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Dokumentenidentifikation DE10161168A1 18.06.2003
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Kühlen von platten- oder bahnförmigen Substraten
Anmelder Krauss-Maffei Kunststofftechnik GmbH, 80997 München, DE
Erfinder Grajewski, Franz, 86925 Fuchstal, DE;
Reiber, Erwin, 85757 Karlsfeld, DE;
Stieglitz, Henning, 81247 München, DE
DE-Anmeldedatum 13.12.2001
DE-Aktenzeichen 10161168
Offenlegungstag 18.06.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.06.2003
IPC-Hauptklasse B29C 47/88
IPC-Nebenklasse B29C 35/16   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Kühlen von platten- oder bahnförmigen Substraten, insbesondere Kunststoffplatten oder -bahnen, wobei die Substrate entlang einer Kühlstrecke bewegt werden.
Dies soll möglichst einfach und mit geringem technischen Aufwand bewerkstelligt werden. Dieses Ziel wird dadurch erreicht, daß die von den Substraten abgestrahlte Wärme mittels oberhalb und/oder unterhalb der Substrate angeordneter Abdeckelemente bereichsweise absorbiert und/oder reflektiert wird.
Des weiteren bezieht sich die Erfindung auf eine Vorrichtung, mit der diese Aufgabe gelöst wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Kühlen von platten- oder bahnförmigen Substraten, insbesondere von Kunststoffplatten oder -bahnen, wobei die Substrate entlang einer Kühlstrecke bewegt werden, sowie eine Vorrichtung zum Kühlen von ebensolchen Substraten, mit einer Fördereinrichtung auf der das Substrat während des Förderns abkühlen kann.

Zur Herstellung von Platten oder Bahnen aus Kunststoff wird die von einem Extruder zur Verfügung gestellte homogene Schmelze durch ein Breitschlitzwerkzeug zu einem breiten Schmelzestrang ausgeformt. Im Anschluß daran durchläuft die Schmelze ein Glättwerk.

Es sind Vorrichtungen bekannt, die die extrudierte Thermoplastbahn unter Einwirkung von Flächendruck bis zu einer Temperatur abkühlen, bei der das Glätten der Oberfläche beendet ist. Gemäß der DE 35 30 309 A1 übernimmt eine Doppelbandpresse sowohl das Kalibrieren und Glätten der Thermoplastbahn als auch das Abführen von Wärme. In der DE 198 45 652 A1 werden zwei paarweise gegenüberliegende und auf die Materialbahn einwirkende Baueinheiten beschrieben, die jeweils ein mit der Materialbahn in Kontakt befindliches antreibbares Metallband umfassen, das im Bereich der Auflage kühlbar ist. Mit diesen Metallbändern wird die Materialbahn transportiert, geglättet und gekühlt. Diese beiden Vorrichtungen führen sowohl das Glätten als auch das Kühlen der Kunststoffbahnen durch, was den technischen Aufwand für die Kühlvorrichtungen erhöht, da diese gleichzeitig auch als Kalibrier- und Glättvorrichtungen wirken müssen. Die Kühlvorrichtungen sind also nicht einfach für andere Platten- oder Bahndicken bzw. andere Materialien einsetzbar, sondern müssen an jedes verarbeitete Material und an jede Substratdicke individuell angepasst werden.

Aus der DE 197 52 501 C2 sind Kühlvorrichtungen zum Kühlen von Kunststoffplatten oder -bahnen bekannt, wobei die Platten oder Bahnen nach Verlassen des Walzenglättwerks über eine Rollenbahn laufen und Einrichtungen, die die Oberseite und die Unterseite der Platten oder Bahnen getrennt mit Luft kühlen vorgesehen sind. Diese Einrichtungen erstrecken sich über eine vorgegebene Länge einer Platte oder Bahn und sind gegenüber der Umgebung abgeschlossen. In jeder Einrichtung wird Luft mittels mehrerer über die Breite der Platten oder Bahnen verteilter Gebläse in eine Kreisbewegung gebracht, wobei in diesem Kreis ein Kühlaggregat vorgesehen ist. Die Installation einer solchen aktiven Kühlvorrichtung mit geschlossenen Kühlkreisen sowohl ober- als auch unterhalb der Rollenbahn ist technisch sehr aufwendig und beansprucht viel Raumhöhe.

