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Dokumentenidentifikation EP0866363 07.08.2003
EP-Veröffentlichungsnummer 0866363
Titel Hochempfindliches farbfotografisches Aufzeichnungsmaterial mit erhöhter Empfindlichkeit im roten Spektralbereich
Anmelder Agfa-Gevaert, Mortsel, BE
Erfinder Siegel, Dr., Jörg, 51061 Köln, DE;
Borst, Dr., Hans-Ulrich, 50189 Elsdorf, DE;
Bell, Dr., Peter, 50679 Köln, DE;
Büscher, Dr., Ralf, 53797 Lohmar, DE;
Reif, Dr., Heinz, 51065 Köln, DE;
Jung, Dr., Jürgen, 51379 Leverkusen, DE
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 59808853
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 05.03.1998
EP-Aktenzeichen 981038466
EP-Offenlegungsdatum 23.09.1998
EP date of grant 02.07.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.08.2003
IPC-Hauptklasse G03C 1/29
IPC-Nebenklasse G03C 5/02   G03C 1/18   G03C 1/12   G03C 7/30   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein farbfotografisches Aufzeichnungsmaterial, das durch eine spezielle Sensibilierung eine erhöhte Empfindlichkeit gegen Licht aus dem roten Spektralbereich aufweist.

Üblicherweise wird in Colornegativ-Filmen (CN-Film) das rotempfindliche Schichtpaket so sensibilisiert, daß das Sensibilisierungsmaximum bei ca. 650 nm liegt und die Flanken der Sensibilisierungsbande in Richtung zu kürzeren und längeren Weilerlängen insbesondere zum grünen Spektralbereich, steil abfallen. Die Sensibilisierungskurve eines typischen CN-Films ist in Fig. 1 wiedergegeben. Auf diese Weise wird eine gute Farbtrennung und eine hohe Brillanz des CN-Films erreicht.

Es hat immer wieder Versuche gegeben, die Empfindlichkeit bzw. die Farbwiedergabe zu verbessern. In EP-A-0 409 019 wird z.B. ein farbfotografisches Aufzeichnungsmaterial mit verbesserter Farbwiedergabe beschrieben, die dadurch erreicht wird, daß beispielsweise sowohl die grünempfindlichen als auch die rotempfindlichen Silberhalogenidemulsionsschichten durch Verwendung eines oder mehrerer sogenannter Lückensensibilisierungsfarbstoffe eine zusätzliche Sensibilisierung für Licht aus dem Lückenbereich zwischen zwei benachbarten Hauptspektralbereichen, im vorliegenden Fall zwischen Grün und Rot (580 - 620 nm) erhalten. Hierdurch werden die benachbarten spektralen Empfindlichkeitskurven im Bereich der Nebenspektralempfindlichkeit (Lücke) angehoben, so daß bei Belichtung in diesem Bereich höchstens 0,6 logarithmische Belichtungseinheiten mehr erforderlich sind, um die gleiche Farbdichte wie im Bereich der benachbarten Hauptspektralempfindlichkeit zu erzeugen.

Darüber hinaus gab es immer wieder Versuche, die Empfindlichkeit der rotempfindlichen Schichten durch langwellige Verschiebung der Sensibilisierungsbande zu erhöhen. Das führte aber in allen Fällen zu einer Verschlechterung der Farbwiedergabe, wobei insbesondere die Farben Rittersporn und Purple nach Rot verschoben wurden.

Es wurde nun gefunden, daß die Empfindlichkeit des rotempfindlichen Schichtpaketes ohne Nachteile für die Farbwiedergabe dadurch erhöht werden kann, daß die Sensibilisierungsbande im Bereich der Hauptspektralabsorption Rot (λ > 620 nm) in allen Teilschichten des rotempfindlichen Schichtpaketes symmetrisch d.h. in Richtung sowohl zu größeren als auch zu kleineren Wellenlängen, verbreitert wird.

Gegenstand der Erfindung ist ein hochempfindliches farbfotografisches Aufzeichnungsmaterial mit mindestens einer rotempfindlichen Silberhalogenidemulsionsschichteneinheit, der ein Cyankuppler zugeordnet ist, mindestens einer grünempfindlichen Silberhalogenidemulsionsschichteneinheit, der ein Magentakuppler zugeordnet ist, mindestens einer blauempfindlichen Silberhalogenidemulsionsschichteneinheit, der ein Gelbkuppler zugeordnet ist, und gegebenenfalls weiteren nicht lichtempfindlichen Schichten, dadurch gekennzeichnet, daß die rotempfindliche Silberhalogenidemulsionsschichteneinheit mindestens zwei rotempfindliche Teilschichten umfaßt, die mit Sensibilisierungsfarbstoffen derart sensibiilsiert sind, daß sich eine durch folgende Parameter charakterisierte Sensibilisierungsbande ergibt:

  • 635 nm ≤ λ(Smax) ≤ 660 nm
  • b80 ≥ 35 nm
  • b50 ≥ 56 nm
  • b20 ≥ 96 nm,
worin bedeuten:
λ(Smax)
Wellenlänge des Sensibilisierungsmaximums (100 % Intensität);
b80
Breite der Sensibilisierungsbande bei 80 % der maximalen Intensität;
b50
Breite der Sensibilisierungsbande bei 50 % der maximalen Intensität;
b20
Breite der Sensibilisierungsbande bei 20 % der maximalen Intensität;

Zweckmäßigerweise wird man darauf achten, daß die Sensibilisierungsbande nicht beliebig breit wird, um eine zu starke Überlappung benachbarter Sensibilisierungsbanden zu vermeiden. Günstig für die Farbwiedergabequalität ist es daher, wenn die Breite der Sensibilisierungsbande folgende Werte nicht überschreitet:

  • b80: 70 nm
  • b50: 95 nm
  • b20: 145 nm.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist

  • b80 ≥ 49 nm
  • b50 ≥ 71 nm
  • b20 ≥ 111 nm.

In einer noch weiter bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist

  • 70 nm ≥ b80 ≥ 65 nm
  • 95 nm ≥ b50 ≥ 89 nm
  • 145 nm ≥ b20 ≥ 130 nm.

Die Einstellung der erfindungsgemäß charakterisierten Sensibilisierungsbande erreicht man beispielsweise dadurch, daß man für die Sensibilisierung der betreffenden Schichten ausgeht von einem Gemisch von Sensibilisierungsfarbstoffen, von denen mindestens einer ein Sensibilisierungsmaximum im Bereich der Hauptspektralempfindlichkeit hat, während ein oder mehrere andere Sensibilisierungsfarbstoffe des Gemisches ein Sensibilisierungsmaximum haben, das gegenüber dem Sensibilisierungsmaximum des erstgenannten Sensibilisierungsfarbstoffes geringfügig nach kürzeren und/oder längeren Wellenlängen verschoben ist, und daß man den Anteil der letztgenannten Sensibilisierungsfarbstoffe im Gemisch entsprechend erhöht. Im vorliegenden Fall können beispielsweise einem üblichen Rotsensibilisierungsfarbstoff (

Rot") sowohl ein Sensiblisierungsfarbstoff mit kurzwellig verschobenem Sensibilisierungsmaximum (Kurzrot") als auch ein Sensiblisierungsfarbstoff mit langwellig verschobenem Sensibilisierungsmaximum (Langrot") beigemischt sein und der Anteil der letztgenannten Farbstoffe im Gemisch kann entsprechend erhöht sein, um eine erfindungsgemäß verbreiterte Sensibilisierungsbande einzustellen. Die gleiche Maßnahme wird man zweckmäßigerweise für alle Teilschichten der rotempfindlichen Silberhalogenidemulsionsschichteneinheit anwenden, wenn auch die in den verschiedenen Teilschichten verwendeten Farbstoffe und/oder deren Mischungsverhältnisse nicht übereinzustimmen brauchen.

Die Sensibilisierung der Silberhalogenidemulsionen erfolgt in der üblichen Weise. Die Sensibilisierungsfarbstoffe können als Gemisch gleichzeitig oder einzeln nacheinander der Silberhalogenidemulsion zugesetzt werden. Auch die Zugabe eines oder mehrerer Sensibilisierungsfarbstoffe bereits während der Kornwachstumsphase und/oder während der chemischen Reifung ist möglich.

Beispiele für farbfotografische Aufzeichnungsmaterialien sind insbesondere Colornegativfilme, und Colorumkehrfilme. Eine Übersicht über typische farbfotografische Materialien sowie bevorzugte Ausführungsformen und Verarbeitungsprozesse findet sich in Research Disclosure 37038 (Februar 1995).

Die fotografischen Materialien bestehen aus einem Träger, auf den wenigstens eine lichtempfindliche Silberhalogenidemulsionsschicht aufgebracht ist. Als Träger eignen sich insbesondere dünne Filme und Folien. Eine Übersicht über Trägermaterialien und auf deren Vorder- und Rückseite aufgetragene Hilfsschichten ist in Research Disclosure 37254, Teil 1 (1995), S. 285 dargestellt.

Die farbfotografischen Materialien enthalten üblicherweise mindestens je eine rotempfindliche, grünempfindliche und blauempfindliche Silberhalogenidemulsionsschicht sowie gegebenenfalls Zwischenschichten und Schutsschichten.

