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Dokumentenidentifikation DE69623639T2 15.05.2003
EP-Veröffentlichungsnummer 0861360
Titel SCHUTZVORRICHTUNG GEGEN ÜBERFLÜTUNG
Anmelder Flood Protection Systems Belarbi AB, Malmö, SE
Erfinder Belarbi, Sahbi, 214 22 Malmö, SE
Vertreter PAe Splanemann Reitzner Baronetzky Westendorp, 80469 München
DE-Aktenzeichen 69623639
Vertragsstaaten AT, BE, DE, ES, FR, GB, IE, IT, NL, PT
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 13.11.1996
EP-Aktenzeichen 969394113
WO-Anmeldetag 13.11.1996
PCT-Aktenzeichen PCT/SE96/01462
WO-Veröffentlichungsnummer 0097018369
WO-Veröffentlichungsdatum 22.05.1997
EP-Offenlegungsdatum 02.09.1998
EP date of grant 11.09.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.05.2003
IPC-Hauptklasse E04H 9/14
IPC-Nebenklasse E02B 7/00   

Beschreibung[de]
Gebiet der Technik

In Zusammenhang mit der Überflutung von Flüssen und Seen werden starke Schäden an Gebäuden verursacht, die auf niedrigem Niveau über dem normalen Wasserstand gebaut sind. Ein Anstieg des Wasserstandes bedeutet dann, dass das Gebäude voll Wasser läuft oder vom Wasser beschädigt wird.

Die Erfindung betrifft eine Schutzverkleidung zum Schutz von Gebäuden vor Überflutung.

Stand der Technik

Aus Dokumenten zum Stand der Technik ist es bereits bekannt, unter der Erde um das Gebäude ein gefaltetes oder gewickeltes Schutzschild oder eine Schutzvorrichtung in Form einer Verkleidung oder einer ähnlichen Vorrichtung vorzusehen. Das Schutzschild kann hochgezogen werden, um die Gebäudefassade zu bedecken. Die US-A-4,488,386 offenbart ein solches Schutzschild. Eine Vielzahl von Kästen, in denen das Schutzschild untergebracht ist, ist unter der Erde in der Nähe der Fassade angeordnet. Die Kästen sind an der Gebäudewand befestigt. In einigem Abstand über der Erde sind Vorrichtungen zum Befestigen des hochgezogenen Schutzschildes vorgesehen.

Die FR 2531475 offenbart ein ähnliches Schutzschild. In diesem Fall ist die Schutzabschirmung direkt am Fundament des Gebäudes unter der Erde befestigt. Zudem ist die Schutzabschirmung mit Schwimmelementen versehen, die die Schutzabschirmung hochheben, so dass sich der obere Saum deren über dem Wasserspiegel befindet.

Der Stand der Technik weist Nachteile auf, da der Auftrieb der Verkleidung nicht über die Verkleidung verteilt ist und ein fehlerhaftes Abwickeln der Verkleidung möglich ist.

In beiden Vorrichtungen des Stands der Technik ist die Schutzvorrichtung für jedes einzelne Gebäude getrennt konstruiert und weist individuell konstruierte Mittel zum Befestigen der Schutzvorrichtung an dem Gebäude auf.

Zusammenfassung der Erfindung

Es ist eine Aufgabe der Erfindung, eine Schutzverkleidung zu schaffen, die einen wirksamen Schutz bei auftretenden Überflutungen bietet und gleichzeitig bei verschiedenen Arten von Gebäuden einfach angebracht werden kann. Außerdem sollte der Auftrieb der Verkleidung verbessert sein und fehlerhaftes Abwickeln derselben vermieden werden. Diese Aufgaben werden durch die Vorrichtung gemäß Anspruch 1 gelöst.

Die erfindungsgemäße Schutzverkleidung kann in einer Schutzvorrichtung vorgesehen sein, die in Modulbauweise vorgesehen ist, wobei verschiedene Module kombiniert und miteinander verbunden sind, um sie an die Form des Gebäudes anzupassen. Jedes det Module ist vorgefertigt und in flachen Gräben oder Löchern im Boden um das Gebäude eingesetzt. Die Schutzverkleidungen, die in den Modulen eingeschlossen sind, können miteinander verbunden sein, wenn sie in den Löchern angeordnet werden, damit sie wasserdicht sind. Ein speziell konstruiertes Eckmodul wird verwendet, um die Schutzvorrichtung um die Ecken des Gebäudes zu schließen.

