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Dokumentenidentifikation DE4005015C2 18.09.2003
Titel Kationische Phthalocyaninfarbstoffe
Anmelder Clariant Finance (BVI) Ltd., Tortola, VG
Erfinder Moser, Helmut Anton, Dr., Oberwil, CH;
Wald, Roland, Huningue, FR
Vertreter Spott & Weinmiller, 80336 München
DE-Anmeldedatum 19.02.1990
DE-Aktenzeichen 4005015
Offenlegungstag 30.08.1990
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 18.09.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.09.2003
IPC-Hauptklasse C09B 47/32
IPC-Nebenklasse C09B 67/22   C09B 67/34   D06P 1/42   D06P 3/02   D06P 3/58   D06P 3/60   D21H 21/28   
IPC additional class // C09B 47/26,D06P 3/76,3/24,3/52,3/32,B05D 7/12,C03C 25/02  

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft über eine stickstoffhaltige Brücke verknüpfte Phthalocyaninverbindungen, Verfahren zur Herstellung und ihre Verwendung in Färbe- und Druckverfahren.

Gegenstand der Erfindung sind folglich Verbindungen der Formel I,





worin

jedes W1, unabhängig voneinander, für -A-NR1R2R3 An oder -A-NR2R3,

R1 für Wasserstoff, unsubstituiertes C1-4Alkyl, durch Halogen, Cyan, Hydroxy oder Phenyl monosubstituiertes C1-4Alkyl, oder C5-6Cycloalkyl,

jedes R2 und R3, unabhängig voneinander, für unsubstituiertes C1-4Alkyl oder durch Halogen, Cyan, Hydroxy oder Phenyl monosubstituiertes C1-4Alkyl, oder C5-6Cycloalkyl, und

jedes An für ein nicht-chromophores Anion stehen;

jedes R4, unabhängig voneinander, für Wasserstoff oder unsubstituiertes oder durch Hydroxy monosubstituiertes C1-4Alkyl,

jedes A, unabhängig voneinander, für -C2-6Alkylen- oder durch Hydroxy monosubstituiertes -C3-6Alkylen-,

Y für ein divalentes Brückenglied, das beidseitig über ein aliphatisches Kohlenstoffatom gebunden ist, und

jedes R5 und R6, unabhängig voneinander, für unsubstituiertes C1-4Alkyl oder durch Halogen, Cyan, Hydroxy oder Phenyl monosubstituiertes C1-4Alkyl, oder C5-6Cycloalkyl stehen;

Pc jeweils den Phthalocyaninrest und

jedes Me, unabhängig voneinander, Kupfer, Nickel oder Kobalt bedeuten;

jedes m, unabhängig voneinander, für 0 oder 1 und

jedes n, unabhängig voneinander, für 1, 2 oder 3 stehen,

und p 1 oder 2 ist,

und Gemische von Verbindungen der Formel I, in denen jede Sulfogruppe als freie Säure oder in Salzform vorliegt, wobei für eine Verbindung oder ein Gemisch von Verbindungen der Formel I folgende Beziehungen gelten:



1 ≤ p ≤ 2 und (i)



m + n + p ≤ 4 (ii).



Sofern nichts anderes angegeben ist, schliesst die Definition Alkyl und Alkylen sowohl lineare als auch verzweigte aliphatische Reste ein.

In einer hydroxysubstituierten Alkyl- oder Alkylengruppe, die an Stickstoff gebunden ist, befindet sich die Hydroxygruppe bevorzugt an einem C-Atom, das nicht direkt an dieses Stickstoffatom gebunden ist.

Halogen steht generell für Fluor, Chlor oder Brom; bevorzugt für Chlor oder Brom und insbesondere für Chlor.

In Verbindungen der Formel I steht jedes Me unabhängig voneinander bevorzugt für Kupfer oder Nickel.

R1 bedeutet bevorzugt R1a als Wasserstoff, Methyl, Aethyl, durch Chlor, Cyan oder Hydroxy monosubstituiertes C2-3Alkyl, Benzyl oder Cyclohexyl; weiter bevorzugt R1b als Wasserstoff, Methyl, Aethyl, durch Hydroxy monosubstituiertes C2-3Alkyl, Benzyl oder Cyclohexyl; insbesondere bevorzugt R1c als Wasserstoff, Methyl oder Aethyl.

