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Dokumentenidentifikation DE10249475A1 11.09.2003
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Unterdrücken von Schwingungen in einer drucktechnischen Maschine
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Berti, Christopher, 69234 Dielheim, DE;
Buck, Bernhard, Dr., 69126 Heidelberg, DE;
Faulhammer, Holger, 70184 Stuttgart, DE;
Krüger, Michael, 68535 Edingen-Neckarhausen, DE;
Maaß, Jürgen, 69168 Wiesloch, DE;
Mader, Sven, 69234 Dielheim, DE;
Maier, Stefan, Dr., 69118 Heidelberg, DE;
Müller, Kai Oskar, 69488 Birkenau, DE;
Nöll, Matthias, 64331 Weiterstadt, DE;
Riese, Martin, Dr., 01445 Radebeul, DE;
Roskosch, Bernhard, 69168 Wiesloch, DE
DE-Anmeldedatum 24.10.2002
DE-Aktenzeichen 10249475
Offenlegungstag 11.09.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.09.2003
IPC-Hauptklasse B41F 13/08
IPC-Nebenklasse F16F 15/04   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Unterdrücken von Schwingungen in einer drucktechnischen Maschine.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Unterdrücken von Schwingungen in einer drucktechnischen Maschine zu entwickeln, welche mit geringem Aufwand über den gesamten Drehzahlbereich seine Wirkung entfalten.
Die Erfindung besteht darin, dass bei einem Verfahren zum Unterdrücken von Schwingungen in einer drucktechnischen Maschine, bei dem an mindestens einem Element der Maschine eine in einem Freiheitsgrad frei schwingende Masse verwendet wird, die Drehzahl der Maschine (1) bestimmt und einer Steuereinrichtung (28) zugeführt wird, und in der Steuereinrichtung (28) unter Verwendung der Drehzahl eine Stellgröße bestimmt und mindestens einem Aktuator (38, 65, 80, 89, 90, 110, 111) zugeführt wird, wobei mit dem Aktuator (38, 65, 80, 89, 90, 110, 111) mindestens ein schwingungstechnischer Parameter der Masse (33, 55, 56, 66, 82, 97) entsprechend der Drehzahl verändert wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Unterdrücken von Schwingungen in einer drucktechnischen Maschine, bei dem an einem schwingenden Element eine frei schwingende Masse verwendet wird.

Beim Antrieb von drucktechnischen Maschinen, wie z. B. Bogendruckmaschinen, werden u. a. Riemen- und Zahnräder-Getriebe verwendet. Im Getrieberäderzug einer zyklisch druckenden Bogendruckmaschine treten an verschiedenen Stellen unerwünschte Schwingungsanregungen auf, die keine ganzzahligen Ordnungen aufweisen, d. h., die sich nicht ein, zwei oder n-mal pro gedruckten Bogen wiederholen. Derartige Anregungen führen zu Schwingungen der gleichen Ordnung, die sich drucktechnisch als Störungen bemerkbar machen, deren Lage sich von Bogen zu Bogen ändert. Solche Druckstörungen, die sich z. B. als Streifen im Druckbild zeigen, sind auffälliger als Störungen, deren Lage sich von Bogen zu Bogen nicht ändert. Typische Verursacher solcher Störungen sind bei Bogendruckmaschinen Riemengetriebe und Antriebe für Reiberwalzen, welche keine ganzzahligen Umlaufordnungen aufweisen.

Drucktechnische Maschinen werden in der Regel mit Elektromotoren angetrieben. Das Antriebsmoment eines Elektromotors wird über ein Riemengetriebe in einen Zahnräderzug eingespeist, von dem aus die Zylinder, Trommeln und Walzen in den Druckwerken angetrieben werden. Es ist bekannt, störende Schwingungen, z. B. an einem Zylinder, mit einem Sensor zu ermitteln und einen oder mehrere Elektromotoren so anzusteuern, dass die Schwingungen reduziert werden. Zusätzlich können aktive Tilger vorgesehen werden, die ebenfalls schwingungskompensierend angesteuert werden. Nachteilig ist der hohe Aufwand für die Ermittlung der störenden Schwingungen. Um Schwingungen an allen Entstehungsstellen zu erfassen, müßten neben einer Vielzahl von Sensoren auch eine Vielzahl von aktiven Tilgern zum Einsatz kommen.