Farbfotografische Filme wie Colornegativfilme und Colorumkehrfilme weisen in der nachfolgend angegebenen Reihenfolge auf dem Träger 2 oder 3 rotemplindliche, blaugrünkuppelnde Silberhalogenidemulsionsschichten, 2 oder 3 grünempfindliche, purpurkuppelnde Silberhalogenidemulsionsschichten und 2 oder 3 blauempfindliche, gelbkuppelnde Silberhalogenidemulsionsschichten auf Die Schichten gleicher spektraler Empfindlichkeit unterscheiden sich in ihrer fotografischen Empfindlichkeit, wobei die weniger empfindlichen Teilschichten in der Regel näher zum Träger angeordnet sind als die höher empfindlichen Teilschichten.

Zwischen den grünempfindlichen und blauempfindlichen Schichten ist üblicherweise eine Gelbfilterschicht angebracht, die blaues Licht daran hindert, in die darunter liegenden Schichten zu gelangen.

Die Möglichkeiten der unterschiedlichen Schichtanordnungen und ihre Auswirkungen auf die fotografischen Eigenschaften werden in J. Inf. Rec. Mats., 1994, Vol. 22, Seiten 183 - 193 beschrieben.

Abweichungen von Zahl und Anordnung der lichtempfindlichen Schichten können zur Erzielung bestimmter Ergebnisse vorgenommen werden. Zum Beispiel können alle hochempfindlichen Schichten zu einem Schichtpaket und alle niedrigempfindlichen Schichten zu einem anderen Schichtpaket in einem fotografischen Film zusammengefaßt sein, um die Empfindlichkeit zu steigern (DE-A-25 30 645).

Wesentliche Bestandteile der fotografischen Emulsionsschichten sind Bindemittel, Silberhalogenidkörner und Farbkuppler.

Angaben über geeignete Bindemittel finden sich in Research Disclosure 37254, Teil 2 (1995), S. 286.

Angaben über geeignete Silberhalogenidemulsionen, ihre Herstellung, Reifung, Stabilisierung und spektrale Sensibilisierung einschließlich geeigneter Spektralsensibilisatoren finden sich in Research Disclosure 36544 (Sept.1994) und Research Disclosure 37254, Teil 3 (1995), S. 286 und in Research Disclosure 37038, Teil XV (1995), S. 89.

Fotografische Materialien mit Kameraempfindlichkeit enthalten üblicherweise Silberbromidiodidemulsionen, die gegebenenfalls auch geringe Anteile Silberchlorid enthalten können. Fotografische Kopiermaterialien enthalten entweder Silberchloridbromidemulsionen mit bis 80 mol-% AgBr oder Silberchloridbromidemulsionen mit über 95 mol-% AgCl.

Angaben zu den Farbkupplern finden sich in Research Disclosure 37254, Teil 4 (1995), S. 288 und in Research Disclosure 37038, Teil II (1995), S. 80. Die maximale Absorption der aus den Kupplern und dem Farbentwickleroxidationsprodukt gebildeten Farbstoffe liegt vorzugsweise in den folgenden Bereichen: Gelbkuppler 430 bis 460 nm, Magentakuppler 540 bis 560 nm, Cyankuppler 630 bis 700 nm. Die Farbkuppler sind den betreffenden Silberhalogenidemulsionsschichteneinheiten bzw. deren Teilschichten räumlich und spektral zugeordnet.

Unter räumlicher Zuordnung ist dabei zu verstehen, daß sich der Farbkuppler in einer solchen räumlichen Beziehung zu der betreffenden Silberhalogenidschicht befindet, daß eine Wechselwirkung zwischen ihnen möglich ist, die eine bildmäßige Übereinstimmung zwischen dem bei der Entwicklung gebildeten Silberbild und dem aus dem Farbkuppler erzeugten Farbbild zuläßt. Dies wird in der Regel dadurch erreicht, daß der Farbkuppler in der Silberhalogenidemulsionsschicht selbst enthalten ist oder in einer hierzu benachbarten gegebenenfalls nicht lichtempfindlichen Bindemittelschicht.

Unter spektraler Zuordnung ist zu verstehen, daß die Spektralempfindlichkeit der betreffenden lichtempfindlichen Silberhalogenidemulsion und die Farbe des aus dem räumlich zugeordneten Farbkuppler erzeugten Teilfarbenbildes in einer bestimmten Beziehung zueinander stehen, wobei der Spektralempfindlichkeit jedes einzelnen Farbauszuges (Rot, Grün, Blau) ein komplementärfarbiges Teilfarbenbild (Cyan, Magenta, Gelb) zugeordnet ist.