Jedes R2 und R3 steht bevorzugt für R2a und R3a, wobei jedes R2a und R3a, unabhängig voneinander, Methyl, Aethyl, durch Chlor, Cyan oder Hydroxy monosubstituiertes C2-3Alkyl, Benzyl oder Cyclohexyl bedeuten. Weiter bevorzugt stehen R2 und R3 für R2b und R3b, wobei jedes R2b und R3b, unabhängig voneinander, Methyl, Aethyl, durch Hydroxy monosubstituiertes C2-3Alkyl, Benzyl oder Cyclohexyl bedeuten. Insbesondere bevorzugt stehen sie für R2c und R3c, die unabhängig voneinander Methyl oder Aethyl bedeuten.

R4 steht bevorzugt für R4a, wobei jedes R4a, unabhängig voneinander, Wasserstoff, Methyl, Aethyl oder 2-Hydroxyäthyl bedeutet. Weiter bevorzugt steht R4 für R4b, wobei jedes R4b, unabhängig voneinander, Wasserstoff oder Methyl bedeutet. Insbesondere bevorzugt bedeutet jedes R4 Wasserstoff.

A als Alkylen steht bevorzugt für eine C2-4Alkylengruppe wie beispielsweise -(CH2)q- mit q = 2, 3 oder 4,





insbesondere steht es für -(CH2)q'- mit q' = 2 oder 3.

A als hydroxy-substituiertes Alkylen enthält bevorzugt 3 oder 4 C-Atome.

A bedeutet bevorzugt A1, wobei jedes A1, unabhängig voneinander, für -C2-4Alkylen- oder monohydroxy-substituiertes -C3-4Alkylen- steht; weiter bevorzugt A2, wobei jedes A2, unabhängig voneinander, für -C2-4Alkylen- steht; insbesondere bevorzugt A3, wobei jedes A3, unabhängig voneinander, für -(CH2)q'- steht, worin q' 2 oder 3 bedeutet.

W1 steht vorzugsweise für W1a, wobei jedes W1a, unabhängig voneinander, -A1-NR1aR2aR3a An oder -A1-NR2aR3a bedeutet; mehr bevorzugt für W1b, wobei jedes W1b -A2-NR1bR2bR3b An oder -A2-NR2bR3b bedeutet; insbesondere bevorzugt für W1c, wobei jedes W1c, unabhängig voneinander, -A3-NR1cR2cR3c An oder -A3-NR2cR3c bedeutet.

Y steht bevorzugt für Y1 als -C2-6Alkylen-, monohydroxy- oder dihydroxy- substituiertes -C3-8Alkylen-, eine -C2-6Alkylenkette, die durch -O-, -NR7- oder





unterbrochen ist,

oder eine monohydroxy- oder dihydroxy-substituierte -C3-8Alkylenkette, die durch -O-, -NR7- oder





unterbrochen ist, wobei

R7 Wasserstoff oder C1-6Alkyl und

R8 Wasserstoff, Halogen, C1-4Alkyl oder C1-4Alkoxy bedeuten.

Y steht weiter bevorzugt für Y2 als -C2-4Alkylen-, monohydroxy-substituiertes -C3-4Alkylen- oder -T1-X-T2, worin jedes T1 und T2, unabhängig voneinander, -C1-3Alkylen- oder monohydroxy-substituiertes -C3-4Alkylen-, und X -NR7a- oder





worin

R7a für Wasserstoff oder C1-4Alkyl und R8a für Wasserstoff, Chlor, Methyl oder Methoxy stehen, bedeuten.

Insbesondere bevorzugt steht Y für Y3 als -C2-3Alkylen-, monohydroxy-substituiertes -C3-4Alkylen- oder





Jedes R5 und R6 bedeutet bevorzugt R5a und R6a, wobei jedes R5a und R6a, unabhängig voneinander, Methyl, Aethyl, durch Chlor, Cyan oder Hydroxy monosubstituiertes C2-3Alkyl, Benzyl oder Cyclohexyl bedeuten; weiter bevorzugt stehen R5 und R6 für R5b und R6b, die unabhängig voneinander Methyl, Aethyl, durch Hydroxy monosubstituiertes C2-3Alkyl, Benzyl oder Cyclohexyl bedeuten. Insbesondere bevorzugt stehen R5 und R6 für R5c und R6c, die unabhängig voneinander Methyl oder Aethyl bedeuten.

Bevorzugte Verbindungen entsprechen der Formel Ia,





worin jede SO3H-Gruppe als freie Säure oder in Salzform vorliegt und Me1 für Kupfer oder Nickel steht,

und Gemischen von Verbindungen der Formel Ia.

