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Dokumentenidentifikation DE10204898A1 07.08.2003
Titel Neuartiges Trägersystem für Gebäude
Anmelder Kolbrink, Eduard, 63743 Aschaffenburg, DE;
Schlett, Thomas, 63843 Niedernberg, DE;
Wombacher, Burkhard, 63867 Johannesberg, DE
Erfinder Kolbrink, Eduard, 63743 Aschaffenburg, DE;
Schlett, Thomas, 63843 Niedernberg, DE;
Wombacher, Burkhard, 63867 Johannesberg, DE
DE-Anmeldedatum 06.02.2002
DE-Aktenzeichen 10204898
Offenlegungstag 07.08.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.08.2003
IPC-Hauptklasse E04B 1/34
IPC-Nebenklasse E04H 3/14   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Trägersystem für ein Gebäude, insbesondere eine Halle, mit einer Tragwerkkonstruktion, welche eine vorgegebene Anzahl von auf einer Unterlage (1) aufzusetzende Stützen (2) aufweist, welche paarweise über jeweils einen Längsträger (3) verbunden sind, die Bestandteil einer Deckenkonstruktion sind, wobei von den über die Längsträger hervorstehenden freien Enden der Stützen Seile (6) auf die Tragwerkkonstruktion und die Unterlage (1) geführt sind, und wobei auf den Längsträgern Querträger (5) aufsitzen, deren Oberseiten Bestandteil der Deckenkonstruktion sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Trägersystem für ein Gebäude.

Derartige Trägersysteme werden als tragende Konstruktionen in industriellen und kommunalen Gebäuden, insbesondere Hallen wie Industrie- und Sporthallen in vielfältiger Weise eingesetzt.

Nachteilig an derartigen Hallen ist, daß zur Erzielung einer hinreichenden Statik des Gebäudes eine Vielzahl von Trägern vorgesehen werden muß, wobei zudem sehr große Querschnitte der Träger vorgesehen werden müssen. Dies führt zu unerwünscht hohen Kosten bei der Herstellung derartiger Gebäude.

Weiterhin ist nachteilig, daß die Gestaltungsmöglichkeiten derartiger Gebäude, insbesondere bei dem Umbau und der Erweiterung der Gebäude, begrenzt sind.

Schließlich tritt insbesondere bei großflächigen Hallen das Problem auf, daß die Energiekosten zu deren Beheizung unerwünscht hoch sind.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Trägersystem der eingangs genannten Art bereitzustellen, mit welchem die genannten Nachteile vermieden werden können.

Zur Lösung dieser Aufgabe sind die Merkmale des Anspruchs 1 vorgesehen. Vorteilhafte Ausführungsformen und zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.

Durch die erfindungsgemäße Tragwerkkonstruktion kann mit einer geringeren Anzahl von Trägern eine hohe Stabilität des Gebäudes erzielt werden, wobei die Querschritte der Träger gegenüber herkömmlichen Trägersystemen zudem um mehr als 50% reduziert werden können. Damit werden erhebliche Material- und Kosteneinsparungen erzielt.

Weiterhin ist vorteilhaft, daß mit dem erfindungsgemäßen Trägersystem großflächige und dennoch äußert flach bauende Gebäude herstellbar sind. Dies wiederum führt zu besonders niedrigen Energiekosten bei der Beheizung derartiger Gebäude sowie durch einen geringeren Materialeinsatz zu geringeren Entstehungskosten.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil der Erfindung besteht darin, daß die Trägersysteme Module bilden, die in unterschiedlicher Form und Anzahl zur Ausbildung des Gebäudes flexibel kombiniert werden können. Damit können insbesondere auf einfache Weise Umbauten und Erweiterungen in Hallen und dergleichen durchgeführt werden.

Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnungen erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 Längsschnitt eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Trägersystems.

Fig. 2 Querschnitt durch das Trägersystem gemäß Fig. 1.

Fig. 3 Dachaufsicht auf die Modularbauweise.

Die Fig. 1 und 2 zeigen ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Trägersystems. Das Trägersystem bildet eine modulare Tragwerkkonstruktion für ein Gebäude, insbesondere eine Halle wie z. B. eine Sporthalle.

Das Trägersystem steht auf einer Unterlage, die im vorliegenden Fall von einer ebenen Stahlbetonplatte (1) gebildet ist.

Prinzipiell kann die Unterlage auch in verschiedenen Ebenen verlaufen und zum Teil von Mauern oder dergleichen gebildet sein.

Das Trägersystem weist vier auf der Unterlage aufsitzende Stützen (2) auf, die vorzugsweise als Pylonstützen ausgebildet sind. Die unteren Segmente der Stützen verlaufen in vertikaler Richtung, während die oberen Segmente der Stützen schräg nach oben verlaufend über die Seitenränder des Gebäudes hervorstehen.

Die Stützen sind paarweise über jeweils einen Längsträger (3) verbunden, die Bestandteil der Deckenkonstruktion des Trägersystems sind. Die Längsträger ragen über die oberen Enden der vertikal verlaufenden unteren Segmente der Stützen hinaus und verlaufen parallel zueinander über die gesamte Länge des Trägersystems.

