Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Übertragung der
Notenschrift in eine Notenschrift für Linkshänder zum
Musizieren auf hauptsächlich nur für Linkshänder geeigneten
Musikinstrumenten, insbesondere Tasteninstrumente und
Pianoakkordeons deren Tastatur und die damit verbundenen wesentlichen
Bauteile gespiegelt oder seitenverkehrt ausgebildet sind, so
dass die linke Hand die Hauptfunktion, das Melodiespiel und
die rechte Hand die Begleitfunktion übernimmt.
Für die künstlerische Interpretation ist von großer Bedeutung,
es linkshändigen Musikschülern, Musikstudenten, Musikern und
Künstlern zu ermöglichen - wie bei Rechtshändern auch - der
führenden Hand die Funktion des Melodiespiels zu übertragen.
Erwiesenermaßen ist bei Linkshändern die linke Hand geschickter
und - wenn auch nur wenig - schneller als die rechte Hand. Das
gefühlsmäßige Arbeiten und unbewusst schnellere Reagieren
übernimmt bei Linkshändern die linke Hand.
Wenn Linkshänder gezwungen sind, die Funktion auf ihre
ungeschicktere, langsamere rechte Hand zu übertragen, leidet die
künstlerische Ausstrahlung, der Musiker selbst fühlt sich
unwohl und es fällt ihm wesentlich schwerer als einem
Rechtshänder seine Emotionen in sein Musikstück hinein zu
interpretieren.
Ebenso fällt es linkshändigen Kindern, die ein Instrument
erlernen wollen, schwerer, auf einem für Rechtshänder bestimmten
Instrument das Spielen zu erlernen, da auch die Notationen für
Rechtshänder, angepasst an die Tastaturen, Anordnung der Saiten
usw. ausgebildet sind. Wie schwer es Linkshändern fällt, das
Schreiben mit der rechten Hand zu erlernen und auszuüben ist
hinlänglich bekannt.
Es sind bereits Musikinstrumente, die nach den Bedürfnissen der
Linkshänder aufgebaut sind, bekannt. So sind beispielsweise
Klaviere und Flügel bekannt, bei denen die Tastatur und die
damit verbundenen wesentlichen Bauteile gespiegelt oder
seitenverkehrt ausgebildet sind, so dass die linke Hand die
Hauptfunktion, das Melodiespiel und die rechte Hand die
Begleitfunktion übernimmt. Damit wird das Erlernen des Spielens und das
Musizieren Linkshändern wesentlich erleichtert.
Allerdings sind die Notationen noch immer nur auf Rechtshänder
ausgerichtet, so dass es für Linkshänder weiterhin mit
Schwierigkeiten verbunden ist, rhythmische Signale gut und schnell
verarbeiten und auf die jeweiligen Finger der Hände übertragen
zu können, da die Richtung der Fingerbewegung mit dem Notenbild
nicht übereinstimmt.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, einfache Verfahren
anzugeben, mit denen übliche Notationen den Bedürfnissen der
Linkshänder angepasst werden können, um bisher auftretende
motorische Probleme, die durch das Musizieren auf Instrumenten,
die speziell für Linkshänder ausgebildet sind, nach Noten, die
nur für Rechtshänder konzipiert sind, auszuschließen und
Linkshändern die Noten besser lesbar darzustellen.
Die erfindungsgemäße Aufgabe wird zum einen dadurch gelöst,
dass die Notenhälse der einzelnen Noten gespiegelt und an
die Bewegungsrichtung der Finger angepasst werden.
Nach dieser einfachen Lösung werden die Noten dargestellt
und gelesen wie bei einem Rechtshänder, jedoch sind alle
Notenhälse gespiegelt. Dadurch registriert der Musizierende
unbewusst die Bewegungsrichtung der Noten in
entgegengesetzter Richtung. Die Noten mit den gespiegelten Notenhälsen
stimmen mit der gespiegelten Konstruktion der
Musikinstrumente überein.
So bleiben beispielsweise bei einer Klavier-Notation für
Linkshänder nach dieser Lösung Violin- und Bassschlüssel
unverändert. Die linke Hand spielt die Violinstimme, während
die rechte Hand die Bassstimme übernimmt. Da lediglich die
Notenhälse verändert werden, bleibt auch der Fingersatz, wie
für einen Rechtshänder angegeben, erhalten, da die Hände
symmetrisch sind.
Die erfindungsgemäße Aufgabe wird des weiteren dadurch gelöst,
dass die Noten eines beliebigen Musikstückes horizontal
gespiegelt und vertikal umgekehrt werden, dass Violin- und
Bassschlüssel in ihrer Anordnung auf den Notenreihen vertauscht
werden und dass anschließend eine weitere vertikale Spiegelung
erfolgt.
