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Dokumentenidentifikation DE10155564A1 05.06.2003
Titel Blasfolien und Verfahren zu ihrer Herstellung
Anmelder Sumitomo Chemical Co., Ltd., Osaka, JP
Erfinder Fukada, Masanori, Ichihara, Chiba, JP;
Kasahara, Tatsuya, Sodegaura, Chiba, JP
Vertreter Vossius & Partner, 81675 München
DE-Anmeldedatum 12.11.2001
DE-Aktenzeichen 10155564
Offenlegungstag 05.06.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.06.2003
IPC-Hauptklasse B32B 27/32
IPC-Nebenklasse B32B 31/30   C08J 5/18   C08L 23/06   B29D 7/01   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Blasfolie, die ausgezeichnet in optischen Eigenschaften, Zugfestigkeit und Steifigkeit ist, sowie ein Verfahren zu deren Herstellung. Die Blasfolie weist eine Oberflächenmorphologie mit einer Sphärulitstruktur auf, in der Sphärulite mit Durchmessern von etwa 3 µm oder mehr vorkommen und deren mittlere Oberflächenrauheit Ra etwa 30 nm oder weniger beträgt.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Blasfolie, deren optischen Eigenschaften, Zugfestigkeit und Steifigkeit gut ausgewogen sind.

Eine Blasfolie wird weitverbreitet zur Verpackung verwendet, da sie eine Folienherstellung mit hoher Produktivität mit einfacher Ausstattung ermöglicht. Eine solche Blasfolie sollte zum Beispiel optische Eigenschaften (Transparenz oder Glanz), Zugfestigkeit und Steifigkeit aufweisen. Als Reaktion auf den Trend des Bedarfs an dünneren Folien ist eine Folie mit ausgezeichneter Zugfestigkeit und Steifigkeit erforderlich.

Während eine aus einem Polyethylen geringer Dichte (LDPE) mit einem Hochdruckradikalpolymerisationsverfahren hergestellte Blasfolie ausgezeichnete optische Eigenschaften aufweist, weist sie schlechte Zugfestigkeit auf. Andererseits weist eine aus einem linearen Polyethylen geringer Dichte (LLDPE), das ein Copolymer von Ethylen und einem α-Olefin ist, hergestellte Blasfolie zwar ausgezeichnete Zugfestigkeit, jedoch schlechte optische Eigenschaften auf. Die optischen Eigenschaften werden üblicherweise durch Vermischen von 10 bis 30% LDPE mit LLDPE verbessert, aber die Zugfestigkeit der so erhaltenen Folie ist verschlechtert.

Die Steifigkeit einer aus LLDPE oder LDPE hergestellten Folie ist mit der Dichte verbunden, und eine höhere Dichte ergibt üblicherweise höhere Steifigkeit, aber ist von einer Verschlechterung der optischen Eigenschaften und einer Verringerung in der Zugfestigkeit begleitet, wobei so der Erhalt einer zufriedenstellenden Steifigkeit einer Folie gleichzeitig mit zufriedenstellenden optischen Eigenschaften und Zugfestigkeit schwierig ist.

Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, eine Blasfolie, die ausgezeichnet in Bezug auf die optischen Eigenschaften, Zugfestigkeit und Steifigkeit ist, sowie ein Verfahren zur Herstellung derselben bereitzustellen.

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Blasfolie, deren Oberflächenmorphologie eine Sphärulitstruktur ist, in der Sphärulite mit Durchmessern von etwa 3 µm oder mehr vorkommen und deren mittlere Oberflächenrauheit Ra etwa 30 nm oder weniger beträgt, sowie ein Verfahren zur Herstellung derselben.

Diese Erfindung wird nachstehend im Einzelnen beschrieben.

