Diese Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Dekontamination und
Behandlung einer flüssigen, gasförmigen oder festen Matrix, welche Schmutzstoffe,
unerwünschte Substanzen oder Verbindungen enthält.
Zahlreiche organische Schmutzstoffe stellen in der Tat eine Gefahr für die Umwelt
und die öffentliche Gesundheit dar. Einige Klassen von diesen (z. B. Halogensubstanzen)
besitzen wegen ihrer chemischen Trägheit und Resistenz gegenüber einem natürlichen
Abbau in der Umwelt eine hohe Priorität. Sie bewahren in der Tat über einen lange Zeitraum
(Jahrzehnte) Eigenschaften der Persistenz, Schädlichkeit und Giftigkeit, und zwar mit der
Möglichkeit biologischer Ablagerungen in den verschiedenen Spezien, bis sie dauerhafte
Schäden bei lebenden Organismen und der Menschheit bedingen. Einige dieser
halogenierten Verbindungen (z. B. PCDDs und PCDFs) stellen auch Krebs-, Missbildungs-
und Mutationsrisiken dar.
In den letzten Jahrzehnten wurden mehrere Methoden zur Behandlung und
Entsorgung von halogenierten organischen Verbindungen vorgeschlagen, wie z. B. die
kontrollierte Thermovernichtung und die Verwendung von "sicheren" Mülldeponien. Es
wurde jedoch herausgefunden, dass diese Methoden insbesondere im großen Maßstab und
im Falle, dass die Rückgewinnung wiedergewinnbarer Materialien wünschenswert ist, für
die Entsorgung von durch toxische und halogenierte Verbindungen kontaminierten
Materialien nicht völlig zufriedenstellend sind. In manchen Fällen stellt sich die richtige
Entsorgung von diese Verbindungen enthaltenden Abfällen als unmöglich heraus, da
manchen Ländern die geeigneten Entsorgungssysteme völlig fehlen (derzeit z. B. Italien).
Es wurden mehrere chemische Verfahren zum Abbau halogenierter organischer
Verbindungen entwickelt. Pytlewski und Smith demonstrierten in ihren U.S.-Patenten Nr. 4
337 368 und Nr. 4 236 090, dass sich herausstellte, dass mehrfach halogenierte organische
Verbindungen durch die Reaktion mit einem vorgeformten Organonatrium-Reagenz, wie
z. B. Natriumnaphthalenid, NaPEG, zersetzt wurden. In diesen Fällen erfordert die
Verwendung eines metallischen Natriummetalls spezielle Handhabungsvorgänge und eine
Spezialausrüstung, da auch nur Spuren von Wasser in einer Suspension beseitigt werden
müssen, um gefährliche Nebenreaktionen, die Explosionen und Brände verursachen könnten,
zu verhindern.
Später schlug Brunelle von General Electric in den U.S.-Patenten Nr. 4 351 718 und
Nr. 4 353 793 vor, polychlorierte aromatische Kohlenwasserstoffe, die in einem organischen
Lösungsmittel, wie z. B. Transformatorenöl, aufgelöst sind, zu entfernen, wobei die Lösung
mit einer Mischung aus Polyethylenglycol oder einfach abgedecktem
Polyalkylenglycolalkylether und einem Alkalimetallhydroxid behandelt wird.
Es stellte sich heraus, dass solche Reaktionen ausgedehnte Zeiträume erfordern, um
die Konzentration an halogenierten Schmutzstoffen, wie z. B. polychlorierten Biphenylen
(PCBs), auf ein Niveau zu senken, das in Hinblick auf die in den verschiedenen Ländern
wirksamen Regelungen allgemein akzeptabel ist.
Auch Peterson von Niagara Mohawk Power Corporation schlug im U.S.-Patent Nr. 4
532 028 vor, den Pegel der halogenierten aromatischen Substanzen in einem
Kohlenwasserstoffstrom durch die Behandlung mit einem alkalischen Reaktionspartner in einem
Sulfoxidlösungsmittel zu senken. Dieses Verfahren umfasst einen weiteren Reinigungsschritt
zur Entfernung des Sulfoxidlösungsmittels nach der Dekontamination, wobei das
resultierende dekontaminierte Fluid wiederverwendet wird.
Tundo offenbarte im U.S.-Patent Nr. 4 632 742 und im europäischen Patent Nr. 0 118
858 im Namen des derzeitigen Anmelders ein Verfahren zum Abbau halogenierter
organischer Verbindungen durch ein Reagenz, das aus (a) Polyethylenglycol, Nixolens®,
einem Alkohol oder Polyhydroxyverbindungen, (b) einer Base, wie z. B. einem Carbonat
oder Bicarbonat eines Alkalimetalls oder Erdalkalicarbonats, und (c) einem oxidativen
Mittel, wie z. B. Na&sub2;O&sub2; und BaO&sub2;, oder einer Quelle von Radikalen besteht, und zwar bei
Fehlen von Sauerstoff. Dieses Verfahren ist anwendbar auf die Dekontamination von
Mineralöl, Boden und verschiedenen porösen Oberflächen. Die Verwendung von
Natriumperoxid oder anderen oxidativen Mitteln und die Quelle von freien Radikalen stellen jedoch
potentielle Explosions- und Brandgefahren dar, die mit deren Wirkungsweise zu tun haben.
