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Dokumentenidentifikation DE10301636A1 11.09.2003
Titel Anordnung zum Erkennen von Merkmalen eines Bogenstapels oder Bogens sowie entsprechendes Verfahren
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Müller, Tobias, Dr., 69493 Hirschberg, DE
DE-Anmeldedatum 17.01.2003
DE-Aktenzeichen 10301636
Offenlegungstag 11.09.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.09.2003
IPC-Hauptklasse B65H 43/08
Zusammenfassung Bekannt ist eine Anordnung zum Erkennen von Merkmalen eines Bogenstapels (1) oder Bogens (5) mit zumindest einer Kamera (3) und einer Bilddatenverarbeitungseinheit (17). Um eine verbesserte Anordnung sowie ein Verfahren zum Erkennen von Merkmalen eines Bogenstapels oder einzelnen Bogens bereitzustellen, ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass ein Erfassungssystem (3) relativ zum Bogenstapel (1) so angeordnet wird, dass eine erste Kante (26) und eine zweite Kante (27) des Bogenstapels (1) gleichzeitig erfasst werden können.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Anordnung zum Erkennen von Merkmalen eines Bogenstapels oder Bogens gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 sowie ein entsprechendes Verfahren.

Eine derartige Anordnung und ein derartiges Verfahren sind bekannt aus der EP 0 173 613, wobei die Kamera frontal vor einem Bogenstapel in x- und y-Richtung verfahrbar angeordnet ist. Die Video-Kamera detektiert entweder Markierungen von einzelnen Bogen des Bogenstapels oder eine spezifische Höhenposition entsprechend einer Anzahl von Bogen ab der Oberkante des Bogenstapels, um eine gewünschte Anzahl von Bogen vom Restbogenstapel gezielt mechanisch trennen und abtransportieren zu können.

Weiterhin ist aus der DE 100 34 072 A1 eine Anordnung zum Messen der Höhe eines Bogenstapels mit optischen Messmitteln bekannt, die unabhängig von der Bedruckstoffbeschaffenheit und den Betriebsparametern bei der Vereinzelung eine genaue Messung ermöglicht. Dazu ist eine Beleuchtungsvorrichtung vorgesehen, deren Licht schräg von unten in die Umgebung einer oberen Stapelkante fällt, wobei ein ortsauflösender fotoelektrischer Empfänger für das aus der Umgebung der oberen Stapelkante reflektierte Licht vorgesehen ist.

Allgemein bekannt sind weiterhin Anordnungen, bei denen Stapelzustände nur punktuell erfasst werden. Dabei wird ein lediglich einen Parameter detektierender Sensor in die Formatmitte eingesetzt. Eine größere Anzahl von Sensoren ist aufgrund des begrenzten Einbauraumes kaum unterzubringen und zudem kostenaufwendig. Problematisch dabei ist, dass die Erkennung von verschiedenen Zuständen, wie etwa die Höhe, der Auflockerungszustand, die Welligkeit, etc., bei Papierstapeln, nicht möglich ist, da die Stapel nicht ideal eben, sondern unregelmäßig. Damit lässt sich das Ziel, die Stapelhöhenregelung und die Luftmengeneinstellung zu automatisieren, nicht realisieren. Dies hat insbesondere Fortdruckprobleme bei welligen Bedruckstoffen zur Folge, die bereits vorher bedruckt waren.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine verbesserte Anordnung sowie ein Verfahren zum Erkennen von Merkmalen eines Bogenstapels oder einzelnen Bogens bereitzustellen.

Erfindungsgemäß ist dies bei einer Anordnung mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 und einem Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruches 13 erreicht.

Die erfindungsgemäße Anordnung setzt anstelle einer Vielzahl von Sensoren an verschiedenen Stellen des Stapels ein entsprechend geeignetes optisches Erfassungssystem, beispielsweise eine Kamera, ein, das in der Lage ist, räumliche Informationen über den Bogenstapel zu erfassen.

