Die Erfindung betrifft einen Gasglühkörper zur Gasbeleuchtung, bestehend
aus einem an einem Sockel gehaltenen mineralischen Gerüst auf der Basis von Yttriumoxid,
sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung.
Gasglühkörper der oben genannten Art, auch als gebrannte Gasglühkörper
bezeichnet, werden vorwiegend zur Straßenbeleuchtung, in Warnleuchten, insbesondere
auf Gewässern und an Bahnsignalleuchten, oder in tragbaren Leuchten, zum Beispiel
im Campingbereich, eingesetzt. Das maschenartig ausgebildete Oxidgerüst des Gasglühkörpers
sendet bei Erhitzung durch eine Gasflamme infolge von Thermolumineszenz-Emission
ein gleißendes helles Licht (Auerlicht) aus. Außer Erdgas werden insbesondere
in ortsveränderlichen Anlagen auch andere Gase, beispielsweise Propangas, verwendet.
Das Oxidgerüst besteht zumeist aus einem überwiegenden Anteil an radioaktivem Thoriumoxid.
Thoriumhaltige Gasglühkörper stellen jedoch wegen der Radioaktivität des Thoriums,
insbesondere bei unsachgemäßem Gebrauch, aber auch während des Herstellungsprozesses,
eine nicht zu unterschätzende Gefährdung dar. Es hat daher nicht an intensiven
Bemühungen gefehlt, den Thoriumgehalt in dem Glühkörpergerüst zu senken oder das
Thorium sogar vollständig durch andere, nicht radioaktive Stoffe zu ersetzen.
Durch das teilweise Ersetzen des Thoriumoxids, beispielsweise gemäß
EP 0 101 086, US 4 883 619 oder US 5 240 407, werden die von der Radioaktivität
ausgehenden Gefahren nicht verhindert. Andererseits weisen die in der EP 0 082
062 und in der FR 2 551 178 offenbarten thoriumfreien Gasglühkörper, die unter
Verwendung von Zirkonoxiden bzw. Yttrium- und Ceroxiden hergestellt sind, eine
geringe, mit zunehmender Einsatzdauer nachlassende Lichtleistung auf.
Aus der DE 197 15 413 ist schließlich ein Gasglühkörper aus einem
an einem Keramiksockel gehaltenen Oxidgerüst bekannt, das zu mindestens 98 Gew.-%
aus Yttriumoxid besteht und 0,8 bis 1,6 Gew.-% Ceroxid, 0,008 bis 0,2 Gew.-% Aluminiumoxid
sowie 0 bis 0,2 Gew.-% Magnesiumoxid enthält. Dieser thoriumfreie Glasglühkörper
zeichnet sich durch eine ausreichend hohe und vor allem über einen langen Zeitraum
beständige Lichtleistung aus. Das Oxidgerüst ist im Bereich des Keramiksockels
mit Magnesiumoxid stabilisiert, um zumindest in diesem Teil des Gasglühkörpers
die Festigkeitseigenschaften zu verbessern. Dennoch bleibt das Oxidgerüst mechanisch
hochempfindlich, so dass die Lebensdauer aufgrund von Erschütterungen, zum Beispiel
durch den Fahrzeugverkehr bei Straßenleuchten oder durch die ständige Bewegung
von auf Gewässern angeordneten Warneinrichtungen, eingeschränkt wird. Bei der Ausbildung
und Ausformung des Oxidgerüstes während des Brennvorgangs im Laufe des Herstellungsverfahrens
kann sich ein unzureichendes Schrumpfverhalten einstellen, das zu Rissen und Fehlstellen
und einer unregelmäßigen Form des Oxidgerüstes führt und die Lebensdauer und Lichtleistung
des Gasglühkörpers verringert.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Gasglühkörper der
eingangs genannten Art und ein Verfahren zu dessen Herstellung so auszubilden,
dass die Fertigerzeugnisse ein gleichmäßig geformtes, homogenes und in sich stabiles
Oxidgerüst aufweisen, um während des Betriebes als Leuchtmittel auch bei mechanischer
Belastung durch Erschütterungen eine lange Lebensdauer bei im Wesentlichen gleichbleibender
Lichtleistung zu gewährleisten. Erfindungsgemäß wird die Aufgabe mit einem Gasglühkörper
gemäß den Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs 1 sowie mit einem Verfahren
zu dessen Herstellung gemäß den Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs 4 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen
Ansprüchen 2 und 3 sowie 5 bis 7.
Der Grundgedanke der Erfindung besteht mit anderen Worten darin,
dass das aus einem Oxidgemisch gebildete maschenartige Gerüst des Gasglühkörpers
neben Yttriumoxid und Ceroxid als weiteren Bestandteil Berylliumoxid enthält.
Das anstelle des üblicherweise vorgesehenen Aluminiumoxids verwendete Berylliumoxid
sorgt für eine homogene, stabile Struktur des Oxidgemisches. Der Glühkörper wird
während des Brennvorgangs gleichmäßig und ohne innere Spannungen ausgeformt. Das
heißt, während der Ausformung des Gasglühkörpers im Brennprozess treten Formabweichungen,
Risse und Fehlstellen in deutlich geringerem Umfang auf, und andererseits wird
auch die mechanische Festigkeit deutlich erhöht, so dass eine verbesserte Stabilität
gegenüber Erschütterungen, zum Beispiel aufgrund der ständigen Bewegung von Warnleuchten
in Gewässern, besteht. Somit kann durch die Verwendung von Berylliumoxid in Verbindung
mit Yttrium- und Ceroxid ein nicht radioaktiv strahlender Gasglühkörper mit gleichmäßiger
Form und Maschenweite zur Verfügung gestellt werden, der auch bei mechanischer
Belastung über einen langen Zeitraum eine gleichbleibende Lichtleistung gewährleistet.
