Die Erfindung betrifft Wachsester, die an ω-3-ungesättigten Fettsäuren angereichert sind,
Verfahren zu ihrer Herstellung, deren besonderes chemisches Verhalten es ermöglicht, dass
sie als Arzneimittel- und Nahrungsmittelzusatzstoffe verwendet werden können, und
Zubereitungen, die sie enthalten, sowohl für pharmazeutische als auch für diätetische
Lebensmittelzwecke.
Der Name "Wachs" bedeutet üblicherweise eine große Klasse von Lipiden, die stärker
nach ihren physikalischen Merkmalen als nach ihren chemischen Strukturen charakterisiert
werden. Üblicherweise wird ein Material als Wachs klassifiziert, wenn es wie ein
Honigwabenmaterial ausschaut.
Im Gegensatz dazu sind vom rein chemischen Standpunkt aus Wachse insbesondere
Carbonsäureester (Wachsester). Sie sind Ester langkettiger aliphatischer Säuren (Fettsäuren)
mit langkettigen aliphatischen Alkoholen. Sowohl die Säuren als auch die Alkohole können
entweder gesättigt oder ungesättigt sein. Eine vollständige Beschreibung der Natur und der
Eigenschaften von Wachsestern findet sich in einem Bericht von P. E. Kolattukudy,
"Chemistry and Biochemistry of Natural Waxes", Elsevier (1976), Amsterdam.
Das Ausgangsmaterial, das zur Herstellung der hier beschriebenen Produkte verwendet
wird, ist ein Gemisch aus Estern, angereichert an ω-3 ungesättigten Fettsäuren. Dieses
Gemisch wird üblicherweise bei derzeitigen industriellen Verfahren aus Naturquellen wie
Fischöl, erhalten, das eine relativ hohe Menge an ungesättigten ω-3-Fettsäuren wie EPA
(Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) enthält. In üblichen Verfahren werden
die Fischöltriglyceride durch Behandlung mit niedrig siedenden Alkoholen in Anwesenheit
eines Katalysators gespalten. Nach Entfernung des Glycerins werden die so erhaltenen Ester
weiter an ω-3 ungesättigten Fettsäuren, gemäß einigen Verfahren wie Destillation und
Harnstofffraktionierung angereichert.
Methyl- und Ethylester, angereichert an EPA und DHA, zusammen mit natürlichen oder
synthetischen Triglyceriden und freien Fettsäuren, ebenfalls angereichert an EPA und DHA,
liegen in Formen, die soweit verfügbar sind als Material, das an ω-3 polyungesättigter
Fettsäure angereichert ist, vor, das sowohl in Pharmazeutika als auch in Nahrungsmittel-
Integratoren verwendet wird.
Diese Formen besitzen starke Nachteile, hauptsächlich bedingt durch ihre
Oxidationstendenz. Diese Produkte werden leicht ranzig, wenn sie Luft ausgesetzt sind.
Oxidationsnebenprodukte, selbst in niedrigem Gehalt, bewirken, dass das Hauptmaterial
riecht, reizend und unangenehm ist, so dass dieses nicht leicht gehandhabt und verwendet
werden kann.
Von einem technischen Standpunkt aus sind weiterhin polyungesättigte Fettsäuren, ihre
Glyceride und ihre Ester mit niedrigsiedenden Alkoholen dicke, ölige Flüssigkeiten, die
schwer zu formulieren sind. Die beste Lösung, die bis heute verwendet wird, besteht darin, sie
in weichen Gallertkapseln zu formulieren, und in diesem Verfahren kann die
Unbequemlichkeit nicht beseitigt werden, wie ein Aufstoßen nach dem Verzehr.
Überraschenderweise wurde gefunden, dass die Wachsester, die hier beschrieben werden,
diese Schwierigkeiten leicht beseitigen können. Die hier beschriebenen Produkte sind leicht
handhabbar, da sie fest sind und eine geringere Oxidationsgefahr besteht. Trotzdem
verbleiben die biologischen Eigenschaften die gleichen wie im Falle aller oben erwähnten
öligen Derivate. Überraschenderweise wurde als Tatsache gefunden, dass Wachsester,
angereichert mit ω-3-polyungesättigten Fettsäuren wesentlich leichter absorbiert und
metabolisiert werden als Wachsester, die natürlich vorkommen und die durch niedrige
Gehalte an ω-3-Fettsäuren charakterisiert sind.
