Die Erfindung betrifft Maßnahmen für die Sicherheit in einem von Fahrzeugen
durchfahren Tunnel, dessen von Gasen, Gemisch und Festkörpern durchströmter Raum auf seinem
nicht offenen Teil von Flächen umgeben ist. Da der Tunnel nur im Zusammenhang seiner
Nutzung Sicherheitsmängel hat, müssen Fahrzeuge mit betrachtet werden, für die analoge
Maßnahmen vorgeschlagen werden.
Die Erfindung gehört in den Bereich der Strömungslehre.
Problemstellung
- a) Bei Vorfällen in Tunneln kann es zur unkontrollierten Wärmeentwicklung mit
daraus entstehendem und sich weiter ausbreitendem Brand kommen. Durch die
Temperatureinwirkung kommt es letztendlich zum Einstürzen der
Tunnelkonstruktion. Zu Personenschäden kommt es, wenn ein schnelles Verlassen
wegen Hindernissen oder fehlender Information nicht möglich und der Tunnel
in minutenschnelle mit Rauch erfüllt war.
Ein vor dem Kollaps stehender Tunnel ist selbst für Rettungskräfte oft nicht
mehr erreichbar.
- b) Druckwellen von Explosionen, aber auch ein- und ausfahrendem Fahrzeugen sind ein
Risiko für Mensch und Fahrzeuge.
Filmbetrachtung
Bei Versuchen in der Schwerelosigkeit ist zu bemerken, wie die Wärme- und
Rauchentwicklung bei Verbrennungsprozessen durch die fehlende Konvektion
beeinträchtigt wird.
Es ist bekannt, dass man versucht, die Sicherheit von Tunneln dadurch zu erhöhen, dass
der bei Bränden entstehende Rauch nicht an den Tunnelenden entweicht, sondern über
einen gesonderten Rauchabzugschacht, dessen über die gesamte Länge verteilte
Abzugklappen sich bei Bedarf über dem und in der Nähe des Brandherdes öffnen lassen,
während alle übrigen geschlossen werden.
Weiterhin sind Versuche erfolgreich, den Wärmeübergang zwischen dem zu löschenden
Objekt und dem Löschwasser durch feinere Vernebelung zu beschleunigen.
Um die Folgen der Ausdehnung von Wasser im Beton durch Wärme zu Wasserdampf ohne
Explosion des Betons zu ermöglichen, will man Kunstharzfasern, die schmelzen und kleine
Gänge freigeben, vorher in den Beton mischen.
Über verkehrstechnische Maßnahmen bei Tunneln mit Gegenverkehr wird diskutiert, und
Verkehrsleitsysteme tun ihren Dienst. Ampelanlagen, selbstleuchtende Streifen am
Boden weisen den Fluchtweg.
Bei langen Tunneln kann eine Meldestelle Maßnahmen videoüberwacht anleiten. Diese
Stellen werden je nach Ausrüstung über Sensoren für u. a. Druck und Temperatur informiert.
So kann bei Ausbruch eines Feuers exakt die Temperatur und Stelle des Brandes lokalisiert
werden.
Bei Tunneln, die in Zukunft mit höheren Geschwindigkeiten befahren werden sollen,
versucht man dem Problem der von Fahrzeugen verursachten Druckwellen dadurch zu
begegnen, dass der Luftaustausch an den Öffnungen durch Vergrößerung des Querschnitts
erleichtert wird oder dass auch der untere Teil der Tunnelröhre dazu herangezogen wird.
Doch ein Nachteil dieser ganzen Maßnahmen ist eben doch, dass man neben dem Senken
der Temperatur und der Abfuhr der Rauchgase gegen das Entstehen neuer Rauchgase und
Weiterungen wenig tun kann und keine Tunnelflächengestaltungen finden kann, die ein
erfolgversprechendes Eingreifen ermöglichten, zu schweigen von erhöhtem Alltagsnutzen.
