Die Erfindung betrifft eine Zusammensetzung zur Erzeugung
von Rauch, wobei die Zusammensetzung eine oder mehrere
Chlorverbindungen mit einem Chlorgehalt von wenigstens 56 Gew.-% und
eine Mischung von einem oder mehreren Metalloxiden und einem
oder mehreren Metallen umfasst.
Eine solche Zusammensetzung ist in der DE-A-24 51 701
offenbart. Diese Zusammensetzung besteht aus einer Chlor
enthaltenden Verbindung, die 50 bis 70 Gew.-% Chlor enthält, einem
Metall und einem Metalloxid. Das Metall kann Zink, Aluminium,
Magnesium, Titan, Eisen, eine Aluminium-Magnesium-Legierung oder
eine legierungsartige Verbindung wie Calciumsilicid oder
Eisen(II)silicium sein. Gemäß Seite 11, 2. Absatz, kann das
Metalloxid Zinkoxid, Magnesiumoxid oder Eisen (III) oxid sein, wobei
die Zusammensetzungen gemäß den Beispielen stets Zinkoxid
enthalten. Die Funktion des Metalloxids ist nicht beschrieben.
Gemäß der DE-A-24 51 701 ist die Chlor enthaltende Verbindung
bevorzugt ein Chlor enthaltendes Polymer. Ein solches Polymer
hat den Vorteil, verglichen mit dem üblichen Hexachlorethan,
dass das Polymer nur langsam hydrolysiert, um HCl und andere
Zersetzungsprodukte zu bilden. Gemäß der Beschreibung reagieren
HCl und diese Zersetzungsprodukte exotherm mit dem in der
Zusammensetzung vorhandenen Metall, wodurch Selbstentzündung der
Zusammensetzung auftreten kann oder wodurch die Zusammensetzung
sogar explodieren kann. Daher besteht eine Ausführungsform der
Zusammensetzung gemäß DE-A-24 51 701 (Seite 8) aus 35 Gew.-%
eines Chlor enthaltenden Paraffinwachses, 20 Gew.-% Aluminium
und 45 Gew.-% Zinkoxid, d. h. eine Zusammensetzung, in der der
molare Anteil von Aluminium, bezogen auf die Gesamtmolzahl an
Aluminium und Zinkoxid, 0,57 ist. Diese Zusammensetzung ist
jedoch sehr schwer zu entzünden, während eine vergleichbare
Zusammensetzung, die Hexachlorethan anstelle des Chlor
enthaltenden Paraffinwachses umfasst, unter denselben Bedingungen
explodieren wird. Es ist außerdem beschrieben, dass
Zusammensetzungen, die Hexachlorethan, Zinkoxid und eine Menge von
15 Gew.-% eines Metalles umfassen, leicht explodieren, sodass in
Zusammensetzungen diesen Typs die Menge an zu verwendendem
Metall weitgehend begrenzt ist.
Zusammensetzungen zur Erzeugung von Rauch werden generell
verwendet, um Objekte und Personen zu maskieren, wobei der Rauch
den Kontrast zwischen dem Objekt oder der Person und dem
Hintergrund in einem solchen Maße reduziert, dass das Objekt oder die
Person kaum sichtbar oder überhaupt nicht sichtbar ist.
Die am häufigsten verwendete Zusammensetzung zur Erzeugung
von Rauch besteht im Wesentlichen aus Hexachlorethan und
Zinkoxid. Der Rauch wird durch Verbrennung der Zusammensetzung
erzeugt, die hygroskopische Teilchen von Zinkchlorid bildet. Diese
Teilchen absorbieren Feuchtigkeit aus der Atmosphäre und
produzieren so Rauch. Zum Beispiel beschreibt die FR-A-2 249 590
Zusammensetzungen, die Hexachlorethan, Zinkoxid, ein organisches
Bindemittel und Calciumsilicid, Magnesiumsilicid oder
Aluminiumsilicid enthalten. Die US-A-3 625 855 beschreibt
Zusammensetzungen, die eine Chlor enthaltende Verbindung, z. B.