In farbfotografischen Filmen werden zur Verbesserung von Empfindlichkeit, Körnigkeit, Schärfe und Farbtrennung häufig Verbindungen eingesetzt, die bei der Reaktion mit dem Entwickleroxidationsprodukt Verbindungen freisetzen, die fotografisch wirksam sind, z.B. DIR-Kuppler, die einen Entwicklungsinhibitor abspalten.

Angaben zu solchen Verbindungen, insbesondere Kupplern, finden sich in Research Disclosure 37254, Teil 5 (1995), S. 290 und in Research Disclosure 37038, Teil XIV (1995), S. 86.

Die meist hydrophoben Farbkuppler, aber auch andere hydrophobe Bestandteile der Schichten, werden üblicherweise in hochsiedenden organischen Lösungsmitteln gelöst oder dispergiert. Diese Lösungen oder Dispersionen werden dann in einer wäßrigen Bindemittellösung (üblicherweise Gelatinelösung) emulgiert und liegen nach dem Trocknen der Schichten als feine Tröpfchen (0,05 bis 0,8 mm Durchmesser) in den Schichten vor.

Geeignete hochsiedende organische Lösungsmittel, Methoden zur Einbringung in die Schichten eines fotografischen Materials und weitere Methoden, chemische Verbindungen in fotografische Schichten einzubringen, finden sich in Research Disclosure 37254, Teil 6 (1995), S. 292.

Die in der Regel zwischen Schichten unterschiedlicher Spektralempfindlichkeit angeordneten nicht lichtempfindlichen Zwischenschichten können Mittel enthalten, die eine unerwünschte Diffusion von Entwickleroxidationsprodukten aus einer lichtempfindlichen in eine andere lichtempfindliche Schicht mit unterschiedlicher spektraler Sensibilisierung verhindern.

Geeignete Verbindungen (Weißkuppler, Scavenger oder EOP-Fänger) finden sich in Research Disclosure 37254, Teil 7 (1995), S. 292 und in Research Disclosure 37038, Teil III (1995), S. 84.

Das fotografische Material kann weiterhin UV-Licht absorbierende Verbindungen, Weißtöner, Abstandshalter, Filterfarbstoffe, Formalinfänger, Lichtschutzmittel, Antioxidantien, Dmin-Farbstoffe, Zusätze zur Verbesserung der Farbstoff-, Kuppler- und Weißenstabilität sowie zur Verringerung des Farbschleiers, Weichmacher (Latices), Biocide und anderes enthalten.

Geeignete Verbindungen finden sich in Research Disclosure 37254, Teil 8 (1995), S. 292 und in Research Disclosure 37038, Teile IV, V, VI, VII, X, XI und XIII (1995), S. 84 ff.

Die Schichten farbfotografischer Materialien werden üblicherweise gehartet, d.h., das verwendete Bindemittel, vorzugsweise Gelatine, wird durch geeignete chemische Verfahren vernetzt.

Geeignete Härtersubstanzen finden sich in Research Disclosure 37254, Teil 9 (1995), S. 294 und in Research Disclosure 37038, Teil XII (1995), Seite 86.

Nach bildmäßiger Belichtung werden farbfotografische Materialien ihrem Charakter entsprechend nach unterschiedlichen Verfahren verarbeitet. Einzelheiten zu den Verfahrensweisen und dafür benötigte Chemikalien sind in Research Disclosure 37254, Teil 10 (1995), S. 294 sowie in Research Disclosure 37038, Teile XVI bis XXIII (1995), S. 95 ff. zusammen mit exemplarischen Materialien veröffentlicht.

Beispiel 1

Ein farbfotografisches Aufzeichnungsmaterial für die Colornegativfarbentwicklung wurde hergestellt (Schichtaufbau 1 - Vergleich), indem auf einen transparenten Schichtträger aus Cellulosetriacetat die folgenden Schichten in der angegebenen Reihenfolge aufgetragen wurden. Die Mengenangaben beziehen sich jeweils auf 1 m2. Für den Silberhalogenidauftrag werden die entsprechenden Mengen AgNO3 angegeben. Alle Silberhalogenidemulsionen waren pro 1 mol AgNO3 mit 0,5 g 4-Hydroxy-6-methyl- 1,3,3a,7-tetraazainden stabilisiert.