Man sieht sich dann gezwungen, den Tunnel so weit wie möglich zu räumen, die defekten
Löscheinrichtungen zu konstatieren, den Schaden zu bemessen, und kann sich an Hand der
kW-Mengen, mit denen der Tunnel noch beladen ist, ausrechnen, dass man noch einige
Tage abzuwarten hat. Da der Brand nicht gelöscht werden kann, entsteht weiterer Schaden,
möglicherweise auch an bisher unversehrten Stellen der Tunnelröhre. Immerhin hat
eine Stahlkonstruktion bei 250°C nur noch einen Teil ihrer ursprünglichen Belastbarkeit.
Beteiligte, die sich haben retten können, berichten über die nahezu komplett geschwärzte
Umgebung, den Sauerstoffmangel in der Nähe des Brandherdes, über die
Orientierungslosigkeit zwischen Hindernissen und damit verbundene Unsicherheit, dann ohne Überblick an
nicht sofort Geretteten vorbei zu schwer zu öffnenden Türen von Schutzräumen zu kriechen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
- - das Ein- und Ausströmen zu beschleunigen, was für den Transport von großen
Wärmemengen wichtig ist,
- - die Steuerung von Strömungen, die aus Gasen oder Gemisch bestehen können, zu
ermöglichen und
- - gleichzeitig die Möglichkeit zu bieten, auf diese Weise Abkühlung gezielt richten und
- - den in der Startphase eines Brandes entstehenden Rauch fast auszuschalten, ohne dem
Brandherd neuen Sauerstoff zu verschaffen,
- - die Paniksicherheit für die Tunnelbenutzer entscheidend zu verbessern,
- - die befahrbare Breite bei vielen Tunneln zu vergrößern,
- - eine Dämpfung von Druckwellen und Resonanzen zu gewährleisten,
- - die vom Brandherd abgestrahlte Wärme von der Tunnelkonstruktion fernzuhalten, aber
auch nicht auf den Brandherd zurückzustrahlen,
- - als modulares System in verschiedenen Ausbaustufen an verschiedene Konzepte
anpassbar zu sein,
- - der Rettungszentrale erweiterte Zugriffsmöglichkeiten auf den Brandherd zu bieten und
so die Sicherheit zu erhöhen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß nicht allein dadurch gelöst, dass ein Tunnel gemäß
Anspruch 1 und 5. gestaltet wird, sondern analog Maßnahmen gemäß Anspruch 6., 8. und 9.
zur Anwendung kommen. Denn die Risiken im Tunnel bestehen genauso aus dem Fehlen
einer Ausrüstung von Fahrzeugen, die einen Brand direkt beenden. Außerdem
verunmöglichen sie höhere Geschwindigkeit durch die von ihnen selbst ausgelösten Druckwellen und
Resonanzen, von der möglichen Gesundheitsgefährdung zu schweigen. Auch hierzu werden
Ausführungsformen beschrieben.
Die Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, die vier Faktoren Rauch, Hitze,
Druck und Hindernisse zu beeinflussen, und deshalb nicht nur einen Tunnel, sondern auch
das ihn benutzende Fahrzeug mit einer solchen Struktur und ihren Funktionen auszurüsten.
So und zusätzlich durch einen Raum, der kinetische Energie aufnimmt, sowohl im Fahrzeug
als auch in Verbindung mit oder im Tunnel, werden Passagiere bei hohen Geschwindigkeiten
in Tunneln von den Auswirkungen zerstörerischer und der Gesundheit abträglicher
Druckwellen und Resonanzen verschont, aber auch die Fahrzeuge werden durch die geringere
Druckbeanspruchung geschont.
Um nun die modellhaft vorgeschlagene Struktur zu präzisieren, so haben wir es mit einer
Minimalfläche zu tun, deren Einsenkungen von ca. 1 mm, in bestimmten Fällen aber auch
bis unter 0,2 mm Tiefe, aus ca. 2 mm bis ca. 6 mm großen Kugel-, aber auch anderen
Körpersegmenten bestehen, die platzsparend, bspw. auf Luke stehend, angeordnet sind, und
entsprechend ihren verschiedenen Funktionen variabel sind.