Hexachlorbenzol, Zinkoxid, Magnesium und ein Bindemittel umfassen. Ein
wichtiger Nachteil dieser Zusammensetzungen ist, dass Zinkchlorid
toxisch ist und insbesondere pulmonare Ödeme aufgrund der
Tatsache verursachen kann, dass Zinkchlorid mit Wasser in der Lunge
reagiert, um Wasserstoffchlorid zu bilden, das die Lungen
angreift. Die Bildung von toxischen Metallchloriden kann
verhindert werden, z. B. durch Herstellung einer Zusammensetzung, die
Kaliumchlorid oder Magnesiumchlorid anstelle von Zinkchlorid
erzeugt. In diesem Fall führt die Verbrennung zu hygroskopischen
Teilchen von Magnesiumchlorid oder Kaliumchlorid. Magnesium
enthaltende Zusammensetzungen haben jedoch den Nachteil, dass
sie zu schnell und bei einer übermäßig hohen Temperatur brennen,
und diese Zusammensetzungen können daher nicht in einem Behälter
wie einer Rauchhandgranate oder einem Rauchkanister verwendet
werden, da eine Verbrennungszeit von ± 1 Minute für solche
Behälter wünschenswert ist. Eine Zusammensetzung, die
Kaliumchlorid erzeugt, hat insbesondere den Nachteil, dass der entstehende
Rauch von wesentlich schlechterer Qualität (hohe Transmission)
ist, als wenn eine Zusammensetzung verbrannt wird, die
Hexachlorethan und Zinkoxid. umfasst.
Die GB-A-2 056 632 beschreibt eine Rauchgranate, die eine
Zusammensetzung umfasst, die Hexachlorethan, Titandioxid und
Aluminium enthält und bei der der molare Anteil von Aluminium,
bezogen auf die Gesamtmolzahl von Aluminium und Titandioxid,
zwischen 0,05 und 0,75 ist. Titandioxid wird insbesondere
verwendet, weil es viel billiger als Titan ist (Seite 3, Zeilen 50-
52 und Seite 5, Zeilen 88-90). Darüber hinaus wird beansprucht,
dass die Verwendung von Titandioxid den Vorteil im Vergleich zu
Zinkoxid hat, dass der Rauch, der durch die Verbrennung der
Zusammensetzung gebildet wird, die Titandioxid enthält, einen
niedrigeren Kondensationspunkt hat. Folglich kann die
Zusammensetzung gemäß GB-A-2 056 632 beispielsweise in Schnee verwendet
werden. Ein weiterer Vorteil der Zusammensetzung, die
Titandioxid enthält, ist, dass diese Zusammensetzung nicht nur im
sichtbaren Bereich des elektromagnetischen Spektrums sondern
auch im Infrarotbereich wirksam ist.
Zusätzlich beschreibt die deutsche Patentanmeldung 22 50
102 eine Kerze zur Dispergierung von Nebel, die 30 bis 50 Gew.-%
Hexachlorethan, 45 bis 65 Gew.-% Magnesium und 3 bis 7 Gew.-%
Magnesiumoxid umfasst, wobei die Summe der Bestandteile
100 Gew.-% ist. Der molare Anteil von Magnesium, bezogen auf die
Gesamtmolzahl von Magnesium und Magnesiumoxid, beträgt daher
ungefähr 0,11 bis 0,15. Die verschiedenen Bestandteile liegen in
der Kerze in feindispergierter Form vor, beispielsweise als
Pulver. Die Kerze funktioniert wie folgt: wenn die Kerze
gezündet wird, reagieren das Magnesium und das Magnesiumoxid, mit
Hexachlorethan, wobei primär Magnesiumchloridteilchen gebildet
werden. Diese Teilchen sind hochhygroskopisch und werden daher
die Feuchtigkeit, die in der Atmosphäre vorliegt, mit dem
Ergebnis absorbieren, dass der Nebel verschwindet.
