Die Erfindung betrifft einen Heizkessel, insbesondere
Festbrennstoff-Heizkessel, mit einer Anordnung zum Reinigen von
Wärmetauscherflächen des Heizkessels. Ferner betrifft die
Erfindung ein Verfahren zum Betrieb eines vorgenannten
Heizkessels mit Hilfe der Reinigungsanordnung.
Bekanntermaßen durchströmt im Betrieb eines Festbrennstoff-
Heizkessels das heiße Verbrennungsgas in
Durchströmungskanälen den Heizkessel. Die Durchströmungskanäle werden
jeweils durch zwei benachbarte im wesentlichen flächige
vertikale Wassertaschen des Wärmetauschers gebildet. Bei einer
Durchströmung gibt das heiße Verbrennungsgas Wärme an das
zu erwärmende Wasser in den Wassertaschen ab. Bestandteil
des heißen Verbrennungsgases ist unter anderem die
sogenannte Flugasche. Das sind kleine Aschepartikel, die durch
den Abgasstrom mitgerissen werden. Sie setzen sich am Boden
und an den Wärmetauscherflächen der Wassertaschen ab.
Dadurch entsteht auf den Wassertaschen ein zusätzlicher
Belag, der wie eine Isolierschicht wirkt und den Wärmestrom
verringert. Die Heizkessel müssen mithin von Zeit zu Zeit
außer Betrieb genommen und aufwendig gereinigt werden. Um
den Ablagerungsprozeß an den Wärmetauscherflächen zu
verlangsamen und um die Reinigung hinauszuzögern, wird nach
dem Stand der Technik ein turbulenter Abgasstrom
eingerichtet, vorzugsweise durch sogenannte Turbulatoren in Form von
feststehenden Leitblechen und/oder fest eingebauten Stegen
zwischen den Wassertaschen bzw. Wärmetauscherflächen. Die
feststehenden Leitbleche und/oder fest eingebauten Stege
können mithin im weiteren Sinne als bekannte Anordnung zum
Reinigen der Wärmetauscherflächen angesehen werden.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Heizkessels
mit einer Reinigungsanordnung der eingangs genannten Art,
die einfach aufgebaut ist und ein effektives Reinigen der
Wärmetauscherflächen des Heizkessels auf einfache und
zuverlässige Weise ermöglicht.
Gelöst wird die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe
durch einen Heizkessel der im Anspruch 1 angegebenen Art.
Weitere vorteilhafte Ausbildungen ergeben sich aus den
Merkmalen der Unteransprüche 2 bis 18.
Ein vorteilhaftes Reinigungsverfahren eines Heizkessels
kennzeichnet sich durch die Merkmale des Anspruchs 19.
Wesen der Erfindung ist, daß im Durchströmungskanal des
heißen Verbrennungsgases zwischen zwei benachbarten im
wesentlichen planen vorzugsweise vertikalen
Wärmetauscherflächen des Heizkessels zumindest eine vorzugsweise vertikale
Platte mit seitlichen, flexiblen, mit den
Wärmetauscherflächen in einen Eingriff bringbaren Reinigungsvorsprüngen
selbstzentrierend angeordnet und im wesentlichen in der
Ebene der Platte verschieblich ausgebildet ist,
vorzugsweise oben außerhalb des Durchstömungskanals auf- und
absenkbar befestigt ist.
Insbesondere sind in sämtlichen Durchströmungskanälen
Platten angeordnet, die an einer gemeinsamen
Antriebseinrichtung für ein gleichzeitiges Hin- und Herverschieben,
insbesondere Auf- und Absenken, der Platten angelenkt sind.
Die Erfindung sieht mithin eine vorzugsweise automatische,
jedoch mechanische Abreinigungseinheit der
Wärmetauscherflächen eines Heizkessels, insbesondere Festbrennstoff-
Heizkessels, vor. Die Reinigungsanordnung bewirkt
zusätzlich eine Absenkung der Abgastemperatur und eine bessere
Reinigung des Abgases von Staubpartikeln. Gleichzeitig
bewirkt die Anordnung, die auch ein Turbulator im eingangs
genannten Sinne des Standes der Technik ist, eine
Verlangsamung des Ablagerungsvorganges der Ablagerungs-Partikel,
insbesondere der Flugasche, an den Wärmetauscherflächen.