Auch nach diesem Verfahren wird es Linkshändern möglich, in an
das jeweilige Instrument angepasster Weise die zugehörigen
Noten lesen zu können. Allerdings ist es wesentlich aufwändiger,
übliche Notationen in an die Bedürfnisse von Linkshändern
angepasste Notationen umzuarbeiten. Andererseits ist es für viele
Linkshänder noch wesentlich einfacher, Noten nach diesem
Verfahren lesen und verarbeiten zu können.
Dabei sollte das Verfahren mehrstufig ablaufen, derart, dass
zunächst die Notenschrift eines beliebigen Musikstückes
vertikal gespiegelt wird, dass danach die gespiegelte Notenschrift
horizontal derart umgekehrt wird, dass die Violinschlüsselzeile
an erster Stelle und die Bassschlüsselzeile darunter angeordnet
ist, dass danach Bass- und Violinschlüssel in ihrer Anordnung
auf den Notenreihen untereinander vertauscht werden, so dass
der Bassschlüssel am Ende der ersten Zeile und der
Violinschlüssel am Ende der zweiten Zeile steht, dass danach eine
weitere vertikale Spiegelung des Notenblattes erfolgt und dass
anschließend die Anpassung der Notenhälse an die Fingerbewegung
des Musizierenden auf der Tastatur des Instrumentes erfolgt.
Nach dieser erfindungsgemäßen Lösung ist es des weiteren von
Vorteil, wenn auch die Zählweise der Notenlinien einer
Notenreihe gespiegelt erfolgt, derart, dass die üblicherweise
mit Notenlinie 1 bezifferte untere Notenlinie die Ziffer 5
und in Einhaltung der Reihenfolge somit die obere 5.
Notenlinie die Ziffer 1 erhält.
Die erfindungsgemäße Aufgabe wird außerdem auch dadurch gelöst,
dass der Anfangspunkt der beiden Notenschlüsselsysteme als Note
E definiert und lediglich die Noten D und As beziehungsweise
Gis in ihrer üblichen Anordnung erhalten bleiben, und dass die
Tastenbelegung dieser Verschiebung angepasst wird.
Bei der nach diesem erfindungsgemäßen Verfahren geschaffener
Notationen wird nicht die Tonhöhe sondern die Tontiefe
definiert, da die hohen Töne nach unten und die tiefen Töne nach
oben verlaufen. Es muss jedoch ein Umdenkprozess erfolgen,
da völlig von der üblichen Notenanordnung abgewichen wird.
Das Umschreiben üblicher Musikliteratur ist andererseits mit
weniger Aufwand möglich als nach dem vorher beschriebenen
Verfahren.
Nach einer vorzugsweisen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahrens in dieser dritten Variante sind Violin- und
Bassschlüssel wie üblich angeordnet, jedoch als A-Schlüssel und H-
Schlüssel definiert und die Bezeichnung der Notenlinien und die
Stellung der Vorzeichen im Notenbild sind an die verschobene
Notenbelegung angepasst. Zusätzlich können auch die Vorzeichen
getauscht werden, b wird Kreuz und Kreuz wird b.
Die Erfindung soll nachfolgend anhand von
Ausführungsbeispielen näher erläutert werden. Dabei zeigt
Fig. 1 die Gegenüberstellung gleicher Notationen
ausgeführt für Links- und Rechtshänder zur
Veranschaulichung des erfindungsgemäßen Verfahrens nach
Patentanspruch 1,
Fig. 2 eine Darstellung der C-Dur-Tonleiter im Violin-
und Bassschlüssel in üblicher Ausführung,
Fig. 3 die gleiche Tonleiter, jedoch in gespiegelter
Anordnung für Linkshänder gemäß dem
erfindungsgemäßen Verfahren nach Patentanspruch 2,
Fig. 4 ein Beispiel der Darstellung des Violin- und
Bassschlüssels sowie der Vorzeichen für A-Dur bzw.
fis-moll in üblicher Form,
Fig. 5 das gleiche Beispiel, jedoch in Darstellung für
Linkshänder nach dem Verfahren gemäß
Patentanspruch 2,
Fig. 6 einen Auszug aus einem Musikstück in üblicher
Notenschrift,
Fig. 7 der gleiche Auszug nach Phase 1 des Verfahrens
gemäß Patentanspruch 2,
Fig. 8 Darstellung der Phase 2 des Verfahrens gemäß
Patentanspruch 2 und 3 am Beispiel gemäß Fig. 6,
Fig. 9 Darstellung der dritten Phase des Verfahrens am
Beispiel gemäß Fig. 6,
Fig. 10 Darstellung der vierten Phase des Verfahrens am
Beispiel gemäß Fig. 6,
Fig. 11 das Beispiel gemäß Fig. 6 in der endgültigen
Notenschrift für Linkshänder,
Fig. 12 ein weiteres Notenbeispiel in üblicher Ausführung,
Fig. 13 die Tonleiter über zwei Oktaven nach Fig. 2
umgeschrieben gemäß Verfahren nach Patentanspruch 5,
Fig. 14 das Notenbeispiel nach Fig. 12 umgeschrieben gemäß
Verfahren nach Patentanspruch 5.