Es ist aus "Propellants, Explos., Pyrotech.", Vol. 9(3),
Seiten 108-114 (1984) bekannt, dass bestimmte Metalloxide, wie
Zinkoxid, Magnesiumoxid, Kupferoxid und Aluminiumoxid es
schwieriger machen, eine Zusammensetzung von Hexachlorethan und
"Silumiri" (Silumin ist eine Gruppe von Legierungen aus Aluminium
und Silicium, die ungefähr 12% Silicium enthalten und eine
Dichte von ungefähr 2,63 bis 2,65 haben) zu zünden oder die
Verbrennung einer solchen Zusammensetzung verzögern. Zum
Beispiel war es nahezu unmöglich eine Zusammensetzung zu zünden,
die ungefähr aus 26 Gew.-% Magnesiumoxid, ungefähr 51 Gew.-%
Hexachlorethan und ungefähr 22 Gew.-% Silumin bestand. Wenn die
Menge an Magnesiumoxid auf ungefähr 12 Gew.-% reduziert wurde,
trat Verbrennung auf, aber die Verbrennungsrate dieser
Zusammensetzung war viel geringer als die einer Zusammensetzung, die
kein Metalloxid enthielt. Eine frühere Untersuchung derselben
Autoren ["Propellants, Explos., Pyrotech.", Vol. 9(2), Seiten
64-71 (1984)] zeigte, dass Zusammensetzungen, die
Hexachlorethan, Silumin und mehr als 4 Gew.-% Magnesiumoxid umfassten,
schwer zu verbrennen waren. über den Verbrennungsmechanismus
wird behauptet, dass er eine Reaktion umfasst, in der Silumin
und Hexachlorethan miteinander reagieren, um einen
"Zündungskatalysator" zu bilden. Es wird behauptet, dass dieser
Katalysator durch das Metalloxid, beispielsweise Magnesiumoxid,
deaktiviert wird, wobei die Bildung des Metalls, z. B. Magnesium, aus
dem Metalloxid zur Verzögerung der Verbrennung der
Zusammensetzung führt. Aus dem von den Autoren vorgestellten Mechanismus
folgt, dass das durch die Deaktivierung des Katalysators
gebildete Metall keine aktive Rolle während der Verbrennung der
Zusammensetzung spielen kann. Darüber hinaus hat diese
Untersuchung gezeigt, dass Zusammensetzungen zur Erzeugung von Rauch
nur kleine Mengen von Metalloxid, wie Magnesiumoxid oder
Zinkoxid, enthalten können, da mit größeren Mengen, z. B. einer Menge
von mehr als 4 Gew.-%, die Zusammensetzungen sehr schwer oder
unmöglich zu zünden und zu verbrennen sind.
Es wurde nun eine Zusammensetzung zur Erzeugung von Rauch
gefunden, die nicht potentiell explosiv ist, mit der sich bei
der Verbrennung der Zusammensetzung keine oder nahezu keine
toxischen Reaktionsprodukte ergeben und mit der sich ein hohes
Niveau an Rauchproduktion (hohe Effizienz) in Bezug auf die
Menge der verwendeten Zusammensetzung ergibt. Die
Verbrennungsrate der erfindungsgemäßen Zusammensetzung ist so, dass die
Zusammensetzung in einem Behälter wie z. B. einem Rauchkanister
oder einer Rauchhandgranate verwendet werden kann. Gleichzeitig
ist die Verbrennungstemperatur der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung niedriger als die der konventionellen Zusammensetzungen,
mit dem Ergebnis, dass Zündungsphänomene, die in dem Bereich,
der die Stelle umgibt, an der die Zusammensetzung gezündet, wird,
zu einem Feuer führen können, weniger leicht auftreten werden.
Der Rauch, der bei der Verbrennung der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung erzeugt wird, hat außerdem den Vorteil, dass dieser
Rauch im Infrarotbereich wirksam ist, da die Verbrennung
Magnesiumchloridteilchen erzeugt, die exotherm mit Feuchtigkeit
reagieren. Die Erfindung betrifft daher eine Zusammensetzung zur
Erzeugung von Rauch, die eine oder mehrere Chlorverbindungen,
die einen Chlorgehalt von wenigstens 56 Gew.-% haben, und eine
Mischung von einem oder mehreren Metalloxiden und einem und
mehreren Metallen umfasst, wobei das Metalloxid ein
Erdalkalimetalloxid ist und das Metall ein Erdalkalimetall ist und wobei
der molare Anteil an Erdalkalimetall, bezogen auf die
Gesamtmolzahl von Erdalkalimetall und Erdalkalimetalloxid, zwischen 0,33
und 0,67 liegt.
Das Erdalkalimetall kann ein Erdalkalimetall als solches
oder eine Legierung oder eine Mischung von Erdalkalimetallen
oder Erdalkalimetalllegierungen sein.