Dieses Verfahren kann wegen der Kosten für Peroxid auch unerschwinglich teuer sein.
Weiters beschrieben Tumiatti et al im U.S.-Patent Nr. 4 839 042 und im europäischen
Patent Nr. 0 135 043 im Namen des derzeitigen Anmelders ein kontinuierliches
Dekontaminierungsverfahren mit einem Dehalogenierungsbett, das aus einem
Polyethylenglycol oder einem Copolymer verschiedener Alkenoxide in einem bestimmten
Verhältnis und einem Alkalialkoholat oder Erdalkali, die auf bestimmten festen Trägern
adsorbiert sind, zusammengesetzt ist. Es stellte sich jedoch heraus, dass dieses Verfahren
eine große Menge an Reagenzien sowie ausgedehnte Zeiträume erfordert, um die
Konzentration an halogenierten Schmutzstoffen, wie z. B. PCBs, auf ein von den derzeitigen
Regelungen vorgeschriebenes, allgemein akzeptables Niveau zu senken.
In der Anmeldung für das Patent PCT/EP93/03609 vom 20. Dezember 1993, das am
7. Juli 1994 unter Nr. WO94/14504 im Namen des derzeitigen Amnelders veröffentlicht
wurde, präsentierte Tumiatti ein Verfahren zur Entfernung halogenierter organischer
Verbindungen aus flüssigen und festen kontaminierten Matrizen, welches die funktionelle
Wiedergewinnung solcher Fluids (hauptsächlich dielektrischer Mineralöle, die in
elektrischen Transformatoren wirksam sind) ermöglicht, wonach die gefährlichen
Substanzen leicht aus Materialien herausgespalten werden, die gemäß diesem
Dehalogenierungsverfahren verwendbar sind. Bei letzterem werden die halogenierten
organischen Verbindungen von einem Reagenz, das in einem Nicht-Alkalimetall, einem
Polyalkylenglycol oder einem Nixolens® und einem Hydroxid oder einem C&sub1;-C&sub6;-Alkoholat
eines Alkali- oder Erdalkalimetalls besteht, rasch und vollständig abgebaut. Dieses
dehalogenierende Reagens überwindet die obenstehend erwähnten Unzulänglichkeiten und
erbringt Resultate, die wirksamer sind als jene, die erhalten werden, wenn Verfahren des
Stands der Technik mit einem aus einem oxidativen Mittel oder einer Quelle von Radikalen
hergestellten Reagenz angewandt werden. Dieses Reagens kann unter Rühren und bei einer
vorausgewählten Temperatur, die typischerweise bei 20ºC bis 150ºC (vorzugsweise 70ºC
bis 120ºC) liegt, direkt mit der durch halogenierte organische Verbindungen kontaminierten,
flüssigen oder festen Matrix vermischt werden. Die Anwendung von Ultraschall und UV-
Quellen beim obenstehend beschriebenen Dehalogenierungsverfahren steigert die
Wirksamkeit der Reaktion um 10-15% und verringert die Dauer um ungefähr 25%.
Insbesondere kann dieses Reagens in Kombination mit porösen festen Trägern (z. B.
Bimsstein) zu einem Festbett für die fortdauernde Entfernung von halogenierten organischen
Verbindungen in durch PCBs kontaminierten Fluids werden, wobei eine Vorrichtung von
passender Form und Abmessung, wie z. B. eine Säule und Kartusche oder eine Reihe von
Kartuschen, verwendet wird.
Mit der Einführung des soeben beschriebenen Dehalogenierungsverfahrens und
dessen nachfolgender Industrialisierung war es wünschenswert, als Alternative zu den
traditionellen Verfahren zur Entsorgung der Abfälle, die erzeugt werden, eine optimierte
Lösung zur Verbesserung der Betriebsausnutzung des obenstehenden
Dehalogenierungsreagens zu finden, sowie zur Wiedergewinnung der Materialien, die dazu verwendet werden,
dieses schließlich zu tragen, und zwar nach der chemischen Dehalogenierung der PCBs
und/oder der Zerstörung der oxidierten organischen Verbindungen.
Überdies führen die industriellen Anwendungen des obenstehend beschriebenen
Zersetzungsverfahrens dazu, dass dieses nicht bequem anwendbar ist oder gar nicht
anwendbar ist in spezifischen Situationen, wie beispielsweise bei der Vernichtung von
ASKAREL (reinen oder mit Trichlorinbenzol gemischten PCBs), stark durch PCBs oder
Halogensubstanzen kontaminierten Ölen, anderen kontaminierten synthetischen Fluids (z. B.