Die hier beschriebenen Produkte sind feste wachsartige Materialien, so dass die
Oxidation nur auf die Oberflächenschicht beschränkt ist. Daher können sie auf verschiedene
Arten formuliert werden, wobei ihre biologischen und organoleptischen Eigenschaften
erhalten bleiben.
Die günstigen Wirkungen der ω-3-Fettsäuren, insbesondere von EPA und DHA, sind für
Pathologien, die das Herz-Kreislaufsystem beeinflussen (Thrombose, Atherosclerose,
Plättchenhyperaggregation, Hyperlipidämle, Hypercholesterinämie), wie auch für Pathologien,
die das Immunsystem beeinflussen, bei inflammatorischen Zuständen und Tumoren gut
bekannt. Weiterhin wurden die Auswirkungen eines Mangels an Nahrungsmittel-DHA
beschrieben (Tacconi M. T., Lligona L., Salmona M., Pitsikas M. und Algen S., Neurobiol, of
Aging, 12 : 55-59, 1990).
Gegenstand der Erfindung ist eine Zusammensetzung von Estern, die aus freien
Fettsäuren, angereichert an ω-3 polyungesättigten Fettsäuren, und Alkoholen, die in
natürlichen Wachsestern vorkommen, gebildet sind, dadurch gekennzeichnet ist, dass der
Gehalt an Acyl-Resten von DHA und/oder EPA höher ist als 12% beziehungsweise 18%.
Die Erfindung betrifft ebenfalls die Verwendung der hier beschriebenen Wachsester zur
Herstellung von Arzneimittel, die zweckdienlich bei den zuvor erwähnten Pathologien, wie
auch bei der Herstellung von Diät- und Lebensmittelprodukten verwendet werden können.
Die hier beschriebenen Wachsester werden aus einem Gemisch von Estern von freien
Fettsäuren, angereichert an ω-3-polyungesättigten Fettsäuren, gebildet, wobei die
Alkoholgruppierung üblicherweise Methyl- oder Ethylalkohol ist, oder allgemeiner ein niedrig
siedender Alkohol. Dieses Gemisch wird mit einem oder mehreren Alkoholen gemäß einer
Umesterungsreaktion, vorausgesetzt, dass diese Alkohole die gleichen sind wie in
Naturwachsprodukten, entsprechend dem folgenden Schema umgesetzt:
RCOOR" + R'OH = RCOOR' + R"OH
worin R der Rest einer ω-3-ungesättigten Fettsäure bedeutet, R" Methyl, Ethyl oder der Rest
eines niedrig siedenden Alkohls bedeutet, R' der Rest eines Alkohols bedeutet, der in dem
Naturwachsester vorkommt, vorausgesetzt, dass die Ester von EPA und DHA in diesem
Gemisch in Prozentgehalten höher als 18% beziehungsweise 12% enthalten sind,
entsprechend den Prozentgehalten von diesen zwei Säuren, die üblicherweise in
Naturprodukten gefunden werden.
Für R" sind Methyl und Ethyl bevorzugt. Für R' sind Reste gesättigter Alkohole mit einer
Kohlenstoffatomzahl im Bereich von 12 bis 40 bevorzugt. Ein anderer bevorzugter Alkohol
ist Oleylalkohol.
Optimal wird die Reaktion, beginnend mit einer fast stöchiometrischen Menge der
Reaktionsteilnehmer, durchgeführt, und sie wird durch Basen katalysiert, entsprechend dem
Verfahren, das üblicherweise für Umesterungen verwendet wird. Das Produkt wird mit der
höchsten Ausbeute erhalten, wenn der niedrig siedende Alkohl R"OH als Reaktionsprodukt
durch Destillation bei verringertem Druck entfernt wird.
Nach Beendigung wird das Reaktionsgemisch mit heißem Wasser, das eine geringe
Menge an Säure, bevorzugt Citronensäure, enthält, behandelt, um den Katalysator
abzuschrecken und zu entfernen, zusammen mit geringen Spuren an während der Reaktion
gebildeter Seife. Durch die Zugabe von heißem Wasser wird der Wachsester als geschmolzene
flüssige Phase abgetrennt, die sich abtrennen und verfestigen kann.
Die erfindungsgemäß beschriebenen Wachsester können in kleine, farblose, nadelförmige
Kristalle umkristallisiert werden. Sie können ebenfalls ohne irgendeine Kristallisation einfach
durch Wiederholung des Waschens der öligen Phase mit etwas mehr Wasser und
Citronensäure gereinigt werden. Das so erhaltene Produkt wird einer Endbehandlung der
Desodorierung unterworfen, um Nebenprodukte der Oxidation zu entfernen, gemäß
Verfahren, die üblicherweise in der Lebensmittelöltechnologie verwendet werden.
