Diese Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und
eine Vorrichtung zum Behandeln eines textilen Fadens,
die z. B. aus der DE-A 24 30 741 bekannt sind.
Ein Faden wie ein textiler Faden und insbesondere ein
synthetischer thermoplastischer Faden zum Weben,
Stricken und Nähen wird thermisch behandelt für die
Verdrehung oder Garnverformung oder für die
Texturisierung, z. B. für die Falschverdrehungs-
Texturisierung, bei der der Faden erwärmt und dann
abgekühlt wird, während er vorübergehend stark
verdreht wird.
Der Faden wird beim Falschverdrehen üblicherweise
durch Kontakt mit einer erwärmten Metallplatte
erwärmt und abgekühlt, indem er durch einen Luftraum
zwischen der Heizvorrichtung und der
Falschverdrehvorrichtung hindurchgeht. Derartige Erwärmungs- und
Abkühlungstechniken erforderten
Fadenbehandlungszeiten von etwa 0,1 Sekunden oder länger, um wirksam den
Faden auf eine Temperatur anzuheben, bei der hohe
Verdrehungspegel in dem Faden eingestellt wird
(Temperaturen, die z. B. für Polyesterfaden typischerweise
bei etwa 200ºc liegen) und zu dessen Abkühlung auf
eine Temperatur, bei der die Verformung permanent
wird, bevor die hohe Verdrehung entfernt wird.
Eine solche Behandlungszeit erfordert bei den hohen
Fadendurchgangsgeschwindigkeiten, zu denen moderne
Maschinen fähig sind - etwa 10 m/s und höher -
Heizplatten von einem Meter oder mehr, häufig 2 Metern,
in der Länge und Kühlzonen, die nicht viel kürzer
sind. Da der Fadenweg für einen
Falschverdrehabschnitt des Fadens wünschenswert gerade ist, stellen
die benötigten Erwärmungs- und Abkühlungslängen
Probleme für die Maschinenhersteller dar. Die Einfügung
einer Ziehstufe, wenn POY (teilweise orientiertes
Garn) als Startmaterial verwendet wird, erhöht das
Problem der Unterbringung der Ausrüstung in einem
Rahmenwerk vernünftiger Größe, das einen leichten
Zugriff für die Bedienungsperson gewährt.
Die DE 24 30 741 lehrt eine Vorrichtung für die
kontinuierliche Wärmebehandlung oder Wärmestreckung
faserartiger Materialien mit einem unter Druck
stehenden Fluid, üblicherweise Dampf, innerhalb einer
Wärmebehandlungs-Druckkammer. Die offenbarte Vorrichtung
ist für Dampf- oder Gaswärmebehandlung ausgebildet
und hat keine weitere Anwendung.
Die vorliegende Erfindung gibt Verfahren und
Vorrichtungen zur Verwendung für die Behandlung textiler
Fäden an, die die Raumanforderungen zum Erwärmen
und/oder Abkühlen beträchtlich verringern.
Die Erfindung weist ein Verfahren zum thermischen Behandeln
eines textilen Fadens gemäß Anspruch 1 auf.
Die Dichtungen können gegen das Entweichen der
Flüssigkeit unter Druck gehalten werden, und sie können
unter einem Gasdruck wie durch Druckluft oder Dampf
gehalten werden.
Die von der Struktur benötigte Kontaktzeit mit der
Flüssigkeit wird auf die Größenordnung von 0,005 s
reduziert im Vergleich zu der zu den 0,1 Sekunden
oder länger, die für thermische Behandlungsvorgänge
bei textilen Fäden nach dem Stand der Technik für
dieselbe Wirkung erforderlich sind.
Die Flüssigkeitsströmung kann turbulent sein - die
Turbulenz kann das Ergebnis der
Flüssigkeitsströmungsgeschwindigkeit und der Kammereigenschaften
Sein, oder sie kann durch den Durchgang des Fadens
bewirkt sein (und/oder die
Hochgeschwindigkeitsdrehung von diesen bei einigen Prozessen, wie
nachfolgend weiter erläutert wird), oder sie kann durch das
Eintrete von beispielsweise abdichtender Druckluft
oder von Dampf bewirkt sein.