Siliconen und Estern), Feststoffen (Boden, wiedergewinnbaren Metallen von stark
kontaminierten und zur Entsorgung durch Thermovernichtung bestimmten
Maschinenausstattungen/Ausrüstungsteilen), Matrizen auf Wasserbasis und gasförmigen Matrizen.
Unter dem Gesichtspunkt, die obenstehend beschriebenen Anforderungen zu erfüllen
und die Unannehmlichkeiten, die zuvor durch die bekannte Technik augenscheinlich
wurden, zu vermeiden, bildet ein Verfahren, wie es in Anspruch 1 beschrieben ist, einen
Gegenstand dieser Erfindung.
Das Verfahren der Erfindung kann definiert sein als "oxidativer Gegenfluss"
einschließlich einer Phase, in welcher sich die Front der Flamme in jene Richtung ausbreitet,
die dem oxidativen Fluss im ersten Reaktor entgegengesetzt ist. Daher ist es möglich, die
Thermooxidationsreaktion genau zu steuern, wobei Schmutzstoffe, unerwünschte
Substanzen und Verbindungen vollständig vernichtet und harmlose Reaktionsprodukte
erhalten werden.
Der obenstehende partikuläre Träger kann direkt die zu behandelnde feste Matrix
sein, wie zum Beispiel ein durch Kohlenwasserstoffe imprägnierter Boden, oder ein
adsorbierender Träger, der im erwähnten ersten Reaktor durch eine zu dekontaminierende
flüssige oder gasförmige Matrix imprägniert wird, und zwar vor Beginn der
Thermooxidationsreaktion. Das Verfahren dieser Erfindung ist daher auf die Behandlung
von flüssigen, gasförmigen und festen Matrizen anwendbar.
Bei einem Verfahren wie jenem für diese Erfindung sind die wichtigsten
entscheidenden Faktoren die Folgenden: der Verlust an Material, das gerade behandelt wird,
die Kosten für die erforderliche Energie, die Veränderung des Adsorptionsvermögens der
Träger sowie der zerstörerischen Effizienz der Reaktionsmaterialien. Das erfindungsgemäße
Verfahren zeigte überraschend, dass es innerlich selbstreinigend und praktisch in der Lage
ist, ohne Energieeinsatz von außen selbsterhaltend zu sein, wobei es nur die Initialenergie
benötigt, die zum Start der Thermooxidationsreaktion erforderlich ist. Überdies bewahrt es
die physikalische Integrität des partikulären Trägers und verbessert diese sogar mit der Zeit,
und dies mit einer vernachlässigbaren Wirkung auf dessen Oberfläche und
Adsorptionsvermögen.
Es wurde beobachtet, dass es möglich ist, das erfindungsgemäße Verfahren in
effizienter und ökonomisch vorteilhafter Weise auf einen großen Umfang von stark
kontaminierten Matrizen anzuwenden, welche die obenstehend beschriebenen Verfahren der
bekannten Technik nicht richtig behandeln konnten.
Die vorliegende Erfindung repräsentiert daher eine effiziente und wirtschaftliche
Alternative zur Entsorgung von durch hochgiftige oder persistente organische Verbindungen
kontaminierten Matrizen, die durch eine kontrollierte Thermovernichtung erhalten wird,
wobei auch umfangreiche fixe Installationen, beträchtliche Investitionen und Betriebskosten
erforderlich sind, die hauptsächlich an einem hohen Energieverbrauch liegen, wodurch eine
starke Umweltbeeinflussung des Gebiets verursacht wird, und zwar bei beträchtlichen
logistischen Problemen, die sich aus dem Transport und der Handhabung großer
Abfallmengen ergeben, sowie bei schwierigen sozialen Beziehungen mit der Bevölkerung
und/oder politischen und verwaltenden Behörden, die involviert sind.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird der obenstehende partikuläre Träger vor
dem Starten der Thermooxidationsreaktion mit einem dekontaminierenden Reagens,
umfassend zumindest einen der Bestandteile A, B) und C), vermischt und/oder behandelt,
wobei A) ein oder mehrere Metalle oder deren Oxide, B) ein Polyalkylenglycol oder ein
Nixolens® und C) ein Hydroxid, ein C&sub1;-C&sub6;-Alkoholat, ein Carbonat oder Bicarbonat eines
Alkalimetalls oder Erdalkalimetalls darstellt.
