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Dokumentenidentifikation DE10145456A1 22.05.2003
Titel Vorrichtung zum Erwärmen von mit einem Tragring versehenen Vorformlingen
Anmelder KRONES AG, 93073 Neutraubling, DE
Erfinder Pickel, Herbert, Dr., 93073 Neutraubling, DE
DE-Anmeldedatum 14.09.2001
DE-Aktenzeichen 10145456
Offenlegungstag 22.05.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.05.2003
IPC-Hauptklasse B29C 49/64
IPC-Nebenklasse B65G 49/00   
Zusammenfassung Vorrichtung zum Erwärmen von einen Tragring aufweisenden Vorformlingen aus thermoplastischem Kunststoff für das Blasformen von Hohlkörpern, mit einem Fördermittel, mehreren an dem Fördermittel angeordneten, den Kopfbereich der Vorformlinge zwischen Tragring und Mündung erfassenden Haltemitteln und an der Bewegungsbahn der von den Haltemitteln getragenen Vorformlinge angeordneten Heizstrahlern, wobei jedem Haltedorn eine vom Fördermittel getragene Abschirmung in Form einer auf Höhe des Tragrings angeordneten Blende mit einer den Tragring aufnehmenden Bohrung angeordnet ist. Ferner ist eine den freigelassenen Kopfbereich direkt beaufschlagende Kühleinrichtung vorhanden. Hierdurch wird ein optimaler Schutz des nicht zu verformenden Kopfbereichs der Vorformlinge gegen unzulässige Erwärmung erreicht.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Durch die GB 2 095 611 B ist bereits eine derartige Vorrichtung bekannt, bei der die Vorformlinge in dem zwischen dem Tragring und der offenen Mündung befindlichen Kopfbereich an der Außenseite durch Haltefinger erfasst werden und die Abschirmung durch einen den Kopfbereich einschließlich des Tragrings weitgehend umgebenden zylindrischen Schutzmantel gebildet wird. Durch diesen Schutzmantel wird zwar der nicht zu verformende Kopfbereich der Vorformlinge gegen eine direkte Erwärmung durch die Heizstrahler geschützt, nicht jedoch gegen eine indirekte Erwärmung über den durch die Heizstrahler erwärmten Schutzmantel.

Entsprechendes gilt für die Vorrichtung nach der DE 39 08 345 C1, bei der die Formlinge in der Innenseite des Kopfbereichs durch in die Mündung einfahrbare, höhenbeweglich an einer Transportkette angeordnete Haltedorne erfasst werden und die Abschirmung durch fest mit der Transportkette verbundene zylindrische Schutzhülsen gebildet wird.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, bei einer gattungsgemäßen Vorrichtung den Schutz des nicht zu verformenden Kopfbereichs der Vorformlinge gegen unerwünschte Erwärmung zu verbessern.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale gelöst.

Bei einer erfindungsgemäßen Vorrichtung wird der Kopfbereich der Vorformlinge durch die Blenden gegen eine direkte Erwärmung durch die Heizstrahler geschützt. Zusätzlich wird eine indirekte Erwärmung über die - nicht vorhandenen - geschlossenen Schutzhülsen vermieden und statt dessen eine aktive Kühlung des Kopf- und Gewindebereichs realisiert.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen enthalten. Besonders zweckmäßig ist die Ausbildung nach Anspruch 3 und 4. Sie erlaubt auf Grund der durchgehenden Abschirmung durch die eine Art Band bildenden Blenden, den zu erwärmenden Bereich der Vorformlinge in einem geschlossenen Heizkanal besonders schnell und energiesparend aufzuheizen, und das in aufrechter Normalposition.

Im Nachstehenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 die schematische Draufsicht auf eine Vorrichtung zum Erwärmen von Vorformlingen

Fig. 2 den Schnitt A-B nach Fig. 1

Fig. 3 den senkrechten Schnitt durch einen Reflektor der Vorrichtung nach Fig. 1 und 2

Fig. 4 die Einzelheit Z nach Fig. 2 in vergrößerter Darstellung.

