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Dokumentenidentifikation DE10163858A1 10.07.2003
Titel Korrosionsschutzpigmenthaltiger Klebstoff zur Herstellung von DVD
Anmelder Henkel KGaA, 40589 Düsseldorf, DE
Erfinder Butterbach, Rüdiger, Dr., 45219 Essen, DE;
Kopannia, Siegfried, Dr., 47809 Krefeld, DE;
Bonke, Dirk, 40789 Monheim, DE
DE-Anmeldedatum 22.12.2001
DE-Aktenzeichen 10163858
Offenlegungstag 10.07.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.07.2003
IPC-Hauptklasse C09J 11/04
IPC-Nebenklasse C09J 5/04   G11B 7/24   
IPC additional class // C08K 9/00  
Zusammenfassung Schmelzklebstoff zur Herstellung von Digital Versatile Disks (DVD), die 2 bis 15 Gew.-% speziell ausgewählter basisch modifizierter Pigmente enthalten, wobei die Pigmente aus der Gruppe von Titandioxid, Siliciumdioxid, Aluminiumoxid, Bariumsulfat und Zinksulfat ausgewählt sind.
Die Pigmente sind an der Oberfläche mit speziellen Metallsalzen behandelt und weisen neben ihrer weißen Färbung eine korrosionsschützende Wirkung auf. Diese Schmelzklebstoffe werden bei der Herstellung von DVD zum Verkleben der einzelnen Scheibenrohlinge zur kompletten DVD verwendet und ergeben einen verbesserten Korrosionsschutz der reflektierenden Schicht und erhöhen so die Lebensdauer der entsprechenden DVD.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Schmelzklebstoff zur Verklebung von Digital Versatile Disks (DVD), der Korrosionschutzpigmente zur Erhöhung der Haltbarkeit der Reflektionsschicht enthält, sowie ein Verfahren zur Herstellung solcher DVD.

Mit "DVD" werden Digital Versatile Disks oder Digital Video Disks bezeichnet. Diese sind optische Speichermedien analog der bekannten CD (Compact Disk), die sich im wesentlichen durch eine erheblich höhere Informationsdichte der gespeicherten Musik-, Bild-, oder Dateninformation auszeichnen. Diese höhere Daten- bzw. Informationsdichte des Speichermediums stellt erhöhte Anforderungen an das Herstellverfahren sowie an die dafür verwendeten Materialien.

Eine DVD ist aus mindestens zwei Scheibenrohlingen aufgebaut, die zusammengeklebt werden. Die Informationsdaten können einseitig auf einem Scheibenrohling oder auf beiden Scheibenrohlingen aufgebracht worden sein. Die Informationen werden durch einen Laserstrahl abgetastet.

DVDs werden im allgemeinen aus jeweils zwei 0,6 mm dicken Scheiben hergestellt, die heute überwiegend aus Polycarbonat hergestellt werden. Die sandwichartige Konstruktion der DVD bedingt, daß die beiden Scheibenrohlinge miteinander verbunden werden müssen. Gemäß Stand der Technik wurden zum Verbinden der beiden Schichten miteinander Schmelzklebstoffe, UV-härtbare lösungsmittelfreie flüssige Klebstoffe sowie UV-vernetzbare Schmelzklebstoffe vorgeschlagen.

Zur Herstellung einer DVD sind im wesentlichen folgende Arbeitsschritte unbedingt notwendig:

  • - Herstellen der Polycarbonat- oder Poly(meth)acrylat-Rohlinge,
  • - Beschichten eines ersten Rohlings, der die Informationsschicht trägt, mit einer reflektierenden Schicht, beispielsweise einer im Vakuum aufgebrachten Reflexionsschicht aus Metall, wie z. B. Aluminium, Silizium, Silber und Gold,
  • - Schützen dieser reflektierenden Schicht unmittelbar nach der Herstellung gegen Korrosion durch eine Schutzschicht, z. B. durch eine UV-Strahlen vernetzende Lackschicht oder eine Schicht aus einem thermoplastischen Material,
  • - Bedrucken eines zweiten Rohlings ohne Informationsschicht mit Bild- oder Textinformationen oder verwenden eines zweiten Rohlings mit Informations- und reflektierender Schicht, und
  • - Verkleben von Rohling 1 und 2 mit einem Klebstoff.