Nicht einschränkende Beispiele für Matrizen, die mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren dekontaminiert und behandelt werden können, sind:
- Wasser, z. B. Trink-, Ab-, Prozess- oder Kühlwasser;
- eine Flüssigkeit, wie z. B. Lösungsmittel, chemische Zwischenstoffe, Prozess- oder
Lebensmittelfluids, Öle oder Fluids mit einer dielektrischen, diathermischen, hydraulischen,
schmierenden Funktion, und zwar auf mineralischer, pflanzlicher, tierischer oder
synthetischer Basis, oder Mischungen davon;
- Luft, wie jene, die aus Arbeitsbereichen, der Umwelt selbst oder einem Prozess kommt;
- ein technisches oder ein Prozessgas;
- ein Feststoff, wie z. B. ein adsorbierender oder filtrierender Träger, ein Prozessträger, Erde,
Boden, ein Bauteil oder eine vollständige Ausrüstung;
- ein Abfall oder Rest, wie z. B. Stadt-, Sonder-, Gift-, Schadstoff oder Krankenhausabfälle;
- ein Biofilter.
Nicht einschränkende Beispiele für Schmutzstoffe, unerwünschte Substanzen und
Verbindungen, die sowohl in reiner als auch verdünnter Form mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren behandelt werden können, sind:
- halogenierte aromatische Verbindungen, wie beispielsweise PCBs, PCDDs, PCDFs, PBBs,
DDTs, DDEs.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann insbesondere zur Behandlung einer Matrix
eingesetzt werden, die ein verbrauchtes Abfallreagens enthält, das zum Abbau von
halogenierten Komponenten verwendet wird, und zwar vom Typ, der in der obenstehend
erwähnten Anmeldung für ein vom derzeitigen Anmelder eingereichtes Patent WO94/14504
beschrieben ist. In diesem Fall wird in der Tat eine überraschende Synergie zwischen den
entscheidenden Erfolgsfaktoren der chemischen Dekontamination und der Thermooxidation
hergestellt, und es ist auch möglich, Materialen wiederzugewinnen, die ansonsten dazu
bestimmt sind, in geeigneten genehmigten Systemen entsorgt zu werden.
Detaillierter betrachtet basiert das erfindungsgemäße Verfahren, das bei der
Realisierung einer Erneuerung und/oder Rückgewinnung der obenstehenden Reagenzien
endet - welche schließlich auf einem Träger für die industrielle Dehalogenierung, unter
vollständiger Vernichtung, unerwünschter organischer Verbindungen, verwendet werden -
auf der wechselseitigen Reaktion der Reagenzien, welche eine ausreichende rheologische,
Leistungsfähigkeit bewahren, mit den adsorbierenden Trägern und dem System des
oxidativen Gegenflusses.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird in einem Reaktor realisiert, in dem die Zone
der Hochtemperatur-Thermooxidation oder Flammenfront aktiviert wird und sich selbst
erhält mittels Luft/Sauerstoff, die bzw. das von der Basis der Säule der Materialien, die
gerade behandelt werden, ausgeht, und sich in die dem oxidativen Fluss entgegengesetzte
Richtung zum Eintritt des oxidativen Mittels selbst ausbreitet. Die durch das Verfahren
erzeugte Flammenfront wandelt eine Fraktion der zu behandelten Materialien schrittweise in
ein Gas um und produziert flüchtige Verbindungen und einen porösen Rest, der regeneriert
wird und wiederholt verwendet werden kam. Die während des Verfahrens erzeugte
thermische Energie wird relativ gesteigert und produziert eine hauptsächlich aus
Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Wasserstoff und Kohlenwasserstoffen zusammengesetzte
Mischung. In der Thermooxidationszone werden Temperaturen bis zu etwa 1.500ºC erzielt.
Der durch das Thermooxidationsverfahren hergestellte, restliche Kohlenstoff kann auch als
adsorbierender Träger zur Entfernung von Schmutzstoffen eingesetzt werden. Der
wiederholt verwendete, verbleibende Kohlenstoffrest, der eine poröse Oberfläche hat, die
viel stärker ist als jene von Kohlenstoff im Anfangszustand, wird im extremen Ausmaß
wirksamer und ist auch frei von Teer. Die hochreaktive Umgebung in der Hochtemperatur-
Thermooxidationszone ist in der Lage, buchstäblich alle organischen Verbindungen zu
vernichten. Zusammen mit der adsorbierenden Natur des Kohlenstoffträgers ermöglicht dies
die vollständige Vernichtung der Reste von organischen Produkten, die in den behandelten
Trägern/Reagenzien zurückbleiben.
