Hintergrund der Erfindung
Diese Erfindung betrifft die Verbindung von in-situ-Messvorrichtungen mit
Drehschleifwerkzeugen. Bei der Verwendung und dem Betreiben von Schleifwerkzeugen
können wesentliche Vorteile durch Echtzeit-Feedback zu dem Bedienungsmann oder dem
Maschinenwerkzeug, der oder das das Schleifwerkzeug steuert, erreicht werden. Die Art von
Echtzeit-Feedback mit der größten Signifikanz sind, zum Beispiel, Temperatur, Rauheit, die
Position des Werkstücks während des Abschleifens, Schleifens oder Feinschleifens oder
Rauheit. Bisher hing dies von dem Einsatz erfahrener Bedienungsmänner oder von
Betriebsunterbrechungen ab, in welchen das Abschleifen mehr oder weniger häufig zur
Messung unterbrochen wurde. In diesem Dokument ist der Begriff "Abschleifen" nicht nur als
auf Verfahren bezogen zu verstehen, in denen wesentliche Mengen eines Materials von einer
Oberfläche entfernt werden, sondern auch, und was vielleicht noch bedeutender ist, auch auf
Verfahren, in denen die durchgeführte Arbeit als Feinschleifen, Polieren oder Läppen
angesehen wird.
Es wurde nun ein Drehschleifwerkzeug konstruiert, dass auf eine Vielzahl von Arten gesteuert
werden kann, um automatisch auf kritische Parameter zu reagieren und um den Betrieb als
Reaktion auf Variationen in diesen Parametern anzupassen, ohne der Notwendigkeit, den
Betrieb zu unterbrechen.
Beschreibung der Erfindung
Die vorliegende Erfindung stellt ein Drehschleifwerkzeug bereit, das
a) eine Schleifscheibe, in die Löcher in solchen Intervallen durch die Schleifscheibe
gelocht sind, dass eine Sicht auf die Oberfläche während des Schleifvorgangs möglich ist;
wobei die Schleifscheibe an
b) einer motorgetriebenen, drehbaren Welle angebracht ist; und
c) zumindest einen berührungslosen Sensor, der zur Ansicht und/oder Messung des
Zustandes einer Werkstückoberfläche durch Löcher in der Schleifscheibe ausgerichtet
ist, während diese rotiert,
umfasst.
Die Schleifscheiben kann steif sein, (d. h. selbsttragend), wird aber üblicherweise, was
einfacher ist, durch eine Unterstützungsunterlage gestützt, wobei der Körper der
Unterstützungsunterlage Löcher an den Orten aufweist, die denen der darauf gestützten
Scheibe entsprechen, so dass es beim Rotieren möglich ist, ein Werkstück, das abgeschliffen
wird, durch die Schleifscheibe und die Unterstützungsunterlage zu betrachten.
Schleifscheiben mit Sichtlöchern oder -öffnungen sind aus dem Stand der Technik zu dem
Zweck bekannt, um dem Bedienungsmann zu erlauben, den Zustand der Oberfläche, die
abgeschliffen wird, während des Abschleifens zu beurteilen. Solche Schleifscheiben sind
beispielsweise in WO/US96/19191 beschrieben. Die vorliegende Erfindung geht jedoch
wesentlich weiter, dadurch, dass das Drehschleifwerkzeug nicht nur zur Betrachtung der
Werkstückoberfläche sondern auch zur Messung seines Zustands in anwendungsabhängiger
Weise angepasst wird.
In einer Ausführungsform der Erfindung ist der berührungslose Sensor eine zur Messung der
Oberflächenbeschaffenheit und/oder des Abstandes zwischen der Schleifscheibe und der
Oberfläche des Werkstückes angepaßte Laservorrichtung. Somit kann ein solcher Sensor in
einem automatisierten Prozess beispielsweise die Schleifscheibe in einer schnellen aber
kontrollierten Weise in Richtung auf das Werkstück vorschieben, um so sowohl
Verzögerungen als auch Beschädigungen des Werkstückes, die von einem übermäßig
abrupten Anfangskontakt herrühren, zu vermeiden. Dann, wenn das Abschleifen begonnen
wurde, kann der Laser die Oberfläche des Werkstückes überwachen und, durch geeignete
Feedback-Mechanismen, den Schleifdruck kontrollieren oder das Werkzeug zurückfahren,
wenn eine geeignete Oberflächenbeschaffenheit hergestellt wurde. Dadurch, dass dies zu
einem Teil des Drehschleifwerkzeug gemacht wird, wird sichergestellt, dass der
Schleifvorgang effektiv mit einem minimalen Verlust an Zeit durchgeführt wird.
