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Dokumentenidentifikation DE10203023A1 24.07.2003
Titel Verfahren zur Herstellung von Mattenstraßen durch Altreifenrecycling
Anmelder Woronowicz, Ulrich, Dr., 13585 Berlin, DE
Erfinder Woronowicz, Ulrich, Dr., 13585 Berlin, DE
DE-Anmeldedatum 16.01.2002
DE-Aktenzeichen 10203023
Offenlegungstag 24.07.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.07.2003
IPC-Hauptklasse B29B 17/00
IPC-Nebenklasse A61H 19/00   A23B 7/00   B09B 3/00   
Zusammenfassung Zur sinnvollen Wiederverwendung von massenhaft anfallenden Altreifen aller Art können Flechtmatten hergestellt werden, die insbesondere dem Bau von Straßen und Parkplätzen dienen. Damit wäre die Herstellung eines geschlossenen Rücklaufes von Kraftfahrzeugteilen hin zum Ausgangsort, der Straße, bewirkt.
Die Umweltfreundlichkeit besteht auch darin, daß Altreifen schadstoffrei entsorgt werden.
Altreifenflechtstraßen würden besonders im Inland denkmalpflegerischen und verkehrsfördernden Zwecken in abgelegenen, dörflichen Regionen dadurch dienen, daß die vorhandenen Kopfsteinpflaster aufgenommen und in die Nester, die die Mattenstraßen bilden, eingelegt werden können.
In Entwicklungsgebieten können sie als kostengünstige und schnell herzustellende Straßen vor Ort produziert werden.
Für die Erstellung provisorischer Umleitungsstrecken sind sie ebenso geeignet, wie als Bodenpontons für militärische Zwecke, die von Pionieren z. B. als Roll- oder Start- und Landebahnen gebaut werden können. Nach Erfüllung dieses Zweckes können sie rasch wieder aufgenommen und umgesetzt werden.
Das Wesentliche der Erfindung besteht in den Schlitz- und Trennschnitten an den Altreifen, die es ermöglichen, diese kreuzweise miteinander so zu verflechten, daß Lagernester für Füllmaterial verschiedenster Art entstehen.
Die Reifen werden aufgeschnitten, gestreckt und durch kerbenbildende Schlitzschnitte segmentiert. Die Grenze der Schlitzschnitte bildet die Wulstzone. Dadurch bleiben die ...

Beschreibung[de]

Zu den großen Problemen der Altstoffbeseitigung gehört die sachgemäße und umweltgerechte Entsorgung von Altreifen aller Art. Bisher findet man z. B. Altreifen als provisorische Befestigungen von Plasteplanen in der Landwirtschaft. Besonders in der ehemaligen DDR fand man sie auf Kindergarten-Spielplätzen. In beiden Fällen sind sie häßliche, die Umwelt verschandelnde Formen der Wiederverwendung. Versucht wurde der Einsatz als Ersatz für Dachpfannen, ohne wesentlichen Erfolg. Oft werden sie heute, z. B. bei der Herstellung von Zement, als Brennstoffmaterial entsorgt. Meist aber werden sie massenhaft gelagert.

Die hier vorgelegte Erfindung bietet die Möglichkeit, Altreifen aller Art so neu aufzubereiten, daß sie verwendet werden können:

  • - als tragende Schicht im Straßenbau,
  • - für den Platzbau, besonders für den Bau von Parkplätzen,
  • - beim Wegebau,
  • - bei der Estrichherstellung in Hallen oder auf Freiflächen,
  • - beim Ersatzstraßenbau, weil die Straßenmatten, ohne Nachfolgeschäden zu verursachen, schnell wieder aufgenommen werden können,
  • - besonders für den Transportstreckenbau in den Entwicklungsländern, weil vor Ort produzierbar,
  • - für den schnellen Bau von Rollbahnen und Flugplätzen durch Pioniereinheiten, die auch sofort wieder abgebaut und umgesetzt werden können,
  • - als Bett für Kopfsteinpflaster, wobei die Kopfsteine aufgenommen und in die anzuliefernden Matten vor Ort wieder eingelegt werden können, andernfalls wären sie aufzunehmen und in entsprechenden Produktionsstätten maßgerecht einzubringen und als Matten wieder zu verlegen,
  • - und zur Herstellung von Kleinpflaster unter Verwendung von Fahrrad- und Motorrad-Altreifen.

Die hier vorgelegte Erfindung bietet eine grundsätzlich neue Lösung für die Entsorgung von Altreifen und der o. g. Projekte. Dabei ist auf die Erhöhung der Kostengünstigkeit besonders hinzuweisen.

Für den Mattenstraßenbau aus Altreifen sind entsprechende Produktionsstätten zu errichten. In Ausnahmefällen kann ein Teil der Arbeiten vor Ort erfolgen. Durch die hier vorgeschlagene Lösung wird der Straßenbau witterungsunabhängiger.

Das Neue dieser Erfindung liegt in dem speziellen, genau berechneten Schlitz-Lappenschnitt- und Fugenschlitzverfahren, mit dem die Altreifen für die genannten Zwecke vorbereitet werden.

