Die vorliegende Erfindung betrifft ein Zündverfahren in einem Heizkessel
entsprechend Anspruch 1. In diesem Verfahren wird lose gestapelter Brennstoff
durch eine Ladeöffnung in den Feuerraum eines Heizkessels auf eine erste
Unterstützung eingeführt, woraufhin der Brennstoff auf einen Rost geführt wird, der
auf einer tieferen Ebene angeordnet ist, auf welcher die endgültige Verbrennung
des Brennstoffes stattfindet, wobei Zündungsluftdüsen oberhalb der ersten
Unterstützung angeordnet sind. Die vorliegende Erfindung betrifft außerdem einen
Heizkessel zur Verwendung dieses Verfahrens.
In Heizkesseln aus dem Stand der Technik wird der Bereich des Feuerraums um
die Ladeöffnung so ausgebildet, dass er relativ geschlossen ist, wobei er nach
oben durch einen leicht ansteigenden Wandabschnitt oberhalb der Ladeöffnung
begrenzt wird, mit eingefügten Zündungsluftdüsen, und nach unten durch einen
festen Boden, der um einen Winkel von weniger als 5º bis 20º angeschrägt ist.
Diese Struktur aus dem Stand der Technik ist so aufgebaut, dass sie die
Steuerung der Zufuhr des Sauerstoffs erlaubt und damit die mögliche Energiefreigabe
für das Ausstoßen von Gasen aus dem lose gestapelten Brennstoff auf dem
festen Boden. Es hat sich allerdings herausgestellt, dass es schwierig ist, eine
stabile Verbrennungsgeschwindigkeit zu erhalten, da die Verbrennung durch relativ
kleine Veränderungen der Luftdurchlässigkeit und des Feuchtigkeitsgehalts des
lose gestapelten Brennstoffs und der Ladegeschwindigkeit des Brennstoffs in
den Feuerraum stark schwanken kann.
Es ist ein weiterer Nachteil der Heizkessel aus dem Stand der Technik mit einem
festen Boden, dass Ablagerungen von geschmolzenen oder gesinterten
Aschepartikeln sich teilweise auf der Heizkesselwand in dem Bereich um die
Zündungsluftdüsen anhäufen, teilweise auf der ersten Unterstützung. Um den freien
Durchgang des Brennstoffes sicherzustellen ist es erforderlich, derartige
Ablagerungen in regelmäßigen Intervallen zu entfernen, was unerwünschte
Unterbrechungen verursachen kann. Der Stand der Technik leidet außerdem an dem
Fehler, dass die Verbrennung eine nicht unerhebliche Menge an Stickoxiden
(NO) entwickelt, welche in die Umgebung abgegeben wird und die Umwelt über
den Schornstein der Heizkesselanlage vergiftet.
Die US-Patentveröffentlichung 4,213,405 beschreibt einen
Verbrennungsheizkessel für feste Brennstoffe, wie beispielsweise Holzabfälle, in welcher der
Feuerraum des Heizkessels eine erste Unterstützung in der Form eines
angeschrägten Rostes hat, dessen Hauptzweck es ist, den Brennstoff zu trocknen,
die Rauchgase aus den Verbrennungsbereichen oberhalb eines zweiten Rostes,
der in einer tieferen Ebene angeordnet ist, werden hier einer oberen Zone des
ersten Rostes zugeführt und durch sie hindurchgeleitet.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren vorzuschlagen,
dass die vorstehenden Probleme reduziert oder eliminiert. Dies wird
entsprechend der Erfindung durch ein Verfahren des in der Einführung genannten Typs
erreicht, das dadurch gekennzeichnet ist, dass die Zündungsluftdüsen Strahlen
von Zündungsluft, welche heiße Rauchgase aus dem Feuerraum mitreißen, auf
die Oberfläche des lose gestapelten Brennstoffes auf der Unterstützung richten,
so dass die Oberflächenschicht des lose gestapelten Brennstoffes gezündet wird
und der Brennstoff teilweise vergast wird, dass die Luft aus den
Zündungsluftstrahlen zusammen mit dem mitgerissenen Rauchgas durch den lose
gestapelten Brennstoff und die erste Unterstützung nach unten passieren und dann durch
den Feuerraum abströmen kann, und dass das von den Zündungsluftstrahlen
mitgerissene Rauchgas im Wesentlichen aus einem Abschnitt des Feuerraums
abgezogen wird, durch welchen eine Mischung aus Verbrennungsprodukten von
der ersten Unterstützung und dem Rost strömt.