Schichtaufbau 1

Schicht 1:
(Antihaloschicht)

schwarzes kolloidales Silbersol mit
  • 0,3 g Ag
  • 1,2 g Gelatine
  • 0,4 g UV-Absorber XUV-1
  • 0,02 g Trikresylphosphat (TKP)
Schicht 2:
(Zwischenschicht)
  • 1,0 g Gelatine
Schicht 3:
(1. rotsensibilisierte Schicht, gering empfindlich)

rotsensibilisierte Silberbromidiodidemulsion (4 mol-% Iodid; mittlerer Korndurchmesser 0,5 µm; spektral sensibilisiert mit den Sensibilisierungsfarbstoffen XRS-1, XRS-2 und XRS-3 im Verhältnis 1: 3: 0,5) aus 2,7 g AgNO3, mit
  • 2,0 g Gelatine
  • 0,88 g Cyankuppler XC-1
  • 0,05 g farbiger Kuppler XCR-1
  • 0,07 g farbiger Kuppler XCY-1
  • 0,02 g DIR-Kuppler XDIR-1
  • 0,75 g TKP
Schicht 4:
(2. rotsensibilisierte Schicht, hochempfindlich)

rotsensibilisierte Silberbromidiodidemulsion (12 mol-% Iodid; mittlerer Korndurchmesser 1,0 µm; spektral sensibilisiert mit den Sensibilisierungsfarbstoffen XRS-1, XRS-2 und XRS-3 im Verhältnis 1: 3,1: 0,3) aus 2,2 g AgNO3 , mit
  • 1,8 g Gelatine
  • 0,19 g Cyankuppler XC-2
  • 0,17 g TKP
Schicht 5:
(Zwischenschicht)
  • 0,4 g Gelatine
  • 0,15 g Weißkuppler XW-1
  • 0,06 g Aluminiumsalz der Aurintricarbonsäure
Schicht 6:
(1. grünsensibilisierte Schicht, gering empfindlich)

grünsensibilisierte Silberbromidiodidemulsion (4 mol-% Iodid; mittlerer Korndurchmesser 0,35 µm; spektral sensibilisiert mit den Sensibilisierungsfarbstoffen XGS-1, XGS-2 und XGS-3 im Verhältnis 2,8: 1: 0,2) aus 1,9 g AgNO3 , mit
  • 1,8 g Gelatine
  • 0,54 g Magentakuppler XM-1
  • 0,065 g farbiger Kuppler XMY-1
  • 0,24 g DIR-Kuppler XDIR-1
  • 0,6 g TKP
Schicht 7:
(2. grünempfindliche Schicht, hochempfindlich)

grünsensibilisierte Silberbromidiodidemulsion (9 mol-% Iodid; mittlerer Korndurchmesser 0,8 µm; spektral sensibilisiert mit den Sensibilisierungsfarbstoffen XGS-1, XGS-2 und XGS-3 im Verhältnis 2,8: 0,9: 0,25) aus 1,25 g AgNO3 , mit
  • 1,1 g Gelatine
  • 0,195 g Magentakuppler XM-2
  • 0,05 g farbiger Kuppler XMY-2
  • 0,245 g TKP
Schicht 8:
(Gelbfilterschicht)

gelbes kolloidales Silbersol mit
  • 0,09 g Ag
  • 0,25 g Gelatine
  • 0,08 g Scavenger XSC-1
  • 0,40 g Formaldehydfänger XFF-1
  • 0,08 g TKP
Schicht 9:
(1. blauempfindliche Schicht, gering empfindlich)

blausensibilisierte Silberbromidiodidemulsion (6 mol-% Iodid; mittlerer Korndurchmesser 0,6 µm; spektral sensibilisiert mit dem Sensibilisierungsfarbstoff XBS-1) aus 0,9 g AgNO3 , mit
  • 2,2 g Gelatine
  • 1,1 g Gelbkuppler XY-1
  • 0,037 g DIR-Kuppler XDIR-1
  • 1,14 g TKP
Schicht 10:
(2. blauempfindliche Schicht, hochempfindlich)

blausensibilisierte Silberbromidiodidemulsion (10 mol-% Iodid; mittlerer Korndurchmesser 1,2 µm; spektral sensibilisiert mit dem Sensibilisierungsfarbstoff XBS-1) aus 0,6 g AgNO3 , mit
  • 0,6 g Gelatine
  • 0,2 g Gelbkuppler XY-1
  • 0,003 g DIR-Kuppler XDIR-1
  • 0,22 g TKP
Schicht 11:
(Mikratschicht)

Mikrat-Silberbromidiodidemulsion (0,5 mol-% Iodid: mittlerer Korndurchmesser 0,06 µm) aus 0,06 g AgNO3 , mit
  • 1,0 g Gelatine
  • 0,3 g UV-Absorber XUV-2
  • 0,3 g TKP
Schicht 12:
(Schutz- und Härtungsschicht)
  • 0,25 g Gelatine
  • 0,75 g Härtungsmittel XH-1,

    so daß der Gesamtschichtaufbau nach der Härtung einen Quellfaktor 3,5 hatte.

