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Dokumentenidentifikation DE10233761A1 24.07.2003
Titel Verfahren und Anordnung zur Herstellung gewichtsmäßig egalisierter Käsestücke
Anmelder Bußfeld, Wilhelm, 48153 Münster, DE;
Dömer, Thomas, 48565 Steinfurt, DE
Erfinder Bußfeld, Wilhelm, 48153 Münster, DE;
Dömer, Thomas, 48565 Steinfurt, DE
Vertreter Habbel & Habbel, 48151 Münster
DE-Anmeldedatum 25.07.2002
DE-Aktenzeichen 10233761
Offenlegungstag 24.07.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.07.2003
IPC-Hauptklasse B26D 3/24
IPC-Nebenklasse B26D 7/30   B26F 1/44   
Zusammenfassung Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Käsestücken gleichen Gewichts, wobei ein Käselaib gewogen wird und wobei die Abmessungen des Käselaibs ermittelt werden und wobei in Abhängigkeit von dem gewünschten Sollgewicht der Käsestücke der Käselaib in eine Vielzahl von Randstücken sowie ein Mittelstück aufgeteilt wird, derart, dass die Randstücke das Sollgewicht aufweisen, wobei die Bemessung des Mittelstücks derart erfolgt, dass Randstücke mit dem Sollgewicht resultieren, mit einem möglichst geringen oder gar keinem Anteil von Randstücken, welche von dem Sollgewicht abweichen, und wobei entsprechend der so gewählten Aufteilung der Käselaib geschnitten wird. Weiterhin schlägt die Erfindung eine Anordnung zur Herstellung von Käsestücken gleichen Gewichts vor, mit einer Messstation zur Erfassung des Gewichts und der Abmessungen eines Käselaibs und mit einer ersten Schneideinrichtung zum Ausschneiden eines Mittelstücks aus dem Käselaib, wobei diese erste Schneideinrichtung und/oder der Käselaib beweglich gelagert ist, derart, dass die Schneideinrichtung wahlweise zur Erzeugung einer Schnittlinie mit dem Käselaib in Kontakt gebracht werden kann, und mit einer zweiten Schneideinrichtung zum Ausschneiden der einzelnen Käsestücke aus dem verbleibenden, ringförmigen Käselaib, wobei auch diese zweite Schneideinrichtung und/oder der Käselaib beweglich gelagert ist, derart, dass die Schneideinrichtung wahlweise zur Erzeugung einer Schnittlinie mit dem ...

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anordnung zur Herstellung von Käsestücken gleichen Gewichts.

Da der Preis von Käsestücken im Handel nach Gewicht berechnet wird, ist es wirtschaftlich vorteilhaft, sogenannte "egalisierte" Käsestücke herzustellen, d. h. Käsestücke mit gleichem Gewicht. Auf diese Weise entfällt für den Kunden die Auswahl eines bestimmten Käsestückes und für den Handel entfällt die Notwendigkeit, jedes einzelne Käsestück zu wiegen und gewichtsabhängig mit einem jeweils individuellen Preis auszuzeichnen.

In der Praxis entwickeln sich die Käselaibe unterschiedlich aufgrund der jeweils individuell verlaufenden Reifung. Durch diesen Umstand haben die Käselaibe nicht nur unterschiedliche Durchmesser und unterschiedliche Höhen, sondern möglicherweise treten auch lokale Einfallstellen oder Ausbauchungen im Käselaib auf. Bei dem Versuch, aus den Käselaiben nach einem geometrisch starren Muster, etwa tortenstückartig, stets geometrisch gleiche Käsestücke zu schneiden, ergeben sich in der Praxis unterschiedliche Gewichte dieser geometrisch vermeintlich gleichen Käsestücke aufgrund der vorerwähnten Einflussgrößen.

Die Vorstellung der geometrischen Gleichartigkeit berücksichtigt nämlich nicht unterschiedliche Radien, welche die einzelnen Käsestücke möglicherweise von einem gemeinsamen Mittelpunkt aus haben, und sie berücksichtigt auch nicht die lokalen Erhebungen oder Einfallstellungen auf den Ober- und Unterseiten eines Käselaibs. Hinzu kommen Unregelmäßigkeiten durch Verformungen, denen der Käselaib oder das momentan geschnittene Käsestück durch den Scheiddruck unterliegen.

