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Dokumentenidentifikation DE10205917A1 11.09.2003
Titel Transporteinrichtung für die Ausbringung von Flüssigkeiten in der Landwirtschaft
Anmelder Kurz, Walter, 91608 Geslau, DE;
Henninger, Friedrich, 91604 Flachslanden, DE
Erfinder Kurz, Walter, 91608 Geslau, DE;
Henninger, Friedrich, 91604 Flachslanden, DE
DE-Anmeldedatum 12.02.2002
DE-Aktenzeichen 10205917
Offenlegungstag 11.09.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.09.2003
IPC-Hauptklasse A01C 7/06
IPC-Nebenklasse A01C 7/20   A01C 23/02   
Zusammenfassung Eine Transporteinrichtung zum Ausbringen von Flüssigdünger, die zugleich als eine Sävorrichtung für Saatgut ausgebildet ist, vermengt Flüssigdünger und Saatgut während des Transportes von der Flüssigdünger-Lagerstätte zur Anbaufläche, also vor dem Ausbringen des Flüssigdüngers auf die Anbaufläche. Hierzu ist ein gemeinsames Rohrsystem samt Pumpeinrichtung an der Transporteinrichtung vorgesehen, für Flüssigdünger und Saatgut, sowie eine das Mengenverhältnis dosierende Beimischeinrichtung.

Beschreibung[de]

Durch die Deutsche Offenlegungsschrift 39 31 503 ist eine Einrichtung bekannt, mit der in einem gemeinsamen Feldbearbeitungsvorgang ein Austragen von Flüssigdünger (Gülle) und ein Sävorgang durchgeführt werden. Hierzu ist an eine Transporteinrichtung zur Ausbringung von Flüssigdünger kurzum ein Sägerät angebaut. Damit wird unter anderem eine günstige Transport- und Flächenleistung erzielt. Ferner wird auch die Häufigkeit des unvorteilhaften Überfahrens des Feldes reduziert, was hinsichtlich Zeit und Arbeitsaufwand sowie hinsichtlich unvorteilhafter Bodenverdichtung zweckmäßig ist. Die bekannte Einrichtung ist unter anderem mit einer Förderpumpe für den Flüssigdünger ausgestattet.

In der genannten Offenlegungsschrift ist auch angegeben, dass anstatt mit Hilfe der Förderpumpe auch mittels Überdruck- oder Unterdruck-Erzeugung in einem Flüssigdünger-Transportbehälter die Aufnahme des Flüssigdiingers aus einem stationären Sammelbehälter ("Güllegrube") in diesen Transportbehälter und ebenfalls die Ausbringung des Flüssigdüngers aus diesem Transportbehälter auf die Anbaufläche bewerkstelligt werden kann. Diese Funktionsweisen sind auch in der Landwirtschaft ganz allgemein durch die sogenannten "Vakuumfässer" gut eingeführt.

Die Erfindung betrifft eine Transporteinrichtung mit einem Hauptbehälter für Flüssigdünger und mit einem Behälter für Trockensubstanz und mit Mitteln zum Ausbringen sowohl von Flüssigdünger, insbesondere Flüssigmist (Gülle), als auch mit solchen zum Ausbringen von Saatgut auf Anbauflächen in einem für beide (Flüssigdünger und Saatgut) gemeinsamen agrartechnischen Arbeitsgang, und mit Mitteln zur Förderung des Flüssigdüngers (Güllepumpe) in einem mit dem Hauptbehälter verbundenem Rohrsystem, das einerseits zur Aufnahme des Flüssigdüngers in den Hauptbehälter und andererseits zur Ausbringung desselben auf die Anbauflächen vorgesehen ist.

Die genannte bekannte Einrichtung sieht nun vor, dass das Sägerät Drillschare aufweist denen Gülleausbringschare zugeordnet sind. Sie gibt im Einzelnen dazu an, dass die Gülle-Ausbringschare als Ausgangsrohre ausgebildet sind. Sie zeigt, dass die Säschare den Gülle-Ausbringscharen einzeln zugeordnet sind. Es sind also im bekannten Fall zwei verzweigte Fördersysteme, nämlich eines für die Gülle und eines für das Saatgut vorgesehen. Sie münden - nach entsprechend vielen Verzweigungen - in entsprechend vielen Paaren von Mündungen von Ausbringkanälen, wobei jedes Paar immer eine Mündung für Gülle und eine Mündung für Saatgut umfasst.