Mehr bevorzugt sind Verbindungen der Formel Ia, worin

  • 1. jedes A2, unabhängig voneinander, für A3 steht;
  • 2. Y2 für Y3 steht;
  • 3. jedes W1b, unabhängig voneinander, für W1c steht;
  • 4. jedes R4b für Wasserstoff steht;
  • 5. solche von (1) bis (4), worin jedes R5b und R6b, unabhängig voneinander, für R5c und R6c stehen.

Gegenstand der Erfindung ist auch ein Verfahren zur Herstellung der Verbindungen der Formel I, das dadurch gekennzeichnet ist,

dass man zwei Verbindungen der Formel II,





worin Me, Pc, A, W1, R4, R5, R6, m, n und p wie oben definiert sind, die gleich oder verschieden sein können,

unter Einführung der Brücke Y miteinander verknüpft, wobei die -NR5R6 Gruppe jeder Verbindung der Formel II quaterniert wird.

Die Verknüpfung zweier Verbindungen der Formel II wird zweckmässig bei erhöhter Temperatur zwischen 50-80°C, vorzugsweise bei 60-70°C, und in alkalischem Medium, vorzugsweise bei pH 8-10 vorgenommen; als Reaktionsmedium dient Wasser vorteilhaft im Gemisch mit einem organischen Lösungsmittel, z. B. Dimethylformamid.

Die erhaltenen Verbindungen der Formel I können auf an sich bekannte Weise aus dem Reaktionsgemisch als Presskuchen oder nach dem Trocknen in Pulver- oder Granulatform isoliert werden. Die Isolierung kann aber auch entfallen und die Verbindung der Formel I kann dann ohne Abtrennung vom Reaktionsgemisch weiterverwendet werden.

Die als Ausgangsmaterial eingesetzten Verbindungen der Formel II sind bekannt oder sie können analog zu an sich bekannten Verfahren aus bekannten Ausgangsstoffen erhalten werden.

Die Verbindungen der Formel II liegen als wasserlösliche Salze vor. Als Anionen An, die durch Umsetzung protonierbarer N-Atome und/oder quaternärer Ammoniumgruppen mit organischen oder anorganischen Säuren eingeführt werden, kommen beispielsweise die folgenden in Betracht:

Chlorid, Bromid, Jodid, Sulfat, Bisulfat, Methylsulfat, Aethylsulfat, Aminosulfat, Hydrogensulfat, Perchlorat, Benzolsulfonat, Oxalat, Maleinat, Acetat, Methoxyacetat, Formiat, Propionat, Lactat, Succinat, Tartrat, Malat, Methansulfonat; ferner die Anionen von Säuren wie Borsäure, Citronensäure, Glykolsäure, Diglykolsäure oder Adipinsäure oder Additionsprodukte der ortho-Borsäure mit Polyalkoholen wie z. B. cis- Polyolen.

Die Verbindungen der Formel I in wasserlöslicher Salzform stellen Farbstoffe dar und können zum Färben oder Bedrucken von hydroxygruppen- oder stickstoffhaltigen organischen Substraten verwendet werden. Dabei sind sie geeignet zum Färben oder Bedrucken von kationisch anfärbbaren Materialien wie einheitlichen oder Mischpolymerisaten des Acrylnitrils, sauer modifizierten Polyamid- oder Polyesterfasern; von Leder, Baumwolle, Bastfasern wie Hanf, Flachs, Sisal, Jute, Kokosfasern und Stroh; Celluloseregeneratfasern, Glasfasern und Papier.

Die Verbindungen der Formel I dienen beispielsweise zum Färben oder Bedrucken von Fasern, Fäden oder daraus hergestellten Textilien, die aus Cellulosematerial, z. B. Baumwolle, bestehen oder diese enthalten, nach an sich bekannten Methoden. Baumwolle wird dabei vorzugsweise nach üblichem Ausziehverfahren gefärbt, beispielsweise aus langer oder kurzer Flotte und bei Raum- bis Kochtemperatur. Das Bedrucken erfolgt durch Imprägnieren mit einer Druckpaste, welche nach an sich bekannter Methode zusammengestellt wird.

Die Verbindungen gemäß der Erfindung können weiter zum Färben oder Bedrucken von Leder, vorteilhaft auch von niederaffinen Lederarten, die vegetabil nachgegerbt wurden, nach an sich bekannten Methoden verwendet werden.

Insbesondere eignen sich die Verbindungen der Formel I jedoch zum Färben oder Bedrucken von Papier oder Papierprodukten, z. B. für die Herstellung von geleimtem oder ungeleimtem, holzfreiem oder insbesondere holzhaltigem Papier (sog. Holzschliff) in der Masse wie in der Leimpresse. Sie können aber auch zum Färben von Papier nach dem Tauchverfahren verwendet werden. Das Färben und Bedrucken von Papier erfolgt nach bekannten Methoden.

