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Dokumentenidentifikation EP1228984 24.07.2003
EP-Veröffentlichungsnummer 1228984
Titel Vertikalumlaufförderer
Anmelder Nerak GmbH Fördertechnik, 29313 Hambühren, DE
Erfinder Dettmer, Claus, 29313 Hambühren, DE;
Handrack, Bernd, 77654 Offenburg, DE
DE-Aktenzeichen 50200014
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 23.01.2002
EP-Aktenzeichen 020015632
EP-Offenlegungsdatum 07.08.2002
EP date of grant 18.06.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.07.2003
IPC-Hauptklasse B65G 17/12

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Umlaufförderer nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

In Restaurants und Kantinen werden zum Transport von Tabletts mit Lebensmitteln und Getränken oder Geschirr Fördervorrichtungen eingesetzt.

Bei einem Vertikalförderer mit einem endlosen Zugmittel besteht das Problem, dass das Zugmittel auf einer Seite aufwärts und auf der anderen Seite abwärts läuft und über entsprechende Rollen dann eine Umlenkung von der Aufwärts- und Abwärtsbewegung erfährt. Wenn eine als Lastenträger dienende Traggabel nun an dem Zugmittel befestigt wird, muss dafür gesorgt werden, dass sie stets eine waagerechte Ausrichtung besitzt, gleichgültig ob das Zugmittel sich in der Aufwärtsbewegung, der Umlenkbewegung oder der Abwärtsbewegung befindet.

Bisherige Lösungen mit beispielsweise Kulissensteinen haben sich als nachteilig erwiesen, da die Traggabel beim Übergang von der vertikalen Bewegung in die Umlenkbewegung häufig Erschütterungen unterworfen wird und dadurch eine Beschädigungsgefahr für das Transportgut besteht.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Umlaufförderer zu schaffen, welcher eine Zwangsausrichtung der Traggabel gewährleistet und auch bei Umlenkbewegungen ruckfrei arbeitet.

Diese Aufgabe wird bei einem Umlaufförderer nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 durch die im kennzeichnenden Teil angegebenen Merkmale gelöst.

Bei der erfindungsgemäßen Lösung besteht der Grundgedanke darin, zwei auf gleichem Höhenniveau hintereinander angeordnete umlaufende Zugmittel vorzusehen, die seitlich versetzt sind. Durch den synchronen Umlauf hat jedes Glied des ersten Zugmittels ein entsprechendes Partnerglied des zweiten Zugmittels ebenfalls auf gleichem Höhenniveau. Die Höhenniveaus der jeweils komplementären Glieder stimmen in jeder Phase des Umlaufs der Zugmittel überein. Es ist dadurch möglich, durch Abstützung in beiden komplementären Gliedern eine waagerechte Position aufrechtzuerhalten und damit eine Traggabel entsprechend waagerecht zu führen.

Vorzugsweise sind die Zugmittel als Gummiblockriemen ausgebildet, bei dem ein Zugträger auf der über die Antriebsräder laufenden Seite eine Antriebsverzahnung und auf der gegenüber liegenden Seite als Gummiblöcke ausgebildete Glieder zur Aufnahme und Lagerung der Achsen und Zapfen der Traggabeln äufweist.

Durch die Antriebsverzahnung wird eine formschlüssige Kopplung zwischen dem Zugmittel und den Antriebsrädern erreicht und durch Koppelung der Antriebsräder für die beiden Zugmittel auch ein Synchronlauf der Zugmittel untereinander. Die auf der gegenüber liegenden Seite der Antriebsverzahnung angeordneten Gummiblöcke nehmen die Achsen und Zapfen der Traggabeln elastisch auf und dämpfen so Bewegungsänderungen beim Starten und Stoppen des Umlaufs der Zugmittel. Ferner erhalten die Achsen und Zapfen der Traggabeln einen radialen Abstand zu den Antriebsrädern, so dass keine Berührungen und damit kein Verschleiß mit diesen Teilen entstehen kann.

Statt eines Riemens kann auch eine Kette verwendet werden. Diese Kette wird aus korrosionsbeständigem Stahl hergestellt, damit beim bevorzugten Einsatzgebiet in Küchen und Kantinen die tägliche Reinigung ohne Korrosionsgefahr durchgeführt werden kann.

Gemäß einer Weiterbildung ist vorgesehen, dass die Antriebsräder eine Rollenverzahnung aufweisen.

Durch die Rollenverzahnung wird der Gleichlauf der beiden Gummiketten erreicht.

Vorzugsweise sind zur Umlenkung der Zugmittel dort, wo sie nicht angetrieben werden, Umlenkräder vorhanden, wobei jedes Zugmittel über zwei seitlich beabstandete Antriebräder und zwei seitlich beabstandete Umlenkräder läuft.