Aus dem Stand der Technik sind weiterhin Anlagen für die Herstellung von Bahnen oder Platten aus Kunststoff bekannt (DE 197 52 501 C2, Spalte 1, Zeile 6-21), bei denen die extrudierten Kunststoffplatten oder -bahnen einem Walzenglättwerk zur Vergleichmäßigung der Dicke und Behandlung der Oberflächen zugeführt werden, wobei gleichzeitig zur Erzielung der gewünschten Eigenschaften eine gesteuerte Kühlung über den Kontakt mit den Glättwalzen erzielt werden soll. Die weitere Abkühlung auf ein Temperaturniveau, das eine anschließende Handhabung oder Bearbeitung zulässt, erfolgt auf einer Rollenbahn durch Kontakt mit der Umgebungsluft. Die Rollenbahnlänge ist entsprechend ausgelegt. Der Erhöhung der Leistung einer solchen Anlage sind Grenzen gesetzt, da die Rollenbahn nur eine endliche und möglichst geringe Länge haben soll, die meistens durch bauliche Gegebenheiten beschränkt wird.

Im Falle eines Walzenglättwerks wird die aus der Breitschlitzdüse austretende Schmelze in einem ersten Walzenspalt aufgenommen. Beim Durchlaufen des Glättwerks werden die Oberflächen der Folienbahn geglättet und durch exakte Parallelführung des ersten Walzenpaares auf große Dickengleichmäßigkeit gebracht. Das Walzenglättwerk beeinflusst die Halbzeugqualität nicht nur im ersten Walzenspalt, sondern auch bei den nachfolgenden Walzenumschlingungen. Dort werden in Abhängigkeit von der Walzentemperatur, der Kontaktdauer auf den Walzen, der Warenbahndicke und der Kunststoffart (amorph, teilkristallin) Orientierungen und Eigenspannungen in der Kunststoffbahn erzeugt, die für die geforderte Planlage der Tafel von Bedeutung sind.

Die zwangsläufig beim Abkühlen der Folie oder Tafel entstehenden unsymmetrischen Temperaturprofile erzeugen über der Halbzeugdicke aufgrund des zeitlich versetzten Einfrierens Dehnungsdifferenzen. Dadurch werden Eigenspannungen hervorgerufen. Durch Temperieren der Walzen wird versucht, das unsymmetrische Temperaturprofil beim Übergang vom schmelzflüssigen in den festen Zustand zu vergleichmäßigen. Bei den teilkristallinen Kunststoffen ist dieser Ausgleich schwerer herbeizuführen als bei den amorphen. Hier müssen die Walzen sehr stark gekühlt werden um ein Ankleben der Schmelze auf den Walzenoberflächen und die Transparenz beeinträchtigende Kristallisation zu verhindern. In diesem Fall kann der Eigenspannungsausgleich durch nachfolgendes Tempern verbessert werden. Hierbei kann es jedoch zu thermischer Nachkristallisation bei teilkristallinen Kunststoffen kommen, wodurch wiederum die optischen Eigenschaften verschlechtert werden.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren anzugeben, das es mit vergleichsweise geringem technischen Aufwand erlaubt, platten- oder bahnförmige Extrudate herzustellen, die weitgehend frei von Inhomogenitäten des Materials und Eigenspannungen sind. Des weiteren soll eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens angegeben werden.

Diese Aufgabe wird hinsichtlich des Verfahrens durch die Merkmale des Anspruchs 1 und hinsichtlich der Vorrichtung durch die Merkmale des nebengeordneten Anspruchs 8 gelöst. Durch das erfindungsgemäße Verfahren bzw. die erfindungsgemäße Vorrichtung wird zur Beeinflussung des Abkühlungsprozesses die Eigenenthalpie der Substrate genutzt, wodurch der Einsatz externer Energiequellen reduziert werden kann. Durch Verzicht auf aktive Kühlmaßnahmen, wie sie aus dem Stand der Technik bekannt sind, kann die Aufgabe mit relativ geringem technischen Aufwand gelöst werden. Auf eine Reduzierung der Länge der Rollenkühlstrecke wird bewusst verzichtet, um einen gleichmäßigeren Abkühlprozess gewährleisten zu können.