Die JP-A 2000126012 beschreibt die Beschichtung von Spiegeln auf der Rückseite mit einem Beschichtungsmaterial, das ein gummielastisches Dehnvermögen aufweist, und aus polaren Bindemitteln besteht und ein Korrosionsschutzpigment und ein Weißpigment enthält. Eine besondere Auswahl der Pigmente wird nicht beschrieben.

Die EP-A 412 686 beschreibt Titandioxidpigmente, die an der Teilchenoberfläche mit verschiedenen Salzen modifiziert werden. Die Pigmente werden als Korrosionsschutzpigmente für übliche Lacke beschrieben, ein Hinweis auf die Verwendung in Klebstoffen wird nicht gegeben.

In der Zeitschrift Farbe & Lack 11/1999, Seite 101 werden Titandioxidpigmente beschrieben, die an der Oberfläche mit Salzen modifiziert worden sind und dann als Korrosionsschutzpigmente in Lacken, z. B. wässrigen Lacken oder Pulverlacken, eingesetzt werden können. Dabei werden die Korrosionseigenschaften untersucht im Hinblick auf Flächenkorrosion der beschichteten Oberfläche und an künstlich angebrachten Schäden der Beschichtung. Auf eine Verwendung in Klebstoffen wird nicht hingewiesen. Der Korrosionsschutz erfolgt in diesen Fällen durch die Oberfläche, die den Angriffen der Umgebung ausgesetzt ist. Die Lackschicht wirkt als Sperre gegen Schäden, die das Substrat zerstören sowie ggf. auch die Lackschicht.

Die WO 00/23537 beschreibt Schmelzklebstoffe zur Verklebung von DVDs, die aus thermoplastischen Harzen und bekannten Hilfsstoffen bestehen. Als Hilfsstoffe werden auch anorganische Füllstoffe und Pigmente, z. B. Titandioxid, erwähnt. Über die Vorteile von bestimmten modifizierten Pigmenttypen für die Stabilität einer DVD wird keine Aussage gemacht.

Die WO-A-98/40883 beschreibt die Verwendung eines Schmelzklebstoffes mit einer Schmelzviskosität von über 100.000 mPas bei 160°C zum Verkleben DVD. In bevorzugten Ausführungsformen sollen die Schmelzklebstoffe Pigmente enthalten zur Erzielung kontrastreicher Hintergründe zur Verbesserung der bildlichen Darstellungen bzw. Textinformationen, die auf den DVDs angebracht werden. Die Schrift macht keine Angaben über die Stabilität der so verklebten DVDs insbesondere gegen eine Korrosion der reflektierenden Schicht.

Der Korrosionsangriff bei DVDs hat als direkte Angriffsfläche durch die Beschichtung nur die dünne Fuge an der Klebstelle der Scheibenrohlinge. Trotzdem tritt die Schädigung der reflektierenden Schicht nicht nur als Randkorrosion auf, sondern es sind auch mitten auf der DVD Schädigungen zu erkennen. Eine derartige Korrosion kann auch durch Bestandteile aus dem Klebstoff oder dem Rohlingmaterial im Anwesenheit von Feuchtigkeit und Sauerstoff ermöglicht werden. Eine Diffusion ist dabei auch durch den Rohling möglich, nicht nur durch die Kante des Klebstoffes. In besonderen Fällen sind die Schäden in der Reflektionsschicht direkt zu sehen, kleinere Fehler treten jedoch als Lesefehler beim Abtasten der Informationen mit dem Laser auf.

Die Anforderungen zum Korrosionsschutz sind also in der Lackindustrie allgemein bekannt, ebenso die Absicht bekannte gesundheitsgefährdende Pigmente, wie Chrom-, Blei-, Cadmiumverbindungen, zu vermeiden. Als Alternativen sind oberflächenmodifizierte anorganische Pigmente zum Korrosionsschutz in Lacken beschrieben. Eine Verwendung solcher Pigmente in Klebstoffen ist nicht beschrieben, insbesondere nicht zur Verklebung von DVDs. Der Effekt dieser Pigmente in Klebstoffen gegen einen Korrosionsangriff ist nicht beschrieben.

