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Dokumentenidentifikation DE10201672A1 07.08.2003
Titel Steckverbinder, Stecker und Buchse
Anmelder Dätwyler AG Schweizerische Kabel-, Gummi- und Kunststoffwerke, Altdorf, Uri, CH
Erfinder Klees, Ernst, 80939 München, DE
Vertreter Samson & Partner, Patentanwälte, 80538 München
DE-Anmeldedatum 17.01.2002
DE-Aktenzeichen 10201672
Offenlegungstag 07.08.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.08.2003
IPC-Hauptklasse H01R 13/646
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Steckverbinder, gebildet durch Stecker und Buchse, die jeweils ein Schirmgehäuse aufweisen, wobei der Stecker oder die Buchse einen federnden Verbindungsschirm aufweist, welcher im zusammengesteckten Zustand des Steckverbinders von außen gegen das Schirmgehäuse der Buchse bzw. des Steckers drückt, und so einen Spalt zwischen Stecker und Buchse abdeckt. Die Erfindung betrifft auch einen entsprechenden Stekcer und eine entsprechende Buchse.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft allgemein die elektrische Verbindungstechnik, und insbesondere einen Steckverbinder sowie, einen Stecker und eine Buchse eines solchen Steckverbinders.

Bei der sog. anwendungsneutralen Verkabelung (z. B. nach den Normen ISO/IEC 11801 und CENELEC EN 50173) dient eine Universalverkabelung der wahlweise zuweisbaren Übertragung von Daten verschiedener Dienste. Beispielsweise kann es sich hierbei um lokale Computernetze (LANs), wie Ethernet, Token Ring, ATM, Telekommunikationsnetze, wie ISDN oder Analogtelefon, oder Netze für Videoübertragung, z. B. zur Übertragung von Daten, Sprache (Telefon) und Multimedia-Anwendungen (z. B. TV) handeln. Gemäß den oben genannten Normen ist für eine anwendungsneutrale Anschlußdose am Arbeitsplatz eine Steckverbinderbuchse der Reihe IEC 60603-7 vorgeschrieben. Allgemein sind die Steckverbinder dieser Reihe als RJ45 bekannt. ("RJ" steht für "Registered Jack").

Die Normenreihe IEC 60603-7 umfaßt mehrere Teile. Die darin beschriebenen Steckverbinder unterscheiden sich im wesentlichen durch ihre Eignung für unterschiedlich weit hinauf reichende Frequenzbereiche, und ob es sich um eine ungeschirmte oder geschirmte Variante handelt. Für den höchsten Frequenzbereich existiert nur die geschirmte Variante.

Ein entsprechender geschirmter RJ45-Stecker und eine entsprechende geschirmte RJ45-Anschlußdose sind beispielsweise in dem Buch "unilan Handbuch der universellen Gebäudeverkabelung, Dätwyler AG, Kabel + Systeme, 1998, Seiten 57 bis 59 beschrieben. Ein geschirmter RJ45-Stecker ist ferner beispielsweise aus der EP 0 700 126 A1 bekannt. Fig. 2 zeigt einen solchen bekannten typischen Steckverbinder der Reihe IEC 60603-7, gebildet durch Stecker 1 und Buchse 2. In der hier interessierenden geschirmten Ausführung ist die Buchse 2 mit einem elektrisch leitenden Schirmgehäuse 3 ausgerüstet, welches eine Abschirmung nach außen bildet. Zwei mit diesem Schirmgehäuse 3 verbundene Schirmfinger 4 sind ins Innere der Buchse 2 geführt. Der Stecker 1 weist ebenfalls ein äußeres Schirmgehäuse 5 auf. Dieses erstreckt sich auch über einen Teil der Steckmuffe 6, welche in die Buchse 2 einsteckbar ist. Im eingesteckten Zustand stellen die Schirmfinger 4 eine elektrische Verbindung zwischen den äußeren Schirmgehäusen 3 und 5 der Buchse 2 und des Steckers 1 her. Der Stecker ist an einer Seite der Steckmuffe 6 mit einer Rastklinke 7 aus Isoliermaterial ausgerüstet. Auf der gegenüberliegenden Seite weist die Steckmuffe 6 mehrere (hier 8) nebeneinanderliegende Kontaktbahnen 8 auf, welche sich um die vordere Kante der Steckmuffe 6 herum auf deren Vorderseite erstrecken. Die Buchse 2 weist am Buchsengrund entsprechende Kontaktfedern (nicht gezeigt) auf, welche im eingesteckten Zustand federnd auf die jeweils zugeordnete Kontaktbahn 8 drücken.