Die Chlorverbindung ist vorzugsweise eine organische
aliphatische oder aromatische Verbindung oder eine Silicium
enthaltende Verbindung, in der die Zahl der Chloratome größer als die
oder gleich der Zahl der Kohlenstoffatome und/oder der
Siliciumatome ist. Beispiele solcher Verbindungen sind Hexachlorethan,
1,1,1,2,2,3,3-Heptachlorpropan, 1,1,1,2,3,3,3-Heptachlorpropan,
Octachlorpropan, 1,1,2,3,4,4 Hexachlorbutan,
1,1,2,2,3,4,4-Heptachlorbutan, 1,1,2,2,3,3,4,4-Octachlorbutan,
1,2,3,4,5,6-Hexachlorcyclohexan (Lindan), Hexachlorbenzol, Hexachlordisilan und
Hexachlordisiloxan. Wenn gewünscht, ist es für die zu
verwendende Chlorverbindung außerdem möglich, ein chloriertes oder
Chlor enthaltendes Oligomer oder Polymer von einer oder mehreren
Kohlenwasserstoffen oder Silicium enthaltende Verbindungen,
beispielsweise Polychlorisopren, Polyvinylchlorid, chloriertes
Polyethen, Polychlorsilane und Polychlorsiloxane zu sein. Wenn
auch erfindungsgemäß weniger bevorzugt, kann die Chlorverbindung
eine anorganische Verbindung sein, wie Phosphortrichlorid oder
Phosphorpentachlorid. Da es für das Verhältnis zwischen der Zahl
von Chloratomen und der Zahl von Kohlenstoffatomen und/oder
Siliciumatomen wünschenswert ist, so hoch wie möglich zu sein,
und für die Chlorverbindung ein Feststoff zu sein, ist der
erfindungsgemäße chlorierte Kohlenwasserstoff bevorzugt
Hexachlorethan.
Wenn die Menge an Erdalkalimetall in der Zusammensetzung zu
hoch ist, brennt die Zusammensetzung zu schnell und bei einer
übermäßig hohen Temperatur mit dem Ergebnis, dass, wenn die
Zusammensetzung beispielsweise in einem Behälter verwendet wird,
ein Loch in letzteren gebrannt wird. Wenn die Menge an
Erdalkalimetall in der Zusammensetzung zu niedrig ist, ist es
offensichtlich, dass die Zusammensetzung unmöglich oder zumindest
sehr schwer zu zünden sein wird. Daher ist der molare Anteil an
Erdalkalimetall, bezogen auf die Gesamtmolzahl an
Erdalkalimetall und Erdalkalimetalloxid, erfindungsgemäß vorzugsweise
zwischen 0,45 und 0,55.
Der molare Anteil der Mischung aus einem oder mehreren
Erdalkalimetallen und einem oder mehreren Erdalkalimetalloxiden in
der erfindungsgemäßen Zusammensetzung ist bevorzugt zwischen
0,37 und 0,91. Es wurde gefunden, dass ein solcher molarer
Anteil eine Zusammensetzung liefert, die ein großes Volumen an
Rauch in sehr effektiver Weise erzeugen kann. Insbesondere liegt
der molare Anteil der Mischung zwischen 0,54 und 0,89.
Die Zusammensetzung enthält als Erdalkalimetall
vorzugsweise Beryllium, Magnesium, Calcium, Strontium und Barium oder
eine Mischung derselben und, insbesondere Magnesium und/oder
Calcium.
Die erfindungsgemäße Zusammensetzung enthält als
Erdalkalimetalloxid vorzugsweise ein Oxid von Beryllium, Magnesium,
Calcium, Strontium oder Barium und insbesondere Magnesiumoxid
und/oder Calciumoxid.
Die Ausführungsform, die erfindungsgemäß äußerst geeignet
ist, ist eine Zusammensetzung, die reines Magnesium als
Erdalkalimetall enthält, reines Magnesiumoxid als Erdalkalimetalloxid
und Hexachlorethan als Chlorverbindung enthält.
Erfindungsgemäß besteht das Erdalkalimetall aus Teilchen
verschiedener durchschnittlicher Größe, d. h. das Erdalkalimetall
umfasst einen Anteil an Teilchen, die eine durchschnittliche
Größe haben, die von der durchschnittlichen Größe von einer oder
mehrerer ariderer Fraktionen verschieden ist. Das Erdalkalimetall
besteht daher vorzugsweise aus zwei oder mehreren Anteilen,
wobei jeder Anteil eine andere durchschnittliche Teilchengröße
hat. Insbesondere besteht das Erdalkalimetall aus zwei Anteilen,
die beide eine unterschiedliche durchschnittliche Teilchengröße
haben; der erste Anteil besteht aus Teilchen mit einer
durchschnittlichen Größe von 50 bis 100 um und der zweite Anteil
besteht aus Teilchen mit einer durchschnittlichen Größe von 150
bis 300 um. Das Erdalkalimetall besteht daher aus Teilchen, die
eine bimodale Größenverteilung haben.
Es wurde gefunden, dass die Teilchen, die eine
durchschnittliche Größe von 50 bis 100 um haben, wichtig für die
Regulierung der Zündung der Zusammensetzung und für die
Stabilität sind, mit der die Zusammensetzung brennt. Wenn die
Zusammensetzung einen größeren Anteil von Teilchen dieser Größe enthält,
kann die Zusammensetzung leichter gezündet werden.