Fig. 1 zeigt an einem Notenbeispiel und in Gegenüberstellung
die Anordnung der Notenhälse für Linkshänder und für
Rechtshänder nach einer ersten erfindungsgemäßen Lösung der
Aufgabenstellung. Werden die Notenhälse gespiegelt, tendieren die
Noten in die entgegengesetzte Richtung. Auch bei Akkorden
oder mehreren gleichzeitig zu spielenden Tönen ist für einen
Linkshänder sofort die entgegengesetzte Richtung der
Tastatur erkennbar. Linkshänder besitzen die Fähigkeit,
spiegelverkehrt zu lesen und zu verstehen. Somit erfolgt die
unbewusste Umsetzung der Signale an das Gehirn, welche Hand und
welche Finger in welche Richtung eingesetzt werden müssen.
Mit dem Spiel auf einem für Linkshänder konzipierten
Instrument, bei dem die Tastatur gespiegelt angeordnet ist, ist
lediglich ein Handwechsel eingetreten, der Linkshänder
spielt beispielsweise eine in der Notation angegebene
Solostimme mit dem fünften Finger nicht mit der rechten, sondern
mit dem fünften Finger der linken, geschickteren Hand.
In den Fig. 2 und 3 sind die Noten in üblicher und in der
für Linkshänder geeigneten Form ersichtlich. Voraussetzung
ist die Benutzung eines ebenfalls auf Linkshänder
ausgerichteten Instrumentes. Auch hier ist erkennbar, dass anhand der
Notenhälse die Spielrichtung auf den Tasten angezeigt wird.
Die linke Hand spielt die auf der linken Seite -
beispielsweise einer Klaviertastatur - angeordneten hohen Töne, wobei
die Hälse der Noten in Spielrichtung nach unten
beziehungsweise nach außen weisen.
Die Fig. 4 und 5 zeigen in Gegenüberstellung die Anordnung
der Notenschlüssel für ein A-Dur- oder fis-moll-Musikstück.
Üblich ist gemäß Fig. 4 den Violinschlüssel in die erste
Notenreihe zu setzen und zwar derart, dass die zweite
Notenlinie, also die G-Linie umschlossen wird. Der Bassschlüssel
ist in der zweiten Notenreihe angeordnet, er umschließt die
4. Notenlinie, die f-Linie. Die drei Vorzeichen, die in
diesem Beispiel die drei Kreuze fis, cis und gis sind, sind in
der angegebenen Reihenfolge auf der fünften Linie, im
dritten Zwischenraum und über der fünften Linie angeordnet. Die
drei Kreuze des Bassschlüssels sind auf der vierten Linie,
im zweiten Zwischenraum und im vierten Zwischenraum
angeordnet.
Bei entsprechend des Verfahrensablaufes gemäß Patentanspruch
2 gespiegelter Anordnung bedeutet dies nach Fig. 5, dass der
Violinschlüssel unten und der Bassschlüssel darüber
angeordnet sind. Durch Zählart der Notenlinien von oben nach unten,
also ebenfalls in gespiegelter Form, umschließt der
Bassschlüssel die vierte Notenlinie und der Violinschlüssel die
zweite Notenlinie. Die Kreuze sind demzufolge analog
angeordnet, dass heißt, fis, cis und gis des Bassschlüssels sind
in der Reihenfolge auf der vierten Linie, im zweiten
Zwischenraum und im vierten Zwischenraum angeordnet. Die
Anordnung der Kreuze des Violinschlüssels erfolgt analog.
Die weiteren Fig. 6 bis 11 veranschaulichen die einzelnen
Verfahrensschritte nach den Patentansprüchen 2 bis 4 anhand
eines Notenausschnittes eines Musikstückes.
Fig. 6 zeigt das Notenbild in der üblichen Form und
Anordnung.
Fig. 7 zeigt die erste Phase des Verfahrensablaufes, die
vertikale Spiegelung (Spiegelung an der vertikalen Achse),
das heißt, die Noten des Violinschlüssels stehen in
gespiegelter Form in der ersten Reihe und die des Bassschlüssels
in der zweiten Reihe.
In Fig. 8 ist die zweite Phase, die horizontale Spiegelung
(Spiegelung an der horizontalen Achse) dargestellt, dass
heißt, die Noten des Bassschlüssels sind in der ersten und
die des Violinschlüssels in der zweiten Reihe angeordnet.