Aus der WO 95/26581 ist ein geschirmter Stecker mit zwei Reihen zu je fünf Steckaufnahmen bekannt (dieser Stecker ist also kein RJ45-Stecker), bei dem eine Verbindung zwischen dem metallischen Gehäuseschirm des Steckers zum Gehäuse der Steckbuchse durch eine metallische und federnde Ausbildung von Rastklemmen erzielt wird, welche im eingesteckten Zustand am Buchsengehäuse einrasten.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Steckverbinder bereitzustellen, der für hohe Frequenzen (insbesondere bis mindestens 862 MHz) besonders geeignet ist. Dazu gehört auch die Bereitstellung der entsprechenden Einzelteile (Stecker und Buchse).

Die Erfindung stellt gemäß einem ersten Aspekt einen Steckverbinder, gebildet durch Stecker und Buchse mit jeweils einem Schirmgehäuse, bereit. Der Stecker weist einen federnden Verbindungsschirm auf. Dieser drückt im zusammengesteckten Zustand des Steckverbinders von außen gegen das Schirmgehäuse der Buchse. Er deckt so einen Spalt zwischen Stecker und Buchse ab.

Gemäß einem zweiten Aspekt stellt die Erfindung einen weiteren Steckverbinder, gebildet durch Stecker und Buchse mit jeweils einem Schirmgehäuse bereit. Der Stecker hat einen innerhalb einer Einsteckebene liegenden Einsteckteil und einen den restlichen Teil bildenden Außenteil. Die Buchse weist einen federnden Verbindungsschirm auf. Dieser drückt im zusammengesteckten Zustand des Steckverbinders gegen das Schirmgehäuse am Außenteil des Steckers. Der Verbindungsschirm deckt so den Spalt zwischen Stecker und Buchse ab.

Die Erfindung ist ferner auch alleine auf den Stecker mit Schirmgehäuse des Steckverbinders gemäß dem ersten Aspekt gerichtet. Der Stecker weist einen federnden Verbindungsschirm auf, welcher so ausgebildet ist, daß er in zusammengestecktem Zustand des Steckers mit einer komplementären Buchse mit Schirmgehäuse von außen gegen das Buchsen- Schirmgehäuse drückt, und so den Spalt zwischen Stecker und Buchse abdeckt.

Die Erfindung ist schließlich auch alleine auf die Buchse mit Schirmgehäuse des Steckverbinders gemäß dem zweiten Aspekt gerichtet. Die Buchse weist einen federnden Verbindungsschirm auf, welcher so ausgebildet ist, daß er im zusammengesteckten Zustand der Buchse mit einem komplementären Stecker mit Schirmgehäuse, welcher einen innerhalb einer Einsteckebene liegenden Einsteckteil und einen den restlichen Teil bildenden Außenteil aufweist, gegen das Stecker- Schirmgehäuse am Außenteil des Steckers drückt, und so den Spalt zwischen Stecker und Buchse abdeckt.

Die Erfindung wird nun anhand von bevorzugten beispielhaften Ausführungsformen und der angefügten beispielhaften Zeichnung näher erläutert. In der schematischen Zeichnung zeigen:

Fig. 1 eine perspektivische Darstellung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Steckverbinders;

Fig. 2 eine seitliche Schnittansicht des Steckverbinders von Fig. 1;

Fig. 3 eine schematische Veranschaulichung der Funktion des Verbindungsschirms der Ausführungsformen von Fig. 1 und 2 während des Einsteckvorgangs;

Fig. 4 eine andere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Steckverbinders;

Fig. 5 eine perspektivische Darstellung des im Stand der Technik bekannten geschirmten RJ45-Steckverbinders, welcher bereits in der obigen Einleitung beschrieben wurde.

In den Figuren tragen funktionsgleiche Teile zum Teil gleiche Bezugszeichen.

Bevor nun die Fig. 1 bis 4 eingehend beschrieben werden, folgen noch einige allgemeinere Anmerkungen zu den bevorzugten Ausführungsformen.

