Die vorliegende Erfindung betrifft Halleffekt-Antriebe, insbesondere ein
System zur Zuführung des Gases gleichförmiger Verteilung zu einer
Entladungszone eines Halleffekt-Antriebs (Hall effect thruster).
Hintergrund der Erfindung
Ionenbeschleuniger mit geschlossener Elektronendrift, auch bekannt als "Hall
effect thrusters" (HETs) sind als Quelle für gelenkte Ionen bei der
plasmagestützten Fertigung und beim Antrieb von Raumfahrzeugen eingesetzt worden.
Repräsentative Raumfahrt-Anwendungen sind: (1) Umlaufbahn-Änderungen
des Raumfahrzeugs von einer Flughöhe oder Neigung zu einer anderen; (2)
Kompensation von atmosphärischem Widerstand; und (3) "Positionshaltung",
bei der Vorschub dazu eingesetzt wird, der natürlichen Drift einer
Umlaufbahnposition entgegenzuwirken, die durch Effekte wie Sonnenwind und dem
Vorbeigang des Monds hervorgerufen wird. HETs erzeugen Vorschub dadurch,
daß sie ein Antriebsgas in eine ringförmige Gasentladungszone bringen. Diese
Zone besitzt ein geschlossenes Ende mit einer Anode und ein offenes oder
Austrittsende, durch das das Gas austritt. Das Antriebsgas wird typischerweise
in die ringförmige Gasentladungszone in der Nähe der Anode, bei einigen
Systemen auch durch die Anode selbst eingebracht. Von einer Kathode werden in
die Nähe des Austrittsendes der ringförmigen Gasentladungszone freie
Elektronen eingeleitet. Entsprechend dem Halleffekt driften die Elektronen in
Umfangsrichtung innerhalb der ringförmigen Entladungszone aufgrund eines im
wesentlichen radial verlaufenden Magnetfelds im Verein mit einem
longitudi
nalen elektrischen Feld. Die Elektronen kollidieren mit den Atomen des
Antriebsgases und erzeugen Ionen. Da die Ionen im allgemeinen eine um
Größenordnungen höhere Masse als Elektronen haben, wird die Ionenbewegung
durch das Magnetfeld nicht signifikant beeinflußt. Im Ergebnis beschleunigt das
longitudinale elektrische Feld die Ionen durch das Austrittsende der
ringförmigen Gasentladungszone nach außen und erzeugt dadurch eine Reaktionskraft
zum Antreiben des Raumfahrzeugs, vergleiche beispielsweise die US-A-5581155
und die US-A-5357747.
Einer der Parameter, die Einfluß auf die Leistungsfähigkeit eines HETs haben, ist
die Gleichförmigkeit, mit der das Antriebsgas in die ringförmige
Gasentladungszone eingeleitet wird. Wissenschaftler glauben, daß, wenn das neutrale
Antriebsgas (das heißt vor der Ionisierung) in Bereichen nahe der Anode
konzentriert wird, die Elektronenbeweglichkeit in Richtung der Anode erhöht wird.
Dieser Effekt führt zu einem lokal stärkeren Elektronenstrom zu der Anode, was
in unerwünschter Weise die Verlustleistung erhöht und die Anode aufheizt. Eine
nicht gleichförmige azimuthale Gasverteilung innerhalb der ringförmigen
Entladungszone verursacht tendenziell eine ungleichförmige azimuthale
Elektronendichte. Man kann zeigen, daß die ungleichförmige azimuthale
Elektronendichte eine Verringerung des Hall-Parameters β verursacht, was im
allgemeinen bei HET-Anwendungen unerwünscht ist. Der Halleffekt und der
Hall-Parameter sind auf dem Gebiet der HETs bekannt.
Bei einigen herkömmlichen HETs dienen Prallplatten zur Steigerung der
Gleichmäßigkeit des Gases, wenn das Gas in die Gasentladungszone eingeleitet
wird. Diese Prallsysteme erhöhen die Gasverteilungs-Gleichförmigkeit in
einem gewissen Maß, aber natürlich ist eine noch größere Gleichförmigkeit
allgemein erwünscht. Darüber hinaus muß bei einigen herkömmlichen
Prallsystemen die axiale Länge der Gasentladungszone lang genug sein, damit eine
gleichmäßige Verteilung des Gases möglich ist, nachdem dieses das
Prallsy
stem verlassen hat. Eine erhöhte axiale Länge der Gasentladungszone macht
jedoch den HET empfindlich für Probleme, die durch extreme Vibrationen und
Beschleunigungen verursacht werden, wie sie auftreten, wenn das
Raumfahrzeug in die Umlaufbahn geschössen wird. Um diese Probleme zu vermeiden,
erhöhen diese Systeme im allgemeinen die Dicke und die Festigkeit der HET-
Strukturen, damit sie den Vibrationen widerstehen. Diese Lösung erhöht aber in
unerwünschterweise Kosten und Gewicht des HETs.
Andere herkömmliche Systeme können von Gasinjektoren Gebrauch machen,
um die Gleichförmigkeit der Gasverteilung zu steigern. Die Gasinjektoren
besitzen eine große Anzahl von Injektorlöchern, die gleichmäßig beabstandet und
mit exakten Toleranzen gefertigt sind, um eine hohe Gleichmäßigkeit zu
erzielen. Allerdings sind diese Injektoren in der Herstellung ziemlich schwierig und
kostspielig. Es besteht also Bedarf an einem billigen
Antriebsgas-Verteilungssystem, welches eine hohe Gasverteilungs-Gleichförmigkeit ermöglicht und
dabei geringe Größe und wenig Gewicht hat.
Offenbarung
Erfindungsgemäß wird ein System zum gleichmäßigen Verteilen eines
Antriebsgases in einem HET geschaffen. Bei einer Ausführungsform ist das
System Teil einer Anodenanordnung, die eine Anode und einen Gasverteiler
enthält. Antriebsgas wird von einem Vorrat der Anodenanordnung zur Verteilung
in der Gasentladungszone des HETs zugeleitet. Bei einem Aspekt der Erfindung
enthält der Gasverteiler eine poröse "Düse" aus Metall mit einer Eintrittsfläche
und einer Austrittsfläche. Die Eintrittsfläche der Düse nimmt ein Antriebsgas
aus dem Vorrat auf. Aufgrund der Druckdifferenz des Antriebsgases an der
Eintrittsfläche und der Austrittsfläche der porösen Metalldüse strömt das
Antriebsgas durch die poröse Metalldüse und aus der Austrittsfläche in die
ringförmige Gasentladungszone. Die poröse Metalldüse hat eine durchschnittliche
Porengröße und eine Dicke, die optimiert ist für die Steuerung des Stroms des
Antriebsgases von der Eintrittsfläche zu der Austrittsfläche mit einem Soll-
Strömungsdurchsatz, einem Soll-Druckabfall und einer
Soll-Verteilungsgleichförmigkeit. Im Gegensatz zu den oben erläuterten herkömmlichen
Prallsystemen, die eine Gleichförmigkeit der Gasverteilung typischerweise in
signifikantem Abstand von dem Prallsystem-Ausgang erreichen, erzielt das poröse
Metall eine stark gleichförmige Gasaustrittsströmung nahezu direkt an der
Austrittsfläche des Gasverteilers. Dieses Merkmal macht es möglich, daß die
Gasentladungszone eine im Vergleich zu herkömmlichen Systemen kürzere
Länge besitzt, so daß der HET ein kompaktes Bauteil mit niedrigem Profil ist,
welches weniger anfällig für beim Raumfahrzeug-Abschuß anzutreffende
Vibrationsprobleme ist. Darüber hinaus wird das poröse Metall so hergestellt, daß
es die gewünschte durchschnittliche Porengröße, Porenverteilung und Dicke
aufweist, und dies zu Kosten, die wesentlich niedriger sind als die Kosten für die
Herstellung des oben beschriebenen konventionellen Injektorsystems.
Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung enthält der Gasverteiler eine
Abschirmung und/oder eine Prallplatte, um zu verhindern, daß Verunreinigungen
an der gesamten oder einem Teil der Austrittsfläche der porösen Metalldüse
haften bleiben. Bei einer Ausführungsform wird eine Abschirmung mit einem
nicht-porösen Material implementiert, und sie befindet sich in der
Gasentladungszone stromabwärts bezüglich der Anodenanordnung. Auf diese Weise
werden stromaufwärts in Richtung der Anodenanordnung gerichtete
Verunreinigungen von der Abschirmung gesperrt. Ohne die Abschirmung könnten die
Verunreinigungen die Poren des porösen Metall-Gasverteilers verstopfen, was
die Gleichförmigkeit des Antriebsgasstroms in die Gasentladungszone mindern
könnte. Die Abschirmung unterbricht die Gleichförmigkeit des
Antriebsgasstroms und muß weit genug stromaufwärts von der Ionenerzeugungszone
liegen, um das Antriebsgas wiederum in eine gleichförmige Dichte zu
diffundieren. Bei einer weiteren Verfeinerung kann die Abschirmung kreisförmig oder
längliche Perforationen aufweisen, damit das Antriebsgas durch die
Antiverstopfungsstruktur gelangen kann, was den zur Erzielung einer gleichförmigen
Gasverteilung benötigten Abstand weiter verringert. Die Perforationen sind
größer als die Porengröße des porösen Metall-Gasverteilers, so daß die
Verunreinigungen die Perforationen nicht so leicht verstopfen. Obschon es möglich
sein kann, daß Verunreinigungen durch die Perforationen hindurch strömen
und kleine Bereiche des porösen Metall-Gasverteilers verstopfen, haben die
schmalen Flächen der verstopften Poren einen signifikanten abträglichen
Einfluß auf die gleichförmige Gasverteilung, die durch das poröse Metall erzielt
wird.
In einer alternativen Ausführungsform kann die Antiverstopfungsstruktur
dadurch implementiert werden, daß man eine Oberfläche des aus porösem Metall
bestehenden Gasverteilers, welche im großen und ganzen stromabwärts zu der
Gasentladungskammer gewandt ist, beschichtet. Diese Beschichtung ist nicht
porös und so konfiguriert, daß eine Fläche des porösen Metall-Gasverteilers,
die nicht stromabwärts zu der Gasentladungszone gerichtet ist, unbedeckt
bleibt (zum Beispiel weist die unbedeckte Fläche in eine Richtung rechtwinklig
zu der Gasentladungszone). Das heißt: die Austrittsfläche der Düse weist in eine
radiale Richtung relativ zu dem Netto-Gasstrom in die Gasentladungszone.
Damit wird in signifikanter Weise die Wahrscheinlichkeit dafür vermindert, daß
von der Gasentladungszone stromaufwärts in Richtung der Anodenanordnung
gelenkte Verunreinigungen an der nicht bedeckten Oberfläche des porösen
Metall-Gasverteilers haften bleiben.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Die obigen Aspekte und zahlreiche damit einhergehende Vorteile der Erfindung
ergeben sich deutlicher unter Bezugnahme auf die folgende detaillierte
Be
schreibung, wenn sie im Verein mit den begleitenden Zeichnungen gelesen
wird, die im folgenden aufgeführt sind:
Fig. 1 ist eine etwas schematisierte Ansicht eines Ionenbeschleunigers mit
geschlossener Elektronendrift eines repräsentativen Typs, mit dem die
Erfindung befaßt ist, wobei die Darstellung von oben und vom Eintrittsende her
dargestellt ist.
Fig. 2 ist eine etwas schematisierte Längsschnittansicht entlang der Linie 2-2
in Fig. 1.
Fig. 3 ist eine Längsschnittansicht einer Anodenanordnung, die einen
keilförmigen Gasverteiler aus porösem Metall enthält, entsprechend einer
Ausführungsform der Erfindung.
Fig. 4 ist eine Längsschnittansicht einer Anodenanordnung, die einen
keilförmigen Radialstrom-Gasverteiler aus porösem Metall mit einer integrierten
Verunreinigungsabschirmung gemäß einer Ausführungsform der Erfindung
enthält.
Fig. 5 ist ein Längsschnitt durch eine Anodenanordnung, die einen flachen
Gasverteiler aus porösem Metall mit einer Abschirmung gemäß einer
Ausführungsform der Erfindung enthält.
Fig. 6 ist eine Längsschnittansicht einer Anodenanordnung, die einen
keilförmigen Axialstrom-Gasverteiler aus porösem Metall mit integrierter
Verunreinigungsabschirmung gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung
enthält.
Fig. 7 ist eine Längsschnittansicht einer Anodenanordnung, die einen flachen
Gasverteiler aus porösem Metall mit einer keilförmigem
Abschirmungselektrode enthält.
Fig. 8 ist eine Längsschnittansicht einer Anodenanordnung, die einen
Gasverteiler aus porösem Metall mit einer der Gasentladungszone zugewandten
gekrümmten Oberfläche gemäß einer Ausführungsform der Erfindung enthält.
Fig. 9 und 10 sind entsprechende Längsschnittansichten von
Anodenanordnungen, die poröse Metall-Gasverteiler mit radialem Gasstrom gemäß
weiteren Ausführungsformen der Erfindung enthalten.
Fig. 11 ist eine schematische Teilschnittansicht eines Beschleunigers von dem
Typ, der die Erfindung betrifft, wobei eine Anode des allgemeinen, in Fig. 5
dargestellten Typs verwendet wird, allerdings mit Perforationen in der
stromabwärtigen Abschirmung oder Pralleinrichtung.
Fig. 12 ist eine schematische Teilschnittansicht entsprechend der Fig. 11,
allerdings mit einer modifizierten Anode, die eine stromabwärtige Abschirmung
oder Pralleinrichtung mit länglichen Perforationen oder Schlitzen enthält.
Fig. 13 ist eine perspektivische Teildarstellung und zeigt die geschlitzte
Pralleinrichtung der Ausführungsform nach Fig. 10.
Detaillierte Beschreibung
Fig. 1 zeigt einen repräsentativen Halleffekt-Antrieb (HET; Hall effect thruster)
des Typs, mit dem sich die vorliegende Erfindung befaßt, und wie er für einen
Raumfahrzeug-Antrieb ausgestaltet sein kann. Der HET 10 wird von am
Raumfahrzeug angebrachten Halteträger 11 getragen. Einige Einzelheiten des
HETs sind von außen sichtbar, wenngleich die Elektronenemissions-Kathode
12, das Austrittsende 14 der ringförmigen Entladungskammer oder -zone 16
und die äußeren Elektromagneten 18 in dieser Ansicht zu sehen sind. Wie
weiter unten im einzelnen beschrieben wird, wird der Vorschub erreicht durch nach
außen, in Richtung des Betrachters und gemäß Fig. 1 nach rechts aus der
ringförmigen Entladungszone oder Austrittszone 16 beschleunigte Ionen.
Mehr Einzelheiten sind in der Schnittansicht der Fig. 2 zu erkennen. Die
endlose ringförmige Ionenerzeugungs- und Austrittszone 16 ist zwischen einem
äußeren Keramikring 20 und einem inneren Keramikring 22 gebildet. Das
Keramikmaterial ist elektrisch isolierend, robust sowie licht- und erosionsbeständig.
Es ist wünschenswert, ein im wesentlichen radial gerichtetes Magnetfeld in der
Entladungszone zu erzeugen, und zwar zwischen einem äußeren
ferromagnetischen Polstück 24 und einem inneren ferromagnetischen Polstück 26. Bei der
dargestellten Ausführungsform wird dies dadurch erreicht, daß die äußeren
Elektromagnete 18 Wicklungen 28 auf Spulenkörpern 30 mit inneren
ferromagnetischen Kernen 32 besitzen. An dem Austrittsende des Beschleunigers sind
die Kerne 32 magnetisch mit dem äußeren Polstück 24 gekoppelt. An dem
hinteren oder geschlossenen Ende des Beschleunigers sind die Kerne 32
magnetisch mit einer ferromagnetischen Rückplatte 34 gekoppelt, die magnetisch mit
dem ferromagnetischen Mittelkern oder -schaff 36 gekoppelt ist. Der Schaft 36
ist magnetisch mit dem inneren Pol 26 gekoppelt. Diese Elemente bilden einen
durchgängigen magnetischen Weg von dem äußeren Pol 24 zu dem inneren
Pol 26, und sie sind derart konfiguriert, daß der magnetische Fluß mehr oder
weniger am Austrittsendbereich der ringförmigen Entladungszone 16
konzentriert wird. Zusätzlicher magnetischer Fluß kann durch einen inneren
Elektromagneten mit Wicklungen 38 um den Zentralkern 36 bereitgestellt werden.