Die Teilchen, die eine durchschnittliche Größe von 150 bis
300 um haben, sind insbesondere wichtig für die Regulierung der
Verbrennungsrate. Wenn die Zusammensetzung einen größeren Anteil
von Teilchen dieser Größe umfasst, brennt die Zusammensetzung
langsamer und bei niedrigerer Temperatur. Die Zusammensetzung
brennt außerdem in einer weniger stabilen Weise und ist weniger
leicht zu zünden. Erfindungsgemäß ist es daher wichtig für die
Zusammensetzung, eine spezifische Menge des Anteils mit einer
kleineren durchschnittlichen Größe und eine spezifische Menge
des Anteils mit einer größeren durchschnittlichen Größe zu
enthalten. Das Erdalkalimetall enthält daher vorzugsweise 25 bis
50 Gew.-% an Teilchen, die eine durchschnittliche Größe von 50
bis 100 um haben, und 50 bis 75 Gew.-% an Teilchen, die eine
durchschnittliche Größe von 150 bis 300 um haben.
Eine Ausführungsform, die erfindungsgemäß äußerst geeignet
ist, ist eine Zusammensetzung, die hauptsächlich Magnesium als
Erdalkalimetall und hauptsächlich Magnesiumoxid als das
Erdalkalimetalloxid umfasst. Eine solche Zusammensetzung kann
gegebenenfalls außerdem geringe Mengen einiger anderer
reaktionsbeschleunigender und/oder reaktionsregulierender Metalle und/oder
Metalloxide enthalten, falls dies für eine bestimmte Anwendung
nötig oder nützlich sein sollte. Zum Beispiel kann eine äußerst
geeignete erfindungsgemäße Zusammensetzung zusätzlich zu
Magnesium und Magnesiumoxid, beispielsweise eine kleine Menge
Aluminium, Zink, Zinkoxid, Titan, Calcium und/oder Calciumoxid
enthalten.
Mit einer solchen erfindungsgemäßen Ausführungsform, die
zusätzlich zu der Chlorverbindung, dem Erdalkalimetalloxid und
dem Erdalkalimetall ein zusätzliches Element oder eine
zusätzliche anorganische Verbindung enthält, die sicherstellt, dass
die Zusammensetzung in einer stabileren Weise brennen kann,
wurde gefunden, dass es durch Einbau eines solchen Elements oder
einer solchen anorganischen Verbindung in die Zusammensetzung
möglich ist, insbesondere die Stabilität sogar noch
erfolgreicher zu kontrollieren, mit der die Verbrennung abläuft (die
Gleichmäßigkeit der Verbrennung), da die Verwendung eines
solchen Materials zu einer guten Verteilung von der Hitze, die
während der Verbrennung entsteht, durch die Zusammensetzung
führt. Dementsprechend brennt die Zusammensetzung leichter und
gleichmäßiger. Die Erfinder nehmen an, dass ein geeignetes
Element oder eine geeignete anorganische Verbindung einen
thermischen Leitfähigkeitskoeffizienten haben muss, der größer ist als
der thermische Leitfähigkeitskoeffizient von Magnesium, d. h. der
thermische Leitfähigkeitskoeffizient ist vorzugsweise größer als
ungefähr 1,56 W·cm&supmin;¹·K&supmin;¹, was der thermische
Leitfähigkeitskoeffizient von festem polykristallinem Magnesium bei 298,2 K ist
(siehe Handbook of Chemistry and Physics, CRC Press Inc., 59.
Auflage, Seite E 14). Gleichzeitig kann in diesem Zusammenhang
die Exothermie der Reaktion zwischen dem zusätzlichen Element
oder der zusätzlichen anorganischen Verbindung eine wichtige
Rolle bei der Stabilisierung und Regulierung der Verbrennung der
erfindungsgemäßen Zusammensetzung spielen. Weiter ist es
erfindungsgemäß für diese Ausführungsform bevorzugt, bezogen auf die
Gesamtmenge Chlorverbindung, Erdalkalimetall und
Erdalkalimetalloxid, 0,01 bis 15 Gew-% des Elements oder der anorganischen
Verbindung zu enthalten. Erfindungsgemäß ist ein besonders
geeignetes Element Aluminium und ist eine besonders geeignete
anorganische Verbindung Calciumsilicid. Das Element kann
möglicherweise auch Kohlenstoff sein. Wenn es gewünscht ist Magnesium
als Erdalkalimetall und Aluminium als zusätzliches Element zu
verwenden, wäre es außerdem möglich, eine Legierung wie
Magnalium zu verwenden, die Magnesium und Aluminium, enthält. Ein
zweiter Effekt der Verwendung eines zusätzlichen Elements oder einer
zusätzlichen anorganischen Verbindung ist, dass die Reaktion
beschleunigt wird.