Um zur Erfindung zu gelangen, wurde erkannt, daß die oben beschriebene, im Stand der Technik bekannte Verbindung der Schirme von Stecker und Buchse unzulänglich ist, und daß dies für elektromagnetische Abstrahlung insbesondere bei der Übertragung von Frequenzen oberhalb von 100 MHz verantwortlich ist. Diese Abstrahlungen machen die herkömmliche RJ45- Steckverbindung beispielsweise praktisch kaum geeignet für die Übertragung von TV- oder Radiosignalen, bei denen Frequenzen bis zu 862 MHz übertragen werden, da mit ihr z. B. die in der Fernsehtechnik gültigen EMV-Anforderungen (siehe EN 50083-2) kaum eingehalten werden können. Mit den bevorzugten Ausführungsformen können hingegen TV- und Radiosignale unter Einhaltung der EMV-Anforderungen übertragen werden.

Vorzugsweise ist der Verbindungsschirm umlaufend ausgebildet, und zwar bei einer im wesentlichen viereckigen Ausbildung des Steckverbinders (wie sie beim RJ45-Steckverbinder gegeben ist) um wenigstens drei der Viereckseiten, und bei einer im wesentlichen runden Ausbildung des Steckverbinders um wenigstens ungefähr 270°. Noch bevorzugter ist eine umlaufende Ausbildung des Verbindungsschirms um im wesentlichen vier der Viereckseiten (bei viereckiger Ausbildung) bzw. um ungefähr 360° (bei runder Ausbildung). Ein Verbindungsschirm wird im obigen Sinne auch dann als "umlaufend" angesehen, wenn er bei viereckiger Ausbildung des Steckverbinders die Ecken nicht abdeckt, wie dies bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1 der Fall ist. Vorzugsweise, aber nicht zwingend, wird der Begriff "umlaufend" jedoch so verstanden, daß der Verbindungsschirm auch die besagten Ecken abdeckt. Gegebenenfalls kann der umlaufende Verbindungsschirm eine Aussparung für den Durchtritt einer Rastklemme aufweisen.

Bei der bevorzugten Ausführungsform gemäß Fig. 1 bis 3 ist der Verbindungsschirm als federnde Lasche ausgebildet, die beim Zusammenstecken des Steckverbinders auf das Schirmgehäuse des Gegenstücks (also der Buchse, wenn der Stecker den Verbindungsschirm trägt, bzw. des Steckers, wenn die Buchse den Verbindungsschirm trägt) drückt und hierdurch im wesentlichen entgegen der Steckrichtung elastisch deformiert wird. Dies bewirkt einen federnden Andruck des Verbindungsschirms auf das - zumindest an dieser Stelle nach außen nicht isolierte - Schirmgehäuse des Gegenstücks und stellt hierdurch eine niederohmige und weitgehend durchgehende Abdeckung des Spaltes zwischen den Gehäuseschirmen von Stecker und Buchse sicher.

Bei den Ausführungsformen der Fig. 1 bis 3 geht mit der elastischen Deformation des Verbindungsschirms während des Einsteckens eine, im wesentlichen quer zur Steckrichtung verlaufende Schleifbewegung des Verbindungsschirms auf dem Schirmgehäuse des Gegenstücks einher. Dies führt zu einer laufenden Selbstreinigung des elektrischen Kontakts zwischen Verbindungsschirm und Schirmgehäuse und trägt somit zur Erzielung eines geringen Übergangswiderstands zwischen Stecker- und Buchsenschirm bei.

Im Sinne einer möglichst umlaufenden Anpressung des Verbindungsschirms an das Gehäuse des Gegenstücks kann es vorteilhaft sein, die den Verbindungsschirm bildende federnde Lasche geschlitzt auszuführen und/oder den Verbindungsschirm aus mehreren einzelnen federnden Laschen aufzubauen.

Gemäß der Ausführungsform von Fig. 4 wird der Verbindungsschirm durch einen umlaufenden elastischen Kern gebildet, welcher mit einem Schirmgeflecht umhüllt ist und am Umfang des Steckers bzw. der Buchse angeordnet ist und im eingesteckten Zustand des Steckverbinders den Schirmgehäusespalt zwischen Stecker und Buchse unter elastischer Kompression verschließt. Bei dem elastischen Kern kann es sich beispielsweise um ein Röllchen aus kompressiblem Gummimaterial (z. B. Moosgummi) handeln, welches rund um den Einsteckteil des Steckers oder die Einstecköffnung der Buchse angeordnet ist.

