Hintergrund der Erfindung.
1. Erfindungsgebiet.
Die vorliegende Erfindung betrifft eine durch Streckblasformen hergestellte Flasche, an
deren Halsteil ein Handgriff vorgesehen ist.
2. Stand der Technik.
Es ist bekannt, eine Vorform mit einem Handgriff, der einstückig ausgebildet ist, und der
sich ausgehend von einer Seitenfläche, die unterhalb eines Gewindeteils eines Halses
dieser Vorform liegt, in Längsrichtung und nach unten erstreckt, durch Spritzgießen
herzustellen, und die Vorform durch Streckblasformen zu einer Flasche zu formen, die
ausgehend von einem distalen Ende des Halses bis zum Boden eine dünne Körperwand hat, um
eine Flasche mit einstückig ausgebildetem Handgriff zu erzielen.
Eine derartige Flasche mit Handgriff ist beispielsweise in der GB-A-2041286, EP-A-
0061511, US-A-4,629,598, JP-A-3-268907, EP-A-0479139 etc. offenbart.
Auch in der JP-A-56-30828 ist eine Flasche offenbart, die durch Streckblasformen
hergestellt ist, wobei ein ringförmiger Handgriff am Hals in Längsrichtung ausgebildet ist.
Dieser herkömmliche Handgriff hat eine gewisse Dicke, um eine Festigkeit zu erzielen.
Wenn das Kunstharz, welches als Material zum Formen der Flasche verwendet wird,
Polyethylenterephthalat ist, wird, obwohl es eine gewisse Härte hat, wenn kein weiterer
Vorgang nach dem Spritzgießen vorgesehen ist, es der Flasche an Stoßfestigkeit mangeln. Dies
könnte eine Zerstörung des Handgriffes verursachen, wenn die mit Inhalt gefüllte Flasche
aus Versehen von einem Regalbrett oder dgl. auf den Boden fällt. Wenn andererseits das
verwendete Kunstharz Polypropylen ist, wird der Handgriff wegen dessen Flexibilit beim
Herunterfallen der Flasche nicht zerstört. Die Härte des Handgriffes ist jedoch nicht
ausreichend, und daher wird ein separat aus Polyethylen hergestellter Handgriff nachträglich
befestigt.
In der WO 82/02369 ist neben dem vorstehend beschriebenen Handgriff eine weitere durch
Streckblasformen hergestellte Flasche offenbart, bei der ein ringförmiger Handgriff
einstückig in horizontaler Richtung ausgebildet ist. Dieser ringförmige Handgriff hat jedoch
die gleiche Dicke wie ein Ring, der am Hals der Flasche ausgebildet ist. Wenn somit das
geformte Kunstharz Polyethylenterephthalat ist, wie es typischerweise für diese Art von
Flasche verwendet wird, fehlt dem Handgriff Flexibilität, und es ist schwierig, die gefüllte
Flasche mit Inhalt, zu tragen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, das der Handgriff, wenn
er gebogen wird, leicht bricht.
Die EP-A-0 732 187 offenbart einen spritzgegossenen Formling mit einem Handgriff,
wobei diese Vorform durch Streckblasformen zu einer Flasche geformt werden soll, wie im
Oberbegriff des Patentanspruches 1 definiert. Die Figur, welche einen Schnitt durch die
Flasche und den Handgriff zeigt, zeigt an dem Teil, der den Handgriff mit der Flasche
verbindet, eine verringerte Dicke aber in der Beschreibung ist ein Teil mit verringerter Dicke,
dessen mechanische Eigenschaften und die Art der Herstellung nicht erwähnt.
Aus der Zeitschrift "PLAST 21", September 21, 1995, Nr. 45, Seiten 68 bis 71, 76, 77 sind
Flaschen bekannt, die aus PET durch Streckblasformen eines spritzgegossenen
Vorformlings herstellt sind, wie dies im wesentlichen in dem Oberbegriff des Anspruchs 1 definiert
ist.
Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine neu konstruierte Flasche mit einem
Handgriff und ein Verfahren zum Herstellen der Flasche durch Streckblasformen zu
schaffen, wobei ein biegbarer Handgriff, der eine flache Form hat und sich in Querrichtung
erstreckt, einstückig an der Unterseite des Halses der Flasche angeformt ist, um das Tragen
selbst einer relativ großen Flasche zu erleichtern.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung eine
Flasche vorgesehen, wie sie im Patentanspruch 1 definiert ist, und gemäß einem weiteren
Aspekt der Erfindung ein Verfahren, wie im Patentanspruch 7 definiert, vorgesehen.
Zusätzlich kann am Boden der Flasche an der Seite gegenüber dem Teil, wo der Handgriff
positioniert ist, ein konkaver Teil zum Abstützen desselben mit den Fingern vorgesehen
sein, um das Gießen des Inhaltes zu erleichtern, wenn die Flasche mittels des Handgriffes
getragen wird.
Die Flasche kann aus Polyesterharzen bestehen, wie beispielsweise
Polyethylenterephthalat, Polyethylennaphthalat oder dgl., oder Polypropylen. Wenn das verwendete Kunstharz
Polypropylen ist, kann der Flasche zusätzlich die Flexibilität des Polypropylens verliehen
werden. Wenn das verwendete Kunstharz Polyethylenterephthalat ist, wird, selbst wenn der
Handgriff nach dem Spritzgießen keiner weiteren Verarbeitung unterzogen ist, der äußere
Teil des Handgriffes durch den engen Teil eine Flexibilität haben, da in dem engen Teil
eine molekulare Ausrichtung erfolgt, und dadurch kann die Biegefestigkeit und
Stoßfestigkeit erhöht werden, und daraus folgend wird sich der Handgriff nur schwer abtrennen,
obwohl der dünn ausgebildet worden ist.
Kurze Beschreibung der Figuren.
Fig. 1 zeigt eine Vorderansicht mit einer Hälfte im Schnitt, einer durch Streckblasformen
hergestellten Flasche mit einem Handgriff gemäß der vorliegenden Erfindung;
Fig. 2 zeigt eine Draufsicht auf die durch Streckblasformen hergestellte Flasche mit dem
Handgriff gemäß der vorliegenden Erfindung;
Fig. 3 zeigt eine Vorderansicht einer Vorform, bei der der Handgriff einstückig
ausgebildet ist;
Fig. 4 ist eine Teilansicht von vorne, die insbesondere den Handgriffteil zeigt;
Fig. 5 ist eine erläuternde Darstellung einer Anwendung der durch Streckblasformen
hergestellten Flasche mit dem Handgriff gemäß der vorliegenden Erfindung; und
Fig. 6 zeigt eine weitere erläuternde Darstellung einer Anwendung der durch
Streckblasformen hergestellten Flasche mit dem Handgriff gemäß der vorliegenden
Erfindung.
Detaillierte Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen.
In den Figuren bezeichnet die Bezugsziffer 1 eine Flasche aus Polyethylenterephthalat,
deren Hals 2 nach dem Spritzgießen nicht bearbeitet ist, und die Flasche ist ausgehend von
dem distalen Ende des Halses 2 bis zum Körper 3 und dem Boden 4 durch
Streckblasformen mit einer dünnen Wanddicke versehen worden.
Die Bezugsziffer 5 bezeichnet einen Handgriff, der an einer Seite eines Halterings 6
unterhalb eines Gewindeteils des Halses 2 einstückig angeformt ist. Der Handgriff 5 hat eine
flache Form und erstreckt sich in einer Querrichtung. Zusätzlich hat er einen
Verbindungsteil 51, der mit dem Hals und einer ringförmigen Fingereingreiflasche 52 verbunden
ist, die eine größere Breite als diejenige des Verbindungsteils hat, und an dessen freien
Ende ausgebildet ist. Der Umfang eines Fingereingreifloches 53, da innerhalb der
Fingereingreiflasche 52 ausgebildet ist, ist mit einem konvexen Rand 54 verstärkt, der in die beiden
Richtungen nach oben und unten um den Innenumfangsrand leicht vorsteht, um die
Belastung eines Fingers, der in die Fingereingreiflasche 52 eingreift, zu erleichtern. Unter
Berücksichtigung der Erleichterung des Tragens der Flasche hat die Weite des
Fingereingreifloches 53 vorzugsweise genügend Raum, um wenigstens drei Finger aufzunehmen,
d. h. ungefähr mehr als 5 cm.