Die Reinigungsanordnung braucht somit nur in größeren
Zeitabständen für ein Abschaben der Ablagerungs-Partikel
betrieben werden.
Besonders zweckmäßig ist es, wenn die vorzugsweise
vertikalen Platten als Einzelbleche oder als Doppelbleche mit auf
beiden Seiten bzw. auf einer einzigen Seite ausgebogenen
elastischen Stanzlaschen ausgebildet sind, welche die
Reinigungsvorsprünge sind und deren freie Enden jeweils im
Bereich der benachbarten Wärmetäuscherflächen liegen und
vorzugsweise geringfügig gegen die Wärmetauscherflächen
vorgespannt sind. Dies ermöglicht eine besonders einfache
Herstellung, bei der Reinigungsvorsprünge und Platte
integriert und insbesondere einstückig ausgebildet werden.
Gleichzeitig bilden die ausgebogenen Stanzlaschen in der
Platte selbst Durchbrüche, die das Gewicht der Platte
verringern, und durch die das Abgas nicht nur durchströmen
kann, sondern auch eine zusätzliche Turbulenz der Strömung
erzeugt wird, welche den Ablagerungsprozeß der
Abgaspartikel an den Wärmetauscherflächen verlangsamt. Durch die auf
diese einfache Weise geschaffenen Durchbrüche können auch
abgeschabte Ablagerungspartikel von den
Wärmetauscherflächen abtransportiert werden.
Die Stanzlaschen sind vorzugsweise in horizontalen Reihen
beabstandet jeweils voneinander angeordnet, wobei die
Stanzlaschen benachbarter Reihen versetzt zueinander
angeordnet sind und vorzugsweise exakt in der Mitte des
Zwischenraums der anderen Reihe liegen. Auf diese Weise kann
mit wenig Konstruktionsaufwand eine flächendeckende
Abschabung der Wärmetauscherflächen bei geringem Hub bzw. kurzer
Auf- und Abwärtsbewegung der Platten erreicht werden.
Eine besonderes einfache stabile Variante kennzeichnet sich
durch Platten, deren Stanzlaschen rechteckige Laschenform
besitzen.
Auch können die Stanzlaschen freie erweiterte Enden
besitzen und vorzugsweise in Schmetterlingsform ausgebildet
sein.
Die freien Enden der Stanzlaschen bilden bevorzugt
geradlinige Reinigungskanten.
In einem Durchströmungskanal können zumindest zwei
Einzelbleche oder zumindest zwei Doppelbleche in Paketform
hintereinander in einer Ebene angeordnet und miteinander
direkt oder über Verbindungsbleche befestigt sein. Es
versteht sich, daß - sind Doppelbleche vorgesehen, die Rücken
an Rücken dicht beieinander oder in einem Abstand
zueinander angeordnet sind und deren Stanzlaschen jeweils auf nur
einer einzigen Seite hervorstehen - die vorgenannte Ebene
die Symmetrieebene der Doppelbleche ist.
Die Einzelbleche oder Doppelbleche können neben den
Durchbrüchen der Stanzlaschen weitere Durchbrüche aufweisen, die
den gleichen Zweck der erstgenannten Durchbrüche erfüllen.
Die Einzelbleche oder Doppelbleche können ferner
vorzugsweise obere horizontale und/oder vorzugsweise seitliche
vertikale abgebogene Versteifungskanten besitzen, so daß
sich eine stabile Gesamtkonstruktion bei geringem Gewicht
ergibt.
Auch die Versteifungskanten können Durchbrüche haben, die
den gleichen Zweck wie die anderen Durchbrüche erfüllen.
Die freien Enden der Stanzlaschen sind bei vertikalen
Einzel- oder Doppelblechen in vertikalen Wärmetauschern in
einer besonderen Erfindungsvariante nach oben gerichtet.