Struktur-Abstützung wird durch ein äußeres Strukturkörperelement 39 aus
isolierendem und nicht magnetischem Material gebildet, welches den Bereich
zwischen dem äußeren Keramikring 20 und dem Außenpol 24 an einem Ende
und der Rückplatte 34 an dem anderen Ende überbrückt. Ein ähnliches inneres
Strukturkörperelement 40 erstreckt sich zwischen dem Innenring 22 und der
Rückplatte 34. Eine Tellerfeder 41 liegt zwischen den hinteren Enden der
Strukturelemente 39 und 40 und der Rückplatte 34, um hauptsächlich eine thermisch
bedingte Ausdehnung und Kontraktion des gesamten Antriebsgestells zu
ermöglichen.
Die in Fig. 2 schematisch dargestellte Kathode 12 ist elektrisch mit der
Beschleunigeranode 32 gekoppelt, die sich stromaufwärts bezüglich des
Austrittsendes der ringförmigen Gasentladungszone 16 befindet, welche zwischen
dem äußeren und dem inneren Keramikring 20 und 22 definiert ist. Das
elektrische Potential zwischen der Kathode 12 und der Anode 42 wird bereitgestellt
durch eine Stromversorgungs- und Konditionierelektronik 44, wobei das
Potential zu der Anode über eine oder mehrere elektrisch leitende Stäbe 46
geführt wird, die sich durch die Rückplatte 34 des HETs 10 erstrecken. Bei der
dargestellten Ausführungsform enthält die Anode eine elektrisch leitende
Innenwand und eine Außenwand 48 und 50 und einen ringförmigen
vorstehenden Abschnitt 52 zwischen Innenwand und Außenwand. Der Endbereich des
vorstehenden Abschnitts erstreckt sich stromabwärts in der Nähe der
stromaufwärtigen Ränder der Austrittsringe 20 und 22.
Die Rückseite der Anode besitzt ein oder mehrere Gasverteilungskammern 54.
Von einem Gasvorratssystem 56 kommendes Antriebsgas, beispielsweise
Xenon, wird den Kammern 54 über eine oder mehrere Zuführleitungen 58
zugespeist. Erfindungsgemäß wird das Antriebsgas dann durch einen Gasverteiler
60 aus porösem Metall zu der Entladungszone 16 verteilt. Der poröse Metall-
Gasverteiler 60 wird weiter unten in Verbindung mit den Fig. 3 bis 12 näher
erläutert.
Ein weiteres, magnetisch permeables Element ist als speziell ausgebildetes
Fluß-Bypassbauteil 61 mit Umfangsseiten im Inneren der inneren
Anodenwand 48 und außerhalb der äußeren Anodenwand 50 sowie als ein
rückwärtiger Abschnitt oder ein Steg hinter der Anode 42 vorgesehen, um die innere und
die äußere Seite der Bypasskomponente zu verbinden.
Im allgemeinen werden Elektronen von der Kathode 12 in Richtung der
Entladungszone 16 aufgrund der Differenz des elektrischen Potentials zwischen
Kathode und Anode 42 gezogen. Die Elektronen kollidieren mit Atomen des
Antriebsgases und erzeugen Ionen und Sekundärelektronen. Die
Sekundärelektronen setzen ihren Weg in Richtung der Anode fort, die Ionen werden in Form
eines Strahls beschleunigt, der aus der Entladungszone heraus gerichtet ist,
wodurch eine Reaktionskraft entsteht, die zur Beschleunigung eines
Raumfahrzeugs genutzt werden kann.
Das Magnetfeld zwischen dem äußeren und dem inneren Pol 24 und 26 hat
mehrere wichtige Eigenschaften, darunter die Steuerung des Verhaltens der
Elektronen. Wenn Elektronen in Richtung der Anode gezogen werden,
vollziehen sie eine komplexe Bewegung, die sich hauptsächlich aus einer Cyclotron-
Bewegung, einer gekreuzten Felddrift und der Ablenkung durch gelegentliche
Kollisionen zusammensetzt. Elektronen werden als in hohem Maß magnetisiert
angesehen, da sie eine schraubenförmige Bewegung bei der sogenannten
Kreiselfrequenz ωb = qB/m vollziehen, die viel größer ist als die Häufigkeit von
Kollisionen mit Wänden oder ungleichen Partikeln, νc, wobei q die
Elektronenladung, B die Stärke des Magnetfelds und m die Masse eines Elektrons ist. Das
Verhältnis der Kreiselfrequenz zu der Kollisionshäufigkeit νc wird als
Hall-Parameter β = ωb/νc bezeichnet. Dieser schraubenförmigen Bewegung ist eine Drift
überlagert, die aus einer Kombination gekreuzter elektrischer und magnetischer
Felder zustande kommt. Diese Drift verläuft rechtwinklig zur Richtung des
elektrischen Feldes und rechtwinklig zu dem Magnetfeld. Da das elektrische Feld
sich in Längsrichtung und das magnetische Feld sich in radialer Richtung
erstreckt, wird die Drift etwa in Umfangsrichtung innerhalb der ringförmigen
Entladungszone 16 erzeugt. Der Elektronenstrom aufgrund dieser Drift wird als der
Hall-Strom bezeichnet und ist gegeben durch
wobei, ne die Elektronendichte ist, der Vektor des elektrischen Feldes ist und
der Vektor des magnetischen Feldes ist. Man kann zeigen, daß der
Elektronenstrom rechtwinklig zu
ist, wobei ue die
skalare Elektronenbeweglichkeit und pe der Elektronendruck ist. Das Verhältnis
des Hall-Stroms zu dem rechtwinkligen Strom erweist sich zu jh/j = β.
Das elektrische Feld für diese Vorrichtung ist etwa rechtwinklig zu dem
Magnetfeld. Dies ergibt sich aus der Beweglichkeit der Elektronen, die in den
Richtungen parallel zu dem Magnetfeld und senkrecht zu diesem verschieden
ist. Die parallele Elektronenbeweglichkeit ist unbehindert sicher für Kollisionen
und elektrische Feldkräfte. Die senkrechte Bewegung ist beschränkt durch eine
Cyclotron-Umlaufbahn, abgelenkt durch seltene Kollisionen. Im Ergebnis ist
das Verhältnis von paralleler zu rechtwinkliger Mobilität
der für
β = 100 effektiv potentielle Schwankungen in Richtung des Magnetfelds
ausschließt. Damit bilden Kurven, die die Richtung des Magnetfelds definieren,
eine Annäherung an Äquipotentialkonturen. Damit verläuft das elektrische Feld
effektiv rechtwinklig zu dem magnetischen Feld in Hall-Beschleunigern.
Eine weitere bedeutsame Eigenschaft ist die Gleichförmigkeit der Dichte des
Magnetfelds in Richtung der Driftgeschwindigkeit. Bei einem kreisförmigen
Beschleuniger ist dies die azimuthale Richtung, das heißt die Richtung etwa in
Umfangsrichtung in der Entladungszone 16. Schwankungen in der neutralen
Dichte führen zu Schwankungen in der Elektronendichte. Wenn der Hall-Strom
durch Zonen variierender Dichte fließt, werden Elektronen beschleunigt und
verzögert, was die Bewegung quer zu dem Magnetfeld erhöht. Dies führt zu
einer effektiven Sättigung des Hall-Parameters. Schwankungen der
Magnetfeldstärke in Driftrichtung haben einen ähnlichen Effekt. Beispielsweise kann eine
5% betragende Schwankung der Elektronendichte dazu führen, daß der
effektive Hall-Parameter auf ein Maximum von etwa 20 beschränkt wird.
Die Magrietfeldstärke wird so eingestellt, daß die Länge des
Elektronen-Kreiselradius, auch bekannt als der Larmor-Radius, rg = V /ωb, wobei v die
Geschwindigkeitskomponente von Elektronen rechtwinklig zu dem Magnetfeld
ist, kleiner ist als die radiale Breite ΔR der Entladungszone 16. Der
Ionen-Kreiselradius ist um das Verhältnis der Ionenmasse zur Elektronenmasse, ein Faktor
von einigen Tausend, größer. Folglich ist der Krümmungsradius der Ionen groß
im Vergleich zu den Vorrichtungsabmessungen, und Ionen werden von der
Anode weg relativ unbeeinflußt durch das Magnetfeld beschleunigt.
