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Dokumentenidentifikation DE10146919C1 15.05.2003
Titel Vorrichtung zur Ausrichtung von in einer Lage übereinander angeordneten Bogen
Anmelder Koenig & Bauer AG, 97080 Würzburg, DE
Erfinder Fritsche, Thilo, 97337 Dettelbach, DE;
Schaede, Johannes, 97074 Würzburg, DE
DE-Anmeldedatum 24.09.2001
DE-Aktenzeichen 10146919
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.05.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.05.2003
IPC-Hauptklasse B65H 29/66
IPC-Nebenklasse B65H 3/08   B65H 3/48   B65H 9/04   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Ausrichtung zumindest einer Kante von mehreren in einer Lage übereinander angeordneten Bogen unter Erhaltung der Reihenfolge der Bogen, mit einem Auflagetisch, an dessen einen Seite ein Vorderkantenanschlag zur Ausrichtung der Vorderkante der Bogen vorgesehen ist. Dabei ist vor dem Auflagetisch eine Tragplatte angeordnet, auf der die Bogen in einer Lage mit nicht ausgerichteter Vorderkante abgelegt werden können, wobei in der Vorrichtung ein Bogenausleger vorgesehen ist, mit dem die Bogen unter Bildung eines untergeschuppten Schuppenstroms von der Tragplatte zum Vorderkantenanschlag des Auflagetisches gefördert werden können.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Ausrichtung von in einer Lage übereinander angeordneten Bogen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Derartige Vorrichtungen werden beispielsweise, jedoch keineswegs ausschließlich, dazu eingesetzt, bedruckte Bogen an zumindest einer Kante mit ausreichender Genauigkeit übereinanderliegend auszurichten, so dass der Stapel anschließend an den Kanten beschnitten werden kann. Bei manchen Druckerzeugnissen, beispielsweise mit Registriernummern versehenen Wertnoten, ist es nach dem Bedrucken der Bogen erforderlich, dass die Reihenfolge der Bogen in der einen Stapel bildenden Lage erhalten bleibt.

Aus der EP 06 14 840 A1 ist eine Vorrichtung bekannt, die in der Art eines Rütteltisches ausgebildet ist. Bei diesem Rütteltisch ist ein Auflagetisch vorgesehen, wobei an mindestens zwei, benachbarten Seiten des Auflagetisches seitliche Anschläge angeordnet sind, die an den Seitenkanten der Bogen zur Anlage kommen können. Zur Ausrichtung der Lage übereinander angeordneter Bogen wird die Lage auf den Auflagetisch aufgelegt und dieser anschließend so weit in Richtung der beiden Anschläge geneigt, dass die Seitenkanten der Bogen aufgrund der Schwerkraft an den Anschlägen zur Anlage kommen. Danach wird der Rütteltisch in Vibration versetzt, um dadurch die Lage der Bogen aufzulockern und eine Ausrichtbewegung der einzelnen Bogen relativ zueinander zu ermöglichen.

Die DE-GM 68 09 156 zeigt eine Vorrichtung zur Ausrichtung von Postsendungen, bei der ein Schuppenstrom zu einem Stapel ausgerichtet wird.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Ausrichtung von in einer Lage übereinander angeordneten Bogen zu schaffen.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass die Lage der Bogen mit nicht ausgerichteter Vorderkante nicht unmittelbar auf dem Auflagetisch abgelegt wird, sondern auf einer vorgelagerten Tragplatte. Dabei ist ein Bogenanlegen in der Vorrichtung vorgesehen, der die auf der Tragplatte abgelegten Bogen vereinzelt und in der Form eines Schuppenstroms zum Vorderkantenanschlag des Auflagetisches fördert. Der Bogenanleger ist dabei so auszubilden, dass sich ein untergeschuppter Schuppenstrom bildet, d. h. die Vorderkante eines jeden Bogens jeweils unterhalb des jeweils vorhergehenden Bogens gefördert wird, so dass im Ergebnis die Lage von der Tragplatte zum Auflagetisch hin nicht umgestapelt wird, sondern die Reihenfolge der Bogen erhalten bleibt. Dadurch, dass die Bogen jeweils einzeln an den Vorderkantenanschlag gefördert und dort ausgerichtet werden, wird eine hohe Ausrichtgenauigkeit erreicht. Zur konstruktiven Schaffung der Vorrichtung können bekannte Bogenanleger, wie sie zur vereinzelten Zuführung von Bogen in eine Bogendruckmaschine Einsatz finden, leicht modifiziert zum Einsatz kommen. Zur konstruktiven Abänderung bekannter Bogenanleger muss insbesondere am Auflagetisch, in dessen Ebene der Schuppenstrom gefördert wird, ein Vorderkantenanschlag vorgesehen werden.