Die Oberflächenmorphologie einer erfindungsgemäßen Folie ist eine Sphärulitstruktur. Wenn die Oberflächenmorphologie einer Folie eine orientierte Struktur, wie eine rohe Struktur, ist, ist die Zugfestigkeit in Richtung der Orientierung verringert. Eine Sphärulitstruktur bedeutet eine kristalline Struktur, die sich aus einem sphärischen symmetrischen Wachstum aus der Mitte, die ein Kristallkern ist, im Lauf der Kristallisation eines Harzes ergab (der Kontakt mit einem benachbarten Sphärulit während des Kristallwachstums kann zu einer polyederähnlichen endgültigen Sphärulitstruktur führen). Daher wird, wenn eine solche Sphärulitstruktur auf der Oberfläche einer Folie auftritt, ein runder Vorsprung (unebene Oberfläche) gebildet. So kann die Oberflächenmorphologie der Folie zum Beispiel mit einem Atomkraftmikroskop untersucht werden, und es kann bestätigt werden, dass die Oberflächenmorphologie der Folie eine Sphärulitstruktur ist.

In der Oberflächenmorphologie einer erfindungsgemäßen Folie können Sphärulite mit Durchmessern von etwa 3 µm oder mehr vorkommen.

Während der Ausdruck "Sphärulite mit Durchmessern von etwa 3 µm oder mehr kommen vor" den Zustand bedeutet, in dem Sphärulite mit Durchmessern von etwa 3 µm oder mehr vorkommen, ist auch hinnehmbar, dass mindestens ein Sphärulit mit einem Durchmesser von etwa 3 µm oder mehr in einer Ansicht mit etwa 100 µm × etwa 100 µm eines Atomkraftmikroskops vorkommt, wie nachstehend beschrieben, da die Oberfläche einer Folie eine fast gleichmäßige Abkühlung eingeht. Die Zahl solcher Sphäruliten beträgt vorzugsweise etwa 100 bis etwa 1000, stärker bevorzugt etwa 300 bis etwa 1000, zum Erhalt zufriedenstellender Zugfestigkeit. Während die Zahl der zu untersuchenden Ansichten eine sein kann, ist üblicherweise bevorzugt, mehrere Ansichten zu untersuchen. Die Obergrenze des Durchmessers ist nicht besonders beschränkt, beträgt aber üblicherweise etwa 10 µm oder weniger.

Wenn die endgültige Sphärulitstruktur wie vorstehend beschrieben ein Polyeder ist, kann der längste Durchmesser eines Polyeders als Durchmesser festgelegt werden.

Die mittlere Oberflächenrauheit Ra einer erfindungsgemäßen Folie beträgt etwa 30 nm oder weniger. Eine kleinere mittlere Rauheit Ra ist in Bezug auf die Transparenz stärker bevorzugt, und stärker bevorzugt beträgt die Ra etwa 27 nm oder weniger.

Die mittlere Oberflächenrauheit Ra einer Folie bedeutet hier den Wert, der durch Bestimmen der Unebenheit der Oberfläche der Folie mit einem Atomkraftmikroskop erhalten wird.

Eine Blasfolie, deren Oberflächenmorphologie die vorstehend beschriebene Bedingung erfüllt, kann zum Beispiel eine Blasfolie sein, die eine Mehrschichtfolie mit drei oder mehr Schichten ist, wobei beide Oberflächenschichten aus dem nachstehend beschriebenen Harz 1 hergestellt sind und mindestens eine der Mittelschichten aus dem nachstehend beschriebenen Harz 2 hergestellt ist.

Harz 1

Ein lineares Polyethylen geringer Dichte, erhalten durch eine Polymerisation unter Verwendung eines Katalysators mit einer einzigen Reaktionsstelle.

Harz 2

Ein thermoplastisches Harz, dessen Kristallisationstemperatur um etwa 2°C oder mehr höher ist als die des vorstehend beschriebenen Harzes 1.

Harz 2 ist vorzugsweise ein lineares thermoplastisches Harz, stärker bevorzugt ein lineares Polyethylen geringer Dichte in Bezug auf die gut ausgewogenen optischen Eigenschaften, Zugfestigkeit und Steifigkeit.