Außerdem wird durch das erfindungsgemäße Verfahren bzw. die erfindungsgemäße Vorrichtung der zeitlichen Verlauf des Abkühlprozesses gezielt beeinflußt, so daß das Extrudat möglichst gleichmäßig abkühlt. Hierdurch können Inhomogenitäten im Material und dadurch hervorgerufene Verwerfungen der Platten oder Bahnen vermieden werden.

Die platten- oder bahnförmigen Substrate unterliegen während des Transportes über eine offene bzw. nicht abgeschirmte Kühlstrecke der freien Konvektion und Wärmeabstrahlung. Diese beiden Prozesse werden durch die Bedingungen in unmittelbarer Umgebung der Substrate wie Temperatur und Strömungsgeschwindigkeit des umgebenden Mediums - in der Regel Luft - stark beeinflusst. Durch gezielte Beeinflussung der Abstrahlung bzw. Reabsorption von Wärme läßt sich der Abkühlprozeß der Substrate steuern. Dies erfolgt durch die Anbringung von Abdeckelementen, die die Wärmestrahlung absorbieren und/oder reflektieren, oberhalb und/oder unterhalb der Substrate. Diese Abdeckelemente sollten senkrecht zur Förderrichtung mindestens die gesamte Breite der Kühlstrecke überdecken, um eventuelle Randeffekte zu vermeiden.

Bereits ein Befestigen von Abdeckelementen auf einer Seite der Kühlstrecke verändert das Abstrahlungsverhalten der Substrate stark. Ein gleichmäßigeres Abkühlverhalten und damit homogenere Substrate kann man durch Anbringen von Abdeckelementen auf beiden Seiten, sowohl ober- als auch unterhalb der Kühlstrecke erreichen.

Der Grad der Absorption und/oder der Reflexion durch die Abdeckelemente läßt sich durch Verändern des Abstands zwischen den Substraten und den Abdeckelementen variieren (Unteranspruch 2). Je kleiner der Abstand zwischen Substrat und Abdeckelement, desto langsamer kühlt das Substrat ab, und umso weniger Eigenspannungen können sich im Material aufbauen.

Die Bereiche der Absorption und/oder der Reflexion können auch durch die Anordnung und/oder die Anzahl der Abdeckelemente, die ober- und/oder unterhalb der Kühlstrecke angebracht werden, beeinflusst werden (Unteranspruch 3). Durch die freie Wahl von Anzahl sowie Position der Abdeckelemente in Bezug auf die Gesamtlänge der Kühlstrecke, kann sehr flexibel auf die aktuellen Bedingungen wie z. B. Lufttemperatur und Substratoberflächentemperatur eingegangen werden.

Ähnliche Effekte lassen sich auch durch Verändern der Ausdehnung der einzelnen Bereiche, in denen die Absorption und/oder die Reflexion gezielt beeinflußt werden, erreichen (Unteranspruch 4).

Noch einfacher können die Bereiche der gezielten Absorption und/oder der Reflexion den tatsächlichen Anforderungen angepasst werden, wenn in diesen Bereichen die Umgebungs- und/oder Substratoberflächentemperatur gemessen wird (Unteranspruch 5).

Vorteilhafterweise ist es vorgesehen, die Ausdehnung der Bereiche und/oder den Grad der Absorption und/oder der Reflexion nach Maßgabe der erfassten Temperaturwerte automatisch zu regeln (Unteranspruch 6).

Eine erfindungsgemäße Vorrichtung sieht oberhalb und/oder unterhalb einer Fördereinrichtung, entlang derer die Substrate gefördert werden, ein oder mehrere Abdeckelemente vor, um den Grad der Absorption und/oder der Reflexion in gewissen Bereichen flexibel an die Erfordernisse anpassen zu können. Hierbei ist der Abstand zwischen den Abdeckelementen und den Substraten auf der Fördereinrichtung vorteilhafterweise verstellbar (Unteranspruch 8).

Des weiteren sollten die Abdeckelemente entlang der Förderrichtung verschiebbar sein, um die optimale Position der Bereiche mit verstärkter Absorption und/oder Reflexion einfach einstellen zu können. Außerdem kann die Größe der Abdeckung und damit der Grad der Absorption und/oder der Reflexion durch Hinzufügen oder Entfernen von Abdeckelementen eingestellt werden (Unteransprüche 9 und 10).

