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Dokumentenidentifikation DE10142832C2 24.07.2003
Titel Bowdenrohr
Anmelder Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. Kommanditgesellschaft, Coburg, 96450 Coburg, DE
Erfinder Dohles, Hilmar, 96274 Itzgrund, DE;
Schwarz, Uwe, 91058 Erlangen, DE;
Friedrich, Volker, 96237 Ebersdorf, DE
Vertreter Maikowski & Ninnemann, Pat.-Anw., 10707 Berlin
DE-Anmeldedatum 21.08.2001
DE-Aktenzeichen 10142832
Offenlegungstag 27.03.2003
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 24.07.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.07.2003
IPC-Hauptklasse F16C 1/26
IPC-Nebenklasse B29C 47/02   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verbinden eines Führungsrohres mit dem Ende eines Bowdenrohres.

Bei einem Bowdenrohr oder Bowdenzug handelt es sich um einen Seilzug, bei dem Bewegungen und Kräfte durch ein in einem metallischen Schlauch verschiebbaren Seil, das als Draht oder Kunststoffseil ausgebildet sein kann, übertragen werden. Im Kraftfahrzeugbau wird das Bowdenrohr zur Weiterleitung einer Steuerbewegung oder als Kraftübertragungselement verwendet. Da Seile nur Zugkräfte übertragen können, wird zum Zwecke der Bewegungsumkehr entweder eine Rückzugfeder oder ein Doppelzug angebracht.

Die das Seil oder die "Seele" führende flexible Bowdenzughülle besteht üblicherweise aus einer Drahtspirale, um die erforderliche Flexibilität des Bowdenrohres zu gewährleisten. Da bei einer Anordnung eines Bowdenrohres in einem Kraftfahrzeug, beispielsweise als Kraftübertragungselement für einen Seilfensterheber, eine berührungsfreie Anordnung des Bowdenrohres in einer Kraftfahrzeugtür nicht an jeden Ort gewährleistet werden kann, werden Bowdenrohre mit einem Klapperschutz bzw. Dämpfer versehen, um das Anschlagen der metallischen Drahtspirale an Metallteilen der Kraftfahrzeugtür zu dämpfen.

Zum Anbringen eines Dämpfers an einem Bowdenrohr ist es gemäß Fig. 1 bekannt, die Drahtspirale bzw. flexible Bowdenzughülle 2, die das Seil 1 umgibt und führt, mit einer dünnen Kunststoffschicht 3, beispielsweise einer Hülle aus Polyvinylchlorid, zu ummanteln und darauf einen Dämpfer in Form eines weichen, porenlosen Kunststoffs oder in Form eines geschäumten Kunststoffrohres aufzubringen. Der weiche, porenlose Kunststoff kann zylindrisch oder sternförmig ausgebildet werden.

In dieser Ausführungsform muss die Drahtspirale bzw. flexible Bowdenzughülle 2 vor dem Aufbringen des Dämpfers 4 in Form eines weichen, porenlos und gegebenenfalls sternförmig ausgeführten Kunststoffs oder eines geschäumten Kunststoffrohres erst mit der dünnen Kunststoffschicht 3 ummantelt werden, um die Drahtspirale 2 vor Korrosion zu schützen. Damit ist jedoch ein zusätzlicher Material- und Arbeitsaufwand verbunden.

Alternativ kann gemäß Fig. 2 ein sternförmiger Dämpfer 5 aus Kunststoff oder Gummi direkt auf die das Seil 1 führende Drahtspirale bzw. flexible Bowdenzughülle 2 aufgebracht werden.

In dieser Ausführungsform muss der auf die Drahtspirale 2 unmittelbar aufgebrachte Dämpfer 5 an den Enden des Bowdenrohres wieder abgemantelt werden, um dort einen definierten Sitz und eine definierte Verbindung zwischen dem Bowdenrohr und einer Bowdenrohraufnahme bzw. Führungshülse zu erreichen. Damit ist ebenfalls ein zusätzlicher Arbeitsaufwand verbunden und darüber hinaus geht an diesen abgemantelten Enden der Korrosionsschutz für das Bowdenrohr verloren.

