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Dokumentenidentifikation DE4437914C2 28.05.2003
Titel Vorrichtung zur Änderung der Transportlage von Exemplaren
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Doucet, John L., Salem, N.H., US;
Fecteau, Gilles L., Saco, Me., US
DE-Anmeldedatum 22.10.1994
DE-Aktenzeichen 4437914
Offenlegungstag 27.07.1995
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 28.05.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.05.2003
IPC-Hauptklasse B65H 9/16
IPC-Nebenklasse B65H 45/12   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Änderung der Transportlage von Exemplaren, welche einer Weiterverarbeitungseinrichtung zugeführt werden.

Von dem U.S. Patent No. 4,863,152 des Standes der Technik ist ein Falzapparat bekannt, in welchem der Abstand zwischen den Vorderkanten aufeinanderfolgender Exemplare reduziert wird. Zu transportierende Exemplare werden auf einem ersten Förderband mit beinahe der Geschwindigkeit einer vorgeschalteten Druckmaschine transportiert, bevor sie auf ein weiteres Förderband gelangen, welches mit niedrigerer Fördergeschwindigkeit umläuft. Die Förderbänder sind dabei vorzugsweise als Saugbänder ausgeführt, um den zu transportierenden Exemplaren einen Halt zu geben; jedoch haben die zu transportierenden Exemplare keine Ausrichtung erfahren, bevor sie einer gewinkelten Längsfalzeinrichtung zugeführt werden. Um die Exemplare auf den Saugbändern in ihrer Lage zu halten, müssen Saugeinrichtungen unterhalb der Förderbänder vorgesehen sein, welche das zu falzende Exemplar auch während des Längsfalzvorganges fixieren. Dabei können die Exemplare einer sehr hohen mechanischen Beanspruchung ausgesetzt sein, was bei sehr dünnen Bedruckstoffen Beschädigungen der Exemplare zur Folge haben kann. Diese Art Saugsystem ist kostenintensiv und wirkt sich unter bestimmten Produktionsbedingungen nachteilig auf die Produktqualität aus.

Die japanische Patent Veröffentlichung Nr. JP 04072254 A, offenbart einen Mechanismus zur Korrektur der Schrägzufuhr von Papierbögen. Die von mehreren Transportrollen ergriffenen Papierbögen werden durch eine konisch verlaufende Walze gegen eine seitliche Anschlagfläche gefördert, an welcher sie ausgerichtet werden. Die Einleitung der Bewegung zur Lagekorrektur der Papierbögen erfolgt von der Mitte der jeweils zu korrigierenden Papierbögen aus. Auch mit dieser Vorrichtung ist bei der Verarbeitung sehr dünner Bedruckstoffe die Materialbeanspruchung hoch, was zur Beschädigung der einzelnen Exemplare führen kann.

Im Hinblick auf den oben beschriebenen Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine präzise Lagekorrektur zu transportierender Exemplare möglichst materialschonend zu realisieren.

Die vorliegende Erfindung ist eine Vorrichtung zur Änderung der Transportlage von Exemplaren, die einer Verarbeitungseinrichtung zugeführt werden. Die Vorrichtung umfaßt bewegbare obere und untere Transportmittel, welche die Oberseite und die Unterseite der Exemplare kontaktieren und diese in einer Transportebene bewegen. Die Vorrichtung umfaßt auch Mittel zum zyklischen Auslenken des oberen Transportmittels, weg von dem unteren Transportmittel, und zum gleichzeitigen Ausrichten der Exemplare zwischen den oberen und unteren Transportmitteln. Die Auslenkmittel bestehen aus einem Rotationskörper mit einem Ausrichtorgan, das sich in die Transportebene bewegt, um das obere Transportmittel auszulenken und die Exemplare auszurichten.

