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Dokumentenidentifikation DE10212474C1 07.08.2003
Titel Antriebsstrang eines Kraftfahrzeuges und Verfahren zur Herstellung einer Lagereinheit
Anmelder DaimlerChrysler AG, 70567 Stuttgart, DE
Erfinder Henkel, Jürgen, Dipl.-Ing. (FH), 71394 Kernen, DE;
Keller, Thomas, Dipl.-Ing. (FH), 70734 Fellbach, DE;
Kollmann, Andreas, 72178 Waldachtal, DE;
Rill, Dietmar, 73061 Ebersbach, DE;
Schröder, Rolf, Dipl.-Ing., 70619 Stuttgart, DE;
Wörner, Günter, Dipl.-Ing. (FH), 71394 Kernen, DE
DE-Anmeldedatum 20.03.2002
DE-Aktenzeichen 10212474
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 07.08.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.08.2003
IPC-Hauptklasse B60K 17/24
IPC-Nebenklasse F16C 27/04   F16C 27/06   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft die Lagerung einer Zwischenwelle zwischen einem Verteilergetriebe und einer Seitenwelle eines frontangetriebenen Kraftfahrzeuges.
Bei bekannten Lagerungen kommt es zu einer unerwünschten Kraftübertragung von der Zwischenwelle über die Lagerung auf die Karosserie bzw. vom Motor über die Lagerung auf die Seitenwelle.
Erfindungsgemäß wird innerhalb des Lagers eine elastische Zwischenschicht sowie ein hohlzylinderförmiger Umfangsspalt vorgesehen, welche für kleine Auslenkungen zu einer Vermeidung einer Übertragung von Kräften auf die Karosserie und für große Kräfte zu einem nichtlinearen Übertragungsverhalten der Lagerung führen.
Lagerung von Antriebswellen eines Kraftfahrzeuges.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Antriebsstrang eines Kraftfahrzeuges mit einer zwischen einem Verteilergetriebe und einer Seitenwelle angeordneten Zwischenwelle gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Weiterhin betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung einer Lagereinheit für die Lagerung einer Antriebswelle eines Kraftfahrzeuges gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 9.

In einem Antriebsstrang eines Kraftfahrzeuges ist gemäß der Druckschrift US 4 421 187 zwischen ein Abtriebskegelrad eines Verteilergetriebes oder Ausgleichsgetriebes und eine mit einer Einfederung der Fahrzeugräder verschwenkbaren Achswelle oder Seitenwelle eine Zwischenwelle antriebsmäßig zwischengeschaltet. Die Zwischenwelle ist in dem dem Abtriebskegelrad zugewandten Endbereich in dem Verteilergetriebe mit einem ersten Lager gelagert. In dem dem Verteilergetriebe gegenüberliegenden Endbereich ist die Zwischenwelle über ein Gleichlaufgelenk mit der Seitenwelle verbunden. Eine weitere Lagerung der Zwischenwelle erfolgt zwischen dem ersten Lager und dem Gleichlaufgelenk mittels einer Lagereinheit, welche beispielsweise ebenfalls innerhalb des Verteilergetriebes oder aber gegenüber einem Motorblock abgestützt ist.

Die Lagerungen der Zwischenwelle werden infolge der hohen wirksamen genannten Momente hohen mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt. Infolge der Anbindung an das Verteilergetriebe einerseits und der Seitenwelle über das Gleichlaufgelenk andererseits ist die Antriebswelle insbesondere Schwingungsanregungen ausgesetzt, beispielsweise infolge eines Spieles des Gleichlaufgelenkes. Gleichermaßen werden über die Lagerungen Schwingungen des Motor- oder Getriebeblockes auf die Zwischenwelle übertragen. Zur Vermeidung von Störungen oder Beeinträchtigungen der Funktion von Bauteilen des Antriebsstranges sowie mit diesen verbundenen weiteren Bauteilen und zur Erzielung eines hohen Komforts muss die Zwischenwelle mit der erforderlichen Präzision radial und axial geführt werden. Gleichzeitig sollten mittels der Lagerungen keine unerwünschten Lagerkräfte in die Karosserie eingeleitet werden, da diese eine Beeinträchtigung des Fahrkomforts oder eine Schallabstrahlung bedeuten.