Käsestücke, die nicht dem Sollgewicht entsprechen, müssen daher ausgesondert und entweder kostenaufwendig individuell ausgezeichnet werden oder sie müssen gelagert werden, bis sie beispielsweise als geriebener Käse verarbeitet und weiter verkauft werden können. Diese Lagerung der nicht normgerechten, also nicht dem Sollgewicht entsprechenden Käsestücke ist nachteilig, da ungenutzt Zeit bis zum Ablauf des Haltbarkeitsdatums verstreicht und zudem der erzielbare Preis für derartige Stücke niedriger ist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Anordnung zu schaffen, um die Herstellung eines möglichst großen Anteils egalisierter Käsestücke aus einem Käselaib zu ermöglichen.

Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch eine Anordnung mit den Merkmalen des Anspruchs 7 gelöst.

Die Erfindung geht erstens von der Überlegung aus, dass ein Käselaib sich nicht ausschließlich zu Käsestücken mit dem gewünschten Sollgewicht verarbeiten lässt. Sie sieht daher vor, bewusst ein Ausschuss-Stück des Käses zu erzeugen, welches nicht dem Sollgewicht entspricht. Durch entsprechende Bemessung dieses Ausschuss-Stückes soll erreicht werden, dass die restlichen aus dem Käselaib zu schneidenden Stücke möglichst sämtlich dem gewünschten Sollgewicht entsprechen.

Weiters geht die Erfindung von der Überlegung aus, dass nicht lediglich zwei Maße erfasst werden, wie beispielsweise Höhe und Durchmesser eines runden Käselaibs, sondern sie schlägt eine umfangreiche Abtastung der gesamten Käseoberfläche mittels einer Kamera vor, sodass die gesamte Außenkontur des Käselaibs erfasst wird. Da auch das Gewicht des Käselaibs erfasst wird, lässt sich so das spezifische Gewicht dieses speziellen Käselaibs berechnen.

Unter Berücksichtigung der exakten Kontur des Käselaibs und des ermittelten spezifischen Gewichtes kann, ausgehend von einem vorgegebenen Sollgewicht der Käsestücke, ein virtuelles "Raster" von Schneidlinien auf dem Käse vorgesehen werden, welches einerseits ein Mittelstück betrifft und andererseits den verbleibenden, ringförmigen Käselaib in eine Vielzahl von Käsestücken mit dem gewünschten Sollgewicht aufteilt.

Eventuell kann das Mittelstück so klein wie möglich gewählt werden, da das Mittelstück letztlich das Ausschuß-Stück des Käses darstellt, um eine möglichst große Anzahl von Randstücken mit dem Sollgewicht zu ermöglichen.

Die Anordnung zum Ausschneiden des Mittelstücks kann beispielsweise ein rundes, etwa hülsenförmiges Stanzmesser vorsehen, wobei unterschiedlich große Mittelstücke durch derartige Stanzmesser mit unterschiedlichen Durchmessern erzielt werden können. Zur schnellen Auswahl des jeweils günstigsten Stanzmessers kann eine Vielzahl von Stanzmessern beispielsweise auf einem Werkzeugrevolver vorgesehen sein, der gedreht wird, sodass jeweils das gewünschte Stanzmesser aus einer Ruhestellung in seine Gebrauchsstellung verbracht wird, in welcher es auf den Käselaib einwirken kann.

Dabei ist vorteilhaft, dass durch die Verwendung von Stanzmessern mit vorbestimmter Form im Gegensatz zu frei beweglichen Messern Mittelstücke mit stets etwa gleichem Gewicht bei Verwendung des selben Stanzmessers resultieren. Da diese Mittelstücke Käse von hervorragender Qualität darstellen, kann ggf. eine Vermarktung derartiger Stücke wirtschaftlich lohnender sein als die Abgabe derartiger Stück zur Herstellung von Reibekäse.

Erfindungsgemäß werden nach der Entfernung des Mittelstückes die einzelnen Randstücke aus dem nun ringförmigen Käselaib geschnitten. Dabei ergeben sich mehrere Möglichkeiten:

  • 1. Es kann ein Messer verwendet werden, welches sich in der Länge über lediglich den Radius des Käses ausdehnt. Jedes einzelne Stück wird dort geschnitten, wo die Anlagensteuerung die Schnittlinie entsprechend dem zuvor erstellten virtuellen Raster vorgesehen hat. Ein derartiges Messer kann vorteilhaft keilförmig ausgestaltet sein, sodass sich der Druck beim Schneiden zunächst am Innenrand aufbaut und anschließend beim weiteren Absenken des Messers nach außen fortpflanzt. So wird vermieden, dass die einzelnen Stücke zerdrückt werden; vielmehr wird der Schneiddruck durch die äußere festere Rinde des Käselaibs aufgefangen, sodass die einzelnen Stücke während des Schneidvorgangs formstabil bleiben und daher dem zuvor berechneten Sollgewicht auch tatsächlich entsprechen.
  • 2. Alternativ kann die Verwendung mehrerer Messer gleichzeitig vorgesehen sein. Um die Messer optimal an die vorher berechneten virtuellen Rasterlinien anpassen zu können, sollen die Messer dabei nicht starr miteinander verbunden sein, sondern gegeneinander beweglich gelagert. Beispielsweise können sie ebenfalls in einer Art Revolverteller arretiert sein, welcher drehbar ausgelegt ist und jedes einzelne Messer nochmals in sich verdrehbar aufnimmt, damit die Bearbeitungsachsen der Werkzeuge möglichst exakt zum virtuellen Raster gestellt werden können.
  • 3. An Stelle der beiden vorerwähnten Varianten, bei denen jeweils von jedem einzelnen Messer lediglich der Radius des ringförmigen Käselaibs durchschnitten wird, kann auch ein demgegenüber längeres Messer Verwendung finden, welches sich über den gesamten Durchmesser des ringförmigen Käselaibes erstreckt. Die Verlängerung des Messers auf den gesamten Durchmesser des Käses ist vorteilhaft, da zwei Schnitte pro Betätigung des Messers gleichzeitig erfolgen. Möglicherweise jedoch ist hierbei die Berechnung der Schnittlinien komplizierter, um die Erstellung von egalisierten Käsestücken zu bewirken. Bei einem derartigen Messer, welches sich über den gesamten Durchmesser des Käselaibes erstreckt, kann eine V- förmig oder gebogen verlaufende Unterseite der Klinge vorgesehen sein, um auch bei einem derartigen Messer den Schneiddruck radial von innen nach außen im Käselaib zu erzeugen.

Die Messer können mit Klingen versehen sein oder auch mit Schneiddrähten. In beiden Fällen können die Messer mit Ultraschalltechnologie betrieben werden, wodurch die Durchdringung des Käses vereinfacht und beschleunigt werden kann. Gegebenenfalls kann hierdurch erübrigt werden, den Schneiddruck von radial innen nach radial außen im ringförmigen Käselaib aufzubauen.

Alternativ kann vorgesehen sein, den Käse mittels Licht-, Wasser- oder anderen Strahlen zu schneiden, wobei derartige Schneideinrichtungen eine besonders freie Wahl des Verlaufs der Schnittlinien ermöglichen. Ggf. kann eine Temperaturbehandlung des Käses vorgesehen sein, z. B. ein Tieffrieren, um Beeinträchtigungen des Käses an den Schnittflächen zu vermeiden oder zu verringern.

Wenn die Messer mit Klingen oder Drähten ausgestaltet sind, kann eine Temperierung vorgesehen sein, um das Schneiden zu erleichtern, d. h. die Messer können erwärmt oder die Schneidstelle kann gekühlt werden, wenn dies - gegebenenfalls je nach Käsesorte unterschiedlich - bessere Schneidresultate ergibt. Insbesondere bei klingenförmigen Messern können Bohrungen oder ähnliche Ausnehmungen in der Klinge vorgesehen sein, um den Schneidwiderstand zu verringern und ggf. die Führung von Wärm- oder Kühlflüssigkeit zu verbessern.

Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen, die lediglich rein schematisch dargestellt sind, nachfolgend näher erläutert. Dabei zeigt

Fig. 1 einen geometrisch in gleichmäßige Käsestücke eingeteilten Käselaib,

Fig. 2 einen Käselaib mit ausgeschnittenem Mittelstück,

Fig. 3 den Schneidvorgang des ringförmigen, gemäß Fig. 2 erzeugten Käselaibs,

Fig. 4 ein virtuelles Raster für Schnittlinien, die geometrisch unregelmäßig sind, jedoch gewichtsmäßig egalisierte Käsestücke ergeben,

Fig. 5 einen Schneidvorgang mit einem sich über den gesamten Durchmesser des Käselaibs erstreckenden Messer,

Fig. 6 ein virtuelles Raster eines Käselaibs bei Verwendung einer Schneideinrichtung nach Fig. 5,

Fig. 7 eine Schneideinrichtung mit mehreren, jeweils einen Schneiddraht aufweisenden Messern,