Allgemeiner ausgedrückt, das erfindungsgemäße Verfahren löst eine Reihe von
wichtigen Problemen, die mit der Verhinderung von Umweltschäden und der Bewahrung
und/oder Rückgewinnung lebensnotwendiger Ressourcen in Verbindung stehen, wie z. B.,
ohne darauf beschränkt zu sein:
- die Entgiftung einer großen Vielfalt von halogenierten aromatischen organischen
Verbindungen, wie z. B. polychlorierten Biphenylen (PCBs), Askarel-Fluids,
polyaromatischen Kohlenwasserstoffen, polychlorierten Dibenzo-p-dioxinen (PCDDs),
polychlorierten Dibenzofuranen (PCDFs), polybromierten Biphenylen (PBBs),
Chlorfluorkohlenwasserstoffen (CFCs), Dichlordiphenyltrichlorethan (DDTs), 2,4,5-
Trichlorphenol, mehrfach halogeniertem Alkylbenzol;
- die Eliminierung polarer Nebenprodukte und Oxidationsnebenprodukte aus Ölen und
Fluids (wie z. B. bei der Wiederaufbereitung dielektrischer, diathermischer und anderer Öle);
- die Regenerierung anorganischer Träger und die Rückgewinnung von Ressourcen und
Metallen aus verbrauchten Reagenzien und aus kontaminierten Ausrüstungsgegenständen,
die zur Entsorgung bestimmt sind (wie z. B. elektrischen Transformatoren und
Kondensatoren und anderen Maschinen); und
- die Dekontaminierung eines durch Kohlenwasserstoffe und gefährliche organische
Substanzen verschmutzten Bodens.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist mit der Umwelt kompatibel und bietet die
einzigartigen Möglichkeiten eines integrierten und flexiblen Systems, wobei für die
Realisierung beweglicher oder feststehender Betriebskonfigurationen, die auch mit anderen
chemischen/physikalischen Behandlungs-Ausrüstungsgegenständen/Prozessen in
unterschiedlichen betrieblichen Szenarien und bei spezifischen Schmutzstoffen und/oder
deren Mischungen in Verbindung zu bringen sind, begrenzte Investitionen erforderlich sind.
Ein regenerierter partikulärer Träger, der am Ende eines Dekontaminations- und
Behandlungsverfahrens, wie es obenstehend beschrieben ist, zu erhalten ist, bildet einen
weiteren Gegenstand dieser Erfindung.
Weitere Vorteile und Charakteristika dieser Erfindung gehen klar hervor aus der
nachfolgenden detaillierten Beschreibung unter Bezugnahme auf die angeschlossenen, rein
anhand eines nicht einschränkenden Beispiels dargelegten Zeichnungen, wobei:
- Fig. 1 ein Diagramm eines Systems darstellt, das für die Ausführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens anwendbar ist,
- Fig. 2 ein detaillierteres Diagramm eines Reaktors ist, der einen Teil des Systems der Fig. 1
ausmacht,
- Fig. 3 ein Fließdiagramm ist, auf dem eine Materialbilanz basiert (Beispiel 1),
- Fig. 4 ein Diagramm einer Dehalogenierungsreaktion ist (Beispiel 1),
- Fig. 5 ein Chromatogramm der PCB-Reste in einem typischen verbrauchten
Abfalldehalogenierungsreagens ist (Beispiel 1),
- Fig. 6 Chromatogramme von PCB-Resten in Aktivkohle veranschaulicht, die zuerst- in
verschiedenen Anteilen - durch ein Abfalldehalogenierungsreagens imprägniert und danach
dem erfindungsgemäßen Verfahren unterzogen wird (Beispiel 1),
- Fig. 7 ein Diagramm ist, das den Prozentsatz des Masseverlusts des Kohlenstoffs, der dem
erfindungsgemäßen Verfahren ausgesetzt wird, in Bezug auf die zu eliminierenden
Substanzen veranschaulicht, und zwar in Abhängigkeit von der Ladung an verbrauchtem
Reagens, die dem Kohlenstoff beigefügt wird (Beispiel 1),
- Fig. 8 ein Diagramm ist, das die zerstörerische Effizienz des erfindungsgemäßen
Verfahrens in Bezug auf die zu eliminierenden Substanzen veranschaulicht, und zwar in
Abhängigkeit von der Ladung Reagens, die dem Kohlenstoff beigefügt wird (Beispiel 1),
- Fig. 9 und 10 die Chromatogramme der PCB-Reste nach der Anwendung des
erfindungsgemäßen Verfahrens auf Mischungen von Askarel und einem
Dehalogenierungsreagens in verschiedenen Verhältnissen, getragen von Koks, darstellen
(Beispiel 2), und
- Fig. 11 die Veränderung der Oberfläche von Darco-Aktivkohle mit der Anzahl an
Regenerationszyklen, denen sie unterzogen wurde, veranschaulicht (Beispiel 3).
Ein Dekontaminations- und Behandlungssystem umfasst (Fig. 1) einen ersten 10,
einen zweiten 12 und einen dritten 14 Reaktor, die in Serie angeordnet sind und unter
welchen eine Schale 16 zum Enthalten eventuell auslaufender Substanzen lokalisiert ist.