Ferner gibt die obige Offenlegungsschrift an, dass die Mündungen der Gülle- Ausgangsrohre mit Prallverteilern ausgestattet sind. Damit kann eine gewünschte Streubreite beim Verteilen der Gülle auf die Ackerfläche erreicht werden. Die Gülle wird also breitflächig verspritzt.

Das bekannte Verfahren zur Ausbringung zugleich von Flüssigdünger und von Saatgut ist nicht unproblematisch. Denn es besteht die Gefahr der Verschmutzung, Verklebung und Verstopfung der Mündungen der Saatgut-Ausbringkanäle. Das Saatgut ist bekanntlich eine Trockensubstanz, die beim Zusammenkommen mit Flüssigdünger in nachteiliger Weise zur Klumpenbildung neigt. Es besteht also das Erfordernis, Klumpenbildung und Verstopfungen der räumlich nah beieinander liegenden Mündungen der Ausbringkanäle, insbesondere der für das Saatgut, zu vermeiden.

Unabhängig davon gibt es außer dem Erfordernis, Saatgut gezielt in Reihen, zum Beispiel beim Maisanbau (hiervon spricht die obige Offenlegungsschrift in Spalte 3 Zeile 60 ff), in die Anbaufläche einzubringen, in anderen Fällen - und neuerdings vermehrt - das gegenteilige Erfordernis, das Saatgut zwecks Ertragsoptimierung möglichst gleichmäßig auf die Anbaufläche zu Verteilen, wozu sich das Streuverfahren bevorzugt eignet. Letzteres trifft zum Beispiel zu beim Zwischenfruchtanbau und bei der gezielten Gräsernachsaat auf Grünflächen, insbesondere für "zuckerliefernden Gräser" die für die Milchsäuregärung der Silage notwendig sind. Hierbei besteht also das gegenteilige Erfordernis, das Saatgut zwecks Ertragsoptimierung und Arbeitsoptimierung möglichst gleichmäßig auf die Anbaufläche zu Verteilen, wozu sich das Streuverfahren bevorzugt eignet. Da bei Anwendung des Streuverfahrens die Gefahr einer durch Windeinfluss verursachten Verwehung des Saatgutes und somit einer nicht gleichmäßigen Verteilung des Saatgutes auf der Anbaufläche besteht, ist ein höherer Abstand der Mündungen der Kanäle für das Saatgut über der Anbaufläche unzweckmäßig. Wegen der Verwehungsgefahr wäre also das Gegenteil erforderlich, das heißt Mündungen für das Saatgut sollten relativ niedrig vorgesehen werden. Wiederum macht die gewünschte Streubreite beim Ausbringen der Gülle über die genannten Prallverteiler eine entsprechende Höhe für die Mündungen der Gülle- Ausbringkanäle erforderlich, die wegen ihres höheren spezifischen Gewichtes nicht der Gefahr der Verwehung unterliegt.

Im bekannten Fall ist vorgesehen, dass jedem Säschar einzeln ein Gülle- Ausbringschar zugeordnet ist, wobei Samenkörner (Maiskörner) über die Säschare unmittelbar in den Boden eingebracht werden können, die beim Bearbeitungsvorgang im bekannten Falle folglich in die Anbaufläche hineinragen ("eintauchen") müssen. Die zuvor beschriebenen verschiedenen Erfordernisse stehen also - was den Abstand der genannten Mündungen über der Anbaufläche betrifft - in einem Gegensatz zueinander und sind insoweit untereinander unvereinbar.

Die genannte bekannte Einrichtung ist also als ein Ackerbau-Fahrzeug mit zwei getrennten Transportbehältern dargestellt und trägt einerseits eine mit einem Behälter für Flüssigdünger (der wiederum zweiteilig ist) verbundene Pumpe und ein verzweigtes, an sie angeschlossenes Verteil-Rohrsystem samt Spritzdüsen und ein angebautes Sägerät. Letzteres besteht aus einer für die Förderung von Saatgut aus dem Saatgutbehälter, geeigneten und mit demselben verbundene Trockensubstanz- Fördereinrichtung samt verzweigten Trockensubstanz-Förderkanälen für das Saatgut und mit einzeln mit diesem verbundenen Säscharen, die parallel zu den Gülle-Ausbring-Mündungen angeordnet sind. Eine solche Transporteinrichtung der beschriebenen bekannten Art ist eine aufwendige Spezialeinrichtung. Sie ist alleine für die Ausbringung von Flüssigdünger - also im Sonderfall - zwar auch verwendbar; aber sie lässt den technischen Aufwand für die darin mit enthaltene Saatgut-Fördereinrichtung, ferner für die verzweigten Trockensubstanz- Förderkanäle, sowie für die Säschare, also den gesamten Aufwand für das Sägerät, das im bekannten Fall an die Einrichtung für die Ausbringung von Gülle angebaut ist, ungenutzt. Bei einer Benutzung der bekannten Einrichtung zur Verteilung nur von Flüssigdünger ist also die dabei entfallende Nutzung der Mittel, die zur Saatgut-Verteilung auf die Anbauflächen vorgesehen sind, ein Nachteil.