Fig. 8 ein virtuelles Raster für Schnittlinien bei Verwendung einer Schneideinrichtung nach Fig. 3 oder Fig. 7,

Fig. 9 eine Schneideinrichtung unter Verwendung eines Schneiddrahtes, wobei sich die Schneideinrichtung über den gesamten Durchmesser des Käselaibs erstreckt,

Fig. 10 ein virtuelles Raster für Schnittlinien bei Verwendung einer Schneideinrichtung nach Fig. 5 oder Fig. 9, und

Fig. 11 ein Schnittbild durch einen Käselaib bei teilweise in den Käselaib eingedrungener Schneideinrichtung.

In Fig. 1 ist mit 1 ein Käselaib bezeichnet, auf dem ein virtuelles Raster von Schnittlinien 2 dargestellt ist. Diese unterteilen den Käselaib 1 in geometrisch gleichmäßige Stücke, die jedoch aufgrund von natürlichen Unregelmäßigkeiten des Käselaibs 1 nicht Käsestücke gleichen Gewichtes ergeben.

In Fig. 2 ist ein derartiger Käselaib 1 dargestellt, bei dem mittels einer hülsenförmigen Schneideinrichtung 3 ein Mittelstück aus dem Käselaib 1 herausgeschnitten worden ist. Es kann vorgesehen sein, wie aus Fig. 2 ersichtlich, an der Schneideinrichtung 3 eine untere Zentrierspitze 4 vorzusehen, die schneidklingenartig ausgestaltet ist und mit ihrer Spitze verhindert, dass die übrige hülsenförmige Schneideinrichtung 3 nach dem Aufsetzen auf den Käselaib 1 verrutscht.

In Fig. 3 ist dargestellt, wie eine Schneideinrichtung 5 auf den ringförmigen Käselaib 1 aufgesetzt wird, nachdem dessen Mittelstück entfernt worden ist. Die Schneideinrichtung 5 weist eine schräg verlaufende untere Schneidkante auf, sodass sie am inneren Rand des Käselaibs 1 zuerst in Kontakt mit dem Käse gelangt. Hierdurch baut sich ein Schneiddruck im inneren des Käselaibes 1 auf, der radial nach außen gerichtet ist und dort von der Käserinde aufgefangen wird, die somit die Formstabilität des Käselaibes 1 bzw. der einzelnen zu schneidenden Käsestücke unterstützt.

Fig. 4 zeigt in einer Draufsicht, dass die einzelnen Schnittlinien 2 nicht, wie in den Fig. 1 bis 2 schematisch angedeutet, geometrisch gleichmäßig verteilt angeordnet sind. Vielmehr sind aufgrund der exakten Ausmessung des Käselaibes 1 die Schnittlinien 2 derart angeordnet, dass sich geometrisch unterschiedliche Käsestücke ergeben, die jedoch sämtlich egalisiert sind, d. h. sämtlich das gleiche gewünschte Sollgewicht aufweisen.

Fig. 5 zeigt eine Scheideinrichtung 5, die sich über den gesamten Durchmesser des Käselaibes 1 erstreckt, sodass sich mit jedem Arbeitshub dieser Schneideinrichtung 5 jeweils gleich zwei Schnitte ergeben.

Aus Fig. 6 ist die Anordnung derartiger Schnittlinien 2 zu ersehen. Dabei ist es wünschenswert, die Kreuzungspunkte derartiger Schnittlinien 2 möglichst in den dargestellten Innenkreis des Käselaibes 1 zu legen, der dem zuvor ausgeschnittenen Mittelstück entspricht, sodass in dem verbleibenden ringförmigen Käselaib 1 ausschließlich Schnittlinien 2 verlaufen, die jeweils zwischen sich möglichst egalisierte, das Sollgewicht aufweisende Käsestücke einschließen.

In Fig. 7 ist eine Schneideinrichtung 5 dargestellt, die nicht mit Messerklingen, sondern mit Drähten arbeitet. Dabei hängen die mehreren, jeweils bügelförmigen Messer der Schneideinrichtung 5 vorteilhaft an einem aus Übersichtlichkeitsgründen nicht dargestellten Drehteller, sodass die einzelnen bügelförmigen Messer in Anpassung an die gewünschten Schnittlinien 2 auf den Drehteller verstellt und an das virtuelle Raster angepasst werden können.