Vorzugsweise gehören die Reaktoren 10, 12, 14 dem Säulentyp an und haben ein Längen-
Durchmesser-Verhältnis zwischen 2 und 25. Bei praktischen industriellen Anordnungen
können schließlich drei Reaktoren 10, 12, 14 jeweils in Modulform ausgeführt sein und
umfassen mehrere Module, die - wie erforderlich - parallel zu verbinden sind, um die
Wirksamkeit und Effizienz des Verfahrens zu optimieren.
Der erste Reaktor 10 ist mit Rohren 18, 20 für den Einlass bzw. Auslass einer zu
dekontaminierenden flüssigen Matrix und mit einem Rohr 21 für die Einführung eines
oxidativen Flusses, wie z. B. Luft oder Sauerstoff, an einem seiner Enden 23 ausgestattet.
Der erste Reaktor 10 ist mit einem partikulären Träger 22 gefüllt (Fig. 2), der
vorzugsweise porösen Typs ist und beispielsweise ausgewählt ist aus der Gruppe, bestehend
aus Kohle, Koks, Aktivkohle, aktivierter und nicht aktivierter Tonerde, Kieselgel, Walkerde,
Diatomee, Bimsstein, Zeolith, Perlit, Molekularsieben, dem obenstehenden
Dehalogenierungsreagens, Silicaten, funktioneller und nicht funktioneller Keramik, Sand,
Ton, Metall- und/oder gesinterten Pulvern, Metalloxiden, Filtriermedia, Pflanzenmedia und
Mischungen davon. Die durchschnittliche Granulometrie des partikulären Trägers 22 liegt
vorzugsweise zwischen 0,01 und 250 mm.
In einer ersten Phase des erfindungsgemäßen Verfahrens fließt die zu behandelnde
flüssige Matrix schließlich in einer Rückführung durch den Reaktor 10, wobei sie solcherart
durch die Rohre 18, 20 fließt, dass der Träger 22 vorzugsweise bis zur Sättigung durch
Schmutzstoffe, unerwünschte Substanzen und Verbindungen, die in der Matrix vorhanden
sind, imprägniert wird. In Abhängigkeit von den Anforderungen können letztere dazu
gebracht werden, wie in Fig. 1 angedeutet, von oben nach unten zu fließen, oder umgekehrt.
Sollte die Matrix halogenierte organische Verbindungen enthalten, so kann der
imprägnierte Träger 22 auch mit einem dekontaminierenden Reagens, wie obenstehend
beschrieben, vermischt oder behandelt werden, welches insbesondere dem
dehalogenierenden Typ angehört, der in der vorhergehenden Anmeldung für das Patent
WO94/14504 im Namen des derzeitigen Anmelders beschrieben wurde.
In der Synthese besitzt ein beim obenstehenden Dehalogenierungsreagens
verwendbares Polyalkylenglycol vorzugsweise die folgende allgemeine Formel (I):
wobei x ≥ 2 ist; n eine ganze Zahl von 1 bis 500 ist; R Wasserstoff; eine gerade oder
verzweigte C&sub1;-C&sub2;&sub0;-Alkylgruppe, eine Aralkyl- oder Acylgruppe ist; R&sub1; und R&sub2;, die gleich
oder unterschiedlich sein können, Wasserstoff, eine gerade oder verzweigte C&sub1;-C&sub2;&sub0;-
Alkylgruppe, eine C&sub5;-C&sub8;-Cycloalkyl- oder Arylgruppe, die möglicherweise substituiert sind,
darstellen.
Sogar noch bevorzugter ist das Polyalkylenglycol Carbowax® 6000.
Nixolens®, das wegen seiner starken chemischen Aktivitäten und physikalischen
Eigenschaften bei der Realisierung dieser Erfindung verwendbar ist, bedeutet eine Reihe von
statistischen Copolymeren von verschiedenen Alkenoxiden in verschiedenen Verhältnissen,
welche von der italienischen Firma ENICHEM (Milan) vertrieben werden. Nixolens®, eine
geläufige industrielle Schmierflüssigkeit, umfasst Nixolens®-NS; Nixolens®-VS und
Nixolens®-SL. Das bevorzugte unter diesen ist Nixolens®-VS, wie z. B. VS-13, VS-40 und
VS-2600, welches einen niedrigen Prozentsatz an Propylenoxidmonomeren und einen relativ
hohen Prozentsatz an Ethylenoxidmonomeren enthält.
Das Hydroxid und das Alkoholat beziehen sich vorzugsweise auf Hydroxide und das
C&sub1;-C&sub6;-Alkoholat von Alkalimetallen und Erdalkalimetallen.
Wird ein Polyalkylenglycol oder ein Copolymer von verschiedenen Alkenoxiden mit
einer durchschnittlichen Molekülmasse von über 6000 mit einem Nicht-Alkalimetall und
einem Hydroxid oder einem Alkoholat kombiniert, so wird insbesondere für niedriger
halogenierte Schmutzstoffe, wie z. B. PCBs in Aroclor® 1242, 1254, Mischungen und
zahlreiche halogenierte Alkylbenzole, eine sehr effiziente Dehalogenierung erzielt.
