Jochtransportwagen 2 gestapelte Gleisjoche 6 mit Rollen 11 aus Isolierstoffbahnen. Die Rollen 11 sind zwischen den Schienen 13 jeweils eines Gleisjoches 6 angeordnet. Die Schwellen 12 weisen dazu zwischen den Schienen 13 zur Aufnahme der Rollen 11 konkav ausgeformte Vertiefungen 14 in Schienenlängsrichtung verlaufend auf. So ist eine stabile Lage der Rollen 11 beim Transport gesichert. Der Schwellenabstand verhindert dabei auch ein Durchbiegen der Rollen 11.

Die auf dem unteren Gleisjoch 6 angeordnete Rolle 11 wird bevorzugt zum Ausrollen in Transportgleislängsrichtung genutzt. Nach dem Aufnehmen wird sie deshalb um 90° geschwenkt.

Die auf dem oberen Gleisjoch 6 angeordnete Rolle 11 besteht aus zwei miteinander verbundenen, gegenläufig aufgerollten Teilrollen. Diese werden jeweils quer zur Transportgleislängsrichtung ausgerollt.

Weiterhin wird gezeigt, dass die Schwellen 12 zum Schutz der verlegten Isolierstoffbahnen 7 auf ihre Unterseite einen Kunststoffbezug 15 besitzen und die Unterkanten 16 der Schwellen 12 abgerundet oder angefast ausgeführt sind.

Isolierstoffbahnen im Sinne der Erfindung sind alle auf- und ausrollbaren Materialien, die beim Bau von Dämmen und Trassen einsetzbar sind. Bezugszeichenliste 1 Gleisbauzug

2 Jochtransportwagen

3 Gleisjochverleger

4 Güterwagen

5 Ausrolleinheit

6 Gleisjoch

7 Verlegte Isolierstoffbahn

8 Dammbaumaterial

9 Ausleger

10 Jochtraverse

11 Rollen Isolierstoffbahn

12 Schwellen

13 Schienen

14 Vertiefungen

15 Kunststoffbezug

16 Unterkanten der Schwellen


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Errichtung von mit Isolierstoffbahnen verstärkten Dämmen, bei dem gestapelte Gleisjoche und Isolierstoffbahnen auf dem Schienenweg zur Baustelle transportiert werden, die Gleisjoche mittels eines Gleisjochverlegers zu einem Transportgleis montiert werden und vom verlegten Transportgleis von Schienenfahrzeugen aus Dammbaumaterial auf die Isolierstoffbahnen ausgebracht wird, das Transportgleis aufgenommen wird und das Dammbaumaterial planiert und zum Damm verdichtet wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Isolierstoffbahnen in Form von separaten Rollen zusammen mit den Gleisjochen transportiert und unter Nutzung des Gleisjochverlegers so mit Vorlauf auf dem vorbereiteten Untergrund ausgerollt werden, dass die Gleisjoche direkt auf den Isolierstoffbahnen verlegt werden können.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausrollen der Isolierstoffbahnen in Transportgleislängsrichtung erfolgt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausrollen der Isolierstoffbahnen quer zur Transportgleislängsrichtung erfolgt.
  4. 4. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausrollen der Isolierstoffbahnen in ständigem Wechsel mit dem Verlegen der Gleisjoche erfolgt.
  5. 5. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Rollen von Isolierstoffbahnen zwischen den Schienen auf den Schwellen der gestapelten Gleisjoche aufliegend transportiert werden.
  6. 6. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verlegelänge in Transportgleislängsrichtung von einer oder die Verlegelängensumme von mehreren zwischen zwei Gleisjochen transportierten Isolierstoffbahnen eine Gleisjochlänge übersteigt.
  7. 7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, bestehend aus einem Gleisbauzug mit Jochtransportwagen zum Transport gestapelter Gleisjoche und Isolierstoffbahnen und einem Gleisjochverleger, dadurch gekennzeichnet, dass die Isolierstoffbahnen als separate Rollen (11) ausgebildet sind, und der Ausleger (9) des Gleisjochverlegers (3) eine Spannweite besitzt, die so bemessen ist, dass eine am Ausleger (9) bewegbar angeordnete Ausrolleinheit (5) für die Rollen (11) der Isolierstoffbahnen das Ausrollen über eine Länge größer einer Gleisjochlänge vornehmen kann.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausrolleinheit (5) über eine Dreheinheit verfügt, um in Gleislängsrichtung mit der Achse angeordnete Rollen (11) nach dem Aufnehmen um mindestens 90° zu schwenken.
  9. 9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausrolleinheit (5) Bestandteil der Jochtraverse (10) für die Gleisjoche (6) ist.
  10. 10. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Rollen (11) der Isolierstoffbahnen beim Transport zwischen den Schienen (13) auf den Schwellen (12) der gestapelten Gleisjoche (6) aufliegend angeordnet sind.
  11. 11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwellen (12) zwischen den Schienen (13) zur Aufnahme der Rollen (11) ausgeformte Vertiefungen (14) in Schienenlängsrichtung verlaufend aufweisen.
  12. 12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertiefungen (14) konkav ausgeformt sind.
  13. 13. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass Rollen (11) aus zwei miteinander verbundenen, gegenläufig aufgerollten Teilrollen bestehen.
  14. 14. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 7 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwellen (12) auf ihre Unterseite einen Kunststoffbezug (15) aufweisen.
  15. 15. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 7 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterkanten (16) der Schwellen (12) abgerundet oder angefast ausgeführt sind.






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