Wie ich in meiner Offenlegungsschrift DE 198 42 996.7, Zeile 60 ff., darlegte, nämlich dass
sich eine schnellere Luftschicht zwischen Scheibe und auftreffendem Regen schob, so soll
sich Analoges auch innerhalb eines Tunnels erreichen lassen, die nötige Geschwindigkeit
der beteiligten Medien vorausgesetzt - ermöglicht wird sie aber auch erst durch eine
Kleinturbulenzen erzeugende Struktur, die schnelle Strömungen an ihr entlang ermöglicht, auch
wenn der Tunnel in dieser Hinsicht mit Hindernissen vollgestellt erscheint.
Zu Anspruch 1
Die Tunnelinnenflächen, die den von Gasen oder Gemisch durchströmten Raum definieren,
haben eine Struktur aus Vertiefungen, deren Vorhandensein und/oder Erscheinungsform
variabel ist und so bei Bedarf Kleinturbulenzen erzeugt, die dazu beitragen, einen
reibungsärmeren Wechsel, eine bessere Beweglichkeit der beteiligten Medien und eine Steuerung
von Strömungen zu erreichen.
Für eine Tunnelinnenfläche lässt sich die modellhaft angenommene variable Struktur so
beschreiben: Von außen wird die Tunnelinnenfläche von einem halbkugelförmigen Werkzeug
nur gerade so weit durchbohrt, dass die Öffnung kleiner als sein Durchmesser bleibt. Hier
wird nun eine Kugel eingefügt. Der über die Tunnelinnenfläche herausragende Teil wird
plan wie die Tunnelfläche auch (Non-aktiv-Stellung). Nun wird die Kugel so weit gedreht,
dass sie eine nächste unabhängige Fläche erhalten kann, aus der dann eine weich verlaufende
Minimalfläche bspw. herausgefräst wird, die diese fast voll benutzt (Aktiv-Stellung), und sich
in die Gesamtfläche einfügt.
Diese Strukturkörper werden nun platzsparend möglichst nah aneinander plaziert,
so dass sie die Non-aktiv-Stellung einnehmen können, wenn der Brandfall bspw. noch
nicht eingetreten ist. Versuche müssen ausweisen, ob die Strukturträger elektromagnetisch,
über Stellmotoren oder mit Druckstössen angesteuert werden, ob sie untereinander durch
Zahnräder verbunden werden und so gesteuert werden. Die Ansteuerelektonik existiert
für die Einzelkristalle der TFT-Farbbildschirme schon und würde die Strömungen vom
Bildschirm aus beeinflussbar machen.
Ein Absaugen von Gemischen aus Rauch und Wasser mit höherer Geschwindigkeit wird
in der Aktiv-Stellung ermöglicht, andererseits vermeidet man ein Absetzen von
Schmutzpartikeln auch im alltaglichen Betrieb durch die Non-Aktiv-Stellung oder eben durch einen
Wechsel zwischen beiden, sodass sich in den tiefer liegenden Strukturen keine Ablagerungen
bilden, die später wieder zu beseitigen wären.
Um verschiedene kleinturbulente Strömungen auslösen zu können, wird eine weitere
Fläche zumindest eines Teils der Strukturkörper mit einer mehr richtungsbezogenen
Schaufel-Form ausgestattet.
Es kann so eine Möglichkeit angegeben werden, dass die im Tunnelraum durch
Verbrennung oder plötzliche Entzündung ausgelöste Druckwelle auf eine Kleinturbulenzen
auslösende Oberfläche trifft, die eine Strömungsrichtung bevorzugt, und so die Ausbreitung
bspw. nach oben, weg von der Straßenoberfläche, vorgibt oder begünstigt.
Dies kann auch wichtig sein bei einem stehenden Zug, wo man fein vernebeltes Wasser in
einem Luftstrom von mehr als 80 km/h links und rechts zwischen Waggon und Tunnelwand
möglichst verlustarm und schnell und etwas nach unten gerichtet zur Brandstelle
transportieren möchte, um nicht nur den entgegenkommenden Rauch zu kühlen. Andere Konzepte
möchten vielleicht gerade dies, die Struktur wird dann anders eingestellt, so auf non-aktiv,
wo man keine Strömung bevorzugen möchte.
Zudem können federnd und stoßdämpfend gelagerte Strukturelemente die Gewalt der
Druckwelle beim Einfahren eines schnellen Zuges zusätzlich mildern.