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden im folgenden näher beschrieben.

Es zeigen:

Fig. 1 eine erstes Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung in schematisch dargestellter seitlicher Ansicht;

Fig. 2 eine zweites Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung in schematisch dargestellter perspektivischer Ansicht;

Fig. 3 die Vorrichtung gemäß Fig. 2 in einer weiteren perspektivischen Ansicht;

Fig. 4 die Vorrichtung gemäß Fig. 2 in Ansicht von oben.

Zur Herstellung der in Fig. 1 dargestellten Vorrichtung 01 kann von einem herkömmlichen Bogenanleger ausgegangen werden, wie er zur vereinzelten Zufuhr von Bogen in eine Bogendruckmaschine Verwendung findet.

Derartige Bogenanleger weisen eine Tragplatte 02 auf, auf deren Oberseite die Bogen 09 in einer Lage 03 mit Bogen 09, bei denen zumindest eine Seitenkanten noch nicht ausgerichtet ist, abgelegt werden können. Mittels der Sauger 04; 06 und dem Drückerfuß 08 mit integrierter Luftdüse werden die Bogen 09 von der Lage 03 vereinzelt in Richtung des Auflagetisches 11 gefördert. Der Auflagetisch 11 ist dabei in der Art eines Saugbändertisches 11 mit umlaufenden Saugbändern 12 ausgebildet.

Im Ergebnis wird durch den Einsatz der Sauger 04; 06, des Anschlags 07, des Drückerfußes 08 und der Saugbänder 12 erreicht, dass die Bogen 09 von der Tragplatte 02 in der Form eines untergeschuppten Schuppenstroms zum Auflagetisch 11 hin gefördert werden. Am in Förderrichtung der Bogen 09 hinteren Ende des Auflagentisches 11 ist ein Vorderkantenanschlag 13 angeordnet, gegen den die Vorderkante der Bogen 09 durch die Vorschubbewegung der Saugbänder 12 gefördert und dabei ausgerichtet werden. Die Ausrichtung der Bogen 09 am Vorderkantenanschlag 13 wird dabei durch die Neigung des Auflagentisches 11 in Richtung des Vorderkantenanschlages 13 unterstützt, da sich die auf die Bogen 09 wirkenden Gewichtskräfte entsprechend dem Neigungswinkel des Auflagetisches 11 in eine horizontal und eine vertikal wirkende Komponente aufteilen. Um die auf die Bogen 09 wirkenden Gewichtskräfte variieren zu können, ist es deshalb besonders vorteilhaft, wenn der Neigungswinkel des Auflagetisches 11 veränderbar ist.

Fortlaufende Zuförderung der Bogen 09 von der Lage 03 auf der Tragplatte 02 bildet sich auf dem Auflagetisch 11 eine Lage 14 von übereinander angeordneten Bogen 09, deren Vorderkante jeweils am Vorderkantenanschlag 13 ausgerichtet ist. Aufgrund der Unterschuppung des Schuppenstroms bleibt dabei die Reihenfolge der Bogen 09 erhalten.

