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Dokumentenidentifikation DE10201673A1 07.08.2003
Titel Materialumschlaggerät
Anmelder Liebherr-Hydraulikbagger GmbH, 88457 Kirchdorf, DE
Erfinder Lehnen, Bernd, 87700 Memmingen, DE;
Wager, Bernd, 88457 Kirchdorf, DE
Vertreter Rechts- und Patentanwälte Lorenz Seidler Gossel, 80538 München
DE-Anmeldedatum 17.01.2002
DE-Aktenzeichen 10201673
Offenlegungstag 07.08.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.08.2003
IPC-Hauptklasse B66C 23/82
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Materialumschlaggerät mit einem Unterwagen und einer über einen Drehkranz mit diesem verbundenen Drehbühne, an die ein über mindestens einen Hubzylinder verschwenkbarer Ausleger schwenkbar angelenkt ist. Erfindungsgemäß ist einerseits an der Drehbühne und/oder am Auslegerfuß mindestens ein zusätzlicher Anlenkpunkt für den Ausleger vorgesehen, und im Ausleger bzw. in einem am Ausleger vorgesehenen Anlenkblech ist mindestens ein zusätzlicher Anlenkpunkt vorgesehen. Hierdurch ergeben sich unterschiedliche Kombinationsmöglichkeiten für die Kinematik des Auslegers.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Materialumschlaggerät nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Bereits aus der DE 199 09 356 A1 ist ein gattungsgemäßes Materialumschlaggerät bekannt. Dieses weist einen Unterwagen und einen mittels eines Drehkranzes direkt mit diesem verbundenen Oberwagen auf, welcher eine Energieeinheit und ein Gegenwicht umfasst, sowie eine an einem Gerätebock gelagerte Arbeitseinrichtung und eine mit dem Gerätebock verbundene Fahrerkabine. Der Gerätebock mit Fahrerkabine kann mittels einer Zwischenkonstruktion oder einer Abstandhalterkonstruktion derart am Oberwagen angebracht sein, dass die Arbeitseinrichtung in größerem Abstand vom Boden an dem Materialumschlaggerät angeordnet ist.

Bei bekannten Materialumschlaggeräten ist die Kinematik des Auslegers so konzipiert, dass möglichst hohe Traglasten in der Nähe des Materialumschlaggeräts aufgenommen werden können. Bei Einsatz des vorbekannten Materialumschlaggerätes zum Entladen von Schiffen ergibt sich hier aber die Problematik, dass hohe Traglasten bei großen Reichweiten und unter Grund aufgenommen werden müssen.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, das gattungsgemäße Materialumschlaggerät derart weiter zu bilden, dass neben dem üblichen industriellen Einsatz wahlweise auch ein leistungsoptimierter Einsatz beim Entladen und Beladen von Schiffen ermöglicht wird.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe ausgehend von dem gattungsgemäßen Materialumschlaggerät durch die Kombination mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Demnach wird an der Drehbühne und/oder am Auslegerfuß mindestens ein zusätzlicher Anlenkpunkt für den Ausleger vorgesehen, so dass der Anlenkpunkt des Auslegers wahlweise veränderbar ist. Weiterhin wird im Ausleger bzw. in einem am Ausleger vorgesehenen Anlenkblech mindestens ein zusätzlicher Anlenkpunkt vorgesehen, so dass der Anlenkpunkt des mindestens einen Hubzylinders wahlweise veränderbar ist. Hierdurch werden bessere Traglastwerte bei großer Reichweite und -tiefe einerseits im üblichen Industrieeinsatz und andererseits beim Umschlagen von Gütern beim Be- und Entladen beispielsweise von Schiffen ermöglicht. So kann durch entsprechende Wahl des Anlenkpunkts das maximale Moment des Zylinders von einem vergleichsweise steileren Anstellwinkel des Auslegers zu einem flacherem Anstellwinkel des Auslegers verschoben werden. Dies führt zu einer Reduzierung hoher Traglasten in Gerätenähe und zu einer Erhöhung der Traglasten bei großen Reichweiten und unter Grund.

Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den sich an den Hauptanspruch anschließenden Unteransprüchen.

Demnach können die Anlenkpunkte in der Drehbühne vorgesehene Bohrungen sein, wobei der Ausleger über in die Bohrungen passende Bolzen schwenkbar mit der Drehbühne befestigbar ist. Aufgrund dieser konstruktiven Ausgestaltung der Erfindung kann der Ausleger durch einfaches Umbolzen an den gewählten Einsatz des Materialumschlaggerätes angepasst werden.