Zu Anspruch 2
Indem die Tunnelinnenflächen mit einer wärmereflektierenden Oberfläche ausgerüstet
werden, die gleichzeitig eine Kleinturbulenzen auslösende Struktur ist, wird die
Wärmestrahlung nicht in die Tiefe des Tunnelraums reflektiert, sondern in die vorbeifließenden Medien.
Die Wärmestrahlung wird, je weiter die Temperaturen steigen, für das Ausbreiten des
Brandes ein Faktor, dem man durch Temperatursenkung begegnen will. - Die durch
langanhaltende intensive Wärmestrahlung aber entstehenden Beeinträchtigungen und
Beschädigungen des Tunnels selbst sind bekannt. Versucht man die Strahlung zurück zu
dem verursachenden Objekt zu reflektieren, sinkt dort die Temperatur nicht.
Ein Ausweg aus diesem Dilemma ist, die die Kleinturbulenzen auslösenden Vertiefungen so
zu gestalten, dass das wärmereflektierende Material ihrer Oberfläche die Wärmestrahlung
nicht in die Tiefe des Tunnelraums reflektiert, sondern in die über die Struktur
hinwegfließenden Medien. Eine Bündelung erzeugt eine höhere Temperatur, was beim
Wärmeübertrag auf die vorbeifließenden Medien vorteilhaft ist. Die Fokussierung in verschiedene
Abstände von der Oberfläche ist durch Wahl verschiedener Einsenkungen vorteilhaft. Die
nicht erfasste Strahlung könnte von tiefer im Material eingebetten Elementen so gerichtet
werden, dass auch sie in den Raum über der Struktur Medien weiter aufheizt. So lässt sich
die Strahlungswärme dann entfernen, ohne dass sie wieder im ausstrahlenden Objekt, noch
im nächsten sich dann entzündenden Objekt, noch im kühlenden Tunnelbeton befindet.
Dies letzte ist als eine Reserve anzusehen, die gewiss ausgenutzt wird, wenn man sie einplant.
Ein mehrlagiger/-stufiger Schutz, der obigen Prozess beinhaltet, könnte aus
Steinwollelementen in der Art hinterlüfteter Fassaden aufgebaut werden, die von Medien in hoher
Geschwindigkeit über- und durchströmt werden.
Das durch die Isolation entstehende Energiegefälle im Normalfall wirkt sich positiv im
Sinne einer Werterhaltung der Bausubstanz aus, da Kondensation verhindert wird. Ein
zusätzlicher Vorteil einer solchen Isolation ist eine Senkung der Raumtemperatur im Tunnel.
Durch die vermehrte Verwendung von Sprühnebeln anstatt von Sprühregen entsteht
automatisch ein Rauch, der mehr Feuchte transportiert. Das kann sich auf ungeschützten Beton
zusammen mit hoher Temperatur so auswirken, dass es zu seiner Auf- und Ablösung kommt.
Ein weiterer Vorteil einer solchen Ausgestaltung der Erfindung wäre, dass man dann auf
platzverbrauchende Leitplanken mit ihrem Haltesystem verzichten könnte. Ein Funkenflug
hierdurch bei Unfällen kann dann ausgeschlossen werden. Der extra zur Verfügung stehende
Raum ermöglicht dann wieder einigen Fahrzeugen mehr im Katastrophenfall zu wenden
und Platz zu schaffen, damit vielleicht ein LKW mit seiner Fracht 10 m vom Brandherd weg
zurücksetzen kann.
Zu Anspruch 3
Hier lassen sich in Teile der variablen Struktur technische Hilfsmittel einbinden, die erst
bei Bedarf aktiviert werden und sonst geschützt sind.
Eine Beleuchtung, die der Rauch zurußt, ist zwecklos geworden. Warnpfeile, die vorher
aufgemalt worden sind, weil man meint, der Fluchtweg stünde fest, können irreführend sein.
Oder Fahrzeuge stehen darauf. Lautsprecher befinden sich unvorhergesehen an der falschen
Stelle, Ampelanlagen und Videoapparatur sind im Rauch verschwunden.
Hier vorgestellt wird hingegen, ermöglicht durch die variabel verstellbaren
Strukturelemente, eine Beleuchtung, und zwar so, dass einige Strukturkörper so drehbar sind, dass
Licht, das diesem Körper durch ein Glasfaserkabel zugeführt wird, freigesetzt wird.