Dadurch kann bei einem Hub nach oben abgeschabt und
gleichzeitig die abgeschabte Ablagerung auf der schrägen
Stanzlasche von der Wärmetauscherfläche weg nach unten
insbesondere durch die erstgenannten Durchbrüche einem geraden
zentralen vertikalen Kanal (bei Doppelblechen) oder in einem
gewundenen Lauf (bei Einzelblechen) nach unten
transportiert werden, unterstützt bzw. mitgerissen von der
Abgasströmung, die sich den gleichen Weg durch den
Durchströmungskanal sucht. Einzelbleche oder Doppelbleche besitzen
also bevorzugt einen vertikalen Aschedurchtrittskanal.
Die bereits erwähnte Antriebseinrichtung weist bevorzugt
eine horizontale Antriebsachse mit auf- und absenkbaren
radialen Schwenkarmen oder eine horizontale Kurbelstange mit
Pleuel auf, wobei an den äußeren Radialenden der
Schwenkarme bzw. der Pleuel die Vertikalplatten bzw. Einzelbleche
oder Doppelbleche, vorzugsweise über Verbindungsstangen,
angelenkt sind.
Die horizontale Antriebsachse oder die Kurbelstange kann
für einen Handbetrieb eine axial-endseitige Handkurbel
aufweisen. Dann wird die Handkurbel vorzugsweise um 60° hin-
und herbewegt, um einen vertikalen Hub der Platten
innerhalb der Wärmetauscherflächen für eine ausreichende
Reinigung der Wärmetauscher-Oberflächen zu erzeugen.
Die horizontale Antriebsachse oder die Kurbelstange können
auch durch einen Elektromotor intermittierend angetrieben
werden.
Gegebenfalls ist der Elektromotor in der Drehrichtung
umschaltbar ist, um eine Hubbewegung im Wärmetauscher zu
erzeugen.
Auch ein Linearantrieb der Reinigungsanordnung ist möglich.
Mit besonderem Vorteil ist die Reinigungsanordnung als
Einheit ausgebildet. Dann kann die Reinigungsanordnung leicht
ausgetauscht und gegebenenfalls separat gewartet und
insbesondere auch in bestehende Heizkessel nachgerüstet werden.
Im Prinzip kann innerhalb gewisserer Toleranzgrenzen die
Reinigungsanordnung in unterschiedlichen Heizkessel-
Varianten verwendet werden, insbesondere in
unterschiedlichen Leistungsgrößen von Heizkesseln, deren
Wärmetauscherflächen zumeist gleich konzipiert sind.
Ein bevorzugtes Verfahren zum Reinigen von im wesentlichen
planen Wärmetauscherflächen eines Heizkessels mittels einer
vorgenannten Reinigungsanordnung sieht vor, daß die ständig
im Heizkessel angeordnete nicht betriebene
Reinigungsanordnung bei betriebenem Heizkessel als Turbulator bzw.
Vorrichtung zur Erzeugung einer Turbulenz in der
Abgasdurchströmung dient und vorzugsweise bei kaltem, nicht
betriebenen Heizkessel von Zeit zu Zeit manuell durch Betätigen der
Handkurbel durch eine Bedienungsperson oder durch
Einschalten des Elektromotors in Betrieb genommen wird und dabei
die an den Wärmetauscherflächen sich angesammelte Flugasche
oder dergleichen durch die freien Enden der Stanzlaschen
im wesentlichen flächendeckend abschabt, und die
abgeschabte Flugasche in einem Auffangbehälter im Bereich des Bodens
des Heizkessels sammelt oder durch einen Förderer,
insbesondere Schneckenförderer, abfördert.
Die erfindungsgemäße Reinigungseinheit für ebene
Wassertaschen in einem Festbrennstoff-Heizkessel kennzeichnet sich
durch folgende Merkmale:
- - Abreinigung der Wärmetauscherflächen
- - Mechanische Bewegungsablauf
(Der Reinigungsvorgang ist ein mechanische Ablauf, ohne
Einsatz von Druckluft, Ultraschall, etc.)