Bei den bevorzugten Ausführungsformen ist der Steckverbinder ein Rastklinken-Steckverbinder, und zwar insbesondere gemäß der Normreihe IEC 60603-7. Es handelt sich hierbei, wie bereits eingangs ausgeführt wurde, um einen Steckverbinder, bei dem der Stecker einseitig mit einer Rastklinke und auf der gegenüberliegenden Steckerseite mit mehreren (z. B. acht) nebeneinander liegenden Kontaktbahnen, welche sich auch um die vordere Steckerkante herum auf die Steckervorderseite erstrecken, ausgerüstet ist. Die komplementäre Buchse weist am Buchsengrund entsprechende Kontaktfedern auf, welche im eingesteckten Zustand federnd auf die jeweils zugeordnete Kontaktbahn drücken.

Obgleich die Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen den durch Stecker und Buchse gebildeten Steckverbinder darstellt, sind selbstverständlich Stecker und Buchsen und daneben auch mit solchen Steckern und Buchsen vorkonfektionierte Anschlußkabel jeweils für sich marktgängige Produkte. Dem Erfinder steht daher nicht etwa nur Schutz für den gesamten Steckverbinder, sondern auch für dessen Einzelelemente "Stecker" und "Buchse" sowie mit diesen ausgerüstete Kabel zu.

Nun zurückkommend auf die Figuren, zeigt Fig. 1 eine perspektivische Ansicht (mit transparent dargestelltem Steckergehäuse) und Fig. 2 eine Längsschnittansicht einer bevorzugten Ausführungsform mit einem federnden Verbindungsschirm in Form einer federnden Kontaktlasche.

Ein Steckverbinder, der den Anforderungen der Reihe IEC 60603-7 (RJ45-Steckverbinder) entspricht, umfaßt einen Stecker 1 und eine Buchse 2. Die Außengehäuse von Stecker 1 und Buchse 2 sind jeweils als elektrisch leitendes Schirmgehäuse 5 bzw. 3 ausgebildet. Zwei mit dem Schirmgehäuse 3 der Buchse 2 verbundene Schirmfinger 4 sind in das Buchseninnere geführt. Der Stecker 1 weist eine vorne aus dem Schirmgehäuse 5 ragende Steckmuffe 6 auf, welche auf einer ihrer Breitseiten eine Rastklinke 7 aus Isoliermaterial trägt und auf der anderen Breitseite mit mehreren (hier acht) nebeneinanderliegenden Kontaktbahnen 8 ausgerüstet ist. Diese erstrecken sich auch um die vordere Kante der Steckmuffe 6 auf deren Vorderseite (Fig. 2). Die Buchse 2 weist am Buchsengrund 9 entsprechende Kontaktfedern 10 auf, welche im eingesteckten Zustand federnd auf die jeweils zugehörige Kontaktbahn 8 drücken. Das Schirmgehäuse 5 des Steckers 1 erstreckt sich auch über den angrenzenden Teil der Steckmuffe 6. Im eingesteckten Zustand drücken die Schirmfinger 4 im Buchseninnern auf diesen Teil des Schirmgehäuses 5 und stellen so eine elektrische Verbindung zwischen den Schirmgehäusen 3, 5 von Buchse 2 und Stecker 1 her. Das Schirmgehäuse 5 ist mit der Steckmuffe 6 im eingesteckten Zustand bis zur Einsteckebene 14 in die Buchse 2 eingesteckt. Die innerhalb und außerhalb der Einsteckebene liegenden Teile des Schirmgehäuses 5 werden als "inneres Schirmgehäuse" bzw. "äußeres Schirmgehäuse" bezeichnet. Die Rastklinke 7 rastet im eingesteckten Zustand in einer Rasthinterschneidung 11 am Buchsengehäuse 3 ein.

