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Dokumentenidentifikation DE10151780C1 22.05.2003
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Beeinflussung der Fadenbremskraft einer zwischen einem Garnvorratssystem und einem Fadenspeicher einer Webmaschine angeordneten Schussfadenbremse
Anmelder Lindauer Dornier GmbH, 88131 Lindau, DE
Erfinder Reinhardt, Herbert, 88147 Achberg, DE;
Birner, Werner, 88131 Lindau, DE;
Hannes, Christian, 88239 Wangen, DE
DE-Anmeldedatum 19.10.2001
DE-Aktenzeichen 10151780
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 22.05.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.05.2003
IPC-Hauptklasse D03D 47/34
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Beeinflussung der auf einen Schussfaden wirkenden Bremskraft bei schützenlosen Webmaschinen, wobei der Schussfaden (4) mittels eines Fadenspeichers (11) von einer Vorratsspule (2) abgezogen wird, und zwischen Garnvorratsspule und Fadenspeicher eine Schussfadenbremse (5) mit einstellbarer Bremskraft angeordnet ist.
Erfindungsgemäß wird die Bremskraft der Schussfadenbremse (5) geregelt und der Schussfaden nur soviel gebremst, wie es für eine konstante Wickelspannung am Fadenspeicher (11) erforderlich ist. Um dies zu erreichen, wird die Bremskraft der Schussfadenbremse (5) geregelt, indem nach der Schussfadenbremse (5) ein Fadenspannungssensor (10) angeordnet ist, der die Fadenspannung des Schussfadens (4) misst und den Messwert an eine Steuerungseinrichtung (14) überträgt, welche die Bremskraft in Abhängigkeit von der gemessenen Fadenspannung regelt. Durch Einbeziehung eines Spulenüberlaufsensors (3) wird beim Spulenüberlauf von leerer auf volle Garnvorratsspule auf eine einstellbare Einlaufbremsung umgeschaltet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Beeinflussung der Fadenbremskraft einer zwischen einem Garnvorratssystem und einem Fadenspeicher einer Webmaschine angeordneten Schussfadenbremse, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Bei schützenlosen Webmaschinen wird der Schussfaden von einem ortsfest angeordneten Garnvorratssystem, das z. B. eine oder mehrere Garnvorratsspulen umfasst, abgezogen. Aufgrund der hohen Abzugsgeschwindigkeit während des Schusseintrages bei Greifer- und Greiferschützenwebmaschinen und aufgrund des kraftschlüssigen Schusseintrags bei Luft - und Wasserdüsenwebmaschinen werden Fadenspeicher, auch bezeichnet als Vorspulgeräte, eingesetzt, wobei die erforderliche Fadenlänge aus einer Reservewindung abgezogen wird, die sich auf einer Trommel des Fadenspeichers befindet. Die Fadenlänge ergibt sich dann aus der Anzahl der abgezogenen Windungen und dem Trommeldurchmesser. Bei elastischen Garnen kann die Wickelspannung des Fadens auf der Trommel die in das Webfach einzutragende Fadenlänge mehr oder weniger stark beeinflussen.

Das Ablaufverhalten des Garnes von einer Garnvorratsspule ist veränderlich. Die Fadenspannung bei einer vorgegebenen Abzugsgeschwindigkeit ist bei voller Spule niedriger als bei einer Spule mit geringem Garnvorrat. Um die nachteiligen Fadenspannungsveränderungen und die sich daraus ergebenden unterschiedlichen Fadenlängen auszuschalten, werden derzeit ungeregelte Fadenbremssysteme verwendet, die so stark auf "bremsen" eingestellt sind, dass die dadurch erzeugte Fadenspannung höher ist als die maximal auftretende natürliche Fadenspannung beim Abzug von der Garnvorratsspule. Das bedeutet aber, dass das Garn mehr beansprucht wird als notwendig wäre. Es werden Garnschwachstellen erzeugt, die beim Schusseintrag zu Fadenbrüchen führen. Viele Weber versuchen auch ohne Einlaufbremse zu arbeiten. Dabei wird das Schussgarn schonender behandelt. Jedoch weist die Garnfänge Schwankungen auf, die den Garnlängenabfall vergrößern.

In der DE 25 41 051 A1 ist ein Spulenwechselsystem zum unterbrechungsfreien Umschalten von einer abgewickelten leeren Spule auf eine volle Garnspule beschrieben, wobei ein Spulenwechselsensor den Übergang detektiert und einen Spulentransportantrieb schaltet, um die volle Spule in eine vorgegebene Position zu bringen. Die WO 91/14031 A1 offenbart eine Fadenbremse im Zulaufweg von einem Garnvorrat zu einem Fadenwickler bzw. Vorspuler. Obwohl nicht ausdrücklich dargestellt, ist allgemein bekannt, siehe z. B. JP 59-82445 A1, zwischen einer ersten Vorratsspule und einer zweiten Vorratsspule eines Garnvorratssystems einen Sensor anzuordnen, um den Überlauf bzw. den Wechsel der Garnentnahme zu detektieren. Nachteilig an der Anordnung der in den Patenten vorgestellten Bremsen ist, dass nur eine gewisse Einstellmöglichkeit der Bremse im Fadenweg gegeben ist und keine Bremskraftveränderung im laufenden Betrieb möglich ist, so dass sich an sich notwendige Bremskraftanpassungen besonders bei dehnelastischen Garnen nicht realisieren lassen. Gerade beim Weben von dehnelastischen Garnen ist jedoch schon eine über den Durchmesserbereich einer Spule zu regulierende Bremse wünschenswert.