In Schichtaufbau 1 verwendete Verbindungen:

In Schichtaufbau 1 verwendete Sensibilisierungsfarbstoffe:

Nach Aufbelichten eines Graukeils wird das Material nach einem Colornegativ-Entwicklungsverfahren verarbeitet, das in The British Journal of Photography", 1974, Seiten 597 und 198 beschrieben ist.

Mit dem so hergestellten Versuchsfilm ergibt sich die in Fig. 2 dargestellte Empfindlichkeitsverteilung.

Zur Charakterisierung dieser und der nachfolgend beschriebenen erfindungsgemäßen Sensibilisierungsvarianten werden weiterhin das Empfindlichkeitsmaximum und die Breite der Empfindlichkeitsverteilung [rot] bei 80 %, 50 % und 20 %, bezogen auf die maximale Intensität der Sensibilisierungsbande benutzt (b80, b50, b20). Für das Vergleichsbeispiel ergeben sich die in Tabelle 1, Zeile 1 (Vergleich) gezeigten Werte. In der Tabelle 1 sind auch die entsprechenden Werte (b80, b50, b20, sowie erreichte Empfindlichkeitserhöhung) für die in den nachfolgend Beispielen beschriebenen Schichtaufbauten 2-6 dargestellt. Beispiel (Schichtaufbau) Breite der Empfindlichkeitsverteilung [nm] Empfindlichkeitserhöhung [%] rot b80 b50 b20 1 Vergleich 22 43 82 - 2 Erfindung 35 56 96 30 3 Erfindung 35 57 98 30 4 Erfindung 49 71 111 60 5 Erfindung 50 72 113 60 6 Erfindung 65 89 130 100

Für die farbmetrische Beschreibung von CN-Filmen werden üblicherweise CIELAB-Messungen benutzt. Die Methode ist ausführlich, z.B. in R.W.G. Hunt The Reproduction of Color", Fountain Press (1988) beschrieben. Die Farbwiedergabe wird mit Hilfe der Luminanz L und den Chromatizitätskonstanten a und b charakterisiert. Mit Hilfe dieser Größen lassen sich Farbabstände ΔE bestimmen, die Aussagen über eine Veränderung der Farbsättigung bzw. der Farbtonverschiebung gestatten. Erfahrungsgemäß ist eine Verschiebung von 3-5 ΔE-Einheiten für das menschliche Auge wahrnehmbar.

In Tabelle 2 ist für den Schichtaufbau 1 (Vergleichsfilm) die farbmetrische Charakterisierung und in Fig. 3 die graphische Darstellung der Chromatizitätskonstanten a und b angegeben.

Für die in den folgenden Beispielen beschriebenen erfindungsgemäßen Versuchsfilme wird die farbmetrische Beschreibung ausschließlich tabellarisch erfolgen, wobei die Farbabstände ΔE zur Charakterisierung gewählt werden.

Außer den bereits genannten Sensibilisierungsfarbstoffen wurden dabei noch die folgenden verwendet:

Farbmetrische Charakterisierung des Vergleichsfilms (Schichtaufbau 1) Nr. Farbe Name L a b 1 DS dark skin 36.9 29.1 22.8 2 Ha light skin 72.8 14.4 19.3 3 Hi blue sky 50.1 -16.2 -24.7 4 Pf foliage 35.4 -11.4 14.7 5 Bf blue flower 65.5 11.0 -17.0 6 BG bluish green 71.8 -24.0 -11.0 7 O orange 58.0 30.9 59.2 8 PB purphlish blue 35.5 -0.3 -36.5 9 MR moderate red 44.3 45.0 19.3 10 P purple 28.8 26.9 -10.3 11 YG yellow green 71.6 1.4 60.0 12 OY orange yellow 70.2 17.0 67.8 13 B blue 21.3 6.1 -39.4 14 G green 43.8 -36.3 19.9 15 R red 33.3 50.2 32.6 16 Y yellow 73.4 13.7 76.6 17 M magenta 48.7 46.9 -8.6 18 C cyan 45.1 -31.7 -27.8 19 Grau_0.05 white 89.1 1.0 -3.2 20 Grau_0.2 neutral 8 84.5 0.8 -1.8 21 Grau_0.4 neutral 6.5 73.5 0.7 0.0 22 Grau_0.7 neutral 5 49.7 0.2 -0.4 23 Grau_1.05 neutral 3.5 24.0 -2.0 -3.4 24 Grau_1.5 black 8.5 -0.4 -4.5