Die so erhaltenen Färbungen und Drucke und im besonderen die Papierfärbungen und Papierdrucke zeigen gute Gebrauchsechtheiten.

Die Verbindungen der Formel I können unmittelbar (in isolierter Pulverform oder als Lösung) als Farbstoffe verwendet werden, sie können aber auch in Form von Färbepräparaten eingesetzt werden. Die Verarbeitung in stabile flüssige, vorzugsweise wässrige wie auch feste Färbepräparate kann auf allgemein bekannte Weise erfolgen. Geeignete flüssige Präparationen können vorteilhaft durch Lösen in geeigneten Lösungsmitteln wie Mineralsäuren oder organischen Säuren, z. B. Salzsäure, Schwefelsäure, Phosphorsäure, Ameisensäure, Essigsäure, Milchsäure, Glykolsäure, Methansulfonsäure und Citronensäure; des weiteren Formamid, Dimethylformamid, Harnstoff; Glykole und deren Aether, die im Gemisch mit Wasser eingesetzt werden, gegebenenfalls unter Zufügen eines Hilfsmittels, z. B. eines Stabilisators erhalten werden. Solche Präparationen können beispielsweise wie in der französischen Patentschrift Nr. 1.572.030 beschrieben hergestellt werden.

Eine günstige Zusammensetzung solcher flüssigen Präparate ist beispielsweise die folgende (Teile bedeuten Gewichtsteile):

100 Teile einer Verbindung der Formel I,

1-100, vorzugsweise 1-10 Teile eines anorganischen Salzes,

1-100 Teile einer organischen Säure wie Ameisen-, Essig-, Milch-, Citronen-, Propion-, Methoxyessigsäure,

100-800 Teile Wasser,

0-500 Teile eines Lösungsvermittlers (z. B. Glykole wie Aethylenglykol, Propylenglykol, Di- oder Triäthylenglykol, Hexylenglykol; Glykoläther wie Methylcellosolve, Methylcarbitol, Butylpolyglykol; Harnstoff, Formamid und Dimethylformamid).

Ebenso können die Verbindungen der Formel I auf an sich bekannte Weise zu festen, bevorzugt granulierten Färbepräparaten, vorteilhaft durch Granulieren wie in der französischen Patentschrift Nr. 1.581.900 beschrieben, verarbeitet werden.

Eine günstige Zusammensetzung für feste Präparate ist beispielsweise die folgende (Teile bedeuten Gewichtsteile):

100 Teile einer Verbindung der Formel I,

1-100, vorzugsweise 1-10 Teile eines anorganischen Salzes,

0-800 Teile eines Stellmittels (vorzugsweise nicht-ionogen wie Dextrin, Zucker, Traubenzucker und Harnstoff).

In der festen Präparation kann noch bis zu 10% an Restfeuchtigkeit vorhanden sein.

Die Verbindungen der Formel I besitzen gute Löslichkeitseigenschaften, insbesondere zeichnen sie sich durch gute Kaltwasserlöslichkeit aus. Infolge ihrer hohen Substantivität ziehen die Farbstoffe praktisch quantitativ aus und zeigen dabei ein gutes Aufbauvermögen. Bei der Herstellung von geleimtem wie auch ungeleimtem Papier sind die Abwässer praktisch farblos oder nur geringfügig angefärbt. Dia Farbstoffe können der Papiermasse direkt, d. h. ohne vorheriges Auflösen, als Trockenpulver oder Granulat zugesetzt werden, ohne dass eine Minderung in der Brillanz oder Verminderung in der Farbausbeute eintritt.

Vorzugsweise werden die Verbindungen der Formel I jedoch als Lösung oder flüssig-wässrige Färbepräparation verwendet.

Die geleimte Papierfärbung zeigt gegenüber der ungeleimten keinen Stärkeabfall. Mit den vorliegenden Farbstoffen kann auch in Weichwasser mit voller Farbausbeute gefärbt werden. Die Farbstoffe melieren insbesondere auf holzhaltigem Papier gefärbt nicht, sie neigen nicht zur Papierzweiseitigkeit und sind weitgehend unempfindlich gegen Füllstoff und pH- Schwankungen.

Die gefärbten Papiere zeigen hohe Ausblutechtheiten, sie sind sehr gut nassecht nicht nur gegen Wasser, sondern auch gegen Milch, Fruchtsäfte, gesüsste Mineralwasser, Seifenwasser, Tonicwasser, Kochsalzlösung, Urin etc.; zudem besitzen sie gute Alkoholechtheit.