Die Vorrichtung 1 nach Fig. 1 bis 4 ist zum Erwärmen von mit Raumtemperatur zugeführten Vorformlingen 2 aus PET auf die zum Streckblasen erforderliche Verarbeitungstemperatur in etwa zwischen 90° und 110°C eingerichtet. Sie ist in eine nur teilweise sowie schematisch dargestellte Streckblasmaschine mit einem Einlaufstern 13, einem Transferstern 14 und einem Blasrad 15 integriert, in der aus den erwärmten Vorformlingen 2 durch Streckblasen Hohlkörper in Form von Getränkeflaschen hergestellt werden.

Die am Boden geschlossenen Vorformlinge 2 weisen in ihrem oberen Bereich einen Tragring 3 auf, wobei der zwischen der offenen Mündung 4 und dem Tragring 3 befindliche Kopf 5 ein Außengewinde trägt und bereits seine Endform aufweist. Der Kopf 5 nimmt am Streckblasvorgang nicht teil und darf daher zur Vermeidung unerwünschter Verformungen keinesfalls bis in die Nähe der Verarbeitungstemperatur erwärmt werden.

Die Vorrichtung 1 weist eine endlose Förderkette 12 mit einer Vielzahl gleichartiger, durch Bolzen gelenkig miteinander verbundener Kettenglieder 12a mit seitlich abstehenden Ansätzen 12b auf, die über ein Antriebsrad 16 und ein Umlenkrad 17 in einer horizontalen Ebene umläuft. Zwischen Antriebsrad 16 und Umlenkrad 17 sind zwei parallele, lineare Umlaufbereiche ausgebildet, in denen die Kettenglieder 12a mittels drehbar an ihnen gelagerten Rollen 18 und stationären Schienen 19 exakt geführt sind.

In mindestens einem der beiden linearen Umlaufbereiche sind an der Bewegungsbahn der von der Förderkette 12 getragenen Vorformlinge 2 mehrere gleichartige stationäre Heizkästen 7 angeordnet, die jeweils mit mehreren horizontal ausgerichteten röhrenförmigen Infrarotstrahlern 36 ausgestattet sind.

In jedem Ansatz 12b der Förderkette 12 ist eine Hülse 20 mit senkrechter Drehachse gelagert, die drehfest mit einem Zahnrad 21 verbunden ist. Dieses kämmt mit einer stationären Zahnstange oder einer endlos umlaufenden Rollenkette 21 und versetzt die Hülse 20 in kontinuierliche Eigenrotation, wenn die Förderkette 12 kontinuierlich umläuft. In jeder Hülse 20 ist ein Haltedorn 6 drehfest, jedoch höhenverschieblich aufgenommen. Der Haltedorn 6 ragt an der Unterseite der Hülse 20 heraus und ist starr mit einer am oberen Ende der Hülse 20 herausragenden Steuerstange 22 verbunden. Zwischen das verbreiterte Ende der Steuerstange 22 und der Hülse 20 ist eine Druckfeder 23 eingesetzt, die den Haltedorn 6 in seine in Fig. 2 und 4 gezeigte obere Endposition drückt, die durch nicht gezeigte Anschläge definiert ist. Mit Hilfe der Steuerstange 22 und nicht gezeigter stationärer Kurvenrampen kann der Haltedorn 6 entgegen der Kraft der Druckfeder 23 in seine in Fig. 2 strichpunktiert angedeutete untere Endposition verfahren werden. Diese Hubbewegung dient zum Einführen des mit einem Federring ausgestatteten Haltedorns in die offene Mündung 4 des Vorformlings 2 im Bereich des Einlaufsterns 13 bzw. zum Herausziehen aus der Mündung 4 im Bereich des Transfersterns 14.

An der Unterseite jedes Ansatzes 12b der Förderkette 12 ist mit Abstand mittels vier dünner, senkrechter Stangen 11 eine horizontale Blende 8 mit quadratischem Umfang befestigt. Die Blende 8 besteht aus einem im Wesentlichen ebenen Stück Blech von mehreren Millimetern Dicke oder aus einem profilierten Formteil und weist eine zentrale Bohrung 9 auf, die konzentrisch zur Hülse 20 und zum Haltedorn 6 liegt. Der Durchmesser der Bohrung 9 ist geringfügig größer als der Außendurchmesser des Tragrings 3. Die Höhe und Dicke der Blenden 8 ist derart gewählt, dass der Tragring 3 eines Vorformlings 1 mit einem geringen Abstand von z. B. 2 bis 3 mm zur Unterseite der Blende mittig in der Bohrung 9 liegt und der größte Teil des Kopfs 5 über der Oberseite der Blende 8 heraussteht und so zwischen den vier Stangen 11 hindurch praktisch von allen Seiten her frei zugänglich ist, wenn der Haltedorn 6 mit dem aufgesteckten Vorformling 2 seine obere Endposition einnimmt (siehe Fig. 4). In der unteren Endposition dagegen befindet sich ein vom Haltedorn 6 zu erfassender oder freizugebender Vorformling 2 mit seiner Mündung 4 mit etwas Abstand unterhalb der Blende 8.