Für die Erfindung besteht die Aufgabe, eine Einrichtung der eingangs in Absatz 3 angegebenen Art unter Vermeidung der Nachteile von bekannten Einrichtungen und Verfahrensweisen so auszubilden, dass zugleich mit dem Verspritzen von Flüssigdünger die mit diesem Verspritzvorgang zu einem einzigen Arbeitsgang vereinigte Verteilung von Saatgut in einer für den Arbeitsprozess, für die Keimfähigkeit des Saatgutes und seine optimale Nutzung und für den Geräteaufwand rationellen Weise erfolgen kann.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Mittel zum Ausbringen von Flüssigdünger und die Mittel zum Ausbringen von Saatgut auf die Anbauflächen ein und dieselben sind, und dass mit dem Rohrsystem eine Beimischeinrichtung verbunden ist, die dem Flüssigdünger die Trockensubstanz, insbesondere das Saatgut, über eine Dosiereinrichtung zur Dosierung des permanenten Mengenverhältnisses zwischen Flüssigdünger und Trockensubstanz zuführt.

Die Erfindung schafft die Möglichkeit, Flüssigdünger und Saatgut im fertig vermengten, dabei aber im frisch vermengten Zustand auf die Anbaufläche auszubringen. Dabei wird das gewünschte Mischungsverhältnis vorgegeben. Es kann präzise regulierbar sein. Eine Entmischung ist dadurch verhindert, dass die Beimischung kurz vor dem Ausbringen des Flüssigdünger-Saatgut-Gemenges erfolgt. Dies kann bei der Beladung der Transporteinrichtung aus dem stationären Sammelbehälter in den Hauptbehälter der Transporteinrichtung, bei Umfüllvorgängen oder bei der Ausbringung des Gemenges auf die Anbaufläche, oder zeitlich dazwischen während des Transportes erfolgen. Dadurch, dass die Förderkanäle für Flüssigdünger und Saatgut ein und dieselben sind, also ein entsprechend gemeinsames Rohrsystem verwendet wird, reduziert sich der technische Aufwand hierfür wesentlich. Bei Nutzung nur für Flüssigdünger- Ausbringung entfällt ein Ungenutztbleiben von vorgesehenen technischen Mitteln.

Die Erfindung schafft weiterhin die Möglichkeit unter Ausnutzung der erfindungsgemäß vorgesehenen technischen Mittel und Vorrichtungen, dass die ausgebrachten Stoffe, insbesondere Saatgut und Flüssigdünger, auf den landwirtschaftlichen Flächen räumlich immer nahe beieinander zu liegen kommen. Dadurch wird durch die Feuchtigkeit, die bereits vor dem Ausbringen der durch den Beimischvorgang mit dem Flüssigdünger vermengten Saatgutes (Trockensubstanz) auf die Anbaufläche auf das Saatgut zur Wirkung kommt, das Keimen begünstigt; dadurch ist der aufgehende Keimling, insbesondere bis zum "Zweiblatt-Stadium" gut mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt.

Dadurch, dass eine Vermengung von Flüssigdünger und Saatgut bereits vor der Ausbringung auf die Anbaufläche erfolgt, wird überdies eine Gefahr von Verklumpung des Saatgutes und von Verstopfung von Förderkanälen erfindungsgemäß vermieden. Auch ist die Verwehung durch Windeinfluss von Saatgut mit geringerem spezifischen Gewicht, insbesondere bei Grassamen, vermieden. Die Ausbring-Mündungen der Förderkanäle für den Flüssigdünger müssen nicht ganz dicht über der zu befahrenden bzw. zu bearbeitenden Anbaufläche vorgesehen werden, sondern können in einer für die Verspritzung des Flüssigdüngers optimalen Höhe angeordnet werden. Dennoch ist die Gefahr einer Verwehung des Saatgutes eliminiert. Das Saatgut hat ferner Gelegenheit zum Aufquellen vor seiner Ausbringung auf die Anbaufläche, ohne dass die Gefahr einer Verrottung entsteht. Durch die Vermengung des Saatgutes mit dem Flüssigdünger vor Ausbringung dieses Gemenges ist auch der Gefahr entgegengewirkt, dass das Saatgut nach dem Ausbringen auf die Anbaufläche von Vögeln oder anderem Getier aufgefressen wird. Es wird vielmehr durch den Strom des Flüssigdüngers in die Vertiefungen und Ritzen der Anbaufläche hineingespült.