Aus der DE 296 19 892 U1 ist ein Bowdenrohr mit Innenrohr und einer daran radial anschließenden als Dämpfer wirkenden Kunststoff-Profilhülle bekannt, das an den Enden mit einem Verbindungselement versehen wird. Zur Konfektionierung des Bowdenrohres wird die Profilhülle bis zum Innenrohr aufgeschnitten und dann abgezogen.

Aus der DE 41 18 060 A1 geht ein Verfahren zur Herstellung eines Bowdenzuges hervor. Dabei wird ein Führungsrohr mit dem innenliegenden Zugelement in eine Längsnut einer Gießform derart eingelegt und mit schaumstoffartigem Material umgossen, dass die Endbereiche des Führungsrohres nicht umschäumt werden.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Bowdenrohr der eingangs genannten Gattung mit einem Dämpfer mit geringem Arbeitsaufwand sowohl bei der Herstellung des gedämpften Bowdenrohres als auch beim Anbringen eines Führungsrohres an das Ende eines gedämpften Bowdenrohres zu versehen und gleichzeitig einen optimalen Korrosionsschutz zu gewährleisten.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Das erfindungsgemäße Verfahren zum Verbinden eines Führungsrohres mit dem Ende eines Bowdenrohres, wobei das Bowdenrohr ein Seil aufweist, das in einer flexiblen Bowdenzughülle geführt ist, die von einem Dämpfer ummantelt ist, der aus einem geschäumten Kunststoffdämpfer besteht und der um die flexible Bowdenzughülle extrudiert ist, ist dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsrohr auf die flexible Bowdenzughülle aufgesteckt und der geschäumte Kunststoffdämpfer bis auf ein vorgegebenes Maß der Verbindung zwischen dem Führungsrohr und dem Bowdenrohr in Längsrichtung zusammengeschoben wird.

Dieses Verfahren ermöglicht das Anbringen einer Führungsaufnahme oder Führungshülse an einem Ende eines Bowdenrohres, ohne dass ein Abmanteln des auf die Drahtspirale extrudierten Dämpfers an den Enden des Bowdenrohres erforderlich ist, so dass das Bowdenrohr jeweils auf die erforderliche Länge direkt abgelängt werden kann. Dabei ist ein optimaler Korrosionsschutz gewährleistet, da der um die Bowdenzughülle extrudierte geschäumte Kunststoffdämpfer mit der Bowdenzughülle keine feste Verbindung eingeht, so dass der Kunststoffdämpfer beim Aufsetzen des Führungsrohres auf das Ende des Bowdenrohres leicht zurückgeschoben werden kann und der aufgeschäumte Kunststoffdämpfer unmittelbar an der Bowdenrohraufnahme anliegt und die Drahtspirale vor Feuchtigkeit und damit vor Korrosion schützt.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Lösung ist dadurch gekennzeichnet, dass der Dämpfer aus einem geschäumten Kunststoffdämpfer besteht, der vorzugsweise geschlossen-porig ausgebildet ist.

Die erfindungsgemäße Lösung ermöglicht weiterhin die Anbringung eines geschäumten Kunststoffdämpfers mit unterschiedlichen Wandstärken, so dass unterschiedliche Dämpfungsgrade des Bowdenrohres erzielt werden können.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird ein geschäumter Kunststoffdämpfer unmittelbar um die Bowdenzughülle extrudiert, wobei der geschäumte Kunststoffdämpfer keine Verbindung mit der Bowdenzughülle eingeht.

Anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles soll der der Erfindung zugrundeliegende Gedanke näher erläutert werden. Es zeigen:

Fig. 1 und 2 zwei Varianten der Verbindung eines Bowdenrohres mit einem Dämpfer nach dem Stand der Technik;

Fig. 3 einen Längsschnitt und einen Querschnitt durch die erfindungsgemäße Verbindung eines Bowdenrohres mit einem aufgeschäumten Kunststoffdämpfer und

Fig. 4 eine vergrößerte Darstellung des Verbindungsbereiches zwischen einem Bowdenrohr und einem mit dem Ende des Bowdenrohres verbundenen Führungsrohr.