Die an der Außenseite des linearen Umlaufbereichs der Förderkette 12 in einer Linie angeordneten Heizkästen 7 bilden zusammen mit an der Innenseite des linearen Umlaufbereichs in einer Linie angeordneten plattenförmigen, keramischen Reflektoren 25 und einer keramischen Bodenplatte 26 einen linearen Heizkanal K, in den die in aufrechter Normalposition transportierten Vorformlinge 2 von oben her mit ihrem zu verformenden Rumpfbereich 24 hineinragen. Auch nach oben hin ist der Heizkanal K durch die einander berührenden oder mit geringem Abstand gegenüberliegenden Blenden 8, die ein umlaufendes Blendenband bilden, in Verbindung mit einem linearen, mit Wasser durchflossenen Kühlschild 27 auf der Seite der Heizkästen 7 und einem Leitblech 28 auf der Seite der Reflektoren 25 weitestgehend geschlossen. Die aufeinander zuweisenden, geradlinigen Kanten des Kühlschilds 27 und des Leitblechs 28 verlaufen parallel zueinander und weisen einen kleinen Abstand zu den Blenden 8 auf oder berühren diese. Durch die Ausbildung eines allseitig geschlossenen Heizkanals K für den zu verformenden Rumpfbereichs 26 unterhalb des Tragrings 3 der Vorformlinge 2 wird eine äußerst effektive und energiesparende Erwärmung ermöglicht.

Um eine Überhitzung der Oberfläche der Vorformlinge 2 zu vermeiden, sind zwischen den Heizkästen 7 schmale Schlitzdüsen 29 mit angeschlossenen Gebläsen 30 vorgesehen, die Raumluft konzentriert auf die Oberfläche der vorbeirotierenden Vorformlinge 2 blasen. Außerdem ist an der Außenseite jedes Heizkastens 7 ein Kühlgebläse 31 angeschlossen, das zur Kühlung der Infrarotstrahler 36 dient. Die Abfuhr der durch die Gebläse 30 und 31 in den Heizkanal K mit Überdruck eingeleiteten Luft erfolgt durch zwischen den einzelnen Reflektoren 25 ausgebildete senkrechte, spaltenförmige Öffnungen 37. Die Öffnungen 37 sind entweder, wie in Fig. 1 gezeigt, einfach gegenüber der Strahlungsrichtung der Infrarotstrahlern 7a schräggestellt oder, wie in Fig. 3 dargestellt ist, zweifach schräg gestellt. Auf diese Weise wird verhindert, dass die von den Infrarotstrahlern 36 ausgehende Wärmestrahlung direkt durch die Öffnungen 37 entweichen kann. Die Öffnungen 37 münden in einen Sammelkanal 38 ein, durch den die erwärmte, von den Gebläsen 30, 31 stammende Luft aus dem Heizkanal K gezielt aus der Vorrichtung 1 abgeleitet wird.

Auf Grund der vorbeschriebenen Anordnung liegt der Kopf 5 der Vorformlinge 2 vollständig außerhalb des Heizkanals K und ist durch die von der Förderkette 12 getragenen Blenden 8 gegen eine direkte Erwärmung durch die Infrarotstrahler 7a optimal geschützt. Um auch jegliche indirekte Erwärmung durch erwärmte Vorrichtungsteile usw. zu verhindern, ist für die Köpfe 5 eine eigene Kühleinrichtung 10 vorgesehen. Diese weist eine oder mehrere an der Innenseite des linearen Umlaufbereichs der Förderkette 12 angeordnete Düsen 39 auf, die durch Gebläse 40 mit Umgebungsluft versorgt werden. Erforderlichenfalls ist in den Düsen 39 ein Wärmetauscher 41, der von einem Kühlmittel durchflossen ist, angeordnet. Durch die Kühleinrichtung 10 wird eine intensive Kühlung des weitgehend frei zugänglichen Kopfs 5 der Vorformlinge 2 bewirkt. Außerdem werden hierdurch die benachbarten Teile der Vorrichtung 1 wie Haltedorne 6 usw. mit gekühlt. Die Luftführung erfolgt durch entsprechende Leitbleche im Gegenstrom zur Luftführung im Heizkanal K, teilweise auch durch den Kühlschild 27.