In einer ersten Ausführungsform der Erfindung ist das optische Erfassungssystem auf unterschiedliche Fokuspunkte einstellbar. Dabei wird die räumliche Information eines Papierstapels oder eines Einzelbogens mittels verschieden fokussierter Einzelbilder einer Kamera erzeugt. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform beträgt die Tiefenschärfe der Kamera etwa 10 bis 50 mm, insbesondere etwa 20 bis 30 mm. Kleinere Tiefenschärfen hätten zur Folge, dass zahlreiche Einzelbilder zur Beurteilung der gesamten Formatbreite des Bogens erforderlich wären. Bei einer zu groß gewählten Tiefenschärfe des optischen Erfassungssystems würde zu viel defokussierte Information aus dem Nahbereich und aus dem Fernbereich die Bildqualität stören. Diese störende Information müsste mit aufwändiger Bilddatenverarbeitung entsprechend bearbeitet und reduziert werden.

Kleine Schwenkbewegungen der Kamera können vorteilhafter Weise möglich sein, um einen geringfügig geänderten Beobachtungswinkel erzeugen zu können und gegebenenfalls den optischen Erfassungsbereich etwas vergrößern zu können. Dies ist insbesondere abhängig von Parametern wie der verwendeten Abbildungsoptik, dem Bildausschnitt sowie der Größe des Bildsensors.

Bei bestimmten Anordnungen kann es vorteilhaft sein, wenn die Kamera frontal vor dem Bogenstapel angeordnet ist und über die beobachtete Länge des Bogenstapels oder Bogens zur Bilddatenerfassung schwenkt.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird die räumliche Information über den Bogenstapel dadurch erhalten, dass zusätzlich zu dem Erfassungssystem an einer geeigneten Stelle oder an mehreren geeigneten Stellen Lichtquellen zur Beleuchtung des Bogenstapels vorgesehen sind. Durch eine geeignete Anordnung dieser Lichtquellen können unterschiedliche Parameter, das heißt also Merkmale, des Stapels sichtbar gemacht werden. Insbesondere ist es dabei möglich, die Stapelhöhe, einen Versatz innerhalb des Stapels, raue Kanten, vorspringende Einzelblätter oder Ähnliches festzustellen. Diese Merkmale des Stapels werden dadurch erkannt, dass die Lichtquellen so angeordnet werden, dass mit Hilfe des Erfassungssystems Bilddaten des Stapels aufgenommen werden können, die auf diese Merkmale schließen lassen. Hierzu eignet sich insbesondere ein durch die Lichtquellen verursachter Schattenwurf.

Erfindungsgemäß lassen sich die Merkmale des Bogenstapels oder eines Bogens in dem Stapel durch die gleichzeitige Aufnahme eines Bildes oder durch eine zeitlich nacheinander folgende Aufnahme des Bogenstapels erfassen. Bei zeitlich aufeinander folgender Aufnahme des Bogenstapels können die Informationen über die Merkmale des Bogenstapels dadurch erlangt werden, dass die Aufnahmeeinrichtung nacheinander folgende Bilder aufnimmt, die bei unterschiedlichen Beleuchtungssituationen, d. h. unterschiedlicher Anordnung der Lichtquellen relativ zum Bogenstapel, aufgenommen worden sind.

Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Figuren sowie der zugehörigen Beschreibungsteile. Es zeigen im Einzelnen:

Fig. 1 eine Prinzipdarstellung der Anordnung einer Aufnahmeinrichtung zu einem Bogenstapel,

Fig. 2 eine grobe Prinzipdarstellung der Anordnung mit der Kamera,

Fig. 3 vereinfacht die Anordnung mit der Kamera und einem ersten Bogenstapel,

Fig. 4 vereinfacht die Anordnung mit der Kamera und einem zweiten Bogenstapel,

Fig. 5 ein Blockschaltbild der wesentlichen Komponenten der Anordnung, sowie

Fig. 6a, b zwei vereinfachte Ansichten der Anordnung mit variierenden Beobachtungswinkeln der Kamera,

Fig. 7 eine mögliche Beleuchtungsanordnung schematisch in Aufsicht,

Fig. 8 eine mögliche Beleuchtungsanordnung schematisch in Seitenansicht.

