Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine aufgeladene
Brennkraftmaschine gemäß dem Oberbegriff von Ansprüch 1.
Abgas kann zu der Einlassseite eines aufgeladenen Motors im
wesentlichen auf zwei unterschiedliche Arten zurückgeführt
werden, die jeweils unterschiedliche Vorteile und Nachteile
besitzen, nämlich vor und nach dem Kompressor. Das technisch
einfachste Verfahren würde sein, die Rückführleitung mit der
Saugseite des Kompressors zu verbinden, jedoch muss in diesem
Fall das Abgas durch den Kompressor und dann durch den
Ladeluftkühler, der üblicherweise vorhanden ist, passieren.
Ein signifikanter Nachteil hiervon ist allerdings, dass all
die Bauteile mit der Zeit mit schädlichem Ruß von dem Abgas
beschichtet würden. Dieser Nachteil kann vermieden werden
durch Einführen des Abgases stromabwärts der Bauteile, jedoch
falls eine Turboeinheit mit der gewünschten hohen Effizienz
verwendet wird, wird der Ladeluftdruck höher sein als der
Abgasdruck innerhalb des normalen Betriebsdrehzahlbereichs
des Motors, was bedeutet, dass eine Art von Pumpvorrichtung
gewünscht ist, welche den Abgasdruck auf einen Pegel oberhalb
des Ladeluftdrucks anhebt. Ein aufgeladener Motor mit einer
Abgaspumpe in der Form einer Ausstoßpumpe ist durch SE-A-
9301093-2 bekannt.
EP-A-0 596 855 offenbart eine aufgeladene
Brennkraftmaschine, die eine Kommunikation einschließlich
eines EGR-Ventils zwischen Einlassseite einer
abgasbetriebenen Turbine und der Druckseite eines Kompressors
in einer Einlassluftleitung besitzt. Durch diese
Kommunikation kann Abgas von der Motorabgasseite zu der
Einlassseite zurückgeführt werden, jedoch nur während
Fahrzuständen mit hoher Belastung, wenn der Abgasdruck höher
ist als der Ladeluftdruck.
DE-A-33 39 592 offenbart eine aufgeladene Brennkraftmaschine,
die eine Kommunikation zwischen einer Abgasleitung auf der
Einlassseite einer abgasbetriebenen Turbine und einer
Einlassluftleitung auf der Druckseite eines Kompressors
besitzt. Anstatt das EGR-Ventil in der Kommunikation
anzuordnen, ist das Ventil derart in der Abgasleitung
angeordnet, dass wenn das Ventil offen ist, um
Abgasrückführung zu der Einlassseite zu ermöglichen, der
Abgasstrom zu der Turbine gleichzeitig begrenzt ist, wodurch
die Turbinengeschwindigkeit und der Ladeluftdruck vermindert
werden.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist allgemein eine
aufgeladene Brennkraftmaschine des einleitend beschriebenen
Typs bereitzustellen, welche ein Rückführen des Abgases zu
der Einlassseite stromabwärts des Kompressors innerhalb des
normalen Betriebsdrehzahlbereichs des Motors ermöglicht, ohne
eine Abgaspumpe zu erfordern, Dies wird gemäß der Erfindung
mittels einer aufgeladenen Brennkraftmaschine erzielt, welche
die kennzeichnenden Merkmale von Anspruch 1 besitzt.
In einer bevorzugten Weiterentwicklung der Maschine gemäß der
Erfindung ist die Turboeinheit mit der Motorkurbelwelle über
ein Untersetzungsgetriebe und ein kontinuierlich variables
Getriebe verbunden. Der Verlust, der beim Wiederverteilen der
Drücke entsteht, kann somit wiedergewonnen werden, so dass
das Endergebnis ein Nettogewinn sein wird, trotz der Erhöhung
in dem Abgasdruck auf der Einlassseite der Turboeinheit. Ein
Motor mit diesen kennzeichnenden Merkmalen erfüllt somit drei
wichtige Bedingungen. Durch Kombinieren des Einstellens des
Grades der Öffnung der Ventile zu der Motoreinlassseite mit
einer geeigneten Einstellung der Drehzahl des Kompressors mit
Hilfe des kontinuierlich variablen Getriebes, können sowohl
der Abgasanteil als auch die Luftmenge auf der Einlassseite
frei geregelt werden an jedem Punkt der Betriebskurve des
Motors, während gleichzeitig die Verbundanordnung eine
Abgasrückführung ohne jeglichen Effizienzverlust ermöglicht.
Die Erfindung wird nachstehend ausführlicher unter Bezugnahme
auf in der begleitenden Zeichnung gezeigte Beispiele
beschrieben, wobei die Figur schematisch eine Ausführungsform
einer Motoranordnung mit einem Sechszylinderverbrennungsmotor
zeigt.