Die Flüssigkeit kann ein Kühlmittel für den Faden
aufweisen und kann Wasser sein, zu welchem ein
Fadenbehandlungsmittel hinzugefügt sein kann, um auf dem
Faden abgelagert zu werden oder auf diesen zu wirken.
Die Flüssigkeit kann jedoch den Faden erwärmen und
sie kann geschmolzenes Metall (wie z. B. Wood'sches
Metall) oder ein Öl oder überhitztes Wasser
aufweisen.
Der Faden kann sich drehen, während er in Kontakt mit
der Flüssigkeit ist, und er kann verdreht, z. B.
falsch verdreht werden, während in Kontakt mit der
Flüssigkeit ist.
Die Erfindung kann auch eine Vorrichtung zur
thermischen Behandlung eines textilen Fadens nach Anspruch
18 aufweisen.
Die Einlass- und Auslassdichtung können unter Druck
stehende Dichtungen aufweisen, die eine Verbindung zu
einem Druckfluid haben, das gegen ein Entweichen der
strömenden Flüssigkeit wirkt. Die Erfindung umfasst
auch die Vorrichtung mit einer Zuführung von unter
Druck stehendem Gas wie Luft, um die Dichtungen unter
Druck zu setzen.
Die Vorrichtung kann in eine Fadenbehandlungsmaschine
eingefügt sein. Eine solche Maschine kann eine
Falschverdrehungs-Texturisierungsmaschine sein, in
der die Vorrichtung als eine Fadenkühlvorrichtung
ausgebildet ist.
Verfahren zum Behandeln eines Fadens und
Vorrichtungen zum thermischen Behandeln eines Fadens und
Maschinen hierfür gemäß der Erfindung werden nun mit
Bezug auf die begleitenden Zeichnungen beschrieben,
in denen:
Fig. 1 ist ein Schnitt durch eine erste Vorrichtung
zur thermischen Behandlung eines Fadens;
Fig. 2 ist ein Schnitt wie Fig. 1 durch eine
zweite Vorrichtung zur thermischen Behandlung
eines Fadens; und
Fig. 3 ist eine schematische Darstellung eines
Falschverdrehungs-
Ziehtexturierungsprozesses, der
Vorrichtungen nach der Erfindung verwendet.
Die Zeichnungen illustrieren Verfahren und
Vorrichtungen und Maschinen zum Behandeln eines Fadens 11,
wie z. B. eines Polyester-POY-Texilfadens, der zum
Weben oder Stricken geeignet ist, bei denen die
Fadentemperatur geändert wird durch Wärmeaustausch durch
Kontakt mit einer strömenden Flüssigkeit 12.
Der Faden 11 geht durch eine Kammer 13 hindurch, in
der die Flüssigkeit 12 fließt, zwischen einer
Phaseneinlass- und -auslassdichtung 14, 15, z. B.
Labyrinthdichtungen, in denen eine Länge eines Rohres 16 durch
Membranen 17, die jeweils mit einer für den Faden 11
ausreichenden Öffnung versehen sind, in Segmente
geteilt ist.
Bei einer einfachen Anordnung wird das Einfädeln
bewirkt durch Zuhilfenahme eines Drahtes, der zuerst
durch alle im Wesentlichen ausgerichteten Öffnungen
in den Membranen 17 hindurchgeführt und dann
verwendet wird, um das Ende des Fadens 11 hindurchzuziehen.
Das Einfädeln kann jedoch erleichtert werden durch
eine mit einem Scharnier versehene Kammer 13, die
geöffnet wird, um den Fadenweg so freizulegen, dass der
Fäden von der Seite eingeführt werden kann, und
welche schließt, um dieselbe Dichtwirkung zu erhalten -
dies ist nicht illustriert.