Der in Fig. 3 dargestellte Längs- und Querschnitt durch ein erfindungsgemäß ausgebildetes Bowdenrohr zeigt ein Seil 1, das innerhalb einer flexiblen Bowdenzughülle 2, die beispielsweise als Drahtspirale ausgebildet sein kann, geführt ist. Um die nicht abgelängte, d. h. endlose flexible Bowdenzughülle 2 ist ein geschäumter Kunststoffdämpfer 6 direkt herum extrudiert, so dass der geschäumte Kunststoffdämpfer 6 mit der flexiblen Bowdenzughülle 2 keine stoffliche Verbindung eingeht.

Damit ist die flexible Bowdenzughülle 2 über ihre gesamte Länge mit dem geschäumten Kunststoffdämpfer 6 umgeben, so dass keine metallischen Berührungen zwischen der flexiblen Bowdenzughülle 2 und Metallteilen beispielsweise einer Kraftfahrzeugtür auftreten können.

Zum Anbringen eines Führungsrohres bzw. einer Führungsaufnahme 7, die beispielsweise mittels einer Spiralfeder 8 federbelastet ist, wird das Führungsrohr 7 auf die Stirnseite des Bowdenrohres aufgeschoben, so dass die zylindrische Innenwand 70 des Führungsrohres an der flexiblen Bowdenzughülle 2 anliegt. Die Stirnseite 71 des Führungsrohres 7 schiebt dabei den geschäumten Kunststoffdämpfer 6 soweit zurück, dass das Ende 20 der flexiblen Bowdenzughülle am Boden des Führungsrohres 7 zur Anlage kommt.

Das in der flexiblen Bowdenzughülle 2 geführte Seil 1 ragt durch eine Bohrung 72 des Führungsrohres 7 und kann in entsprechender Weise mit einem Kraftübertragungselement verbunden werden.

Wie der vergrößerten Darstellung gemäß Fig. 4 zu entnehmen ist, wird beim Aufschieben des Führungsrohres 7 der geschäumte Kunststoffdämpfer im Endbereich 60 durch die Stirnseite 71 des Führungsrohres zusammengeschoben und damit verdichtet und bildet einen vergößerten und durch das Zusammenschieben eng dichtend am Führungsrohr 7 anliegenden Anschlag, der eine gute Abdichtung des Bowdenrohres gegen das Eindringen von Feuchtigkeit bildet. Dadurch wird eine geschützte Anordnung der flexiblen Bowdenzughülle 2 auch am Ende des Bowdenrohres gewährleistet, so dass ein optimaler Korrosionsschutz gegeben ist.

Die erfindungsgemäße Lösung schafft somit einen Synergieeffekt, da der geschäumte Kunststoffdämpfer 6 sowohl den Korrosionsschutz der flexiblen Bowdenzughülle gewährleistet als auch den gewünschten Dämpfungseffekt sicherstellt, wobei der Dämpfungsgrad von der Wandstärke und Art des verwendeten Materials des geschäumten Kunststoffdämpfers abhängt und mit steigender Wandstärke eine größere Dämpfung gewährleistet werden kann.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Verbinden eines Führungsrohres mit dem Ende eines Bowdenrohres, wobei das Bowdenrohr ein Seil aufweist, das in einer flexiblen Bowdenzughülle geführt ist, die von einem Dämpfer ummantelt ist, der aus einem geschäumten Kunststoffdämpfer besteht und der um die flexible Bowdenzughülle extrudiert ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsrohr (7) auf die flexible Bowdenzughülle (2) aufgesteckt und der geschäumte Kunststoffdämpfer (6) bis auf ein vorgegebenes Maß der Verbindung zwischen dem Führungsrohr (7) und dem Bowdenrohr in Längsrichtung zusammengeschoben wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der geschäumte Kunststoffdämpfer (6) geschlossen-porig ausgebildet ist.
  3. 3. Verfahren nach mindestens einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der auf die flexible Bowdenzughülle (2) geschäumte Kunststoffdämpfer (6) eine unterschiedliche Wandstärke zur Erzielung unterschiedlicher Dämpfungsgrade des Bowdenrohres aufweist.
  4. 4. Verfahren nach mindestens einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der geschäumte Kunststoffdämpfer (6) unmittelbar um die Bowdenzughülle (2) extrudiert wird, wobei der geschäumte Kunststoffdämpfer (6) keine Verbindung mit der Bowdenzughülle (2) eingeht.






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