Ein Katalysator mit einer einzigen Reaktionsstelle ist ein Katalysator, der in der Lage ist, eine gleichförmige aktive Spezies zu bilden. Er wird üblicherweise durch Inkontaktbringen einer Übergangsmetallverbindung auf Metallocenbasis oder einer Übergangsmetallverbindung auf Nicht-Metallocenbasis mit einem aktivierenden Beschleuniger hergestellt.

Unter Verwendung eines linearen Polyethylens geringer Dichte, das durch eine Polymerisation unter Verwendung eines vorstehend beschriebenen Katalysators mit einer einzigen Reaktionsstelle erhalten wird, kann eine erfindungsgemäße Folie bevorzugte ausgezeichnete Zugfestigkeit (insbesondere in MD-Richtung) zeigen.

Ein Katalysator mit einer einzigen Reaktionsstelle kann zum Beispiel ein Katalysator sein, der durch Inkontaktbringen einer Übergangsmetallverbindung auf Metallocenbasis mit einem aktivierenden Beschleuniger hergestellt wird, stärker bevorzugt ein Katalysator, der durch Inkontaktbringen einer Übergangsmetallverbindung auf Metallocenbasis der Formel MLaXn-a (wobei M ein Metallatom der vierten Gruppe oder Lanthanoidübergangsmetallatom des IUPAC-Periodensystems bezeichnet, L einen Rest mit einem Aniongerüst des Cyclopentadientyps oder einen Rest mit einem Heteroatom bezeichnet, wobei mindestens eines ein Aniongerüst des Cyclopentadientyps ist, und mehrere L vernetzt sein können, X ein Halogenatom, Wasserstoffatom oder einen Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen bezeichnet, n die Atomwertigkeit des Übergangsmetallatoms M bezeichnet und a eine ganze Zahl ist, die 0 < a ≤ n erfüllt) mit einem aktivierenden Beschleuniger hergestellt wird. Die Übergangsmetallverbindung kann allein oder in Kombination mit einem oder mehreren solchen Metallen verwendet werden. Ein aktivierender Beschleuniger kann zum Beispiel einer sein, der in der Lage ist, bei Verwendung zusammen mit einer Übergangsmetallverbindung auf Metallocenbasis oder einer Übergangsmetallverbindung auf Nicht-Metallocenbasis Olefinpolymerisationsaktivität zu ergeben, wie eine organische Aluminiumverbindung, die eine Aluminoxanverbindung enthält, und/oder eine Borverbindung, wie Triphenylmethyltetrakis(pentafluorphenyl)borat und N,N-Dimethylaniliniumtetrakis(pentafluorphenyl)borat. Als Katalysator mit einer einzigen Reaktionsstelle kann eine Kombination von teilchenförmigen Trägern, einschließlich eines anorganischen Trägers, wie SiO2 und Al2O3, und eines organischen polymeren Trägers, wie Polymeren von Ethylen und Stryol, verwendet werden.

Ein lineares Polyethylen geringer Dichte bedeutet ein Copolymer von Ethylen mit einem α-Olefin mit 3 bis 12 Kohlenstoffatomen und kristalliner Polyethylenstruktur. Ein α-Olefin mit 3 bis 12 Kohlenstoffatomen kann zum Beispiel Propylen, Buten-1,4-Methylpenten-1, Hexen-1, Octen-1 und Decen-1 sein. In Bezug auf die Zugfestigkeit sind 4- Methylpenten-1, Hexen-1, Octen-2 und Decen-1 insbesondere bevorzugt.

Der MFR-Wert von vorstehend beschriebenem Harz 1 beträgt vorzugsweise 0,1 g/10 Minuten oder mehr zur Verringerung der Last an einem Extruder, stärker bevorzugt 0,5 g/10 Minuten oder mehr. Ebenfalls ist in Bezug auf die Blasenstabilität während einer Blasfolienextrusion und die Zugfestigkeit und das Blockieren der erhaltenen Folie ein MFR-Wert von nicht höher als 50 g/10 Minuten, insbesondere 10 g/10 Minuten, stärker bevorzugt. Der MFR-Wert bedeutet hier einen mit dem in JIS-K 7210 beschriebenen Verfahren bestimmten Wert.