Vorzugsweise verfügen ein oder mehrere Abdeckelemente jeweils über ein oder mehrere Temperatursensoren, mit denen z. B. die Umgebungstemperatur und die Substratoberflächentemperatur aufgenommen werden können (Unteranspruch 11).

In der einfachsten Ausführungsform sind als Abdeckelemente jeweils ein oder mehrere Platten vorgesehen, die einfach über und/oder unter der Kühlstrecke verschiebbar befestigt werden können (Unteranspruch 12), bevorzugt verwendet man jedoch Rolladenkästen mit ein- und ausfahrbaren Rolläden als Abdeckelemente (Unteranspruch 13).

In einer besonders günstigen Ausführungsform sind aus den Rolladenkästen beidseitig Rolläden ein- und ausfahrbar, die Ein- und Ausfahrrichtung der Rolläden sollte entlang der Förderrichtung liegen. Vorteilhafterweise sind die Rolladenkästen auf einem Schienensystem verschiebbar montiert, zusätzlich kann ein elektromotorischer Antrieb zum Verschieben der Kästen vorgesehen sein (Unteransprüche 14 bis 17).

In einer bevorzugten Ausführungsform ist ein Regelsystem zur automatischen Steuerung des Abstands der Abdeckelemente von den Substraten und/oder der Position der Abdeckelemente entlang der Förderrichtung und/oder der durch die Abdeckelemente abgedeckten Fläche nach Maßgabe der von den Temperatursensoren gemessenen Temperaturwerte vorgesehen (Unteranspruch 18).

Generell ist es vorteilhaft, durch die Wahl der Beschichtung und/oder des Materials der Abdeckelemente den Grad der Absorption und/oder Reflexion zu beeinflussen. Material und/oder Beschichtung können auch von Element zu Element variiert werden, um eine besonders günstige Abkühlkurve über der Zeit zu erzielen (Unteransprüche 19 bis 21).

Des weiteren kann es zur Einstellung des Grades der Absorption und/oder der Reflexion vorteilhaft sein, Abdeckelemente vorzusehen, die Lamellen aufweisen, deren Neigung gegen die Substrate stufenlos einstellbar ist. Hierdurch kann der durch ein Abdeckelement erreichte Grad der Absorption und/oder der Reflexion zwischen nahezu 0% und 100% variiert werden (Unteranspruch 22).

Im folgenden werden drei Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Vorrichtung anhand von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Kühlen von platten- oder bahnförmigen Substraten mit einfachen Platten als Abdeckelemente in der Seitenansicht,

Fig. 2 die Vorrichtung gemäß Fig. 1 in der Draufsicht,

Fig. 3 eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Kühlen von platten- oder bahnförmigen Substraten mit Rolladenkästen, die aus- und einfahrbare Rolläden enthalten, in der Seitenansicht,

Fig. 4 die Vorrichtung gemäß Fig. 3 in der Draufsicht,

Fig. 5 eine dritte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Kühlen von platten- oder bahnförmigen Substraten, in der die Abdeckelemente Lamellen aufweisen, in der Seitenansicht mit geschlossenen Lamellen,

Fig. 6 die Vorrichtung gemäß Fig. 5 in der Draufsicht,

Fig. 7 die Vorrichtung gemäß Fig. 5 in der Seitenansicht mit geöffneten Lamellen,

Fig. 8 die Vorrichtung gemäß Fig. 5 in der Draufsicht mit geöffneten Lamellen, und

Fig. 9 einen Extruder mit Rollenkühlstrecke gemäß dem Stand der Technik.

Fig. 9 zeigt den Stand der Technik. Beim Verlassen eines schematisch dargestellten Extruders 1 wird der Schmelzestrang durch eine Breitschlitzdüse 2 zu Kunststoffplatten oder -bahnen 3 ausgeformt. In einem anschließenden Walzenglättwerk 4 werden diese geglättet und auf große Dickengleichmäßigkeit gebracht. Während der nachfolgenden Förderung auf der Rollenkühlstrecke 5 kühlen die Kunststoffplatten oder -bahnen 3 durch Kontakt mit der Umgebungsluft ab.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Kühlen von Kunststoffplatten oder -bahnen 3, die in Fig. 1 dargestellt ist, besteht aus einer Fördereinrichtung, die als Rollenkühlstrecke 5 ausgebildet ist. Entlang der Rollenkühlstrecke 5 werden die Substrate 3 transportiert und kühlen während der Passage ab. Oberhalb und unterhalb der Rollenkühlstrecke 5 ist eine Haltevorrichtung 7 angebracht, in der einfache Platten als Abdeckelemente positioniert werden können, um den zeitlichen Verlauf der Abkühlung des Substrats zu beeinflussen.