- - Flexibilität hinsichtlich verschiedener Heizkessel
(Die Reinigungseinheit ist vom Prinzip her für Heizkessel
unterschiedlicher Bauart und Baugrößen einsetzbar)
- - Nachrüstbarkeit in vorhandene Heizkessel
- - Reinigung erfolgt auch bei "verformten Wassertaschen"
Weitere Merkmale der Reinigungseinheit:
- - Nahezu lückenlose Reinigung durch gezielte Anordnung der
Laschen
- - Selbstzentrierung insbesondere durch Federwirkung der
Laschen
- - Laschen passen sich an örtliche Verwölbungen der
Wassertaschen an
- - Leichte Bauweise durch dünne Turbulatoren
- - Gegebenenfalls kein zusätzlicher Motor, da Kopplung mit
anderen Systemkomponenten möglich
- - Einfache elektrische Ansteuerung zeitliche Bewegung
- - Sehr geringer Wartungsaufwand
- - Einfacher Austausch einzelner Komponenten oder der
gesamten Anordnung
Durch den Einsatz zweier paralleler Bleche (Doppelbleche)
ergeben sich folgende Vorteile:
- - Halbierung des erforderlichen Hubes
- - Gelöste Ablagerungen können zwischen den beiden Blechen
senkrecht ohne Behinderung nach unten fallen
- - Geringe Länge der gekanteten Laschen bei großen Abständen
der Wassertaschen hohe Stabilität
- - Hohe Verwindungssteifigkeit
Durch die Form der Laschen, die einem Schmetterlingsflügel
gleicht, wird praktisch die komplette Fläche der
Wassertasche gereinigt. Dadurch, daß die Laschen im unteren Bereich
wieder nach innen zeigen, bleiben die Stege so stabil, daß
sich das gesamte Blech bei Belastung nicht wesentlich
verformt, sondern die Laschen zurückfedern.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von
Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung näher
erläutert; es zeigen:
Fig. 1 einen Festbrennstoff-Heizkessel mit einer
Reinigungsanordnung schematisch in einem
Vertikalschnitt,
Fig. 2 den oberen Bereich der Reinigungsanordnung nach
Fig. 1 in einer perspektivischen Darstellung,
Fig. 3 eine Einzelheit der Fig. 2,
Fig. 4 eine Ausführungsvariante eines Einzelbleches einer
Reinigungsanordnung, und
Fig. 5 eine Ausführungsvariante eines Doppelblech-Elements
einer Reinigungsanordnung nach den Fig. 2 und 3.
Gemäß Zeichnung umfaßt ein Heizkessel 1, insbesondere ein
Festbrennstoff-Heizkessel, eine Anordnung 2 zum Reinigen
von Wärmetauscherflächen 3.
In den Durchströmungskanälen 4 des Verbrennungsgases A
zwischen zwei benachbarten im wesentlichen planen vertikalen
Wärmetauscherflächen 3 des Heizkessels 1 befinden sich
vertikalen Platten 5 mit seitlichen, flexiblen, mit den
Wärmetauscherflächen 3 in einen Eingriff bringbaren
Reinigungsvorsprüngen 6.
Die einzelnen Platten 5 sind jeweils im wesentlichen in
ihrer Ebene E verschieblich ausgebildet.
Im besonderen sind die Platten 5 durch eine gemeinsame
obere horizontale Antriebseinrichtung 7 auf- und absenkbar
befestigt.
Die Platten 5 werden in einer ersten Ausführungsvariante
gemäß Fig. 4 durch vertikale Einzelbleche 8 und in einer
zweiten Ausführungsvariante gemäß Fig. 5 durch vertikale
Doppelbleche 9 ausgebildet und besitzen in der ersten
Ausführungsvariante auf beiden Seiten und in der zweiten
Ausführungsvariante auf einer einzigen Seite ausgebogene
flexible Stanzlaschen 10.
Die Stanzlaschen 10 bilden die vorgenannten
Reinigungsvorsprünge 6.