Die Dichte des vorstehend beschriebenen Harzes 1 beträgt im Hinblick auf die Blasenstabilität während der Blasfolienextrusion vorzugsweise mindestens 880 kg/m3, stärker bevorzugt mindestens 900 kg/m3. Ebenfalls beträgt im Hinblick auf die optischen Eigenschaften und die Zugfestigkeit einer erhaltenen Folie die Dichte vorzugsweise 937 kg/m3 oder weniger, stärker bevorzugt 925 kg/m3 oder weniger. Hier bedeutet die Dichte einen mit dem in JIS-K 6760-1981 festgelegten Verfahren bestimmten Wert.

Das vorstehend beschriebene Harz 2 ist ein thermoplastisches Harz, dessen Kristallisationstemperatur im Hinblick auf die optischen Eigenschaften der erhaltenen Folie um etwa 2°C oder mehr, stärker bevorzugt um etwa 4°C oder mehr, höher ist als die des vorstehend beschriebenen Harzes 1. Eine höhere Kristallisationstemperatur von Harz 2 als von Harz 1 ergibt kleinere Unebenheit der Folienoberfläche, was zu zufriedenstellenderen optischen Eigenschaften und Steifigkeit führt. Während die Obergrenze nicht besonders beschränkt ist, ist sie üblicherweise um etwa 20°C höher. Harz 1 auf der einen Seite kann sich zu dem auf der anderen Seite unterscheiden, und in einem solchen Fall ist das Kriterium der Kristallisationstemperatur von Harz 2 auf der Basis von Harz 1 mit der höheren Kristallisationstemperatur.

Die Dichte des vorstehend beschriebenen Harzes 2 ist im Hinblick auf die Blasenstabilität während der Blasfolienextrusion vorzugsweise mindestens 900 kg/m3, stärker bevorzugt mindestens 920 kg/m3. Ebenfalls beträgt in Bezug auf die optischen Eigenschaften und die Zugfestigkeit einer erhaltenen Folie die Dichte vorzugsweise 940 kg/m3 oder weniger, stärker bevorzugt 935 kg/m3 oder weniger.

Harz 2 ist im Hinblick auf gut ausgewogene optische Eigenschaften, Zugfestigkeit und Steifigkeit vorzugsweise ein lineares thermoplastisches Harz. Das lineare Harz ist ein Harz ohne langkettige Verzweigung, und ein lineares Polyethylen mit geringer Dichte ist stärker bevorzugt.

Insbesondere ist im Hinblick auf die Zugfestigkeit der Folie ein, durch Polymerisation unter Verwendung eines vorstehend beschriebenen Katalysators mit einer einzigen Reaktionsstelle erhaltenes lineares Polyethylen geringer Dichte stärker bevorzugt.

Im Hinblick auf das Aussehen der erhaltenen Folie ist, was die Beziehung zwischen den MFR-Werten der Harze 1 und 2 angeht, der MFR-Wert von Harz 2 gleich oder geringer als der von Harz 1. Wenn der MFR-Wert der einen Seite der beiden Oberflächenschichten zu dem der anderen verschieden ist, dient der geringere MFR- Wert als Basis.

Während das Schichtverhältnis einer Mehrschichtfolie nicht besonders beschränkt ist, beträgt der Quotient Oberflächenschicht : Mittelschicht im Hinblick auf die Produktivität und Ausgewogenheit zwischen den physikalischen Eigenschaften vorzugsweise 4 : 1 bis 1 : 4. Wenn zwei oder mehrere Mittelschichten vorhanden sind, ist hinnehmbar, dass jede Mittelschicht innerhalb des vorstehend angegebenen Bereichs liegt.

Eine erfindungsgemäße Blasfolie kann durch Herstellen beider Oberflächenschichten unter Verwendung des vorstehend beschriebenen Harzes 1, Herstellen mindestens einer der Mittelschichten unter Verwendung des vorstehend beschriebenen Harzes 2 und Verarbeiten einer Folie mit einer luftgekühlten Blasfolienextrusion hergestellt werden.