Der auszurichtende Bogen 09 muss unter die Lage 14 der bereits ausgerichteten Bogen 09 eingeschoben werden. Dabei wirken auf den jeweils auszurichtenden Bogen 09 um so höhere Gewichtskräfte, je dicker die Lage 14 bereits ist. Um die der Ausrichtbewegung des jeweils auszurichtenden Bogens 09 entgegenwirkenden Reibungskräfte zwischen der Lage 14 und der Oberseite des jeweils auszurichtenden Bogens 09 nicht unzulässig groß werden zu lassen, kann an der Vorrichtung 01 eine Blasvorrichtung 16 vorgesehen werden, mit der Luft, insbesondere ionisierte Luft, von der hinteren Kante der ausgerichteten Bogen 09 aus zwischen den jeweils vordersten Bogen 09 des Schuppenstroms und die Lage 14 geblasen wird. Im Ergebnis wird dadurch zwischen der Lage 14 und dem jeweils nächsten auszurichtenden Bogen 09 ein Luftpolster gebildet und dementsprechend die Reibung verringert.

In Fig. 2 ist eine zweites Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung 21 in perspektivischer Ansicht von schräg oben dargestellt. Bei der Vorrichtung 21 ist eine Tragplatte 22 vorgesehen, auf deren Oberseite eine Lage 23 von Bogen 29 mit nicht ausgerichteten Vorderkanten abgelegt werden kann. Oberhalb der Tragplatte 22 ist eine dreiachsig verfahrbare Saugvorrichtung 24 angeordnet, deren Saugnäpfe 26 auf der Oberseite des jeweils obersten Bogens 29 der Lage 23 zur Anlage gebracht werden können. Durch eine entsprechende Förderbewegung der Saugnäpfe 26 kann der jeweils oberste Bogen 29 der Lage 23 einzeln abgehoben und in Richtung des Auflagetisches 27 gefördert werden. Dabei führt die Saugvorrichtung 24 eine Förderbewegung aus, so dass die Bogen 29 im Ergebnis von der Lage 23 in einem untergeschuppten Schuppenstrom zum Auflagetisch 27 hin gefördert werden.

Der Auflagetisch 27 ist als Saugbändertisch 27 mit Saugbändern 28 (siehe Fig. 3) ausgebildet, so dass die Bogen 29 nach der Vereinzelung auf der Oberseite des Auflagetisches 27 in Richtung eines Vorderkantenanschlages 31 gefördert und durch Anlage an diesen ausgerichtet werden.

Der Vorderkantenanschlag 13; 31 ist auf die Form der Vorderkante der Bogen 09; 29, insbesondere konvex, konkav oder schräg, einstellbar.

Im Ergebnis bildet sich durch fortlaufende untergeschuppte Förderung der Bogen 29 auf dem Auflagetisch 27 eine Lage 32 von Bogen 29, deren Vorderkante jeweils am Vorderkantenanschlag 31 ausgerichtet ist. Um die Förderbewegung des jeweils auszurichtenden Bogens 29 unter die Lage 32 zu unterstützen, ist eine Blaseinrichtung 33 vorgesehen, die eine Vielzahl von Blasdüsen aufweist, aus denen ionisierte Luft in den Bereich zwischen die Lage 32 und den jeweils vordersten auszurichtenden Bogen 29 des Schuppenstroms geblasen werden kann.

Um auch die Seitenkanten der Bogen 29 in der Vorrichtung 21 ausrichten zu können, ist ein auf das Format der Bogen 29 einstellbarer Seitenkantenanschlag 34 vorgesehen, an den die Seitenkante der Bogen 29 zur Anlage gebracht und dadurch ausgerichtet werden können. Zur Unterstützung der Ausrichtbewegung der Bogen 29 am Seitenkantenanschlag 34 ist eine weitere Blaseinrichtung 36 vorgesehen, mit der ionisierte Luft von der dem Seitenkantenanschlag 34 gegenüberliegenden Seite der Bogen 29 zwischen die Lage 32 und den jeweils untersten auszurichtenden Bogen 29 geblasen werden kann.