Die Anwendbarkeit und praktische Bedeutung der Erfindung ist nicht darauf beschränkt, dass es sich bei dem Flüssigdünger um Gülle handelt, sondern es kann auch Flüssigdünger - hergestellt aus Handelsdünger-Materialien - oder Klärschlamm oder Jauche verwendet werden. Ebenso ist es möglich, als Flüssigdünger Flüssigmist zu verwenden und als Trockensubstanz dem Flüssigdünger anstelle von Saatgut andere Trockensubstanzen beizumischen, zum Beispiel Handelsdünger (Harnstoff).

Unabhängig von der eingangs beschriebenen bekannten Einrichtung und den deshalb gegebenen Arbeitsverfahren zur Verteilung von Flüssigdünger und von Saatgut ist es gebräuchlich, in stationären Sammelbehältern für Flüssigdünger (Güllegrube) mitunter demselben auch verschiedene Trockensubstanzen, zum Beispiel Kalk, beizumischen. Dies ermöglicht ebenfalls eine gleichzeitige Verteilung von Flüssigdünger und ursprünglich trockenen Substanzen in einem einzigen Arbeitsgang auf den Anbauflächen. Dies wird dazu genutzt, chemische Reaktionen im Sammelbehälter herbeizuführen, die zum Beispiel zur Verminderung lästiger Geruchsentwicklung dienen.

Diese gebräuchliche Vorgehensweise wäre aber für eine Verteilung von Flüssigdünger und von Saatgut in einem einzigen agrartechnischen Arbeitsgang ungeeignet, weil der längerfristige Verbleib des Saatgutes im gelagerten Flüssigdünger dasselbe schädigen kann (vorzeitiges Keimen, Beeinträchtigung der Keimfähigkeit bis zur völligen Verrottung, d. h. Abtötung des Saatgutes). Auch ist die Beimischung von Saatgut zum Flüssigdünger in stationären Sammelbehältern unvorteilhaft, weil dem gesamten Inhalt eines Sammelbehälters nur eine einzige Sorte von Saatgut (oder eine einzige Saatgut-Mischung) beigemengt werden kann, es sei denn, es würde eine entsprechend größere Anzahl von stationären Sammelbehältern vorgesehen werden, was entsprechend aufwendig wäre.

Ein weiterer Nachteil dieses Verfahrens entsteht bei Beimischung von Stoffen mit unterschiedlichen spezifischen Gewichten. Wegen des längeren Verbleibens (da ja immer eine große Menge Trägermaterials, d. h. Gülle vermischt werden muss) der Mischung im Sammelbehälter entmischen sich Flüssigdünger und beigemischte Trockensubstanz auch bei nur leicht unterschiedlichen spezifischen Gewichten der Bestandteile wieder. Denn entweder schwimmen die leichteren Teile auf oder die schwereren Teile sinken zu Boden. Die Folge dieser ungleichen Verteilung im Sammelbehälter wäre auch eine ungleiche Verteilung auf der Anbaufläche.

Anhand der Fig. 1 bis 10 sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt, worauf die Erfindung im einzelnen nicht beschränkt ist.

In Fig. 1 ist ganz allgemein eine Transporteinrichtung mit Hauptbehälter (1), Saugrohr (2), Saugleitung (3) (wobei das Saugrohr und die Saugleitung das genannte Ansaugrohr bilden), Pumpe (4) (Mittel zur Förderung von Flüssigmist), Ausstoßrohr (5), Verteiler (6) und Anschluss (7) dargestellt.