Auch lassen sich hier Leuchtdioden vorteilhaft einbauen, die sich mir konkaver Oberfläche
noch besser von allen Richtungen aus sehen lassen und sich in die Kleinturbulenzen
erzeugenden Struktur einpassen. Der Strukturkörper kann Teil von Laufschriften und Pfeilen sein.
In einem Katastrophenfall lassen sich hierdurch klare Anweisungen geben, die den
einzelnen auch dann nicht allein lassen, wenn er einem Hindernis ausweichen musste. In Kniehöhe
eingebaute Videoapparatur, im Normalfall in verdeckter Stellung, kann bei und nach einem
Brandfall die unbrauchbare Apparatur im Rauch ersetzen.
Zu Ansprüchen 3. und 4
In durch Schienenfahrzeuge benutzten Tunneln können Mikrofone mittels automatischer
Geräuscherkennung helfen, ein heißlaufendes Radlager zu orten. Mitlaufend kann eine
Kühlung durch die seitlichen Austrittsöffnungen der Struktur noch während der Fahrt erfolgen.
Das ist preiswerter als jedes Rad irgendeines Fahrgestells so auszurüsten. Mit Sensoren für
Temperatur, Rauchgas und Bewegung und der intelligenten Auswertung ließe sich analoges
im Brandfall gezielt schon vor dem Stillstand auch eines brennenden Autos realisieren.
Zu Anspruch 4
Dass sich in Teilen der variablen Struktur Düsen befinden, über die sich frische Atemluft
für Menschen, die ihre Fahrzeuge verlassen haben und sich den Wänden entlang bewegen,
zuführen lässt, sollte kein Luxus sein.
Dass sich jedoch der Brand, vor allem einer, der in einem Behältnis stattfindet und sich
nicht von außen kühlen lässt, weiter mit dem nötigen Sauerstoff versorgt, indem er
unverbrauchte Luft von unten anzieht und als Rauch wieder entlässt, ist auf jeden Fall für die
Menschen, die gerade noch aussteigen konnten und sich dann entfernen wollten, gefährlich,
weil sie entweder ohne Rauchabzug in der Decke vom Qualm eingeholt werden, oder mit
Rauchabzug der Brand stärker weden kann, weil der Sauerstoffnachschub sogar noch
verstärkt stattfindet.
Indem die Luft an der Brandstelle, das heißt direkt unter dem brennenden Fahrzeug durch
Stickstoff oder ein Edelgas ersetzt wird, der oder das auch durch die Thermik den Weg zum
Brandherd findet, wird der Verbrennungsprozess unterbrochen und entfällt damit der Grund
für die Dynamik der aufsteigenden Luftmassen. Die Kleinturbulenzen auslösende Struktur
mit den sich in Teilen der variablen Struktur befindenden Einspritzdüsen und/oder
Auslasskanälen ist hier besonders nutzvoll. Diese Oberflächengestaltung der Straße ermöglicht auch
den milderern Verlauf von Explosionen durch schnellere Beweglichkeit der bewegten
Luftmassen. Nicht erwünschte Flüssigkeiten lassen sich durch die Kanäle in der Struktur sofort
absaugen und als Gemisch mit der Abluft entsorgen.
Angereichert mit dem fein versprühten Wasser ist eine Senkung unter die
Entflammtemperatur nun möglich. Gleichzeitig kann der Luftdruck auf der windabgewandten
Seite des Brandes über die in der Struktur vorhandenen Öffnungen erhöht werden, um auch
so ein Nachströmen unverbrauchter Luft zum Brandherd zu vermindern. Das Schließen von
Abluftklappen ist dazu nötig. Nachdem als zweite Phase jegliche Thermik durch die weitere
Kühlung unterbunden worden ist, kann jetzt wieder normale Atemluft folgen. Dieser
Vorgang ist in Phasen von 15 Sekunden wiederholbar, um einerseits ein Wiederentflammen
zu verhindern, um andererseits die direkte Umgebung, in der sich noch Menschen aufhalten,
nicht ganz sauerstofffrei zu machen. Ein Einwand hiergegen entspricht fast dem gegen die
Anschnallpflicht oder dass der Airbag einem die Sicht nimmt, - vorausgesetzt obiger Prozess
kann automatisiert werden und ist sabotagesicher.