Das Molverhältnis von Polyalkylenglycol oder Nixolens® zu Halogen variiert von
1 : 1 bis 30 : 1, und das Molverhältnis von Hydroxid oder Alkoholat zu Halogen reicht von
10 : 1 bis 200 : 1. Bei diesem Molverhältnis reicht die Konzentration des Nicht-Alkalimetalls in
der Reaktionsmischung, welche aus dem Zersetzungsreagens und der kontaminierten Matrix
besteht, von etwa 0,02% bis 5 Gew.-%, vorzugsweise von 0,1% bis 2 Gew.-%. Insbesondere
bei Verwendung des dekontaminierenden Reagens zur Zersetzung von aromatischen
halogenierten organischen Verbindungen in einer kontaminierten festen Matrix, wie z. B.
Schlamm, wird eine relativ große Menge an Polyglycol oder Nixolens® verwendet, um
beide Rollen, jene eines Lösungsmittels und jene des Reagens, zu erfüllen. Im Allgemeinen
hängt die Menge des Reagens vom Typ und der Menge der vorhandenen halogenierten
Schmutzstoffe ab.
Das dekontaminierende Reagens und der partikuläre Träger 22 können in Anbetracht
der verschiedenen Matrizen, Schmutzstoffe, unerwünschten Substanzen und Verbindungen,
die zu behandeln sind, auch auf unter der Form von Säulen oder Kartuschen mit passender
Form und Abmessung funktionalisierten Betten vorgeformt werden.
Sollte es erforderlich sein, eine durch unerwünschte Verbindungen oder Substanzen
kontaminierte, granulierte feste Matrix, wie z. B. einen durch Kohlenwasserstoffe
imprägnierten Boden oder einen durch das obenstehende verbrauchte
Abfalldekontaminierungsreagens imprägnierten, granulierten Träger, zu behandeln, so wird der
Feststoff natürlich ohne Durchführung der Imprägnierung direkt in den Reaktor 10 geladen.
Weiters wird eine schließliche Behandlung mit frischem dekontaminierendem Reagens
durchgeführt, und zwar mit dem Zweck, eine Entfernung und/oder primäre Zersetzung der
am partikulären Träger immobilisierten und/oder adsorbierten Schmutzstoffe zu bewirken.
Die zu kontaminierende und zu behandelnde Matrix und das dekontaminierende
Reagens können mit Hilfe mechanischer Mittel und schließlich von Ultraschall vermischt
und von einer ultravioletten Strahlenquelle bestrahlt werden.
Die schließlichen Phasen der Imprägnierung und Behandlung mit
dekontaminierendem Reagens treten bei einer Temperatur auf, die vorzugsweise zwischen
der Umgebungstemperatur und etwa 200ºC liegt.
Am Ende solcher Phasen wird der vom Rohr 21 kommende oxidative Fluss am Ende
23 des Reaktors 10 aktiviert (Fig. 2) und wird am entgegengesetzten Ende 24 eine
Thermooxidationsreaktion gestartet, beispielsweise mit einem Elektroheizgerät oder einem
Propanbrenner. Somit wird in der dem oxidativen Fluss entgegengesetzten Richtung
(angedeutet durch Pfeil 28) eine bewegliche Flammenfront 26 erzeugt, welche eine
Temperatur von zumindest 1200ºC hat, wobei spezifische thermische Parameter von der
Natur der möglichen dekontaminierenden Reagenzien, die eingesetzt werden, und vom Typ
und der Menge der zu behandelnden unerwünschten Verbindungen abhängen.
Insbesondere kann die Temperatur der Flammenfront oder Thermooxidationszone
1500ºC übersteigen und eine thermische/oxidative Zersetzung mit einer Mineralisierung von
organischen Schmutzstoffen, die im partikulären Träger 22 adsorbiert oder vorhanden sind,
erzeugen. Die Bewegung der Front 26 sowie die Verweilzeit von traditionelleren
thermischen Zersetzungsverfahren (wie z. B. der Verbrennung) wird vom oxidativen Fluss
gesteuert und ist dahin ausgerichtet, in jedem Abschnitt des ersten Reaktors 10 für einen
Zeitraum, der vorzugsweise zwischen 2 und 10 Sekunden umfasst, jene Bedingungen
aufrechtzuerhalten, die für die Entwicklung der thermooxidativen Reaktion erforderlich sind.