Fig. 1 zeigt eine Prinzipdarstellung der erfindungsgemäßen Anordnung zum Erkennen von Merkmalen eines Bogenstapels 1 in Aufsicht. Dabei ist ein Erfassungssystem 3, insbesondere eine Kamera oder ein anderes zweidimensionales Bildaufnahmegerät wie etwa ein zweidimensionales CCD-Array relativ zum Bogenstapel 1 so angeordnet, dass eine erste Kante 26 und eine zweite Kante 27 gleichzeitig erfasst werden können. Unter dem Begriff Kante wird hierbei die Seitenfläche oder ein Teil der Seitenfläche des Bogenstapels 1 verstanden. Das Erfassungssystem 3 kann dabei ortsfest oder beweglich montiert sein, um unterschiedlichen Beobachtungsanforderungen gerecht zu werden. Im Rahmen des erfindungsgemäßen Erfassungssystems 3 kann eine einzige Kamera eingesetzt werden. Auch ist es möglich, mehrere Kameras oder unterschiedliche zweidimensionale Erfassungssysteme an unterschiedlichen Orten einzusetzen. Mit Hilfe des optischen Erfassungssystems 3, das im folgenden kurz allgemein als Kamera bezeichnet wird, können dann Bilddaten des beobachteten Bogenstapels aufgenommen werden. Diese werden anschließend an eine Bilddatenverarbeitungseinheit 17 (Fig. 4) weitergeleitet. In der Bilddatenverarbeitungseinheit 17 werden die Merkmale ermittelt, die dem Bogenstapel 1 oder einem Bogen 5 des Bogenstapels 1 zuzuordnen sind.

Eine erste erfindungsgemäße Ausführungsform der Anordnung zur Ermittlung von Merkmalen des Bogenstapels ist im Zusammenhang mit den Fig. 2 bis 6 beschrieben.

Gemäß Fig. 2, 3 sowie 6a, b wird ein Bogenstapel 1 mit einer ortsfest angeordneten Kamera 3 beobachtet. Durch die Kamera 3, die lediglich eine eingeschränkte Tiefenschärfe aufweist, werden durch Variation des Fokuspunktes (verschiedene Fokusabstände f1 bis fn) nacheinander verschiedene Einzelbilder B1 bis Bn des Bogenstapels 1 entsprechend der Breite des Stapels 1 scharf abgebildet. Dazu ist das optische Erfassungssystem in an sich bekannter Weise auf unterschiedliche Fokuspunkte einstellbar. Es wird also räumliche Information eines Papierstapels oder Bogens mittels verschieden fokussierter Bilder der Kamera 3 erzeugt. Die Kamera 3 ist geringfügig von einer vorderen vertikalen Stapelseitenkante 7 im wesentlichen in Verlängerung einer Stapelvorderseite 9 geringfügig frontseitig versetzt angeordnet. Die Stapelvorderseite 9 wird dabei von einzelnen übereinander angeordneten Bogenstirnseiten 11 und die Stapelseitenkante 7 wird von einzelnen übereinander angeordneten Bogenvorderecken 13 gebildet. Der Abstand zwischen der Kamera 3 bzw. deren Objektiv und der Stapelseitenkante 7 beträgt etwa 30 bis 50 mm. Die Tiefenschärfe der Kamera beträgt lediglich etwa 20-30 mm.

Gemäß Fig. 3 und 4 werden mit der Kamera 3 beispielsweise die Positionen einer horizontalen Stapeloberkante 14 scharf abgebildet. Damit wird eine Reihe von Einzelbildern Bi erzeugt, die von unterschiedlichen Positionen entlang der Stapeloberkante 14 kommen. Durch Auswertung jedes einzelnen Bildes kann für diese Position eine Reihe von Merkmalen ermittelt werden, z. B. die Lage der Papierbogen 5, der Auflockerungszustand des Bogenstapels 1, die Stapelhöhe, die Bogendicke u. s. w. Durch die Summe der Informationen aus den Einzelbildern Bi kann der aktuelle Zustand des Stapels 1 sehr genau beschrieben werden und es lassen sich daraus Parameter für die Steuerung des Stapels oder einer Bearbeitungsmaschine (nicht gezeigt) ableiten. Die Erfassung von Stapel- oder Bogenzuständen mit der Kamera, insbesondere ihre begrenzte Tiefenschärfe wird dazu verwendet, räumliche Informationen zu sammeln und damit die Bearbeitung des Bogenstapels bzw. Bogens zu steuern. Gemäß Fig. 4 ist bogenförmiges Material bzw. sind Einzelbogen 5 gezeigt, die nicht völlig eben auf dem Bogenstapel 1 liegen, bevor sie mit besonderer, allgemein bekannter Sensorik und Aktorik zu der entsprechenden Bearbeitungsmaschine gefördert werden.