Die Verfahrensbedingungen beinhalten üblicherweise eine Verfahrenstemperatur von etwa 140 bis etwa 220°C, ein Aufblasverhältnis von etwa 1,5 bis etwa 5,0, eine Aufnahmegeschwindigkeit von etwa 5 bis etwa 150 m/min und eine Dicke von etwa 10 bis etwa 200 µm.

Beispiele

Die vorliegende Erfindung wird nachstehend im Einzelnen in Bezug auf die Beispiele weiter beschrieben.

Die Parameter wurden wie nachstehend beschrieben bestimmt.

(a) Mittlere Rauhheit Ra der Folienoberfläche (Einheit: nm) Probenvorbereitung

Die Oberfläche einer Folie wurde 1 Minute mit Aceton gespült und dann auf eine Probenbefestigung unter Verwendung eines doppelseitigen Klebebands befestigt. Anschließend wurde die Probe unter Verwendung eines Statikentferners (*DYNAC* PB- 160B, hergestellt von *FISA*) ausreichend frei von statischer Ladung gemacht.

Messung

Ein Atomkraftmikroskop (AFM) wurde verwendet, um die Unebenheit der Oberfläche einer Probe (gemessene Ansicht: 100 µm × 100 µm) zu messen.

Untersuchungsbedingungen:

Untersuchungseinheit: Modell D3000, großformatiges Probenuntersuchungssystem (hergestellt von Digital Instrument)

Kontrolleinheit: NanoScope IIIa (hergestellt von Digital Instruments: Ver. 4.23rl)

Messmodus: Abgriff

Datentyp: Höhe

Scangeschwindigkeit: 0,5 bis 1 Hz

Zahl der Linien: 512 Linien

Zahl der Datenpunkte: 512 Punkte/Linie

Anstiegskorrektur: Eine Anstiegskorrektur wurde unter Verwendung von "Real time Planefit"-Funktion (Linie) durchgeführt.

Verwendete Sonde:

Name: TESP (hergestellt von Nanosensors)

Material: Si-Einkristall

Auslegerform: Einzelstrahltyp

Auslegerfederkonstante: 21 bis 78 N/m

Krümmungsradius der Sondenspitze: 5 bis 20 nm

Sondenlänge: 10 bis 15 µm

Winkel des S Konus der Sonde: etwa 18 Grad

Datenverarbeitung

Die "Flatten"-Funktion (Ordnung 1) der AFM-Regelsoftware wurde verwendet, um eine Kurve zu korrigieren und Störungen zu entfernen.

Das Bild nach Kurvenkorrektur und Entfernen von Störungen wurde einer Berechnung der mittleren Rauheit Ra der Folienoberfläche unter Verwendung der "Roughness"-Funktion der AFM-Regelsoftware unterzogen.

Verwendete Software:

Name: NanoScope IIIa (Digital Instruments: Ver. 4.23rl)

(b) Oberflächenmorphologie

Die Oberflächenmorphologie wurde auf der Basis des in der vorstehend beschriebenen Ra-Messung erhaltenen Bilds beurteilt.

(c) Sphärulitgröße

Der Durchmesser eines Sphärulits wurde an Hand des in der vorstehend beschriebenen Ra-Messung erhaltenen Bild beurteilt. Wenn der Sphärulit ein Polyeder ist, wurde der längste Durchmesser als Durchmesser angesehen.

(d) Transparenz

Beurteilt an Hand der Trübung (Einheit: %). Typischerweise wurde das in JIS-K 7210 beschriebene Verfahren verwendet.

(e) Zugfestigkeit (Einheit: kN/m)

Das in JIS-K 7128 festgelegte Verfahren wurde verwendet.

(f) Steifigkeit

Beurteilt auf der Basis eines 1% Sekantenmoduls der Elastizität (Einheit: MPa; nachstehend als "1% SM" abgekürzt).

