PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10155326A1 24.07.2003
Titel Vorrichtung zum Beschichten von körnigem Gut
Anmelder Petkus Wutha Sortier- und Aufbereitungstechnik GmbH, 99848 Wutha-Farnroda, DE
Erfinder Scholze, Mark, 99817 Eisenach, DE;
Hüske, Wolfgang, 32257 Bünde, DE;
Hartmann, Egon, 21255 Tostedt, DE
DE-Anmeldedatum 09.11.2001
DE-Aktenzeichen 10155326
Offenlegungstag 24.07.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.07.2003
IPC-Hauptklasse A01C 1/06
IPC-Nebenklasse B01F 15/00   
Zusammenfassung Offenbart wird eine Vorrichtung zum Beschichten von körnigem Gut, bestehend aus einer Gutdosierung, dem Mischzylinder, mindestens einer Dosierung für flüssige, pastöse und/oder pulverige Beschichtungsmittel sowie eine automatische Steuerung für den Ablauf eines Zyklus. Der Mischzylinder besteht aus einem sich nach oben verjüngenden, konischen Stator und einem um die senkrechte Achse drehenden aus einem Klöpperboden gefertigtem Rotor sowie dem mit dem Stator verbundenem Deckel mit Einfüllöffnungen und dem an der Außenwand des Stators befestigtem Produktauslauf mit elektropneumatisch betätigter Klappe, welche als Ausschnitt der Statorwandung ausgeprägt ist. Zur Feinversprühung der flüssigen Beschichtungsmittel wird eine gewellte Sprühscheibe über eine in der Rotorhohlwelle gelagerte Welle von dem gleichen Antrieb hochtourig angetrieben. Der aus der Statormitte herausnehmbare spitzkegelige Dom bewirkt durch die nach außen geführten Absauganschlüsse eine gleichmäßige Aspiration schon bei der Befüllung des rotationssymmetrisch einfließenden Gutes.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Beschichten von körnigem Gut, insbesondere die Beschichtung von Saatgut mit Pflanzenschutzmitteln und anderen an das Einzelsamenkorn zu bringenden Wachstumsregulatoren, umfassend einen nach oben sich verjüngenden Stator und einen sich um die senkrechte Achse schnell drehenden Rotor, welche die Merkmale des Oberbegriffes des Patentanspruches 1 aufweist.

Es ist üblich, Saatgut mit Pflanzenschutzmitteln und Wachstumsregulatoren zum Schutz der Pflanze vor Krankheiten und Schädlingen durch sogenanntes Beizen oder Inkrustieren zu behandeln. Die hierfür eingesetzten Wirkstoffe bieten der aus dem Samen entstehenden Pflanze beispielsweise Schutz gegen samenbürtige, bodenbürtige oder luftbürtige Pilzerkrankungen. Hierzu wird zu einer Saatgutmenge eine bestimmte Wirkstoffmenge zugegeben und vermischt. Für den gezielten Schutz der Einzelpflanze, aus Kostengründen und zur Vermeidung von Umweltbelastungen ist es erforderlich, die Einzelsamen gleichmäßig zu beschichten.

Es ist bekannt, Saatgut mit Pflanzenschutzmitteln in kontinuierlich durchfließenden oder Chargengeräten zu behandeln. Die kontinuierlichen Geräte werden vorwiegend für Getreidebeizungen mit hohen Durchsatzleistungen eingesetzt, mit dem Nachteil der ungenügenden Einzelkornverteilung, während Chargengeräte eine ausreichende Einzelkornverteilung und Beschichtung der gesamten Kornoberfläche ermöglichen, aber aufgrund der geringen Chargenmenge und Zykluszeit mit Totzeiten in der Durchsatzleistung begrenzt sind.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum gleichmäßigen Beschichten aller Einzelkornoberflächen bei hoher Durchsatzleistung zu erreichen und dadurch gleichzeitig die Forderungen nach Qualität der Beschichtung und möglichst hoher Durchsatzleistung bei schonender Behandlung des Saatgutes zu erreichen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruches gelöst. Durch vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung, welche Gegenstand der Unteransprüche sind, werden die Merkmale des Hauptanspruches in ihrer Wirksamkeit positiv unterstützt.

Der Vorteil der erfindungsgemäßen Vorrichtung liegt in der Robustheit der Hauptarbeitselemente Stator und Rotor, welche aus Edelstahl mit mindestens 5 mm Wandstärke ausgeführt sind. Hierdurch ist ein automatischer, dauerhafter Betrieb der Vorrichtung in Getreide-Großbetrieben mit bis zu 10.000 t Saisondurchsatzleistung gegeben. Es ist aber auch möglich, für Kleinstbetriebe einzelne Chargen von nur 50 kg zu bearbeiten.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung wird vorrangig als Prozessmaschine in eine Saatgutaufbereitungsanlage eingebunden, kann durch ihre automatische Ablaufsteuerung aber auch als Einzelmaschine betrieben werden. Die einzelnen Bearbeitungsphasen können auch von Hand gesteuert werden. Bei automatischer Ablaufsteuerung wird das körnige Gut über eine elektropneumatische Waage parallel zum Arbeitsprozess verwogen und erst nach Freigabe durch die Steuerung wird der Mischzylinder mit körnigem Gut befüllt. Schon während der Befüllphase kann über eine Dosierpumpe Beschichtungsmittel zugegeben und über die Sprühscheibe an das körnige Gut gebracht werden. In der anschließenden Mischphase, ohne Versprühung, wird das Beschichtungsmittel an der Gutoberfläche verteilt. Zum Abschluss des Zyklus wird das beschichtete Gut über die geöffnete Klappe durch Fliehkraft in den Auslauf entleert.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung 1 dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Die Hauptphasen eines Zyklus werden in den Fig. 2-5 dargestellt.

