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Dokumentenidentifikation DE10202638A1 14.08.2003
Titel Verfahren zum Umblenden von Stereo-auf Mono-und von Mono-auf Stereowiedergabe in einem Stereorundfunkempfänger sowie Stereorundfunkempfänger
Anmelder Harman/Becker Automotive Systems (Becker Division) GmbH, 76307 Karlsbad, DE
Erfinder Benz, Christoph, 77797 Ohlsbach, DE;
Gierl, Stefan, 76133 Karlsruhe, DE
Vertreter Patentanwälte Westphal Mussgnug & Partner, 78048 Villingen-Schwenningen
DE-Anmeldedatum 24.01.2002
DE-Aktenzeichen 10202638
Offenlegungstag 14.08.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.08.2003
IPC-Hauptklasse H04H 5/00
IPC-Nebenklasse H04B 1/16   H04N 5/60   
Zusammenfassung Um bei einem Stereorundfunkempfänger einerseits bei der Überblendung von Stereo- auf Monowiedergabe den Stereoeindruck möglichst lange zu erhalten und andererseits bei der Überblendung von Mono- auf Stereowiedergabe möglichst früh einen Stereoeindruck zu erzielen, wird das von einem digitalen Signalprozessor (D) erzeugte (L-R)-Signal (L-R) mittels eines adaptiven Tiefpasses (TP) tiefpaßgefiltert, dessen Parameter von einem Qualitätssignal (Q) eingestellt werden, das ein Maß für die Empfangsqualität, z. B. die Empfangsfeldstärke, darstellt. Durch die Bandbegrenzung des (L-R)-Signals (L-R) werden außerdem breitbandige Frequenzanteile erzeugende Störungen sowie das bei kleinen Feldstärken auftretende breitbandige Rauschen stark gedämpft.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Umblenden von Stereoauf Mono- und von Mono- auf Stereowiedergabe in einem Stereorundfunkempfänger mit einem Empfänger, der das Stereomultiplexsignal erzeugt, mit einem digitalen Signalprozessor, der aus dem Stereomultiplexsignal das (L + R)-Signal und das (L - R)- Signal erzeugt, mit einer Stereomatrix, die aus dem (L + R)- Signal und dem (L - R)-Signal das L-Signal und das R-Signal erzeugt, und mit einer Einheit, die ein die Empfangsqualität repräsentierendes Qualitätssignal erzeugt.

Die Erfindung betrifft weiter einen Stereorundfunkempfänger mit einem Empfänger, der das Stereomultiplexsignal erzeugt, mit einem digitalen Signalprozessor, der aus dem Stereomultiplexsignal das (L + R)-Signal und das (L - R)-Signal erzeugt, mit einer Stereomatrix, die aus dem (L + R)-Signal und dem (L - R)- Signal das L-Signal und das R-Signal erzeugt, und mit einer Einheit, die ein die Empfangsqualität repräsentierendes Qualitätssignal erzeugt.

Hochwertige Stereoempfänger sind z. B. mit einer Steuerung ausgerüstet, die in Abhängigkeit von der Empfangsqualität den Stereo- und den Monoanteil im Ausgangssignal steuert. Die sogenannte Kanaltrennung gibt dabei ein Maß an, wie groß der Stereoanteil im Signal ist. Bei vollständiger Stereowiedergabe nimmt die Kanaltrennung ihren Maximalwert an, der beispielsweise bei üblichen Empfängern in der Größenordnung von etwa 40 dB liegt. Bei reiner Monowiedergabe beträgt die Kanaltrennung dagegen 0 dB, weil die R- und L-Signale identisch sind. Reicht die Empfangsqualität für Stereoempfang infolge der Beschaffenheit des gerade befahrenen Geländes nicht mehr aus, wird bei sich verschlechternden Empfangsbedingungen die Kanaltrennung vermindert, d. h. der Stereoanteil im Wiedergabesignal wird verringert, während gleichzeitig der Monoanteil erhöht wird.

Diese stufenlose Verschiebung von Stereo zu Mono kann bei schlechten Empfangsbedingungen bis zur vollständigen Monowiedergabe gehen. Verbessert sich die Empfangsqualität, so wird der Stereoanteil wieder erhöht, während gleichzeitig der Monoanteil verringert wird, bis schließlich bei ausreichender Empfangsqualität vollständige Stereowiedergabe erfolgt. Bei Stereoempfängern einfacherer Bauart kann dagegen nur zwischen Mono- und Stereowiedergabe umgeschaltet werden. Ein gleitender Übergang zwischen den beiden Wiedergabearten ist nicht vorgesehen.