Das Magnetfeld formt das elektrische Potential, welches wiederum Einfluß auf
die Beschleunigung der Partikel hat. Eine konkave (stromaufwärte) und konvexe
(stromabwärtige) Gestalt hat linsenähnliche Eigenschaften, indem sie den
Ionenstrom fokussiert bzw. defokussiert. Genauer gesagt, neigen Ionen dazu, in
eine Richtung rechtwinklig zu einer Tangente an eine Äquipotentiallinie
beschleunigt zu werden. Wenn diese Linie bei Betrachtung von der
stromaufwärtigen zu der stromabwärtigen Seite konvex ist, werden Ionen in Richtung der
Mitte der Entladungszone beschleunigt, und es kommt zu einem
Fokussiereffekt. Bei solchen Fokussiereigenschaften wird diese Besonderheit des
magnetischen Systems als Plasmalinse bezeichnet.
Fig. 3 veranschaulicht einen aus porösem Metall bestehenden Gasverteiler 60
mit einem keilförmigen Querschnitt gemäß einer Ausführungsform der
Erfin
dung. Bei dieser Ausführungsform ist der Gasverteiler 60 für den Einsatz in
einem MET des in den Fig. 1 und 2 dargestellten Typs ausgebildet.
Der Gasverteiler 60 ist an das Ausgangsende einer Zuführleitung 58
angeschlossen. Der Gasverteiler 60 enthält eine Austrittsfläche 71, die sich in der
Nähe der Zone befindet, an der die Zuführleitung 58 an den Gasverteiler 60
angeschlossen ist. Die Austrittsfläche 71 ist im wesentlichen in Quer- oder
radialer Richtung relativ zur Längsachse des HETs 10 (Fig. 1) orientiert. Folglich
strömt das Antriebsgas zunächst aus dem Gasverteiler 60 heraus in einer
Richtung, die im wesentlichen radial von der Längsachse des HETs 10 (Fig. 1) weg
verläuft. Dieser Typ von Gasverteiler wird hier als Radialstrom-Gasverteiler
bezeichnet.
Der Gasverteiler 60 ist aus einem porösen Metall hergestellt. Das poröse Metall
ist zu einem Ring mit keilförmigem Querschnitt unter Einsatz herkömmlicher
Fertigungsmethoden zum Herstellen von porösem Metall ausgebildet. Diese
üblichen Fertigungsmethoden für poröses Metall dienen auch zum Ausarbeiten
der Poren in dem porösen Metall in der Weise, daß die Poren eine gewünschte
mittlere Größe besitzen. Bei dieser Ausführungsform ist das poröse Metall aus
einem Pulver aus nicht magnetischem Edelstahl gebildet. Edelstahl wird
vorzugsweise verwendet, um die Ausdehnungskoeffizienten bezüglich der anderen
Strukturen in dem HET 10 (Fig. 1) anzupassen. Im allgemeinen stehen
Porengröße und Porendichte in Beziehung zur Größe des Pulvers, wobei eine
Zunahme der Pulverkorngröße zu einer größeren Porosität führt (und zu einer
stärkeren Strömung durch das poröse Material). Derartiges poröses Material ist
im Handel erhältlich von SSI Sintered Specialities, Janesville Wisconsin, GKN
Sinter Metal, Terryville, Connecticut und Mott Industrial, Farmington,
Connecticut. Diese kommerziellen Quellen können häufig das poröse Metallmaterial in
jeder beliebigen Form liefern, beispielsweise in der ringförmigen keilförmigen
Konfiguration dieser Ausführungsform. Bei alternativen Ausführungsformen,
bei denen der Gasverteiler 60 nicht als Anode füngiert und eine von der Anode
42 separate Struktur darstellt, kann der Gasverteiler 60 aus einem nicht
leitenden Material hergestellt sein, beispielsweise Keramik.
Der Gasverteiler 60 enthält außerdem eine Ausnehmung oder ein Plenum 73,
welches eine Eingangsfläche 75 des Gasverteilers bildet. Die Größe und Form
des Plenums 73 sind so gewählt, daß eine gewünschte Dicke zwischen den
Eintritts- und Austrittsflächen des Gasverteilers 60 erhalten wird. Die
Konfiguration der Eintritts- und Austrittsflächen bildet im Verein mit der Dicke des
porösen Metalls zwischen diesen Oberflächenformen eine Düse zum Verteilen von
Antriebsgas. Bei einer Ausführungsform bestand das poröse Metall aus Pulver
mit einer Größe von 5 um bei einer Dicke von etwa 1,5 mm zwischen Eintritts-
und Austrittsfläche.
Zusätzlich enthält der Gasverteiler 60 ein nicht-poröses Finish 77, das
diejenigen Bereiche des porösen Metall-Gasverteilers abdeckt, die Verunreinigungen
ausgesetzt sind, die aus der Gasentladungszone stromaufwärts strömen. Damit
trägt das Finish 77 zur Definierung der Austrittsfläche 71 bei. Das Finish 77 wird
gebildet durch Niederschlagen eines Metallfilms auf die gewünschten Bereiche
des Gasverteilers. Beispielsweise kann man zur Bildung des Finish 77 von
herkömmlichem Sputtern, Aufdampfen oder von Plasmasprühverfahren Gebrauch
machen. Alternativ kann man eine mechanische Oberflächenverformung
einsetzen, um Porenöffnungen zur Bildung des Finish 77 zu versiegeln.
Im Betrieb tritt Antriebsgas in das Plenum 73 aus der Zuführleitung 58 ein. Bei
dieser Ausführungsform ist das Antriebsgas Xenon-Gas, das eine Viskosität
von etwa 4,5 · 10&supmin;&sup4; Poise unter den erwarteten Betriebsbedingungen aufweist.
Das Antriebsgas gelangt dann von der Eingangsfläche 75 durch das poröse
Metall des Gasverteilers 60 zu der Austrittsfläche 71 hinaus in die
Gasentladungszone 16 (Fig. 2). Das poröse Metall des Gasverteilers 60 dient als
Strö
mungswiderstand, der dazu beiträgt, die Gleichförmigkeit zu steigern.
Insbesondere ist der Gasverteiler 60 als Ring geformt, so daß er der ringförmigen
Gasentladungszone des HET 10 entspricht (Fig. 1). Die Strömungsdrosselung,
die durch den porösen Metall-Gasverteiler gebildet wird, ist an sämtlichen
Punkten des "Rings" im wesentlichen gleichförmig. Unter der Annahme, daß der
Druck des Antriebsgases an sämtlichen Punkten der Eintrittsfläche des
Gasverteilers 60 im wesentlichen gleichförmig ist, sorgt das poröse Metall für einen
gleichförmigen Strom des Antriebsgases aus der Austrittsfläche 71. Das
Antriebsgas diffundiert dann stromabwärts von der Eintrittsfläche 71 in die
ringförmige Entladungszone 16. Obschon die Austrittsfläche 71 radial orientiert ist,
bildet das Antriebsgas eine gleichförmige axiale Strömung (das heißt von der
Austrittsfläche 71 zu der ringförmigen Entladungszone 16), weil das Antriebsgas
hinter der Austrittsfläche 71 eine im wesentlichen gleichförmige Verteilung
besitzt. Insbesondere wird ein radialer Gasstrom von der Anode 42 in axialer
Richtung umgelenkt, so daß der axiale Gasstrom am Anfang nicht gleichmäßig
verteilt sein kann. Allerdings ermöglicht der relativ niedrige Druck in der
Gasentladungszone 16 (Fig. 2) im Verein mit dem anfänglichen gleichförmigen
radialen Gasstrom, daß der axiale Gasstrom so verläuft, daß er nach relativ
kurzer Distanz eine gleichförmige Verteilung erreicht (etwa fünf bis 10
Millimeter stromabwärts von der Austrittsfläche 71).
Als Ergebnis der relativ rasch erreichten gleichförmigen axialen Gasströmung
läßt sich die axiale Länge der Gasentladungszone 16 (Fig. 2) signifikant kürzer
halten als bei den oben erläuterten herkömmlichen Gasverteilungsystemen.