Papier, das mit den Verbindungen der Formel I gefärbt wurde, ist sowohl oxidativ als auch reduktiv bleichbar, was für die Wiederverwendung von Ausschuss- und Altpapier von Wichtigkeit ist.

Faserstoffe, die Holzschliff enthalten, werden mit den erfindungsgemässen Verbindungen in guter und egaler Qualität gefärbt.

Die nachfolgenden Beispiele dienen zur Illustration der Erfindung. Sofern nichts anderes angegeben ist, bedeuten in den Beispielen alle Teile und Prozente Gewichtsteile bzw. Gewichtsprozente; die Temperaturen sind in Celsiusgraden angegeben.

Beispiel 1

10,7 Teile des Farbstoffes der Formel





werden in 200 Teilen Dimethylformamid und 50 Teilen Wasser bei 70° und pH 8,5 mit 1,12 Teilen (20% Ueberschuss) Epichlorhydrin umgesetzt. Dabei wird der pH mit 30%iger Natronlauge bei 8,5-9 gehalten. Nach ca. einer Stunde Rühren bleibt der pH unverändert. Das resultierende Kondensationsprodukt wird aus dem alkalischen Milieu durch Zusatz von Wasser ausgefällt und nach dem Filtrieren als feuchter Presskuchen isoliert. Man erhält den Farbstoff der Formel,





der Papier in blaustichigen Türkistönen färbt. Die Papierfärbungen haben insbesondere ausgezeichnete Nassechtheiten.

Beispiel 2

Werden gemäss der in Beispiel 1 beschriebenen Methode anstelle von Epichlorhydrin 2,1 Teile (20% Ueberschuss) α,α'-Dichlor-p-xylol eingesetzt, so erhält man den entsprechenden Kupferphthalocyaninfarbstoff mit der Brücke





Er färbt Papier blaustichig türkis, die Färbungen zeigen perfekte Nassechtheiten.

Beispiele 3-20 Tabelle

Analog der in den Beispielen 1 und 2 beschriebenen Methode können unter Verwendung der entsprechenden Ausgangsstoffe weitere Verbindungen der Formel I erhalten werden.

Diese Verbindungen entsprechen der Formel (A),





für welche in der folgenden Tabelle die einzelnen Variablen zusammengestellt sind.

Die in dieser Tabelle unter Kolonne 3 für die Brücke Y verwendeten Symbole haben die folgende Bedeutung:

Ya steht für





Yb steht für





und

Yc steht für -CH2CH2-.

Die für p, m und n angegebenen Zahlenwerte sind als Mittelwerte anzusehen, wie sie aus den entsprechend zusammengesetzten Gemischen von Verbindungen der Formel (A) resultieren; m hat für jeden Farbstoff der Tabelle den Wert 0,5.

Als nicht-chromophores Anion An steht Acetat gegebenenfalls in Anwesenheit von Chlorid.

Die Farbstoffe der Beispiele 3-20 färben Papier in blau- bis grünstichigen Türkistönen. Die erhaltenen Papierfärbungen haben perfekte Nassechtheiten. Tabelle Verbindungen der Formel (A)



Applikationsmöglichkeiten der beschriebenen Farbstoffe sind in den folgenden Vorschriften illustriert.

Färbevorschrift A

In einem Holländer werden 70 Teile chemisch gebleichte Sulfitcellulose aus Nadelholz und 30 Teile chemisch gebleichte Sulfitcellulose aus Birkenholz in 2000 Teilen Wasser gemahlen. Zu dieser Masse gibt man 0,1 Teile des Farbstoffes aus Beispiel 1. Nach 20 Minuten Mischzeit wird daraus Papier hergestellt. Das auf diese Weise erhaltene saugfähige Papier ist blaustichig türkis gefärbt. Das Abwasser ist farblos.

Färbevorschrift B

0,2 Teile des Farbstoffes aus Beispiel 1 gibt man zu 100 Teilen chemisch gebleichter Sulfitcellulose, die mit 2000 Teilen Wasser in einem Holländer gemahlen wurde. Nach 15 Minuten Durchmischung wird auf übliche Art mit Harzleim und Aluminiumsulfat geleimt. Papier, das aus diesem Material hergestellt wird, ist blaustichig türkis gefärbt und besitzt perfekte Nassechtheiten; das Abwasser ist farblos.

Färbevorschrift C

Eine saugfähige Papierbahn aus ungeleimtem Papier wird bei 40-50° durch eine Farbstofflösung folgender Zusammensetzung gezogen:

0,2 Teile des Farbstoffes aus Beispiel 1

0,5 Teile Stärke und

99,3 Teile Wasser.