Aus der Druckschrift DE 39 11 914 C2 ist eine Wälzlageranordnung für allgemeine Einsatzzwecke bekannt, bei der ein biegeelastischer Lageraussenring in einer Richtung in einer Nut für radiale Verschiebungen geführt ist und in eine Richtung senkrecht zu der vorgenannten Richtung über ein Spiel zu einem Lagergehäuse verfügt. Aus der Druckschrift DE 197 55 307 ist eine Wälzlageranordnung für eine Antriebswelle eines Kraftfahrzeuges bekannt, welche für unterschiedliche Belastungsrichtungen in der Lagerebene über unterschiedliche Steifigkeiten verfügt.

Aus der Druckschrift DE 39 33 515 C2 ist eine elastische Zwischenlagerung für eine Kardanwelle mit einer Fluidfüllung zur flexiblen Lagerung bekannt. Mittels dieser Zwischenlagerung sollen Schwingungen mit großer Amplitude und kleiner Frequenz sowie mit kleiner Amplitude und großer Frequenz gedämpft werden.

Aus der Druckschrift DE 198 09 528 A1 ist ein schwingungsreduziertes Wellenlager für eine Antriebswelle eines Ausgleichsgetriebes bekannt, mit dem lagerspielbedingte Geräusche verringert werden sollen.

Weiterhin ist aus der Druckschrift DE 35 11 480 C1 ein Zwischenlager für eine Gelenkwelle von Kraftfahrzeugen bekannt, bei dem durch Vorspannung mittels Vorsprüngen eine elastische Zwischenschicht, die einen Lageraußenring aufnimmt, spielfrei positioniert ist.

Aus der Druckschrift DE 39 08 965 A1 ist ein Kardanwellenlager mit einem Aussen- und Innenring bekannt, welche gemeinsam einen sich in axialer Richtung erstreckenden Spalt begrenzen und durch einen Zwischenring aus Gummi radial elastisch aufeinander abgestützt sind.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen hinsichtlich des mechanischen Übertragungsverhaltens verbesserten Antriebsstrang vorzuschlagen. Weiterhin liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Verfahren zur Herstellung einer Lagereinheit für die Lagerung einer Antriebswelle eines Kraftfahrzeuges vorzuschlagen.

Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale des Patentanspruchs 1. Die Lagereinheit verfügt über ein radial zur Zwischenwelle orientiertes Spiel. Hierdurch übt die Lagereinheit erst nach einer Überwindung des Spieles radial zur Zwischenwelle orientierte Kräfte auf die Zwischenwelle aus. Gleichzeitig bedeutet dies, das in Richtung der Karosserie in radialer Richtung sowie umgekehrt in Richtung vom Motor zur Seitenwelle lediglich Kräfte weitergegeben werden können, wenn das Spiel überwunden ist. Hierdurch kann eine Komfortverbesserung und eine Verringerung der Schallabstrahlung erzielt werden.

Das Spiel erstreckt sich über Teile oder Großteile des Umfangs. Die Erfindung wendet sich ab von dem üblichen Grundsatz, eine rotierende und mit großen Momenten beaufschlagte Welle mit einer Fest- und einer Loslagerung zu versehen. Anstelle dessen ist die Welle für kleine Ausschläge lediglich durch das benachbart zum Abtriebskegelrad des Verteilergetriebes angeordnete Lager gelagert und über das Gleichlaufgelenk mit der Seitenwelle gekoppelt. Abweichend von dem üblichen Grundsatz wird erfindungsgemäß in radialer Richtung von einer Selbstzentrierung der Zwischenwelle infolge der einseitigen Lagerung des ersten Lagers, infolge der Kopplung mit der Seitenwelle und infolge der Stabilisierung der Rotationsbewegung der Zwischenwelle durch eine Drallstabilisierung ausgegangen. Die zweite, mit dem Spiel ausgestattete Lagereinheit dient somit lediglich als "Auffanglösung" für das Mindestmaß überschreitende Auslenkungen der Zwischenwelle.

Infolge des radialen Spieles ergibt sich bei auftretenden Radialbeschleunigungen ein (stark) nichtlineares (Feder- und/oder Dämpfungs-)Verhalten mit kleiner oder geringer Steifigkeit bzw. Dämpfung während der Überwindung des radialen Spieles und abrupter Erhöhung der Steifigkeit bzw. Dämpfung für ein geschlossenes radiales Spiel. Infolge der nichtlinearen Steifigkeit können sich bei Annahme einer periodischen Anregung nichtlineare Effekte ergeben, beispielsweise sub- und/oder superharmonische Schwingungen oder chaotische Schwingungen. Dies hat zur Folge, dass aus der Schwingungsanregung nicht eine Schwingungsantwort mit der (einen) Frequenz der Anregung und großer Amplitude resultiert, sondern die Energie auf mehrere Frequenzen mit niedrigerer Amplitude aufgeteilt wird.