Mittels dieses Verfahrens kann die Luft von den Zündungsluftdüsen zusammen
mit den mitgerissenen Rauchgasen durch den Brennstoff zur ersten
Unterstützung strömen, die im Folgenden der erste Rost genannt wird, und dann durch
den Rost zu dessen unterer Seite. Das Ergebnis besteht darin, dass die durch
die Zündung der Oberflächenschicht des Brennstoffes und die Vergasung der
darunter liegenden Teile des Brennstoffes entstehenden Gase nach unten durch
den Brennstoff zu der Unterseite des ersten Rostes strömen. Die
Verbrennungsgase fließen von dort in den Feuerraum und strömen auf diese Weise oberhalb
des auf dem zweiten unteren Rost angeordneten verbrennenden Brennstoffs,
wodurch die Verbrennungsgase von den beiden Rosten gemischt werden,
während sie mit primärer und sekundärer zum Feuerraum in konventioneller Weise
zugeführter Luft vermischt werden. Teile dieser Mischung von Rauchgasen
werden dann durch die Zündungsluftstrahlen aus dem Feuerraum in Richtung zur
Oberfläche des Brennstoffes auf der ersten Unterstützung gezogen.
Überraschenderweise hat sich herausgestellt, dass dieses Verfahren eine
außerordentlich stabile Verbrennung bewirkt, und die Verbrennungsgeschwindigkeit
leicht unabhängig von verschiedenen Variationen der Luftdurchlässigkeit oder
des Feuchtigkeitsgehalts des lose gestapelten Brennstoffes oder seiner
Zuführgeschwindigkeit gesteuert werden kann.
Es hat sich außerdem erwiesen, dass das erfindungsgemäßeverfahren
wesentlich kleinere Mengen von geschmolzenen oder gesinterten Aschepartikeln ergibt,
und eine nicht unerhebliche Reduzierung der Menge von der Verbrennung
erzeugter Stickoxide festgestellt werden kann.
Schließlich sollte erwähnt werden, dass in einem erfindungsgemäßen Heizkessel
keine Flammenrückschläge der Verbrennung durch die Ladekanäle auftreten,
wie dies in Heizkesseln nach dem Stand der Technik der Fall sein kann.
Es wird angenommen, dass diese guten Resultate im Wesentlichen auf den
Umstand zurückzuführen sind, dass die Mischung an Luft und Rauchgasen, die die
Oberfläche des lose gestapelten Brennstoffes zusammen mit den
Vergasungsprodukten aus dem lose gestapelten Brennstoff treffen, nach unten unter den
ersten Rost geführt werden. Dieses stellt sicher, dass die heißen Rauchgase aus
dem Feuerraum in den Bereich rund um die Zündungsluftdüsen strömen können,
dass ein großer Anteil dieses Rauchgases durch den lose gestapelten Brennstoff
rezirkuliert wird, und dass die Gase um die Oberflächen des ersten Rostes eine
relativ homogene und niedrige Temperatur besitzen. Dies muss in Bezug auf die
Heizkessel aus dem Stand der Technik gesehen werden, in denen die
Zündungsluftstrahlen nicht in der Lage sind, dass Brennstoffbett zu durchdringen, da
der Boden unter dem Brennstoffbett einer Durchdringung nicht offen steht. Dies
bedeutet, dass die durch die Vergasung entwickelten Produkte, die verglichen
mit den Rauchgasen in der Mitte des Feuerraums verhältnismäßig kalt sind, aus
der oberen Oberfläche des lose gestapelten Brennstoffes im Wesentlichen in
den Bereich um die Zündungsluftdüsen entkommen und auf diese Weise den
Strom an heißem Rauchgas in diesen Bereich begrenzen. Dieser Umstand wird
in dem Heizkessel aus dem Stand der Technik zusätzlich dadurch unterstützt,
dass die Wand oberhalb der Ladeöffnung mit einer nahezu horizontalen
Steigung ausgebildet ist und auf diese Weise einen Strom von Rauchgas aus der
Mitte des Feuerraums verhindert.