Aufgabe der Erfindung ist es, die durch den Abzug von der Garnvorratsspule und den Einsatz von Fadenbremssystemen hervorgerufene mechanische Beanspruchung des Schussfadens im Bereich zwischen der Garnvorratsspule und dem Fadenspeicher zu verringern und die Wickelspannung im Fadenspeicher im wesentlichen konstant zu halten, um so den Garnabfall gering zu halten.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst.

Mit Hilfe des vorgeschlagenen Bremssystems kann die erforderliche Bremskraft in Abhängigkeit einer mit einem Fadenspannungssensor gemessenen Fadenspannung geregelt werden. Durch Einbeziehung eines Spulenüberlaufsensors wird beim Spulenüberlauf von leerer auf volle Vorratsspule auf eine einstellbare Einlaufbremsung umgeschaltet. Anschließend übernimmt die Regelung ihre Aufgabe für die Feineinstellung der Bremskraft.

Damit wird gewährleistet, dass der Schussfaden nur soviel gebremst wird wie es für eine konstante Wickelspannung am Fadenspeicher erforderlich ist. Das heißt beim Abziehen des Schußgarns von einer vollen Vorratsspule, wird mehr gebremst, wogegen beim Abziehen des Schußgarnes von einer nahezu leeren Vorratsspule sich die Bremse in nahezu geöffnetem Zustand befindet.

Dadurch, dass der Schussfaden erfindungsgemäß nur so viel wie nötig gebremst wird, wird die Garnbeanspruchung optimiert und die Wickelspannung am Fadenspeicher konstant gehalten, womit die Abfalllänge auf die minimal erforderliche Länge konstant bleibt.

Grundsätzlich kann jede Art einer in der Bremskraft veränderlichen Fadenbremse verwendet werden. Vorzugsweise wird eine Blattfederbremse oder eine Umschlingungsbremse verwendet.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von zwei Ausführungsbeispielen mit Bezugnahme auf die Zeichnungen näher beschrieben.

Dabei zeigt:

Fig. 1 eine schematische Darstellung des Schussfadenverlaufs zwischen Garnvorratsspule und Eintragsorgan mit einer ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen, geregelten Fadenbremse; und

Fig. 2 eine schematische Darstellung des Schussfadenverlaufs zwischen Garnvorratsspule und Eintragsorgan mit einer zweiten Ausführungsform der erfindungsgemäßen, geregelten Fadenbremse.

Wie aus den Fig. 1 und 2 ersichtlich ist, wird ein Schussfaden 4 von einer Garnvorratsspule 2 eines Garnvorratssystems abgezogen und über eine Schussfadenbremse 5 bzw. 16 zu einem Fadenspeicher 11 geführt, auf dessen Trommel 12 eine für den Schusseintrag erforderliche Fadenlänge aufgespult wird, bevor sie durch ein Eintragsorgan 13 in das Webfach der Webmaschine eingebracht wird. Es wird angestrebt, die Wickelspannung auf der Trommel 12 des Fadenspeichers 11 möglichst konstant zu halten, um eine gleichbleibende Eintragslänge des Schussfadens 4 sicherzustellen.

Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, dass die Fadenspannung des Schussfadens 4 vor dem Fadenspeicher 11 mit Hilfe eines Fadenspannungssensors 10 gemessen wird. Die Messsignale werden elektronisch an eine Steuerungseinrichtung 14 weitergeleitet, die vorzugsweise ein Teil der Webmaschinensteuerung darstellt. In der Steuerungseinrichtung wird die gemessene Ist-Fadenspannung mit einer Soll-Fadenspannung verglichen. Weicht die Ist-Fadenspannung von der Soll-Fadenspannung ab, so wird von der Steuerungseinrichtung 14 ein Signal ausgegeben, welches zur Regelung bzw. Korrektur der Bremskraft der Schussfadenbremse 5 bzw. 16 verwendet wird, bis sich die Soll-Fadenspannung einstellt.

Entsprechende Sollwertvorgaben und andere, unter anderem vom verwendeten Garn abhängige Einstellparameter, können vom Weber über eine Eingabeeinheit 15 eingegeben werden, die Teil einer übergeordneten Eingabeeinheit der Webmaschine sein kann.