Drucktechnische Maschinen können so gestaltet werden, dass ungeradzahlig angeregte Schwingungen weitestgehend vermieden werden. Wenn im Getriebezug ein Riementrieb zum Einsatz kommt, ist es wegen dem natürlich vorhandenen Schlupf prinzipiell nicht möglich, dies über den ganzen Geschwindigkeitsbereich zu realisieren. Bei Bogendruckmaschinen sind in der Regel im Bereich der Farbwerke umlaufende Elemente vorhanden, die gegenüber dem Bogen führenden Zylindern mit nicht ganzzahligen Ordnungen umlaufen. Konstruktive Maßnahmen, die Schwingungsanregungen durch Vorgabe entsprechender Toleranzen gering zu halten, sind fertigungstechnische Grenzen gesetzt. Z. B. lassen sich die von einem Riemen ausgehenden Störungen oder die Rundlaufeigenschaften von Reiberwalzen nur mit einem erhöhten konstruktiven Aufwand verringern oder verbessern.

Eine drucktechnische Maschine weist als schwingungsfähiges Gebilde Eigenresonanzen auf. Ein Weg unerwünschte Schwingungen zu verringern besteht darin, Resonanzen mit ungradzahligen Ordnungen in einen unkritischen Drehzahlbereich zu legen. Bei Bogendruckmaschinen kann z. B. bei Riemengetrieben die Riemenlänge geeignet dimensioniert werden. Die Variation der Riemenlänge hat ihre Grenzen in dem zur Verfügung stehenden Bauraum und in der Beeinflussung der Maschinendynamik durch einen längeren und damit weicheren Riemen. Ein weiterer Weg besteht in der Verwendung eines auf die Eigenfrequenz einer Maschine abgestimmten Tilgers, wie es in DE 199 14 613 A1 beschrieben ist.

In DD 130 321 A1 ist einer Vorrichtung zur Tilgung von Torsionsschwingungen in dem Antrieb von Druckmaschinen beschrieben, bei dem mit einer oder mehreren Drehachsen eines Antriebes ein Pendel drehbar verbunden ist. Das Pendel ist auf eine bestimmte Erregerordnung des Drehfrequenzbereiches des Antriebes abgestimmt. Die Drehmasse und Steifigkeit des Pendels werden nicht verändert.

In DE 40 33 278 A1 ist eine Vorrichtung zur Dämpfung von Biegeschwingungen von Druckwerkszylindern gezeigt, bei der im Druckwerkszylinder ein oder mehrere breitbandig abgestimmte Dämpfer vorgesehen sind, deren Eigenfrequenzen der des jeweiligen Druckwerkszylinders entspricht und die durch Fliehkraft gegenphasig zum Druckwerkszylinder ausgelenkt werden. Die Drehmasse und Steifigkeit der Dämpfer bleibt konstant.

Derartige bei horizontal gelagerten Zylindern verwendeten Systeme arbeiten nur in einem Drehzahlbereich optimal, in dem die wirkende Schwerkraft gegenüber den Fliehkräften vernachlässigbar ist.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Unterdrücken von Schwingungen in einer drucktechnischen Maschine zu entwickeln, welche mit geringem Aufwand über den gesamten Drehzahlbereich seine Wirkung entfalten.

Die Aufgabe wird mit einem Verfahren gelöst, welches die Merkmale nach Anspruch 1 aufweist. Das Verfahren ist mit einer Vorrichtung durchführbar, die die Merkmale nach Anspruch 4 enthält. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Das Wesen der Erfindung besteht darin, dass an mindestens einem schwingungserregten Element einer drucktechnischen Maschine eine frei schwingende Masse verwendet wird, wobei mit einem Aktuator laufend drehzahlabhängig mindestens ein schwingungstechnischer Parameter der Masse verändert wird. Mindestens ein schwingungstechnischer Parameter der Masse wird so eingestellt, dass die Frequenz der maßgeblich anregenden Schwingung des Elementes der Maschine der Eigenfrequenz der frei schwingenden Masse entspricht.

Die Erfindung eignet sich sowohl zur Tilgung von Torsions- als auch von Biegeschwingungen. Das System aus Aktuator und schwingungstilgender Masse wird möglichst am schwingungserregten Element oder an einem Element in dessen unmittelbarer Nachbarschaft zum Einsatz gebracht.