Dieses Merkmal ermöglicht, daß der HET 10 (Fig. 1) signifikant kompakter
gestaltet werden kann, was in vorteilhafter Weise ermöglicht, daß der HET 10 (
Fig. 1) weniger Gewicht und Baugröße hat als herkömmliche HETs. Die
geringere Länge ermöglicht eine weitere Größen- und Gewichtsabnahme, weil die
zusätzliche Strukturfestigkeit zum Widerstehen der intensiven
Beschleunigun
gen und Vibrationen beim Raketenabschuß bei einem kompakten HET
signifikant reduziert sind.
Im allgemeinen hängen die Porengröße, die Porendichte, die Dicke und die
Austrittsfläche von dem verwendeten Antriebsgas ab, weiterhin von dem für
das Antriebsgas gewünschten Strömungsdurchsatz in die Gasentladungszone
und dem Druckunterschied, der zwischen Eintritts- und Austrittsfläche des
Gasverteilers angestrebt wird. Bei dieser Ausführungsform sind Porengröße,
Porenverteilung, Dicke des porösen Metalls und Austrittsflächengröße so
konfiguriert, daß ein Strömungsdurchsatz von etwa 10 mg Xenon-Gas erreicht
wird, wenn die Gaszahldichte an der Eintrittsfläche etwa 1 · 10²&sup4;/m³ beträgt und
die Gaszahldichte in der Gasentladungszone 16 (Fig. 2) etwa 4 · 10¹&sup9;/m³
beträgt. Eine Zunahme der durchschnittlichen Porengröße, Porendichte oder der
Austrittsflächengröße hätte die Wirkung, den Durchsatz zu erhöhen und die
Druckdifferenz zu senken, während eine Zunahme der Dicke des porösen
Metalls oder der Viskosität des Antriebsgases die Wirkung hätte, den
Strömungsdurchsatz zu verringern und die Druckdifferenz zu erhöhen.
Fertigungsmethoden für poröses Metall sind im allgemeinen deutlich weniger kostspielig und
zeitraubend als die oben erläuterten Systeme, die Injektoren verwenden.
Weil die Austrittsfläche 71 im wesentlichen parallel zur Längsachse des HETs 10
(Fig. 1) verläuft, bleiben Verunreinigungen, die von der Gasentladungszone 14
stromaufwärts strömen, weniger wahrscheinlich an der Austrittsfläche 71
haften. Wenn der HET 10 (Fig. 1) in Betrieb ist, erodiert das in der
Gasentladungszone 16 (Fig. 2) gebildete Plasma dielektrische Abschnitte des HETs 10,
die einen Teil der Gasentladungszone 16 definieren. Weil das Gas verdünnt ist,
können einige der Partikel oder Verunreinigungen, die von diesen dielektrischen
Bereichen des HETs 10 (Fig. 1) erodiert sind, stromaufwärts in Richtung des
Gasverteilers 60 strömen. Diese Partikel können die Poren des porösen Metalls
verstopfen und dadurch die Gleichmäßigkeit des Gasstroms durch das poröse
Metall verringern. Weil die Austrittsfläche 71 des Gasverteilers 60 parallel zu der
allgemeinen Richtung der dielektrischen Bereiche des HETs 10 (Fig. 1)
orientiert ist, ist es unwahrscheinlich, daß die Verunreinigungen auf die
Austrittsfläche 71 auftreffen.
Der keilförmige Querschnitt des porösen Metall-Gasverteilers kann dazu
beitragen, das elektrische Feld in der Zone nahe dem Gasverteiler 60 zu formen. Es
ist daran gedacht, daß durch elektrisches Verbinden des Gasverteilers 60 mit
der Anode 42 das Potential des Gasverteilers 60 im wesentlichen dem der
Anode gleicht, um dadurch das elektrische Feld in der Nähe des Gasverteilers 60
zu beeinflussen. Dieser Effekt ist in dem US-Patent 6 075 321 von V. Hruby,
eingereicht am 30. Juni 1998, beschrieben. Bei Ausführungsformen, die nicht-
leitendes poröses Material zur Herstellung des Gasverteilers 60 verwenden,
kann das Finish 77 aus leitendem Material bestehen und kann elektrisch mit der
Anode 42 verbunden sein.
Fig. 4 ist eine Querschnittansicht einer Anodenanordnung, die einen
keilförmigen Radialstrom-Gasverteiler 60 aus porösem Metall gemäß einer
Ausführungsform der Erfindung enthält. Diese Ausführungsform des Gasverteilers 60
ist im wesentlichen ähnlich der Ausführungsform nach Fig. 3, nur daß bei
dieser Ausführungsform der Gasverteiler 60 eine Schürze oder einen Überhang
79 enthält, der sich stromabwärts bezüglich der Austrittsfläche 71 befindet. Die
Schürze 79 verhindert zusätzlich, daß Verunreinigungen die Austrittsfläche 71
erreichen.
Fig. 5 ist eine Längsschnittansicht einer Anodenanordnung, die den porösen
Metall-Gasverteiler 60 enthält, welcher eine flache Bauweise mit einer
Abschirmung 80 und einer Plenum-Struktur 82 gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung enthält. Bei dieser Ausführungsform bilden die flache ringförmige
Struktur aus porösem Metall und die Plenum-Struktur 82 ein Plenum 73,
wel
ches strömungsverbunden zwischen der Gasleitung 58 und der Eintrittsfläche
75 angeordnet ist. Die Abschirmung 80 befindet sich stromabwärts bezüglich
der Austrittsfläche 71 und ist mit dieser ausgerichtet. Die Abschirmung kann
durch dünne radiale Speichen 81, hier durch gestrichelte Linien dargestellt,
welche sich zwischen den Umfangsrändern der Abschirmung und den
leitenden Innen- und Außenwänden der Anode erstrecken, in ihrer Lage gehalten
werden. Bei dieser Ausgestaltung verhindert die Abschirmung 80, daß ein
Großteil der Verunreinigungen, die von der Gasentladungszone 16 (Fig. 2)
stromaufwärts wandern, die Austrittsfläche 71 treffen. Allerdings läßt die
Abschirmung 80 einige Bereiche entlang den Rändern der flachen, ringförmigen
Struktur aus porösem Metall unbedeckt, so daß der Strom des Antriebsgases in
die Gasentladungszone 16 möglich ist. Diese freiliegenden Bereiche sind
empfindlich für Verstopfung, wobei allerdings durch die relativ große Fläche der
Austrittsfläche 71, die von der Abschirmung 80 geschützt wird, eine solche
Verstopfung die Leistungsfähigkeit des HETs 10 (Fig. 1) nicht signifikant
beeinträchtigt. Da der anfängliche Strom des Antriebsgases aus der
Austrittsfläche 71 allgemein parallel zur Längsachse des HETs 10 (Fig. 1) gerichtet ist,
wird diese Ausführungsform des Gasverteilers 60 hier als
Axialstrom-Gasverteiler bezeichnet.
Die Abschirmung 80 stört ein wenig die gleichförmige Gasverteilung, wenn das
Antriebsgas in Richtung der Gasentladungszone 16 (Fig. 2) strömt. Das heißt,
der Effekt der Abschirmung 80 ist ähnlich dem Effekt der Anode 42 bei der
Radialstrom-Ausführungsform, die oben in Verbindung mit Fig. 3 beschrieben
wurde. Wie oben ausgeführt ist, wird, weil am Anfang von der Austrittsfläche
71 ausgehend eine gleichförmige Gasverteilung erfolgt, der Strom in Richtung
der Gasentladungszone 16 (Fig. 2) gleichmäßig innerhalb einer kurzen Spanne
stromabwärts bezüglich der Abschirmung 80 verteilt. Damit trägt die
Abschirmung 80 dazu bei, einen Gasstrom mit gleichmäßiger Verteilung ausgehend
von der Austrittsfläche 71 während der Lebensdauer des HETs 10 (Fig. 1) zu
garantieren, indem verhindert wird, daß eine Aufwärtsbewegung von
Verunreinigungen das poröse Metall an der Austrittsfläche 71 verstopft.