Die beim Abzug des Schussfadens 4 von der Vorratsspule 2 entstehende Fadenspannung ist bei einer vorgegebenen Abzugsgeschwindigkeit bei voller Vorratsspule 2 niedriger als bei einer Vorratsspule 2 mit geringem Garnvorrat. Ist die Vorratsspule 2 leer und muss auf eine volle Vorratsspule 1 übergegangen werden, ergibt sich hierbei eine abrupte Änderung der Fadenspannung. Ein derartiger Spulenwechsel wird durch einen Spulenüberlaufsensor 3 erkannt und als Signal an die Steuerungseinrichtung 14 übertragen. Die Steuerungseinrichtung 14 schaltet die Fadenbremse 5 bzw. 16 auf eine einstellbare Einlaufbremskraft (Grobeinstellung). Anschließend erfolgt die oben beschriebene Feinregelung der Bremskraft.

In Fig. 1 ist die Schussfadenbremse als Blattfederbremse 5 ausgebildet und umfasst ein feststehendes Bremsenteil 6 und ein als Blattfeder ausgebildetes bewegliches Bremsenteil 7. Der Schussfaden 4 wird zwischen dem feststehenden Bremsenteil 6 und dem beweglichen Bremsenteil 7 hindurchgeführt. Mittels eines Motors 9 und eines Exzenterstellers 8 kann die Anpresskraft des beweglichen Bremsenteils 7 auf das feststehende Bremsenteil 6 eingestellt werden, wodurch sich gleichzeitig die Bremskraft auf den Schussfaden 4 verändert.

Fig. 2 zeigt eine als Umschlingungsbremse 16 ausgebildete Schussfadenbremse. Diese umfasst ein scheibenförmiges, feststehendes Bremsenteil 17 und ein scheibenförmiges, bewegliches Bremsenteil 18, die beide über eine Achse miteinander verbunden sind. Der Schussfaden 4 wird jeweils durch eine Öse am Rand der scheibenartigen Teile 17, 18 hindurchgeführt. Mittels eines Motors 19 kann das bewegliche Scheibenteil 18 gegenüber dem feststehenden Teil 17 verdreht werden, wodurch der Schussfaden 4 mehr oder weniger um die verbindende Achse geschlungen wird, so dass sich die Bremskraft auf den Schussfaden 4 verändert. Bezugszeichenliste 1 Garnvorratsspule

2 Garnvorratsspule

3 Spulenüberlaufsensor

4 Schussfaden

5 Schussfadenbremse (Blattfederbremse)

6 Bremsenteil (fest)

7 Bremsenteil (beweglich)

8 Exzenter

9 Motor

10 Fadenspannungssensor

11 Fadenspeicher

12 Tommel

13 Schussfadeneintragsorgan

14 Steuerungseinrichtung

15 Eingabeeinheit

16 Schussfadenbremse

17 Bremsenteil (fest)

18 Bremsenteil (beweglich)

19 Motor


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Beeinflussung der Fadenbremskraft einer zwischen einem Garnvorratssystem und einem Fadenspeicher einer Webmaschine angeordneten Schussfadenbremse, wobei das Garnvorratssystem aus einer ersten Garnvorratsspule, aus wenigstens einer zweiten Garnvorratsspule und aus einem den Überlauf des Garnes von der ersten zur zweiten Vorratsspule detektierenden Sensor besteht und wonach der Zeitpunkt des Überlaufs des Garnes einer Steuerungseinrichtung signalübertragend zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass daraufhin ein Stellmittel der Schussfadenbremse signalübertragend von der Steuerung zum Grobeinstellen der Bremskraft angesteuert wird und nachfolgend ständig in Abhängigkeit des von einem Fadenspannungssensor gemessenen Fadenspannungs-Istwertes die Steuerung einen Soll-Istwertvergleich ausführt, als dessen Ergebnis das Stellmittel der Schussfadenbremse eine ständige Feineinstellung (Regelung) erfährt.
  2. 2. Einrichtung zur Verfahrensdurchführung nach Anspruch 1, wobei der Schussfaden mittels eines Fadenspeichers aus einem Garnvorratssystem abgezogen wird, und zwischen dem Garnvorratssystem und dem Fadenspeicher eine Schussfadenbremse mit einstellbarer Bremskraft angeordnet ist, und wobei das Garnvorratssystem aus wenigstens einer ersten Garnvorratsspule, einer zweiten Garnvorratsspule und aus einem den Überlauf des Garnes von der ersten zur zweiten Garnvorratsspule detektierenden Sensor besteht, und ferner bestehend aus einer elektronischen Steuerungseinrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Schussfadenbremse (5, 16) ein Fadenspannungssensor (10) angeordnet ist, der die Fadenspannung des Schussfadens (4) als Istwert misst und den Messwert an die Steuerungseinrichtung (14) überträgt, welche die Bremskraft in Abhängigkeit von der gemessenen Fadenspannung regelt.
  3. 3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schussfadenbremse als Blattfederbremse (5) ausgebildet ist.
  4. 4. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schussfadenbremse als Umschlingungsbremse (16) ausgebildet ist.






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