Infolge des Spaltes werden insbesondere die auftretenden Schwingungen der Antriebswelle gefiltert nach Frequenzanteilen auf die Lagereinheit übertragen: unter der Annahme von Schwingungen mit gleicher Energie ist die Amplitude für niedrige Frequenzen größer als die Amplitude für hohe Frequenzen. Beispielsweise ist das Ausmaß des Spieles derart dimensioniert, dass für Schwingungen mit hohen Frequenzen die kleine Amplitude innerhalb des Spieles liegt, so dass hochfrequente Schwingungen von der Lagereinheit unbeeinflusst bleiben und die Schwingungen nicht über die Lagereinheit auf die Karosserie des Fahrzeuges übertragen werden. Insbesondere ist die Lagerung an die Schwingungen mit kleiner Frequenz angepaßt.

Vorzugsweise verfügt die Lagereinheit über einen Lagerring, einen Lagerträger und eine zwischen dem Lagerträger und dem Lagerring angeordnete elastische Zwischenschicht. Im Kraftfluss zwischen dem Lagerring und dem Lagerträger ist das radiale Spiel vorgesehen. Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung verfügt die Zwischenschicht über radial nach außen weisende Vorsprünge. Die Vorsprünge gewährleisten eine formschlüssige Sicherung der Lage der Zwischenschicht gegenüber dem Lagerträger in axialer Richtung und/oder in Umfangsrichtung. Demgemäss kann trotz infolge des Spieles verschwindender Steifigkeit in radialer Richtung für kleine Verschiebungen mittels der Vorsprünge (auch spielfrei) die Antriebswelle in axialer Richtung und/oder Umfangsrichtung geführt werden. Die Steifigkeitswahl für die Vorsprünge und damit für die vorgenannten Richtungen kann unabhängig von der Steifigkeit der Lagereinheit in radialer Richtung gewählt werden, wodurch sich die Einflussmöglichkeiten auf die Dynamik der Lagereinheit vergrößern.

Nach einem besonderen Vorschlag der Erfindung wird die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs 9 gelöst. In einem ersten Verfahrensschritt zur Herstellung einer Lagereinheit mit einer in einen Lagerträger eingebrachten elastischen Zwischenschicht wird die Zwischenschicht in den Lagerträger ein- bzw. aufvulkanisiert. Bei einer derartigen Einbringung in den Lagerträger kann gleichzeitig mit dem Vulkanisieren eine Verbindung mit einem (innenliegenden) Lagerring hergestellt werden. Zeitlich an den ersten Verfahrensschritt anschließend wird in einem zweiten Verfahrensschritt die Zwischenschicht von dem Lagerträger abgelöst, wodurch sich zwischen der Zwischenschicht und dem Lagerträger das Spiel in Form eines Umfangsspaltes ausbildet. Die Ablösung erfolgt durch eine Abkühlung zumindest der Zwischenschicht. Durch die Abkühlung bedingt ergibt sich eine thermische Schrumpfung der Zwischenschicht. Hierbei ist vorteilhaft, wenn der Wärmeausdehnungskoeffizient der Zwischenschicht größer ist als der Wärmeausdehnungskoeffizient des Lagerträgers. Erfindungsgemäß kann auf besonders einfache Weise ein exakt definierter Spalt hergestellt werden, ohne dass beispielsweise (hochgenaue) Fertigungsschritte, Nachbearbeitungsschritte oder (enge) Toleranzen erforderlich sind. Die Spielgröße bzw. Spalthöhe kann hierbei durch Auswahl der Temperaturen bzw. der Temperaturänderungen sowie der Wärmeausdehnungskoeffizienten von Zwischenschicht und Lagerträger vorgegeben werden.

Vorzugsweise ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet, dass dem ersten Verfahrensschritt eine Vorbehandlung des Lagerträgers zur Gewährleistung einer späteren Ablösung der Zwischenschicht von dem Lagerträger vorgeschaltet ist. Diese Vorbehandlung kann beispielsweise in der Aufbringung einer lösbaren Schicht oder einer Fettschicht auf den Lagerträger bestehen.