Typischerweise wurde ein Teststück, dessen Breite 2 cm betrug, in Richtung der Folienverarbeitung (MD) oder in senkrechter Richtung dazu (TD) herausgeschnitten und auf einem Zugtester mit einem Abstand zwischen den Klammern von 6 cm befestigt und dann bei einer Geschwindigkeit von 5 mm/min expandiert, um die Beanspruchung bei 1% Dehnung zu bestimmen, aus der 1% SM als 100× (Beanspruchung)/(Schnittfläche) [MPa] berechnet wurde.

(g) Kristallisationstemperatur (Einheit: °C)

Ein Differentialscanningkalorimeter (DSC, hergestellt von Perkin Elmer) wurde verwendet, um 10 mg einer Probe durch Erwärmen unter einer Stickstoffatmosphäre bei 150°C für 4 Minuten zu schmelzen, gefolgt von Abkühlen auf 40°C mit einer Geschwindigkeit von 5°C/min. Die Temperatur, bei der der Hauptpeak in der Kurve beobachtet wurde, wurde als Kristallisationstemperatur angesehen.

Beispiel 1

Unter den nachstehend aufgeführten Verfahrensbedingungen wurde eine Blasfolie hergestellt, wobei beide Oberflächenschichten aus SUMIKATHEN E FV403 (in der Gasphase mit einem Katalysator auf Metallocenbasis hergestelltes Ethylen-Hexen-1- Copolymer von Sumitomo Chemical Co., Ltd.; Dichte = 919 kg/m3, MFR = 4 g/10 Minuten, Kristallisationstemperatur = 104°C) und die Mittelschicht aus SUMIKATHEN E FV 404, (in der Gasphase mit einem Katalysator auf Metallocenbasis hergestelltes Ethylen-Hexen-1-Copolymer von Sumitomo Chemical Co., Ltd.; Dichte = 927 kg/m3, MFR = 4 g/10 Minuten, Kristallisationstemperatur = 109°C) hergestellt wurden.

  • 1. [1] Blasfolienverarbeitungsvorrichtung: Coextrusionsblasfolienanlage, hergestellt von PLACO Co., Ltd.
  • 2. [2] Düse: Drei-Arten-drei-Schichten-Coextrusionsdüse, Düsengröße: 150 mm ID, Schnauzenabstand: 2,0 mm
  • 3. [3] Verarbeitungstemperatur: 150°C
  • 4. [4] Leistung: 40 kg/Std.
  • 5. [5] Gesamte Dicke: 50 µm
  • 6. [6] Aufblasverhältnis: 2,2
  • 7. [7] Aufwickelgeschwindigkeit: 14 m/min
  • 8. [8] Schichtverhältnis: Innenschicht : Mittelschicht : Außenschicht = 1 : 2 : 1

Beispiel 2

Unter ähnlichen Verfahrensbedingungen zu den in Beispiel 1, außer dass hier eine Temperatur von 170°C als Verfahrenstemperatur verwendet wurde, wurde eine Blasfolie hergestellt, wobei beide Oberflächenschichten aus SUMIKATHEN E FV403 und die Mittelschicht aus SUMIKATHEN α FZ203-0, (ein mit einem Katalysator mit mehreren Reaktionsstellen hergestelltes, hochdruckionenpolymerisiertes Ethylen-Hexen- 1-Copolymer von Sumitomo Chemical Co., Ltd.; Dichte = 931 kg/m3, MFR = 2 g/10 Minuten, Kristallisationstemperatur = 111°C) hergestellt wurden.

Vergleichsbeispiel 1

Unter ähnlichen Verfahrensbedingungen zu denen in Beispiel 1 wurde eine Blasfolie hergestellt, wobei beide Oberflächenschichten und die Mittelschicht aus SUMIKATHEN E FV 403 hergestellt wurden.

Vergleichsbeispiel 2

Unter ähnlichen Verfahrensbedingungen zu denen in Beispiel 1 wurde eine Blasfolie hergestellt, wobei beide Oberflächenschichten und die Mittelschicht aus einem Harzgemisch, erhalten durch Trockenmischen von 80 Gew.-Teilen SUMIKATHEN E FV403 und 20 Gew.-Teilen SUMIKATHEN F200-0 (ein hochdruckradikalpolymerisiertes Polyethylen geringer Dichte von Sumitomo Chemical Co., Ltd.; Dichte = 923 kg/m3, MFR = 2 g/10 Minuten) hergestellt wurden.