Gemäß dem so beschriebenen Verfahren, ist der Gehalt an ω-3-polyungesättigten
Fettsäuren im Endwachsester gleich wie in dem Ausgangsgemisch der Ester, was durch
Analyse der sauren Gruppierung, erhalten durch Hydrolyse der Wachsester, gezeigt wird.
Die Umesterungsreaktion ist das bestgeignetste Verfahren zur Herstellung von
Wachsestern, die an ω-3-polyungesättigten Fettsäuren stark angereichert sind. Andere
Reaktionen können ebenfalls die gleichen Produkte ergeben, ausgehend von Estern,
angereichert an ω-3-polyungesättigten Säuren, und von freien Fettsäuren, erhalten durch
Hydrolyse dieser Ester. Einige dieser Reaktionen können erwähnt werden, wie die direkte
Veresterung von freien Fettsäuren mit Alkoholen, die Behandlung der Alkohole mit reaktiven
Derivaten von Säuren, wie den Anhydriden, Chloriden, Isopropenylestern und so weiter, die
Umesterung von entweder Methyl- oder Ethylestern von Fettsäuren mit entweder Essig- oder
Propionsäureestern langkettiger Alkohole.
Wachsester, die hier beschrieben werden, sind gegenüber der Luftoxidation stabiler als
die Ausgangsester, was durch die Parallelbestimmung der Peroxidzahl, bestimmt bei
steigenden Zeiten einer Probe aus Ethylester, angereichert an EPA und DHA, und des
entsprechenden Wachsesters, bestätigt wird, wenn beide Proben in einem offenen Behälter
stehengelassen werden. Nach einer Woche der Einwirkung von Luft nimmt die Peroxidzahl
um das fünf- bis siebenfache im Falle des Ehtylesters zu, verglichen mit dem Fall der
Wachsester; die Werte wurden auf der Basis des tatsächlichen Gewichts der polyungesättigten
Fettsäure in der Molekularformel der Ethylester und der Wachsester korrigiert.
Ähnliche Ergebnisse wurden erhalten, wenn die Bildung von Formaldehyd als
Oxidationsnebenprodukt verfolgt wurde. Die Tests wurden gemäß Wilbur et al.,
Arch. Biochem. Biophys, 24: 305,1949, modifiziert durch Kikugawa et al. Anal. Biochem.
202: 249, 1992, durchgeführt und sie sind in Tabelle 1 aufgeführt.
Tabelle 1Oxidierbarkeit von Wachsestern (200 mg) mit Peroxid in vitro im Vergleich zu den
gleichen Mengen an Fischöl.
Hinsichtlich der Absorption und Biotransformation von Wachsestern, die erfindungsgemäß
beschrieben werden, wurde gefunden, dass diese Verbindungen gut absorbiert werden und
dass sie tatsächlich metabolisiert werden, im Gegensatz zu dem, was von Naturwachsestern
beschrieben wurde, die nicht mit ω-3-polyungesättigten Fettsäuren angereichert sind.
Die Verdaubarkeit der erfindungsgemäß beschriebenen Produkte wurde in vitro in
Versuchen geprüft. Nach der Digestion mit Pancreaslipase wurde die Hydrolyse der
Wachsester auf der Grundlage der Bildung sowohl der Alkohol- als auch der
Säuregruppierungen verfolgt. Als Vergleich wurde Jojobaöl verwendet, das ein Naturöl ist,
das eine Säuregruppierung, bei der die monoungesättigte Fettsäure die Hauptmenge darstellt,
und eine Alkoholgruppierung, die überwiegend gesättigte Ketten enthält, enthält. Die
Dünnschicht-Chromatographie-Analyse zeigt klar, dass die Wachsester, angereichert an ω-3-
polyungesättigten Fettsäuren bereits nach 6 Stunden vollständig in ihre Bestandteile
hydrolisiert sind, wohingegen Jojobaöl kaum reagiert hatte.
In-vivo-Tests wurden mit Ratten, die mit einer Einzeldosis von 5 g/kg Wachsestern (akute
Behandlung) behandelt waren, durchgeführt. Die Tiere wurden 6 bzw. 16 Stunden nach der
Behandlung getötet. Die Ergebnisse sind in den Tabellen 2 und 3 aufgeführt.