In Fig. 3 ist die Vorrichtung 21 in einer weiteren perspektivischen Ansicht von unten dargestellt, wobei wiederum die verschiedene Bauteile der Vorrichtung 21 erkennbar sind. In Fig. 4 ist die Vorrichtung 21 mit ihren verschiedenen Bauteilen in Ansicht von oben dargestellt. Bezugszeichenliste 01 Vorrichtung

02 Tragplatte

03 Lage mit nicht ausgerichteter Vorderkante (09)

04 Sauger

05 -

06 Sauger

07 Anschlag

08 Druckfuß

09 Bogen

10 -

11 Auflagetisch, Saugbändertisch

12 Saugband

13 Vorderkantenanschlag

14 Lage mit ausgerichteter Vorderkante (09)

15 -

16 Blaseinrichtung

17 bis 20 -

21 Vorrichtung

22 Tragplatte

23 Lage mit nicht ausgerichteten Vorderkanten (29)

24 Saugvorrichtung

25 -

26 Saugnapf

27 Auflagetisch, Saugbändertisch

28 Saugband

29 Bogen

30 -

31 Vorderkantenanschlag

32 Lage mit ausgerichteten Vorderanten (29)

33 Blaseinrichtung

34 Seitenkantenanschlag

35 -

36 Blaseinrichtung


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zur Ausrichtung zumindest einer Kante von mehreren in einer Lage (14; 32) übereinander angeordneten Bogen (09; 29) unter Erhaltung der Reihenfolge der Bogen (09; 29), mit einem Auflagetisch (11; 27), an dessen einen Seite ein Vorderkantenanschlag (13; 31) zur Ausrichtung der Vorderkante der Bogen (09; 29) vorgesehen ist, wobei vor dem Auflagetisch (11; 27) eine Tragplatte (02; 22) angeordnet ist, auf dem die Bogen (09; 29) in einer Lage (03; 23) mit nicht ausgerichteter Vorderkante abgelegt werden können, wobei in der Vorrichtung (01; 21) ein Bogenanleger vorgesehen ist, mit dem die Bogen (09; 29) unter Bildung eines untergeschuppten Schuppenstroms von der Tragplatte (02; 22) zum Vorderkantenanschlag (13; 31) des Auflagetisches (11; 27) gefördert werden können, dadurch gekennzeichnet, dass der Auflagetisch (11; 27) in der Art eines Saugbändertisches (11; 27) ausgebildet ist, mit dessen Saugbändern (12; 28) der jeweils unterste Bogen (09; 29) des Schuppenstroms gegen den Vorderkantenanschlag (13; 31) gefördert werden kann.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Auflagetisch (11; 27) in Richtung des Vorderkantenanschlags (13; 31) nach unten geneigt werden kann.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Neigungswinkel des Auflagetisches (11; 27) in Richtung des Vorderkantenanschlags (13; 31) veränderbar ist.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass an der Vorrichtung (01; 21) zumindest eine Blaseinrichtung (16; 33) vorgesehen ist, mit der Luft, insbesondere ionisierte Luft, von der Hinterkante der Bogen (09; 29) aus zwischen die geschuppten Bogen (09; 29) des Schuppenstroms und die sich auf dem Auflagetisch (11; 27) bildende Lage (14; 32) von bereits am Vorderkantenanschlag (13; 31) ausgerichteten Bogen (09; 29) geblasen werden kann.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorderkantenanschlag (13; 31) höhenverstellbar ist.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorderkantenanschlag (13; 31) auf die Form der Vorderkante der Bogen (09; 29), insbesondere konvex, konkav oder schräg, einstellbar ist.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Seite des Aufnahmetischs (27) ein Seitenkantenanschlag (34) vorgesehen ist, an dem eine Seitenkante der Bogen (29) ausgerichtet werden kann.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Seitenkantenanschlag (34) auf das Format der Bogen (29) einstellbar ist.
  9. 9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Auflagetisch (27) in Richtung des Seitenkantenanschlag (34) nach unten geneigt werden kann.
  10. 10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Neigungswinkel des Auflagetisches (27) in Richtung des Seitenkantenanschlags (34) veränderbar ist.
  11. 11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass an der Vorrichtung (21) zumindest eine Blaseinrichtung (36) vorgesehen ist, mit der Luft, insbesondere ionisierte Luft, von der dem Seitenkantenanschlag (34) gegenüberliegenden Seitenkante der Bogen (29) aus zwischen die geschuppten Bogen (29) des Schuppenstroms und die sich auf dem Auflagetisch (27) bildende Lage von bereits am Seitenkantenanschlag (34) ausgerichteten Bogen (29) geblasen werden kann.






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