Der Vorteil der Erfindung liegt darin, daß während des Ausrichtens der transportierten Exemplare, deren mechanische Beanspruchung durch die Auslenkung der oberen Transportmittel drastisch herabgesetzt wird. Auf diese Weise lassen sich die Exemplare auf einem unteren Transportmittel durch die Ausrichteorgane einfach verschieben. Darüberhinaus ist es von großem Vorteil, daß sich die Ausrichtorgane an dem Rotationskörper mit ungefähr der Fördergeschwindigkeit der transportierten Exemplare bewegen, wodurch sich ergebende Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen der Vorderkante der Exemplare und dem Ausrichtorgan auf ein Minimum reduziert werden können. Dies gewährleistet eine die Exemplare schonende Ausrichtung. Nach der Ausrichtung werden die Exemplare auf dem unteren Transportmittel in ihrer ausgerichteten Lage von dem oberen Transportmittel wieder fixiert oder geklemmt oder ergriffen.

In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Rotationsachse des Rotationskörpers senkrecht zur Transportrichtung der Exemplare orientiert ist. Dadurch wird eine gleichmäßig über die gesamte Vorderkante der Exemplare verlaufende Ausrichtwirkung auf die Exemplare erzielt.

Der Rotationskörper kann entweder als ein sich über die Breite der Transportebene erstreckender Zylinder oder als einzelne auf einer Rotationsachse nebeneinander angeordnete Scheiben ausgeführt sein. Die jeweiligen Rotationskörper sind mit einer Abflachung versehen, um eine leichtere Montage des jeweiligen Ausrichteorgans zu ermöglichen.

Wenn der Rotationskörper als sich über die Breite der Transportebene erstreckender Zylinder ausgeführt ist, so wird an diesem ein einzelnes Ausrichtorgan befestigt, welches sich über die gesamte Zylinderbreite erstreckt. Dieses einzelne Ausrichtorgan ist mit Ausnehmungen versehen, um die unteren Transportmittel aufzunehmen, so daß diese nicht kontaktiert oder beschädigt werden können. Die jeweiligen Ausnehmungen des Ausrichtorgans sind von beabstandeten Kantenteilen begrenzt, welche sich über die unteren Transportmittel erstrecken, um die oberen Transportmittel von der Oberseite des Exemplars zu trennen und abzuheben. Somit lenken die Kantenteile des Ausrichtorgans die oberen Transportmittel zyklisch aus der Transportebene aus, während der Rotationskörper das Ausrichtorgan in die und aus der Transportebene bewegt.

Gleichzeitig kommt die Vorderkante des sich schneller bewegenden Exemplars mit Anschlagflächen auf dem sich langsamer bewegenden Ausrichtorgan in Kontakt. Dadurch richtet sich das Exemplar an dem Ausrichtorgan senkrecht zu dem Transportpfad aus. Da das Ausrichtorgan mit den Exemplaren mitbewegt wird, sind die sich zwischen den Exemplaren und den Anschlagflächen des Ausrichtorgans ergebenden Geschwindigkeitsdifferenzen minimal, so daß eine schonende Exemplarbehandlung gewährleistet ist.

Wenn der Rotationskörper als nebeneinander auf der Rotationsachse angeordnete einzelne Scheiben ausgestaltet ist, so ist jeweils eine Scheibe einem der Vielzahl der Transportmittel zugeordnet. Jede einzelne Scheibe hat dann ein jeweiliges Ausrichtorgan, das gleichermaßen eine von beabstandeten Kantenteilen begrenzte Ausnehmung hat. Da diese einzelnen Scheiben nebeneinander angeordnet sind, läßt sich auch bei dieser Ausgestaltung eine sich über die Breite der Transportebene erstreckende Ausrichtung der Exemplare realisieren.

Die projizierte Länge der Hüllkurve des Ausrichtorgans um die Rotationsachse des Rotationskörpers entspricht der Abschnittlänge eines Exemplars einschließlich einer Zugabe, während der Abstand zwischen der Rotationsachse einer oberen Bandwalze und den Ausrichtorganen, die sich senkrecht in die Transportebene erstrecken, etwa der Abschnittlänge eines Exemplars entspricht.