Gemäß der Erfindung ist mindestens ein Hubzylinder zum Heben und Senken des Auslegers einerseits an der Drehbühne und andererseits an einem am Ausleger vorgesehenen Anlenkblech angelenkt. Besonders vorteilhaft ist am Anlenkblech neben dem üblichen Anlenkpunkt mindestens ein weiterer Anlenkpunkt vorgesehen, so dass auch der Anlenkpunkt des Hubzylinders wahlweise veränderbar ist. Auch hierdurch lässt sich der Anstellwinkel des Auslegers, bei dem das maximale Moment erreicht wird, verändern, wobei aber der Gesamtschwenkwinkel des Auslegers konstant bleiben kann.

Eine besonders vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung ergibt sich dadurch, dass der erste und zweite Anlenkpunkt für den Ausleger und der Anlenkpunkt für den mindestens einen Hubzylinder in einem mit der Drehbühne verbindbaren Lagerbock vorgesehen sind. Es können erfindungsgemäß nun baukastenartig Lagerböcke unterschiedlicher Länge vorgesehen sein, so dass die jeweiligen Anlenkpunkte jeweils durch die Wahl eines Lagerbocks in ihrer Lage gegenüber der Drehbühne variiert werden. Hierdurch ergeben sich beliebige kinematische Variationsmöglichkeiten. Die Verwendung dieser Lagerböcke ist insbesondere für den Umschlagbetrieb bei der Be- bzw. Entladung von Schiffen vorteilhaft, da dadurch zum Beispiel eine höhere Anlenkung des Auslegers und somit eine flachere Winkelstellung zur Schiffswand hin erzielt wird. Somit können Ausleger und Stiele kürzer und leichter ausgeführt werden. Entsprechende erhöhte Lagerböcke lassen sich auch für die Schrottscherenbeschickung vorteilhaft verwenden.

Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine schematische Darstellung eines an einer Drehbühne angelenkten Auslegers in unterschiedlichen Stellungen gemäß einer ersten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung,

Fig. 2 eine der Fig. 1 entsprechende Darstellung, bei welcher der Ausleger eine andere Kinematik aufweist,

Fig. 3 eine der Fig. 1 bzw. Fig. 2 entsprechende Darstellung des Auslegers, bei dem dieser eine wiederum unterschiedliche Kinematik aufweist,

Fig. 4 eine Seitenansicht eines Unterwagens eines erfindungsgemäßen Materialumschlaggeräts mit auf diesem aufgesetzter Drehbühne, sowie auseinandergezogene Teile der Drehbühne,

Fig. 5 eine schematische Darstellung eines Materialumschlaggeräts im Einsatz mit unterschiedlichen Positionen des Auslegers und

Fig. 6 eine der Fig. 5 entsprechende Darstellung eines Materialumschlaggeräts der vorliegenden Erfindung.

In Fig. 1 ist ein Teil eines Umschlaggerätes dargestellt, das eine Drehbühne 12 aufweist, an welche ein Ausleger 14 angelenkt ist. Der Ausleger 14 ist im hier dargestellten Ausführungsbeispiel aus zwei Auslegerarmen 16 und 18 zusammengesetzt, die wiederum gelenkig um einen Anlenkpunkt 20 miteinander verbunden sind, wobei die beiden Arme über eine hier nicht näher dargestellte Hydraulikzylinderanordnung gegeneinander verschwenkbar sind. Der Auslegerarm 16 ist über einen Bolzen in einer Bohrung 22 in der Drehbühne 12 schwenkbar festgelegt. Das Heben und Senken des Auslegerarms 16 erfolgt über einen Hubzylinder 24, der einerseits an einem Anlenkpunkt 26 in der Drehbühne 12 und andererseits in einem Anlenkpunkt 28 an einem Anlenkblech 30, das am Auslegerarm 16 befestigt ist, angreift. Hier ist in Fig. 1 nur ein Hubzylinder 24 dargestellt. Die hier dargestellte Ausführungsvariante weist jedoch zwei parallel zueinander verlaufende Hubzylinder auf. In Fig. 1 ist die übliche Industriekinematik dargestellt, bei der das maximale Moment des Hubzylinders 24 bei einem steileren Anstellwinkel des Auslegerarmes 16 erzielt wird.

In Fig. 2 ist der Auslegerarm 16 über seinen Verbindungsbolzen mit einer Bohrung 32 in der Drehbühne 12 verbunden, wobei diese Bohrung höher und bezogen auf den Drehpunkt der Drehbühne weiter vorne angeordnet ist. Diese Bohrung 32 der Drehbühne 12 wird im folgenden als "Schiffsbohrung" bezeichnet, während die Bohrung 22 als "Industriebohrung" bezeichnet wird. Gleichzeitig ist zum Erreichen der gleichen Kinematik, d. h. der gleichen Anfangs- und Endwinkel des Auslegerarmes 16 der Zylinder 24 an einem versetzt im Lagerblech 30 angeordneten Anlenkpunkt 34 angelenkt. Mit dieser Kinematik wird das maximale Moment des Hubzylinders 24 bei einem relativ flachen Anstellwinkel des Auslegerarmes erzielt. Das bedeutet, dass das Materialumschlaggerät bei vergleichsweise größeren Reichweiten und auch unter Grund höhere Traglasten aufnehmen kann.