In Fig. 2 ist die Transporteinrichtung gemäß Fig. 1 in erfindungsgemäßer Ausstattung u. a. mit einer Trockensubstanz-Zudosier-Einrichtung mit Verbindung (20) zum Anschluss (7) an den Tankwagen Fig. 1, Dosierrad (21) mit Fördernischen (28), Behälter (22), Deckel (23), Antriebsmotor (24), Dosierschieber (25) dargestellt. Mit letzterem können in einer für Sämaschinen an sich bekannter Weise die wirksamen Fördernischen breiter oder schmäler gemacht werden, was unmittelbar auf das Dosiervolumen Einfluss hat (diese Einstellmöglichkeit ist zweckmäßig dafür, den Volumenunterschied der verschiedenen Saatgüter (Trockensubstanzen) zu berücksichtigen). Ferner sind dargestellt ein Einstellhebel (26), der für die Einstellung des Dosiervolumens, d. h. des Mengenverhältnisses zwischen Flüssigdünger und Saatgut (bzw. Trocken-Handelsdünger) eine einfache Handhabung gewährleistet, und ein regelnder Drucksensor (27), welcher den Unterdruck, der durch den Füllstand des stationären Sammelbehälters vorgegeben ist, abfragt und mit der aus einem höheren Unterdruck theoretisch resultierenden längeren Fülldauer die Drehzahl (Fördervolumina) des Motors nachregelt.

In Fig. 3 ist für eine Flüssiggut-Zudosier-Einrichtung eine Verbindung (30) mit dem Anschluss (7) der Transporteinrichtung Fig. 1, Rührwerk (31) und Rührelement (32), Sieb (33), Behälter (34) und Düse (35) dargestellt. Zur Einstellung des Mengenverhältnisses der dem Flüssiggut zuzudosierenden Trockensubstanz dienen Düsen mit unterschiedlichen Ausgangsöffnungen (Fig. 3 Einzelheit). Die Düse (35) ist also auswechselbar, siehe hierzu Einzelheit und Düsengrößen 35 I, 35 II und 35 III. Die Beimischeinrichtung übt gemeinsam mit der Dosiereinrichtung die Funktion des Zudosierens des Saatgutes zum Flüssigdünger (bzw. des Trocken- Handelsdüngers zum Flüssigmist) aus.

In den Fig. 4-10 sind schematische Darstellungen gezeigt, die die verschiedenen Weiterbildungen der Erfindung wiedergeben, die alle in der durch die Fig. 1-3 dargestellten erfindungsgemäßen Transporteinrichtung anwendbar sind.

Fig. 4 zeigt den Anschluss der Beimischeinrichtung/Dosiereinrichtung an das Ansaugrohr zwischen Güllepumpe und stationären Sammelbehälter (Befüll- Vorgang der Transporteinrichtung).

Fig. 5 zeigt den Anschluss der Beimischeinrichtung/Dosiereinrichtung an das Ansaugrohr der Güllepumpe zwischen Güllepumpe und Hauptbehälter der Transporteinrichtung. Hierbei erfolgt die Beimischung mit einem Überdruck aus der Beimischeinrichtung/Dosiereinrichtung.

Fig. 6 zeigt den Anschluss der Beimischeinrichtung/Dosiereinrichtung an das Ausstoßrohr der Güllepumpe mittels zweier Anschlüsse unter Ausnutzung des Druckgefälles, welches beim Ausbringen des Flüssigdüngers und durch unterschiedliche Rohrquerschnitte im Ausstoßrohr (letztere nicht im einzelnen dargestellt) entsteht (Beipass-Prinzip).

Fig. 7 zeigt den Anschluss der Beimischeinrichtung/Dosiereinrichtung an das Ausstoßrohr der Güllepumpe unter Ausnutzung des Druckgefälles, welches in an sich bekannter Weise durch das Venturiprizip entsteht.

Fig. 8 zeigt den Anschluss der Beimischeinrichtung/Dosiereinrichtung an das Ausstoßrohr der Güllepumpe (Pumpe 1), wobei die Zudosierung über eine am Dosierbehälter angebrachte Fördereinrichtung (Pumpe 2) erfolgt.

Fig. 9 zeigt den Anschluss der Beimischeinrichtung/Dosiereinrichtung an das Ansaugrohr der Güllepumpe mittels zweier Anschlüsse unter Ausnutzung des Druckgefälles für den Beimisch-/Dosiervorgang, welches durch unterschiedliche Rohrquerschnitte (ähnlich wie bei Fig. 6) im Ausgangsrohr entsteht.

Fig. 10 zeigt den Anschluss der Beimischeinrichtung/Dosiereinrichtung an das Ausstoßrohr und an das Ansaugrohr mittels zweier Anschlüsse unter Ausnutzung des Druckgefälles für den Beimisch-/Dosiervorgang, welches durch die Mittel zur Förderung des Flüssigdüngers (Güllepumpe) entsteht.