Die Heizkessel aus dem Stand der Technik mit einem festen Boden besitzen
keine wohl definierten Strömungsmuster auf der Oberfläche des festen Bodens.
Dies erlaubt es dem heißen Gasstrom aus den Zündungsluftdüsen, zufällig
auftretenden Löchern in dem Brennstoffbett zu folgen und den festen Boden zu
treffen, wodurch sie teilweise geschmolzene Partikel von in dem heißen Rauchgas
suspendierter Asche auf dem Boden ablagern können. Dies wird zu einem
Wesentlichen Umfang in dem erfindungsgemäßen Verfahren vermieden, teilweise
weil derartige Ströme nach Öffnungen in dem darunter liegenden ersten Rost
suchen und auf diese Weise keine Partikel auf der Rostoberfläche ablagern,
teilweise weil der verbleibende Teil der Rostoberfläche den darüber liegenden
Brennstoff unterstützt und in einem höheren Grad durch den Brennstoff
geschützt ist.
Der Heizkessel aus dem Stand der Technik mit einem festen Boden weist einen
hohen Überschuss an brennbaren Gasen und damit ein Defizit an Sauerstoff in
dem Bereich um die Zündungsluftdüsen auf. Entsprechend hat die Luftmenge
und damit der dem Bereich rund um die Zündungsluftdüsen zugeführte
Sauerstoff einen ausschlaggebenden Einfluss auf die Geschwindigkeit, mit der die
Vergasungsprodukte aus dem Brennstoff auf dem festen Boden ausgestoßen
werden, da die Luftzufuhr zu dem Bereich um die Zündungsluftdüsen eine
erhebliche Temperaturzunahme in diesem Bereich unter diesen Umständen
verursacht. Da ein wesentlicher Teil der Vergasung des Brennstoffes auf dem festen
Boden typischerweise bei Temperaturen unter 500ºC erfolgt, während die
Oxidierung dieser Vergasungsprodukte Temperaturen oberhalb von 800 bis
1.000ºC benötigt, wird eine sorgfältige Balancierung der Verhältnisse zwischen
der dem Rauchgas in dem Bereich um die Zündungsluftdüsen zugeführten
Luftmenge und dem Grad an Wärmeübertragung zwischen dem Rauchgas und dem
Brennstoff auf dem festen Boden benötigt. Im Fall eines Überschusses an
Wärmeübertragung wird die Temperatur des Rauchgases an den Zündungsluftdüsen
fallen, wodurch die Reaktion zwischen den brennbaren Komponenten des
Rauchgases und des durch die Luft zugeführten Sauerstoffes abnimmt. Im Falle
einer unzureichenden Wärmeübertragung wird die Temperatur des in den
Zündungsluftstrahlen mitgerissenen Rauchgases auf ein Niveau ansteigen, in
welchem in dem Rauchgas suspendierte Aschepartikel schmelzen werden und in
welchem auf der Oberfläche des Brennstoffbettes gebildete Asche schmelzen
wird und so die Wärmeübertragung zwischen dem Rauchgas und dem
Brennstoff weiter unterbindet. Um diese Zustände zu steuern, sind die
Zündungsluftdüsen in dem Heizkessel nach dem Stand der Technik in einem relativ
geschlossenem Bereich des Feuerraums angeordnet.