Wenn eine Überflutung unmittelbar bevorsteht, wird die Aktivierung der Schutzvorrichtung vorbereitet. Wenn Flutwasser die Schutzvorrichtung erreicht, wird die Schutzverkleidung automatisch mit Hilfe eines Schwimmkörpers angehoben. Zusätzlich eindringendes Wasser kann die Verkleidung gegen das Gebäude drücken, aber es wird vermieden, dass Wasser in das Gebäude eintritt.

Kurzbeschreibung der Zeichnungen

Die Erfindung wird nun detaillierter beschrieben, wobei auf die anliegenden Zeichnungen Bezug genommen wird, bei denen die Schutzvorrichtung, die nicht Teil der Erfindung ist, der Klarheit wegen auch gezeigt ist.

Es zeigen:

Fig. 1 eine allgemeine Perspektivansicht, die eine Schutzvorrichtung zeigt;

Fig. 2 eine allgemeine Perspektivansicht, die den Zusammenbau zweier in einer Schutzvorrichtung enthaltenen Elemente zeigt;

Fig. 3 eine Draufsicht, die ein in einer Schutzvorrichtung enthaltenes Eckmodul zeigt;

Fig. 4 eine Perspektivansicht eines aufgewickelten Abschnitts einer Schutzverkleidung gemäß einer Ausführungsform der Erfindung; und

Fig. 5 eine Perspektivansicht der Ausführungsform gemäß Fig. 4, jedoch teilweise aufgerollt.

Detaillierte Beschreibung der Zeichnungen

Die in Fig. 1 gezeigte Schutzvorrichtung 10 weist eine Vielzahl von Modulen oder Gehäusen auf, die als Kästen 11 ausgebildet sind. Die Kästen weisen längliche Seitenteile 15 und einen Deckel 18, der geöffnet werden kann, auf. In der Praxis ist eine Vielzahl von Gehäusen mit offenen Giebelenden verbunden, während der Lagerung und dem Transport kann der Kasten 11 jedoch mit Giebelwänden versehen werden.

Der Kasten 11 weist eine Schutzverkleidung 12 auf, die gerollt oder gefaltet ist, so dass sie in dem Kasten untergebracht werden kann. Die Schutzverkleidung 12 ist an einem dem Deckel 18 am nächsten liegenden Ende mit einem Schwimmkörper 13 verbunden. In einer einfachen Ausführungsform weist der Schwimmkörper 13 einen leichten Rumpf auf, der eine Auftriebskraft bereitstellt, die stark genug ist, um die gesamte Schutzverkleidung nach oben zu ziehen. Der Schwimmkörper 13 kann auch eine Vielzahl von unterteilten Abschnitten aufweisen. In einer weiterentwickelten Ausführungsform weist der Schwimmkörper 13 einen dichten und dehnbaren ersten Behälter und einen zweiten, mit diesem verbundenen Behälter auf, wobei der zweite Behälter ein Druckgasmedium enthält.

In der Praxis sind die Kästen 11 mindestens teilweise unter der Erde eingebaut und müssen dort gehalten werden, auch wenn die Schutzverkleidung ausgerollt oder entfaltet und von dem Schwimmkörper 13 hochgezogen wird. Aus diesem Grund sind Befestigungselemente an dem Kasten 11 vorgesehen. In einer einfachen Ausführung sind diese als Bodenplatte 17 ausgebildet, deren Abmessungen die Grundfläche des Kastens übersteigen. In einigen Anwendungen sind die Befestigungselemente als L-förmige Stützen ausgebildet, deren längerer Arm schwenkbar an den Seitenteilen des Kastens 11 angebracht ist. Nach dem Einsetzen des Kastens 11 in einen Hohlraum mit Abmessungen, die nur geringfügig größer sind als die Abmessungen des Kastens, können die Stützen 16 von einer ersten Position neben dem Kasten 11 in eine ausgeschwenkte zweite Position geschwenkt werden, in der sie verhindern, dass sich der Kasten nach oben bewegt, wenn Hubkräfte von dem Schwimmkörper 13 auftreten.