Fig. 6 ist ein Querschnitt einer Anodenanordnung, die einen keilförmigen
Axialstrom-Gasverteiler 60 aus porösem Metall gemäß einer weiteren
Ausführungsform der Erfindung zeigt. Diese Ausführungsform des Gasverteilers 60
ist der Ausführungsform nach Fig. 4 ähnlich, nur daß bei dieser
Ausführungsform die Austrittsfläche 71 stromabwärts weist, so daß es am Anfang einen
axialen Gasstrom gibt. Stromabwärts bezüglich der Austrittsfläche 71 befindet
sich eine Schürze oder ein Überhang 79, der dazu beiträgt, Verunreinigungen
am Erreichen der Austrittsfläche 71 zu hindern. Die Schürze 79 bewirkt eine
relativ schwache Unterbrechung der Gleichförmigkeit der Gasdichte, die aber
wieder durch Diffusion des Antriebsgases rasch gleichmäßig gemacht wird.
Fig. 7 ist ein Längsschnitt einer Anodenanordnung, die einen flachen
Gasverteiler 60 aus porösem Metall mit einer keilförmigen Abschirmungselektrode 80
enthält. Diese Ausführungsform ist im wesentlichen ähnlich der
Ausführungsform nach Fig. 5, nur daß bei dieser Ausführungsform die Abschirmung 80
keilförmig und elektrisch mit der Anode 42 verbunden ist. Bei dieser
Ausführungsform bildet die Keilform und die Leitfähigkeit der Abschirmung 80 die
vorteilhaften Merkmale der Ausführungsform der Fig. 3 und 4.
Fig. 8 ist ein Längsschnitt durch eine Anodenanordnung, die einen
kombinierten Anoden/Gasverteiler (kombinierte Anode) 85 gemäß einer
Ausführungsform der Erfindung enthält. Diese Ausführungsform ist ähnlich der
Ausführungsform nach Fig. 5, nur daß hier die Abschirmung 80 ersetzt ist durch
einen stromabwärtigen Abschnitt 85&sub1;, der in Berührung mit einem flachen,
ringförmigen Abschnitt aus porösem Metall des Gasverteilers 80 steht. Der
flache, ringförmige Abschnitt aus porösem Metall des Gasverteilers 80 ist in Fig.
8 als Gasverteilerabschnitt 85&sub2; bezeichnet. Der stromaufwärtige Abschnitt 85&sub1;
und der Gasverteilerabschnitt 85&sub2; bilden eine kombinierte Anode 85, die auf
Anodenpotential gehalten wird, damit sie sowohl als Gasverteiler als auch als
Anode 42 arbeitet (Fig. 5).
Bei dieser Ausführungsform ist der stromabwärtige Abschnitt 85&sub1; ebenfalls aus
porösem Material gefertigt, damit Antriebsgas aus dem Gasverteilerabschnitt
85&sub2; strömen und aus der Austrittsfläche 87 in die Gasentladungszone 16 (Fig.
2) austreten kann. Der stromabwärtige Abschnitt 85&sub1; ist vorzugsweise aus
einem nicht magnetischen Material gefertigt, beispielsweise austenitischem
Edelstahl, während der stromaufwärtige Abschnitt 85&sub2; und die Anode 42
vorzugsweise aus magnetisch permeablem Material gefertigt sind, beispielsweise
aus ferritischem Edelstahl.
Der stromabwärtige Abschnitt 85&sub1; besitzt eine Porengröße und Porendichte, die
für relativ geringen Strömungswiderstand sorgen und dadurch dem
stromaufwärtigen Abschnitt 85&sub2; ermöglichen, in wirksamer Weise den Durchsatz und die
Dichte des Gasstroms in die Gasentladungszone 16 (Fig. 2) zu steuern. Der
Abschnitt 85&sub1; ist vorzugsweise leitend, so daß er als Anode fungieren kann. Der
stromaufwärtige Abschnitt 85&sub1; besitzt eine gekrümmte Austrittsfläche 87, die
der Gasentladungszone 16 (Fig. 2) zugewandt ist. Die Krümmung der
gekrümmten Austrittsfläche 87 ist so gestaltet, daß sie an die Krümmung der
Magnetfeldlinien angepaßt ist (welche annähernd Äquipotentiallinien sind), die
während des Betriebs zu der oben angesprochenen, von dem HET 10 (Fig. 1)
erzeugten Plasmalinse gehören. Dieses Merkmal ermöglicht in vorteilhafter
Weise eine Ionisierung des Antriebsgases auf im wesentlichen gleichem, gut
definierten Potential, was die Fokussierung durch die Plasmalinse verbessert.
Darüber hinaus ermöglichen die Zusammensetzung und die Form der
kombinierten Anode 85, daß die Gasentladung einen
Anodenschicht-Ionisierungsmechanismus anstelle eines Magnetschicht-Ionisierungsmechanismus bildet.
Fig. 9 ist eine Längsschnittansicht einer Anodenanordnung, die einen
Radialstrom-Gasverteiler 89 aus porösem Metall gemäß einer weiteren
Ausführungsform der Erfindung enthält. Bei dieser Ausführungsform besitzt der
Gasverteiler 89 einen U-förmigen Querschnitt mit einem nicht-porösen Finish 77
auf den stromabwärts weisenden Flächen. Das Finish 77 kann in der oben in
Verbindung mit Fig. 3 beschriebenen Weise gebildet werden. Der Gasverteiler
89 ist dem Gasverteiler nach Fig. 5 im wesentlichen ähnlich, nur daß die
Abschirmung 80 weggelassen und die Austrittsfläche 71 so orientiert ist, daß sie in
eine Richtung etwa rechtwinklig zur Längsachse des HETs 10 (Fig. 1) und in
Richtung der Innenfläche der gegenüberliegenden Anoden-Seitenwand weist.
Folglich verläuft der anfängliche Antriebsgasstrom aus dem Gasverteiler 89
radial "nach innen" (das heißt von den Seitenwänden der Anodenstruktur nach
innen), und nicht "nach außen" wie bei dem Gasverteiler nach Fig. 3. Wie bei
dem Gasverteiler nach Fig. 3 unterstützt die senkrechte Orientierung der
Austrittsfläche 71 die Vermeidung von Verstopfungen durch stromaufwärts
wandernde Verunreinigungen.
Bei der in Fig. 10 dargestellten Variante führt die Gaszuführleitung 58 zu einem
Plenum 73 rechteckigen Querschnitts. Der Hauptanteil der Auslaßseite des
Plenums ist von einer ringförmigen Platte 150 verschlossen, die eine Reihe von
mittigen Perforationen oder Auslaßschlitzen 152 aufweist. Diese Perforationen
oder Schlitze führen zu der Einlaßseite 75 eines aus porösem Metall
bestehenden Gasdiffusors 120, der sich radial nach innen und nach außen über die
einander abgewandten Ränder der Schlitze 152 erstreckt. Die Oberfläche des aus
porösern Metall bestehenden Gasdiffusors gegenüber der Einlaßfläche 75 kann
mit einem nicht-porösen Material überzogen sein, vorzugsweise ist sie aber
mit einer dünnen massiven Flachstückabschirmung 80 bedeckt, die sich über
die Innen- und Außenränder des aus porösem Metall bestehenden
Gasdiffusors radial nach innen und nach außen erstreckt. Diese Innen- und
Außenrän
der des aus porösem Metall bestehenden Gasdiffusors bilden nach außen
weisende Auslaßflächen 71 des Gasverteilers.
Fig. 11 zeigt eine Anode 42' des oben allgemein in Verbindung mit Fig. 5
beschriebenen Typs, eingebaut in einen HET des in Fig. 1 und 2 dargestellten
allgemeinen Typs. Die Anode 42' enthält einen rückwärtigen Plenum-Abschnitt
73. Eine aus porösem Metall bestehende Gasverteilerplatte 120 erstreckt sich
quer über die Front des Plenums, um eine gleichmäßige Verteilung von Gas zu
erreichen, welches das Plenum in Richtung des
Ionisierungs-Beschleunigungsbereichs 16 verläßt. Die Platte 120 ist ringförmig und verschließt den
Gasverteilungsbereich, der zu der Ionisierungs- und Beschleunigungszone 16
führt. Die Abschirmung 80 befindet sich stromabwärts bezüglich der Platte 120.