Dadurch wird der Abstand zwischen den aufwärts und abwärts laufenden Traggabeln nicht allein vom Durchmesser der Antriebräder und Umlenkräder bestimmt, sondern zusätzlich von deren Achsabstand. Die Bauhöhe des Umlaufförderers kann so bei vorgegebenem Abstand zwischen den aufwärts und abwärts laufenden Traggabeln und vorgegebener Hubhöhe verringert werden.

Vorzugsweise sind die Achsen der Traggabeln zusätzlich in Gabelwagen gelagert, die in einer umlaufenden, vor dem ersten Zugmittel angeordneten Führungsschiene gleiten. Dabei entspricht der Bahnverlauf der Führungsschiene dem Bahnverlauf des ersten Zugmittels.

Durch die Abstützung der Traggabeln in Gabelwagen wird das durch die Lasten ausgeübte Biegemoment von den Gabelwagen übernommen und nicht vom Zugmittel. Auf das Zugmittel wirken dann nur noch vertikale Kräfte.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt.

In der Zeichnung zeigen:

Fig. 1a
einen oberen Teil eines Längsschnittes durch eine vertikale Schnittebene des Umlaufförderers,
Fig. 1b
einen unteren Teil eines Längsschnittes durch eine vertikale Schnittebene des Umlaufförderers,
Fig. 2
einen Querschnitt durch eine horizontale Schnittebene,
Fig. 3
ein Detailschnitt der Verzahnung der Antriebsräder und
Fig. 4
eine Detailansicht eines Gabelwagens.

Der Umlaufförderer gemäß Fig. 1 und 2 umfasst einen Gestellrahmen 10, in dem für das eine Zugmittel 12 zwei obere Antriebsräder 14 und zwei untere Umlenkräder 14 und für das andere Zugmittel 16 ebenfalls zwei obere Antriebsräder 18 und zwei untere Umlenkräder 18 gelagert sind. Die Antriebsräder 14, 18 werden über einen Antrieb 20 aus einem Motor und einem Getriebe synchron angetrieben und tragen Zugmittel 12, 16 in Form von Gummiblockriemen aus Zugträgern mit einer Antriebsverzahnung auf der nach innen weisenden Seite und aus Gummiblöcken gebildeten Gliedern 22, 24 auf der nach außen weisenden Seite. Achsen 26 von Traggabeln 28 sind in Drehlagern der Glieder 22 gelagert und durchgreifen diese.

An den die Glieder 22 des ersten Zugmittels 12 durchgreifenden Enden der Achsen 26 sind waagerechte Hebel 36 drehfest angebracht, die jeweils mit einem Zapfen 38 in die komplementären Glieder 24 des anderen Zugmittels 16 hineinragen und dort in einem Drehlager gelagert sind. Die komplementären Glieder 22, 24 der beiden Zugmittel 12, 16 sind in jeder möglichen Position exakt waagerecht zueinander ausgerichtet.

Vor dem ersten Zugmittel 12 ist eine Führungsschiene 30 angeordnet, deren Bahnverlauf mit dem des ersten Zugmittels 12 übereinstimmt. In der Führungsschiene 30 gleiten auf Rollen gelagerte Gabelwagen 32, die ebenfalls die Achsen 26 der Traggabeln 28 in Drehlagern aufnehmen.

Die Traggabeln 28 selbst sind starr mit den die Gabelwagen 32 und die Glieder 22 des ersten Zugmittels 12 durchgreifenden Achsen 26 verbunden und haben eine Ablagefläche aus zwei oder mehr Gabelzinken 34, auf der Tabletts mit Speisen, Getränken oder Geschirr abgestellt werden können.

Aus dem Querschnitt der Zeichnung geht die seitlich versetzte Anordnung der beiden Zugmittel 12, 16 hervor. Dabei sind die Antriebsräder 14 und Umlenkräder 14 jeweils so weit auseinander gelagert, dass die Achsen der komplementären Antriebsräder 14 und Umlenkräder 18 gerade durch den Zwischenraum hindurchpassen.

Fig. 3 zeigt ein Detail der Antriebsräder 14, 18. Dort sind innerhalb seitlicher Flansche 40 Rollen 42 gelagert, die als Verzahnung der Antriebsräder 14, 18 dienen. Die Rollen 42 ermöglichen einen reibungsfreien Ein- und Ausgriff der entsprechenden Antriebsverzahnung der Zugmittel 12, 16. Die seitlichen Flansche 40 bilden gleichzeitig eine Seitenführung der Zugmittel 12, 16.