Das erfindungsgemäße Verfahren vermeidet diese Probleme, weil das
Rauchgas, in dem der größte Teil der brennbaren Produkte oxidiert wird, zu den
Zündungsluftdüsen gezogen wird. Da ein wesentlicher Teil der chemisch
gebundenen Energie bereits in Wärme im Rauchgas transformiert worden ist, bevor das
letztere mit der Zündungsluft gemischt wird, wird die Temperatur stets
ausreichen, um eine fortgesetzte Oxidierung im Rauchgas während des Mischens
selbst sicherzustellen. Die reduzierte Menge an brennbaren Gasen im Rauchgas
um die Zündungsluftdüsen bedeutet auch, dass dort mehr Sauerstoff in der
Mischung aus der Zündungsluft und dem Rauchgas vorhanden ist, so dass die zu
den und rund um die Zündungsluftstrahlen zugeführte Luftmenge nicht den
gleichen entscheidenden Einfluss auf die Temperatur der letzteren wie im
beschriebenen Stand der Technik hat. Dies macht es möglich, dass die Menge an den
Zündungsluftstrahlen zugeführter Zündungsluft erheblich freier variiert werden
kann, ausschließlich zum Zweck des Erhaltens einer gewünschten
Verbrennungsgeschwindigkeit auf dem ersten Rost.
Ein weiterer Effekt des oben erwähnten Sauerstoffüberschusses in und um die
Zündungsluftstrahlen in Verbindung mit dem Fluss durch das Brennstoffbett
gemäß der Erfindung besteht darin, dass die in dem Rauchgas vorhandenen und
von dem Brennstoff stammenden Stickstoffverbindungen an den
Zündungsluftdüsen, in den Zündungsluftstrahlen oxidiert werden und in der Lage sind, mit
nicht oxidierten Stickstoffverbindungen in den Vergasungsprodukten unter
Bildung von freiem Stickstoff zu reagieren, der zu keinem wesentlichen Grad in
dem Feuerraum in Stickoxide oxidiert wird. Dies führt zu einer wesentlichen
Reduzierung der Gesamtproduktion von Stickoxiden in der Verbrennung. Es wird
angenommen, dass die Bildung von freiem Stickstoff durch die vermehrte
Anwesenheit von freien Radikalen gefördert wird, wie noch unten beschrieben wird.
Um wirksam das Schmelzen von in dem Rauchgas suspendierten
Aschepartikeln, und ihre Verfestigung auf den Wänden des Heizkessels um die
Zündungsluftdüsen zu vermeiden, ist es erforderlich, die Temperatur in diesem Bereich auf
900 bis 1.100ºC zu begrenzen. Allerdings erlaubt das erfindungsgemäße
Verfahren eine Temperatur in den Zündungsluftstrahlen selbst, die höher als dieses
genannte Niveau ist, weil gemäß dem Verfahren die Zündungsluftstrahlen durch
die erste Unterstützung entgegen der Zündungsluft durchströmt, die in den
Heizkesseln nach dem Stand der Technik "zurückgeworfen" wird und daher den
Bereich rund um die Zündungsluftdüsen trifft.
In dem erfindungsgemäßen Verfahren werden die Zündungsluft und das
mitgerissene Rauchgas während des Durchganges durch das Brennstoffbett als Folge
der Mischung mit den Vergasungsprodukten gekühlt.
Die oben genannte, in den Zündungsluftstrahlen erlaubte höhere Temperatur
gemäß der Erfindung trägt dazu bei, wirksam Teerkomponenten in den
Vergasungsprodukten zu zersetzen. Es wird angenommen, dass die Zersetzung von
Teersubstanzen zusätzlich gefördert wird, wenn CO und H&sub2; unmittelbar verbrannt
werden, bevor die mit den Zündungsluftstrahlen mitgerissenen Rauchgase das
Brennstoffbett treffen, wenn die folgenden raschen Kettenreaktionen auftreten:
H&sub2; + OH → H&sub2;O + H
CO + OH → CO&sub2; + H
O&sub2; + H → O + OH
O + H&sub2;O → 2OH
was folgende Nettoreaktionen ergibt:
H&sub2; + O&sub2; → 2OH
CO + O&sub2; + H&sub2;O → CO&sub2; + 2OH
Die so gebildeten freien OH-Radikale können mit den Teersubstanzen reagieren
und zu deren Zersetzung beitragen. Alternativ können sie beispielsweise durch
folgende Reaktionen zerfallen;
CO + OH → CO&sub2; + H
OH + H → H&sub2;O
was folgende Nettoreaktion ergibt:
CO + 2HO → CO&sub2; + H&sub2;O
Es muss daher angenommen werden, dass die Zersetzung von Teersubstanzen
gefördert wird, wenn das in Richtung auf die Zündungsluftdüsen gezogene
Rauchgas aus dem Feuerraum erhebliche Mengen an CO und H&sub2; enthält. Unter
Normalbedingungen im Feuerraum, unter denen das Rauchgas erheblich
inhomogen sein kann, wird dies der Fall sein, wenn das Rauchgas, bevor es mit der
Zündungsluft mitgerissen ist, mit 60 bis 110%, vorzugsweise 70 bis 100%,
insbesondere 80 bis 90% der für die Verbrennung des Brennstoffes
stöchiometrisch benötigten Luftmenge versorgt wird. Diese Mischungsverhältnisse
wer
den entsprechend als nahezu optimal angenommen, um die oben beschriebene
Reduzierung der Bildung von Stickoxiden zu erhalten.