Vergleichsbeispiel 3

Unter ähnlichen Verfahrensbedingungen zu denen in Beispiel 1, wurde eine Blasfolie hergestellt, wobei beide Oberflächenschichten aus SUMIKATHEN E FV403 und die Mittelschicht aus SUMIKATHEN E FV402, (ein in der Gasphase mit einem Katalysator auf Metallocenbasis hergestelltes Ethylen-Hexen-1-Copolymer von Sumitomo Chemical Co., Ltd. (Dichte = 915 kg/m3, MFR = 4 g/10 Minuten, Kristallisationstemperatur = 104°C) hergestellt wurden.

Vergleichsbeispiel 4

Unter ähnlichen Verfahrensbedingungen zu denen in Beispiel 1 wurde eine Blasfolie hergestellt, außer dass hier eine Temperatur von 170°C als Verfahrenstemperatur verwendet wurde, wobei beide Oberflächenschichten aus SUMIKATHEN α FZ202-0 (ein mit einem Katalysator mit mehreren Reaktionsstellen hergestrelltes, hochdruckionenpolymerisiertes Ethylen-Hexen-1-Copolymer von Sumitomo Chemical Co., Ltd.; Dichte = 921 kg/m3, MFR = 2 g/10 Minuten, Kristallisationstemperatur = 106°C), und die Mittelschicht aus SUMIKATHEN α FZ203-0 hergestellt wurden.

Die Ergebnisse der Beurteilung der erhaltenen Folie sind in Tabelle 1 gezeigt. Tabelle 1



Gemäß der Erfindung kann eine Blasfolie erhalten werden, deren optische Eigenschaften, Zugfestigkeit und Steifigkeit ausgezeichnet sind.


Anspruch[de]
  1. 1. Blasfolie, deren Oberflächenmorphologie eine Sphärulitstruktur ist, in der Sphärulite mit Durchmessern von etwa 3 µm oder mehr vorkommen und deren mittlere Oberflächenrauheit Ra etwa 30 nm oder weniger beträgt.
  2. 2. Blasfolie nach Anspruch 1, wobei die Folie eine Mehrschichtfolie mit drei Schichten oder mehr ist.
  3. 3. Blasfolie nach Anspruch 2, wobei beide Oberflächenschichten ein durch Polymerisation unter Verwendung eines Katalysators mit einer einzigen Reaktionsstelle erhaltenes lineares Polyethylen geringer Dichte umfassen und mindestens eine der Mittelschichten ein thermoplastisches Harz umfasst, dessen Kristallisationstemperatur um etwa 2°C oder mehr höher als die des lineren Polyethylens geringer Dichte ist.
  4. 4. Blasfolie nach Anspruch 3, wobei das thermoplastische Harz ein lineares Harz ist.
  5. 5. Blasfolie nach Anspruch 4, wobei das lineare thermoplastische Harz ein lineares Polyethylen geringer Dichte ist.
  6. 6. Verfahren zur Herstellung einer Blasfolie nach Anspruch 1, wobei beide Oberflächenschichten unter Verwendung eines durch Polymerisation unter Verwendung eines Katalysators mit einer einzigen Reaktionsstelle erhaltenen, linearen Polyethylens geringer Dichte, und mindestens eine der Mittelschichten unter Verwendung eines thermoplastischen Harzes, dessen Kristallisationstemperatur um etwa 2°C oder mehr höher als die des linearen Polyethylens geringer Dichte ist, hergestellt werden und die Folie mit luftgekühlter Blasextrusion verarbeitet wird.
  7. 7. Verfahren zur Herstellung einer Blasfolie nach Anspruch 6, wobei das thermoplastische Harz ein lineares Harz ist.
  8. 8. Verfahren zur Herstellung einer Blasfolie nach Anspruch 7, wobei das lineare thermoplastische Harz ein lineares Polyethylen geringer Dichte ist.






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