Der Stecker 1 weist an der Einsteckebene 14 am äußeren Schirmgehäus 5 eine an seinem äußeren Umfang umlaufende Kontaktlasche 12 auf, die niederohmig leitend mit dem äußeren Schirmgehäuse 5 verbunden ist. Diese ist federnd ausgebildet und erstreckt sich, von der Steckerachse aus gesehen, im wesentlichen nach außen. Sie ragt jedoch nach vorne, über die Einsteckebene 14 hinaus, in den auf der Seite der Steckmuffe 6 liegenden Raum hinein, was durch eine kegelkranzförmig nach vorne (d. h. zur Buchse 2) geneigte und/oder eine konvex nach vorne gebogene Ausbildung der Kontaktlasche 12 erzielt wird. Zumindest die nach vorne zur Buchse 2 weisende Oberfläche der Kontaktlasche 12 ist elektrisch leitend ausgebildet und ist elektrisch mit dem Schirmgehäuse 5 des Steckers 1 verbunden. Die Kontaktlasche 12 ist aus einem geeigneten elastischen Metall oder metallisiertem Kunststoff gefertigt.

Wie in Fig. 1 auf der Oberseite des Steckers 1 veranschaulicht ist, kann die Kontaktlasche 12 über ihre Länge mit Schlitzen 13 versehen sein. An den in Steckrichtung verlaufenden Kanten 15 des Steckers 1 kann die Kontaktiasche 8 unterbrochen sein (wie in Fig. 1); man kann dann auch von mehreren einzelnen Kontaktlaschen sprechen - zur Vereinfachung wird jedoch im folgenden die Benennung als "eine" Kontaktlasche beibehalten. Alternativ kann sich die Kontaktlasche 12 auch um die Kanten 15 herum erstrecken, um einen möglichst durchgehenden Verbindungsschirm zu realisieren. Im Bereich der Rastklinke 7 ist die Kontaktlasche 12 ausgespart, um den Durchtritt der Rastklinke 7 aus dem Steckbereich aus dem Steckbereich nach außen zu ermöglichen und damit deren Betätigung von außen zu erlauben. Um in diesem Bereich eine mögliche Abschirmlücke zu vermeiden, kann die Rastklinke 7selbst elektrisch leitend und mit dem Schirmgehäuse elektrisch verbunden ausgebildet sein, so daß sie einen Teil der schirmmäßigen Spaltabdichtung zwischen Stecker 1 und Buchse 2 bildet. Bei anderen (nicht gezeigten) Ausführungsformen ist die Rastklinke 7 nicht aus dem eigentlichen Steckbereich herausgeführt, so daß die Kontaktlasche 12 an allen vier Seiten des Steckers 1 ohne Aussparung umlaufen kann und so ein 360°-Verbindungsschirm realisiert wird. Zur Betätigung der Rastklinke 7 ist dann z. B. ein Mechanismus im Inneren des Steckers 1 vorgesehen, der beispielsweise die Bewegung eines außen am Stecker 1 angeordneten Druckknopfs im Inneren des Steckers auf die Rastklinke 7 überträgt, so daß diese beim Eindrücken des Druckknopfs in die entarretierte Stellung gebracht wird.

Fig. 3 zeigt mit den Teilbildern a, b und c schematisch die Funktion des durch die Kontaktlasche 12 gebildeten Verbindungsschirms während des Einsteckvorgangs. Fig. 3a zeigt Stecker 1 und Buchse 2 im noch nicht zusammengesteckten Zustand. Die konvex gekrümmte Kontaktlasche 12 ragt nach vorne über die Einsteckebene 14 hinaus. In Fig. 3b ist derjenige Moment im Verlauf der Einsteckbewegung dargestellt, bei dem die Kontaktlasche 12 die Stirnseite 16 des Buchsengehäuses 3 berührt. Im Verlauf der weiteren Einsteckbewegung, deren Endzustand in Fig. 3c gezeigt ist, wird die Kontaktlasche 12 etwas nach hinten gebogen. Dabei verformt sie sich elastisch, so daß im eingesteckten Zustand eine dauernde Anpressung der Kontaktiasche 12 an die nicht isolierte Stirnseite 16 erfolgt. Im Verlauf dieser Biegung der Kontaktlasche 12 wandert der Kontaktpunkt (K) bzw. die Kontaktlinie zwischen Kontaktlasche 12 und Stirnseite 16 aufgrund der konkaven Krümmung nach innen, wie in Fig. 3b durch Pfeile angedeutet ist. Die Kontaktlasche 12 führt also bei jedem Einsteckvorgang eine Schleifbewegung auf der Gehäusestirnseite 16 aus, was eine Selbstreinigung des elektrischen Kontakts zwischen den Schirmgehäusen 5 und 3 von Stecker 1 und Buchse 2 im laufenden Betrieb bewirkt. Beide Maßnahmen, die Anpressung und die Schleifbewegung, tragen zu einer niederohmigen Verbindung zwischen Stecker- und Buchsenschirm bei.