Die Erfindung soll nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen noch näher erläutert werden, es zeigen:

Fig. 1 ein Schema einer Druckmaschine mit zwei Tilgern,

Fig. 2 eine Detailansicht eines Tilgers aus Fig. 1,

Fig. 3 ein Schema eines Tilgers mit einer axial verschiebbaren Masse,

Fig. 4 ein Schema eines Tilgers mit einer radial verschiebbaren Masse,

Fig. 5 ein Schema eines Tilgers mit einem drehbaren Elastomerkörper,

Fig. 6 ein Schema eines Tilgers mit einem elektromagnetischen Aktuator, und

Fig. 7 ein Schema eines Tilgers mit einem pneumatischen Aktuator.

In Fig. 1 ist eine Druckmaschine mit vier Druckwerken 2-5 dargestellt. Die Druckmaschine enthält einen Zahnräderzug aus Zahnrädern 6-16, die miteinander in Eingriff stehen. Zum Antrieb der Druckmaschine 1 ist ein Motor 17 vorgesehen, der mit einem Riemengetriebe 18 verbunden ist, der aus einer kleinen Riemenscheibe 19, einer großen Riemenscheibe 20 und einem Riemen 21 besteht. Auf der Welle der großen Riemenscheibe 20 sitzt ein Ritzel 22, welches mit dem Zahnrad 11 im Eingriff steht. Das Zahnrad 16 steht mit Zahnrädern 23-26 in Verbindung, welche dem Antrieb von Reiberwalzen dienen. Die Druckwerke 2, 3, 5 sind analog dem Druckwerk 4 aufgebaut. Ein am Zahnrad 13 angekoppelter Drehgeber 27 ist mit einer Steuereinrichtung 28 verbunden.

Wie in Fig. 2 dargestellt, ist koaxial zur Welle 29 des Ritzels 22 und der Riemenscheibe 20 ein Tilger 30 vorgesehen, der mit der Steuereinrichtung 28 verbunden ist. Ein weiterer Tilger 31 sitzt am Zahnrad 16 für den Reiberantrieb. Dieser Tilger 31 ist ebenfalls mit der Steuereinrichtung 28 verbunden.

Die Drehzahl der Druckmaschine 1 wird mit dem Drehgeber 27 bestimmt und der Steuereinrichtung 28 zugeführt. Die Drehzahlen aller über den Zahnräderzug 6-16 und 23-26 umlaufenden Elemente sind proportional der Drehzahl des Zahnrades 13. Die Meßwerte zur Drehzahl der Druckmaschine 1 liegen in der Steuereinrichtung 28 vor und werden dort zu Stellgrößen für Aktuatoren verarbeitet, die Bestandteile der Tilger 30, 31 sind. Über die Verbindung zu den Tilgern 30, 31 werden die Stellgrößen an die Aktuatoren übertragen. Die Stellgrößen bewirken jeweils an den Aktuatoren ein drehzahlabhängiges Verändern eines schwingungstechnischen Parameters einer Masse, die ebenfalls Bestandteil des jeweiligen Tilgers 30, 31 sind. Der Tilger 30 kompensiert unerwünschte Schwingungen, die vom Riementrieb 18 ausgehen. Der Tilger 31 unterdrückt unerwünschte Schwingungen, die durch hin- und hergehende Reiberwalzen verursacht werden.

Nachstehend werden Ausführungsbeispiele für Tilger 30, 31 beschrieben.

Fig. 3 zeigt ein umlaufendes Element 32 einer Druckmaschine 1, wie z. B. die Riemenscheibe 20 oder das Zahnrad 16 (Fig. 1). Lagerung und Antrieb des Elementes 32 sind nicht weiter dargestellt. Das Element 32 ist durch unerwünschte Drehschwingungen angeregt zu deren Tilgung eine zylinderscheibenförmige Tilgermasse 33 vorgesehen ist. Die Tilgermasse 33 ist in einem Lager 34 frei drehbar um eine Achse 35 gelagert, die mit der Drehachse des Elementes 32 übereinstimmt. Das Lager 34 sitzt auf einem Führungsstück 36, welches in Richtung der Achse 35 auf einem Zapfen 37 verschiebbar ist, der am Element 32 angeordnet ist. Zum Verschieben des Führungsstückes 36 und damit der Tilgermasse 33 ist ein linearer Aktuator 38, wie z. B. ein Arbeitszylinder, vorgesehen. Die Tilgermasse 33 besitzt drei um 120 Grad versetzt angeordnete Durchbrüche 39, 40, 41, durch die trapezförmige Blattfedern 42, 43, 44 ragen, die in paralleler Richtung zur Achse 35 an der Stirnseite 45 des Elements 32 befestigt sind. Die Blattfedern 42-44 sind in den Durchbrüchen 39-41 jeweils beidseitig spielfrei durch Rollen 46-51 geführt.