In Fig. 2 wird die Vorrichtung gemäß Fig. 1 in der Draufsicht gezeigt. Es ist gut zu sehen, wie sich durch Hinzufügen bzw. Entfernen von Abdeckplatten 6 die Größe der Bereiche, in denen der Grad der Absorption und/oder der Reflexion beeinflußt wird, verändern läßt. Durch Umgruppieren und/oder Verschieben der einzelnen Abdeckelemente 6 ergeben sich weitere vielfältige Möglichkeiten, das Abkühlverhalten des Substrats 3 einfach und gezielt zu beeinflussen.

In Fig. 3 ist eine bevorzugte Ausführungsform in der Seitenansicht dargestellt. Wieder ist die Förderstrecke für das Substrat 3 als Rollenkühlstrecke 5 ausgebildet. Rolladenkästen 9 sind ober- und unterhalb von der Rollenkühlstrecke 5 auf einem Schienensystem 10 entlang der Förderrichtung verfahrbar angebracht. Der Abstand zwischen Substrat und Schienensystem 10 ist mittels einer Abstandseinstellvorrichtung 11 variabel einstellbar. Temperaturmeßsonden 12 bieten die Möglichkeit, auf Veränderungen von Umgebungs- und/oder Substratoberflächentemperatur flexibel einzugehen.

Wie die Draufsicht in Fig. 4 zeigt, können aus den Rolladenkästen 9 in bezug auf die Förderrichtung beidseitig Rolläden 8 aus- und eingefahren werden. Durch Vergrößern oder Verkleinern der durch die Rolläden 8 abgedeckten Bereiche, durch Ein- bzw. Ausfahren derselben sowie durch Verschieben der Rolladenkästen 9 entlang des Schienensystems 10 und Einstellen des Abstands zwischen Substrat 3 und Rolläden 8 über die Abstandseinstellvorrichtung 11 kann schnell und einfach auf alle Änderungen der Umgebungsbedingungen reagiert werden. Temperaturmeßsonden 12, die an den Rolläden 8 angebracht sind, erleichtern das Überwachen der Umgebungsbedingungen und erlauben es, die Größe und Position der abgedeckten Bereiche entsprechend zu steuern.

In Fig. 5-9 ist eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung dargestellt, in der die Abdeckelemente im wesentlichen aus Lamellen 13 bestehen, und die Größe der Bereiche, in denen der Grad der Absorption und/oder der Reflexion beeinflußt wird, durch das Verändern des Neigungswinkels der Lamellen 13 eingestellt werden kann. In den Fig. 5 und 6 ist diese Vorrichtung bei geschlossenen Lamellen 13 in der Seitenansicht und in der Draufsicht dargestellt, die Fig. 7 und 8 zeigen sie mit maximal geöffneten Lamellen. Es können aber auch beliebige, zwischen diesen Extramalstellungen liegende Neigungswinkel angefahren werden. Dadurch ist der erzielte Grad der Absorption und/oder der Reflexion sehr flexibel an die tatsächlichen Bedingungen anpassbar. Vorteilhafterweise kann zusätzlich die Anzahl der verwendeten Abdeckelemente an die Erfordernisse angepasst werden.

Die näher dargestellten erfindungsgemäßen Vorrichtungen können zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens eingesetzt werden, es können hierzu aber auch beliebige andere Abdeckelemente verwendet werden, die geeignet sind, den Grad der Absorption und/oder Reflexion in gewissen Bereichen oberhalb und/oder unterhalb von einer Kühlstrecke zu beeinflussen. BEZUGSZEICHENLISTE 1 Extruder