Als weitere Rycyclingmöglichkeit käme auch die Wiederverwendung von Altplastmaterial in Frage, das ja in den modernen Industriegesellschaften ebenfalls, wie die Altreifen, massenhaft anfällt. Hier denke ich an die Herstellung von jeweils paßgerechten porösen oder festen Pflastersteinen aus Plaste, die in den Nestern durch Nocken und Haltelöcher befestigt werden können.

Alle Materialien, die für die Füllung der Mattennester verwendet werden können, bis hin z. B. von Sanden mit Lehmanteil und Splittmischungen für Garten- Wald und Feldwege, könnten zu einer kompakten Deckschicht werden, wenn sie mit der notwendigen Dicke aufgetragen werden. So würden Füllsteine entstehen, die in der Tiefe verwurzelt und in der Breite miteinander verbunden wären. Matten dieser Art würden dann den Lastdruck immer sofort nach dem Prinzip eines Sprengwerkes auf die ganze Straße übertragen. In diesem Fall wäre auf das Einbringen von Deckplatten zu verzichten. Zu erproben wäre die Möglichkeit, die Deckplatten doch zu verwenden, sie jedoch mit Fenstern zu versehen, die die Oberkanten der Füllsteine umranden und so eine plane, verkehrsgerechte Deckschicht bilden. Damit wäre die Gefahr der Verformung der Straße oder das Entstehen von Schlaglöchern erheblich verringert. Reparaturen wären leichter durchzuführen, weil der jeweils beschädigte Mattenteil herausgeschnitten und komplett durch ein neues Element ersetzt werden kann.

Das erfinderisch Neue bezieht sich auf die Verbindung von Altreifen aller Größen und Arten durch bestimmte Schnitte und durch spezielle Schnitte herstellbare, materialeigene Verbindungselemente, aber auch durch die Verwendung von Fremdverbindungselementen wie Stahlklammern, zu verlegbaren Straßenmatten, deren nesterartige Halbhohlräume mit Baumaterialien aller Art gefüllt werden können.

Diese Matten können fabrikmäßig hergestellt und ihres geringen Gewichts wegen gut transportiert werden. Die Füllung der Matten kann auch noch vor Ort vorgenommen werden. Das wäre besonders bei der Wiederherstellung von Kopfsteinpflasterflächen möglich. Auch die Konstruktion von speziellen Maschinen, die vor Ort die Aufnahme der Steine, ihre Einbringung in die Matten und die Auslegung der Matten vornimmt, wäre denkbar.

Die Vorteile der Erfindung bestehen in einer grundsätzlichen Erhöhung der Kostengünstigkeit auf dem Gebiet des Straßenbauwesens, der weitgehenden Witterungsunabhängigkeit bei der Herstellung oder Erneuerung der Straßen, eine zu vermutende weitere Einsparung der Kosten dadurch, daß die Matten durch ihre höhere Konsistenz Einsparungen bei Straßenuntergrundarbeiten möglich machen könnten und eine wesentlich schnellere Herstellung der Straßenbauprojekte. Da Erprobungen noch nicht möglich waren, wären folgende weitere positive Perspektiven ins Auge zu fassen:

  • - die Minderung der Fahrzeuggeräusche,
  • - eine günstige Wasserabführung durch das Anbinden leerer Altreifen, die als Abflußrinnen dienen.
  • - Möglich wäre auch der Einbau von Absaugkanälen für Abgase.
  • - Möglich wäre auch die Herstellung von leichten, porösen Füllsteinen, die formgerecht aus Altplastematerial hergestellt werden könnten.

Ausführungsbeispiel

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben. Es zeigen: Fig. 1 1 Die Altreifen werden aufgetrennt, auf Streckbänken zu geraden Teilen gedehnt und dort befestigt.

2 zeigt den Wulst. Dieser bildet die Grenze der Trennschnitte.

3 zeigt die Trennschnitte, die Kerben entstehen lassen. In diese Kerben greifen kreuzförmig die von unten vorgelegten Altreifenteile ein und verbinden beide Teile so, daß Füllmaterialnester entstehen.

Fig. 2 1 Längslaufender Trennschnitt jedes zweiten Materialbergeelementes.

2 Er läßt zwei Lappen entstehen.

3 Diese können übereinander gelegt werden,

4 oder einen Einsteck-lappenschnitt erhalten, der es möglich macht, sie an der Außenseite zu verankern. die in unterschiedlichen Seitenwandhöhen angelegten

5 Einsteck-lappenschlitze sollen eine Zugwirkung auf die ganze Wanne ausüben, um der dem Material innewohnenden Zugtendenz zur Rückbildung der Reifenform entgegenzuwirken. Dem können auch kleinere, Schnitte, besonders im Bereich der Lauffläche dienen, die vor allem den eingewobenen, radialen Stahldrähte ihre Zug- und Spannkraft nehmen. Dabei darf der Karkassenbereich nicht verletzt werden.