Andererseits hat sich die Lage dahingehend geändert, als es in Zukunft nicht
verantwortlich wäre, derart langsame (im Hinblick auf die Situation der zu Rettenden)
Entlüftungsinstallationen zu betreiben, die zehn Minuten benötigen, um überhaupt in Gang zu kommen.
Hieran lässt sich die Gefahr für auch nur indirekt Beteiligte an Tunnelvorfällen ermessen,
wenn nach einem nicht sofort gelöschten Brand an einem der Enden jemand noch einen
Unfall verursacht.
Das sektionale Beenden von Bränden, das Beherrschen der Verkehrssituation ermöglicht es
den sonst zu Opfern gemachten, den gemäß 4. ausgetatteten Tunnel zu verlassen.
Bei mit Wasserstoff oder Erdgas betriebenen Fahrzeugen gibt es ein Sicherheitsproblem.
So ist es oft aus verständlichen Gründen nicht erlaubt, eine Tiefgarage mit einem
gasbetriebenen Fahrzeug zu befahren. Bei Tunneln, wo sich ein solches Verbot, eigentlich auch
aus Umweltschutzgründen, schwerlich durchsetzen lässt, wäre es insgesamt preiswerter,
statt jedes Auto mit einer Löschanlage zu versehen, für jedes sich gerade im Tunnel
befindende Fahrzeug eine Löschkapazität bereit zu halten. Man erhält dann eine
erfolgversprechende statistische Überkapazität, die die noch neu entstehenden zusätzlichen
Risiken kompensieren kann.
Schall- und im weitesten Sinne Druckwellen werden durch ein Öffnen der Struktur
gedämpft. Dass die Akustik des sonst üblicherweise nackten Betons durch die vorgeschlagene
Ausgestaltung verbessert wird, ist ein panikmildernder Faktor, der zum Überleben
beitragen kann, aber sich auch im Alltag durch ein niedrigeres Geräuschniveau bemerkbar
machen wird. Man denke nur an das Fahren über "offenem" Beton.
Zu Anspruch 5
Ein Raum in Verbindung mit einem Tunnel stehend, ist zumindest teilweise mit einer
Struktur aus Vertiefungen ausgerüstet, deren Vorhandensein und Erscheinungsform
variabel ist und so bei Bedarf Kleinturbulenzen erzeugt, und durch seine Form Energie einer
Explosion oder Druckwelle aufnehmen und durch die bessere Beweglichkeit der Medien
leichter in eine Drehbewegung umsetzen kann, den plötzlichen Ablauf also zeitlich dehnt.
Zudem könnten federnd und stoßdämpfend gelagerte Strukturelemente die Gewalt der
Druckwelle beim Einfahren eines schnellen Zuges zusätzlich mildern.
Um nun die Energie von möglichen Explosionen oder anderen Ereignissen nicht nur
abzulenken und weiterzuleiten und in höhere Geschwindigkeiten der beteiligten Medien
umzusetzen, soll die bessere Beweglichkeit von Medien über Kleinturbulenzen auslösenden
Flächen ausgenutzt werden modellhaft derart, dass eine Luftmasse mit hoher
Geschwindigkeit durch einen Spalt, hier parallel zur Zylinderachse gedacht, in einen annähernd
zylinderförmigen Raum eintritt, dort in eine Kreisbewegung umgelenkt wird, an der Stelle
ihres Eintritts allerdings von einer neu eintretenden Schicht unterströmt wird. Damit
dieser Vorgang sich ungehindert beschleunigen kann, sollte ein Ventil in der stabförmigen
Mittelachse nicht sofort schließen.
Der Vorgang kann dann nach einiger Zeit wieder zur Ruhe kommen. Die Strukturkörper
ließen sich in die Non-aktiv-Stellung drehen, die normale Reibung und Haftung an den
Flächen des Zylinders nähme wieder normale Ausmaße an und die Geschwindigkeit der
sich bewegenden Luftmassen schneller ab. Auf diese Weise wäre die plötzliche Explosion
oder der plötzliche Druckanstieg in ein längerandauerndes Ereignis umgewandelt.
