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Dokumentenidentifikation DE10031588C2 07.08.2003
Titel Mehrteilige Munition
Anmelder Rheinmetall W & M GmbH, 29345 Unterlüß, DE;
Nitrochemie Aschau GmbH, 84544 Aschau, DE
Erfinder Schmees, Heiner, Dipl.-Ing., 29223 Celle, DE;
Sackarndt, Alfons, Dipl.-Ing., 29345 Unterlüß, DE;
Porsche, Manuel, Dr.rer.nat., 84539 Ampfing, DE;
Haider, Manfred, 84375 Kirchdorf, DE
DE-Anmeldedatum 29.06.2000
DE-Aktenzeichen 10031588
Offenlegungstag 17.01.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 07.08.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.08.2003
IPC-Hauptklasse F42B 5/38
IPC-Nebenklasse F42B 5/18   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine mehrteilige Munition mit einer verbrennbaren Treibladungshülse, die mindestens zwei axial hintereinander angeordnete und miteinander verbindbare Teilhülsen umfaßt.

Derartige Munition ist beispielsweise aus der US 5,714,710 bekannt. Dabei erfolgt die Kopplung der Teilhülsen mit Hilfe eines klipsartigen Bauteiles, welches die beiden Teilhülsen im mittleren Bereich miteinander verbindet. Nachteilig bei dieser bekannten Munition ist unter anderem, daß ein nachträgliches Lösen der beiden Teilhülsen relativ aufwendig ist. Außerdem wird ein zentrales Durchzünden von der ersten Hülse, in welcher sich der überwiegende Anteil an Treibladungspulver befindet, in die zweite, das Geschoß umfassende Teilhülse durch die klipsartigen Verbindungselemente verhindert. Vielmehr muß bei dieser bekannten Munition ein randseitiges Durchzünden des Treibladungspulvers erfolgen.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine mehrteilige Munition anzugeben, bei der die Teilhülsen sowohl auf einfache Weise miteinander verbindbar als auch wieder lösbar sind, sofern die entsprechende Munition nicht verschossen wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Weitere, besonders vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung offenbaren die Unteransprüche.

Die Erfindung beruht im wesentlichen auf dem Gedanken, die Munitionsteile mit Hilfe eines Bajonettverschlusses zu verbinden, wobei vorzugsweise der für das Durchzünden zwischen den Munitionsteilen wichtige Bereich kreisförmig um die Mitte der beiden einander zugewandten Stirnflächen durch den Bajonettverschluß nicht abgedeckt wird.

Zur Realisierung des Bajonettverschlusses hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die Vorderseite des Hülsendeckels der ersten Teilhülse (Ladungshülse) derart auszugestalten, daß die Verbindungsteile des Bajonettverschlusses direkt in den Hülsendeckel integriert sind. An dem zweiten, in der Regel das Geschoß der Munition mindestens teilweise umschließenden Teilhülse (Geschoßteil) wird hingegen heckseitig ein Kopplungsring aufgebracht (z. B. aufgeklebt), der die dieser Teilhülse zugeordneten Verbindungsteile des Bajonettverschlusses enthält.

Vorzugsweise bestehen die an den beiden Teilhülsen angeordneten Verbindungsteile ebenfalls aus einem verbrennbaren Material, so daß nach dem Abschuß der Munition keine Rückstände des Kopplungsmechanismus in dem Ladungsraum der entsprechenden Waffe zurückbleiben.

Die an den Teilhülsen angeordneten Bajonettkämme weisen schräg angeordnete Verriegelungsflächen auf, wobei der Winkel der Verriegelungsfläche des Hülsendeckels kleiner sein sollte als der Winkel der Verriegelungsfläche des Kopplungsringes, um das Fügen der Teile zu erleichtern.

Außerdem hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn an beiden Teilhülsen der Raum zwischen den Bajonettkämmen mit Einführungsschrägen versehen ist, die das Zentrieren der beiden Munitionsteile vor dem Koppelvorgang übernehmen.

Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den folgenden anhand von Figuren erläuterten Ausführungsbeispielen. Es zeigt:

Fig. 1 den Längsschnitt des vorderseitigen Bereiches einer Ladungshülse und den Längsschnitt des heckseitigen Bereiches eines Geschoßteiles mit Kopplungsring einer zweiteiligen Munition vor der Verbindung der beiden Munitionsteile miteinander;

Fig. 2 eine Seitenansicht auf den vorderseitigen Bereich der Ladungshülse ohne die in Fig. 1 mit 3 bezeichnete Versteifung und

Fig. 3 eine Seitenansicht auf den Kopplungsring.

In Fig. 1 sind mit 1 der Hülsendeckel einer überwiegend mit Treibladungspulver gefüllten und aus einem verbrennbaren Material bestehenden Ladungshülse und mit 2 das Geschoßteil einer entsprechenden zweiteiligen Munition bezeichnet. Der Hülsendeckel 1 weist innenseitig einen Versteifungsring 3 sowie eine Abdeckfolie 4 auf, die verhindern soll, daß das Treibladungspulver beim Transport etc. aus der Ladungshülse herausfällt. Die Vorderseite des Hülsendeckels 1 ist derart ausgestaltet, daß sich drei über den Umfang gleichmäßig verteilt angeordnete Außenkämme S eines Bajonettverschlusses (Fig. 2) ergeben, die heckseitig schräg verlaufende Verriegelungsflächen 6 (Fig. 1) aufweisen. Zwischen benachbarten Bajonettkämmen 5 ist der Raum mit Einführungsschrägen 7 versehen.