Beim Zusammenbauen von Modulen oder Kästen sollte beachtet werden, dass es in erster Linie die Schutzverkleidungen 12 sind, die so verbunden werden sollen, dass sie wasserdicht sind. In Fig. 2 sind zwei Kästen nah beeinander angeordnet, und die Schutzverkleidungen 12 der Kästen 11 sind miteinander verbunden. Um das Zusammenbauen vor Ort bei dem Gebäude zu erleichtern, sollte die Naht zwischen den Verkleidungen vorzugsweise auf einfache Art ausgebildet sein. Eine geeignete Ausführungsform weist einen Reißverschluss auf, aber auch andere Arten von Verbindungen können verwendet werden, wie z. B. Klebeverbindungen. Vorzugsweise sind die Schutzverkleidungen durch Verbindungselemente (14) verbunden, bevor die Kästen 11 in die vorbereiteten Hohlräume eingesetzt werden. Gemäß der Ausführungsform, die einen als dehnbaren dichten Behälter ausgebildeten Schwimmkörper enthält, sind Verbindungsrohre 19 zwischen verschiedenen Behältern vorgesehen, um die Anzahl der Gasbehälter niedrig zu halten.

Für die Ecken des Gebäudes sind speziell konstruierte Eckmodule vorgesehen. Ein derartiges Modul ist in Fig. 3 gezeigt und, wie ersichtlich ist, ist ein Seitenabschnitt 15 mit einem kürzeren Teil aus gefaltetem oder gewelltem Material und der andere Seitenabschnitt 15' mit einem längeren ähnlichen Teil versehen. Die gefalteten oder gewellten Teile lassen ein Biegen des Kastens um 90º zu, wodurch auch die Ecken geschützt bleiben.

Die Module sind in einer genormten Länge erhältlich, und nach dem Messen der Außenabmessungen des Gebäudes kann die erforderliche Anzahl von Laufmetern errechnet werden, einschließlich der Anzahl der erforderlichen Eckmodule. In geeignetem Abstand von dem Gebäude wird ein Hohlraum ausgehoben, der vorzugsweise groß genug ist, dass der ganze Kasten darin aufgenommen werden kann.

Die Schutzverkleidungen 12 werden ausgerollt und miteinander verbunden, und anschließend wieder eingerollt oder gefaltet, um in den Kästen untergebracht zu werden. Die Kästen können auch miteinander verbunden werden. Anschließend werden alle Kästen in die Hohlräume gestellt und die Deckel 18 aufgesetzt.

Die Deckel 18 und einige Teile der Kästen können sichtbar sein und bilden dann eine Art Wand um das Gebäude. Es ist auch möglich, die Kästen 11 und Deckel 18 vollständig zu verdecken, beispielsweise durch Blumenbeete oder Gras.

In Ausführungsformen, die einfache Schwimmkörper 13 aufweisen, werden die Deckel abgenommen und möglicherweise geöffnet, wenn eine Überflutung erwartet wird. Sobald Wasser den Kasten erreicht, ziehen die Schwimmkörper die durchgehende Schutzverkleidung nach oben und verhindern, dass Wasser weiterfließt. Wenn der Wasserstand ansteigt, drückt das Wasser die Schutzverkleidung gegen das Gebäude und die [Schwimmkörper] heben die Schutzverkleidung an der Fassade des Gebäudes entlang nach oben.

Wenn dehnbare Behälter verwendet werden, können sie stark und der Gasdruck so hoch gewählt werden, dass die dehnbaren Behälter den Deckel durch ansteigenden Druck anheben können, auch wenn der Deckel von einer dünnen Erdschicht bedeckt ist. In einer weiterentwickelten Ausführungsform sind Sensoren zum Erfassen eines steigenden Wasserstandes vorgesehen, und die Deckel können automatisch geöffnet werden.

Bei kleineren Gebäuden ist die erfindungsgemäße Schutzvorrichtung so vorgesehen, dass sie das Gebäude vollständig umgibt. In Stadtgebieten ist es möglich, auch Häuserblöcke oder Viertel entlang von Kanälen oder Flüssen zu schützen. In diesem Fall können die Kästen unter Bürgersteigen oder Ähnlichem verborgen sein.

Die Schutzvorrichtung kann auch verwendet werden, um die wasserdichtenden Eigenschaften von Schutzwänden oder ähnlichen Aufbauten zu verbessern. Für derartige Anwendungen ist die erfindungsgemäße Schutzvorrichtung am Fuße der Schutzwand auf der Flußseite der Wand vorgesehen. Wenn der Wasserstand steigt, gleitet die Schutzverkleidung automatisch am Rand der Wand nach oben und hält das Wasser ab. Wenn hinter der Wand Stützpfeiler oder ähnliche Vorrichtungen vorgesehen sind, kann die Schutzverkleidung sogar die Höhe der Wand übersteigen und das Wasser immer noch abhalten.