Sie nehmen auf den Notenlinien entsprechend neue Plätze ein.
Man redet von Tontiefe statt von Tonhöhe. Die tiefen Noten
befinden sich im Notensystem oben und die hohen Noten sind
unten. Die Notenhälse wurden an der vertikalen Achse
gespiegelt. Die Noten sind in dieser Form bereits für Linkshänder
gut spielbar.
Es gibt zwei Möglichkeiten, die Noten gemäß Fig. 7 und 8 zu
lesen. Entweder man liest von rechts nach links und von oben
nach unten. Oder man liest von rechts nach links und von
unten nach oben, so, als würde man ein Buch von hinten nach
vorn lesen.
Fig. 9 veranschaulicht die dritte Phase, zeigt eine
nochmalige vertikale Spiegelung (Spiegelung an der vertikalen
Achse). Die Lesart ist nun wieder traditionell, man liest von
links nach rechts.
Fig. 10 stellt die vierte Phase dar, sie ist eine Vorstufe
von Fig. 11.
Fig. 11 zeigt die endgültige Notenschrift für Linkshänder,
in der bereits alle Notenhälse gespiegelt und dadurch an die
Richtung der Fingerbewegung angepasst sind.
Im wesentlichen erfolgt die horizontale und/oder vertikale
Spiegelung, der Notenschlüssel, der Vorzeichen, der Noten
und die Anpassung der Notenhälse an den Bewegungsablauf der
Finger.
Fig. 12 bis 14 veranschaulichen eine dritte Lösung der
erfindungsgemäßen Aufgabe gemäß Patentanspruch 5.
Hiernach erfolgt sowohl eine Neuanordnung der Töne auf der
Tastatur als auch im Notenbild. Am Anfangs- und Mittelpunkt,
wo bei Schlüsselsysteme sich treffen, steht nicht mehr der
Ton C sondern das E. In beiden Schlüsselsystemen bleiben
lediglich zwei Noten beziehungsweise Tasten identisch, D und
As beziehungsweise Gis. C wird zu E, D bleibt D, E wird C,
F-H, G-A, A-G, H-F. Fig. 13 veranschaulicht diese
erfindungsgemäße Darstellung des Notensystems.
In der chromatischen Tonleiter wird des weiteren aus Des-Es
beziehungsweise aus Cis-Dis, aus Es-Des beziehungsweise Dis-
Cis, Ges-B beziehungsweise Fis-Ais, Gis bleibt Gis
beziehungsweise As bleibt As und aus B wird Ges beziehungsweise
aus Ais-Fis.
So ist es auf sehr einfache Weise möglich, die für
Rechtshänder verfasste Musikliteratur umzuschreiben. Die hohen
Töne gehen in die Tiefe und die tiefen in die Höhe. Die
spiegelverkehrte Tastatur ist leicht erkennbar. In Fig. 14 ist
ein Beispiel der neuen Notation gezeigt.
Der Violinschlüssel befindet sich hiernach wie üblich in der
oberen Notenreihe, jedoch umschließt er nun nicht mehr die
G-Linie, sondern die A-Linie. Deshalb wird der
Violinschlüssel für Linkshänder als A-Schlüssel definiert. Mit ihm
werden hauptsächlich die tiefen Töne gelesen und mit der
rechten Hand gespielt.
Der Bassschlüssel befindet sich in der unteren Notenreihe,
er umschließt weiterhin die vierte Notenlinie, die jedoch
nun die H-Linie darstellt und nicht mehr die F-Linie. Dieser
Schlüssel wird für Linkshänder als H-Schlüssel definiert.
Mit dem Bassschlüssel werden die hohen Töne gelesen und mit
der linken Hand gespielt.
Die Vorzeichen werden in ihrer Position im Schlüsselsystem
entsprechend angepasst. Sie sagen ebenfalls aus, dass die
Notenhöhe in die Tiefe geht, während die Notentiefe nach
oben verläuft. Deshalb ist es ratsam für Linkshänder beim
Notenschreiben auch die Vorzeichen zu tauschen. Das heißt
Kreuze und b werden vertauscht (enharmonische Verwechslung).
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird dem Linkshänder
ermöglicht, nicht nur mit der für ihn dominanteren linken Hand
die Hauptfunktion, das Melodiespiel, auszuführen, sondern
auch in angepasster Weise das Lesen der Noten durchführen zu
können. Die Kontrolle der Balance der beiden Hände ist von
großer Bedeutung für ein künstlerisches Spiel. Mit der neuen
Notation verarbeitet der Kopf rhythmische Signale schneller.
Die Richtung der Fingerbewegung stimmt mit dem Notenbild
überein, die motorischen Probleme sind gelöst.