Die mit den in den nachfolgenden Beispielen beschriebenen Schichtaufbauten 2-6 erreichte Verschiebung der Farbwiedergabe im Vergleich zu Schichtaufbau 1 ist in Tabelle 3 dargestellt. Verschiebung der Farbwiedergabe im Vergleich zu Schichtaufbau 1 (Farbdifferenz ΔE) Farbdifferenz [ΔE] im Vergleich zu Schichtaufbau 1 Schichtaufbau 2 3 4 5 6 Nr. Farbe 1 DS 0.2 0.2 0.6 0.6 1.2 2 Ha 0.1 0.1 0.4 0.3 0.7 3 Hi 0.2 0.2 0.5 0.5 1.0 4 Pf 0.1 0.0 0.4 0.4 1.2 5 Bf 0.3 0.3 0.7 0.7 0.9 6 BG 0.5 0.6 1.1 1.0 1.9 7 O 0.1 0.2 0.3 0.2 0.5 8 PB 0.0 0.0 0.1 0.1 0.4 9 MR 0.2 0.2 0.5 0.5 0.9 10 P 0.4 0.4 0.7 0.7 1.4 11 YG 0.2 0.2 0.4 0.4 0.6 12 OY 0.0 0.0 0.2 0.3 0.4 13 B 0.1 0.1 0.2 0.2 0.3 14 G 0.6 0.7 1.6 1.4 2.9 15 R 0.0 0.0 0.1 0.0 0.3 16 Y 0.0 0.0 0.1 0.0 0.3 17 M 0.3 0.3 0.6 0.6 1.0 18 C 0.1 0.1 0.1 0.1 0.3 19 Grau_0.05 0.0 0.0 0.1 0.1 0.3 20 Grau_0.2 0.1 0.1 0.3 0.2 0.7 21 Grau_0.4 0.3 0.3 0.8 0.9 1.6 22 Grau_0.7 0.4 0.5 1.2 1.2 2.2 23 Grau_1.05 0.2 0.2 0.6 0.6 1.2 24 Grau_1.5 0.0 0.0 0.1 0.1 0.2

Beispiel 2

In dem erfindungsgemäßen Schichtaufbau 2 wurde die spektrale Sensibilisierung des rotempfindlichen Schichtpaketes wie folgt vorgenommen: Schicht verwendete Farbstoffe Mischungsverhältnis 3 XRS-4, XRS-5, XRS-3 1:2:0,34 4 XRS-4, XRS-5, XRS-3 1:2:0,3

Mit dieser Sensibilisierung wurde die Empfindlichkeit gegenüber dem Vergleichstyp um ca. 30% gesteigert.

Die Beschreibung der Empfindlichkeitsverteilung (Tabelle 1, Fig. 4) zeigt die symmetrische Verbreiterung der Sensibilisierungsbande vor allem im Bereich der Hauptspektralempfindlichkeit.

Die farbmetrische Beschreibung (Tabelle 3) ergibt, daß auf diese Weise nur geringfügige und keinesfalls bildwirksame Veränderungen in der Farbwiedergabe resultieren.

Beispiel 3

In dem erfindungsgemäßen Schichtaufbau 3 wurde die spektrale Sensibilisierung des rotempfindlichen Schichtpaketes wie folgt vorgenommen: Schicht verwendete Farbstoffe Mischungsverhältnis 3 XGS-3, XRS-5, XRS-3 1:2:0,30 4 XGS-3, XRS-5, XRS-3 1:2:0,35

Mit dieser Sensibilisierung wurde die Empfindlichkeit gegenüber dem Vergleichstyp um ca. 30% gesteigert.

Die Beschreibung der Empfindlichkeitsverteilung (Tabelle 1) zeigt die symmetrische Verbreiterung der Sensibilisierungsbrande vor allem im Bereich der Hauptspektralempfindlichkeit.

Die farbmetrische Beschreibung (Tabelle 3) ergibt, daß auf diese Weise nur geringfügige und keinesfalls bildwirksame Veränderungen in der Farbwiedergabe resultieren.

Beispiel 4

In dem erfindungsgemäßen Schichtaufbau 4 wurde die spektrale Sensibilisierung des rotempfindlichen Schichtpaketes wie folgt vorgenommen: Schicht verwendete Farbstoffe Mischungsverhältnis 3 XGS-2, XGS-3, XRS-2, XRS-3 0,2:1,1:1,9:0,30 4 XGS-2, XGS-3, XRS-2, XRS-3 0,2:1,2:1,9:0,30

Mit dieser Sensibilisierung wurde die Empfindlichkeit gegenüber dem Vergleichstyp um ca. 60 % gesteigert.

Die Beschreibung der Empfindlichkeitsverteilung (Tabelle 1) zeigt die symmetrische Verbreiterung der Sensibilisierungsbande vor allem im Bereich der Hauptspektralempfindlichkeit.

