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Dokumentenidentifikation DE10058673C2 05.06.2003
Titel Verfahren zur Herstellung einer Abgabeeinrichtung für streichfähige Produkte
Anmelder Henkel KGaA, 40589 Düsseldorf, DE
Erfinder Hemming, Christian, 47918 Tönisvorst, DE;
Peters, Bernd, 42657 Solingen, DE;
Hoeve, Werner, Oss, NL
Vertreter Patent- und Rechtsanwälte Meinke, Dabringhaus und Partner GbR, 44141 Dortmund
DE-Anmeldedatum 25.11.2000
DE-Aktenzeichen 10058673
Offenlegungstag 06.06.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 05.06.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.06.2003
IPC-Hauptklasse B29C 45/26

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Abgabeeinrichtung für streichfähige Produkte, wie Klebstoff, bei welchem ein hülsenförmiges Element, ein Sockel mit einer Spindel, ein Kolben zur Aufnahme des Produktes und eine Verschlusskappe durch Spritzgießen hergestellt werden und die so hergestellten Teile anschließend montiert werden.

Abgabeeinrichtungen dieser Art, insbesondere für Klebstoff, d. h. sogenannte Klebestifte, sind im Markt zahlreich vertreten. Sie bestehen in der Regel wenigstens aus einem hülsenförmigen Element, einem Sockel mit Spindel, einem Kolben zur Aufnahme des Klebstoffes und einer Verschlusskappe. Diese vorgenannten einzelnen Bauteile werden jeweils aus einem geeigneten Kunststoffmaterial durch Spritzgießen hergestellt und anschließend zusammengesetzt bzw. montiert. Der Herstellaufwand für derartige Abgabeeinrichtungen ist offensichtlich beträchtlich, da zur Herstellung der vier vorgenannten Bauteile insgesamt vier verschiedene Spritzgießformen und dementsprechend jeweils vier Spritzgießvorgänge erforderlich sind. Ferner ist auch die Montage relativ aufwendig, da sämtliche vier Bauteile aneinander befestigt werden müssen. Da sowohl die Spritzguss- als auch die Montagekosten den Hauptanteil der Gesamtkosten für derartige Abgabeeinrichtungen darstellen, ist diese Art der Herstellung verbesserungswürdig.

Aus AT 29426 E ist ein Verfahren zur Fertigung und Montage von drehbaren Teilen zwischen Flanschen bekannt, bei welchem zuerst ein erster Flansch durch Spritzgießen aus einem einzigen Stück geformt hergestellt wird und nachfolgend in ähnlicher Weise ein zweiter Flansch hergestellt wird. Diese beiden somit einzeln hergestellten Flansche werden anschließend miteinander und mit weiteren Bauteilen verbunden.

Aufgabe der Erfindung ist es, die Herstellung und Montage derartiger Abgabeeinrichtungen für streichfähige Produkte durch gemeinsames Spritzen mit anschließender Montage zu vereinfachen.

Diese Aufgabe wird in Verbindung mit den Merkmalen des Oberbegriffes des Patentanspruches 1 dadurch gelöst, dass der Kolben an die Spindel in einem gemeinsamen Spritzvorgang angespritzt wird.

Bei dieser Verfahrensführung entfällt ein Spritzgießvorgang und damit ein Werkzeug, da der Kolben direkt an die Spindel angespritzt wird. Dabei ist die Verbindung zwischen Kolben und Spindel selbstverständlich so gewählt, dass sie nach dem Spritzvorgang auf einfache Weise getrennt werden kann. Dazu wird bei der Montage der Kolben auf der Spindel durch Drehen positioniert und dabei die Verbindung zwischen Kolben und Spindel zerstört. Damit läßt sich auch die Montage wesentlich erleichtern.

Um die Montage weiter zu erleichtern, ist dabei vorteilhaft vorgesehen, dass der Kolben über Sollbruchstellen an die Spindel angespritzt wird. Es ist dann auf einfache Weise möglich, den Kolben auf die Spindel aufzudrehen und dabei die Sollbruchstellen zu zerstören. Dabei kann entweder der Kolben mit angespritzter Spindel und Sockel in das hülsenförmige Element eingeprellt und anschließend der Kolben durch Zerstörung der Sollbruchstellen auf die Spindel aufgeschraubt werden oder der Kolben kann zunächst durch Zerstörung der Sollbruchstellen auf die Spindel aufgeschraubt und dann die so gebildete Einheit in das hülsenförmige Element eingeprellt werden.

Der Herstellungsaufwand läßt sich noch weiter dadurch reduzieren, dass die Spindel und der Kolben in einem gemeinsamen Spritzvorgang an das hülsenförmige Element angespritzt werden. Auch hier ist selbstverständlich die Verbindung zwischen den Bauteilen beim gemeinsamen Spritzvorgang so gewählt, dass diese leicht wieder zerstört werden kann. Bei dieser Verfahrensführung entfällt ein weiteres Spritzwerkzeug, wodurch der Aufwand noch weiter verringert werden kann. Auch der Montageaufwand ist entsprechend geringer.