Das Trägersystem weist in einer horizontalen Ebene unterhalb der Deckenkonstruktion verlaufende Horizontalträger (4) auf. Diese Horizontalträger verlaufen in den Ebenen der Seitenwände des Trägersystems. Diese in Umfangsrichtung des Trägersystems umlaufenden Horizontalträger dienen zugleich zur Aufnahme von u-förmigen Querträgern (5). Die in horizontaler Richtung verlaufenden Oberseiten der Querträger erstrecken sich über die gesamte Breite des Trägersystems und sitzen auf den Längsträgern auf. Die Oberseiten der Querträger sind Bestandteile der Deckenkonstruktion. Die an die Oberseiten der Querträger anschließenden Arme verlaufen an den Ebenen der gegenüberliegenden längsseitigen Seitenwände des Trägersystems und sitzen auf den Horizontalträgern auf.

An den über die Deckenkonstruktion schräg nach oben hervorstehenden freien Enden der Stützen sind zur Stabilisierung der Tragwerkkonstruktion Seile (6), insbesondere Stahlseile angebracht.

Die Seile sind, wie aus Fig. 1 ersichtlich, an den Längsträgern (3) im Bereich der Deckenkonstruktion sowie in der Unterlage fixiert.

Die beschriebenen Stützen (2) können zur Stabilisierung ausgesteift werden. Vorzugsweise dient dabei eine in Querrichtung verlaufende Verbindung (7) den freien Enden der Stützen (2).

Zur modularen Bauweise (siehe Fig. 3) wird in einfacher Weise ein Horizontalträger (4) sowie die nach unten zeigenden Arme der Querträger (5) entfernt und können in der Erweiterung wieder verwendet werden und bilden dann ein mögliches Befestigungselement der neu hinzukommenden Seitenwand.

Das Trägersystem dient zur Aufnahme von Einbauelementen, die insbesondere aus Dickschichtholzelementen bestehen. Auch aus Glas oder dergleichen bestehende Wandelemente sind am Trägersystem montierbar.


Anspruch[de]
  1. 1. Trägersystem für ein Gebäude, insbesondere eine Halle, mit einer Tragwerkkonstruktion, welche eine vorgegebene Anzahl von auf einer Unterlage (1) aufzusetzende Stützen (2) aufweist, welche paarweise über jeweils einen Längsträger (3) verbunden sind, die Bestandteil einer Deckenkonstruktion sind, wobei von den über die Längsträger hervorstehenden freien Enden der Stützen Seile (6) auf die Tragwerkkonstruktion und die Unterlage (1) geführt sind und wobei auf den Längsträgern Querträger (5) aufsitzen, deren Oberseiten Bestandteil der Deckenkonstruktion sind.
  2. 2. Trägersystem nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß das untere Ende der Querträger (5) in Umfangsrichtung des Gebäudes mit umlaufendem Horizontalträger (4) verbunden ist.
  3. 3. Trägersystem nach Anspruch 1 oder Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, daß die unterhalb der Ebene der Längsträger (3) verlaufenden Segmente der Stützen (2) in vertikaler Richtung verlaufen und daß die anschließenden oberen Segmente in einem stumpfen Winkel zu den unteren Segmenten verlaufen, so daß die freien Enden der Stützen (2) über die jeweiligen Seitenwände des Gebäudes hervorstehen.
  4. 4. Trägersystem nach Anspruch 1 oder Anspruch 2 oder Anspruch 3 dadurch gekennzeichnet, daß die Querträger (5) u-förmig ausgebildet sind, wobei deren Oberseite Bestandteile der Deckenkonstruktion sind.
  5. 5. Trägersystem nach Anspruch 2 bis Anspruch 4 dadurch gekennzeichnet, daß die Horizontalträger (4) in einer horizontalen Ebene verlaufen.
  6. 6. Trägersystem nach Anspruch 5 dadurch gekennzeichnet, daß die Ebene der Horizontalträger (4) in einer vorgegebenen Höhe zwischen der Unterlage (1) und der Deckenkonstruktion verläuft.
  7. 7. Trägersystem nach Anspruch 1 bis Anspruch 6 dadurch gekennzeichnet, daß die Unterlage (1) von einer Stahlbetonplatte gebildet ist.
  8. 8. Trägersystem nach Anspruch 1 bis Anspruch 7 dadurch gekennzeichnet, daß die Unterlage (1) zur Aufnahme von Einbauelementen dient.
  9. 9. Trägersystem nach Anspruch 1 bis Anspruch 8 dadurch gekennzeichnet, daß die hervorstehenden freien Enden der Stützen (2) in Querrichtung (7) miteinander verbunden sind.
  10. 10. Trägersystem nach Anspruch 1 bis Anspruch 9 dadurch gekennzeichnet, daß die umlaufenden Seitenwände an der Unterlage (1) und/oder an dem umlaufenden Horizontalträger (4) und/oder über die Deckenkonstruktion an den Querträger (5) befestigt sind.
  11. 11. Trägersystem nach Anspruch 1 bis Anspruch 10 gekennzeichnet durch dessen Mehrfachanordnung in einem modular aufgebauten Gebäude.
  12. 12. Verfahren zur Herstellung eines Trägersystems nach Anspruch 1 bis Anspruch 11.






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