Die erläuterten Ausführungsbeispiele gemäß Fig. 1-10 zeigen und beschreiben jeweils ein Rohrsystem zum Ausbringen von Flüssigdünger (Flüssigmist), vermengt mit Saatgut, bzw. handelsüblichem Trockendünger (also in Trockenform, der so, aber anstatt in Trockenform auch in Wasser als Trägerflüssigkeit gelöst sein kann) in der Form, dass dieses Rohrsystem nur eine einzige Mündung am betr. Transportfahrzeug aufweist. Hierauf ist die Erfindung jedoch keineswegs beschränkt, sondern gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist das Rohrsystem zum Ausbringen des Flüssigdüngers (Flüssigmist) auf die Anbaufläche innerhalb der Transporteinrichtung ein mehrfach verzweigtes Rohrsystem (Fig. 11) mit entsprechend vielen einzelnen Mündungen der Ausbringkanäle. Durch Anwendung dieses Verteilsystems gestaltet sich die bereits erfindungsgemäß schon sehr gleichmäßige Verteilung des betr. Gemenges (Flüssigdünger und Saatgut, bzw. Flüssigdüngers und Trockendünger) in vorteilhafter Weise noch zusätzlich mit besonderer Gleichmäßigkeit über die hierzu streifenweise mit der Transporteinrichtung zu befahrenden Anbaufläche. Dabei ist es in zweckmäßiger Weise möglich, auch die einzelnen Mündungen der Ausbringkanäle des Rohrsystems einzeln mit Prallverteilern auszustatten.

1. Variante der Beimischeinrichtung

Für Trockensubstanzen mit grober Körnung und großen Dosiervolumina (wie z. B. bei Gerste) ist die Trockensubstanz-Saugdosier-Einrichtung Fig. 2 besonders gut geeignet, welche fest am Tankwagen installiert und über eine Leitung (20) und dem Anschluss (7) mit dem Saugrohr (3) des Transportfahrzeuges Fig. 1 verbunden ist. Die zu fördernde Menge (Mengenverhältnis nach Patentanspruch 1) der zuzudosierenden Trockensubstanz zu dem Flüssigdünger wird über den Schieber (25, 26) eingestellt. Durch Verschieben desselben werden die Kammern des Dosierrades (21), in für Sämaschinen an sich bekannter Weise, vergrößert oder verkleinert und somit wird das Dosiervolumen (Mengenverhältnis Flüssigdünger/Trockensubstanz) beeinflusst. Der Motor (24) dreht das Dosierrad (21). Die Drehzahl des Dosierrades (21) wird über den Drucksensor (27) geregelt; insbesondere kann die zuzudosierende Menge (Vorgang der dosierten Beimischung) den Umgebungsbedingungen, wie z. B. durch den Füllstand der Güllegrube bedingten Fülldruck und der dadurch beeinflussten Fülldauer, sehr genau angepasst werden. Der Unterdruck, welcher für die Befüllung des Tankwagens Fig. 1 notwendig ist, wird dadurch aufgebaut, dass die Vorrichtung komplett abgedichtet und mit dem Deckel (23) luftdicht verschlossen ist.

2. Variante der Beimischeinrichtung

Ein weiteres Ausführungsbeispiel wird anhand der "Flüssiggut-Zudosier- Einrichtung" (unter Flüssiggut ist hier zu verstehen, dass die Trockensubstanz gemäß Patentanspruch 1 zunächst in eine Trägerflüssigkeit eingebracht wird - Gemenge oder Lösung - wodurch also das Flüssiggut entsteht) erklärt. Die Vorrichtung besteht aus der Flüssiggut-Zudosier-Einrichtung gemäß Fig. 3 selbst und der Transporteinrichtung Fig. 1 mit dem Anschluss (7), an den ein Verbindungsschlauch (30) angeschlossen ist.

Zuerst werden alle zuzudosierenden Stoffe - zunächst in Trockenform - in die Flüssiggut-Zudosier-Einrichtung (31-35) durch das Sieb (33) gefüllt, welches die Aufgabe hat, alle gröberen Teile wie Stroh oder ähnliche Dinge vom Trockengut zu trennen und es wird dadurch gewährleistet, dass diese gröberen Teile nicht in den Hauptbehälter gelangen und Verstopfungen an der Düse oder weiterführenden Leitungen verursachen. Danach wird der Behälter (34) mit Wasser aufgefüllt, wodurch eine hydrostatische Abdichtung erreicht wird. Der zur Befüllung notwendige Unterdruck kann sich dadurch in der Saugleitung aufbauen. Mittels des Rührwerks (31, 32) werden die Trockensubstanzen vermischt und in Mischung gehalten. Während des Füllvorganges des Tankwagens (Fig. 1) entsteht im Saugrohr (3) und im Saugschlauch (2), welcher in den Sammelbehälter der Gülle führt, gleichermaßen der zur Füllung notwendige Unterdruck. Dadurch wird aus der Flüssiggut-Zudosier-Einrichtung durch die Düse (35) und Saugschlauch (30) hindurch über den Anschluss (7) die zuzudosierenden und den bereits mit Wasser (Trägerflüssigkeit) vermengten Trockensubstanzen aus dem Behälter (34) in das Ansaugrohr (3) kontinuierlich zu dem Trägermaterial (Gülle) zugegeben. Hierbei wird die zuzudosierende Menge über den Unterdruck, welcher im Saugrohr aufgebaut, sowie über die gewählte Düsengröße I, II oder III der Düse (35) beeinflusst.