Weitere Vorteile der vorliegenden Erfindung werden durch die folgende Beschreibung im Zusammenhang mit den beigefügten, nachstehend erläuterten Zeichnungen weiter verdeutlicht.

Es zeigen:

Fig. 1 eine perspektivische Darstellung einer Ausrichtvorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung einschließlich eines Rotationskörpers, bestehend aus einzelnen, nebeneinander angeordneten Scheiben und jeweiligen individuellen Ausrichtorganen;

Fig. 2 eine Ansicht gemäß der Darstellung in Fig. 1, welche einen als einen Zylinder ausgestalteten Rotationskörper mit einem einzigen Ausrichtorgan zeigt;

Fig. 3-7 eine Reihe sequentieller Darstellungen des Bewegungsverlaufs des Ausrichtorgans in Winkelinkrementen des Rotationskörpers;

Fig. 8 eine schematische Seitenansicht der Ausrichtvorrichtung gemäß Fig. 1 mit einer Bürstenwalze;

Fig. 9 eine schematische Vorderansicht einer einzelnen Scheibe als Rotationskörper mit einem Ausrichtorgan;

Fig. 10 eine Ansicht gemäß den Fig. 3-7, welche die Stellen aufweist, wo sich die Vorderkante eines imaginären Exemplars befinden würde, falls eine Ausrichtung nicht stattgefunden hätte.

Fig. 1 zeigt einen Rotationskörper 8, der aus einer Vielzahl einzelner, zum Zwecke der Rotation miteinander verbundener, unter einer Transportebene 29 nebeneinander angeordneter Scheiben 13 zusammengesetzt ist. Über der Transportebene 29 sind zwei voneinander beabstandete obere Bandwalzen 1 und 3 angeordnet. Die Bandwalze 1 rotiert um eine Rotationsachse 2.

Eine Vielzahl von parallel laufenden oberen Transportbändern 4 bewegt sich in gleichmäßigem Abstand voneinander um die oberen Bandwalzen 1 und 3. Unterhalb der Transportebene 29 sind zwei untere Bandwalzen 5 und 6 angeordnet, um welche sich eine Anzahl von parallel verlaufenden unteren Transportbändern 7 bewegt. Jedes obere Transportband 4 ist breiter als sein zugeordnetes unteres Transportband 7 und überlagert dieses.

Unterhalb der von den Transportbändern 4 und 7 bestimmten Transportebene 29 bewegt sich der Rotationskörper 8 um eine Rotationsachse 10 und ist mit ihrer Welle 11 in einer Maschinenseitenwand (nicht gezeigt) gelagert. Die Rotationsachse 10 ist durch eine Vertikalbewegung der Welle 11 und des Rotationskörpers 8 in bekannter Weise vertikal verstellbar, wie die schematisch dargestellte entsprechende Struktur 32 für das Verstellen der Position einer Walze zeigt. Die Achse 10 ist senkrecht zur Transportrichtung oder dem Transportpfad 31 der Exemplare 22 orientiert.

An jeder Scheibe 13 befindet sich ein Ausrichtorgan 14, das mit einer Ausnehmung 16 versehen ist. Jede Ausnehmung 16 ist durch ein Paar beabstandete Kantenteile 18 begrenzt. Jede Ausnehmung ist breiter als das untere Band 7, jedoch schmäler als das obere Band 4. Die einzelnen Ausrichtorgane 14 sind in dieser spezifischen Ausführung an dem abgeflachten Teil 9 jeder Scheibe 13 befestigt.

Bei der Bewegung des Rotationskörpers 8 - und damit des Ausrichtorgans 14 - in die Transportebene 29 werden die schmäleren Transportbänder 7 in den Ausnehmungen 16 aufgenommen. Wie in Fig. 1 gezeigt, werden die oberen Transportbänder 4 von den Kantenteilen 18 des Ausrichtorgans angehoben, wobei der Reibkontakt zwischen den oberen Bändern 4 und der Oberseite eines transportierten Exemplars 22 aufgehoben wird. Das Exemplar 22 ist vorzugsweise ein bogenförmiges Exemplar, z. B. eine Signatur einer Zeitung, einer Zeitschrift oder eines Buches.