Es zeigen:

Fig. 1 eine Seitenansicht, teilweise aufgeschnitten und eine Seitenansicht von vorne, teilweise aufgeschnitten;

Fig. 2-5 die schematische Darstellung der Zyklushauptphasen.

Die Beschickung der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit körnigem Gut erfolgt über den zentrisch angeordneten Rohrstutzen (1) des Deckels (2). Die Beschickungscharge wird mit einer elektropneumatischen Bodenklappenwaage (3) parallel zum Arbeitsprozess verwogen und wird erst nach Freigabe durch die Steuerung über den Waagennachbehälter (4) der Vorrichtung zugeführt. Anstelle der gravimetrischen Dosierung kann auch eine volumetrische Dosierung mittels Zellenradschleuse eingesetzt werden. Die Waage (3) und der Nachbehälter (4) sind in einem Gestell (5) angeordnet und auf dem Grundrahmen (6) der erfindungsgemäßen Vorrichtung abgestützt. Im Grundrahmen (6) ist der Hauptantriebsmotor (7) in einer Motorwippe (8) befestigt. Die Hauptantriebswelle (9) ist durch eingeschraubte Quertraversen (10) mit dem Grundrahmen (6) verbunden. Über zwei Flanschnaben (11) ist der Rotor (12) mit der Hauptwelle (9) drehbar gelagert. Die Hauptwelle (9) ist als Hohlwelle ausgeführt, dies ermöglicht die zentrische Lagerung der Sprühscheibenantriebswelle (13). Beide Wellen können somit vom Hauptantriebsmotor (7) über Riemenantrieb (14) mit unterschiedlichen Drehzahlen angetrieben werden. Die Riemenscheibenkombination der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist so gewählt, dass der Rotor (12) mit 275 Umdrehungen pro Minute läuft, während die Sprühscheibe (15) mit 1360 Umdrehungen pro Minute dreht. Durch die Wellung der Sprühscheibe (15) im Außenbereich und die hohe Drehzahl wird eine feinneblige Versprühung der über die Dosierpumpe (16) zugegebenen Flüssigkeitsmenge erreicht. Die Flüssigkeitschargenmenge wird aus einem Flüssigkeitsbehälter entnommen und die Entnahme wird gewogen. Der vertikal sich nach oben verjüngende Stator (17) ist mit seinem unteren Flanschring (18) auf der Grundplatte (19) des Grundrahmens (6) dicht verschraubt. Zwischen Grundplatte (19), dem Rotor (12) und einem Teil des Stators (17) entsteht ein geschlossener Raum, der über einen Ventilator (20) mit Überdruck beaufschlagt wird. Der ringförmige Spalt zwischen Rotor (12) und Stator (17) wird durch die zum Mischzylinder hin austretende Luft abgedichtet. Im Zentrum des Mischzylinders ist der herausnehmbare spitzkegelige Dom (21) in den nach außen geführten Absauganschlüssen (22) gelagert. Die Flüssigkeitsrohrleitung (23) ist fest mit dem Dom (21) verbunden, dies bewirkt die Zentrierung des Rohraustritts direkt über der Mitte der Sprühscheibe (15). Die Entleerung des Mischzylinders erfolgt nach beendetem Beschichtungsprozess mit der elektropneumatisch nach außen geöffneten Klappe (24) in das Auslaufgehäuse (25). Das in Fig. 2 bis 5 dargestellte Beschichtungsprogramm wird mittels freiprogrammierbarer Steuerung realisiert. Die Ablaufzeiten der Einzelphasen sind hierbei frei wählbar. Hinterlegte Programme ermöglichen die schnelle wiederholgenaue Reproduzierbarkeit von bekannten Beschichtungsprozessen.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Beschichten von körnigem Gut, insbesondere zum Beschichten von Saatgut, bestehend aus einer Gutdosierung, dem Mischzylinder, mindestens einer Dosierung für flüssige, pastöse und/oder pulverige Beschichtungsmittel sowie eine automatische Steuerung, dadurch gekennzeichnet, dass der Mischzylinder aus einem sich nach oben verjüngenden, konischen Stator (17) und einem sich um die Achse drehenden aus einem Klöpperboden (Klappe DIN 2617, oder ähnlichem) gefertigten Rotor (12) gebildet wird.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Mischzylinder zentral durch den mittig angeordneten Rohrstutzen (1) des Deckels (2) mit Gut beschickt wird.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein herausnehmbarer spitzkegeliger Dom (21) in der Mitte des Mischzylinders angeordnet ist, der das durch den Rohrstutzen (1) einfließende körnige Gut als rotationssymmetrischen Schleier in den Mischzylinder verteilt.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein herausnehmbarer spitzkegeliger Dom (21) über nach außen geführte Absauganschlüsse eine gleichmäßige Aspiration von Feinteilen aus dem körnigen Gut während der Befüllung bis zum Abschluss des Beschichtungsprozesses bewirkt.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der spitzkegelige Dom (21) oberhalb der Sprühscheibe (15) angeordnet ist und diese durch den größeren Durchmesser des Domes (21) überdeckt wird und dadurch sich die Vernebelung der Flüssigkeit ungestört entwickelt und das im Mischzylinder heftig bewegte körnige Gut nicht durch Berührung mit der schnell rotierenden Sprühscheibe (15) beschädigt wird.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com