Es ist also die Aufgabe dieser Erfindung, Klebstoffe zur Verklebung von DVD bereitzustellen, wobei die notwendigen Klebeigenschaften und die Formstabilität der verklebten DVD den mechanischen Anforderungen bei der Benutzung entsprechen müssen. Dabei sollen die Korrosionsschutzeigenschaften des Klebstoffs auf die reflektierende Schicht verbessert werden, ohne gesundheitsgefährdende Korrosionsschutzpigment einzusetzen. Weiterhin ist eine Aufgabe der Erfindung, gleichzeitig zum Korrosionsschutz eine deckende weiße Basisbeschichtung der DVD herstellen zu können, ohne zusätzlich zu der Bedruckung eine weitere weiße Lackschicht auftragen zu müssen.

Die erfindungsgemäße Lösung der Aufgabe wird dadurch erreicht, daß ein Schmelz-Klebstoff bereitgestellt wird, der 2 bis 15 Gew.% mindestens eines an der Oberfläche bifunktionell basisch modifizierten Pigments und/oder Füllstoffs aus der Gruppe von TiO2, SiO2, Al2O2, BaSO4, ZnSO4 enthält und insbesondere zur Verwendung in der Verklebung von DVDs geeignet ist.

Die erfindungsgemäßen Schmelzklebstoffe enthalten mindestens ein thermoplastisches Bindemittel, übliche Weichmacher, Stabilisatoren/Antioxidantien, gegebenenfalls Füllstoffe, Haftvermittler, klebrig machende Harze und weißfärbende bifunktionell basisch modifizierte Pigmente.

Bevorzugt soll die Schmelzklebstoffmischung aus mindestens einem

  • a) thermoplastischen Elastomeren,
  • b) thermoplastischen Kohlenwasserstoffharz,
  • c) Poly-α-Olefins sowie
  • d) funktionelle Gruppen tragenden polaren Wachs.

Beispiele für die thermoplastischen Elastomere der Komponente a) sind thermoplastische Polyurethane (TPU), die in der Regel auf der Basis aromatischer Diisocyanate aufgebaut sind. Insbesondere eignen sich auch Blockcopolymere vom A-B-, A-B-A-, A-(B-A)n-B- sowie (A-B)n-Y-Typ, worin A einen aromatischen Polyvinylblock darstellt und der B-Block einen gummiartigen Mittelblock umfaßt, der teilweise oder vollständig hydriert sein kann. Beispiele für derartige Blockcopolymere enthalten als A einen Polystyrolblock und B einen im wesentlichen kautschukartigen Polybutadien- und/oder Polyisoprenblock, Y kann eine mehrwertige Verbindung sein und n eine ganze Zahl von mindestens 3. Zur Verbesserung der Wärmestabilität kann ggf. der Mittelblock B (d. h. der Polybutadien- bzw. Polyisoprenblock) teilweise hydriert sein, wodurch zumindest ein Teil der ursprünglich vorhandenen Doppelbindungen entfernt wird. Derartige Blockcopolymere werden auch als SBS-(Styrol-Butadien-Styrol-)Copolymer oder als SIS-(Styrol-Isopren-Styrol)Copolymer bzw. als SEPS-(Styrol-Ethylen-Propylen- Styrol)-, SEEPS-(Styrol-Ethylen-Ethylen-Propylen-Styrol)- oder SEBS-(Styrol- Ethylen-Butadien-Styrol)-Copolymer von diversen Herstellern angeboten.