Fig.3 stellt das kreuzförmige Verbinden eines durch Kerbschnitte entstandenen Altreifenteiles dar. In diesem Fall ist der Lappenteil von oben eingebracht und gemäß Fig.2/3 übereinandergelegt. Es lassen jedoch auch ungelappte Teilelemente übereinanderlegen. Dadurch würde aber zwischen den unteren und den oberen Böden ein Hohlraum entstehen.Fig.4 stellt die Mattenbildung durch das verbinden mehrerer vorbereiteter Altreifenteile dar. Dabei kann auch, wie hier dargestellt, eine Webstruktur angewendet werden, bei der eweils ein Teil von oben, ein zweiter von unten eingebunden wird.Fig.5 Ein weiterer Arbeitsgang ist das Herstellen von einschiebbaren Deckschichtplatten.1 Die reifenförmig gewölbten Altreifen werden auf dem Strecktisch völlig plan geformt. Materialbedingte Widerstände können durch operativartige kleine Schnitte an unterschiedlichen Stellen materialbedingte Zugwiderstände, die ein Planen verhindern, gebrochen werden. Dabei darf die Karkassenschicht nicht verletzt werden. Die Platten erhalten

2 der Laufseite nach unten so einzuschieben, wie man Deckel einschiebt.

3 Die Wülste der materialtragenden Reifenwannen bieten auf den Außenseiten den Wülsten der Deckplatten ein Klemmwiderlager oder, je nach den Typenformen der Altreifen, eine Verankerung nach dem Prinzip der Dachpfanneneindeckung von Mönch und Nonne. Die feste Verbindung kann auch dadurch erzielt werden, daß die Wülste auf die passenden Winkel abgehobelt werden. Der Klemmeffekt wird durch die entsprechende Abstimmung der Breitenmaße von Deckschichtplatte 1 mit den Reifenwannenwülsten 3 erreicht.

4 mittig in der Lauffläche eine Fuge, die es möglich macht, die Platte mit der

5 Das Auffüllen der fertiggestellten Reifenwannen kann auch vor Ort erfolgen, denn es ist möglich, nach dem Auffüllen die Deckplatten einzuschieben. Durch das Wenden der planierten Altreifen von ihrer Lauffläche auf die Innenseite entsteht eine verkehrsgünstige, weil gut geglättete, und eine geräuscharme Straßendecke.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Herstellung von kompakten Geflechtmatten aus Altreifen, das als Recyclingverfahren von Altreifen aller Art anerkannt werden kann. Das Verfahren ist gekennzeichnet dadurch, daß Altreifen so segmentiert, geschlitzt, gefugt und miteinander verbunden und verlegt werden können, daß sie die zulässige Qualität von verkehrsgerechten, normalen Straßen oder Plätzen und Abstellräumen für den ruhenden Verkehr erreichen, und den Bedingungen der Estrichherstellung entsprechen.
  2. Die einzelnen Verfahrensschritte sind die Folgenden:
    1. a) Teilung der Reifen,
    2. b) Strecken und Richten der Reifen auf 180 Grad,
    3. c) Durchführen von Trennschnitten in diesen Teilen bis zu den Wülsten zwecks Aufrechterhaltung eines Restverbundes,
    4. d) Längsschnitt jedes zweiten Segmentes,
    5. e) dadurch Bildung von Lappen,
    6. f) gegebenenfalls mit Einstecklappenschlitz und Aufnahmeschlitz im gegenüberliegenden Tangierungsfeld,
    7. g) Parallelpacken der Reifenteile unter Beachtung unterschiedlicher Längenabstände, um Anschlußmöglichkeiten für den jeweils nächsten Straßenbauteil zu erhalten.
    8. h) Geflechtherstellung durch überkreuzendes Verbinden der geschlitzten und gelappten mit den ungeschlitzten Reifenteilen,
    9. i) dadurch Nesterbildung mit gelappten und/oder ungelappt eingebrachten Reifenteilen.
    10. j) Auf diese Weise entstehen Matten zur Aufnahme von Füllmaterial.
    11. k) Bereitstellung bzw. Neuherstellung von unterschiedlichem Füllmaterial.
    12. l) Einbringen von Füllmaterial bis zur Tangierungshöhe der Deckplatten.
    13. m) Herstellen von Deckplatten durch planieren und Fugenschnitt von Altreifen,
    14. n) Einschieben der Deckplatten, mittig übergreift die Fuge beide Ränder der Reifenwannen,

      an den Rändern verbindet sie sich mit diesen durch das Übergreifen der Deckplattenfuge.
    15. o) Aufmaß der Straßenbaustrecke oder des zu befestigenden Platzes,
    16. p) Transport und Verlegen der fabrikmäßig hergestellten Geflechtmattenteile.
  3. 2. Verfahren nach Anspruch 1 (Hauptanspruch):

    Verfahren zur Herstellung von Geflechtmatten aus halbierten Rohrelementen, das gemäß den Verfahrensschritten nach dem Hauptanspruch a) bis q) durchgeführt wird und kompakte, geschlossene oder offen bleibende, in Reihe zusammensetzbare oder unverbundene oder aneinanderlegbare Einzelteile als Endprodukt bewirkt.






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