Die überschüssige Farbstofflösung wird durch zwei Walzen abgepresst. Die getrocknete Papierbahn ist türkis gefärbt und zeigt ein hohes Nassechtheitsniveau.

Auf analoge Weise wie in den Vorschriften A bis C angeführt kann auch mit den Farbstoffen der Beispiele 2-20 gefärbt werden. Die erhaltenen blau- bis grünstichig türkis gefärbten Papierfärbungen haben ein hohes Echtheitsniveau.

Färbevorschrift D

1,0 Teile des Farbstoffes aus Beispiel 1 werden in 4000 Teilen enthärtetem Wasser bei 40° gelöst. Man bringt 100 Teile vorgenetztes Baumwollgewebe in das Bad ein und erhitzt in 30 Minuten auf Siedetemperatur. Das Bad wird während einer Stunde bei Siedetemperatur gehalten, wobei von Zeit zu Zeit das verdampfte Wasser ersetzt wird. Hierauf wird das gefärbte Gewebe aus der Flotte herausgenommen, mit Wasser gespült und getrocknet. Der Farbstoff zieht praktisch quantitativ auf die Faser auf; das Färbebad ist farblos. Man erhält eine türkisfarbene Färbung von guten Echtheiten.

Analog können die Farbstoffe der Beispiele 2-20 zum Färben von Baumwolle eingesetzt werden.

Färbevorschrift E

100 Teile frisch gegerbtes und neutralisiertes Chromnarbenleder werden in einer Flotte aus 250 Teilen Wasser von 55° und 0,5 Teilen des in Beispiel 1 hergestellten Farbstoffes während 30 Minuten im Fass gewalkt und im gleichen Bad mit 2 Teilen eines anionischen Fettlickers auf sulfonierter Tranbasis während weiterer 30 Minuten behandelt. Die Leder werden in der üblichen Art getrocknet und zugerichtet. Man erhält egal gefärbtes Leder in Türkiston.

Auf analoge Weise kann Leder mit den Farbstoffen der Beispiele 2-20 gefärbt werden.

Weitere niederaffine, vegetabil nachgegerbte Leder können ebenfalls nach bekannten Methoden gefärbt werden.

Färbevorschrift F

Ein aus 60% Holzschliff und 40% ungebleichtem Sulfitzellstoff bestehender Trockenstoff wird im Holländer mit so viel Wasser angeschlagen und bis zum Mahlgrad 40°SR (Grad Schopper-Riegler) gemahlen, dass der Trockengehalt etwas über 2,5% liegt; anschliessend wird mit Wasser auf exakt 2,5% Trockengehalt an Dickstoff eingestellt.

200 Teile dieses Dickstoffes werden mit 5 Teilen einer 0,25%igen essigsauren Lösung des Farbstoffes aus Beispiel 1 versetzt und ca. 5 Minuten verrührt. Nach Zugabe von 2% Harzleim und 4% Alaun (bezogen auf Trockenstoff) wird wiederum einige Minuten homogen verrührt. Man verdünnt die Masse mit ca. 500 Teilen Wasser auf 700 Teile und stellt hieraus in bekannter Weise durch Absaugen über einen Blattbildner Papierblätter her. Die Papierblätter haben einen intensiven Türkiston.

Färbevorschrift G

15 Teile Altpapier (holzhaltig), 25 Teile gebleichter Holzschliff und 10 Teile ungebleichter Sulfatzellstoff werden im Pulper zu einer 3%igen wässrigen Stoffsuspension aufgeschlagen. Die Stoffsuspension wird in einer Färbebütte auf 2% verdünnt. Dieser Suspension werden dann (berechnet auf trockene Gesamtfaser) unter Rühren nacheinander 5% Kaolin und 0,6 Teile einer 5%igen essigsauren Lösung des Farbstoffs aus Beispiel 1 zugegeben. Nach 20 Minuten wird der Stoff in der Mischbütte mit 1% (bezogen auf Trockengewicht der Gesamtfaser) einer Harzleim-Dispersion versetzt. Die homogene Stoffsuspension wird auf der Papiermaschine kurz vor dem Stoffauflauf mit Alaun auf pH 5 eingestellt.

Auf der Papiermaschine wird auf diese Weise ein 80 g/m2 schweres türkisfarbenes Tütenpapier maschinenglatt hergestellt. Das gefärbte Papier weist sehr gute Ausblutechtheiten nach DIN 53 991 auf.

Das erhaltene Papier kann mit Hypochlorit praktisch vollständig entfärbt werden.

