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Dokumentenidentifikation DE10134610C1 07.08.2003
Titel Feuerlöschanlage
Anmelder HYDAC Technology GmbH, 66280 Sulzbach, DE
Erfinder Kany, Helmfried, 66271 Kleinblittersdorf, DE
Vertreter Bartels & Partner, Patentanwälte, 70174 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 17.07.2001
DE-Aktenzeichen 10134610
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 07.08.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.08.2003
IPC-Hauptklasse A62C 13/64
IPC-Nebenklasse A62C 13/76   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Feuerlöschanlage mit zumindest einem ein unter Druck stehendes Löschmittel, insbesondere Stickstoffgas, aufnehmenden Druckbehälter (1), einem die Abgabe des Löschmittels normalerweise sperrenden Abgabeventil (13) und einer Betätigungseinrichtung zum Entsperren des Abgabeventils (13). Dadurch, daß ein durch Zufuhr eines unter einem Steuerdruck stehenden hydraulischen Druckmediums entsperrbares Abgabeventil (13) vorgesehen ist und daß die Betätigungseinrichtung einen den Druck des Löschmittels in den Steuerdruck des hydraulischen Druckmediums umsetzenden Druckwandler (49) aufweist, ist eine Feuerlöschanlage geschaffen, nach deren Auslösung eine Regenerierung, d. h. Instandsetzung und Neubefüllung, auf besonders wirtschaftliche Weise ermöglicht ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Feuerlöschanlage mit mindestens einem ein unter Druck stehendes Löschmittel, insbesondere Stickstoffgas, aufnehmenden Druckbehälter, einem die Abgabe des Löschmittels normalerweise sperrenden Abgabeventil und einer Betätigungseinrichtung zum Entsperren des Abgabeventils.

Feuerlöschanlagen dieser Art sind in vielerlei Ausgestaltungen in Gebrauch. Wenn derartige Löschanlagen in Fahrzeugen für wehrtechnische Zwecke eingesetzt werden, beispielsweise in gepanzerten Fahrzeugen, dann sind hinsichtlich der Funktionssicherheit besonders hohe Anforderungen zu stellen, insbesondere müssen Funktionssicherheit über große Temperaturbereiche hinweg, etwa von -40°C bis +140°C, sowie Widerstandsfähigkeit gegen äußere Krafteinwirkung und gegen das Auftreten hoher Beschleunigungskräfte gewährleistet sein. Überdies ist eine kompakte Bauweise mit geringem Gewicht gefordert.

Zur Erfüllung dieser Forderungen ist eine geeignete Bauweise des Abgabeventils von besonderer Bedeutung. Eine bekannte Lösung sieht im Hinblick auf robuste, kompakte und leichtgewichtige Bauweise ein Abgabeventil vor, bei dem die Betätigungseinrichtung zum Entsperren durch eine Berstscheibe gebildet ist, die bei Erkennen eines Feuers, beispielsweise durch einen elektrisch gezündeten Treibsatz, zerstört wird. Hierdurch erfolgt die Abgabe des Löschmittels. Eine Druckerhöhung im System führt ebenfalls zur Zerstörung der Berstscheibe und unbeabsichtigter Abgabe des Löschmittels.

Zwar ermöglicht diese bekannte Lösung eine kompakte und leichtgewichtige Bauweise, sie ist jedoch in mehrerer Hinsicht unbefriedigend. So ist nach einer Auslösung, da die Berstscheibe zerstört ist, das System nicht mehr brauchbar, weil die Zerstörung der Berstscheibe mit mechanischen Beschädigungen wesentlicher Bauteile einhergeht, so daß eine Instandsetzung zu teuer und daher nicht sinnvoll ist.