Ggf. können die einzelnen Messer unabhängig voneinander auf und in den Käselaib abgesenkt werden, so dass nicht notwendigerweise stets vier Schnitte gleichzeitig durchgeführt werden. Alternativ ist es möglich, geschnittene Käsestücke sofort nach dem Schnitt zu entfernen. Das anschließende Absenken sämtlicher Messer führt dann nicht zu einer Verletzung bereits geschnittener Käsestücke, insbesondere wenn nicht sämtliche Messer jeweils einen neuen Schnitt ausführen sollen, etwa zu Beendigung des Schneidvorgangs, wenn die mesiten Käsestücke bereits geschnitten und nur noch weniger als vier verbleibende Schnittlinien abzuarbeiten sind.

Fig. 8 zeigt rein beispielhaft und schematisch die Schnittlinien, die mit einer Anordnung gemäß Fig. 7, aber auch mit einer Anordnung gemäß Fig. 5 erzielbar sind. In beiden Fällen handelt es sich um Schneideinrichtungen 5, die jeweils nur den Radius des Käselaibes 1 durchschneiden, nicht jedoch den gesamten Durchmesser.

Fig. 9 zeigt eine Schneideinrichtung 5 ähnlich Fig. 7, wobei jedoch der Bügel über den gesamten Durchmesser des Käselaibs 1 verläuft. Mit einer derartigen Schneideinrichtung ist, ähnlich wie für die Schneideinrichtung 5 von Fig. 5 anhand Fig. 6 erläutert, die Anordnung von Schnittlinien 2 wie in Fig. 10 möglich.

Fig. 11 zeigt das Eindringen von zwei Klingen einer Schneideinrichtung 5 in einen Käselaib 1, aus dem zuvor ein Mittelstück herausgeschnitten wurde. Aufgrund der schräg verlaufenden Schneidklingen ergeben sich entsprechend den beiden in den Käselaib 1 eingezeichneten Pfeilen einerseits der Schneiddruck, der radial nach außen wirkt und andererseits einen Gegendruck, der von der Käserinde des Käselaibes 1 aufgebaut wird und der dem Schneiddruck entgegengerichtet wird, sodass insgesamt eine optimale Formstabilität des Käselaibes und der aus ihm geschnittenen Käsestücke beibehalten werden kann.

Bei den dargestellten, möglichen Variationen der Schnittlinien ist anzumerken, dass es sich hierbei um eine rein schematische, nicht optimierte Darstellungen handelt. In der praktischen Durchführung wird versucht werden, die sich kreuzenden Schnittlinien derart anzuordnen, dass die Schnittpunkte sämtlich in den Innenkreis des Käselaibes fallen, also in den Bereich des Käselaibes, der vorher durch das runde Schneidmesser als Kern aus dem Käselaib herausgestanzt worden ist.

Aufgrund der Reifung des Käses nehmen die Käselaibe nicht nur unterschiedliche Durchmesser und unterschiedliche Höhen an, sondern es kann beispielsweise auch zu unregelmäßigen Konturen durch konvexe, nach außen vorragende "Beulen" oder durch konkave Einfallstellen kommen. Gegenüber der Vermessung des Käselaibes, beispielsweise mit Hilfe von optischen Strahlen, bei welcher Vermessung lediglich die Silhouette des Käselaibes abgetastet würde, ergibt die Erfassung der Form des Käslaibes mittels einer Kamera eine erheblich genauere Berechnungsmöglichkeit für die anschließende Berechnung, wie die Schnittlinien zu legen sind, da mittels der Kamera auch die Einfallstellen des Käselaibes erfasst werden können, so dass in diesen Bereichen, wo der Käselaib eine Einfallstelle aufweist, die auszuschneidenden Stücke etwas größer bemessen werden müssen als beispielsweise an Stellen, wo keine Einfallstellen oder sogar Ausbeulungen im Käselaib vorhanden sind.

Die Steuerung zur Positionierung der Schneidwerkzeuge berechnet anhand dieser per Kamera erfassten Daten über die Formgebung des Käselaibes die optimale Stellung der Schneidwerkzeuge, um so zuverlässig zu möglichst gleichmäßig schweren Käsestücken zu gelangen, wobei dieses gleichmäßige Gewicht im Rahmen der vorliegenden Anmeldung als "Egalisierung" bezeichnet wird, so dass gewichtsmäßig egalisierte Käsestücke und nicht etwa geometrisch egalisierte Käsestücke hergestellt werden sollen.