Der Motor 1 in der Figur kann ein Viertaktdieselmotor sein.
Sie zeigt eine Turbokompressoreinheit, allgemein mit 2
bezeichnet, welche eine Turboeinheit 3 und eine
Kompressoreinheit 4 aufweist. Die Turboeinheit 3 ist auf
ihrer Saugseite 5 mit einer Abgasleitung 6 verbunden, die ein
einstellbares Dreiwegeabgasrückführventil 7 einschließt, mit
welchem eine Abgasleitung 8 ebenso verbunden ist. Die Leitung
8 ist über einen Abgaskühler 9 mit dem Motoreinlasskrümmer
(nicht gezeigt) verbunden. Der Auslass 10 von der
Turboeinheit ist mit einem Abgasrohr 11 verbunden. Der
Kompressor 4 ist auf seiner Einlassseite 12 über eine Leitung
13 mit einem Einlassfilter (nicht gezeigt) und auf seine
Auslassseite 14 über eine Leitung 15 mit einem Ladeluftkühler
16 zu dem Motoreinlasskrümmer verbunden. Wie in der Figur zu
sehen ist, ist die Leitung 8 mit der Motorladeluftseite
stromabwärts des Ladeluftkühlers 16 verbunden, was zusätzlich
zur Vermeidung von Rußablagerungen in dem Kühler vorteilhaft
im Hinblick auf die Funktion infolge der Tatsache ist, dass
es einen Druckabfall über den Kühler gibt.
Die Turbokompressoreinheit 2 besitzt eine Drehwelle 17, die
über ein Hochgeschwindigkeitsgetriebe 18 mit einem
kontinuierlich variablen Getriebe (CVT - continuously
variable transmission) 19 und über ein
Niedergeschwindigkeitsgetriebe 20 mit der Motorkurbelwelle 21
gekoppelt ist. In der Bauteilkette von der Drehwelle 17 zu
der Kurbelwelle 21 kann eine Kupplung und/oder ein
Torsionsdämpfer eingeschlossen sein, durch welche die
Antriebsverbindung zwischen der Drehwelle 17 und der
Kurbelwelle 21 unterbrochen werden kann. In dem
Hochgeschwindigkeitsgetriebe 18 ist eine erste
Drehzahlreduktion von der Betriebsdrehzahl der Turboeinheit
von näherungsweise 100.000 U/min herunter zu der CVT-
Betriebsdrehzahl von etwa 10.000 U/min vorgesehen. In dem
Niedergeschwindigkeitsgetriebe 20 wird die Drehzahl weiter zu
der Betriebsdrehzahl der Kurbelwelle von etwa 2.000 U/min
vermindert.
Das Getriebeverhältnis in dem CVT 19 und der Öffnungsgrad des
Ventils 7 zu der Leitung 8 wird durch eine elektronische
Regeleinheit 22 geregelt, die einen Mikroprozessor enthält,
in welchem die Menge zurückgeführten Abgases und die Menge
von Luft für jeden Betriebspunkt innerhalb des normalen
Betriebsdrehzahlbereichs des Motors programmiert ist, was
einfach ausgedrückt werden kann als Drehzahlbereich vom
maximalen Motordrehmoment zur maximalen Motorleistung. Die
Turboeinheit 3 und die Kompressoreinheit 4 sind darüber
hinaus in Bezug zueinander und zu dem Motor derart
dimensioniert, dass der Druck in der Abgasleitung 6 stets
höher ist als der Druck in der Ladeluftleitung 15 innerhalb
des normalen Motorbetriebsbereichs. Je geringer die
Druckdifferenz ist, desto mehr muss das Ventil 7 zu der
Leitung 8 offen sein, um eine vorgegebene Abgasmenge
bereitzustellen. Die Luftmenge wird durch die
Kompressordrehzahl geregelt, welche durch das CVT reguliert
wird. Die Regeleinheit 22, welche dies regelt, kann die
elektronische Regeleinheit sein, die in den meisten modernen
Motoren vorhanden ist und die alle Motorfunktionen in
Abhängigkeit von Fahrzeugmotordaten regelt, welche in die
Regeleinheit von Sensoren eingegeben werden, die an sich
bekannt sind und hier nicht im Detail gezeigt sind.
Die Erfindung wurde oben unter Bezugnahme auf eine bevorzugte
Ausführungsform, die ein Getriebe mit einen kontinuierlich
variablen Getriebeverhältnis, d. h. des Typs, der
üblicherweise als CVT bezeichnet wird, beschrieben. Innerhalb
des Schutzbereichs der Erfindung können ebenso
Festgetriebeübersetzungen verwendet werden, in welchen das
Getriebeverhältnis stufenweise variiert werden kann, oder
Hydraulikgetriebe, elektrische Getriebe oder andere Arten von
Getrieben mit variablen Getriebeverhältnissen.