In einer weiteren Ausführungsform ist der berührungslose Sensor ein solcher, der speziell zur
Messung der Oberflächentemperatur angepasst ist, beispielsweise unter Verwendung einer
Infrarot-Sensorvorrichtung. Dies ist besonders wichtig, wenn die zu behandelnde Oberfläche
eine angemalte Oberfläche ist. Moderne Automobilfarben beispielsweise neigen während des
Schleifens oberhalb einer bestimmten Temperatur, die durch die Chemie der Polymermatrix
bestimmt wird, während des Schleifens zur Kugelbildung (d. h., teilweise zu schmelzen oder
zu erweichen und so kleine Kugeln oder Globuli aus Polymer zu bilden). Dadurch wird
selbstverständlich die Schleifwirkung der Scheibe zerstört und es ist daher wesentlich, die
Oberflächentemperatur während des Schleifens zu überwachen. Die
Temperatursensorvorrichtung kann getrennt von einer Laser-Sensorvorrichtung oder in diese eingebaut
sein, so dass beide Arten Oberflächenzustandsmessverfahren zur Verfügung stehen.
Andere berührungslose Sensoren können auf Lichtwellen (sowohl UV als auch sichtbare),
Schallwellen und jede andere gewünschte Sorte elektromagnetischer Strahlung reagieren.
Die Schleifscheibe wird in praktischer Weise mit von drei bis sechs Öffnungen ausgestattet,
die mit einer einheitlichen radialen Beabstandung von der Achse der Scheibe angeordnet sind.
Die Größe der Öffnungen ist vorzugsweise groß genug, um sicherzustellen, dass, wenn das
Werkzeug in Benutzung ist, die Oberflächenzustandssensoren ausreichende Daten empfangen
können, um eine verwendbare Ablesung zu erhalten. Die Form der Öffnungen ist nicht
entscheidend, im Allgemeinen sind aber runde Löcher bevorzugt, da diese maximale Sicht bei
minimaler Störung der Kohäsion der Scheibe unter Schleifbedingungen ergeben. Es ist
ebenfalls bevorzugt, dass die Sensorvorrichtungen so angeordnet sind, dass sie an der radialen
Position mit der maximalen Öffnungsfläche in der Scheibe durch die Scheibe blicken.
Da sich die am meisten relevante Information auf die Oberfläche des Werkstücks, dass
tatsächlich beschliffen wird, bezieht, sind die Sichtöffnungen vorzugsweise in der radialen
äußeren Hälfte der Scheibe angeordnet, da dies der Bereich ist, der am stärksten genutzt wird.
In einigen Ausgestaltungen von Schleifscheiben ist es bekannt, Bereiche des Umfangs einer
Scheibe zu entfernen, um so eine Sicht auf die Oberfläche unmittelbar an der Kante der
Schleifscheibe zu erhalten. Solche entfernte, periphere Bereiche werden ebenfalls als
"Öffnungen" angesehen, da sie die gleiche Funktionen wie Löcher in dem Körper der Scheibe
erfüllen, aber an einer anderen Position der Scheibe.
Die Sensorvorrichtungen wirken durch das Aussenden und/oder den Empfang von
elektromagnetischer Strahlung (deren Natur von dem Zustand, der gemessen wird, abhängt,
wie oben angezeigt) durch die Öffnungen in der Scheibe. In der Praxis bedeutet dies, dass
man das Detektionssystem mit den Umdrehungsgeschwindigkeiten der Scheibe und der
Frequenz, mit der die Löcher das Detektionssystem passieren, synchronisieren würde. Dies
stellt sicher, dass die maximale Information von den Sensorvorrichtungen empfangen wird.
Wenn die Scheibe steif ist, was beispielsweise der Fall wäre, wenn die Scheibe eine
Lamellenschleifscheibe wäre, in der vierseitige Lamellen aus beschichtetem Schleifmaterial
über eine Kante an eine steife, üblicherweise kappenförmige Scheibe in überlappender
Anordnung entlang einer Oberfläche der Scheibe angebracht sind, wird keine
Unterstützungsunterlage benötigt. Solche Scheiben werden zum Abschleifen von
Schweißstellen und Fließnähten verwendet.