Fig. 2 zeigt einen als Zylinder geformten Rotationskörper mit einem einzigen Ausrichtorgan. In dieser Ausführung der Erfindung wird anstatt der Vielzahl nebeneinander angeordneter Scheiben 13 ein sich über die Breite der Transportebene 29 erstreckender Zylinder 12 verwendet. Der von seiner Welle 11 getragene Zylinder 12 rotiert um eine Rotationsachse 10. Anstelle der in Fig. 1 gezeigten Vielzahl von Ausrichtorganen 14 hat der Zylinder 12 nun ein einziges Ausrichtorgan 15. Dieses sich unterhalb des unteren Transportbandes 7 befindliche Ausrichtorgan 15 ist mit einzelnen Ausnehmungen 17 versehen, so daß die unteren Transportbänder 7 während der Rotation des Rotationskörpers 8 nicht beschädigt werden.

Wie bei der in Fig. 1 gezeigten Ausführung der Erfindung werden die oberen Transportbänder 4 durch die auslenkenden Kantenteile 18 des Ausrichtorgans 15 aus der Transportebene 29 nach oben ausgelenkt. In dieser Weise löst sich der Griff der oberen Transportbänder 4 auf die transportierten Exemplare 22, die nun lediglich auf den unteren Transportbändern 7 aufliegen.

In den Fig. 3 bis 7 ist der Verlauf der Ausrichtbewegung und der Auslenkbewegung in Winkelinkrementen des Rotationskörpers dargestellt.

Fig. 3 zeigt ein sich in die Transportebene 29 bewegendes Ausrichtorgan 14. Das Ausrichtorgan 14 ist mittels einer Schraubverbindung 21 auf dem abgeflachten Teil 9 des Rotationskörpers 8 (sei es ein Zylinder oder eine Scheibe) befestigt. Der Teil des Ausrichtorgans, welcher der Drehrichtung 20 des Rotationskörpers 8 entgegensteht, dient als Anschlag- oder Kontaktfläche 19. Das zu transportierende Exemplar 22 wird zwischen den oberen und unteren Transportbändern 4 und 7 ergriffen und bewegt sich während seines Transportes gegen die Anschlagfläche 19 des Ausrichtorgans 14.

Der Rotationskörper 8 wird durch ein geeignetes herkömmliches, mit der Nummer 33 schematisch angedeutetes Antriebsmittel angetrieben. Der Antrieb des Rotationskörpers 8 erfolgt im Zeittakt, so daß das Ausrichtorgan 14 oder 15 unmittelbar vor einem auf dem Transportpfad 31 bewegten Exemplar 22 zyklisch in die Transportebene 29 bewegt wird. Der Rotationskörper 8 rotiert mit einer Geschwindigkeit, wobei sich das Ausrichtorgan 14 oder 15 in der Transportebene 29 mit etwas geringerer Geschwindigkeit als der Transportgeschwindigkeit der Exemplare 22 bewegt. Somit kann ein Exemplar 22 durch leichte Verzögerung auf die langsamere Geschwindigkeit des Ausrichtorgans 14 oder 15 gebracht und durch Kontakt mit dem Ausrichtorgan ausgerichtet werden.