Es ist nun Aufgabe der Erfindung, bei einem Stereorundfunkempfänger einerseits die Umblendung von Stereo- auf Monowiedergabe so zu gestalten, daß der Stereoeindruck möglichst lange erhalten bleibt, und andererseits das Zurückblenden von Mono- auf Stereowiedergabe so zu gestalten, daß der Stereoeindruck möglichst früh wieder einsetzt.

Verfahrensmäßig wird diese Aufgabe mit den im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen dadurch gelöst, daß das (L - R)-Signal mittels eines adaptiven Tiefpasses tiefpaßgefiltert wird, der vom Qualitätssignal gesteuert wird.

Vorrichtungsmäßig wird diese Aufgabe mit den im Anspruch 5 angegebenen Merkmalen dadurch gelöst, daß das (L - R)-Signal mittels eines adaptiven Tiefpasses tiefpaßgefiltert ist, der vom Qualitätssignal gesteuert ist.

Zur Umblendung von Stereo- auf Monowiedergabe sieht das erfindungsgemäße Verfahren vor, daß anstelle die Amplitude des (L - R)- Signals zu dämpfen, das (L - R)-Signal mittels eines adaptiven Tiefpasses tiefpaßzufiltern. Die Parameter des adaptiven Tiefpasses werden in Abhängigkeit von der Empfangsqualität eingestellt. Hierzu wird beispielsweise im Empfänger ein Qualitätssignal erzeugt, das ein Maß für die Empfangsqualität darstellt. Dieses Qualitätssignal kann z. B. aus der Empfangsfeldstärke oder aus dem ZF-Signal des Empfängers abgeleitet werden.

Durch die erfindungsgemäße Maßnahme, das (L - R)-Signal tiefpaßzufiltern, läßt sich die Kanaltrennung ebenfalls wie bei der Dämpfung der Amplitude einstellen. Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt nun darin, daß die Überblendung von Stereo- auf Monowiedergabe frequenzabhängig erfolgt, wodurch für den Hörer der Stereoeindruck länger erhalten bleibt. Umgekehrt erfolgt das Zurückblenden von Mono- auf Stereowiedergabe ebenfalls frequenzabhängig, so daß für den Hörer der Stereoeindruck früher einsetzt.

Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist darin zu sehen, daß Störungen, die breitbandige Frequenzanteile erzeugen, durch die Bandbegrenzung des (L - R)-Signals mittels des adaptiven Tiefpasses minimiert werden. Schließlich ist als dritter Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens anzugeben, daß breitbandiges Rauschen, das bei kleinen Feldstärken entsteht, durch die Bandbegrenzung mittels des adaptiven Tiefpasses erheblich verringert wird. Die Grenzfrequenz des adaptiven Tiefpasses wird vom Qualitätssignal abgeleitet.

Die Erfindung wird anhand der Figur, die ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Stereorundfunkempfängers zeigt, näher beschrieben und erläutert.

Am Antenneneingang eines Empfängers E ist eine Antenne A angeschlossen. Der Ausgang des Empfängers E, an dem das Stereomultiplexsignal MPX abnehmbar ist, ist mit dem Eingang eines digitalen Signalprozessors D verbunden. Ein weiterer Ausgang des Empfängers E, an dem ein die Empfangsqualität wiedergebendes Qualitätssignal Q abgreifbar ist, ist mit dem Eingang einer Auswerteeinheit B verbunden, deren Ausgang mit dem Steuereingang eines adaptiven Tiefpasses TP verbunden ist. Der (L - R)- Ausgang des digitalen Signalprozessors D ist mit dem Eingang des adaptiven Tiefpasses TP verbunden, dessen Ausgang mit dem ersten Eingang einer Stereomatrix M verbunden ist. Der (L + R)- Ausgang des digitalen Signalprozessors D ist mit dem zweiten Eingang der Stereomatrix M verbunden, an deren erstem Ausgang das L-Signal L und an deren zweitem Ausgang das R-Signal R abnehmbar ist.

Im Empfänger E wird aus dem von der Antenne A gelieferten Empfangssignal das Stereomultiplexsignal MPX erzeugt, das dem Eingang des digitalen Signalprozessors zugeführt wird. Im Empfänger E wird außerdem das Qualitätssignal Q erzeugt, das z. B. aus der Emfpangsfeldstärke oder aus dem ZF-Signal der ZF- Stufe des Empfängers E abgeleitet wird. Die Auswerteeinheit B wertet dieses Qualitätssignal Q aus und erzeugt das Steuersignal zur Einstellung der Parameter des adaptiven Tiefpasses TP, der im Signalpfad des (L - R)-Signals liegt. Der digitale Signalprozessor erzeugt aus dem vom Empfänger E gelieferten Stereomultiplexsignal MPX das (L - R)-Signal und das (L + R)- Signal, das dem zweiten Eingang der Stereomatrix M zugeführt wird. Der adaptive Tiefpaß TP begrenzt in Abhängigkeit vom Qualitätssignal Q und somit von der Empfangsqualität die Bandbreite des (L - R)-Signals. Die Stereomatrix M erzeugt daher aus dem ungefilterten und ungedämpften (L + R)-Signal sowie aus dem bandbegrenzten (L - R)-Signal das L-Signal und das R-Signal.