In einem erfindungsgemäßen Heizkessel können diese Mischungsverhältnisse
durch Tertiärluftdüsen erhalten werden, die in wenigstens in einer der Wände
des Heizkessels in einer Ebene in oder oberhalb einer Verengung des
Strömungsquerschnittes des Feuerraums angeordnet sind, die durch eine geneigte
Wand oberhalb der Ladeöffnung gebildet wird. Die Tertiärluft wird benötigt, um
sicherzustellen, dass das aus dem Feuerraum unterhalb der Verengung
kommende Rauchgas mit soviel Sauerstoff versorgt wird, dass das Rauchgas
vollständig verbrannt werden kann, bevor es weiter in den Konvektionstell des
Heizkessels strömt. Der erwähnte Ort stellt sicher, dass die zugeführte Tertiärlüft
nicht mit dem Rauchgas gemischt wird, dass in die Zündungsluftdüsen strömt,
und dadurch die vorteilhaften oben erwähnten Mischungsverhältnisse verändert.
Der Umstand, dass die Vergasungsprodukte von dem ersten Rost über die
Verbrennungsprodukte von dem zweiten Rost geführt und mit diesen vermischt
werden, bedeutet zum Teil, dass die Vergasungsprodukte nicht die
Zündungsluftstrahlen in reiner Form erreichen können und daher als Folge ihres Anteils an
Teersubstanzen die Oxidierung der Strahlen beeinträchtigen, zum Teil, dass die
Teersubstanzen weiter zersetzt werden, weil die Verbrennungsprodukte von dem
zweiten Rost zu einem größeren Anteil aus CO bestehen, welches die
Teersubstanzen in einer Zweitverbrennung mit diesen zersetzt, wie bereits beschrieben.
In einer anderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens kann die
Verbrennung durch Steigerung der Zündungsluftmenge eingestellt werden, wenn
der Sauerstoffgehalt des Rauchgases hoch oder zunehmend ist, und durch
Reduzierung der Zündungsluftmenge, wenn der Sauerstoffgehalt des Rauchgases
niedrig oder abnehmend ist. Diese Form der Einstellung, die an sich bekannt ist,
hat sich als sehr stabil herausgestellt, wenn sie in Verbindung mit dem
erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzt wird, da ein unerwünschter Einfluss der
direkt von der Oberfläche des Brennstoffbettes zu den Zündungsluftdüsen
zurückkehrenden Vergasungsprodukte nunmehr eliminiert ist.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich außerdem auf einen Heizkessel zur
Verwendung des vorbeschriebenen Verfahrens, wobei der Heizkessel einen
Feuerraum mit einer Ladeöffnung, eine erste Unterstützung gebildet als erster Rost mit
Rostöffnungen, einen in einer unteren Ebene angeordneten Rost, und oberhalb
der ersten Unterstützung angeordnete Zündungsluftdüsen aufweist, wobei der
Heizkessel dadurch gekennzeichnet ist, dass die Rostöffnungen mehr als 20%,
vorzugsweise mehr als 50%, insbesondere mehr als 70% des Bereiches des
ersten Rostes bilden, dass die Zündungsluftdüsen in einer Wand des
Heizkessels oberhalb der Ladeöffnung angeordnet und auf den ersten Rost gerichtet
sind, und dass die Wand oberhalb der Ladeöffnung aufwärts in Richtung zur
Mitte des Feuerraums um einen Winkel zur Horizontalen von 20 bis 70º,
vorzugsweise 30 bis 60º, insbesondere 45º geneigt ist.