In Fig. 4 beginnen die oberen Transportbänder 4 durch die Auslenkkanten 18 des Ausrichtorgans 14 angehoben oder aus der Transportebene 29 ausgelenkt zu werden. Somit wird der Reibkontakt zwischen den oberen Transportbändern 4 und der Oberseite des Exemplars 22 unterbrochen. Gleichzeitig stößt die Vorderkante 23 des Exemplars 22 an der Anschlagfläche 19 des Ausrichtorgans 14 an. Das Ausrichtorgan 14 bewegt sich mit etwas langsamerer Geschwindigkeit als der Transportgeschwindigkeit des Exemplars 22. Es kann also eine Positionskorrektur des Exemplars 22 auf den unteren Transportbändern 7 erzielt werden, indem das Ausrichtorgan 14 sich in die Transportebene 29 bewegt und das sich bewegende Exemplar 22 kontaktiert und ausrichtet. Die Krümmung der Anschlagfläche 19 erleichtert die Korrektur.

In Fig. 5 ist zu erkennen, daß, wenn das Hineinragen des Ausrichtorgans 14 in die Transportebene 29 maximal ist, die Auslenkung der oberen Förderbänder 4 aus der Transportebene 29 ebenfalls maximal ist. Wie erstmals in Fig. 4 und fortgesetzt in Fig. 5 zu sehen ist, wird durch das Auslenken der oberen Förderbänder 4 der Reibkontakt zwischen den oberen Förderbändern 4 und der Oberseite des Exemplars 22 allmählich aufgehoben, wodurch ein leichteres und folglich materialschonenderes Ausrichten der Exemplare 22 an der Anschlagfläche 19 möglich ist. Die Exemplare 22 liegen lediglich auf den unteren Transportbändern 7 auf und sind demzufolge durch Entlangschieben auf den unteren Bändern 7 in ihrer Lage leichter zu beeinflussen. Da sich die Anschlagflächen 19 über die Breite der Transportebene 29 erstrecken - sei es an den Ausrichtorganen 14 oder 15 -, ist eine gleichmäßige Wirkung auf die Exemplare 22, insbesondere auf deren Vorderkante 23 gewährleistet, und die auf das Material der Exemplare ausgeübte Belastung ist nahezu nihil.

In Fig. 6 bewegt sich das Ausrichtorgan 14 wieder aus der Transportebene 29 heraus. Die an der Anschlagfläche 19 anliegenden Exemplare 22 werden allmählich in ihrer korrekten (ausgerichteten) Lage gefangen, geklemmt oder ergriffen, indem sich die oberen Transportbänder in die Transportebene 29 absenken und die Oberseite der Exemplare 22 erfassen.

In Fig. 7 haben sich die Ausrichtorgane vollständig aus der Transportebene 29 herausbewegt. Das Exemplar 22 ist jetzt in ausgerichteter Transportlage und wird durch die oberen und unteren Transportbänder 4 und 7 ergriffen und auf dem Transportpfad transportiert.

Durch die in den Fig. 3 bis 7 gezeigte Abfolge kann der Abstand zwischen den einzelnen von den Bändern 4 und 7 transportierten Exemplaren 22 und auch die Lage der einzelnen verschobenen oder verdrehten Exemplare 22 auf den unteren Transportbändern 7 leicht korrigiert werden. Dies ermöglicht eine beträchtliche Verbesserung, z. B. der Qualität eines Falzvorgangs in einen nachgeordneten Falzapparat (nicht gezeigt), dem die Exemplare zugeführt werden können.

Ergänzend zu Fig. 1 zeigt Fig. 8 die geometrischen Zusammenhänge zwischen dem Exemplar 22 und dem Rotationskörper 8. Das an dem Rotationskörper 8 - seien es eine Vielzahl von Scheiben 13 oder ein einziger Zylinder 12 - angebrachte Ausrichtorgan 14 oder 15 beschreibt eine Hüllkurve 24. Der höchste in die Transportebene 29 hineinreichende Punkt der Hüllkurve 24 bestimmt das maximale Auslenken oder Anheben der oberen Transportbänder 4. Der Durchmesser der Hüllkurve ist durch den Pfeil 25 angedeutet.