Weitere Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus weiteren Unteransprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen.

Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung erläutert. In dieser zeigen:

Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Antriebsstrang eines Kraftfahrzeuges und

Fig. 2 eine Lagereinheit des Antriebsstranges gemäß Fig. 1 in Schnittdarstellung.

Gemäß dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel findet die Erfindung Einsatz in einem Kraftfahrzeug 10 mit einem Frontantrieb und einem quer eingebauten Motor. Eine Antriebseinheit 11 verfügt über eine Brennkraftmaschine und ein Getriebe mit nachgeschaltetem oder integriertem Verteilergetriebe bzw. Achsausgleichsgetriebe oder Differenzial (hier sind derartige oder vergleichbare Getriebe als Verteilgetriebe 12 bezeichnet), über welches ein Antriebsmoment jeweils über ein Gleichlaufgelenk 13, eine Seitenwelle 14 und ein weiteres Gleichlaufgelenk 15 an ein Fahrzeugrad 16 verteilt wird, wobei der Kraftfluss in der vorgenannten Reihenfolge erfolgt. Das Verteilergetriebe 12 befindet sich nicht in der Fahrzeugmitte, so dass ohne die Verwendung einer Zwischenwelle 17 die Seitenwellen 14 unterschiedliche Längen hätten, was zu unterschiedlichen Winkelstellungen der Seitenwellen 14 für eine Einfederung der Fahrzeugräder 16 führen würde. Zum Ausgleich ist daher zwischen eine Seitenwelle 14 und das Verteilergetriebe 12 die Zwischenwelle 17 antriebsmäßig zwischengeschaltet, so dass sich bei einer Einfederung gleiche Winkelstellungen der Seitenwellen 14 ergeben. Dies hat den Vorteil, das sich die bei den Seitenwellen auftretenden Störkräfte und -momente (im wesentlichen) gegenseitig aufheben.

Die Zwischenwelle 17 ist antriebsmäßig mit einem Abtriebskegelrad des Verteilergetriebes 12 verbunden und in dem einen Endbereich in dem Verteilergetriebe 12 drehbar gelagert, insbesondere über eine Zylinder- oder Kegelrollenlagerung als Fest- oder Loslager. In dem dem Verteilergetriebe 12 abgewandten Endbereich ist die Zwischenwelle 17 mit dem Gleichlaufgelenk 13 antriebsmäßig verbunden. Zwischen dem Gleichlaufgelenk 13 und dem Verteilergetriebe 12 stützt sich die Zwischenwelle 10 über eine Lagereinheit 18 außerhalb des Verteilergetriebes 12 an der Antriebseinheit 11, insbesondere an der Brennkraftmaschine, ab. Beispielsweise ist die Lagereinheit 18 an die Brennkraftmaschine angeflanscht.

Die Lagereinheit 18 verfügt über einen Lagerträger 21 sowie eine Halterung 19, mit welcher die Lagereinheit 18 über Verbindungselemente 20 an der Brennkraftmaschine lösbar befestigt ist. Zwischen Lagerträger 21 und Zwischenwelle 17 ist eine Zwischenschicht 22 zwischengeschaltet. Die Zwischenschicht 20 umgibt einen Lagerring 23. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind der Lagerträger 21 und die Halterung 19 einstückig miteinander ausgebildet.

Der Lagerring 23 kann von der Außenfläche der Zwischenwelle 17 oder einem die Zwischenwelle 17 umgebenden Hohlzylinder gebildet sein. In dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Lagerring 23 mit einem Wälzlager gebildet, welches über einen Außenring 24, mehrere Wälzkörper 25, einen Lagerkäfig 26 und einen Innenring 27 verfügt. Der Innenring 27 stützt sich auf der Zwischenwelle 17 ab, während der Außenring 24 von der Zwischenschicht 22 umgeben ist.