Tabelle 2 zeigt, dass die Plasmatriglyceride erhöht werden, im Vergleich mit den nicht
behandelten Tieren, bei beiden Zeiten nach der Behandlung. Tabelle 3 zeigt eindeutig, dass
das Plasma der behandelten Tiere bemerkenswert in EPA und DHA 6 Stunden nach der
Behandlung im Vergleich mit den nicht behandelten Tieren angereichert ist. Keine Wirkung
ist nach 16 Stunden nach der Behandlung erkennbar, möglicherweise wegen des schnellen
Metabolismus der Lipide.
Ein Prokoll wurde ebenfalls angewendet, um die Wirkungen der chronischen Behandlung
zu untersuchen. Mit einer Dosis von 0,3 g/kg, wiederholt während 15 Tagen, wurde keine
Änderung im Gewicht der Tiere beobachtet. Der Futterverbrauch nahm etwas ab, wohingegen
der intestinale Durchgang nicht verändert war, was aus Tabelle 4 hervorgeht. Diese
Ergebnisse stehen in scharfem Gegensatz zu den Ergebnissen im Falle der Naturwachse, bei
denen polyungesättigte Fettsäuren nicht die Hauptbestandteile der Säuregruppierung sind
(vergleiche die oben angegebene Zusammenfassung von P. E. Kolattukudy). Die in-vivo-Tests
stehen in Übereinstimmung mit den in-vitro-Ergebnissen, und alle verstärken den Beweis,
dass die Anreicherung der Wachsester an ω-3-ungesättigten Säuren eine vollständige
Absorption und Verdaubarkeit ergibt.
Tabelle 2Wirkung der akuten Behandlung mit Wachsestern (5 g/kg, oral) auf Plasmalipide bei
RattenTabelle 3Wirkung der akuten Behandlung mit Wachsestern (5 g/kg, oral) auf den Fettsäuregehalt
im RattenplasmaTabelle 4Wirkung der subohronischen Behandlung mit Wachsester (0,3 g/kg jeden Tag, während
15 Tagen) auf das Körpergewicht, den Futterverbrauch und den intestinalen Durchgang
bei Ratten
Als Ergebnis zeigen die Untersuchungen, sowohl in vivo als auch in vitro, die
Wirksamkeit der erfindungsgemäß beschriebenen Produkte als Quelle für ω-3-ungesättigte
Fettsäuren, wobei diese Produkte so gut wie andere Produkte sind, die derzeit auf dem Markt
sind. Zusätzlich, im Gegensatz zu den derzeitigen Produkten, zeigen die neuen Produkte unter
technologischen und Rezepturgesichtspunkten viele Vorteile auf.
Einige Zubereitungsaspekte, die alle hier beschriebenen Produkte betreffen, sollen
besonders erwähnt werden. Beispielsweise können die Wachsester in geschmolzener Form
versprüht werden und in kaltes Wasser injiziert werden, wobei sich Tröpfchen des Produkts in
Form kleiner Kügelchen mit einem vorgegebenen Radius verfestigen. Das Verfahren kann mit
Wasser, behandelt mit Salz und natürlichen Duftstoffen, durchgeführt werden, um
synthetischen Kaviar herzustellen.
Als Alternative können die Wachsester auf einer festen Matrix (Mehl, Kleie, Granulate
und so weiter) absorbiert werden, um Nahrungsmittelprodukte herzustellen, die mit ω-3-
ungesättigten Fettsäuren angereichert sind.
Auf dem pharmazeutischen Gebiet können die erfindungsgemäßen Produkte unter
Verwendung bekannter Exzipientien und Verfahren, wie in "Remington's Pharmaceutical
Sciences Handbook" Mack Publishing Company, New York, USA, beschrieben, formuliert
werden.
Die Erfindung betrifft daher ebenfalls diätetische und pharmazeutische Zubereitungen,
die Wachsester, angereichert an ω-3-ungesättigten Fettsäuren, enthalten, die nach dem hier
beschriebenen Verfahren hergestellt werden können.
Die folgenden Beispiele beschreiben die Herstellung einiger Wachsester, angereichert an
ω-3-ungesättigten Fettsäuren, und erläutern die Erfindung in Einzelheiten.