Es wird angenommen, dass die Teilchengröße des Metalls oder
der anorganischen Metallverbindung, die einen
reaktionsbeschleunigenden und/oder reaktionsregulierenden Effekt gemäß der
Erfindung haben, von Bedeutung ist. Vorzugsweise ist die
durchschnittliche Teilchengröße dieser Materialien relativ klein,
beispielsweise 20 bis 40 um, und bevorzugt ungefähr 30 um,
sodass eine große Zahl an Teilchen in der Zusammensetzung im oben
genannten Gewichtsverhältnis in der Zusammensetzung mit dem
Ergebnis vorliegt, dass eine relativ große Teilchenzahl in der
Zusammensetzung dicht beieinander vorliegt. Das Metall oder die
anorganische Metallverbindung liegt dann in der Zusammensetzung
in einem gut verteilten Zustand vor und ist daher in der Lage,
die Hitze wirksam und schnell durch die gesamte Zusammensetzung
zu verteilen. Wenn die Teilchen viel größer sind, umfasst der
spezifizierte Gewichtsanteil relativ wenige Teilchen, und die
Hitze kann daher weniger wirksam über die Zusammensetzung
verteilt werden.
Ein weiterer wichtiger Faktor für die Regulierung der
Verbrennungsrate und der Verbrennungstemperatur ist die Dichte, zu
der die Zusammensetzung gepresst wird. Erfindungsgemäß ist die
Zusammensetzung vorzugsweise zu ungefähr 45 bis 65%,
insbesondere zu 50 bis 60%, der theoretischen maximalen Dichte
komprimiert, wobei die theoretische maximale Dichte (TMD) verstanden
werden soll als:
TMD = Σ1/(Xn/ρn)
wobei Xn der Massenanteil eines Bestandteils und ρn die Dichte
des Bestandteils ist. Die Dichte der komprimierten
Zusammensetzung (wahre Dichte) wird auf der Basis des gemessenen Volumens
und der gemessenen Masse der komprimierten Zusammensetzung
berechnet, sodass der Prozentsatz der theoretischen maximalen
Dichte (% TMD) gleich ist mit:
% TMD = 100%·[(wahre Dichte)/TMD].
Die erfindungsgemäße Zusammensetzung kann ein oder mehrere
Bindemittel enthalten, wobei diese Bindemittel in welchen Fällen
beispielsweise Chlor enthaltende Polymere sind.
Die Erfindung betrifft weiterhin ein Produkt, das einen
Behälter umfasst, der die erfindungsgemäße Zusammensetzung
enthält. Beispiele für solche Produkte oder Behälter sind
Rauchkanister und Rauchhandgranaten. Wenn nötig, kann die Zusammensetzung
in solchen Produkten eine höhere Dichte als ungefähr 45
bis 65% haben. Ein Produkt kleiner Größe wie eine
Rauchhandgranate oder ein Rauchkanister wird oft eine Dichte von
vorzugsweise 60 bis 90% und insbesondere eine Dichte von 65 bis 85%
erfordern.
Die Erfindung wird in größerer Ausführlichkeit anhand eines
Beispiels erklärt.
Beispiel 1
Die Zusammensetzungen wurden aus den Bestandteilen
hergestellt, die sich im trockenen Zustand befanden, und wurden dann
auf den gewünschten Prozentsatz der theoretischen maximalen
Dichte komprimiert oder wurden ohne Kompression gegossen.
Tabelle 1 zeigt die hergestellten Zusammensetzungen, wobei:
x = (Molzahl Mg)/(Molzahl Mg + Molzahl MgO)
y = (Masse Mg mit einer durchschnittlichen
Teilchengröße von 50 bis 100 um)/(Masse Mggesamt.)
% = Gewichtsprozent
HC = Hexachlorethan
TMD = theoretische maximale Dichte.
Die Verbrennungsrate der verschiedenen Zusammensetzungen
wurde in einem Rauchtopf (die Abbildung zeigt eine
diagrammartige Illustration, in der der schattierte Teil die
Zusammensetzung repräsentiert) mit einem inneren Durchmesser von 30 mm
und einer Höhe von 100 mm bestimmt. Dieser Rauchtopf umfasst
eine Grundplatte, einen Rohrabschnitt, eine Abdeckung und drei.