Fig. 4 zeigt ein Detail eines Gabelwagens 32. Dieser umfasst einen Fahrrahmen 44 mit einem Drehlager 46 für eine Achse 26 einer Traggabel 28, zwei gelagerte Rollen 48 für eine Seitenführung in der Schnittebene nach Fig. 1 und zwei Achsen mit Rollenpaaren 50 für eine Seitenführung in der Schnittebene nach Fig. 2.

Im Einsatz kann der Umlaufförderer getaktet oder kontinuierlich betrieben werden. Bei kontinuierlichem Betrieb werden die Lasten, also z. B. Tabletts mit Geschirr jeweils seitlich über eine erste Rollenförderbahn getaktet zugeführt und über eine zweite Rollenförderbahn getaktet abgeführt. Die Rollenförderbahnen erstrecken sich bis in den Bereich der Traggabeln 28, wobei jedoch Zwischenräume zum Passieren der Gabelzinken 34 verbleiben. Die Gabelzinken 34 heben beim Passieren der ersten Rollenförderbahn ein vorhandenes Tablett an und fördern es entlang der durch die ersten Zugmittel 12 und die Führungsschiene 30 vorgegebenen Umlaufbahn zur zweiten Rollenförderbahn. Dort wird es abgesetzt und anschließend abtransportiert.

Etwas komplizierter ist der Vorgang, wenn eine Last nicht durch eine Aufwärtsbewegung, sondern durch eine Abwärtsbewegung der Traggabeln 28 aufgenommen werden soll. In diesem Fall muss die in den Bereich der Traggabeln 28 hinein ragende Rollenförderbahn entfernt, z. B. ausgeschwenkt, werden, bevor das horizontal eingeförderte Tablett auf den Gabelzinken 34 liegend abwärts gefördert werden kann. Ist die folgende, leere Traggabel 28 in Aufnahmeposition, muss die Rollenförderbahn wieder hochgeschwenkt werden.

Bezugszeichenliste:

10
Gestellrahmen
12
Zugmittel
14
Antriebsräder, Umlenkräder
16
Zugmittel
18
Antriebsräder, Umlenkräder
20
Antrieb
22
Glieder
24
Glieder
26
Achse
28
Traggabel
30
Führungsschiene
32
Gabelwagen
34
Gabelzinken
36
Hebel
38
Zapfen
40
Flansch
42
Rolle
44
Fahrrahmen
46
Drehlager
48
Rollen
50
Rollenpaar


Anspruch[de]
  1. Umlaufförderer mit einem ersten in Hauptrichtung vertikal über obere und untere Antriebsräder (14) und Umlenkräder (14) laufenden formschlüssigen Zugmittel (12), insbesondere Kette oder Zahnriemen, wobei einzelne Glieder (22) des Zugmittels (12) mit Traggabeln (28) für Lasten gekoppelt sind, dadurch gekennzeichnet, dass ein zweites umlaufendes formschlüssiges Zugmittel (16) hinter dem ersten Zugmittel (12) auf gleichen Höhenniveau wie das erste Zugmittel (12) aber seitlich zum ersten Zugmittel (12) versetzt angeordnet ist, dass die Traggabeln (28) über Achsen (26) in Gliedern (22) des ersten Zugmittels (12) drehbeweglich gelagert sind, die Achsen (26) diese Glieder (22) durchgreifen und mittels eines waagerechten Hebels (36) und eines Zapfens (38) auch in Gliedern (24) des zweiten Zugmittels (16) gelagert sind und dass beide Zugmittel (12, 16) synchron umlaufen.
  2. Umlaufförderer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugmittel (12, 14) als Gummiblockriemen ausgebildet sind, bei dem ein Zugträger auf der über die Antriebsräder (14, 18) laufenden Seite eine Antriebsverzahnung und auf der gegenüberliegenden Seite Glieder (22; 24) zur Aufnahme der Achsen (26) und Zapfen (38) der Traggabeln (28) aufweist.
  3. Umlaufförderer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugmittel (12, 16) als Kette aus einem korrosionsbeständigen Stahl bestehen.
  4. Umlaufförderer nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsräder (14, 18) eine Rollenverzahnung aufweisen.
  5. Umlaufförderer nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zur Umlenkung der Zugmittel (12, 16) im nicht angetriebenen Bereich jeweils Umlenkräder (14, 18) vorhanden sind, wobei jedes Zugmittel (12, 16) über zwei seitlich beabstandete Antriebräder (14, 18) und zwei seitlich beabstandete Umlenkräder (14, 18) läuft.
  6. Umlaufförderer nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Achsen (26) der Traggabeln (28) zusätzlich in Gabelwagen (32) gelagert sind, die in einer umlaufenden, vor dem ersten Zugmittel (12) angeordneten Führungsschiene (30) gleiten, wobei der Bahnverlauf der Führungsschiene (30) dem Bahnverlauf des ersten Zugmittels (12) entspricht.






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