Diesen Vorgang über einen tangentialen Austritt umzukehren, könnte dazu dienen, die am
Ende des Zuges fehlende Luft zurück zu erstatten.
Zu Anspruch 6
Die Sicherheit in Tunneln wäre ohne die Menschen mit ihren Fahrzeugen nur abstrakt und
unvollständig. Deshalb ergeben sich Maßnahmen, die die wichtigste Variable betreffen
müssen.
Findet in einem Fahrzeug ein Brand statt, sollen diesen umgebende Flächen mit
Kleinturbulenzen auslösenden Vertiefungen zusätzlich so gestaltet sein, dass sich in Teilen der
Struktur Einspritzdüsen und/oder Auslasskanäle befinden, die durch ihre Ansteuerung
eine Dosierung und Konditionierung von Medien ermöglichen, um damit das
Strömungsgeschehen beeinflussbar zu machen und einen Brand zu beenden.
Mittels Kanälen in Teilen der Struktur, die sich öffnen und schließen lassen, ist ein
Ablassen von Überdruck an vielen Stellen möglich; durch Einlasskanäle und/oder Einspritzdüsen
werden die für eine weitere nicht gewollte Entwicklung von Vorgängen benötigten Stoffe
ersetzt oder verdrängt. Dies kann durch die höheren erreichbaren Geschwindigkeiten
über den Kleinturbulenzen auslösenden Flächen und gezieltes Sperren von
Strömungswegen schneller geschehen. Hier erweist sich eine Integration dieser Funktionen in die
Struktur als vorteilhaft, weil dadurch verschiedene Strömungsschichten, vor allem aber die
schnelle über der Struktur direkt benutzt werden können. So wird die Motorleistung durch
Sauerstoffmangel sofort geringer und versorgt sich ein entstehender Brand nicht noch
länger durch Fahrtwind, wenn nicht nur der Brandherd, sondern auch der Luftfilter der
Antriebseinheit im Brandfall mit sauerstoffersetzendem Gas versorgt wird. Viele
Fahrzeuge fahren nämlich trotz Brand zunächst weiter.
Zu Anspruch 7
Findet in einem Fahrzeug ein Brand statt, sollen diesen umgebende Flächen mit
Kleinturbulenzen auslösenden Vertiefungen so gestaltet sein, dass die wärmereflektierende
Oberfläche die Wärmestrahlung nicht in das ausstrahlende Objekt reflektiert, sondern in die
vorbeifließenden Medien.
Bei mit Wasserstoff oder Erdgas betriebenen Fahrzeugen ist eine Kontrolle von Brand und
Folgen besonders wichtig und ist es vorteilhaft, wenn die Flächen, auf die Druckwellen und
Hitze einwirken könnten, so gestaltet werden, dass Wärme schnellstens abgeleitet wird,
Wärmestrahlung in die vorbeifließenden Medien reflektiert wird.
Die variable Struktur selbst könnte federnd gelagert sein, sodass die mögliche Druckwelle
durch in poröse Materialien gelagerte Körper verschiedener Größe und Form aus
unterschiedlichen Materialien gedämpft wird. Das kann bei der Explosion einer Batterie hilfreich
sein.
Zu Anspruch 8
Fährt ein solchermaßen ausgerüstetes Fahrzeug in einen Tunnel ein oder begegnet einem
anderen schnellen Fahrzeug, so kann der Aufprall der Druckwelle durch ein teilweises
Öffnen der Struktur gemildert werden, es ist aber zusätzlich möglich, dem Zweck
entsprechend konditioniertes Fluid durch Düsen in der Struktur auszustoßen, welches dann
das Fahrzeug zumindest teilweise umhüllt. Ein solcher Effekt ist bei Flüssigkeiten bekannt,
deren sich berührende Grenzschichten weniger Kräfte bei Bewegung gegeneinander
übertragen, wenn eine von ihnen einen geringen Polymerzusatz befasste.
Eine positive Ausgestaltung der Erfindung, die ihren Nutzen nicht nur im Katastrophenfall
im Tunnel, sondern bei Unfällen generell hätte, wäre auch Ersatz für Airbags, die den
Fußgänger schützen sollen.