Gewindestangen, die den Rauchtopf zusammenhalten. Die
Grundplatte und die Abdeckung sind aus Edelstahl hergestellt. Die
Abdeckung ist im Zentrum mit einem Loch ausgestattat, das einen
Durchmesser von 11,5 mm hat. Das Verhältnis zwischen der
Oberfläche des Loches und der Oberfläche der Zusammensetzung ist
gleich dem Verhältnis der gesamten Oberfläche der Löcher und der
Oberfläche der Zusammensetzung in einer Rauchgranate, die in der
Praxis verwendet wird. Der Rohrabschnitt ist aus Edelstahl
hergestellt und hat eine Wanddicke von 2,5 mm.
Die Zusammensetzungen wurden mit Hilfe eines einen Zünder
enthaltenden Schwarzpulvers gezündet, das, wenn geeignet, mit
Hilfe von pyrotechnischem Lack auf die Zusammensetzung
aufgebracht wurde. Nach der Zündung wurde die Verbrennungszeit
gemessen. Die (durchschnittliche) Verbrennungsrate wurde dann aus der
Verbrennungszeit und dem Niveau der Zusammensetzung in dem
Rauchtopf berechnet.
Gemäß der Tabelle enthielten die Zusammensetzungen 1 bis 4
nur Hexachlorethan und Magnesium mit einer durchschnittlichen
Teilchengröße von 150 bis 300 um. Diese Untersuchungen zeigten,
dass die Verbrennungsrate mit steigender % TMD abfiel.
Zusätzlich wurde gefunden, dass diese Zusammensetzungen schnell und
bei einer hohen Temperatur brennen.
Die Zusammensetzungen 5 bis 7 bestanden ausschließlich aus
Hexachlorethan und Magnesium mit einer durchschnittlichen
Teilchengröße von 150 bis 300 um, mit der Maßgabe, dass in dieser
Untersuchungsserie die Menge an Magnesium variiert wurde. Wie
erwartet wurde gefunden, dass bei einer konstanten % TMD die
Verbrennungsrate der Zusammensetzung mit steigendem
Magnesiumgehalt anstieg. Diese Zusammensetzungen brannten ebenfalls
schnell und bei einer hohen Temperatur.
Die Zusammensetzungen 8 bis 11 bestanden aus
Hexachlorethan, verschiedenen Mengen an Magnesium mit einer
durchschnittlichen Teilchengröße von 150 bis 300 um und verschiedenen Mengen
an Magnesium mit einer durchschnittlichen Teilchengröße von 50
bis 100 um. Obwohl die % TMD in gewissem Rahmen variierte, wurde
gefunden, dass die Verbrennungsraten im Bereich des
Verhältnisses zwischen Magnesium mit einer durchschnittlichen
Teilchengröße von 150 bis 300 um bzw. 50 bis 100 um, (0 ≤ y ≤ 0,4; siehe
Tabelle 1) nicht wesentlich differierten. Diese Serien von
Untersuchungen zeigen, dass die Teilchengröße von Magnesium nahezu
keinen Einfluss auf die Verbrennungsrate von Zusammensetzungen
hat, die ausschließlich aus Hexachlorethan und Magnesium
bestehen.
Zusammensetzung 12 enthielt nur Hexachlorethan und
Magnesiumoxid, und diese Zusammensetzung war nicht zu zünden. Als etwas
von dem Magnesiumoxid durch Magnesium mit einer
durchschnittlichen Größe von 150 bis 300 um ersetzt wurde, wurde gefunden,
dass ein molarer Anteil von Magnesium von etwa 0,67 nötig war,
um die Zusammensetzung zu zünden (siehe Zusammensetzung 13).
Wenn Magnesium mit einer durchschnittlichen Größe von 50 bis
100 um verwendet wurde, war eine molarer Anteil von Magnesium
von 0,5 ausreichend, um die Zündung der Zusammensetzung zu
ermöglichen (Zusammensetzung 14).
Die Untersuchungen, die unter Verwendung der
Zusammensetzungen 15, 16 und 17 durchgeführt wurden, zeigten den Effekt des
Einbaus eines zusätzlichen Metalls in die Zusammensetzung. Diese
Untersuchungen zeigten, dass bei einer konstanten % TMD die
Verbrennungsrate anstieg, wenn die Zusammensetzung mehr
Aluminium enthielt. Derselbe Effekt wurde beobachtet, wenn die
Zusammensetzungen CaSi&sub2; enthielten (Zusammensetzungen 18 und 19).