Das Geschoßteil 2 umfaßt eine aus einem verbrennbaren Material bestehende Hülse 8, die einen aus Übersichtlichkeitsgründen nicht dargestellten Geschoßkörper umgibt. Der heckseitige Rand 9 der Hülse 8 ist als Zentrierwulst ausgebildet, um ein koaxiales Ausrichten der beiden Munitionsteile 1, 2 zu erleichtern. Auf den Boden 10 des Geschoßteiles 2 ist ein Kopplungsring 11 aus einem verbrennbaren Material aufgeklebt, der drei Innenkämme 12 (Fig. 3) des Bajonettverschlusses, ebenfalls mit schräg angeordneten Verriegelungsflächen, 13 aufweist (Fig. 1). Die Winkel der Verriegelungsflächen 13 am Kopplungsring 11 sind etwas größer als die Winkel der Verriegelungsflächen 6 am Hülsendeckel 1. Der Raum zwischen benachbarten Innenkämmen 12 ist ebenfalls mit Einführungsschrägen 14 versehen. Der durch den Rand 9 gebildete Zentrierwulst bewirkt gleichzeitig auch einen Schutz des Kopplungsringes 11 vor Beschädigungen beim Transport etc. dieses Munitionsteiles.

Die Bajonettkämme 12 am Kopplungsring 11 sind an einer Seite mit Anschlägen 15 versehen, um die genaue Positionierung der Munitionsteile 1, 2 beim Koppeln zu gewährleisten.

Um die beiden Munitionsteile 1, 2 miteinander zu verbinden, werden sie hintereinander in eine Ladeschale einer entsprechenden Waffe gelegt. Eines der beiden Teile wird dann z. B. manuell gehalten und das zweite Teil wird in axialer Richtung gegen das erste Teil gedrückt und dabei um seine Längsachse gedreht. Sobald die Bajonettkämme den Öffnungen des jeweils anderen Teiles gegenüberliegen, lassen sich die beiden Munitionsteile 1, 2 um die Dicke des Kopplungsringes 11 zusammenschieben und der Schließvorgang des Bajonettverschlusses beginnt. Die Munitionsteile 1, 2 können dann gemeinsam geladen und bei Bedarf auch wieder entladen werden. Der für die Durchzündung zwischen den Munitionsteilen wichtige kreisförmige Bereich um die Mitte der beiden zugewandten Stirnflächen wird durch den Bajonettverschluß nicht abgedeckt.

Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf das vorstehend beschriebene und in den Fig. 1-3 dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt. Um beispielsweise den Kopplungsvorgang automatisieren zu können, hat es sich als zweckmäßig erwiesen, Indexkerben am Umfang der Munition anzuordnen, die in bezug auf die Bajonettkämme positioniert sind, so daß die Lage der Bajonettkämme zueinander von außen erkennbar ist.

Ferner ist es zweckmäßig, die Bajonettkämme an den Ecken nicht spitz, sondern abgerundet auszubilden, um das Verletzungsrisiko beim Handhaben der Munition gering zu halten.

Pro Munitionsteil sollten mindestens zwei Bajonettkämme vorhanden sein.

Statt schräger Verriegelungsflächen können die Bajonettkämme auch Verriegelungskämme umfassen, die jeweils eine mit einem Absatz versehene Fläche aufweisen. Bezugszeichenliste 1 Hülsendeckel, Munitionsteil, Teilhülse

2 Geschoßteil, Munitionsteil

3 Versteifungsring

4 Abdeckfolie

5 Außenkamm, Bajonettkamm, Verbindungsteil

6 Verriegelungsfläche

7 Einführungsschräge

8 Hülse, Munitionsteil, Teilhülse

9 Rand

10 Boden

11 Kopplungsring

12 Innenkamm, Bajonettkamm, Verbindungsteil

13 Verriegelungsfläche

14 Einführungsschräge

15 Anschlag


Anspruch[de]
  1. 1. Mehrteilige Munition mit einer verbrennbaren Treibladungshülse, die mindestens zwei axial hintereinander angeordnete und miteinander verbindbare Teilhülsen (1, 8) umfaßt, dadurch gekennzeichnet, daß die Teilhülsen (1, 8) an ihren einander zugewandten Stirnseiten mit Verbindungsteilen (5, 12) eines Bajonettverschlusses versehen sind, so daß sie durch Zusammenschieben und Verdrehen miteinander verbindbar sind.
  2. 2. Mehrteilige Munition nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Teilhülse (1) mit einem Hülsendeckel versehen ist, auf dessen Vorderseite die Außenkämme (5) des Bajonettverschlusses angeordnet sind, und daß die zweite Teilhülse heckseitig mit einem Kopplungsring (11) verbunden ist, der die Innenkämme (12) des Bajonettverschlusses umfaßt.
  3. 3. Mehrteilige Munition nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die an den beiden Teilhülsen (1, 2) angeordneten Verbindungsteile des Bajonettverschlusses ebenfalls aus einem verbrennbaren Material bestehen.
  4. 4. Mehrteilige Munition nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Bajonettkämme (5, 12) schräg angeordnete Verriegelungsflächen (6, 13) umfassen.
  5. 5. Mehrteilige Munition nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel der Verriegelungsfläche (6) des Hülsendeckels (1) kleiner ist als der Winkel der Verriegelungsfläche (13) des Kopplungsringes (11).
  6. 6. Mehrteilige Munition nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der jeweilige zwischen zwei Bajonettkämmen (5, 12) befindliche Raum mit Einführungsschrägen (7, 14) versehen ist.
  7. 7. Mehrteilige Munition nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Bajonettkämme (12) am Kopplungsring (11) an einer Seite mit Anschlägen (15) versehen sind.
  8. 8. Mehrteilige Munition, nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Teilhülse (8) heckseitig einen den Kopplungsring (11) seitlich umfassenden Zentrierwulst aufweist.






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