Durch die DE 43 10 285 C1 ist ein durch Druck eines Fluids auslösbares Ventil für Brandunterdrückungsanlagen bekannt, mit einem Gehäuse, welches versehen ist mit einem Eintrittsstutzen zum Anschluß an ein unter Druck stehendes Löschmittel, wobei der Eintrittsstutzen mittels eines Abdichtbolzens verschließbar ist, mit einem Austrittsstutzen zur Weiterleitung des Löschmittels nach Öffnung des Ventils und mit einem Anschlußstutzen, der mit unter Druck stehendem Fluid zur Öffnung des Ventils beaufschlagbar ist. Bei der bekannten Lösung ist der Abdichtbolzen in geschlossener Ventilstellung mittelbar über Übertragungselemente an den Eingriffsstutzen gepreßt, wobei die Übertragungselemente ihrerseits durch ein Schiebeteil formschlüssig gehaltert sind. Bei Beaufschlagung des Anschlußstutzens mit unter Druck stehendem Fluid wirkt eine Kraft auf das Schiebeteil ein, wodurch das Schiebeteil derart verschoben wird, daß die Übertragungselemente ihren formschlüssigen Halt verlieren und in einen Freiraum innerhalb des Ventils abgleiten, wodurch der Abdichtbolzen und somit der Weg des Löschmittels freigegeben wird. Mithin wird bei der bekannten Lösung das Abgabeventil durch Zufuhr eines unter Druck stehenden Fluids entsperrt, wobei bei der bekannten Lösung eine Vielzahl von Baukomponenten für die dahingehende Realisierung notwendig ist, was zu entsprechend hohen Herstell- und Wartungskosten führt.

Durch die DE 195 09 322 C2 ist eine gattungsgemäße Feuerlöschanlage bekannt, und zwar in der Form eines Hochdruck-Feuerlöschgeräts, mit einem Löschmittelraum, dessen Austrittsöffnung durch eine geschlitzte, elastische Manschette abgeschlossen ist. Das bekannte Löschgerät verfügt des weiteren über einen Löschmittelanschluß, durch den der Löschmittelraum befüllbar ist, mit einem Druckgasraum und einem Druckgasanschluß, durch den der Druckgasraum befüllbar ist, einem zwischen Löschmittelraum und Druckgasraum angeordneten Hauptventil, das bei gefülltem Druckgasraum durch den darin herrschenden Druck in Schließstellung gehalten wird, mit einer Auslöseeinrichtung, bei deren Betätigung ein Teil des Druckgases derart umleitbar ist, daß dieser das Hauptventil öffnet, wobei das im Druckgasraum verbliebene Gas durch das Hauptventil in den Löschmittelraum dringt und das Löschmittel schlagartig ausbläst, wobei die Auslöseeinrichtung ein Steuerventil betätigt, das einen Kanal für die Umleitung des Druckgases auf einen mit dem Hauptventil verbundenen Steuerkolben zum Öffnen des Hauptventils freigibt. Bei dieser bekannten Lösung wird der Löschmitteldruck direkt zur Entsperrung des Abgabeventils umgeleitet und aufgrund des hohen Druckes ist die Anlage robust auszulegen und bei Instandsetzungsarbeiten muß entsprechend vorsichtig vorgegangen werden.

Ausgehend von diesem Stand der Technik stellt sich die Erfindung die Aufgabe, eine in der Herstellung kostengünstige Feuerlöschanlage zu schaffen, die den zuvor erwähnten Anforderungen gerecht wird, zudem aber nach der Auslösung eine Regenerierung, d. h. Instandsetzung und Neubefüllung, auf wirtschaftliche Weise ermöglicht.

Bei einer Feuerlöschanlage der eingangs genannten Art ist diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Abgabeventil durch Zufuhr eines unter einem Steuerdruck stehenden hydraulischen Druckmediums entsperrbar ist und daß die Betätigungseinrichtung einen den Druck des Löschmittels in den Steuerdruck des hydraulischen Druckmediums umsetzenden Druckwandler aufweist.