Diese Stoffe (Trockensubstanz) werden nochmals, während sie die Pumpe (4) durchfließen, vermischt. Durch diesen zwangsweisen Vorgang entsteht ein sehr homogenes Mischungsverhältnis des Flüssigmistes mit der vorbereitend bereits mit Wasser (Trägerflüssigkeit) vermengten Trockensubstanz.

Die zuletzt beschriebene Ausführungsvariante eignet sich zur dosierten Beimischung besonders für feinkörnige Materialien wie Klee- oder Rapssamen, sowie für Harnstoff, oder ähnliche Stoffe, weil das spezifische Gewicht der beizumengenden Stoffe ähnlich dem des Trägermaterials (Wasser) ist und weil diese Trockensubstanzen infolge der vorbereitenden Vermengung mit Wasser weniger zur Verstopfung neigen. Leichtere Samen wie zum Beispiel Grassamen können also mit der Trägerflüssigkeit gewichtsbelastet werden. Dazu wird das Wasser-Samen-Gemenge lediglich einige Zeit, vorzugsweise ist dies die Ausbringzeit (ca. 20-40 min hat sich als günstig und praktikabel herausgestellt), in Mischung gehalten. Durch ständiges Rühren werden alle Samen gleichmäßig behandelt. Mit der Vorrichtung kann also auch ein besonders behandeltes (durch Vorquellung) gewichtsbelastetes Saatgut hergestellt werden.

Als besonders vorteilhaft hat sich die Keimfähigkeit eines in solcher Weise vorgequollenen Samens erwiesen.

Die Erfindung betrifft nicht nur eine Transporteinrichtung nach Patentanspruch 1-8, sondern ganz allgemein auch ein Verfahren zum Transport von Flüssigdünger mittels eines Transportfahrzeuges und seines Hauptbehälters, sowie zum Ausbringen des Flüssigdiingers auf Anbauflächen in Verbindung mit dem Ausbringen einer Trockensubstanz, zum Beispiel Saatgut, aus einem hierfür vorgesehen Zusatzbehälters des Transportfahrzeuges in einem gemeinsamen agrartechnischen Arbeitsgang. Dieses Verfahren ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, dass Flüssigdünger und Trockensubstanz während des Transportes mit Hilfe einer Beimischeinrichtung vermengt werden durch die Ausbringung des Flüssigdüngers aus dem Hauptbehälter, und/oder durch die Ansaugung des Flüssigdüngers aus einem Sammelbehälter in den Hauptbehälter, und durch eine dosierte Zuführung der Trockensubstanz aus dem Zusatzbehälter in den Strom des Flüssigdüngers innerhalb des Rohrsystems, während der Ansaugung oder während der Ausbringung des Flüssigdüngers.