Beispiel 1
25 g angereicherter Fischölester (Verseifungszahl = 170 mg KOH/g,
durchschnittliches Molekulargewicht 330, EPA 33%, DHA 22%, bestimmt durch
gaschromatographische Prozentanalyse) wurden mit 25 g Behenylalkohol (Molekulargewicht
326) vermischt. Das Gemisch wurde mit 0,3 g Natriummethoxid behandelt und der Kolben
wurde mit einer Vakuumpumpe (40 mbar) verbunden. Die Temperatur wurde auf 120ºC
erhöht. Das gerührte Gemisch verdunkelte sich, als das Ethanol bei circa 80ºC zu sieden
begann. Die Temperatur von 120ºC wurde während einer halben Stunde gehalten. Während
dieser Zeit hörte die Ethanol-Entwicklung fast auf. Das Gemisch wurde darauf auf 40ºC
abgekühlt, dann wurde das Vakuum durch Füllen des Kolbens mit Stickstoff aufgehoben. Das
flüssige Gemisch wurde in eine 1%-ige Citronensäurelösung (200 ml) gegossen und unter
Stickstoff bei Raumtemperatur gerührt. Es wurde weitere fünf Minuten bei Raumtemperatur
gerührt, dann wurde das Gemisch weiter gerührt, auf 5ºC abgekühlt, wobei eine
Kristallisation stattfand. Das feste Material wurde im Vakuum abfiltriert, mit Wasser auf dem
Filter gewaschen und aus 400 ml Aceton umkristallisiert. Nach dem Abkühlen des Gemisches
auf -10ºC in einer Stünde wurde das weißliche kristalline Produkt im Vakuum abfiltriert und
bei verringertem Druck über Nacht bei Raumtemperatur getrocknet. Ausbeute: 42,5 g(89%).
Das Produkt ergibt einen klaren Fleck im TLC (Silicagelplatten, Eluierungssystem;
n-Hexanethylether 9 : 1, Rf = 0,87, wobei Rf des Ausgangsethylester = 0,75, Rf von Behenylalkohol =
0,11). Der Schmelzpunkt des Wachses war 47ºC.
Beispiel 2
Der gleiche Ethylester von Beispiel 1 (33 g) wurde mit 27 g Stearylalkohol
(Molekulargewicht 270) umgesetzt. Die Reaktionsbedingungen waren die gleichen wie bei
Beispiel 1. Ausbeute: 43,5 g (67,5%), nach Umkristallisation aus 200 ml Aceton. Es wurde
ein klarer Fleck im TLC nachgewiesen (Silicagel, m-Hexanethylether 49 : 1, Rf = 0,23). Durch
Überlagern dieses Produkts mit einem Produkt von Beispiel 1 konnte keine Trennung
beobachtet werden. Schmelzpunkt: 39ºC.
Beispiel 3
25 g Ethylester, angereichert an EPA (74% EPA), ohne DHA, (Verseifungszahl:
170, durchschnittliches Molekulargewicht 330) wurden mit 25 g Behenylalkohol umgesetzt.
Die Reaktionsbedingungen waren die gleichen wie bei Beispiel 1. Das aus Wasser erhaltene
Produkt war selbst in großen Mengen an heißem Aceton nicht vollständig löslich, so wurde es
filtriert, wie es war, eine geschmolzene Phase, durch ein Papierfilter, und bei verringertem
Druck getrocknet. Ausbeute: 39,4 g (82,7%). Schmelzpunkt: 40ºC.
Beispiel 4
25 g Ethylester (der gleiche wie in Beispiel 1) wurden mit 16,2 g 1-Tetradecanol
(Molekulargewicht 214) umgesetzt. Die Reaktionsbedingungen waren die gleichen wie bei
Beispiel 1. Nach dem Gießen des Gemisches in saures Wasser wurde die ölige Phase zweimal
bei 45ºC mit 100 ml Wasser gewaschen. Nach dem Abtrennen wurde die ölige Phase bei
verringertem Druck getrocknet. Ausbeute: 35 g (90%). Schmelzpunkt: 23ºC. Die
Dünnschicht-Chromatographie zeigte einen reinen Flecken mit dem gleichen Rf wie die
Produkte der Beispiele 1, 2 und 3.
Beispiel 5
33 g des gleichen Ethylesters von Beispiel 1 (33% EPA, 22% DHA) wurden
gemäß dem gleichen Verfahren von Beispiel 1 mit 24 g 1-Hexadecanol (Cetylalkohol)
umgesetzt. Der bei 3ºC aus Wasser abfiltrierte Feststoff wurde in 50 ml kaltem Aceton (bei
-10ºC) eine halbe Stunde gerührt, im Vakuum filtriert und bei verringertem Druck getrocknet.