Der vorstehend beschriebene Verbindungsteil 51 hat einen engen Teil 55, der an einem
mittleren Teil des Verbindungsteils quer vorgesehen ist, und hat eine dünnere Dicke als
diejenige des Verbindungsteils, damit die Fingereingreiflasche 52 an den engen Teil 55 in
Richtung nach oben und unten biegbar ist. Da beim Spritzgießen eine
Molekularausrichtung des Kunstharzes in dem engen Teil erfolgt, kann die Seite der Fingereingreiflasche
zusätzlich eine Flexibilität bei gleichzeitiger gewisser Festigkeit haben.
Der Abmessung der Dicke des engen Teils sind keine besonderen Grenzen gesetzt, die
molekulare Ausrichtung muss jedoch in dem engen Teil ausgebildet sein. Ohne ein
Ausbilden der molekularen Ausrichtung hat der enge Teil, obwohl seine Dicke dünner gemacht
worden ist, keine Festigkeit gegenüber dem Biegen, wie bei einer herkömmlichen Flasche,
bei der kein Unterschied in der Dicke vorhanden ist, und daraus folgend kann dies ein
Brechen des Handgriffteils verursachen, wenn dieser zwangsweise gebogen wird.
Die Dicke des engen Teils beträgt vorzugsweise 0,5 mm oder darunter, und insbesondere
0,3 mm oder darunter.
Die Breite des engen Teils in der Längsrichtung beträgt vorzugsweise 1,5 mm oder
darüber, und sie kann die gleiche wie diejenige des Verbindungsteils sein, d. h. der gesamte
Verbindungsteil ist der enge Teil.
Der Handgriff 5 wird gleichzeitig mit dem Spritzgießen einer Vorform 11 spritzgegossen.
Das Gießen kann einfach durchgeführt werden, in dem an einer Trennfläche zwischen einer
Gießform 31 für den Hals 12 und einer Gießform 32 für den Körper 13 und den Boden 14
ein flacher Hohlraum 15 für den Handgriff 5, der mit einem Haltering 16 des Halses 12
verbunden ist, ausgebildet wird und eingeschmolzenes Harz durch den Haltering 16 in den
flachen Hohlraum 15 eingespritzt wird.
Das Kunstharzmaterial, welches durch den Haltering 16 in den Hohlraum 15 eingefüllt
wird, wird durch eine Passage zur Begrenzung eines Kunstharzstroms mittels Vorsprüngen,
welche an der oberen und unteren Fläche des Hohlraums vorstehen, d. h. den engen Teil
15a in dem Hohlraum gepresst, und wird dazu gezwungen, in die Seite der
Fingereingreiflasche zu fließen. Gleichzeitig werden die Moleküle des Kunstharzes in der
Fließrichtung des Kunstharzes ausgerichtet.
Daher wird, wie in der Fig. 5 gezeigt, der Handgriff 5, selbst wenn er an einer großen
Flasche, die mit Inhalt gefüllt ist, vorgesehen ist, nicht brechen, wenn er gebogen wird, und
erleichtert das Tragen der Flasche, da der Handgriff auch im gebogenen Zustand eine
ausreichende Festigkeit hat.
An der Seite der Fingereingreiflasche, wo die Molekularausrichtung durchgeführt worden
ist, wird der Handgriff selbst dann eine Flexibilität haben, wenn die Flasche 1 aus
Polyethylenterephthalat besteht. Und daher wird der enge Teil 55 mit der dünneren Dicke auch
nach mehrmaligem nach oben und unten Biegen der Seite der Fingereingreiflasche nicht
aufgrund von Materialermüdung reißen, genauso wie wenn Polypropylen verwendet würde.