Die Abschirmung ist ein dünner, flacher Ring mit kreisförmigen Perforationen
81, damit das Antriebsgas durch die Abschirmung in der Weise strömen kann,
daß die Gasverteilung näher an der stromabwärtigen Seite bezüglich der
Abschirmung zunehmend gleichmäßiger wird. Die Perforationen haben einen
Durchmesser von etwa 1 mm, können aber von etwa 0,5 mm bis etwa 4 mm
reichen, vorausgesetzt, der Anteil der offenen Fläche der Perforationen ist
beschränkt auf etwa zwanzig bis fünfzig Prozent. Darüber hinaus ist der
Perforationsdurchmesser so gewählt, daß ein Verhältnis von Eins-zu-Zehn erreicht
wird zwischen dem Abstand zwischen der stromabwärtigen Oberfläche der
Abschirmung 80 und dem Austrittsende der Anode 42 (in Fig. 11 mit "H"
bezeichnet). Wenngleich die Perforationen ermöglichen, daß einige stromaufwärts
wandernde Verunreinigungen auf einige Bereiche der Austrittsfläche 71
auftreffen und die Poren dieser nicht abgeschirmten Bereiche verstopfen, so
reichen doch die verbleibenden abgeschirmten Bereiche der Austrittsfläche 71
aus, um den gewünschten Gasstrom, die Gleichmäßigkeit und die Gasdichte
innerhalb der Gasentladungszone 16 (Fig. 2) zu erzielen.
Die Wände 128 der Anode 42' sind elektrisch leitend, und es wird bevorzugt,
daß die poröse Gasverteilungsplatte 120 ebenfalls elektrisch leitend ist. Damit
haben die Wände und die Platte gleiches Potential (das Anodenpotential). Die
modifizierte Anode 42' kann im wesentlichen von einem Käfig-Shunt 61
umgeben sein, um eine gewünschte Formung des Magnetfelds innerhalb des
Austrittsbereichs des HETs zu erreichen. Alternativ oder zusätzlich kann die
poröse Gasverteilungsplatte 120 aus einem Material gefertigt sein, welches
sowohl elektrisch leitend als auch magnetisch permeabel ist, wie dies auch für die
Anodenwände 128 zutreffen kann, um dadurch die gewünschte Formung mit
oder ohne den Einsatz eines Käfig-Shunts zu erreichen.
Ein geeignetes unmagnetisches, jedoch elektrisch leitendes Material für die
poröse Gasverteilungsplatte ist austenitischer oder martensitischer Edelstahl,
ein repräsentatives magnetisch permeables Metall ist ferritischer Edelstahl. Die
Porengröße, die Porendichte, die Dicke und die Austrittsflächengröße der
Gasverteilungsplatte 120 hängen von den gleichen Faktoren ab, wie sie oben
beschrieben wurden.
Außer der Anode 42' sind die Teile des HETs in Fig. 11 schematisch
dargestellt, weil sie mit anderen Ausführungsformen von HETs übereinstimmen
können. Vorzugsweise besitzt der die modifizierte Anode 42' enthaltende HET
äußere Polflächen, die mit einer Isolierschicht 130 überzogen sind. Ein oder
mehrere äußere Elektrodenringe 132, 134, 136, 138, 140 und 142 können
vorgesehen sein, vorgespannt auf andere Potentiale als das Anoden- oder
Kathodenpotential, um eine zusätzliche Formung des magnetischen und des
elektrischen Feldes zu erreichen, obschon die Anode gemäß der Erfindung
gleichermaßen mit Polflächen verwendbar ist, die keine zusätzlichen Elektroden
aufweisen.
Gemäß Fig. 12 und Fig. 13 ist bei einer alternativen Ausführungsform die
stromabwärtige Abschirmung oder Prallplatte 80 mit etwa radial verlaufenden
länglichen Schlitzen 81' anstatt mit kreisförmigen Perforationen ausgestattet.
Jeder Schlitz verläuft von nahezu der inneren Anodenwand bis fast zu der
äußeren Anodenwand und hat eine Breite von etwa 2 mm, vorzugsweise 0,5 bis 4 mm.
Es ist auch bevorzugt, daß die offene Fläche der Schlitze nicht mehr als
etwa 20 bis etwa 50 Prozent der Gesamtfläche der Prallplatte 80 ausmacht,
vorzugsweise etwa 30 Prozent, und die Breite jedes Schlitzes so gewählt ist,
daß ein Verhältnis von Eins-zu-Zehn erreicht wird, wenn man den Abstand
zwischen der stromabwärtigen Oberfläche der Prallplatte und dem
Austrittsende der Anode vergleicht. Abhängig von der Anwendung kann die Prallplatte aus
magnetischem Material bestehen, um Einfluß zu haben auf die Formung des
Magnetfelds in dem Bereich des Austrittsendes des Antriebs, oder die
Prallplatte kann auch aus nicht magnetischem Material bestehen, um nicht die
Formung des Magnetfelds durch andere Bauteile als einen Shunt 61 zu stören.
Während die bevorzugte Ausführungsform der Erfindung dargestellt und
beschrieben wurde, versteht sich, daß verschiedene Änderungen möglich sind,
ohne vom Schutzumfang und Grundgedanken der Erfindung abzuweichen.
Anspruch[de]
1. Verfahren zum Verteilen eines Treibgases in eine Gasentladungszone (16)
eines Hall-Effekt-Antriebs (HET; Hall effect thruster) (10), wobei der HET
außerdem eine Gasversorgung (56), eine Gasleitung (58) und einen Gasverteiler
aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß der Gasverteiler mit einer Düse (60, 85,
89, 112) aus porösem Material hergestellt wird, welches eine durchschnittliche
Porengröße, Porendichte, eine Eingangsfläche (75), eine Austrittsfläche (71, 87)
und ein Dickenprofil zwischen Eingangs- und Austrittsfläche besitzt, dadurch
gekennzeichnet, daß das Verfahren weiterhin folgende Schritte aufweist:
die Düse (60, 85, 89, 112) wird derart ausgebildet, daß das poröse Material der
Düse eine vorbestimmte durchschnittliche Porengröße, eine vorbestimmte
Porendichte, eine vorbestimmte Flächengröße der Austrittsfläche (71, 87) der
Düse besitzt, außerdem ein vorbestimmmtes Dickenprofil, derart, daß ein Strom
des Treibgases durch die Düse mit einem vorbestimmten Durchsatz und einem
vorbestimmten Druckabfall in die Gasentladungszone (16) erreicht wird, und
während des Betriebs des HET (10) wird das Treibgas von dem Gasvorrat (56)
der Düse (60, 85, 89, 112) derart geliefert, daß das Treibgas in der Nähe der
Eingangsfläche (75) der Düse eine vorbestimmte Eingangsgasdichte aufweist,
wobei das Treibgas durch die Eingangsfläche hin zu der Austrittsfläche der
Düse mit einer Nettoströmung in die Gasentladungszone bei einem
vorbestimmten Durchsatz und einer vorbestimmten Gasdichte gelangt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem ein Schritt des Konfigurierens der Düse
(60, 85, 89, 112) derart, daß aus der Gasentladungszone (16) in Richtung der
Düse strömende Verunreinigungen nicht an der Austrittsfläche (71) hatten,
außerdem beinhaltet, daß in der Nähe der Düse eine Abschirmung (79, 80)
vorgesehen wird, so daß die Abschirmung von der Gasentladungszone (16)
kommende Verunreinigungen weniger auf die Austrittsfläche (71) der Düse
auftreffen läßt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, bei dem die Düse (60) einen als die
Abschirmung fungierenden Überhang (79) enthält.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder Anspruch 3, bei dem die Abschirmung (80)
Perforationen (81, 81') aufweist, wobei die Perforationen eine größere Größe
besitzen als die Poren des porösen Materials der Düse.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, bei dem die Abschirmung (80)
zu einem Ring mit keilförmigem Querschnitt gebildet ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5, weiterhin umfassend das
Halten der Abschirmung (79, 80) auf einem Anodenpotential.
7. Verfahren nach einem vorhergehenden Anspruch, bei dem der Schritt des
Konfigurierens der Düse (60, 85, 89, 112) derart, daß von der
Gasentladungszone (16) in Richtung der Düse strömende Verunreinigungen nicht an der
Austrittsfläche (71) der Düse haften, außerdem beinhaltet, daß die
Austrittsfläche (71) der Düse derart konfiguriert wird, daß diese nicht in die Richtung der
Gasentladungszone (16) weist.