Tabelle 1
Beispiel 2
In diesen Untersuchungen wurden Transmissionsmessungen
verwendet, um das Volumen des Rauchs, der durch die
verschiedenen Zusammensetzungen gebildet wurde, als Funktion der relativen
atmosphärischen Feuchtigkeit zu messen.
Tabelle 2 zeigt die Mengen verschiedener Zusammensetzungen,
die nötig waren, um dieselbe Transmission zu erzielen, die mit
einer konventionellen Zusammensetzung erhalten wurde. Eine
kleinere Menge zeigt daher eine effektivere Zusammensetzung an.
Diese Untersuchungen zeigen, dass die erfindungsgemäße
Zusammensetzung bei hoher atmosphärischer Feuchtigkeit
mindestens genauso zufriedenstellend wie eine konventionelle
Zusammensetzung ist, aber nicht den Nachteil aufweist, toxisch zu
sein. Es wurde außerdem gefunden, dass eine Zusammensetzung, die
Kaliumchlorid erzeugt und genau wie die neue erfindungsgemäße
Zusammensetzung nicht toxisch ist, über den gesamten Bereich
relativer atmosphärischer Feuchtigkeit weniger wirksam ist.
Tabelle 2
a Zusammensetzung gemäß Stand der Technik (Hexachlorethan,
ZnO);
b erfindungsgemäße Zusammensetzung (55,1 Gew.-%
Hexachlorethan, x = 0,5, y = 0,4, 1,0 Gew.-% Al);
c Zusammensetzung, die Kaliumchlorid erzeugt (kommerziell
erhältlich; Zusammensetzung unbekannt).
Anspruch[de]
1. Zusammensetzung zur Erzeugung von Rauch, die eine oder
mehrere Chlorverbindungen mit einem Chlorgehalt von mindestens
56 Gew.-% und eine Mischung von einem oder mehreren
Metalloxiden und einem oder mehreren Metallen umfasst, dadurch
gekennzeichnet, dass das Metalloxid ein Erdalkalimetalloxid
ist und das Metall ein Erdalkalimetall ist, wobei das
Erdalkalimetall Teilchen mit einer durchschnittlichen Größe von
50 bis 100 um enthält und wobei die Molfraktion an
Erdalkalimetall, bezogen auf die Gesamtzahl von Molen an
Erdalkalimetall und Erdalkalimetalloxid, 0,33 bis 0,67 beträgt.
2. Zusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Chlorverbindung Hexachlorethan ist.
3. Zusammensetzung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, dass die Molfraktion der Mischung aus einem oder
mehreren Erdalkalimetallen und einem oder mehreren
Erdalkalimetalloxiden in der Zusammensetzung 0,37 bis 0,91 beträgt.
4. Zusammensetzung nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Erdalkalimetall
Magnesium und/oder Calcium ist.
5. Zusammensetzung nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das
Erdalkalimetalloxid Magnesiumoxid und/oder Calciumoxid ist.
6. Zusammensetzung nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Erdalkalimetall
Teilchen mit einer durchschnittlichen Größe von 50 bis
100 um und Teilchen mit einer durchschnittlichen Größe von
150 bis 300 um umfasst.
7. Zusammensetzung nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Erdalkalimetall
25 bis 50 Gew.-% an Teilchen mit einer durchschnittlichen
Größe von 50 bis 100 um und 50 bis 75 Gew.-% an Teilchen mit
einer durchschnittlichen Größe von 150 bis 300 um umfasst.
8. Zusammensetzung nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung
0,01 bis 15 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge der
Chlorverbindung, Erdalkalimetall und Erdalkalimetalloxid, von
einem Element oder einer anorganischen Verbindung mit einem
thermischen Leitfähigkeitskoeffizienten größer als
1,56 W·cm&supmin;¹·K&supmin;¹ umfasst.
9. Zusammensetzung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
dass das Element oder die anorganische Verbindung Aluminium
oder Calciumsilicid ist.
10. Zusammensetzung nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung
ein oder mehrere Bindemittel enthält.
11. Verwendung einer Zusammensetzung gemäß einem oder mehreren
der Ansprüche 1 bis 10 zur Erzeugung von Rauch.
12. Produkt wie eine Rauchhandgranate oder ein Rauchbehälter,
das einen Behälter umfasst, der die Zusammensetzung gemäß
einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10 umschließt.