2 Breitschlitzwerkzeug

3 Schmelzestrang/Kunststoffbahn

4 Glättwerk

5 Rollenkühlstrecke

6 Platten

7 Haltevorrichtung

8 Rolladen

9 Rolladenkasten

10 Schienensystem

11 Abstandseinstellvorrichtung

12 Temperaturmeßsonde

13 Lamellen


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Kühlen von platten- oder bahnförmigen Substraten (3), insbesondere Kunststoffplatten oder -bahnen, wobei die Substrate entlang einer Kühlstrecke bewegt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die von den Substraten (3) abgestrahlte Wärme mittels oberhalb und/oder unterhalb der Substrate (3) angeordneter Abdeckelemente (6, 9) bereichsweise absorbiert und/oder reflektiert wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Grad der Absorption und/oder der Reflexion durch Veränderung des Abstandes zwischen den Abdeckelementen (6, 9) und den Substraten (3) eingestellt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bereiche der Absorption und/oder der Reflexion durch die Anordnung und/oder die Anzahl der Abdeckelemente (6, 9) eingestellt werden.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die räumliche Ausdehnung einzelner Bereiche verändert werden kann.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß in den Bereichen der Absorption und/oder der Reflexion die Umgebungs- und/oder die Substratoberflächentemperatur gemessen wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausdehnung der Bereiche und/oder der Grad der Absorption und/oder der Reflexion nach Maßgabe der erfassten Temperaturwerte automatisch geregelt wird bzw. werden.
  7. 7. Vorrichtung zum Kühlen von platten- oder bahnförmigen Substraten (3), insbesondere von extrudierten Kunststoffplatten oder -bahnen, mit einer Fördereinrichtung (5), auf der das Substrat (3) während des Förderns abkühlen kann, dadurch gekennzeichnet, daß oberhalb und/oder unterhalb der Fördereinrichtung (5) ein oder mehrere Abdeckelemente (6, 9) vorgesehen sind.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand zwischen den Substraten (3) und den Abdeckelementen (6, 9) verstellbar ist.
  9. 9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckelemente (6, 9) entlang der Förderrichtung verschiebbar sind.
  10. 10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung durch Hinzufügen oder Entfernen von Abdeckelementen (6, 9) einstellbar ist.
  11. 11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß ein oder mehrere Abdeckelemente (6, 9) jeweils über ein oder mehrere Temperatursensoren verfügen.
  12. 12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 1 l, dadurch gekennzeichnet, daß als Abdeckelemente jeweils eine oder mehrere Platten (6) vorgesehen sind.
  13. 13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß als Abdeckelemente Rolladenkästen (9) mit ein- und ausfahrbaren Rolläden (8) vorgesehen sind.
  14. 14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß Rolladenkästen (9) vorgesehen sind, aus denen beidseitig Rolläden (8) ein- und ausfahrbar sind.
  15. 15. Vorrichtung nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Rolläden (8) entlang der Förderrichtung ein- und ausfahrbar sind.
  16. 16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß zum Verschieben der Rolladenkästen ein Schienensystem (10) vorgesehen ist.
  17. 17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß ein elektromotorischer Antrieb zum Verschieben der Rolladenkästen vorgesehen ist.
  18. 18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß ein Regelsystem zur automatischen Steuerung des Abstands der Abdeckelemente (6, 9) von den Substraten (3) und/oder der Position der Abdeckelemente (6, 9) entlang der Förderrichtung und/oder der durch die Abdeckelemente abgedeckten Fläche nach Maßgabe der von den Temperatursensoren gemessenen Temperaturwerte vorgesehen ist.
  19. 19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß zur Einstellung des Grades der Absorption und/oder der Reflexion Abdeckelemente (6, 9) aus unterschiedlich stark absorbierendem und/oder unterschiedlich stark reflektierendem Material vorgesehen sind.
  20. 20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß zur Einstellung des Grades der Absorption und/oder der Reflexion Abdeckelemente (6, 9) mit unterschiedlich stark absorbierender und/oder unterschiedlich stark reflektierender Beschichtung auf der den Substraten zugewandten Fläche vorgesehen sind.
  21. 21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß zur Einstellung des zeitlichen Verlaufes der Abkühlung die Abdeckung über die Anzahl und/oder über die Beschichtung und/oder über das Material und/oder über die Reihenfolge der einzelnen Abdeckelemente (6, 9) einstellbar ist.
  22. 22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß zur Einstellung des Grades der Absorption und/oder der Reflexion Abdeckelemente (6, 9) vorgesehen sind, die Lamellen (13) aufweisen, deren Neigung gegen die Substrate (3) regelbar ist.






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