Anspruch[de]
  1. 1. Transporteinrichtung mit einem Hauptbehälter für Flüssigdünger und mit einem Behälter für Trockensubstanz, insbesondere von Saatgut, und mit Mitteln zum Ausbringen sowohl von Flüssigdünger, insbesondere Flüssigmist (Gülle), als auch mit solchen zum Ausbringen von Trockensubstanz, insbesondere von Saatgut, auf Anbauflächen in einem für beide (z. B. Flüssigdünger und Saatgut) gemeinsamen agrartechnischen Arbeitsgang, und mit Mitteln zur Förderung des Flüssigdüngers (z. B. Güllepumpe) in einem mit dem Hauptbehälter verbundenem Rohrsystem, das einerseits zur Aufnahme des Flüssigdüngers in den Hauptbehälter und andererseits zur Ausbringung desselben über Ausstoßöffnungen des Rohrsystems auf die Anbauflächen vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zum Ausbringen von Flüssigdünger und die Mittel zum Ausbringen von Saatgut auf die Anbauflächen ein und die selben sind, und mit dem Rohrsystem eine Beimischeinrichtung verbunden ist, die dem Flüssigdünger die Trockensubstanz, insbesondere das Saatgut, über eine Dosiereinrichtung zur Dosierung des permanenten Mengenverhältnisses zwischen Flüssigdünger und Trockensubstanz zuführt.
  2. 2. Transporteinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Beimischeinrichtung mit dem Ansaugrohr der Mittel zur Förderung des Flüssigdüngers (z. B. dem Ansaugrohr der Güllepumpe) verbunden ist, und dass die Beimischeinrichtung die Trockensubstanz, insbesondere Saatgut, dem Strom des Flüssigdüngers unter Beeinflussung durch das Druckgefälle zwischen dem absoluten Druck im Ansaugrohr und dem atmosphärischen Druck zuführt.
  3. 3. Transporteinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Ansaugrohr zugleich ein Rohr zur Ansaugung des Flüssigdüngers aus einem Sammelbehälter (z. B. Güllegrube oder Gülletankwagen, der zur Befüllung des Hauptbehälters der Transporteinrichtung dient) ist, und dass die Mittel zur Förderung des Flüssigdüngers (z. B. Güllepumpe) denselben dem Hauptbehälter zuführen.
  4. 4. Transporteinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Ansaugrohr zugleich ein Rohr zur Ansaugung des Flüssigdüngers aus dem Hauptbehälter ist, und dass die Mittel zur Förderung des Flüssigdüngers (z. B. Güllepumpe) denselben den Ausstoßöffnungen zur Ausbringung des Flüssigdüngers auf die Anbaufläche zuführt.
  5. 5. Transporteinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Beimischeinrichtung mit dem Ausstoßrohr der Mittel zur Förderung des Flüssigdüngers (z. B. Güllepumpe) verbunden ist, und dass diese Verbindung an einem im Ausstoßrohr vorgesehenen Venturirohr vorgesehen ist, durch das ein Unterdruck zwischen dem Druck im Ausbringrohr und dem atmosphärischen Druck entsteht, durch welchen die zudosierende Trockensubstanz dem Flüssigdünger zugeführt wird.
  6. 6. Transporteinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Beimischeinrichtung Mittel zur separaten Druckerzeugung beigefügt sind, die die Trockensubstanz dem Flüssigdünger im Ansaugrohr oder Ausstoßrohr der Mittel zur Förderung des Flüssigdüngers (z. B. Güllepumpe) zuführt.
  7. 7. Transporteinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die der Beimischeinrichtung beigefügten Mittel zur separaten Druckerzeugung durch einen separaten Druckerzeuger (z. B. Kompressor), insbesondere im Zugfahrzeug oder in der Transporteinrichtung, und durch eine Zuleitung zur Beimischeinrichtung gebildet sind.
  8. 8. Transporteinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Beimischeinrichtung die Trockensubstanz dem Flüssigdünger unter dem Einfluss eines Druckgefälles im Ansaugrohr oder im Ausstoßrohr der Mittel zur Förderung des Flüssigdüngers (z. B. Güllepumpe) oder durch ein Druckgefälle zwischen Ansaugrohr und Ausstoßrohr zugeführt wird.
  9. 9. Transporteinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohrsystem zum Ausbringen des Flüssigdüngers (Flüssigmist) auf die Anbaufläche innerhalb der Transporteinrichtung ein mehrfach verzweigtes Rohrsystem mit entsprechend vielen einzelnen Mündungen der Ausbringkanäle ist.
  10. 10. Verfahren zum Transport von Flüssigdünger mittels eines Transportfahrzeuges und seines Hauptbehälters, sowie zum Ausbringen des Flüssigdüngers auf Anbauflächen in Verbindung mit dem Ausbringen einer Trockensubstanz, zum Beispiel Saatgut, aus einem hierfür vorgesehen Zusatzbehälters des Transportfahrzeuges in einem gemeinsamen agrartechnischen Arbeitsgang dadurch gekennzeichnet, dass Flüssigdünger und Trockensubstanz während des Transportes mit Hilfe einer Beimischeinrichtung vermengt werden durch die Ausbringung des Flüssigdüngers aus dem Hauptbehälter, und/oder durch die Ansaugung des Flüssigdüngers aus einem Sammelbehälter in den Hauptbehälter, und durch eine dosierte Zuführung der Trockensubstanz aus dem Zusatzbehälter in den Strom des Flüssigdüngers innerhalb des Rohrsystems, während der Ansaugung oder während der Ausbringung des Flüssigdüngers.






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