Die Oberfläche der Schleifscheibe kann von konventioneller Art sein, in der das Schleifkorn
mittels üblicher Grund- und Deckschicht-Kombinationen an ein Trägermaterial gebunden ist,
mit oder ohne einer Superdeckschicht, die spezielle Schleifeigenschaften oder Charakteristika
verleiht. Sie kann aber auch eine verarbeitete Oberfläche haben, die mikro-replizierte
Strukturen, wie beispielsweise Pyramiden oder Linien von parallelen Graten, umfasst, welche
jeweils in einem Bindemittel dispergierte und an ein Trägermaterial haftende Schleifpartikel
umfassen.
Schließlich kann die Oberfläche auch eine Schicht einer Formulierung umfassen, die
Schleifpartikel umfasst, die in einem Bindeharz dispergiert sind und in einer relativ
einheitlichen Schicht oder einer konturierten Struktur auf einem Träger abgeschieden sind.
Die verwendeten Schleifpartikel können jede der üblicherweise für diese Zwecke
bereitgestellten Schleifpartikel sein und reichen von Aluminiumoxid, Aluminiumoxid-
Zirkoniumdioxid und Siliziumcarbid im Bereich der allgemeinen Schleifanwendungen bis
Diamant, CBN, Ceroxid, gamma-Aluminiumoxid und mikrokristallines alpha-
Aluminiumoxid in den spezielleren Schleifanwendungen.
Die Bindemittel-Komponente der Schleifscheibe kann aus den im Handel für solche
Anwendungen bekannten Bindemitteln ausgewählt werden. Diese schließen wärmehärtbare
Harze, wie beispielsweise Harze auf Phenol- oder Epoxid-Basis, und strahlungshärtbare
Harze, wie beispielsweise Acrylat-, Epoxy-Acrylat-, Urethan-Acrylat-Harze oder ähnliche
Harze, die durch sichtbares oder UV-Licht sowie Elektronenstrahl-Strahlung härtbar sind.
Ebenfalls eingeschlossen sind durch Feuchtigkeit härtbare Harze.
Das Mittel, mit denen die Schleifscheibe zum Rotieren gebracht wird, kann jedes geeignete
Motor-Mittel sein, und das ganze Werkzeug kann eine auf einem Winkelschleifer, einem
Handschleifer oder einem stationärem Schleifer oder Ähnlichem basierende Anpassung sein.
Vorteilhafterweise ist der Zustandsmessmechanismus mit Kontrollsystemen an dem
Werkzeug verbunden, welche solche Parameter wie die Position des Werkzeuges bezogen auf
einen Werkstück, die Kraft, mit der die Schleifscheibe das Werkstück berührt, und die
Rotationsgeschwindigkeit der Scheibe regulieren. Alternativ oder zusätzlich kann die
Zustandsmessvorrichtung mit einem Benachrichtigungssystem verbunden sein, wie
beispielsweise einer Leuchte, einer Klingel oder einem Summer, das anzeigt, dass ein
gewünschter Endpunkt oder Grenzzustand erreicht wurde. Es ist offensichtlich, dass, wenn
das Werkzeug zum Schleifen per Hand verwendet wird, die Verbindung vorzugsweise vom
Benachrichtigungs-Typ ist.
Ein bevorzugter Einsatz ist in der Automobilindustrie, wo die Automation von Feinschleif-
Verfahren weit fortgeschritten ist. Das Drehschleifwerkzeug der Erfindung ist besonders gut
zur Entfernung von Feinschliff-Defekten angepasst, wobei das Werkstück eine lackierte
Automobilblende ist. Ein Beispiel eines für diese Anwendung angepassten Werkzeug ist mit
zwei Sensoren ausgerüstet: Einer ist eine Laservorrichtung zum Auslesen der
Oberflächenbeschaffenheit des Werkstücks während es poliert wird und um die Arbeit zu
beenden, wenn die gewünschte Beschaffenheit erreicht wurde; und der zweite ist ein
Temperatursensor, der so eingerichtet wird, dass er das Polieren unterbricht oder mildert,
wenn die Temperatur der Oberfläche sich dem Punkt nähert, bei dem die Kugelbildung des
Polymers der Anstrichfarbe ein Problem wird. Die bevorzugte Scheibe für das Werkzeug hat
ein Muster aus drei Rundlöchern, wobei die Löcher gleichmäßig um die Scheibe herum
angeordnet sind und wobei jedes in etwa in einem Abstand von zwei Dritteln des radialen
Abstands von dem Mittelpunkt der Scheibe zum Umfang angeordnet ist. Der Durchmesser der
Löcher beträgt von etwa 15 bis 30% des Radius der Scheibe. Die Schleifoberfläche ist für
diese Anwendung eine herkömmliche und ist für das Werkzeug an sich nicht entscheidend.