Bei einer Flasche, bei der der enge Teil 55 nicht vorgesehen ist, kann jedoch die
Fingereingreiflasche leicht brechen, weil sie in Folge ihrer Stabilität, selbst wenn ihre Dicke
ungefähr 1,5 mm ist, und weil sie auch kaum Flexibilität besitzt, kaum gebogen werden kann.
Bezugsziffer 7 bezeichnet einen konkaven Teil zum Halten der Flasche durch Finger, der
am Boden der Flasche 1 an der Seite gegenüber dem Teil, wo der Handgriff positioniert ist,
vorgesehen ist, und der zu dem Zeitpunkt, zu welchem die Flasche 1 durch Streckblasformen
hergestellt wird, ausgebildet wird. Wie in der Fig. 6 gezeigt, ist der konkave Teil 7
vorgesehen, um ein Schräghalten der Flasche 1 zu erleichtern, wenn der flüssige Inhalt
ausgegossen wird, indem ein Finger oder mehrere Finger einer Hand in den Handgriff 5
eingreifen, während der Boden 4 mit der anderen Hand gehalten wird. Der konkave Teil 7
kann vorzugsweise bei relativ großen Flaschen, die ein Fassungsvermögen von 3 Litern
haben, angewandt werden, und die beim Halten am Boden mittels einer Hand in Folge des
Gewichtes des Inhaltes und des Durchmessers der Flasche ein Problem haben.
Beim Ausgießen des Inhaltes kann wie vorstehend beschrieben, die Flasche 1 durch
Eingreifen einer Fingerspitze oder mehrerer Fingerspitzen in die Fingereingreiflasche 52 des
Handgriffes 5 getragen werden und während des Tragens des Handgriffes mit einer Hand,
wird der Boden mit der anderen Hand getragen, wobei die Fingerspritzen in den konkaven
Teil 7 eingreifen. Da der Handgriff flach und dünn ausgebildet ist, benötigt er weniger
Harzmaterialmenge als dies ein herkömmlicher Handgriff tut. Da der Handgriff, nachdem
er an dem engen Teil gebogen worden ist, in seine Ausgangslage wieder zurück bringbar
ist, benötigt er zusätzlich keinen extra Raum, wenn die Flasche in einer Schachtel verpackt
wird.
Beispiel 1
Verwendetes Kunstharz / Polyethylenterephthalat
Größe der Flasche
Fassungsvermögen 3 Liter
Höhe (mm) Gesamthöhe 309, Hals 33 mm
Durchmesser (mm) 130
Größe des Handgriffes
Länge (mm) Gesamtlänge 40, Verbindungsteil 10 (einschließlich 2 mm
der Breite des engen Teils), Fingereingreiflasche 30
Breite (mm) Verbindungsteil 22, Fingereingreiflasche 64
Dicke (mm) flacher Teil 1,5, enger Teil 0,3
Vergleichsbeispiel 1
Der enge Teil wurde bei der beim vorstehenden Beispiel 1 beschriebenen Flasche weg
gelassen, und es wurde stattdessen ein Teil mit einer Dicke von 1,5 mm, die gleich derjenigen
des flachen Teils ist, vorgesehen.
Zwei der vorstehend beschriebenen Flaschen wurden mit Wasser gefüllt und mit in den.
jeweiligen Handgriff eingreifenden Fingern getragen.
Die Flasche gemäß der vorliegenden Erfindung wie im Beispiel 1 beschrieben, war in
Folge der Biegung des Handgriffes nach oben, wie in der Fig. 5 gezeigt, leicht zu tragen. An
dem biegbaren, engen Teil war nach 20-fachern, wiederholten Biegen kein Riß oder dgl. zu
sehen.
Im Gegensatz hierzu konnte bei der im Vergleichsbeispiel 1 beschriebenen Flasche der
Handgriff wegen der vorgesehenen Dicke, die die gleiche wie beim flachen Teil war, nicht
ausreichend gebogen werden, und verursachte dementsprechend beim Tragen der Flasche
Schwierigkeiten. Der Handriff wurde zwangsweise während dem Tragen der Flasche
gebogen, was zu Rissen und dann zum Abreißen des Handgriffes selbst führt.