Die Erfindung sieht demgemäß eine hydraulische Lösung für die Gestaltung und Betätigung des Abgabeventils vor. Dadurch, daß erfindungsgemäß mittels eines Druckwandlers der sehr hohe Druck des Löschmittels, üblicherweise weit mehr als 100 bar, in den hydraulischen Steuerdruck zur Betätigung des Abgabeventils umgesetzt wird, steht ein Servosystem für die Betätigung des Abgabeventils zur Verfügung, das in gewünschter Weise große Stellkräfte für die Betätigung des Abgabeventils erzeugen kann. Da Steuerdruck in geeigneter Höhe zur Verfügung steht, gestaltet sich der Aufbau des Abgabeventils konstruktiv sehr einfach, so daß die erforderliche Robustheit, Kompaktheit sowie ein geringes Gesamtgewicht ohne weiteres gewährleistet sind.

Nach der Auslösung ist die erfindungsgemäße Feuerlöschanlage ohne großen Instandsetzungsaufwand wieder regenerierbar. Außer der Neubefüllung des Druckbehälters sind in der Regel lediglich eine Erneuerung von Dichtelementen und eine Kontrolle und gegebenenfalls ein Austausch des hydraulischen Druckmediums im Druckwandler erforderlich.

Als Druckwandler kann ein hydropneumatischer Kolbenspeicher vorgesehen sein, der auf seiner Gasseite mit dem Druck des Löschmittels vorgespannt ist und auf seiner Fluidseite einen steuerbaren Auslaß für die Zufuhr des unter Steuerdruck stehenden hydraulischen Druckmediums an das Abgabeventil aufweist.

Die Steuerung des Auslasses der Fluidseite des Kolbenspeichers kann durch ein elektrisch betätigbares Wegeventil erfolgen, was ohne weiteres aus dem Bordnetz eines die Löschanlage enthaltenden Fahrzeuges erfolgen kann, da keine hohen Schaltströme erforderlich sind.

Das hydraulisch betätigbare Abgabeventil kann als innerhalb seines Ventilgehäuses bewegliches Ventilglied einen Schieberkolben aufweisen, der durch eine sich an seiner einen Kolbenseite abstützende Federanordnung in eine sperrende Grundstellung vorgespannt ist und mit seiner anderen Kolbenseite an einen im Ventilgehäuse befindlichen Druckraum angrenzt, zu dem das hydraulische Druckmedium zum Entsperren des Abgabeventils zuführbar ist.

Vorteilhafterweise ist die Kraftwirkung der Federanordnung so gewählt, daß im Fall eines Auslösens der Löschanlage, wenn der Löschmitteldruck aufgrund des Ausströmens des Löschmittels einen vorgewählten unteren Schwellenwert oder Restdruck unterscheidet, wodurch der durch den Druckwandler erzeugte Steuerdruck unter einem Schwellenwert absinkt, die Kraft der Federanordnung den Schieberkolben wieder in die sperrende Grundstellung zurückbewegt. Dadurch wird die weitere Abgabe des Löschmittels unterbunden, so daß ein Restvolumen des Löschmittels, üblicherweise Stickstoffgas, in dem Druckbehälter verbleibt und dadurch einen inneren Korrosionsschutz bildet, wodurch die Betriebssicherheit bei einer Weiterverwendung, d. h. Neubefüllung, gewährleistet ist.

Dem Abgabeventil kann ein den Druck des Löschmittels auf einen zulässigen Höchstwert begrenzendes Sicherheitsventil zugeschaltet sein.

Bei Druckbehältern in der Art von Gasflaschen kann das Abgabeventil unmittelbar am Flaschenhals angebracht sein.

Wenn eine betreffende Feuerlöschanlage mehrere Druckbehälter aufweist, deren jedem ein Abgabeventil zugeordnet ist, können diese unabhängig voneinander entsperrbar sein, so daß in einem Anwendungsfall die Flaschen nacheinander entleert werden können oder nur ein Teil der Flaschen für einen Löschvorgang eingesetzt werden kann.

Alternativ können mehrere Gasflaschen mit einem ihnen gemeinsam zugeordneten Abgabeventil verbunden sein.

Weiterhin können die Abgabekanäle mehrerer Abgabeventile mit einer ihnen gemeinsam zugehörigen Ausströmeinheit verbunden sein.

Nachstehend ist die Erfindung anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen im einzelnen erläutert.