Als Kohlenwasserstoffharz der Komponente b) eignen sich die aliphatischen, cycloaliphatischen oder aromatischen Kohlenwasserstoffharze oder auch aliphatisch-aromatische Kohlenwasserstoffharze, Petroleumkohlenwasserstoffharze sowie deren Hydrierungsprodukte und Mischungen. Diese Kohlenwasserstoffharze sind bekanntlich Polymere mit einer Molmasse von im allgemeinen < 2.000. Sie werden durch die Polymerisation von C5-Schnitten von ungesättigten Verbindungen gewonnen und in vielen Fällen in einem nachfolgenden Schritt hydriert. Konkrete Beispiele hierfür sind Kohlenwasserstoffharze auf der Basis von Polycyclopentadien mit nachfolgender Hydrierung, derartige Produkte sind unter dem Handelsnamen Escorez von der Firma Exxon im Handel. Analoge Produkte werden auch von den Firmen CdF Chemie unter dem Handelsnamen Norsolene, GOODYEAR unter dem Namen Wing-Tack, HERCULES unter den Namen Hercures, Kristalex, Piccotac, REICHHOLD unter dem Namen Sta-tac oder von der Firma Idemitsu hergestellt.

Als Poly-α-Olefine der Komponente c) eignen sich die ataktischen α-Olefin-Co- und Terpolymere des Ethylens, Propylens und/oder 1-Butens mit einem Molekulargewichtsbereich zwischen 5.000 und 120.000, wobei das Molekulargewicht als Zahlenmittel durch Gelpermeationschromatographie (GPC) in Anlehnung an die DIN 55672 bestimmt wird. Derartige Co- bzw. Terpolymere können bekanntlich in einem kontinuierlich betriebenen Ziegler-Niederdruck- Polymerisations-Verfahren aus den vorgenannten Monomeren hergestellt werden. Sie werden auch als amorphe Poly-α-Olefine (APAO) bezeichnet, obwohl die erfindungsgemäß besonders bevorzugt einzusetzenden Poly-α-Olefine einen signifikanten teilkristallinen Anteil enthalten. Diese Teilkristallinität kann mit Hilfe der Differentialthermoanalyse (DTA) bestimmt werden, da die teilkristallinen Poly- α-Olefine in der Schmelzkurve ein oder mehrere ausgeprägte Peakmaxima haben können.

Die funktionelle gruppentragenden polaren Wachse der Komponente d) werden vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe der funktionalisierten Polyolefine mit einem Molekulargewichtsbereich (GPC) zwischen etwa 4.000 und 80.000 auf der Basis des Ethylens und/oder Propylens mit Acrylsäure, Methacrylsäure sowie deren C1 bis C4 Estern, Itaconsäure, Fumarsäure, Vinylacetat, Kohlenmonoxid und insbesondere Maleinsäure sowie deren Mischungen. Dabei handelt es sich vorzugsweise um mit polaren Monomeren gepfropfte oder copolymerisierte Ethylen, Propylen oder Ethylen-Propylencopolymere mit Verseifungs- bzw. Säurezahlen zwischen 0,5 und 50 mg KOH/g.

Solche Bindemittel sind bekannt, und der Fachmann kann daraus Schmelzklebstoffe herstellen.

Gegebenenfalls können die erfindungsgemäßen Schmelzklebstoffe an sich bekannte Hilfs- und Zusatzstoffe enthalten, hierzu zählen Weichmacher, wie Paraffinöle, Rizinusöle, niedermolekulare Polybutene oder Polyisobutylene Di- Ester der Phthalsäure; Stabilisatoren und/oder Antioxidantien, wie sterisch gehinderte Phenole und/oder Thioether und andere handelsübliche Substanzen; Klebstoffe dieser Art sind insbesondere in der WO 00/23537 beschrieben.

Die erfindungsgemäßen Schmelzklebstoffe enthalten Pigmente zum Korrosionsschutz auf Basis von chemisch modifizierten Füllstoffen und/oder Pigmenten. Diese Füllstoffe und Pigmente sind weiß und es werden bevorzugt keine weiteren deckenden Farbpigmente eingesetzt. Die Pigmente werden in feindispergierter Form eingesetzt, ggf. auch in mikronisierter Form. Dabei muss die Teilchengröße wesentlich unterhalb der beabsichtigten Schichtdicke liegen, bevorzugt unterhalb von 1 µm. Die Menge der Pigmente soll zwischen 2,0 bis 15 Gew.% betragen, bevorzugt zwischen 3,0 bis 10,0 Gew.%. Es kann sich um natürliche Pigmente handeln, die fein vermahlen sind oder um synthetische z. B. gefällte Pigmente.