Entsprechend der Drehzahl der Druckmaschine 1 wird mit dem Aktuator 38 der Abstand x der Stirnseite 52 der Tilgermasse 33 zur Stirnseite 45 des Elementes 32 eingestellt. Die Steifigkeit kB einer Blattfeder 42-44 ist abhängig von dem Abstand x. Die Eigenfrequenz ωT der Tilgermasse 33 ergibt sich aus:





wobei mit JT das Trägheitsmoment der Tilgermasse 33 bezeichnet ist. Damit kann die Eigenfrequenz ωT durch Einstellen des Abstandes x geeignet so eingestellt werden, dass störende Erregerfrequenzen am Element 32 unterdrückt werden.

Fig. 4 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel für einen Tilger 30, 31. An einem umlaufenden Element 53 befindet sich ein Zapfen 54. Das Element 53 unterliegt störenden Drehschwingungen, zu deren Unterdrückung eine nichtvariable Tilgermasse 55 und eine radiusvariable Tilgermasse 56 vorgesehen sind. Die Tilgermasse 55 ist mit einem Lager 57 drehbar auf dem Zapfen 54 gehalten. Stirnseiten 58, 59 des Elementes 53 und der scheibenförmigen Tilgermasse 55 sind mit einer Elastomerfeder 60 verbunden, welche eine Drehsteifigkeit von kE aufweist. Die Tilgermasse 55 weist eine Nabe 61 auf, an der ein Führungsstab 62 befestigt ist. Der Führungsstab 62 liegt in radialer Richtung 63 senkrecht zur Drehachse 64 des Elementes 53 bzw. der Tilgermasse 55, 56. Auf dem Führungsstab 62 ist die Tilgermasse 56 verschiebbar gehalten. Zur Verschiebung der Tilgermasse 56 in radialer Richtung 63 ist ein Aktuator 65 vorgesehen, der z. B. als Arbeitszylinder ausgeführt ist, wobei der Kolben des Arbeitszylinders mit der Tilgermasse 56 gekoppelt ist.

Das Trägheitsmoment JT ergibt sich bei dieser Tilgeranordnung nach Fig. 4 aus:



JT = J1 + J2,A + m.x2



wobei J1 das Trägheitsmoment der Tilgermasse 55, J2 das Trägheitsmoment der Tilgermasse 56 und des Aktuators 65, m die radiusvariable Masse der Tilgermasse 56 und des Aktuators 65 und x der Abstand der Tilgermasse 56 zur Drehachse 64 sind. Der Abstand x der Tilgermasse 56 und damit die Eigenfrequenz der Tilgungsanordnung wird mit dem Aktuator 65 entsprechend der Drehzahl der Druckmaschine 1 so eingestellt, so dass die störenden Drehschwingungen am Element 53 unterdrückt werden. Für die Tilgungsanordnung ergibt sich eine Eigenfrequenz ωT nach folgender Beziehung:





Bei einer Variante nach Fig. 5 ist eine Tilgermasse 66 auf einem Zapfen 67 eines umlaufenden Elementes 68 in einem Lager 69 frei drehbar gelagert. Die Tilgermasse 66 ist durch Sicherungsringe 70, 71 gegen Verschieben in Richtung der Drehachse 72 des Elementes 68 bzw. der Tilgermasse 66 gesichert. Zum Tilgen von Drehschwingungen am Element 68 ist die Tilgermasse 66 mit einem Ausbruch 73 versehen. In dem Ausbruch 73 ist ein zylindrischer Elastomerkörper 74 drehbar um eine Achse 75 gelagert. Der Elastomerkörper 73 liegt spielfrei an radial verlaufenden Seitenflächen 76, 77 des Ausbruches 73 an. Der Elastomerkörper 74 weist im Inneren Hohlräume 78, 79 auf, deren Querschnitt in Umfangsrichtung um die Achse 75 zu- bwz. abnehmend ist. Der Elastomerkörper 74 ist mit einem Rotations-Aktuator 80 gekoppelt, mit dem der Elastomerkörper 74 um die Achse 75 verdreht werden kann. Die Drehsteifigkeit kE des Elastomerkörpers 74 bezüglich der Rotation um die Drehachse 72 verändert sich aufgrund der Hohlräume 78, 79 mit dem Drehwinkel φ. Des Elastomerkörpers 74 im Ausbruch 73.