Es zeigen:

Fig. 1 eine schematisch vereinfacht und teils aufgeschnitten dargestellte Seitenansicht einer Feuerlöschanlage gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung;

Fig. 2 einen demgegenüber in größerem Maßstab gezeichneten Längsschnitt des Abgabeventils des Ausführungsbeispiels von Fig. 1 und

Fig. 3 einen im Abbildungsmaßstab der Fig. 2 entsprechenden Längsschnitt eines Abgabeventils eines zweiten Ausführungsbeispiels der Löschanlage.

In Fig. 1 ist ein Druckbehälter mit 1 bezeichnet, der als Löschmittel Stickstoffgas enthält, das unter hohem Druck (mehr als 100 bar) steht. Der Druckbehälter in Form einer Gasflasche ist auf einer als Ganzes mit 3 bezeichneten Konsole angebracht, die in einem betreffenden, die Löschanlage enthaltenden Fahrzeug verankert ist. Die Konsole 3 weist als eine Haltekraft erzeugende Spanneinrichtung zwei den Druckbehälter 1 umschlingende, metallische Spannbänder 5 auf, die mittels Spannschrauben 7 spannbar sind. Gegen eine Verschiebung des flaschenartigen Druckbehälters 1 in seiner Axialrichtung ist der Druckbehälter 1 durch Endwangen 9 an der Konsole 3 gesichert. Mit dem Flaschenhals 11 des Druckbehälters 1 ist ein Abgabeventil 13 verschraubt, das in Fig. 2 in größerem Maßstab dargestellt ist.

Das Abgabeventil 13 weist ein Ventilgehäuse 15 mit einem geschlossenen Ende 16 auf und ist mit seinem gegenüberliegenden, offenen Ende 17 mit dem Flaschenhals 11 des Druckbehälters 1 verschraubt. Im Ventilgehäuse 15 ist ein feststehender, hohler Ventilkörper 19 vorgesehen, der an seinem dem Ende 17 nächstgelegenen Endabschnitt einen Bund 21 aufweist, der mit der Innenwand des Ventilgehäuses 15 verschraubt und gegenüber dieser Innenwand durch ein Dichtelement 23 abgedichtet ist. Vom Bund 21 bis zum geschlossenen Ende 16 des Ventilgehäuses 15 bildet der Ventilkörper 19 einen zylindrischen Schaft 25, auf dem ein Schieberkolben in Form einer Hülse 27 axial verschiebbar geführt ist.

In Fig. 1 ist die Hülse 27 in zwei verschiedenen Endstellungen gezeigt, und zwar auf der Oberseite des Schaftes 25 in einer sperrenden Grundstellung und unterhalb des Schaftes 25 in demgegenüber nach rechts verschobener Auslösestellung, in der das Abgabeventil 13 entsperrt ist. In Fig. 2 ist die Hülse 27 in der der Sperrstellung des Abgabeventils 13 entsprechenden Grundstellung gezeigt.

Wie insbesondere aus letzterer Figur zu ersehen ist, ist die als Schieberkolben fungierende Hülse 27 auf ihrem in der Zeichnung linksseitigen Ende gegen die Innenwand des Ventilgehäuses 15 mittels Kolbendichtung 29 und gegen den Schaft 25 hin mittels Kolbendichtung 31 abgedichtet. Diese Kolbenseite der Hülse 27 grenzt an einen im Ventilgehäuse 15 befindlichen Druckraum 33 an, zu dem ein unter einem Steuerdruck stehendes hydraulisches Druckmedium, beim Ausführungsbeispiel Hydrauliköl, über einen Steueranschluß 35 zuführbar ist. An der dem Ende 16 des Ventilgehäuses 15 benachbarten Kolbenseite stützt sich eine zwischen der Hülse 27 und dem geschlossenen Ende 16 eingespannte Schraubendruckfeder 37 ab, die die Hülse 27 normalerweise in der in Fig. 2 gezeigten Grundstellung hält. An der der Druckfeder 37 benachbarten Kolbenseite ist die Hülse 27 gegenüber dem Schaft 25 des Ventilkörpers 19 durch Kolbendichtungen 39 abgedichtet.