Auf analoge Weise wie in den Vorschriften F und G angeführt kann das Massefärben von Papier auch mit den Farbstoffen der Beispiele 2-20 erfolgen. In allen Fällen zeigt das Abwasser eine sehr geringe Konzentration an Farbstoff.


Anspruch[de]
  1. 1. Verbindungen der Formel I,





    worin

    jedes W1, unabhängig voneinander, für -A-NR1R2R3 An- oder -A-NR2R3,

    R1 für Wasserstoff, unsubstituiertes C1-4Alkyl, durch Halogen, Cyan, Hydroxy oder Phenyl monosubstituiertes C1-4Alkyl, oder C5-6Cycloalkyl,

    jedes R2 und R3, unabhängig voneinander, für unsubstituiertes C1-4Alkyl oder durch Halogen, Cyan, Hydroxy oder Phenyl monosubstituiertes C1-4Alkyl, oder C5-6Cycloalkyl, und

    jedes An für ein nicht-chromophores Anion stehen;

    jedes R4, unabhängig voneinander, für Wasserstoff oder unsubstituiertes oder durch Hydroxy monosubstituiertes C1-4Alkyl,

    jedes A, unabhängig voneinander, für -C2-6Alkylen- oder durch Hydroxy monosubstituiertes -C3-6Alkylen,

    Y für ein divalentes Brückenglied, das beidseitig über ein aliphatisches Kohlenstoffatom gebunden ist, und

    jedes R5 und R6, unabhängig voneinander, für unsubstituiertes C1-4Alkyl oder durch Halogen, Cyan, Hydroxy oder Phenyl monosubstituiertes C1-4Alkyl, oder C5-6Cycloalkyl stehen;

    Pc jeweils den Phthalocyaninrest und

    jedes Me, unabhängig voneinander, Kupfer, Nickel oder Kobalt bedeuten;

    jedes m, unabhängig voneinander, für 0 oder 1 und

    jedes n, unabhängig voneinander, für 1, 2 oder 3 stehen,

    und p 1 oder 2 ist,

    und Gemische von Verbindungen der Formel I und deren flüssig-wässrigen Formulierungen, in denen jede Sulfogruppe als freie Säure oder in Salzform vorliegt, wobei für eine Verbindung oder ein Gemisch von Verbindungen der Formel I oder deren flüssig-wässrige Formulierungen die folgenden Beziehungen gelten:



    1 ≤ p ≤ 2 und (i)



    m + n + p ≤ 4 (ii).

  2. 2. Verbindungen nach Anspruch 1, in welchen jedes Me unabhängig voneinander Kupfer oder Nickel bedeutet.
  3. 3. Verbindungen nach Anspruch 1 oder 2, worin jedes R4 für R4a steht und jedes R4a unabhängig voneinander Wasserstoff, Methyl, Aethyl oder 2-Hydroxyäthyl bedeutet.
  4. 4. Verbindungen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, worin jedes A für A1 steht und jedes A1 unabhängig voneinander -C2-4Alkylen- oder monohydroxy-substituiertes -C3-4 Alkylen- bedeutet.
  5. 5. Verbindungen nach einem der Ansprüche 1 bis 4, worin jedes W1 für W1a steht und jedes W1a unabhängig voneinander -A1-NR1aR2aR3a- An oder -A1-NR2aR3a bedeutet, in welchen

    A1 wie in Anspruch 4 definiert ist,

    R1a für Wasserstoff, Methyl, Aethyl, durch Chlor, Cyan oder Hydroxy monosubstituiertes C2-3Alkyl, Benzyl oder Cyclohexyl,

    jedes R2a und R3a unabhängig voneinander für Methyl, Aethyl, durch Chlor, Cyan oder Hydroxy monosubstituiertes C2-3-Alkyl, Benzyl oder Cyclohexyl, und An- für ein nicht- chromophores Anion stehen.
  6. 6. Verbindungen nach einem der Ansprüche 1 bis 5, worin Y für Y1 steht und Y1 -C2-6 Alkylen-, monohydroxy- oder dihydroxy-substituiertes -C3-8Alkylen-, eine -C2-6Alkylenkette, die durch -O-, -NR7- oder





    unterbrochen ist, oder eine monohydroxy- oder dihydroxy-substituierte -C3-8Alkylenkette, die durch -O-, -NR7- oder





    unterbrochen ist,

    worin R7 für Wasserstoff oder C1-6Alkyl und

    R8 für Wasserstoff, Halogen, C1-4Alkyl oder C1-4Alkoxy stehen, bedeutet.
  7. 7. Verbindungen nach einem der Ansprüche 1 bis 6, worin jedes R5 und R6 für R5a und R6a stehen und jedes R5a und R6a unabhängig voneinander Methyl, Aethyl, durch Chlor, Cyan oder Hydroxy monosubstituiertes C2-3-Alkyl, Benzyl oder Cyclohexyl bedeutet.
  8. 8. Verbindungen nach Anspruch 1, welche der Formel Ia entsprechen,





    oder ein Gemisch von Verbindungen der Formel Ia, in welchen jede SO3H-Gruppe als freie Säure oder in Salzform vorliegt,