Ausbeute: 47 g (89%). Schmelzpunkt: 31ºC.
Beispiel 6
33 g des gleichen Ethylesters von Beispiel 1 wurden mit 29 g 1-Eicosanol
umgesetzt. Nach dem gleichen Verfahren und der gleichen Aufarbeitung wie in Beispiel 1
wurden 42 g Wachsester erhalten (75%). Schmelzpunkt: 43ºC.
Beispiel 7
Das gleiche Herstellungsverfahren wie in Beispiel 2 beschrieben, wurde
wiederholt. Die Kristallisation aus Aceton wurde weggelassen, aber das Rohprodukt, das nach
der Trennung des geschmolzenen Wachses aus heißem Wasser erhalten wurde, wurde erneut
gemäß dem gleichen Verfahren gewaschen. Es wurde ein Produkt erhalten, das den gleichen
Schmelzpunkt und die gleiche Reinheit besaß, wie das in Beispiel 2 beschriebene. Die
Ausbeute erhöhte sich auf 96%.
Alle Proben (Beispiele 1-7) wurden der Hydrolyse gemäß den Bedingungen unterworfen,
wie sie für die Analyse von Naturwachsestern beschrieben sind (Linskens, H. J. und Jackson,
L. J., Essential Oils and Waxes, Springler Verlag, Berlin (1991)). Anschließend erfolgte die
geeignete Aufarbeitung und Analyse der Zusammensetzung aus freien Fettsäuremolekülteilen.
Die Analysen zeigten die gleichen EPA- und DHA-Gehalte in Wachsestern wie in den Estern,
die als Ausgangsmaterial verwendet worden waren.
Beispiel 8Test auf Verdaubarkeit
Die Wirkung von Pancreaslipase auf Wachsester wurde gemäß dem Verfahren von
Neumann (U. Neumann, P. Kaspar, und J. Ziegenborn, "Methods in Enzymatic Analysis",
Bergmayer HV, 1984, Bd. 4, S. 34-36) verifiziert. 800 mg Wachses er, angereichert an ω-3-
polyungesättigten Fettsäuren, und parallel zum Vergleich 800 mg Jojobaöl wurden in einem
Tris-Puffer, 0,125 M, pH 9,2, der Humane-Pancreaslipase, Colipase und Deoxycholsäure
enthielt, bei unterschiedlichen Zeiten bei 37ºC inkubiert. Nach der Extraktion der Lipide
wurden Teile der organischen Phasen, die Lipide enthielten, getrocknet, und auf eine
Silicagel-TLC-Platte mit Konzentrationsbande gegeben. Die Platten wurden mit n-Hexan-
Ethylether-Essigsäure 80 : 20 : 1 eluiert. Die Flecken wurden durch Einwirkung von Iod und
Besprühen mit Schwefelsäure sichtbar gemacht.
Anspruch[de]
1. Zusammensetzung von Estern, die durch freie Fettsäuren,
die an ω-3-polyungesättigten Fettsäuren angereichert sind
und in natürlichen Wachsestern vorkommende Alkohole gebildet
worden sind, dadurch gekennzeichnet, dass
der Gehalt der Acylreste von DHA (Docosahexaensäure) und/oder
EPA (Eicosapentaensäure) höher als 12% bzw. 18% ist.
2. Zusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, dass die Alkohole aus der Gruppe beste¬
hend aus Behenyl-, Stearyl-, Tetradec-1-yl-, Cetyl-, Eicos-1-
yl- und Oleylalkohol ausgewählt worden sind.
3. Zusammensetzung nach Anspruch 1 zur Verwendung als
Medikament.
4. Zusammensetzung nach Anspruch 3 zur Verwendung bei der
Behandlung von kardiovaskulären Erkrankungen, Thrombose,
Plättchenhyperaggregation, Hyperlipidämie,
Hypercholesterinämie, Entzündungen, Krebs, Erkrankungen des Immunsystems.
5. Verwendung der Zusammensetzung nach Anspruch 1 als Diät-
/Nahrungsmittel-Integrationsmittel.
6. Diät-/Nahrungsmittel-Integrationsmittel, enthaltend die
Zusammensetzung nach Anspruch 1.
7. Diät-/Nahrungsmittel-Integrationsmittel nach Anspruch 6
in der Form von Mikrokügelchen oder in absorbierter Form auf
einer festen Matrix, die als Nahrungsmittel verwendet wird.