Der Schaft 25 des Ventilkörpers 19, der in seinem Innenraum 41 das unter Druck stehende Löschmittel enthält, weist die Wand des Schaftes 25 durchdringende Austrittsöffnungen 43 für die Abgabe des Löschmittels auf. Die Austrittsöffnungen 43 fluchten axial mit einem die Wand des Ventilgehäuses 15 durchdringenden Abgabekanal 45, über den das Löschmittel im Anwendungsfall ausgeblasen wird. In der in Fig. 2 gezeigten, sperrenden Grundstellung sind die Austrittsöffnungen 43 durch die Hülse 27 überdeckt und mittels der Dichtungen 39 abgedichtet. Wird über den Anschluß 35 hydraulisches Druckmedium unter einem entsprechenden Steuerdruck zum Druckraum 33 zugeführt, verschiebt sich die Hülse 27 gegen die Wirkung der Druckfeder 37 in Fig. 2 nach rechts, so daß Wanddurchbrüche 47 der Hülse 27 auf den Abgabekanal 45 ausgerichtet werden und das Abgabeventil 13 somit entsperrt ist.

Fig. 1 zeigt das System zur Erzeugung des Steuerdruckes und der Zufuhr des Druckmediums zum Anschluß 35 des Abgabeventils 13. Hauptbestandteil ist ein Druckwandler in Form eines Kolbenspeichers 49 mit einem Trennkolben 51, der im Speichergehäuse eine Fluidseite 53 von einer Gasseite 55 trennt, siehe Fig. 1. Die Gasseite 55 steht über eine Leitung 57mit einem das unter Druck stehende Löschmittel führenden Anschluß 59 des Abgabeventils 13 in Verbindung. Die Fluidseite 53 des Kolbenspeichers 49 ist mit hydraulischem Druckmedium, beim Ausführungsbeispiel Hydrauliköl, gefüllt. Auf der Fluidseite 53 befindet sich im Speichergehäuse ein Auslaß 61, welcher mittels eines elektrisch betätigbaren Wegeventils 63 geöffnet werden kann. Der Auslaß 61 des Speichergehäuses ist über eine Leitung 65 mit dem Anschluß 35 des Abgabeventils 13 verbunden.

Um die Feuerlöschanlage auszulösen, d. h. das Abgabeventil 13 zu entsperren, erhält das Wegeventil 63 einen elektrischen Steuerimpuls, um den Auslaß 61 des Kolbenspeichers 49 zu öffnen. Da der Kolbenspeicher 49 auf seiner Gasseite 55 durch den Druck des über die Leitung 57 zugeführten Löschmittels vorgespannt ist, verschiebt sich der Trennkolben 51 in Fig. 1 nach rechts, um das im Fluidraum 53 befindliche Volumen des hydraulischen Mediums unter dem durch den Löschmitteldruck erzeugten Steuerdruck über die Leitung 65 zum Anschluß 35 am Druckraum 33 des Abgabeventils zuzuführen, wodurch die als Schieberkolben fungierende Hülse 27 aus der in Fig. 2 gezeigten Grundstellung gegen die Kraft der Druckfeder 37 verschoben wird, so daß die Durchbrüche 47 der Hülse 27 auf den Abgabekanal 45 des Abgabeventils 13 ausgerichtet werden.

Wenn infolge der Abgabe des Löschmittels der Restdruck im Druckbehälter 1 unter einen unteren Schwellenwert absinkt und sich dementsprechend der über die Leitung 65 zum Anschluß 35 zugeführte Steuerdruck verringert, stellt die Druckfeder 37 die Hülse 27 in die in Fig. 2 gezeigte Grundstellung zurück, wodurch das hydraulische Druckmedium (Hydrauliköl) über den Anschluß 35 und die Leitung 65 wieder in den Kolbenspeicher 49 zurückgedrückt und das Abgabeventil 13 wieder verschlossen wird. Somit verbleibt eine Restmenge, deren Größe von der Wirkung der Druckfeder 37abhängig ist, des Löschmittels, üblicherweise Stickstoffgas, im Druckbehälter 1, so daß dieser innenseitig gegen Korrosion geschützt ist.