Die optimale Anordnung der Schneidmesser wird regelmäßig dazu führen, dass gewisse Reststücke des Käselaibes verbleiben, die unter dem zu erzielenden egalisierten Gewicht der Käsestücke bleiben. Um das Gewicht dieser Reststücke möglichst zu minimieren, sieht die Programmsteuerung nach der optischen Erfassung des Käselaibes das jeweils optimale Rundmesser mit dem am besten geeigneten Durchmesser vor, um ein entsprechend großes Kernstück aus dem Laib herauszustanzen, so dass der verbleibende Laib-Ring mit möglichst geringen Resten in gewichtsmäßig egalisierte Käsestücke geschnitten werden kann.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Herstellung von Käsestücken gleichen Gewichts,

    wobei ein Käselaib gewogen wird,

    und wobei die Abmessungen des Käselaibs ermittelt werden,

    und wobei in Abhängigkeit von dem gewünschten Sollgewicht der Käsestücke der Käselaib in eine Vielzahl von Randstücken sowie ein Mittelstück aufgeteilt wird, derart, dass die Randstücke das Sollgewicht aufweisen,

    wobei die Bemessung des Mittelstücks derart erfolgt, dass Randstücke mit dem Sollgewicht resultieren, mit einem möglichst geringen oder gar keinem Anteil von Randstücken, welche von dem Sollgewicht abweichen,

    und wobei entsprechend der so gewählten Aufteilung der Käselaib geschnitten wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittelstück mittels eines runden Stanzmessers ausgeschnitten wird, wobei das Stanzmesser aus einer Mehrzahl von Stanzmessern mit unterschiedlichen Durchmessern ausgewählt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Ausschneiden des Mittelstücks der verbleibende, ringförmige Käselaib jeweils etwa radial, nämlich entlang mit einer von der mittleren Ausnehmung bis zum äußeren Rand verlaufenden Schnittlinie geschnitten wird.
  4. 4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schnitt der Außenstücke von der mittleren Ausnehmung zum äußeren Rand gerichtet durchgeführt wird.
  5. 5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassung der Abmessungen des Käselaibs mittels einer Kamera durchgeführt wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass auch fokale Unregelmäßigkeiten in der Kontur des Käselaibs, wie Ausbauchungen oder Einfallstellen, erfasst und bei der Aufteilung der Käsestücke berücksichtigt werden.
  7. 7. Anordnung zur Herstellung von Käsestücken gleichen Gewichts,

    mit einer Messstation zur Erfassung des Gewichts und der Abmessungen eines Käselaibs,

    und mit einer ersten Schneideinrichtung zum Ausschneiden eines Mittelstücks aus dem Käselaib,

    wobei diese erste Schneideinrichtung und/oder der Käselaib beweglich gelagert ist, derart, dass die Schneideinrichtung wahlweise zur Erzeugung einer Schnittlinie mit dem Käselaib in Kontakt gebracht werden kann,

    und mit einer zweiten Schneideinrichtung zum Ausschneiden der einzelnen Käsestücke aus dem verbleibenden, ringförmigen Käselaib,

    wobei auch diese zweite Schneideinrichtung und/oder der Käselaib beweglich gelagert ist, derart, dass die Schneideinrichtung wahlweise zur Erzeugung einer Schnittlinie mit dem Käselaib in Kontakt gebracht werden kann,

    und wobei diese zweite Schneideinrichtung zudem beweglich gelagert ist, derart, dass sie entlang der Oberfläche des Käselaibes zur Bestimmung des Verlaufs der Schnittlinie verfahrbar ist,

    und mit einer automatischen Steuerung, welche anhand der Messwerte des Käselaibs die Schneideinrichtungen derart steuert, dass nach dem Ausschneiden des Mittelstücks die Schnittlinien aus dem verbleibenden, ringförmigen Käselaib möglichst ausschließlich Käsestücke mit gleichem Gewicht ergeben.
  8. 8. Anordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Messstation eine Kamera zur Erfassung der Abmessungen des Käselaibs aufweist.
  9. 9. Anordnung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideinrichtung für das Mittelstück als rundes Stanzmesser ausgestaltet ist.
  10. 10. Anordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Stanzmesser unterschiedlicher Durchmesser vorgesehen sind, die beweglich zwischen einer Ruhe- und einer Arbeitsstellung gelagert sind und von denen jeweils eines in die Arbeitsstellung bringbar ist.
  11. 11. Anordnung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, ciekennzeichnet durch eine erwärmbare und/oder kühlbare Schneideinrichtung.






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