Die Menge der Pigmente ist so zu wählen, daß noch eine geeignete Viskosität des Schmelzklebstoffes erhalten wird. Wird der Pigmentanteil zu groß, ist die Viskosität zum Auftragen nicht geeignet. Ist der Pigmentanteil zu gering, ist der Korrosionsschutz nicht ausreichend. Die Menge der Pigmente muß ausreichen, um eine weiße Beschichtung zu erhalten. Durch die Auswahl der Pigmente als basisch modifizierte Pigmente ist es möglich, die Funktionen Korrosionsschutz und Färbung in einem Pigment und/oder Füllstoff zu kombinieren. Die Viskosität des erfindungsgemäßen Schmelzklebstoffes soll im Bereich von 20 000 bis 150 000 mPas liegen bei einer Temperatur von 160°C gemessen nach ASTM D3236 mit einem Brookfield-Viskosimeter. Die Viskosität wird von Art und Menge des Pigments beeinflusst, insbesonders auch von der Oberflächenbeschichtung so daß ggf. eine höhere Pigmentkonzentration möglich ist im Vergleich zum unbehandelten Pigment.

Die erfindungsgemäß in den Schmelzklebstoffen enthaltenen Pigmente sind auf Basis von Kieselsäure, Aluminiumoxid, Titandioxid, Zinksulfat oder Bariumsulfat aufgebaut und diese sind mindestens an ihrer Oberfläche basisch bifunktionell modifiziert. Dabei handelt es sich um eine Oberflächenmodifizierung mit anorganischen Salzen, die beispielweise in Form von löslichen Salzen auf die zu modifizierenden Pigmente aufgebracht werden. Bei den Salzen handelt es sich um Verbindungen aus der Gruppe der Erdalkalimetalle wie Mg, Ca, Sr, Ba; der Übergangsmetalle wie Mo, Zr, W; seltene Erden wie Ce, La oder andere; Mn, Zn, Co, Sn. Salze von bekanntermaßen korrosionsschützenden aber physiologisch gefährlichen Substanzen, wie Pb, Cr, Cd, sollen nicht enthalten sein. Es kann eine Modifizierung mit einem Salz erfolgen, es können jedoch auch zwei oder mehr Salze als Gemisch eingesetzt werden. Verfahren zum Modifizieren und entsprechend modifizierte Pigmente und Füllstoffe sind bekannt und kommerziell erhältlich.

Besonders bevorzugt werden solche korrosionschützenden Pigmente auf Basis von bifunktionell modifiziertem TiO2 eingesetzt. Bevorzugt werden zur Modifizierung Salze in Form von Phosphaten eingesetzt.

Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von DVDs unter Verwendung der erfindungsgemäßen Schmelzklebstoffe. Dabei werden die DVD-Rohlinge nach bekannten Verfahren, z. B. als Spritzgussteil aus Polycarbonat hergestellt, wobei mindestens ein Rohling die Informationen auf seiner Innenseite in Form von Vertiefungen (Pits) enthält, die danach mit einer reflektierenden Schicht versehen wird, häufig in Form einer dünnen Aluminiumbeschichtung. Diese ist nur wenige nm dick und unterliegt schnell einer Korrosion an der Luft. Deswegen wird diese Schicht dann mit einer korrosionsverhindernden Schicht versehen, z. B. mit einem Schutzlack oder mit einer Schicht des erfindunggemäßen Klebstoffs.

Der zweite Rohling kann ebenfalls mit einer verspiegelten Informationsschicht versehen sein oder er enthält keine Informationen und kann zur optischen Gestaltung mit einem Bild- und/oder einem Textteil bedruckt sein, bevorzugt auf der Innenseite. Auf diesen zweiten Rohling wird ebenfalls eine Klebstoffschicht aufgetragen. Dabei kann der Auftrag des Klebstoff auf beide Rohlinge parallel geschehen, um danach ohne weitere Erwärmungsschritte beide Rohlinge miteinander unter Druck zu verkleben.