Die schützende Luftschicht mag dann sehr dünn sein, ein Luftpolster, auf dem man abgleitet,
kann auch nicht so gut einen Bewegungsimpuls übertragen, was für einen Beteiligten nur
gut wäre. Hier zeigt sich ein vorteilhaftes Zusammenwirken einer Kleinturbulenzen
hervorrufenden Struktur mit ihren erfindungsgemäß integrierten variablen Elementen. Bedeckt
ein Objekt jetzt die Struktur mit ihrem Luftpolster, so bleiben die tieferliegenden Teile
weiter mit Luft überdeckt. Durch ein Überdecken verstärkt sich sogar noch das Luftpolster,
das mit den Düsen in der Struktur aufgefüllt wird und sich ausbreiten will.
Vorteilhaft lassen sich noch die auslösenden Sensoren in die Oberfläche integrieren.
Hervorzuheben ist, dass man ohne aufspringende Klappen u. ä. auskäme, hinter denen ein
Airbag sonst geschützt sein muss.
Die variable Struktur selbst könnte federnd gelagert sein, sodass der mögliche Aufprall
durch in poröse Materialien gelagerte Körper verschiedener Größe und Form aus
unterschiedlichen Materialien gedämpft wird, der Impuls von den variablen Strukturkörpern an
diese weitergereicht wird.
Zu Anspruch 9
Energie, die Schaden anrichten könnte, abzuleiten, wurde u. a. unter 8. versucht. Wenn
sie aber angenommen größer ist und zudem noch plötzlicher, möglicherweise noch lang
anhaltender auftritt, reichen diese Maßnahmen nicht mehr aus. Diese Energie soll zu
Räumen gelangen, die sie durch ihre runde Form und Ausgestaltung Energie einer
Druckwelle aufnehmen und in eine Drehbewegung umsetzen, den plötzlichen Ablauf also zeitlich
noch stärker dehnen. Ein großes Sicherheitsrisiko baut sich mit der Druckwelle vor dem in
einen Tunnel einfahrenden Hochgeschwindigkeitszug auf, die sich noch durch Reflexionen
und Resonanzen an den offenen Flächen des Tunnels verstärken kann. Hier kann das mit
einem teilweise offenen Raum, der mit einer Struktur aus Vertiefungen ausgerüstet ist, deren
Vorhandensein und Erscheinungsform variabel ist, ausgerüstete Fahrzeug der
ausweichenden Luft Raum bieten und dort in Wärme und rotierende kinetische Energie umwandeln,
sodass eine sonst notwendige Änderung des Tunnelquerschnitts nicht mehr nötig erscheint.
Insgesamt hat die Erfindung den überraschenden Vorteil, dass durch Anwendung
der vorgestellten Maßnahmen schon grundlegende Erfahrungen für Tunnel aus
Metallrohrelementen gemacht werden können, die einer Temperaturkontrolle unbedingt bedürfen.
Andererseits sind die Aufwendungen für die Nachrüstung von vorhandenen Tunneln dann
nicht mehr wie bisher eine Zwischenstufe bis zur nächsten Katastrophe, sondern bringen
auch die Kontrolle menschgewollter Desaster näher.
Gleichzeitig haben die vorgestellten Maßnahmen bei Zugtunneln den erstaunlichen Vorteil,
der sich im täglichen Gebrauch neben den Sicherheitsaspekten verwirklichen wird, nämlich
dass viel höhere Geschwindigkeiten bei engen Tunnelröhren möglich sind, ohne die
Reisenden unerträglichen Druckschwankungen aussetzen zu müssen, was man als Gewährleistung
körperlicher Unversehrtheit, in dem Fall des Gehörs, bezeichnen kann.
Ein Zerfließen der direkt und durch Reflexion entstandenen Druckwellen wird durch den
eine Resonanz nicht gerade dämpfenden Zug nicht ermöglicht, sondern durch die
vorgestellten Maßnahmen, die Druckschwankungen ober- und innerhalb der Verkleidung des Tunnels
und mittels der Speicherkammern, die sich auch in den Fahrzeugen befinden können,
auffangen.