In Fig. 3 ist der Auslegerarm 16 ebenfalls in der Schiffsbohrung 32 der Drehbühne 12 angelenkt. Hier ist allerdings der Hubzylinder 24 in der gleichen Bohrung 28 am Anlenkblech 30 angelenkt, wie dies in der Ausführungsvariante gemäß Fig. 1 der Fall war. Der Anstellwinkel des Auslegers des maximalen Moments liegt somit zwischen dem steilen und flachen Anstellwinkel der vorherigen Kinematik, jedoch ergibt sich hieraus ein anderer Gesamtschwenkwinkel.

Hierdurch wird das maximal mit dem Hubzylinder 24 erzielbare Moment bei einem Anstellwinkel des Auslegerarmes 16 von 22,7 Grad erzielt.

Somit können durch einfaches Umbolzen des Auslegerarms 16 und des bzw. der Hubzylinder 24 die optimalen Arbeitsbereiche des Materialumschlaggeräts variiert werden.

In Fig. 4 ist der Unterwagen 34 des Materialumschlaggeräts gezeigt. Auf diesem ist über einen Drehkranz 36 die Drehbühne gezeigt. Die Drehbühne 12 ist in der hier dargestellten Ausführungsvariante mit einem separaten Lagerbock 38 ausgestattet, an dem die Bohrungen 32 bzw. 22 für den Auslegerarm 16 (hier nicht dargestellt) vorgesehen sind und die Bohrung 26 für den bzw. die Hubzylinder 24.

In der auseinandergezogenen Darstellung in Fig. 4a ist die Drehbühne 12 vereinzelt mit zwei Lagerböcken 38 bzw. 39 unterschiedlicher Geometrie dargestellt. Die Lagerböcke 38 bzw. 39 werden über lösbare Verbindungen mit der Drehbühne 12 verbunden. Die Lagerböcke 38 bzw. 39 weisen eine unterschiedliche Höhe auf. Diese hier dargestellten Lagerböcke sind nur beispielhafte Ausgestaltungen eines Baukastens, der es ermöglicht, die Anlenkpunkte 32, 22 bzw. 26 in einer gewünschten Lage zur Drehbühne 12 zu positionieren.

Fig. 5 zeigt ein Umschlaggerät ohne Lagerbockerhöhung. Um einerseits mit dem Ausleger nicht mit der Schiffswand zu kollidieren, und andererseits den gesamten Schiffsboden entladen zu können, ist ein relativ langer Ausleger und ein langer Stiel erforderlich.

Fig. 6 zeigt ein Umschlaggerät mit Lagerbockerhöhung. Im Vergleich zu Fig. 5 können Ausleger und Stiel kürzer und somit leichter ausgeführt sein. Hier kann eine Kollision von Ausleger und Schiff wirksam verhindert werden. Der gesamte Schiffsboden ist vom Umschlagwerkzeug erreichbar, so dass hier ein Erfassen des zu entladenen Materials an jeder Stelle des Schiffsbodens ohne Probleme möglich ist. Der Lagerbock ist innerhalb der Gerätekippkante angeordnet und sorgt damit zusätzlich für eine Standmomenterhöhung.


Anspruch[de]
  1. 1. Materialumschlaggerät mit einem Unterwagen und einer über einen Drehkranz mit diesem verbundenen Drehbühne, an die ein über mindestens einen Hubzylinder verschwenkbarer Ausleger schwenkbar angelenkt ist, dadurch gekennzeichnet, dass einerseits an der Drehbühne und/oder am Auslegerfuß mindestens ein zusätzlicher Anlenkpunkt für den Ausleger vorgesehen ist, sodass der Anlenkpunkt des Auslegers wahlweise veränderbar ist, und dass im Ausleger bzw. in einem am Ausleger vorgesehenen Anlenkblech mindestens ein zusätzlicher Anlenkpunkt vorgesehen ist, sodass der Anlenkpunkt des mindestens einen Hubzylinders wahlweise veränderbar ist.
  2. 2. Materialumschlaggerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlenkpunkte in der Drehbühne bzw. im Auslegerfuß vorgesehene Bohrungen sind und dass der Ausleger über in die Bohrungen passende Bolzen schwenkbar befestigt ist.
  3. 3. Materialumschlaggerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens zwei Anlenkpunkte für den Ausleger und der Anlenkpunkt für den mindestens einen Hubzylinder in einem mit der Drehbühne verbindbaren Lagerbock vorgesehen sind.






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