Die Stanzlaschen 10 besitzen freie Enden 11, welche in
einer Anordnung der Reinigungsanordnung in einem Heizkessel 1
jeweils im Bereich der benachbarten Wärmetauscherflächen 3
liegen und insbesondere geringfügig gegen die
Wärmetauscherflächen 3 vorgespannt sind.
Die Stanzlaschen 10 sind, wie dies den Fig. 4 und 5 zu
entnehmen ist, in horizontalen Reihen jeweils voneinander
beabstandet, wobei die Stanzlaschen benachbarter Reihen
gemäß Fig. 5 versetzt zueinander sind und insbesondere exakt
in der Mitte im Zwischenraum a der anderen benachbarten
Reihe liegen.
Die Stanzlaschen 10 gemäß der Ausführungsvariante nach
Fig. 4 besitzt rechteckige Laschenform R, während die
Stanzlaschen 10 gemäß der Ausführungsvariante nach Fig. 5 freie
erweiterte Enden 11 aufweist und insbesondere in
Schmetterlingsform S besitzt.
Die freien Enden 11 der Stanzlaschen 10 bilden in beiden
Ausführungsvarianten geradlinige Reinigungskanten 12.
In einem Durchströmungskanal 4 können die Einzelbleche 8
oder Doppelbleche 9 mehrfach vorgesehen sein.
Im Ausführungsbeispiel der Fig. 2 und 3 sind
Doppelbleche 9 gemäß Fig. 5 in Paketform I, II, III hintereinander
in einer Ebene E angeordnet, die der vertikalen
Symmetrieebene der beiden Doppelblech-Elemente entspricht.
Im besonderen sind zwei Doppelblech-Elemente nach Fig. 5
Rücken an Rücken als ein erstes, zweites und drittes
Paketelement I, II und III über Verbindungsbleche 13 miteinander
befestigt.
Die Doppelbleche 9 gemäß Fig. 5, wie auch die Einzelbleche
8 gemäß Fig. 4, besitzen Durchbrüche 14, welche zusätzlich
zu den primären Durchbrüchen vorgesehen sind, die durch das
Ausbiegen bzw. Kanten der Stanzlaschen 10 entstehen.
Die Doppelbleche 9 weisen obere horizontale und seitliche
vertikale abgebogene Versteifungskanten 15 auf, die weitere
Durchbrüche 16 besitzen.
Die Durchbrüche 16 bilden Strömungskanäle und sind wichtig,
damit sich die Verbrennungsgase bei mehreren nebeneinander
montierten Turbulatorblechen untereinander austauschen
können. Die Geometrie des Strömungskanals ergibt sich aus den
jeweils gegenüberliegenden Stanzungen der Laschen. Somit
ist ein durchgängiger Strömungskanal durch das gesamte
Bauteil möglich.
Obere Versteifungskanten 15 bewirken nicht nur eine
Versteifung des Blechs in horizontaler Richtung, sondern
vermeiden auch, daß das Verbrennungsgas den Weg des geringsten
Widerstands nimmt und nur in der Mitte der beiden
Turbulatorbleche strömt, ohne seine Wärmeenergie an das Wasser
abzugeben.
In einer Anordnung der Einzel- oder Doppelbleche in einem
Wärmetauscher sind die freien Enden 11 der Stanzlaschen 11
nach oben gerichtet, wobei durch die Einzelbleche 8 oder
durch die Doppelbleche 9 ein im wesentlichen vertikaler
Aschedurchtrittskanal k eingerichtet ist.
Die Einzel- oder Doppelbleche bzw. Turbulatoren bestehen
jeweils aus einem einfachen Stahlblech, welches eine
Materialstärke von 1-2 mm aufweist. In regelmäßigen Abständen
werden die Stanzlaschen 11 mit einem bestimmten Winkel
gebogen. Der Winkel der ausgebogenen Stanzlaschen wird so
gewählt, daß das Blech ohne oder mit einer geringen
Vorspannung zwischen die beiden Wassertaschen paßt und sich so
automatisch zentriert.