Die Zwischenschicht 22 verfügt über einen hohlzylinderförmigen Grundkörper 28 und von diesem radial nach außen auskragende Vorsprünge 29. Die Vorsprünge 29 finden senkrecht zur Zeichenebene der Fig. 2 (axiale Richtung) und/oder in Umfangsrichtung der Zwischenwelle 17 formschlüssige Aufnahme in Ausnehmungen 30 des Lagerträgers 21. Die Vorsprünge 29 sind vorzugsweise in radialer Richtung zylinderförmig ausgebildet mit korrespondierenden Ausnehmungen 30 in Form von (Durchgangs- )Bohrungen. Gemäß dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel finden sechs gleichmäßig über den Umfang verteilte Vorsprünge 29 Einsatz. Abweichend können beliebig viele gleichmäßig oder ungleichmäßig über den Umfang verteilte Vorsprünge eingesetzt werden. Über eine Konizität der Vorsprünge kann eine nichtlineare Steifigkeit in axialer Richtung und/oder Umfangsrichtung ausgebildet werden. Die Zwischenschicht 22 ist mit einem elastischen Material gebildet, insbesondere Kunststoff oder Gummi. Grundkörper 28 und Vorsprünge 29 sind gemäß dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel einstückig ausgebildet oder aber aus mehreren Bestandteilen gleicher oder unterschiedlicher Materialien gebildet. Beispielsweise können die Vorsprünge 29 den Grundkörper 28 in geeigneten Ausnehmungen desselben bis zum Lagerring 23 durchsetzen.

Zwischen der Außenfläche des Grundkörper 28 und der Innenfläche des Lagerträgers 21 ist (im unbelastetem Zustand der Lagereinheit 18) ein radiales Spiel 31 derart ausgebildet, das sich ein hohlzylinderförmiger Zwischenraum ergibt, in welchem lediglich die den Zwischenraum durchsetzenden Vorsprünge angeordnet sind. Alternativ oder zusätzlich kann ein Spiel 32 zwischen der Innenfläche des Grundkörper 28 und der Außenfläche des Lagerringes 23 ausgebildet sein.

Die Zwischenschicht 22 wird vorzugsweise in den zwischen dem Lagerring 23 und dem Lagerträger 21 ausgebildeten Zwischenraum einvulkanisiert. Infolge einer Abkühlung der Zwischenschicht 22 kommt es zu einer Schrumpfung der Zwischenschicht 22, beispielsweise um fünf Volumenprozent, und zu einer Ausbildung des radialen Spaltes 31. Hierbei löst sich die Zwischenschicht 22 von dem (geeignet vorbehandelten) Lagerträger 21 ab, während die Zwischenschicht 22 fest an den Lagerring 23 anvulkanisiert ist.

Abweichend kann die Zwischenschicht 22, insbesondere deren Grundkörper 28, auf den (demontierten) Lagerring 23 aufvulkanisiert werden. Die Vorsprünge 29 werden dann (in montiertem oder demontiertem Zustand) anvulkanisiert. Eine nachträgliche Montage kann unter radialer Pressung der Vorsprünge 29 erfolgen. Insbesondere wird für die Vorsprünge ein Material verwendet mit einer von der Steifigkeit des Grundkörpers abweichenden Steifigkeit.

Abweichend zu der dargestellten Ausführungsform der Erfindung können alternativ oder zusätzlich radial nach innen orientierte Vorsprünge der Zwischenschicht 22 in geeigneten Ausnehmungen des Lagerringes 23 aufgenommen sein.

Bei Ausbildung des Spaltes 31, 32 mit konstanter Spalthöhe über den Umfang ergibt sich eine in alle radialen Richtungen (ungefähr) gleiche Federungs- und/oder Dämpfungscharakteristik. Hingegen kann mit variierender Spalthöhe ein gewünschtes unterschiedliches Federung- und/oder Dämpfungsverhalten, beispielsweise in Richtung der Fahrzeugquerachse und der Fahrzeughochachse, erzielt werden.

Die erfindungsgemäße Lagereinheit 18 kann abweichend von dem dargestellten Ausführungsbeispiel auch innerhalb eines Verteilergetriebes 12 als zweite Lagerung einer Zwischenwelle 17 eingesetzt sein.

Eine (geringe) Steifigkeit bzw. Dämpfung der Lagereinheit 18 in radialer Richtung kann sich dann ergeben, wenn die Vorsprünge 29 unter Ausbildung einer Kontaktkraft in den Ausnehmungen 30 des Lagerträgers 21 anliegen, infolge welcher es zu elastischen Verformungen der Vorsprünge in radialer Richtung kommt. Besonders vorteilhaft kann es hierbei sein, wenn es bei radialer Bewegung der Zwischenwelle 17 zu einem Haft-Gleit- Reibkontakt im Kontaktbereich zwischen Vorsprüngen 29 und Ausnehmungen 30 kommt, da die Reibung gegenüber einem linearen Dämpfer für eine besonders gute Schwingungsbedämpfung sorgen kann. Die Normalkraft im Reibkontakt kann durch die Vorgabe eines Übermaßes der Vorsprünge 29 in den Ausnehmungen 30 vorgegeben werden.