In Fig. 1 ist am Abgabekanal 45 des Abgabeventils 13 über eine Leitung 67 eine Ausströmeinheit 69 angeschlossen, die einen zusätzlichen Eingang 71 aufweist, an den das Abgabeventil eines weiteren Druckbehälters angeschlossen werden kann. Somit können mehrere Druckbehälter nacheinander oder gemeinsam zur Anwendung gebracht werden, um das Löschmittel über einen gemeinsamen Ausgang 73 abzugeben.

Das in Fig. 3 gezeigte Ausführungsbeispiel entspricht, was die wesentliche Gestaltung des Abgabeventils 13 anbelangt, dem in Fig. 2 Gezeigten, wobei Unterschiede insofern gegeben sind, als das Ventilgehäuse 15 mit seinem Ende 17 nicht unmittelbar mit einem Flaschenhals eines Druckbehälters verschraubt ist, sondern der hohle Ventilkörper 19 mit seinem den Bund 21 aufweisenden Ende 75 über eine Leitungsverbindung mit einem Druckbehälter oder mit mehreren Druckbehältern verbindbar ist. Das Ventilgehäuse 15 kann mittels Befestigungslöchern 77 an geeigneter Stelle der Löschanlage verankert sein.

Ein weiterer Unterschied besteht darin, daß an dem dem Anschlußende 75 entgegengesetzten Ende des Ventilkörpers 19 ein Auslaßkanal 79 vorgesehen ist, der die Verbindung zu einem als Ganzes mit 81 bezeichneten Sicherheitsventil bildet. Dieses weist eine Ventilplatte 83 auf, die mittels einer mit Hilfe einer Einstellschraube 85 vorspannbaren Druckfeder 87 in abdichtender Anlage am Mündungsrand des Kanals 79 am Schaft 25 des Ventilkörpers 19 gehalten ist. Bei Übersteigen eines Grenzwertes des Löschmitteldruckes hebt die Ventilplatte 83 ab, so daß Löschmittel über Kanäle 89 in den Teil des Ventilgehäuses 15 eintritt, der mit dem Abgabekanal 45 in Verbindung steht, über den Löschmittel so lange abgegeben wird, bis der gewünschte Betriebsdruck herrscht und die Ventilplatte 83 das Sicherheitsventil 81 wieder schließt.