Entsprechend der Drehzahl der Druckmaschine 1 wird mit dem Aktuator 88 die Drehstellung φ des Elastomerkörpers 74 im Ausbruch 73 verändert. Die sich einstellende Eigenfrequenz ωT der Tilgeranordnung ergibt sich zu





wobei JT das Trägheitsmoment der Tilgermasse 66 und des Elastomerkörpers 74 ist.

Fig. 6 zeigt ein Ausführungsbeispiel mit einem elektromagnetischen Ordnungstilger. Zum Tilgen von Drehschwingungen an einem umlaufenden Element 81 ist eine Tilgermasse 82 aus einem Eisenwerkstoff vorgesehen, die mit einem Lager 83 auf einem Zapfen 84 des Elementes 81 drehbar gelagert ist, und die mit Sicherungsringen 85, 86 gegen Verschieben auf dem Zapfen 84 gesichert ist. Die Tilgermasse 82 besitzt rechteckförmige Ausbrüche 87, 88, wobei in Fig. 6 nur zwei gezeigt sind. In den Ausbrüchen 87, 88 sitzen Elektromagnete 89, 90, die mit einer einstellbaren Stromquelle 91 in Verbindung stehen. Durch den Strom in den Elektromagneten 89, 90 entsteht ein magnetisches Feld, welches eine Kraftwirkung so ausübt, dass zwischen den Elektromagneten 89, 90 und den Seitenflächen 92-95 jeweils ein Luftspalt besteht, der auch aufrechterhalten bleibt, während das Element 81 rotiert. Das System aus Tilgermasse 82, aus an einer Stirnfläche 96 befestigten Elektromagneten 89, 90und aus den Luftspalten bildet eine Drehfeder, deren Steifigkeit kL direkt vom Spulenstrom in den Elektromagneten 89, 90 abhängt. Die Stromquelle 91 stellt einen Aktuator dar, mit dem entsprechend der Drehzahl der Druckmaschine 1 der Strom und damit die Steifigkeit kL verändert wird. Damit ergibt sich für die Tilgeranordnung eine Eigenfrequenz, die störenden Erregerfrequenzen am Element 81 kompensierend entgegenwirkt.

Gemäß Fig. 7 wird zur Tilgung von Drehschwingungen an einem umlaufenden Element 96 eine Tilgermasse 97 verwendet, die mit einem Lager 98 auf einen Zapfen 99 des Elements 96 drehbar gelagert ist und die mit Sicherungsringen 100, 101 gegen Verschieben in Richtung der Drehachse 102 gesichert ist. In Umfangsrichtung gesehen, weist die scheibenförmige Tilgermasse 97 Ausbrüche 103, 104 auf, von denen in Fig. 7 nur zwei dargestellt sind. In die Ausbrüche 103, 104 ragen Stützplatten 105, 106, die an einer Stirnfläche 107 am Element 96 befestigt sind. Jeweils zwischen einer in Umfangsrichtung liegenden Seitenfläche 108, 109 eines Ausbruches 103, 104 und einer Stützplatte 105, 106 sind Luftsäcke 110, 111 vorgesehen, deren Innendruck mit einer Drucksteuerung 112 einstellbar ist, die im Element 96 untergebracht ist. Durch eine drehzahlabhängige Einstellung des Druckes in den Luftsäcken 110, 111 kann die Eigenfrequenz der Tilgeranordnung so eingestellt werden, dass störende Erregerschwingungen unterdrückt werden. Die Luftsäcke 110, 111 bilden zusammen mit den Stützplatten 105, 106 und der Tilgermasse 97 eine Federsystem, dessen Steifigkeit kL abhängig von dem Druck in den Luftsäcken 110, 111 ist. Bezugszeichenliste 1 Druckmaschine