Eine vertikale Verstellung der Rotationsachse 10 - und damit des Rotationskörpers 8 - ermöglicht eine Auslenkung der oberen Transportbänder 4 zu dem der Qualität oder Dicke des Materials des zu verarbeitenden Exemplars 22 entsprechenden Grad. Wenn ein Exemplar 22 dicker als normal ist, kann es z. B. erforderlich sein, die oberen Transportbänder 4 höher aus der Transportebene 29 anzuheben.

Außerdem bewirkt eine vertikale Verstellung der Rotationscahse 10 zusammen mit ihrem Rotationskörper 8 eine Änderung des in dieser Vorrichtung erstellten Korrekturwertes bezüglich der Exemplare 22, deren Position auf den unteren Transportbändern 7 entsprechend korrigiert wird. Der Korrekturwert der Exemplare 22 hängt ab von dem Radius, in welchem die in der Transportebene 29 bewegten Exemplare 22 an den Ausrichtorganen 14 des Rotationskörpers 8 anschlagen. Je kleiner der Radius, desto langsamer bewegt sich das Ausrichtorgan 14, und um so größer ist der Korrekturwert, um welchen die Exemplare 22 auf den unteren Transportbändern 7 ausgerichtet werden.

Die vertikale Verstellung der Rotationsachse 10 hat jedoch keinen Einfluß auf die Relativgeschwindigkeit zwischen den oberen Transportbändern 4 und dem Ausrichtorgan 14. Wenn aber das Ausrichtorgan 14 bezüglich des Rotationskörpers 8 vertikal verstellt wird, dann ändert sich die Relativgeschwindigkeit zwischen den oberen Transportbändern 4 und dem Ausrichtorgan 14.

Die projizierte Länge der Hüllkurve 24 entspricht der Abschnittlänge 27 der Exemplare 22 plus einer Längenzugabe. Bei der in Fig. 8 gezeigten Einrichtung erfolgt ein Abschnitt während einer Umdrehung des Rotationskörpers 8. Es wäre ebenso denkbar, zwei oder mehrere Ausrichtorgane 14 auf dem Umfang des Rotationskörpers 8 anzuordnen, wobei die Anzahl der Ausrichtorgane 14 der Anzahl der Abschnitte pro Umdrehung zu entsprechen hätte. Der Abstand zwischen der Rotationsachse 2 der oberen Bandwalze 1 und dem senkrecht in die Transportebene hineinragenden Ausrichtorgan 14 ist etwas größer bemessen als die Abschnittlänge der Exemplare 22.

Zur Aufrechterhaltung des Kontaktes zwischen den Exemplaren 22 und den unteren Transportbändern 7, können in den Zwischenräumen zwischen den Transportbändern 4, 7 eine oder mehrere Bürstenrollen 30 angeordnet sein. In der in Fig. 8 gezeigten Ausführung sind die Bürstenrollen 30 gegenüber dem Rotationskörper 8 mit dem Ausrichtorgan 14 vorgesehen.

Fig. 9 zeigt eine Vorderansicht eines Ausrichtorgans 14 an einer Scheibe 13. Das Ausrichtorgan 14 ist an dem abgeflachten Teil 9 der sich um die Rotationsachse 10 drehenden Scheibe 13 angebracht. Das Ausrichtorgan 14 ist mittels einer Schraubverbindung 21 an der Scheibe 13 in einer Weise befestigt, daß es nach Bedarf vertikal verschiebbar ist. In seiner Mitte hat das Ausrichtorgan 14 eine Ausnehmung 16, in welcher sich ein unteren Transportband 7 bewegt, während ein oberes Transportband 4 auf den auslenkenden Kantenteilen 18 des Ausrichtorgans aufliegt. An seinem hinteren Teil hat das Ausrichtorgan 14 eine leicht gekrümmt gestaltete Anschlagfläche 19.