Das in Fig. 3 gezeigte Abgabeventil kann mit einem einzelnen Druckbehälter oder zusammen mit einer einen Verbund bildenden Mehrzahl von Druckbehältern eingesetzt werden. Das nicht gezeigte Leitungssystem, das von dem Druckbehälter oder den Druckbehältern zum Anschlußende 75 des Abgabeventils 13 führt, weist als Abzweig auch die Leitung 57 auf, über die der Löschmitteldruck am Kolbenspeicher angelegt wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Feuerlöschanlage mit mindestens einem ein unter Druck stehendes Löschmittel, insbesondere Stickstoffgas, aufnehmenden Druckbehälter (1), einem die Abgabe des Löschmittels normalerweise sperrenden Abgabeventil (13) und einer Betätigungseinrichtung zum Entsperren des Abgabeventils (13), dadurch gekennzeichnet, daß das Abgabeventil (13) durch Zufuhr eines unter einem Steuerdruck stehenden hydraulischen Druckmediums entsperrbar ist und daß die Betätigungseinrichtung einen den Druck des Löschmittels in den Steuerdruck des hydraulischen Druckmediums umsetzenden Druckwandler (49) aufweist.
  2. 2. Feuerlöschanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Druckwandler ein hydropneumatischer Kolbenspeicher (49) vorgesehen ist, der auf seiner Gasseite (55) mit dem Druck des Löschmittels vorgespannt ist und der auf seiner Fluidseite (53) einen steuerbaren Auslaß (61) für die Zufuhr des unter Steuerdruck stehenden hydraulischen Druckmediums an das Abgabeventil (13) aufweist.
  3. 3. Feuerlöschanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Auslaß (61) der Fluidseite (53) des Kolbenspeichers (49) durch ein elektrisch betätigbares Wegeventil (63) steuerbar ist.
  4. 4. Feuerlöschanlage nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Abgabeventil (13) als innerhalb seines Ventilgehäuses (15) bewegliches Ventilglied einen Schieberkolben (27) aufweist, der durch eine sich an seiner einen Kolbenseite abstützende Federanordnung (37) in eine sperrende Grundstellung vorgespannt ist und mit seiner anderen Kolbenseite an einen im Ventilgehäuse (15) befindlichen Druckraum (33) angrenzt, zu dem das hydraulische Druckmedium zum Entsperren des Abgabeventils (13) zuführbar ist.
  5. 5. Feuerlöschanlage nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Schieberkolben durch eine Hülse (27) gebildet ist, die auf einem sich im Ventilgehäuse (15) koaxial erstreckenden, hohlen Ventilkörper (19) verschiebbar ist, dessen mit dem Löschmittel in Verbindung stehender Innenraum (41) zumindest eine Austrittsöffnung (43) aufweist, die durch die in der Grundstellung befindliche Hülse (27) verschlossen und bei der durch Zufuhr des hydraulischen Druckmediums gegen die Kraft der Federanordnung (37) bewirkten Verschiebung der Hülse (27) freigebbar ist, um das Löschmittel über einen im Ventilgehäuse (15) ausgebildeten Abgabekanal (45) abzugeben.
  6. 6. Feuerlöschanlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß als Federanordnung eine zwischen dem einen Ende des inneren Hohlraumes des Ventilgehäuses (15) und der Hülse (27) eingespannte Schrauben-Druckfeder (37) vorgesehen ist, deren Federkraft so gewählt ist, daß die Hülse (27) in Abhängigkeit vom Unterschreiten eines Schwellenwertes des Steuerdruckes des dem Druckraum (33) zugeführten Druckmediums in die sperrende Grundstellung zurückkehrt.
  7. 7. Feuerlöschanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch ein mit dem Abgabeventil (13) verbundenes, den Druck des Löschmittels auf einen zulässigen Höchstwert begrenzendes Sicherheitsventil (81).
  8. 8. Feuerlöschanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein das Löschmittel in Form von Löschgas aufnehmender, flaschenartiger Druckbehälter (1) vorgesehen ist, an dessen Flaschenhals (11) das Abgabeventil (13) angebracht ist.
  9. 9. Feuerlöschanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere, das Löschmittel in Form von Löschgas aufnehmende Druckbehälter (1) vorgesehen sind, deren jedem ein Abgabeventil (13) zugeordnet ist, die unabhängig voneinander entsperrbar sind.
  10. 10. Feuerlöschanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeichnet durch mehrere, das Löschmittel in Form von Druckgas aufnehmende Druckbehälter (1), die mit einem ihnen gemeinsam zugeordneten Abgabeventil (13) verbunden sind.
  11. 11. Feuerlöschanlage nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Abgabekanäle (45) mehrerer Abgabeventile (13) mit einer ihnen gemeinsam zugehörigen Ausströmeinheit (69) verbunden sind.
  12. 12. Feuerlöschanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß der mindestens eine Druckbehälter (1) über einen Anschluß am Abgabeventil (13) von außen befüllbar ist.
  13. 13. Feuerlöschanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß sie durch eine Berstscheibe gegen Überdruck, beispielsweise bei einer Temperaturerhöhung, abgesichert ist, die im Falle des Auslösens des Abgabeventils (13) unbeeinträchtigt bleibt.
  14. 14. Feuerlöschanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß am Abgabeventil (13) Anschlüsse zur direkten Überwachung des Flaschendruckes, wie Druckschalter, Manometer, vorgesehen sind.






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