Bei anderen (nicht gezeigten) Ausführungsformen ist die Kontaktlasche schwächer oder nicht konvex gekrümmt. Bei solchen Ausführungsformen kann der Kontaktpunkt (K) im Verlauf der Schleifbewegung beim Einsteckvorgang nach außen wandern, wobei selbstverständlich auch der oben beschriebene Selbstreinigungseffekt eintritt.

Bei weiteren (nicht gezeigten) Ausführungsformen ist die Kontaktlasche 12 an der Stirnseite 16 der Buchse angeordnet, und drückt beim Einstecken gegen eine an der Einsteckebene 14 befindliche, ohne Isolierung freiliegende Auskragung 17 des Steckers 1 (die dann ggf. etwas breiter ausladend als die Auskragung in den Fig. 2 und 3 ausgeführt sein kann). Die obigen Ausführungen im Zusammenhang mit den Fig. 1 bis 3 gelten in analoger Weise auch für diese Ausführungsformen.

Fig. 4a und b veranschaulichen schließlich eine weitere Ausführungsform, bei welcher der Verbindungsschirm nicht durch eine federnde Lasche, sondern - wie Fig. 4b im Querschnitt zeigt - durch eine elastische Rolle 18, die von einem Schirmgeflecht 19 umhüllt ist, gebildet wird. Die elastische Rolle 18 ist beispielsweise aus einem kompressiblen Elastomer, z. B. porösem Gummi ("Moosgummi") gefertigt. Sie erstreckt sich - wie der Querschnitt des Steckverbinders in Fig. 4a zeigt - in einer Nut 20 an der Stirnseite 16 der Buchse 2 längs dem Umfang der Buchsenöffnung. In eingestecktem Zustand wird die elastische Rolle 18 zwischen der Rück- wand der Nut 20 und der Auskragung 17 an der Einsteckebene 14 des Steckers 1 elastisch zusammengedrückt, so daß auch hier eine dauernde Anpreßkraft vorliegt, welche für eine niederohmige Verbindung zwischen Buchsenschirm 3 und Steckerschirm 5 sorgt. Wie bei den Ausführungsbeispielen der Fig. 1 bis 3 ist es auch hier in analoger Weise möglich, die elastische Rolle 18 an dem anderen Element des Steckverbinders, also dem Stecker 1 anzuordnen. Hierzu kann an der Auskragung 17 des Steckers 1 eine entsprechende umlaufende Nut vorgesehen sein, welche die elastische Rolle 18 mit dem Schirmgeflecht 19 aufnimmt. Im übrigen gelten die im Zusammenhang mit den Fig. 1 bis 3 gemachten Ausführungen auch für die Ausführungsform gemäß Fig. 4 in analoger Weise (etwa betreffend die Möglichkeit, die elastische Rolle 18 im Bereich der Rastklinke 7 zu unterbrechen, oder alternativ, sie durch eine besondere Ausbildung der Rastklinke 7 durchgehend zu gestalten).