Dabei ist wiederum vorteilhaft vorgesehen, dass die Spindel und der Kolben über Sollbruchstellen an das hülsenförmige Element angespritzt werden.

Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung beispielhaft näher erläutert. Diese zeigt in:

Fig. 1 in einer Explosionsdarstellung eine erste Ausgestaltung und in

Fig. 2 ebenfalls in Explosionsdarstellung eine zweite Ausgestaltung.

In Fig. 1 ist eine erste Ausgestaltung des Verfahrens zur Herstellung einer Abgabeeinrichtung für streichfähige Produkte, wie Klebstoff, dargestellt. Bei dieser Ausgestaltung wird in üblicher Weise ein hülsenförmiges Element 1 aus einem geeigneten Kunststoffmaterial durch Spritzgießen hergestellt, dieses hülsenförmige Element 1 weist dabei vorzugsweise eine innere Rastwulst 2 und oberseitig am freien Ende eine umlaufende außenseitige Rastwulst 3 zur Befestigung einer nicht dargestellten Verschlusskappe auf, diese Verschlusskappe wird ebenfalls in einem eigenen Spritzgießvorgang hergestellt.

Es ist nun vorgesehen, dass in einem einzigen Spritzgießvorgang ein Kolben 4, der später die streichfähige Masse aufnimmt, über Sollbruchstellen bzw. Haltestege 5 an eine Spindel 6 mit Sockel 7 angespritzt wird. Der Sockel 7 weist darüber hinaus in üblicher Weise eine Rastwulst 8 auf.

Erkennbar sind zur Herstellung der vorgenannten Bauteile nur zwei Spritzgießvorgänge bzw. drei Spritzgießvorgänge notwendig (der dritte für die Herstellung der nicht dargestellten Verschlusskappe). Die Montage erfolgt dann folgendermaßen:

Nach Einlegen einer Dichtung 9 zwischen den Sockel 7 und die Rastwulst 8 wird die aus Kolben 4, Spindel 6 und Sockel 7 bestehende, zunächst einteilige und in einem Spritzvorgang gegossene Baueinheit von unten in das hülsenförmige Element 1 eingeprellt, so dass die Rastwulst 8 an der Rastwulst 2 rastend zur Anlage kommt. Anschließend wird der Kolben 4 gegenüber der Spindel 6 verdreht, wodurch die Haltestege 5 bzw. Sollbruchstellen abbrechen und der Kolben 4 vollständig auf die Spindel 6 aufgeschraubt werden kann. Alternativ ist es auch möglich, zuerst den Kolben 4 gegenüber der Spindel 6 zu verdrehen, wodurch die Haltestege 5 abbrechen. Der Kolben 4 wird dann vollständig in die unterste Montageposition auf die Spindel 6 aufgedreht. Die so erhaltene Montagegruppe wird dann in das hülsenförmige Element 1 eingeprellt.

In die auf eine der beiden Arten zusammen montierte Vorrichtung, kann dann die streichfähige Masse eingegossen werden. Erkennbar wird also nicht nur die Herstellung, sondern zusätzlich auch die Montage der Abgabeeinrichtung durch die erfindungsgemäße Verfahrensführung wesentlich vereinfacht.

Bei der Ausgestaltung nach Fig. 2 ist zur Herstellung der Bauteile Kolben 4, Spindel 6 mit Sockel 7 und hülsenförmiges Element 1 nur ein einziger Spritzgießvorgang notwendig, denn die Spindel 6 mit Sockel 7 und der Kolben 4 werden in einem gemeinsamen Spritzvorgang an das hülsenförmige Element 3 angespritzt, vorzugsweise über als Sollbruchstellen ausgebildete Haltestege 10. Ein weiterer Spritzgießvorgang ist dann nur noch zur Herstellung der Verschlusskappe erforderlich.

Die Montage erfolgt im Prinzip auf die gleiche Weise wie bei der Ausführungsform nach Fig. 1, lediglich ist es erforderlich, zunächst die Sollbruchstellen 10 zwischen dem Kolben 4 und dem hülsenförmigen Element 1 zu überwinden.

Natürlich ist die Erfindung nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt. Weitere Ausgestaltungen sind möglich, ohne den Grundgedanken zu verlassen. So könnte grundsätzlich auch die Verschlusskappe an das hülsenförmige Element 1 über Sollbruchstellen mit angespritzt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Herstellung einer Abgabeeinrichtung für streichfähige Produkte, wie Klebstoff, bei welchem ein hülsenförmiges Element, ein Sockel mit einer Spindel, ein Kolben zur Aufnahme des Produktes und eine Verschlusskappe durch Spritzgießen hergestellt werden und die so hergestellten Teile anschließend montiert werden, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben (4) an die Spindel (6) in einem gemeinsamen Spritzvorgang angespritzt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben (4) über Sollbruchstellen (5) an die Spindel (6) angespritzt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Spindel (6) und der Kolben (4) in einen gemeinsamen Spritzvorgang an das hülsenförmige Element (1) angespritzt werden.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Spindel (6) und der Kolben (4) über Sollbruchstellen (11) an das hülsenförmige Element (1) angespritzt werden.






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