2-5 Druckwerk

6-16 Zahnrad

17 Motor

18 Riemengetriebe

19, 20 Riemenscheibe

21 Riemen

22 Ritzel

23-26 Zahnrad

27 Drehgeber

28 Steuereinrichtung

29 Welle

30, 31 Tilger

32 Element

33 Tilgermasse

34 Lager

35 Achse

36 Führungsstück

37 Zapfen

38 Aktuator

39-41 Durchbruch

42-44 Blattfeder

45 Stirnseite

46-51 Rolle

52 Stirnseite

53 Element

54 Zapfen

55, 56 Tilgermasse

57 Lager

58, 59 Stirnseite

60 Elastomerfeder

61 Nabe

62 Führungsstab

63 Richtung

64 Drehachse

65 Aktuator

66 Tilgermasse

67 Zapfen

68 Element

69 Lager

70, 71 Sicherungsring

72 Drehachse

73 Ausbruch

74 Elastomerkörper

75 Achse

76, 77 Seitenfläche

78, 79 Hohlraum

80 Aktuator

81 Element

82 Tilgermasse

83 Lager

84 Zapfen

85, 86 Sicherungsring

87, 88 Ausbruch

89, 90 Elektromotor

91 Stromquelle

92-95 Seitenfläche

96 Element

97 Tilgermasse

98 Lager

99 Zapfen

100, 101 Sicherungsring

102 Drehachse

103, 104 Ausbruch

105, 106 Stützplatte

107 Stirnfläche

108, 109 Seitenfläche

110, 111 Luftsack


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Unterdrücken von Schwingungen in einer drucktechnischen Maschine, bei dem an mindestens einem Element der Maschine eine in einem Freiheitsgrad frei schwingende Masse verwendet wird, dadurch gekennzeichnet,

    dass die Drehzahl der Maschine (1) bestimmt und einer Steuereinrichtung (28) zugeführt wird,

    und dass in der Steuereinrichtung (28) unter Verwendung der Drehzahl eine Stellgröße bestimmt und mindestens einem Aktuator (38, 65, 80, 89, 90, 110, 111) zugeführt wird,

    wobei mit dem Aktuator (38, 65, 80, 89, 90, 110, 111) mindestens ein schwingungstechnischer Parameter der Masse (33, 55, 56, 66, 82, 97) entsprechend der Drehzahl verändert wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Aktuator (38, 65, 80, 89, 90, 110, 111) die Steifigkeit der schwingenden Masse (33, 55, 56, 66, 82, 97) verändert wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Aktuator (38, 65, 80, 89, 90, 110, 111) die Trägheit der schwingenden Masse (33, 55, 56, 66, 82, 97) verändert wird.
  4. 4. Vorrichtung zum Unterdrücken von Schwingungen in einer drucktechnischen Maschine, enthaltend mindestens ein Element der Maschine, welches mit einer in einem Freiheitsgrad frei schwingenden Masse (33, 55, 56, 66, 82, 97) gekoppelt ist, dadurch gekennzeichnet,

    dass eine Drehzahlmeßanordnung (27) zum Bestimmen der Drehzahl der Maschine (1) vorgesehen ist,

    dass ein Aktuator (38, 65, 80, 89, 90, 110, 111) zum Verändern mindestens eines schwingungstechnischen Parameters der Masse (33, 55, 56, 66, 82, 97) vorgesehen ist,

    und dass eine Steuereinrichtung (28) vorgesehen ist, die mit der Drehzahlmeßanordnung (27) und dem Aktuator (38, 65, 80, 89, 90, 110, 111) in Verbindung steht.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Masse (33) verschiebbar auf einer Achse (37) angeordnet ist, und dass parallel zur Achse (37) mindestens eine Blattfeder (42-44) vorgesehen ist, die mit dem Element (32) und der Masse (33, 55, 56, 66, 82, 97) gekoppelt ist.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Masse (56) in radialer Richtung (63) eines umlaufenden Elementes (53) verschiebbar ist.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein mit dem Aktuator (80) gekoppelter, inhomogener, elastischer Drehkörper (74) vorgesehen ist, der um eine Achse (75) drehbar ist, und der mit dem Element (68) und der Masse (66) gekoppelt ist.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Aktuator mindestens ein Elektromagnet (89, 90) vorgesehen ist.
  9. 9. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Aktuator mindestens ein pneumatisches Element (110, 111) vorgesehen ist.
  10. 10. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktuator (38, 65, 80, 89, 90, 110, 111) mit einem umlaufenden Element (32, 53, 68, 81, 96) umläuft.
  11. 11. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktuator (38, 65, 80, 89, 90, 110, 111) gestellfest angeordnet ist.
  12. 12. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktuator (38, 65, 80, 89, 90, 110, 111) auf der schwingenden Masse (33, 55, 56, 66, 82, 97) angeordnet ist.






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