Fig. 10 zeigt, wie eine imaginäre Exemplarvorderkante 28 auf den unteren Transportbändern 7 positioniert wäre, würden die Exemplare nicht ausgerichtet sein. Zum Zwecke der Verdeutlichung wird die Position einer imaginären Exemplarvorderkante 28 mit einer in kleinen Winkelinkrementen gezeigten entsprechenden Position des Ausrichtorgans 14 verglichen. Mit der vorliegenden Erfindung kann eine unerwünschte Änderung der Position der Exemplare 22 während des Transports vor Eintritt in eine Weiterverarbeitungseinheit, z. B. in einen Falzapparat, wirksam verhindert werden. BEZUGSZEICHENLISTE 1 obere Bandwalze

2 Rotationsachse

3 obere Bandwalze

4 obere Transportbänder

5 untere Bandwalze

6 untere Bandwalze

7 untere Transportbänder

8 Rotationskörper

9 abgeflachter Teil an Scheibe oder Zylinder

10 Rotationsachse

11 Welle der Rotationsachse 10

12 Zylinder

13 Scheibe

14 Ausrichtorgan

15 Ausrichtorgan

16 Ausnehmung

17 Ausnehmung

18 Kantenteile

19 Anschlagfläche

20 Drehrichtung des Rotationskörpers 8

21 Schraubverbindung

22 Exemplar

23 Exemplarvorderkante

24 Hüllkurve

25 Pfeil des Hüllkurvendurchmessers

26 Pfeil des Rotationskörperdurchmessers

27 Abschnittlänge plus Längenzugabe

28 immaginäre Exemplarvorderkante

29 Transportebene

30 Bürstenrolle

31 Transportpfad

32 Struktur der Welle 11

33 Antriebsmittel


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zur Änderung der Transportlage von bogenförmigen Exemplaren, welche einer Weiterverarbeitungseinrichtung zugeführt werden, wobei die Vorrichtung die folgenden Merkmale aufweist:

    bewegbare obere und untere Transportmittel (4, 7) für das Erfassen der Oberseite und der Unterseite der Exemplare (22) und für das Bewegen der Exemplare (22) in Förderrichtung in einer Transportebene (29), und eine Einrichtung zum zyklischen Auslenken der oberen Transportmittel (4), weg von den unteren Transportmitteln (7), und zum gleichzeitigen Ausrichten der Exemplare (22) zwischen den oberen und unteren Transportmitteln (4, 7) nach ihrer Vorderkante, wobei die Einrichtung zum Auslenken und Ausrichten einen um eine Rotationsachse (10) drehbar antreibbaren Rotationskörper (8) mit einem Ausrichtorgan (14, 15) umfasst, welches sich in einem vorbestimmten Zeitraum bei Drehung des Rotationskörpers (8) in die Transportebene (29) hinein und aus ihr heraus bewegt, um das obere Transportmittel (4) nach oben auszulenken und als Anschlag für die Exemplarvorderkante (23) zu dienen.
  2. 2. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotationskörper (8) um eine Rotationsachse (10) rotierbar ist, die rechtwinklig zur Förderrichtung der Exemplare (22) orientiert ist.
  3. 3. Vorrichtung gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationsachse (10) des Rotationskörpers (8) vertikal zur Förderrichtung der Exemplare (22) verstellbar ist.
  4. 4. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotationskörper (8) einen abgeflachten Teil (9) aufweist, worauf das . Ausrichtorgan (14) vertikal verstellbar angebracht ist.
  5. 5. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotationskörper (8) aus einem sich über die Breite der Transportebene (29) erstreckenden Zylinder (12) gebildet ist.
  6. 6. Vorrichtung gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausrichtorgan (14) auf dem Zylinder (12) sich über die Breite der Transportebene (29) erstreckt.
  7. 7. Vorrichtung gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausrichtorgan (14) auf dem Zylinder (12) Flächen aufweist, die eine Vielzahl von Ausnehmungen (16) unterhalb der unteren Transportmittel (7) begrenzen.
  8. 8. Vorrichtung gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Ausnehmungen (16) des Ausrichtorgans (14) durch auslenkende Kantenteile (18) begrenzt sind.
  9. 9. Vorrichtung gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die auslenkenden Kantenteile (18) die oberen Transportmittel (4) von den Exemplaren (22) trennen und die oberen Transportmittel (4) aus der Transportebene (29) auslenken.
  10. 10. Vorrichtung gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausrichtorgan (14) eine Anschlagfläche (19) für die Exemplare (22) aufweist.
  11. 11. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotationskörper (8) aus einer Vielzahl einzelner Scheiben (13) gebildet ist, welche miteinander verbunden sind und nebeneinander um eine Rotationsachse (10) rotieren.
  12. 12. Vorrichtung gemäß Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Scheiben (13) jeweils einem bewegbaren oberen und unteren Transportmittel (4, 7) zugeordnet sind.
  13. 13. Vorrichtung gemäß Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Scheiben (13) jeweils ein Ausrichteorgan (14) umfassen, welches eine Ausnehmung (16) aufweist.
  14. 14. Vorrichtung gemäß Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (16) von Auslenkkanten (18) begrenzt ist.
  15. 15. Vorrichtung gemäß Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslenkkanten (18) der Ausnehmungen (16) die oberen Transportmittel (4) von dem Exemplar (22) trennen und die oberen Transportmittel (4) aus der Transportebene (29) auslenken.
  16. 16. Vorrichtung gemäß Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass jedes der Ausrichtorgane (15) an den Scheiben (13) eine Anschlagfläche (19) aufweist.
  17. 17. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, mit einer um eine zweite Achse rotierbaren, die oberen Transportmittel (4) tragenden oberen Bandwalze (3), dadurch gekennzeichnet, dass die projizierte Länge der Hüllkurve (24) des sich um die Rotationsachse (10) des Rotationskörpers (8) bewegenden Ausrichtorgans (14, 15) der Abschnittlänge plus Längenzugabe (27) eines Exemplars (22) entspricht, und dass der Abstand zwischen der Rotationsachse (10) der oberen Bandwalze (3) und dem senkrecht in die Transportebene (29) hineinragenden Ausrichtorgan (14, 15) länger ist als die Länge des Exemplars (22).
  18. 18. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, mit einer Einrichtung zum Antrieb des Rotationskörpers (8) um die Rotationsachse (10) in einem Abstand von der Transportebene (29), wobei das Ausrichtorgan (14, 15) in einer Weise befestigt ist, dass es mit dem Rotationskörper (8) um die Rotationsachse (10) zwischen einer sich außerhalb der Transportebene (29) befindlichen ersten Position und einer in die Transportebene (29) hineinragenden zweiten Position rotiert.
  19. 19. Vorrichtung gemäß Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausrichtorgan (14, 15) einen ersten Teil aufweist, der mit den oberen Transportmitteln (4) in Kontakt kommt, wenn das Ausrichtorgan (14, 15) sich in der zweiten Position befindet, und einen zweiten Teil aufweist, der mit dem jeweiligen, sich in die Transportebene (29) bewegenden Exemplar in Kontakt kommt, und der erste Teil des Ausrichtorgans (14, 15) ein Kantenteil (18) für den Kontakt mit den oberen Transportmitteln (4) und für das Bewegen der oberen Transportmittel (4) aus der Transportebene (29) und weg von dem jeweiligen transportierten Exemplar (22) aufweist.
  20. 20. Vorrichtung gemäß Ansprüch 19, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Teil des Ausrichtorgans (14, 15) eine Anschlagfläche (19) für den Kontakt mit einer Exemplarvorderkante (23) zum Ausrichten des jeweiligen Exemplars (22) relativ zur Förderrichtung aufweist.
  21. 21. Vorrichtung gemäß Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass durch ein Antriebsmittel (33) das Ausrichtorgan (14, 15) mit der Anschlagfläche (19) mit der langsameren Geschwindigkeit als der Geschwindigkeit der transportierten Exemplare (22) in die Transportebene (29) bewegt wird.






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