Die farbmetrische Beschreibung (Tabelle 3) ergibt, daß auf diese Weise nur geringfügige und keinesfalls bildwirksame Veränderungen in der Farbwiedergabe resultieren.

Beispiel 5

In dem erfindungsgemäßen Schichtaufbau 5 wurde die spektrale Sensibilisierung des rotempfindlichen Schichtpaketes wie folgt vorgenommen: Schicht verwendete Farbstoffe Mischungsverhältnis 3 XGS-3, XRS-5, XRS-3 2,0:1,0:0,9 4 XGS-3, XRS-5, XRS-3 2,0:1,1:0,85

Mit dieser Sensibilisierung wurde die Empfindlichkeit gegenüber dem Vergleichstyp um ca. 60 % gesteigert.

Die Beschreibung der Empfindlichkeitsverteilung (Tabelle 1) zeigt die symmetrische Verbreiterung der Sensibilisierungsbande vor allem im Bereich der Hauptspektralempfindlichkeit.

Die farbmetrische Beschreibung (Tabelle 3) ergibt, daß auf diese Weise nur geringfügige und keinesfalls bildwirksame Veränderungen in der Farbwiedergabe resultieren.

Beispiel 6

In dem erfindungsgemäßen Schichtaufbau 6 wurde die spektrale Sensibilisierung des rotempfindlichen Schichtpaketes wie folgt vorgenommen: Schicht verwendete Farbstoffe Mischungsverhältnis 3 XGS-2, XGS-3, XRS-5, XRS-3 0,2:1,5:1,5:0,6 4 XGS-2, XGS-3, XRS-5, XRS-3 0,2:1,5:1,5:0,6

Mit dieser Sensibilisierung wird die Empfindlichkeit gegenüber dem Vergleichstyp um ca. 100 % gesteigert.

Die Beschreibung der Empfindlichkeitsverteilung (Tabelle 1) zeigt die symmetrische Verbreiterung der Sensibilisierungsbande vor allem im Bereich der Hauptspektralempfindlichkeit.

Die farbmetrische Beschreibung (Tabelle 3) ergibt, daß auf diese Weise nur geringfügige Veränderungen in der Farbwiedergabe resultieren.


Anspruch[de]
  1. Hochempfindliches farbfotografisches Aufzeichnungsmaterial mit mindestens einer rotempfindlichen Silberhalogenidemulsionsschichteneinheit, der ein Cyankuppler zugeordnet ist, mindestens einer grünempfindlichen Silberhalogenidemulsionsschichteneinheit, der ein Magentakuppler zugeordnet ist, mindestens einer blauempfindlichen Silberhalogenid-emulsionsschichteneinheit, der ein Gelbkuppler zugeordnet ist, und gegebenenfalls weiteren nicht lichtempfindlichen Schichten, dadurch gekennzeichnet, daß die rotempfindliche Silberhalogenidemulsionsschichteneinheit mindestens zwei rotempfindliche Teilschichten umfaßt, die mit Sensibilisierungsfarbstoffen derart sensibilisiert sind, daß sich eine durch folgende Parameter charakterisierte Sensibilisierungsbande ergibt:
    • 635 nm ≤ λ(Smax) ≤ 660 nm
    • b80 ≥ 35 nm
    • b50 ≥ 56 nm
    • b20 ≥ 96 nm,
    worin bedeuten:
    λ(Smax)
    Wellenlänge des Sensibilisierungsmaximums (100 % Intensität);
    b80
    Breite der Sensibilisierungsbande bei 80 % der maximalen Intensität;
    b50
    Breite der Sensibilisierungsbande bei 50 % der maximalen Intensität;
    b20
    Breite der Sensibilisierungsbande bei 20% der maximalen Intensität;
  2. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Teilschichten der rotempfindlichen Silberhalogenidemulsionsschichteneinheit mit Sensibilisierungsfarbstoffen derart sensibilisiert sind, daß sich eine durch folgende Parameter charakterisierte Sensibilisierungsbande ergibt:
    • b80 ≥ 49 nm
    • b50 ≥ 71 nm
    • b20 ≥ 111 nm.
  3. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Teilschichten der rotempfindlichen Silberhalogenidemulsionsschichteneinheit mit Sensibilisierungsfarbstoffen derart sensibilisiert sind, daß sich eine durch folgende Parameter charakterisierte Sensibilisierungsbande ergibt:
    • 70 nm ≥ b80 ≥ 65 nm
    • 95 nm ≥ b50 ≥ 89 nm
    • 145 nm ≥ b20 ≥ 130 nm.






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