Gemäß den Fig. 6a und b ist die Kamera 3 geringfügig schwenkbar angeordnet gezeigt. Dadurch kann gemäß der Seitenansicht in Fig. 6a der beobachtete Höhenbereich geringfügig variiert werden, während gemäß der Draufsicht von oben in Fig. 6b der Beobachtungswinkel bzgl. der Stapelvorderseite 9 geringfügig geändert werden kann. So kann der Beobachtungswinkel der Kamera 3 optimal auf die jeweiligen geometrischen Gegebenheiten fest eingestellt werden. Auch kann während der Erfassung eines bestimmten Bogenstapels zur Steigerung der Beobachtungsgenauigkeit der Beobachtungswinkel geringfügig variiert werden.

Die Steuerungseinheit 15 weist eine Bilddatenverarbeitungseinheit 17, einen Bildspeicher 19 sowie eine Stapelsteuerung 21 auf. Aus den gewonnenen Bilddaten bzw. den daraus extrahierten Informationen und Merkmalen des Bogenstapels 1 bzw. des Einzelbogens 5 werden Stapel- bzw. Bogensteuersignale 23 sowie Maschinensteuersignale 25 abgeleitet (Fig. 3).

Die Einzelbilder Bi der Kamera 3, die stets nicht nur fokussierte Information aus einer Fokusebene enthalten, sondern stets auch zusätzlich defokussierte Anteile aus den dahinter und davor liegenden Ebenen, können mit geeigneten bekannten Datenverarbeitungsverfahren verbessert werden. Dazu werden die Einzelbilder Bi in Kenntnis der OTF (optical transfer function) des gesamten Systems und der Bildinhalte der benachbarten Ebenen so bearbeitet, dass sie überwiegend nur noch die fokussierte Information aus der einen jeweils gewünschten Fokusebene enthalten. Es kann die optische Qualität der Kamera mit der geringen Tiefenschärfe also verbessert werden, indem die reale Tiefenschärfe über eine geeignete Datenverarbeitung weiter verkleinert wird.

Zusätzlich zu der in dem Ausführungsbeispiel beschriebenen Kamera 3 könnte dieser beispielsweise im wesentlichen gegenüber angeordnet eine zweite Kamera zur Steigerung der Erfassungsgeschwindigkeit und zur Erhöhung der Genauigkeit angeordnet sein (nicht gezeigt). Nachteilig daran wäre jedoch der erhöhte Aufwand bei der Anordnung.

Alternativ zu der gezeigten Anordnung kann die Kamera 3 auch frontal vor dem Bogenstapel angeordnet sein und über die beobachtete Breite des Bogenstapels oder Bogens zur Bilddatenerfassung schwenken (nicht gezeigt). Es wird also auch dabei räumliche Information eines Papierstapels oder Bogens mittels verschieden fokussierter Bilder der Kamera 3 erzeugt. Das optische Erfassungssystem muss im Vergleich zu dem in den Figur beschriebenen Ausführungsbeispiel jedoch lediglich auf etwa halb so viele unterschiedliche Fokuspunkte eingestellt werden.