Insgesamt leisten die offenbarten Ausführungsformen eine niederohmige, weitgehend rundum verlaufende Verbindung zwischen Stecker- und Buchsenschirm und damit eine schirmmäßige Abdeckung des Spaltes (siehe 21 in Fig. 3c) zwischen diesen. Die bevorzugten Ausführungsformen erlauben damit die Übertragung von TV- und Radiosignalen (mit Frequenzen z. B. bis zu 862 MHz), so daß die beispielsweise in der Fernsehtechnik gültigen EMV-Anforderungen nach EN 50083-2 mit diesen Steckverbindern eingehalten werden können, wie dies für eine anwendungsneutrale Gebäudeverkabelung, welche auch die Möglichkeit der Übertragung von TV-Signalen einschließen soll, wünschenswert ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Steckverbinder, gebildet durch Stecker (1) und Buchse (2), die jeweils ein Schirmgehäuse (5, 3) aufweisen, wobei der Stecker (1) einen federnden Verbindungsschirm (12; 18, 19) aufweist, welcher im zusammengesteckten Zustand des Steckverbinders von außen gegen das Schirmgehäuse (3) der Buchse (2) drückt, und so einen Spalt (21) zwischen Stecker (1) und Buchse (2) abdeckt.
  2. 2. Steckverbinder, gebildet durch Stecker (1) und Buchse (2), die jeweils ein Schirmgehäuse (5, 3) aufweisen, wobei der Stecker (1) einen innerhalb einer Einsteckebene (14) liegenden Einsteckteil (6) und einen den restlichen Teil bildenden Außenteil hat, und wobei die Buchse (2) einen federnden Verbindungsschirm (12; 18, 19) aufweist, welcher im zusammengesteckten Zustand des Steckverbinders gegen das Schirmgehäuse (5) am Außenteil des Steckers (1) drückt, und so einen Spalt (21) zwischen Stecker (1) und Buchse (2) abdeckt.
  3. 3. Steckverbinder nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Verbindungsschirm (12; 18, 19) umlaufend ausgebildet ist, und zwar bei einer im wesentlichen viereckigen Ausbildung des Steckverbinders um wenigstens drei der Viereckseiten bzw. bei einer im wesentlichen runden Ausbildung um wenigstens ungefähr 270°.
  4. 4. Steckverbinder nach Anspruch 3, wobei der Verbindungsschirm (12; 18, 19) bei einer im wesentlichen viereckigen Ausbildung des Steckverbinders um vier der Viereckseiten bzw. bei einer im wesentlichen runden Ausbildung um ungefähr 360° umlaufend ausgebildet ist.
  5. 5. Steckverbinder nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei der Verbindungsschirm als wenigstens eine federnde Lasche (12) ausgebildet ist, der beim Zusammenstecken des Steckverbinders im wesentlichen entgegen der Steckrichtung elastisch deformiert wird.
  6. 6. Steckverbinder nach Anspruch 5, wobei die federnde Lasche (12) beim Zusammenstecken des Steckverbinders am Schirmgehäuse (3, 5) der Buchse (2) bzw. des Steckers (1) schleift.
  7. 7. Steckverbinder nach Anspruch 5 oder 6, wobei die federnde Lasche (12) geschlitzt ausgeführt ist und/oder durch mehrere einzelne federnde Laschen (12) gebildet wird.
  8. 8. Steckverbinder nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei der Verbindungsschirm (18, 19) durch ein Schirmgeflecht (19) um einen elastischen Kern (18) gebildet wird, der am Umfang des Steckers (1) bzw. der Buchse (2) angeordnet ist.
  9. 9. Steckverbinder nach einem der Ansprüche 1 bis 8, welcher ein Rastklinken-Steckverbinder ist.
  10. 10. Steckverbinder nach Anspruch 9, welcher ein IEC-60603- Steckverbinder ist.
  11. 11. Stecker mit Schirmgehäuse (5), der einen federnden Verbindungsschirm (12; 18, 19) aufweist, welcher so ausgebildet ist, daß er im zusammengesteckten Zustand des Steckers (1) mit einer komplementären Buchse (2) mit Schirmgehäuse (3) von außen gegen das Buchsen- Schirmgehäuse (3) drückt, und so einen Spalt (21) zwischen Stecker (1) und Buchse (2) abdeckt.
  12. 12. Stecker nach Anspruch 11, wobei der Stecker oder der Steckverbinder, für den er bestimmt ist, eines oder mehrere Merkmale der Ansprüche 1 bis 10 aufweist.
  13. 13. Buchse mit Schirmgehäuse (3), die einen federnden Verbindungsschirm (12; 18, 19) aufweist, welcher so ausgebildet ist, daß er im zusammengesteckten Zustand der Buchse (2) mit einem komplementären Stecker (1) mit Schirmgehäuse (5), welcher einen innerhalb einer Einsteckebene (14) liegenden Einsteckteil (6) und einen den restlichen Teil bildenden Außenteil aufweist, gegen das Stecker-Schirmgehäuse (3) am Außenteil des Steckers (1) drückt, und so einen Spalt zwischen Stecker (1) und Buchse (2) abdeckt.
  14. 14. Buchse nach Anspruch 13, wobei die Buchse oder der Steckverbinder, für den sie bestimmt ist, eines oder mehrere Merkmale der Ansprüche 1 bis 10 aufweist.






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