Die erfindungsgemäßen Blenden sind in gleicher Weise bei Vorformlingen einsetzbar, bei denen der Tragring nicht an einem abstehenden Halskragen, sondern an einer vertieften Ringnut, einer speziell geformten Übergangsstelle zwischen Kopf und Rumpf usw. ausgebildet ist. Wichtig ist allein, dass die Blende an der Trennstelle zwischen dem zu verformenden und dem nicht zu verformenden Bereich der Vorformlinge angeordnet ist.

Erfolgt das Aufheizen der Vorformlinge, wie im Ausführungsbeispiel gezeigt, in aufrechter Normalposition, so verhindern die erfindungsgemäßen Blenden auch eine Erwärmung des Kopfbereichs durch aus dem Heizkanal aufsteigende Warmluft. Die Vorformlinge können daher problemlos in ihrer Normalposition, ohne vorheriges Wenden um 180°, erwärmt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung (1) zum Erwärmen von einen Tragring (3) aufweisenden Vorformlingen (2) aus thermoplastischem Kunststoff für das Blasformen von Hohlkörpern, mit einem Fördermittel (12), mehreren an dem Fördermittel angeordneten, den Kopfbereich (5) der Vorformlinge zwischen Tragring und Mündung (4) erfassenden Haltemitteln (6) und an der Bewegungsbahn der von den Haltemitteln getragenen Vorformlinge angeordneten Heizstrahlern (36), wobei jedem Haltedorn eine vom Fördermittel getragene Abschirmung zum Schutz des zwischen Tragring und Mündung befindlichen Kopfbereichs der Vorformlinge gegen Erwärmung zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass jede Abschirmung durch eine auf Höhe des Tragrings (3) liegende Blende (8) mit einer den Tragring (3) mit geringem Abstand umgebenden Bohrung (9) gebildet wird, die den Kopfbereich (5) des Vorformlings (2) weitgehend freilässt, und dass eine auf den freigelassenen Kopfbereich (5) des Vorformlings (2) einwirkende Kühleinrichtung (10) vorgesehen ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jede Blende (8)scheibenartig ausgebildet ist und durch mindestens eine Stange (11) mit dem Fördermittel (12) verbunden ist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Fördermittel durch eine endlose Förderkette (12) mit mindestens einem linearen Umlaufbereich gebildet wird, in dem die Heizstrahler (36) angeordnet sind, und dass die Blenden (8) einen rechteckigen oder quadratischen Umfang aufweisen und im linearen Umlaufbereich der Förderkette (12) sich benachbarte Blenden (8) berühren oder mit geringem Abstand gegenüberliegen.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorformlinge (2) in aufrechter Normalposition mit nach oben weisender Mündung an Haltedornen (6) frei hängend transportierbar sind und mit ihrem zu verformenden Rumpfbereich (24) in einen Heizstrahler (36) und gegenüberliegende Reflektoren (25) unfassenden Heizkanal (K) eintauchen, der nach oben hin durch die Blenden (8) abgedeckt ist.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass an den Heizkanal (K) auf Seite der Heizstrahler (36) mehrere Kühlgebläse (30, 31) angeschlossen sind und dass auf Seite der Reflektoren (25) Öffnung (37) zur Abfuhr der Kühlluft aus dem Heizkanal (K) vorgesehen sind.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühleinrichtung (10) mindestens eine auf den Kopf (5) der Vorformlinge (2) gerichtete Blasluftdüse (39) aufweist.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass in der Blasluftdüse (39) ein von einem Kühlmittel durchflossener Wärmetauscher (41) angeordnet ist.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltemittel von höhenbeweglich an dem Fördermittel (12) angeordneten Haltedornen (6) gebildet werden, die in die Mündung (4) der Vorformlinge (2) einfahrbar sind.






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