    Pc, An, m, n und p wie in Anspruch 1 definiert sind,

    Me1 für Kupfer oder Nickel,

    jedes R4b unabhängig voneinander für Wasserstoff oder Methyl, und

    jedes W1b unabhängig voneinander für -A2-NR1bR2bR3b An oder -A2-NR2bR3b stehen, worin

    A2-C2-4-Alkylen,

    R1b Wasserstoff, Methyl, Aethyl, monohydroxysubstituiertes C2-3-Alkyl, Benzyl oder Cyclohexyl,

    jedes R2b und R3b unabhängig voneinander Methyl, Aethyl, monohydroxy-substituiertes C2-3-Alkyl, Benzyl oder Cyclohexyl und

    An ein nicht-chromophores Anion bedeutet;

    jedes A2 unabhängig voneinander wie oben definiert ist,

    Y2 für -C2-4-Alkylen-, monohydroxy-substituiertes -C3-4-Alkylen- oder -T1-X-T2- steht,

    worin jedes T1 und T2 unabhängig voneinander -C1-3-Alkylen- oder monohydroxy- substituiertes -C3-4-Alkylen, und X-NR7a- oder





    bedeuten, in welchen

    R7a für Wasserstoff oder C1-4-Alkyl und

    R8a für Wasserstoff, Chlor, Methyl oder Methoxy stehen, und

    jedes R5b und R6b unabhängig voneinander für Methyl, Aethyl, monohydroxy- substituiertes C2-3-Alkyl, Benzyl oder Cyclohexyl steht.
  9. 9. Verbindungen nach Anspruch 8, worin jedes W1b für W1c steht und jedes W1c unabhängig voneinander -A3-NR1cR2cR3c An oder -A3-NR2cR3c bedeutet, in welchen

    A3 für -(CH2)q'-, worin q' 2 oder 3 bedeutet,

    R1c für Wasserstoff, Methyl oder Aethyl,

    jedes R2c und R3c unabhängig voneinander für Methyl oder Aethyl und

    An für ein nicht-chromophores Anion stehen.
  10. 10. Verbindungen nach Anspruch 8 oder 9, worin jedes A2 für A3 steht und jedes A3 unabhängig voneinander -(CH2)q'- bedeutet, worin q' für 2 oder 3 steht.
  11. 11. Verbindungen nach einem der Ansprüche 8 bis 10, worin jedes R4b für Wasserstoff steht.
  12. 12. Verbindungen nach einem der Ansprüche 8 bis 11, worin Y2 für Y3 steht und jedes Y3 für -C2-3-Alkylen-, monohydroxy-substituiertes -C3-4-Alkylen- oder





    steht.
  13. 13. Verbindungen nach einem der Ansprüche 8 bis 12, worin jedes R5b und R6b für R5c und R6c steht und jedes R5c und R6c unabhängig voneinander Methyl oder Aethyl bedeutet.
  14. 14. Verfahren zur Herstellung von Verbindungen der Formel I nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man zwei Verbindungen der Formel II,





    worin Me, Pc, A, W1, R4, R5, R6, m, n und p wie in Anspruch 1 definiert sind, die gleich oder verschieden sein können, unter Einführung der Brücke Y miteinander verknüpft, wobei die -NR5R6 Gruppe jeder Verbindung der Formel II quaterniert wird.
  15. 15. Verwendung der Verbindungen der Formel I der Formel I nach Anspruch 1, oder einem Gemisch davon oder mit flüssig-wässrigen Formulierungen nach Anspruch 1 zum Färben oder Bedrucken von hydroxygruppen- oder stickstoffhaltigen organischen Substraten.
  16. 16. Verwendung nach Anspruch 15 zum Färben oder Bedrucken von Leder oder von Fasergut, das aus natürlicher oder regenerierter Cellulose besteht oder diese enthält.
  17. 17. Verwendung nach Anspruch 16 zum Färben oder Bedrucken von Papier oder Papierprodukten, von Bastfasern oder von Textilmaterial, das aus Baumwolle besteht oder diese enthält.






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