In der beschriebenen Ausführungsform stellt die Ausbildung der nach oben
gerichteten Vorderwand sicher, dass die Rauchgase aus einem bestimmten
Abschnitt des Feuerraumes angeordnet um die Ladeöffnung gezogen werden,
durch welche die gewünschte Mischung der Rauchgase aus den zwei Rosten
strömen wird.
Weitere Ausführungsformen sind in den Ansprüchen 7 bis 8 angegeben.
Die Erfindung wird nun anhand eines Ausführungsbeispieles und unter
Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. Die Zeichnung zeigt einen Feuerraum
1 in einem erfindungsgemäßen Heizkessel. Der Feuerraum 1 wird durch eine
Vorderwand 2 begrenzt, durch welche Brennstoff 6 durch einen Ladekanal 4 und
eine Ladeöffnung 5 auf einen ersten, nach unten um einen Neigungswinkel von
ungefähr 10º geneigten Rost geladen wird. In dem Feuerraum befindet sich ein
weiter unten angeordneter zweiter Rost 9, der in diesem Fall als ein Schüttelrost
ausgebildet ist, der von einer mit dem Rost über eine Stange 11 verbundenen
Vibrationsvorrichtung 10 gerüttelt wird.
Der Rost 7 ist als eine Anzahl isolierter Röhren ausgebildet, durch welche freier
Durchgang besteht. Die Röhren können typischerweise einen
Außendurchmesser von 30 bis 50 mm und einen gegenseitigen Abstand von 100 bis 300 mm
besitzen. Der zweite Rost 9 wird unter den ersten Rost 7 zum Auffangen von
Asche und sämtlichem hindurchfallenden Brennstoff eingefügt, und seine
Wasserleitungen werden als Wasserleitungen des ersten Rosts 7 fortgesetzt,
wodurch eine flexible Verbindung zwischen dem festen Rost 7 und dem
beweglichen Rost 9 geschaffen wird.
Der Abschnitt der Vorderwand 2 oberhalb der Ladeöffnung 5 ist um einen Winkel
von ungefähr 45º aufwärts geneigt, und in der Vorderwand sind
Zündungsluftdüsen 15 eingefügt, um Luftstrahlen nach unten auf den lose gestapelten
Brennstoff 6 auf dem Rost zu richten, wie dies durch Pfeile 25 angedeutet ist. Der
resultierende Luftstrom und die Gase durch den Brennstoff sind durch Pfeile 26
und 27 angedeutet. Die Zündungsluft wird durch einen Zündungsluftkanal 16
zugeführt. Der Brennstoff wird mit Primärluft 30 durch Öffnungen in dem
Schüttelrost 9 und mit Sekundärluft durch Sekundärluftdüsen 17 versorgt, wobei die
Richtung des Luftstroms durch einen Pfeil 28 angedeutet ist. Die Sekundärluft
wird über einen Sekundärluftkanal 18 zugeführt.
Der Feuerraum des Heizkessels besitzt einen Querschnitt, der sich nach oben
verengt und dann wiederum erweitert. An der Engstelle sind Tertiärluftdüsen 19
in der Rückwand 3 des Heizkessels angeordnet und sie werden mit Luft aus
einem Tertiärluftkanal 20 versorgt. Wie durch Pfeile 29 angedeutet, wird der
Luftstrom von den Tertiärluftdüsen auf die Vorderwand 2 oberhalb des verengten
Bereiches gerichtet, so dass die Tertiärluft nicht mit den in die
Zündungsluftdüsen gezogenen Rauchgasen gemischt wird.