Die Antriebseinrichtung 7 besitzt eine horizontale
Antriebsachse 17 mit auf- und absenkbaren radialen
Schwenkarmen 18, wobei an den äußeren Radialenden der Schwenkarme 18
die Doppelbleche 9 über Verbindungstangen 19 angelenkt
sind. Die horizontale Antriebsachse 17 weist axial
endseitig eine Handkurbel auf, die von einer Bedienungsperson von
Hand betätigt werden kann.
Durch eine 60°-Kippbewegung wird eine Hubbewegung H der
Turbulatoren erzielt, die nicht nur manuell mit Hilfe eines
Hebels bzw. der Handkurbel, sondern auch vollautomatisch
realisiert werden kann.
In einer vollautomatischen (nicht veranschaulichten)
Ausführungsvariante besitzt die horizontale Antriebsachse 17
einen Elektromotor, welcher intermittierend angetrieben
werden kann und insbesondere in seiner Drehrichtung
umschaltbar ist.
Bei einer vollautomatischen Version kann die
Rotationsbewegung des Elektromotors durch eine Exzenterscheibe und ein
gelenkiges Hebelsystem in eine lineare Bewegung umgewandelt
werden.
Die Reinigungsanordnung 2, welche sich ständig im
Heizkessel 1 befindet, wird im besonderen wie folgt betrieben.
Bei Normalbetrieb des Heizkessels ist die
Reinigungsanordnung außer Betrieb. Sie wirkt in diesem Fall statisch,
ähnlich wie die feststehenden Leitbleche nach dem Stand der
Technik, jedoch wesentlich effizienter, als Turbulator und
mithin als Vorrichtung zur Erzeugung einer Turbulenz in der
Abgasdurchströmung. Auf diese Weise verzögert die
Reinigungsanordnung den Verschmutzungs- bzw. Ablagerungsvorgang
an den Wärmetauscherflächen nachhaltig.
Von Zeit zu Zeit wird vorzugsweise bei nicht betriebenem
Heizkessel durch Vor- und Rückwärtsdrehen der Handkurbel in
einem Winkel von 60° durch eine Bedienungsperson die
Reinigungsanordnung in Betrieb genommen. Dabei werden die
Platten 5 bzw. Einzelbleche 8 oder Doppelbleche 9 in den
Durchströmungskanälen 4 zwischen zwei benachbarten
Wärmetauscherflächen 3 nach oben unten nach unten bewegt.
Im Verlauf der Bewegung nach oben schaben die freien Enden
11 der Stanzlaschen 11 im wesentlichen flächendeckend die
Wärmetauscherflächen 3 ab. Die abgeschabten Ablagerungs-
Partikel gelangen über die schrägen Stanzlaschen 11 in den
im wesentlichen vertikalen Aschedurchtrittskanal k und von
dort in einen Auffangbehälter 21, welcher im Bereich des
Bodens 22 des Heizkessels 1 vorgesehen ist.
Bei einer Bewegung der flexiblen Stanzlaschen 11 nach unten
werden die Wärmetauscherflächen 3 nachgereinigt.
Ersichtlich bewirkt die Flexibilität der Stanzlaschen 11
eine Selbstzentrierung der Einzelelemente der
Reinigungsanordnung zwischen den zu reinigenden Wärmetauscherflächen 3.
Das Reinigen der Wärmetauscherflächen bzw. Wassertaschen
bringt gleichzeitig eine Senkung der Abgastemperatur mit
sich, da bei zunehmender Verschmutzung der Querschnitt
kleiner wird und somit die Strömungsgeschwindigkeit steigt.
Auch wird mit zunehmender Verschmutzung der Wärmeübergang
an die Wärmetauscherflächen verringert.
Je langsamer das Verbrennungsgas zwischen den Wassertaschen
strömt, um so länger befindet es sich innerhalb des
Heizkessels und gibt seine Wärmeenergie an das Wasser ab. Das
Abgas ist somit deutlich kälter als bei starken
Ablagerungen an den Wärmetauscherflächen.
Mit der langsameren Strömungsgeschwindigkeit ist wiederum
eine bessere Staubabscheidung verbunden, da das Rauchgas
weniger Bewegungsenergie zur Verfügung hat, um
Aschepartikel aufzuwirbeln und mit sich zu reißen.