Zusätzlich zur Stapelbeobachtung kann die erfindungsgemäße Anordnung auch Anwendungen bei der Papierlaufbeobachtung besitzen. Es kann mit der Kamera das Verhalten des Einzelbogens 5 an verschiedenen Stellen der Formatbreite bestimmt werden. Die Kamera 3 wird dazu in der Nähe der Bogenvorderecke 13 etwa in Verlängerung der Bogenstirnseite 11 entsprechend Fig. 3, 4, 6 montiert und fokussiert entsprechend Fig. 2 von der ersten erkennbaren Blattkante stufenweise bis zur gegenüberliegenden Maschinenseite durch. Dabei können aus den bei den verschiedenen Stufen erzeugten Bildern Bi folgende Merkmale erkannt werden: Papierflattern bzw. eine Bewegung des Papiers senkrecht zu seiner Transportrichtung, Greiferauszug, d. h. eine Abweichungen von der korrekten Lage der Bogenvorderkante in den Greifern, umgeschlagene Ecken sowie optisch wahrnehmbare Beschädigungen des Bogens. Bei Maschinen, die Warenbahnen transportieren (z. B. Rollendruckmaschinen) können zudem Abweichungen von einem normal verlaufenden Papiertransport erkannt werden, wobei folgende Merkmale von Bedeutung sind: Papierflattern, Längsfalten in der Papierbahn, grobe Abweichungen in der Bahnbreite sowie grobe Druckbildveränderungen.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung lässt sich die Erkennung von Merkmalen des Stapels dadurch verbessern, dass an geeigneten Stellen Lichtquellen vorgesehen werden, die den Stapel beleuchten. In Fig. 7 sind hierzu beispielhaft Lichtquellen 29, 30 gezeigt, die einen Stapel 1 entlang einer ersten Kante 26 und einer zweiten Kante 27 des Stapels 1 beleuchten. Eine Kamera 3 wird als zweidimensionaler Bildsensor eingesetzt, die so positioniert ist, dass sie in der Lage ist, den Stapel 1 entlang der ersten Kante 26 und gleichzeitig entlang der zweiten Kante 27 zu erfassen. Mit Hilfe der eingesetzten Lichtquellen 29, 30 können nun gleichzeitig mehrere Merkmale des Bogenstapels erfasst werden. Damit lässt sich die Stapelqualität anhand von Kantenversatz, vorspringenden Einzelblättern usw. beurteilen. Auch die Papierwelligkeit, stehende bzw. fallende Blattecken, eine fehlerhafte Palette, ein seitlicher Versatz des gesamten Stapels oder gar ein falsches Format können mit dieser Anordnung erfasst werden. Die verschiedenen Merkmale des Bogenstapels werden hierzu durch eine geeignete Anordnung der Lichtquellen 29, 30 sichtbar gemacht. Neben anderen Effekten ist es besonders vorteilhaft, sich den Schattenwurf an den Kanten zunutze zu machen, der dann mit der Kamera 3 erfasst werden kann. Das Bild des Schattenwurfes wird wiederum an eine Bilddatenauswerteeinheit 17 weitergegeben, in der Parameter errechnet werden, die auf den Zustand bzw. die Merkmale des Stapels schließen lassen.

In Fig. 8 ist ein weiteres Beispiel gezeigt, mit dessen Hilfe die Merkmale des Stapels erfasst werden können. Hierzu sind Lichtquellen 29, 30, 31 oberhalb des Stapels angeordnet. Die Kamera 3 ist wiederum, wie beschrieben, angeordnet. Ein Versatz 32 des Stapels lässt sich auf diese Weise leicht über den Schattenwurf den im vorliegenden Fall die Lichtquelle 31 hervorruft, erfassen. Die eingesetzten Lichtquellen können dabei entweder gleichzeitig oder nacheinander, das heißt in zeitlichem Abstand hintereinander blitzend eingesetzt werden. Die Auswertung der Bilddaten kann zur direkten Beseitigung der Mängel verwendet werden. Hierzu kann insbesondere eine Stapelbewegung ausgelöst werden, die Mängel mit Luftunterstützung beseitigt bzw. Ecken angehoben werden. Außerdem ist es möglich, einen Bediener über den fehlerhaften Zustand des Stapels zu informieren. Damit wird die Entscheidung, ob und in welcher Weise der Mangel beseitigt werden soll, dem Bediener überlassen. Bezugszeichenliste 1 Bogenstapel