Bei sich verschlechternder Empfangsqualität wird die Bandbreite des (L - R)-Signals z. B. stufenlos begrenzt, während sie bei besser werdender Empfangsqualität wieder erhöht wird.

Wie bereits erwähnt bleibt durch die erfindungsgemäße Maßnahme, anstatt die Amplitude des (L - R)-Signals zu dämpfen, seine Bandbreite zu begrenzen, der Stereoeindruck länger erhalten, während gleichzeitig beim Zurückblenden von Mono- auf Stereowiedergabe der Stereoeindruck früher einsetzt. Durch die Bandbegrenzung mittels des adaptiven Tiefpasses werden außerdem Störungen, die breitbandige Frequenzanteile erzeugen, minimiert. Auch das breitbandige Rauschen, das bei kleinen Feldstärken auftritt, wird durch die Bandbegrenzung reduziert.

Die Erfindung zeichnet sich insbesondere durch den Vorteil aus, daß bei der Umblendung von Stereo- auf Monowiedergabe nicht mehr der Eindruck eines in sich zusammenfallenden Klangbildes erzeugt wird. Bezugszeichenliste A Antenne

B Auswerteeinheit

D digitaler Signalprozessor

E Empfänger

L L-Signal

L + R (L + R)-Signal

L - R (L - R)-Signal

M Stereomatrix

MPX Stereomultiplexsignal

Q Qualitätssignal

R R-Signal

TP adaptiver Tiefpaß


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Umblenden von Stereo- auf Mono- und von Mono- auf Stereowiedergabe in einem Stereorundfunkempfänger mit einem Empfänger (E), der das Stereomultiplexsignal (MPX) erzeugt, mit einem digitalen Signalprozessor (D), der aus dem Stereomultiplexsignal (MPX) das (L + R)-Signal (L + R) und das (L - R)-Signal (L - R) erzeugt, mit einer Stereomatrix (M), die aus dem (L + R)-Signal (L + R) und dem (L - R)-Signal (L - R) das L-Signal (L) und das R-Signal (R) erzeugt, und mit einer Einheit, die ein die Empfangsqualität repräsentierendes Qualitätssignal (Q) erzeugt, dadurch gekennzeichnet, daß das (L - R)-Signal (L - R) mittels eines adaptiven Tiefpasses (TP) tiefpaßgefiltert wird, der vom Qualitätssignal (Q) gesteuert wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Qualitätssignal (Q) aus der Empfangsfeldstärke abgeleitet wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Qualitätssignal (Q) aus dem ZF-Signal der ZF-Stufe des Empfängers (E) abgeleitet wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Empfänger (E) das Qualitätssignal (Q) erzeugt.
  5. 5. Stereorundfunkempfänger mit einem Empfänger (E), der das Stereomultiplexsignal (MPX) erzeugt, mit einem digitalen Signalprozessor (D), der aus dem Stereomultiplexsignal (MPX) das (L + R)-Signal (L + R) und das (L - R)-Signal (L - R) erzeugt, mit einer Stereomatrix (M), die aus dem (L + R)- Signal (L + R) und dem (L - R)-Signal (L - R) das L-Signal (L) und das R-Signal (R) erzeugt und mit einer Einheit, die ein die Empfangsqualität repräsentierendes Qualitätssignal (Q) erzeugt, dadurch gekennzeichnet, daß das (L - R)-Signal (L - R) mittels eines adaptiven Tiefpasses tiefpaßgefiltert ist, der vom Qualitätssignal (Q) gesteuert ist.
  6. 6. Stereorundfunkempfänger nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausgang des digitalen Signalprozessors (D), an dem das (L - R)- Signal (L - R) abgreifbar ist, mit dem Eingang des adaptiven Tiefpasses (TP) verbunden ist, dessen Ausgang mit dem (L - R)-Eingang der Stereomatrix (M) verbunden ist, daß der Ausgang des digitalen Signalprozessors (D), an dem das (L + R)-Signal (L + R) abnehmbar ist, mit dem (L + R)-Eingang der Stereomatrix (M) verbunden ist, daß das Qualitätssignal (Q) am Eingang einer Auswerteeinheit (B) liegt, deren Ausgang mit dem Steuereingang des adaptiven Tiefpasses (TP) verbunden ist.
  7. 7. Stereorundfunkempfänger nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausgang des Empfängers (E) an dem das Stereomultiplexsignal (MPX) abnehmbar ist, mit dem Eingang des digitalen Signalprozessors (D) verbunden ist.






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