Die Dichtungen 14, 15 werden gegen das Entweichen der
Flüssigkeit 12 aus der Kammer 13 unter Druck gesetzt.
Mit den äußeren Enden der Rohre 16 sind Leitungen
verbunden, die unter Druck stehende Luft zuführen.
Die Größe der Kammer 13 hängt von der jeweiligen Aufgabe
ab. Die Fig. 1 und 2 zeigen eine kurze bzw.
eine lange Kammer 13. Fig. 1 illustriert eine Kammer
13, bei die Flüssigkeitsströmung von dem
Flüssigkeitseinlass 19 zum Flüssigkeitsauslass 20 (der auf
der oberen Seite sein kann, so dass die Richtung der
Strömung gegen die Schwerkraft verläuft) im
Wesentlichen quer zu der Richtung der Bewegung des Fadens 11
ist. Bei einer Fadengeschwindigkeit von 10 m/s wird
eine Faden/Flüssigkeits-Kontaktzeit von 0,005 s bei
einer Länge von 5 cm erreicht. Unter diesen
Bedingungen kann bei Verwendung von Wasser als Kühlmittel bei
z. B. 15ºC ein 167 dtex-Polyesterfaden von der
Vorrichtung von einer Temperatur von mehr als 200ºC auf
eine Temperatur von weniger als 100ºC mit einer
Wasserströmungsgeschwindigkeit von etwa 5 ml/s gekühlt
werden.
Das Wasser wird um wenige Grade Celsius erwärmt und
kann in einem geschlossenen Kreis durch einen
Wärmetauscher wiedergewonnen werden oder in das Abwasser
geleitet werden, falls dies erwünscht ist.
Mit einer derartigen Strömungsgeschwindigkeit in
einer Kammer 13 dieser Größe und Ausbildung,
unterstützt durch Rühren eines sich drehenden, falsch
verdrehten Fadens 11 und möglicherweise eines
Eindringens von unter Druck stehender Luft in Kammer 13 aus
den Dichtungen 14, 15 ist es wahrscheinlich, dass die
Flüssigkeitsströmung turbulent ist. Eine laminare
Strömung ist wahrscheinlicher bei der länglichen
Ausbildung nach Fig. 2, die, während sie länger als die
Anordnung nach Fig. 1 ist, bei einer Länge von z. B.
10-20 cm immer noch erheblich kürzer ist als der
herkömmliche Luftkühlungsraum bei
Hochgeschwindigkeits-Falschverdrehtexturisierungsmaschinen.
In jedem Fall kann das Kühlwasser einen oder mehrere
Zusätze enthalten, um bei der Behandlung oder
Beeinflussung des Fadens zu helfen - so kann ein
Waschmittel helfen, die Kammer sauber zu halten, während
Farbstoffe und Spinnzusätze oder andere Materialien
auf den Faden abgeschieden werden oder auf den Faden
wirken können, z. B. ein Ätzmaterial, um die
Fadeneigenschaften zu verändern, selbstverständlich so
lange, wie sie nicht die Stromabwärtsvorgänge wesentlich
benachteiligen.
Die in den Fig. 1 und 2 illustrierten Anordnungen
können auch verwendet werden, um einen Faden 11 zu
erwärmen, wobei die Flüssigkeit 12 z. B. geschmolzenes
Metall (niedriger Schmelzpunkt) wie Wood'sches Metall
oder heißes Öl oder überhitztes Wasser ist. Für
überhitztes Wasser, das auf einem überatmosphärischen
Druck ist, ist selbstverständlich ein höherer
Abdichtdruck erforderlich als in dem Fall, in welchem
der Innendruck der Kammer atmosphärisch ist.