In einer bevorzugten Ausführungsvariante besteht das Oxidgerüst zu
mindestens 97.6% aus Yttriumoxid sowie zu maximal 1,8% aus Ceroxid und zu maximal
0,6% aus Berylliumoxid.
In weiterer Ausbildung der Erfindung ist das Oxidgerüst im Bereich
des Keramiksockels durch ein Gemisch aus einem Aluminiumsalz und einem Magnesiumsalz
verstärkt, so dass die Stabilität gegenüber Vibrationen weiter verbessert wird.
Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren wird zur Herstellung des Oxidgerüstes
ein Kunstseidengewebe bestimmter Maschenweite mit einer wässrigen Lösung mit mindestens
97.5 Gew.-% Yttriumnitrat sowie maximal 1,5 Gew.-% Cernitrat und maximal 1,0 Gew.-%
Berylliumnitrat imprägniert.
Eine bevorzugt verwendete Imprägnierlösung enthält 98,6 Gew.-% Yttriumnitrat,
0,8 Gew.-% Cernitrat und 0,6 Gew.-% Berylliumnitrat.
Zur zusätzlichen Versteifung des Gasglühkörpers wird das Kunstseidengewebe
ausschließlich im Bereich des Sockels mit einer Salzlösung imprägniert, die vorzugsweise
weniger als 35 Gew.-% Magnesiumnitrat und weniger als 15 Gew.-% Aluminiumnitrat
enthält.
Anhand des nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispiels zur Herstellung
von Gasglühkörpern wird die Erfindung näher erläutert.
Ein schlauchartig ausgebildetes Kunstseidengewebe, das mit 120 bzw.
180 Nadeln in einer vorgegebenen Maschenweite gestrickt wurde, wird in eine wässrige
Imprägnierlösung, die 98,8 Gew.-% Yttriumnitrat (Y(NO3)4),
0,8 Gew.-% Cernitrat (Ce(NO3)4) sowie 0,6 Gew.-% Berylliumnitrat
(Be(NO3)2) enthält, getaucht. Anschließend wird der Kunstseidengewebeschlauch
zentrifugiert und getrocknet. Die Gewebefasern sind nun mit einem Gemisch aus den
oben genannten Salzen imprägniert. In einer nachfolgenden Behandlung mit Ammoniaklösung
werden die drei Nitratsalze in die jeweiligen Hydroxide überführt. Das derart behandelte
Kunstseidengewebe wird nun in entsprechend der Größe des Gasglühkörpers bemessene
Teilstücke geschnitten, die einzeln vorgeformt und jeweils an einem Keramiksockel
befestigt werden. Im Bereich des Keramiksockels wird auf das Kunstseidengewebe
zusätzlich eine Salzlösung, die aus 30 Gew.-% Magnesiumnitrat (Mg(NO3)2)
und aus 10 Gew.-% Aluminiumnitrat (Al(NO3)3) besteht, aufgetragen.
Bei dem anschließenden Brennvorgang wird in einem ersten Schritt zunächst das
Kunstseidengestrick verbrannt (Veraschung), wobei die Hydroxide in Oxide umgewandelt
werden und im Leuchtbereich des Gasglühkörpers ein Salzgerüst aus Yttriumoxid,
Ceroxid und Berylliumoxid zurückbleibt, das im Keramiksockelbereich noch durch
das dort zusätzlich aufgebrachte Magnesium- und Aluminiumsalz verstärkt wird. In
dem darauf folgenden zweiten Brennschritt wird das über den Keramiksockel hinausragende
Oxidgerüst gedehnt und dabei in Form gebracht.
Mit der oben angegebenen Zusammensetzung des Salzgemisches aus Yttriumoxid
und Ceroxid in Verbindung mit dem hier erfindungsgemäß verwendeten Berylliumoxid,
das sich aufgrund der geringen Größe des Berylliumions gut in die Kristallstruktur
einpasst, wird bereits im Verlauf des Brennprozesses bei gutem Schrumpfverhalten
ein stabiles, gleichmäßig geformtes Oxidgerüst mit verminderter Neigung zur Ausbildung
von Fehlstellen und Rissen und gleichmäßiger Maschenweite erzeugt, so dass die
Ausschussquote gegenüber den bekannten Gasglühkörpern deutlich verringert ist.
Die Lichtleistung, zu der auch die gleichmäßige Form und Maschenweite des Oxidgerüstes
beiträgt, entspricht im Wesentlichen der der bekannten thoriumfreien Gasglühkörper
auf Yttriumbasis. Die Beschränkung der Lichtleistung durch die Maschendichte fällt
hier weniger als bei anderen Gasglühkörpern ins Gewicht. Das in dem vorliegenden
prozentualen Anteil gut und spannungsfrei in die Kristallstruktur integrierte
Beryllium sorgt vor allem auch für eine hohe Stabilität des Gasglühkörpers, so
dass auch in der praktischen Anwendung bei einer mechanischen Belastung aufgrund
von Erschütterungen eine lange Brenndauer mit gleichbleibender Lichtleistung erzielt
werden kann. Zur Verbesserung der Stabilität des Salzgerüstes im Bereich seiner
Anbindung an den Keramiksockel trägt darüber hinaus das in diesem begrenzten Bereich
aus Magnesium- und Aluminiumnitrat gebildete zusätzliche Salzgerüst bei.