Die erfindungsgemäß zu verwendenden Schmelzklebstoffe werden dabei üblicherweise bei Auftragstemperaturen von mindestens 140°C, vorzugsweise 160°C in der Regel im Walzenauftragsverfahren auf jede Substrathälften in einer Schichtdicke von 10 bis zu 30 µm aufgetragen. Hierbei haben sich hohe Schmelz- Viskositäten im Bereich von 20.000 bis 150.000 mPas als sehr vorteilhaft erwiesen, da auch bei den notwendigen hohen Verarbeitungsgeschwindigkeiten der Schmelzklebstoff sauber aufgetragen werden kann, ohne daß es zum Austritt des Klebstoffes über die äußeren Randbereiche der Rohlinge kommt. Außerdem wird bei diesen hohen Viskositäten die Bildung eines Fadenzuges vermieden. Die Schmelzklebstoffe weisen fernerhin eine sehr hohe Kohäsion auf, dadurch ergibt sich für die so hergestellte DVD eine gute und schnelle Rückstellkraft nach Biegebelastung beim Gebrauch bzw. der Handhabung der DVD.

Durch die weißen Pigmente des Schmelzklebstoffs wird zusätzlich zu dem Klebeffekt ein weißer Untergrund auf das Druckbild geschaffen und die optische Qualität der Darstellung gesteigert. Eine Zugabe von gefärbten oder gesundheitsschädlichen Korrosionsschutzpigmenten ist nicht erforderlich.

Die erfindungsgemäßen Schmelzklebstoffe sind gut zu verarbeiten und erfüllen die Qualitätsanforderungen an die Maßhaltigkeit der DVDs. Sie ergeben überraschender Weise einen guten Korrosionsschutz auch unter den erschwerten Bedingungen der Tests bei erhöhter Temperatur und hoher Luftfeuchte auf der ganzen Fläche der DVD. Separate Weißpigmente sind nicht erforderlich, so dass die Menge an Pigmenten, die im Schmelzklebstoff vorhanden sein dürfen ohne die Viskosität negativ zu beeinflussen, gleichzeitig die deckende und die schützende Aufgabe erfüllt.

Das erfindungsgemäße Verfahren unter Verwendung der Schmelzklebstoffe ermöglicht einen einfachen Weg, die reflektierende Schicht einer DVD auch langfristig zu schützen, ohne gesundheitsgefährdende Stoffe einzusetzen.

Nachfolgend soll anhand einiger Beispiele der Gegenstand der vorliegenden Erfindung in seinen bevorzugten Ausführungsformen näher erläutert werden. Bei den Zusammensetzungen sind dabei alle Mengenangaben Gewichtsteile, wenn nicht anders angegeben. Die Beispiele der Schmelzklebstoffe wurden mit üblichen Mischverfahren z. B. in der Schmelze, hergestellt. Die Prüf-DVDs werden in einer Spritzgußmaschine der Firma Krauss-Maffei hergestellt, mit dem erfindungsgemäßen Schmelzklebstoff beschichtet und dann verklebt.

Der Korrosionstest wird unter erhöhter Belastung in einer Klimakammer bei 80°C, 95% Luftfeuchtigkeit für 14 Tage durchgeführt. Zur Korrosionsmessung wurden die DVDs vor dem Test und danach optisch auf Fehler beurteilt und außerdem die Fehlerrate beim Lesen der Informationsbits gemessen.



Die erfindungsgemäßen Versuche Nr. 3-6 sowie die Vergleichsversuche 1-2 wurden zur Verklebung von den entsprechenden DVD eingesetzt. Die Qualität der Informationswiedergabe wurde mit einem entsprechenden Laser-Abtastgerät geprüft. Weiterhin wurde optisch die Reflexionsschicht auf Fehler untersucht.