Zwei Vorrichtungen können in Reihe verwendet werden,
die eine zum Erwärmen und die andere zum Kühlen des
Fadens, wobei die beiden weniger Raum einnehmen als
herkömmliche Erwärmungs- und Kühlungsanordnungen bei
Falschverdrehungs-Texturiermaschinen und den Fadenweg
dramatisch verkürzen sowie die Energie an Forderungen
verringern. Die Vorrichtung ist von besonderer
Bedeutung in Bezug auf Falschverdrehungs-Texturierung,
insoweit, als es gewöhnlich unmöglich, bestenfalls
unerwünscht ist, den Fadenweg im Wesentlichen in dem
Falschverdrehungsbereich zu biegen oder zu falten -
der Faden dreht sich hier mit hoher Geschwindigkeit,
typischerweise 1 Million U/min. und jede Änderung der
Richtung über eine Rolle oder Führung wirkt zumindest
in gewissem Ausmaß als ein Verdrehungsstopp.
Fig. 3 illustriert schematisch eine
Falschverdrehungs-Texturiermaschine, bei der ein Faden 11,
typischerweise ein POY-Polyester, von einer
Rollenanordnung 32 (die wie illustriert, eine
Quetschwalzenanordnung sein kann, aber wie die andere
Quetschanordnung in der Maschine eine Keilanordnung sein könnte)
von einer Zuführungsspule 31 abgezogen wird, und von
dort durch eine Ziehzone 33, die eine Heiß- oder
Kaltziehzone sein kann und einen heißen oder kalten
Ziehstift enthalten kann, jeweils wahlweise, wie
bekannt ist. Ausgangsrollen 34 der Ziehzone 33 bilden
einen stromaufwärtsseitigen Verdrehungsstopp oder
eine Barriere gegenüber der Falschverdrehzone 35, in
der die Verdrehung durch eine Fälschdrehvorrichtung
36 wie z. B. die Scragg POSITORQ RTM(eingetragene
Marke) -Vorrichtung eingeführt wird. In der
Falschverdrehzone 35 wird der Faden 11 zuerst erwärmt, dann
abgekühlt in Erwärmungs- bzw. Abkühlungsvorrichtungen
37, 38, von denen eine oder beide Vorrichtungen gemäß
der Erfindung sein können, in denen der Faden 11 in
Kontakt mit einer strömenden Wärmetauschflüssigkeit
hindurchgeht. Fig. 3 illustriert einen so genannten
segmentierten Ziehtexturierungsvorgang, aber es ist
selbstverständlich in gleicher Weise möglich, einen
gleichzeitigen Ziehtexturierungsvorgang zu verwenden,
bei dem das Ziehen und die Falschverdrehung in
derselben Zone erfolgen.
Der aus der Falschverdrehvorrichtung 36 austretende
texturierte Faden 11 (unverdreht und sich nicht
länger drehend) wird durch Rollen 39 zu einer
Aufwickelspule 41 geführt.
All dieses kann wegen der Verkürzung des Fadenweges,
die durch die Erfindung möglich ist, innerhalb des
Umkreises eines Meters oder so untergebracht werden,
alles innerhalb einer zulässigen Reichweite und des,
Arbeitsraums einer Maschinenbedienung.
Wie erwähnt ist, ist die Vorrichtung nach der
Erfindung besonders vorteilhaft, um es möglich zu machen,
die Fadenweglänge bei Falschverdrehungs-
Texturiervorgängen zu verringern. Selbstverständlich
kann, wenn eine Falschverdrehung nicht angewendet
wird, ein langer Fadenweg in einem kleinen Raum
untergebracht werden, da ein Faden, der nicht gedreht
oder verdreht wird, z. B. mehrmals um eine erwärmte
Rolle gewunden werden kann, um einen langen Fadenweg
in einem kleinen Raum zu erhalten. Die Vorrichtung
als eine Heizvorrichtung kann jedoch unter bestimmten
Umständen vorteilhaft sein für eine
Heizkeilrollenanordnung auf der Grundlage der Investitions- oder
Betriebskosten und bietet selbstverständlich immer eine
viel kürzere Abkühllänge als der äquivalente
Luftraum.