Ohne den der Erfindung zugrundeliegenden Grundgedanken zu verlassen kann das Spiel 31, 32 bzw. der Umfangsspalt durch eine Materialschicht ersetzt sein, deren Steifigkeit sehr viel geringer ist als das der Zwischenschicht.


Anspruch[de]
  1. 1. Antriebsstrang eines Kraftfahrzeuges mit einer Zwischenwelle (17), welche
    1. a) in einem Endbereich mit einem Verteilergetriebe (12) antriebsmäßig verbunden ist,
    2. b) in dem Verteilergetriebe (12) mit einem ersten Lager gelagert ist,
    3. c) in einem dem Verteilergetriebe (12) gegenüberliegenden Endbereich über ein Gleichlaufgelenk (13) mit einer Seitenwelle (14) antriebsmäßig verbunden ist und
    4. d) eine weitere Lagerung der Zwischenwelle (17) zwischen dem ersten Lager des Verteilergetriebes (12) und dem Gleichlaufgelenk (13) in Form einer Lagereinheit (18) vorgesehen ist,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    1. a) die Lagereinheit (18) über ein radial zur Zwischenwelle (17) orientiertes Spiel (31, 32) verfügt und
    2. b) die Lagereinheit (18) erst nach einer Überwindung des Spieles radial zur Zwischenwelle (17) orientierte Kräfte auf die Zwischenwelle (17) ausübt.
  2. 2. Antriebsstrang nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagereinheit (18) über einen Lagerring (23), einen Lagerträger (21) und eine zwischen dem Lagerträger (21) und dem Lagerring (23) angeordnete elastische Zwischenschicht (22) verfügt, wobei das Spiel (31, 32) zwischen der Zwischenschicht (22) und dem Lagerring (23) und/oder dem Lagerträger (21) ausgebildet ist.
  3. 3. Antriebsstrang gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenschicht (22) fest mit dem Lagerring (23) verbunden ist und das Spiel (31, 32) zwischen der Zwischenschicht (22) und dem Lagerträger (21) vorgesehen ist.
  4. 4. Antriebsstrang gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenschicht (22) über radial nach außen weisende Vorsprünge (29) verfügt, welche eine formschlüssige Sicherung der Lage der Zwischenschicht (22) gegenüber dem Lagerträger (21) in axialer Richtung und/oder in Umfangsrichtung gewährleisten.
  5. 5. Antriebsstrang nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorsprünge (29) in Ausnehmungen (30) des Lagerträgers (21) Aufnahme finden.
  6. 6. Antriebsstrang nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorsprünge (29) über einen kreisförmigen Querschnitt verfügen und in Bohrungen, insbesondere Durchgangsbohrungen, des Lagerträgers (21) aufgenommen sind.
  7. 7. Antriebsstrang nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmeausdehnungskoeffizient der Zwischenschicht (22) größer ist als der Wärmeausdehnungskoeffizient des Lagerträgers (21).
  8. 8. Antriebsstrang nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Lagereinheit (18) gegenüber einem Motor- oder Getriebeblock abstützt.
  9. 9. Verfahren zur Herstellung einer Lagereinheit für die Lagerung einer Antriebswelle (Zwischenwelle 14) eines Kraftfahrzeuges mit einer in einen Lagerträger (21) eingebrachten elastischen Zwischenschicht (22), insbesondere für einen Antriebsstrang nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass
    1. a) in einem ersten Verfahrensschritt die Zwischenschicht (22) in den Lagerträger (21) ein- bzw. aufvulkanisiert wird und
    2. b) in einem zweiten Verfahrensschritt durch eine Abkühlung zumindest der Zwischenschicht (22) und eine durch die Abkühlung bedingte thermische Schrumpfung der Zwischenschicht (22) diese von dem Lagerträger (21) abgelöst wird, wodurch ein Umfangsspalt mit Spiel (31) zwischen der Zwischenschicht (22) und dem Lagerträger (21) erzielt wird.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass dem ersten Verfahrensschritt eine Vorbehandlung des Lagerträgers (21) zur Gewährleistung einer späteren Ablösung der Zwischenschicht (22) von dem Lagerträger (21) vorgeschaltet ist.






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