8. Verfahren nach Anspruch 7, bei dem die Austrittsfläche (71) der Düse (60, 85,
89, 112) flach ist und derart orientiert ist, daß sie im wesentlichen parallel zu der
Nettoströmung des Treibgases in die Gasentladungszone (16) orientiert ist.
9. Verfahren nach Anspruch 10, bei dem die Düse (60, 85, 89, 112) derart
konfiguriert ist, daß das Treibgas eine Anfangs-Nettoströmung aus der
Austrittsfläche (71) der Düse in eine Richtung aufweist, die etwa rechtwinklig zu dem
Nettostrom des Treibgases in die Gasentladungszone (16) verläuft.
10. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem der Gasverteiler außerdem einen
gekrümmten Abschnitt (85) aufweist, der mit der Austritsfläche (87) der Düse
gekoppelt ist, wobei der gekrümmte Abschnitt aus porösem Material mit einer
gekrümmten Austrittsfläche besteht, wobei letztere der Gasentladungszone (16)
zugewandt ist und eine Krümmung aufweist, die im wesentlichen zu der
Krümmung der magnetischen Feldlinie in der Nähe der gekrümmten Austrittsfläche
des gekrümmten Abschnitts während des Betriebs des HET (10) paßt.
11. Verfahren nach Anspruch 10, bei dem das poröse Material des gekrümmten
Abschnitts (85) derart konfiguriert ist, daß es einen Gasdurchsatz aufweist, der
höher ist als der Gasdurchsatz der Düse (60, 85, 89, 112).
12. System zum Verteilen eines Treibgases in eine Gasentladungszone (16)
eines Hall-Effekt-Antriebs (HET; Hall-effect thruster) (10), wobei der HET eine
Gasversorgung (56) aufweist, umfassend:
eine Gasleitung (58), derart konfiguriert, daß sie Treibgas aus dem Gasvorrat
(56) mit einer vorbestimmten Eingangsgasdichte liefert; und
eine Gasverteilereinrichtung (60, 85, 89, 120), die an die Gasversorgung (56)
gekoppelt ist, um Treibgas aus der Gasversorgung (56) in die
Gasentladungs
zone (16) des HETs zu verteilen, dadurch gekennzeichnet, daß die
Gasverteilereinrichtung (60, 85, 89, 120) eine Düse (60, 85, 89, 120) aus porösem Material
enthält, wobei das poröse Material der Düse eine vorbestimmte
durchschnittliche Porengröße, eine vorbestimmte Porendichte, eine Eingangsfläche (75), eine
Austrittsfläche (71, 87) mit einer vorbestimmten Flächenerstreckung und ein
vorbestimmtes Dickenprofil zwischen-Eingangs- und Austrittsfläche besitzt,
weiterhin dadurch gekennzeichnet, daß die Gasverteilereinrichtung (60, 85, 89,
120) derart konfiguriert ist, daß sie während des Betriebs des HETs (10)
Treibgas ermöglicht, von der Gasleitung (58) durch die Eingangsfläche (75) zu der
Austrittsfläche (71, 87) der Düse mit einem Nettostrom in die
Gasentladungszone (16) zu strömen, die einen vorbestimmten Durchsatz und eine
vorbestimmte Gasdichte aufweist.
13. Gasverteiler zum Verteilen eines Treibgases in eine Gasentladungszone (16)
eines Hall-Effekt-Antriebs (HET; Hall-effect thruster) (10), wobei der HET eine
Gasversorgung (56) aufweist, gekennzeichnet durch:
eine Düse (60, 85, 89, 112), die aus einem porösen Material gebildet ist,
welches eine vorbestimmte durchschnittliche Porengröße, eine vorbestimmte
Porendichte, eine Eingangsfläche (75), eine Austrittsfläche (71, 87) mit einer
vorbestimmten Flächengröße, und ein vorbestimmtes Dickenprofil zwischen
Eingangs- und Austrittsfläche besitzt; und
ein Plenum (73), das mit der Düse (60, 85, 89, 112) und dem Gasvorrat (56)
gekoppelt ist, wobei das Plenum (73) mit der Eingangsfläche (75) der Düse
kommuniziert,
weiterhin dadurch gekennzeichnet, daß der Gasverteiler während des Betriebs
des HETs (10) derart konfiguriert ist, daß ein von dem Gasvorrat (56)
kommen
des Treibgas in das Plenum (73) und durch die Eingangsfläche (75) zu der
Austrittsfläche (71, 87) der Düse strömt, wobei das Treibgas aus der Austrittsfläche
(71) der Düse (60, 85, 89, 112) mit einem Nettostrom in die Gasentladungszone
(16) bei einem vorbestimmten Durchsatz und einer vorbestimmten Gasdichte
strömt.
14. Gasverteilereinrichtung (60, 85, 89, 120) nach Anspruch 12 oder Gasverteiler
nach Anspruch 13, wobei das poröse Material der Düse (60, 85, 89, 112) ein
poröses Metall aufweist.
15. Gasverteilereinrichtung (60, 85, 89, 120) nach Anspruch 12 oder Gasverteiler
nach Anspruch 13, wobei das Material der Düse (60, 85, 89, 112) poröses
Keramikmaterial aufweist.
16. Gasverteiler nach einem der Ansprüche 12 bis 15, wobei der Gasverteiler so
konfiguriert ist, daß verhindert wird, daß Verunreinigungen, die aus der
Gasentladungszone (16) in Richtung der Düse (60, 85, 89, 112) wandern, an der
Austrittsfläche (71) der Düse haften bleiben.
17. Gasverteiler nach Anspruch 16, weiterhin umfassend eine Abschirmung (79,
80) zwischen der Austrittsfläche (71) der Düse (60, 85, 89, 112) und der
Gasentladungszone (16), wobei die Abschirmung (79, 80) Verunreinigungen, die von
der Gasentladungszone (16) kommen, an einem Auftreffen auf die
Austrittsfläche (71) hindern.
18. Gasverteiler nach Anspruch 17, bei dem die Düse (60) einen Überhang (79)
besitzt, der als die Abschirmung (79) füngiert.
19. Gasverteiler nach Anspruch 17, bei dem die Abschirmung (80) Perforationen
(81, 81') aufweist, die eine größere Größe besitzen als die Poren des porösen
Materials der Düse.
20. Gasverteiler nach Anspruch 18, bei dem die Abschirmung (80) als ein Ring
mit keilförmigem Querschnitt ausgebildet ist.
21. Gasverteiler nach einem der Ansprüche 17 bis 20, bei dem die Abschirmung
(79, 80) auf einem Anodenpotential gehalten wird.
22. Gasverteiler nach einem der Ansprüche 12 bis 16, wobei der Gasverteiler
derart konfiguriert ist, daß die Austrittsfläche (71) der Düse (60, 85, 89, 112)
nicht in Richtung der Gasentladungszone (16) weist.
23. Gasverteiler nach Anspruch 22, bei dem die Austrittsfläche (71) der Düse
(60, 85, 89, 112) im wesentlichen flach und derart orientiert ist, daß sie etwa
parallel zu der Nettoströmung des Treibgases in die Gasentladungszone (16)
verläuft.
24. Gasverteiler nach Anspruch 22, bei dem die Düse (60, 85, 89, 112) derart
konfiguriert ist, daß das Treibgas einen Anfangs-Nettostrom aus der
Austrittsfläche (71) der Düse in einer Richtung aufweist, die im wesentlichen
rechtwinklig ist zu dem Nettostrom des Treibgases in die Gasentladungszone (16) hinein.
25. Gasverteiler nach einem der Ansprüche 12 bis 16, bei dem der Gasverteiler
weiterhin einen gekrümmten, mit der Austrittsfläche (87) der Düse gekoppelten
Abschnitt (85) aufweist, der aus porösem Material mit einer gekrümmten
Austrittsfläche besteht, welche der Gasentladungszone (16) zugewandt ist und eine
Krümmung besitzt, die im wesentlichen zu einer Krümmung einer
Magnetfeld
linie in der Nähe der gekrümmten Austrittsfläche des gekrümmten Abschnitts
während des Betriebs des HETs (10) paßt.
26. Gasverteiler nach Anspruch 25, bei dem das poröse Material des
gekrümmten Abschnitts (85) derart konfiguriert ist, daß es einen Gasdurchsatz
aufweist, der höher ist als der Gasdurchsatz der Düse (60, 85, 89, 112).