3 Kamera

5 Bogen

7 Stapelseitenkante

9 Stapelvorderseite

11 Bogenstirnseite

13 Bogenvorderecke

14 Stapeloberkante

15 Steuerungseinheit

17 Bilddatenverarbeitungseinheit

19 Bildspeicher

21 Stapelsteuerung

23 Stapelsteuersignale

25 Maschinensteuersignale

26 erste Kante

27 zweite Kante

29 Lichtquelle

30 Lichtquelle

31 Lichtquelle

32 Versatz

Bi Einzelbild

fi Fokusabstand


Anspruch[de]
  1. 1. Anordnung zum Erkennen von Merkmalen eines Bogenstapels (1) oder Bogens (5) des Bogenstapels (1) mit zumindest einem optischen Erfassungssystem (3), insbesondere einer Kamera (3), und einer Bilddatenverarbeitungseinheit (17), dadurch gekennzeichnet, dass das Erfassungssystem (3) relativ zum Bogenstapel (1) so angeordnet ist, dass es gleichzeitig eine erste Kante (26) und eine zweite Kante (27) erfassen kann.
  2. 2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das optische Erfassungssystem (3) ortsfest relativ zum Bogenstapel (1) oder Bogen (5) montiert ist.
  3. 3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung genau eine Kamera aufweist.
  4. 4. Anordnung nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Bilddatenverarbeitungseinheit (17) vorgesehen ist, die aus den mit dem Erfassungssystem erfassten Bilddaten Merkmale des Bogenstapels (1) oder Bogens (5) ermittelt.
  5. 5. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass über die erste Kante (26) des Bogenstapels (1) an verschiedenen, unterschiedlich von dem Erfassungssystem (3) beabstandeten Orten Bilddaten erfasst, und dass die Bilddatenverarbeitungseinheit (17) aus den unterschiedlichen Bilddaten der verschiedenen Orte die Merkmale des Bogenstapels (1) bzw. Bogens (5) ermittelt.
  6. 6. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das optische Erfassungssystem (3) auf verschiedene Fokuspunkte einstellbar ist.
  7. 7. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das optische Erfassungssystem (3) frontal zur ersten Kante (26) des Bogenstapels (1) angeordnet ist und über eine beobachtbare Kante (26, 27) des Bogenstapels (1) oder Bogens (5) zur Bilddatenerfassung schwenkbar ist.
  8. 8. Anordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kamera (3) etwa 30 bis 50 mm von einer Kante (26, 27) beabstandet angeordnet ist.
  9. 9. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kamera (3) eine Tiefenschärfe von etwa 10 bis 50, bevorzugt etwa 20 bis 30 mm aufweist.
  10. 10. Anordnung nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zum Erfassungssystem eine Lichtquelle (29, 30, 31) zur Beleuchtung des Bogenstapels (1) angeordnet sind.
  11. 11. Anordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquellen (29, 30, 31) so angeordnet sind, dass unterschiedliche Parameter des Stapels, insbesondere dessen Höhe, Versätze, raue Kanten oder vorspringende Einzelblätter von dem Erfassungssystem erfassbar sind.
  12. 12. Anordnung nach einem der Ansprüche 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquelle so angeordnet ist, dass an einer der Kanten (26, 27) ein Schattenwurf entsteht.
  13. 13. Verfahren zum Erkennen von Merkmalen eines Bogenstapels (1) oder Bogens (5), dadurch gekennzeichnet, dass eine relativ zum Bogenstapel (1) angeordnetes Erfassungssystem (3) Bilddaten einer ersten Kante (26) und ggf. einer zweiten Kante (27) des Bogenstapels (1) erfasst und diese Daten an eine Bilddatenverarbeitungseinheit (17) weiterleitet und in der Bilddatenverarbeitungseinheit (17) Merkmale des Bogenstapels (1) oder des Bogens (5) ermittelt werden.
  14. 14. Verfahren zum Erkennen von Merkmalen eines Bogenstapels (1) oder Bogens (5), dadurch gekennzeichnet, dass zeitlich nacheinander über eine erste Kante (26) des Bogenstapels (1) oder Bogens (5) an verschiedenen Orten Bilddaten erfasst werden, und dass aus den unterschiedlichen Bilddaten der verschiedenen Orte die Merkmale des Bogenstapels (1) bzw. des Bogens (5) ermittelt werden.
  15. 15. Verfahren nach Anspruch oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Bilddaten bei einer ausgewählten Beleuchtungseinstellung des Stapels erfasst werden.
  16. 16. Verfahren nach Anspruch oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Bilddaten zeitlich nacheinander mit verschiedenen Beleuchtungseinstellungen erfasst werden.
  17. 17. Verfahren nach einem der Ansprüche oder 13-16, dadurch gekennzeichnet, dass aus den erkannten Merkmalen des Bogenstapels (1) oder Bogens (3) Parameter ermittelt werden, mit deren Hilfe eine Korrektur eingeleitet und/oder eine Information an den Maschinenbediener ausgegeben wird.






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