Es zeigt sich daß die erfindungsgemäßen Schmelzklebstoffe nach der dem Test eine niedrigere Fehlerrate und eine geringe Korrosionsanfälligkeit zeigen.


Anspruch[de]
  1. 1. Schmelzklebstoffen zur Herstellung von Digital Versatil Disks (DVD) enthaltend 2 bis 15 Gew% bifunktionell basisch modifizierte Pigmente und/oder Füllstoffe aus der Gruppe von TiO2, SiO2, Al2O3, BaSO4, ZnSO4.
  2. 2. Schmelzklebstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Pigmente und/oder Füllstoff mindestens ein bifunktionell basisch modifiziertes Weisspigment enthalten ist.
  3. 3. Schmelzklebstoff nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Pigmente und/oder Füllstoffe natürliche oder sythetische Pigmente sind, die zumindest an der Oberfläche mit einem oder mehreren Salzen ausgewählt aus Mg, Ca, Sr, Ba, Al, Mn, Zn, Sn, Co, Mo, Zr, W, Ce, La-Verbindungen modifiziert worden sind.
  4. 4. Schmelzklebstoff nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Salze Phosphatsalze eingesetzt werden.
  5. 5. Schmelzklebstoff nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Weisspigment bifunktionell basisch modifiziertes Titandioxid eingesetzt wird.
  6. 6. Schmelzklebstoff nach Anspruch 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die bifunktionell basisch modifizierten Pigmente in einer Menge von 3 bis 10 Gew% enthalten sind.
  7. 7. Verwendung von Schmelzklebstoffen nach Anspruch 1 bis 6 zur Herstellung und Verklebung von DVDs.
  8. 8. Verwendung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass als Bindemittel der Schmelzklebstoffe mindestens ein thermoplastisches Bindemittel enthalten ist.
  9. 9. Verwendung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Schmelzklebstoff als Bindemittel
    1. a) Mindestens ein thermoplastisches Elastomer,
    2. b) Mindestens ein thermoplastisches Kohlenwasserstoffharz,
    3. c) Mindestens ein Poly-α-Olefin,
    4. d) Mindestens ein funktionelle Gruppen tragendes polares Wachs enthält, mit einer Viskosität des Schmelzklebstoffs von 20 000-150 000 mPas bei 160°C.
  10. 10. Verwendung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass als Komponenten a-d mindestens ein Stoff aus
    1. a) Ein Styrol-Dien-, Styrol-Isopren-Styrol- oder Styrol-Butadien-Styrol-Blockcopolymer oder deren teilweise hydrosierten Derivate sowie deren Mischungen,
    2. b) Ein cycloaliphatisches, aromatisches, aliphatisches aliphatisch-aromatisches Kohlenwasserstoffharz sowie deren Hydrierungsprodukte oder deren Mischungen,
    3. c) Ein ataktisches α-Olefin-Co- oder Terpolymeres des Ethylen, Propylen und/oder 1-Buten mit einem Molekulargewicht unterhalb von 120 000,
    4. d) Ein Polyolefin auf der Basis von Ethylen und/oder Propylen funktionalisiert mit (Meth)Acrylsäure, sowie deren C1- bis C4-Ester, Maleinsäure, Itaconsäure, Fumarsäure, Vinylacetat oder Kohlenmonoxid enthalten sind.
  11. 11. Verfahren zur Herstellung einer DVD mit den folgenden wesentlichen Verfahrensschritten,
    1. a) Aufbringen der Informationsschicht auf den Scheibenrohling,
    2. b) Beschichten der Informationsschicht mit einer das Licht reflektierenden Schicht,
    3. c) Beschichten der Reflexionsschicht mit einer Schicht des Schmelzklebstoffes nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
    4. d) Ggf. Bedrucken der Innenseite eines zweiten Scheibenrohlings mit einem Druckbild,
    5. e) Beschichten der Druckbildschicht mit einer zweiten Schmelzklebstoff- Schicht nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
    6. f) Verkleben der beiden Rohlinge unter Verpressen.
  12. 12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass im Schritt d) ein zweiter Scheibenrohling mit einer verspiegelten Informationsschicht verwendet wird.






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