Eine Schutzvorrichtung kann auch verwendet werden, um einen Wasserbehälter zu bilden. Durch Bauen eines flachen Dammes mit Schutzwällen und Vorsehen beabstandeter Stützelemente, wie z. B. Pfeiler oder ähnliche Vorrichtungen, ist es möglich, einen Wasserstand zu erreichen, der im Wesentlichen die Tiefe des Dammes übersteigt.

Nach Verwendung kann die Schutzverkleidung wieder zusammengerollt oder gefaltet werden und wieder in den Gehäusen untergebracht werden. Es ist auch möglich, die Gehäuse auszugraben und die Schutzvorrichtung zu anderen Zwecken an einen anderen Ort zu verlegen.

Durch die Herstellung der Gehäuse aus Modulen mit festen Längen wird Großproduktion erleichtert und der Preis kann niedrig gehalten werden. Es wäre ebenfalls möglich, die Vorrichtung auf Lager zu führen, um sie für verschiedene Arten von Gebäuden und andere Anwendungen verfügbar zu machen. Da die Verbindung der Schutzverkleidungen ebenfalls vorbereitet ist, kann die letztliche Montage ohne professionelle Hilfe erfolgen. Da die vollständige Schutzvorrichtung von dem Gebäude freistehend ist, ist keine Veränderung an dem Gebäude oder der Baustelle erforderlich.

In der in Fig. 4 und Fig. 5 gezeigten Ausführungsform wurde die Auftriebskraft verbessert und über die gesamte Schutzverkleidung 12 durch eine Vielzahl von länglichen Schwimmelementen 20 verteilt. Durch das Zusammenrollen der Schutzverkleidung 12 wie in Fig. 4 gezeigt und das Ausrichten der Schutzverkleidung 12 in Bezug auf einströmendes Wasser in Richtung des Pfeils A in Fig. 5 ist ein effizientes Aufwickeln der Schutzverkleidung sichergestellt. Die Schutzverkleidung 12 besitzt eine Vorspannvorrichtung 21 entlang der Schutzverkleidung, um diese aufzurollen. Das Einrollen der Schutzverkleidung 12 wird erheblich erleichtert, wenn sich der Wasserstand normalisiert hat. In einer weiteren alternativen Ausführungsform würden die Schwimmelemente 20 in der Schutzverkleidung integriert, um sie als solche zum Schwimmen zu bringen.

Auch die Ausführungsformen gemäß Fig. 4 und Fig. 5 erleichtern das Anbringen und Verwenden der Schutzverkleidung 12. In der einfachsten Version wird die Schutzverkleidung 12 direkt am Fuße des Gebäudes oder benachbartem Boden angebracht, bevor der steigende Wasserstand bedrohlich ist. Dann erleichtert die Vorspannvorrichtung 21 die Handhabung der Schutzverkleidung 12, da die Schutzverkleidung 12 zusammengerollt bleibt, bis der Wasserstand steigt. Die gewählte Aufwickelrichtung in Bezug auf die Richtung der Wasserströmung verringert auch die Möglichkeit, dass die Schutzverkleidung 12 während dem Ausrollen an einem herausstehenden Teil des Gebäudes hängen bleibt.

Ein derartiges Verfahren des Ausrollens ist natürlich in Verbindung mit den Ausführungsformen gemäß Fig. 1 bis 3 bevorzugt. In diesen Ausführungsformen kann die Vorspannvorrichtung 21 auch eine Art Bremse gegen eine fehlerhaftes Abwickeln aufweisen, um ein Falten oder Blockieren zu verhindern.

Die Schwimmkörper 13 und die Schwimmelemente 20 bestehen aus wasserdichten Werkstoffen mit einem entsprechenden Auftrieb, wie z. B. Schaumstoff. Die Schutzverkleidung besteht aus einem verschleißfesten und wasserdichten Werkstoff, beispielsweise Kunststoff, der durch einen festeren Werkstoff verstärkt sein kann, z. B. Glasfaser, Gummi oder Kevlar.


Anspruch[de]

1. Schutzverkleidung (12) zur Verwendung bei Überflutung, die mindestens einen Schwimmkörper (13) aufweist, der an einem Saum der Schutzverkleidung (12) vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet,

dass eine Mehrzahl der voneinander beabstandeten Schwimmkörperelemente (20) entlang einer Hauptoberfläche der Schutzverkleidung (12) verteilt ist, und

dass eine Vorspannvorrichtung (21) entlang der Schutzverkleidung (12) vorgesehen ist, um die Schutzverkleidung (12) zusammenzurollen.

2. Schutzverkleidung (12) nach Anspruch 1, wobei die Schwimmkörperelemente (20) in der Schutzverkleidung (12) integriert sind.







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