Die für diese Reaktion erforderliche thermische Energie wird in erster Linie durch die
Oxidation der organischen Schmutzstoffe selbst erzielt, wobei der partikuläre Träger 22
sogar dann größtenteils intakt bleibt, wenn er aus einem kohlenstoffhältigen Material
besteht. Dies ermögliche die Regenerierung von kohlenstoffhältigen Adsorptionsmitteln, wie
z. B. granulierter Aktivkohle, Koks oder anderen. Der in der Zone hinter der Flammenfront
26 regenerierte Träger ist ebenfalls in der Lage, organische Schmutzstoffe, welche der
Thermovernichtung entkamen, zu entfernen, was dem erfindungsgemäßen Verfahren seine
speziellen und überraschenden Selbstreinigungseigenschaften verleiht. Überdies ist das
Verfahren im Wesentlichen selbsterhaltend und energetisch in sich geschlossen, da es keine
Energieversorgung durch externe Quellen während des normalen Betriebs gibt.
Die Abgase und die Teilchen, die aus dem ersten Reaktor 10 fließen, können
typischerweise in Abhängigkeit vom Typ und der Konzentration der anfänglichen
Schmutzstoffe (chlorierte, geschwefelte, fluoridierte und andere) Säureverbindungen,
Nebenprodukte, die von einer unvollständigen Oxidation herrühren, und zwar vor allem
während der Übergangsstartphase, und mögliche Mikroverschmutzungen enthalten.
Um diese Verbindungen zu neutralisieren, werden die evakuierten Gase folglich in
Blasen aufsteigen gelassen, wobei sie am Boden des zweiten Refiners 12, der mit einer
basisch gemachten Flüssigkeit, wie z. B. Wasser, Kohlenwasserstoff, Polyalkylenglycol,
Nixolens® oder einer Mischung davon, gefüllt ist, durch ein Rohr 30 strömen.
Die basisch gemachte Flüssigkeit kann auch (in einer in den Figuren nicht
dargestellten Weise) durch eine aus einem partikulären Träger - wie z. B. Aktivkohle,
aktivierter Tonerde, Bimsstein oder dergleichen - hergestellte Adsorptionsfalle, welche das
dekontaminierende Reagens filtriert und/oder adsorbiert, und schließlich zur
Energierückgewinnung durch einen Wärmetauscher rezirkuliert werden.
Ist einmal die Aktivität der vom zweiten Reaktor 12 und von der Falle
zurückgehaltenen, basisch gemachten Flüssigkeit erschöpft, so wird der vom ersten Reaktor
10 kommende Gasfluss gestoppt und wird der Inhalt der Falle und des zweiten Reaktors 12
in den ersten Reaktor 10 übertragen, wo er einer Behandlung mit dem oxidativen Gegenfluss
unterzogen wird. Zur gleichen Zeit kann der zweite Reaktor 12 mit frischer basisch
machender Flüssigkeit beladen und wieder mit vom ersten Reaktor 10 kommendem Gas
versorgt werden.
Um den höchstmöglichen Grad an Schutz für die Bediender und die Umwelt
sicherzustellen, wird der aus dem zweiten Neutralisationsreaktor 12 strömende Gasfluss von
einer Leitung 32 in den dritten Reaktor 14 gebracht, welcher vorzugsweise mit einem
porösen adsorbierenden Träger, z. B. Aktivkohle oder einer aus Aktivkohle, aktivierter
Tonerde und dergleichen gebildeten Mischung, gefüllt ist. Diese Endstufe dient dem Zweck,
eventuelle Mikrospuren von umweltschädlichen Substanzen, wie z. B.
Schwefelverbindungen, die schlechte Gerüche erzeugen können, sowie Spuren von
Mikroverschmutzungen zu entfernen, sogar wenn diese bereits durch die vorhergehenden
Reaktoren 10, 12 auf Niveaus reduziert wurden, die unterhalb der von derzeitigen
Regelungen vorgeschriebenen oder durch Instrumente messbaren Schwellenwerte liegen.
Das aus dem dritten Reaktor 14 strömende Gas kann schließlich durch einen pyrolytischen
Brenner 34 weiterströmen, bevor es in die Atmosphäre freigesetzt wird.
Ist der poröse Träger im dritten Reaktor 14 einmal mit den adsorbierten Substanzen
gesättigt, so wird die Einspeisung von vom zweiten Reaktor 12 kommenden Gasen gestoppt
und wird der dritte Reaktor 14 regeneriert, indem, ähnlich wie in Bezug auf den ersten
Reaktor 10 beschrieben, ein oxidativer Gegenfluss gestartet wird. Als Alternative kann der
poröse Träger des dritten Reaktors 14 in den ersten Reaktor 10 geladen werden, wo er dem
Verfahren des oxidativen Gegenflusses unterzogen wird.
Im Gesamten sind daher die Produkte des erfindungsgemäßen Verfahrens, die
erhalten werden, der aus dem Brenner 34 kommende gasförmige Abfluss, der völlig frei von
Schmutzstoffen und unerwünschten Substanzen oder Verbindungen ist, und der regenerierte
partikuläre Träger 22, der im ersten Reaktor 10 verbleibt, wo er für einen neuen
Behandlungszyklus zur Dekontamination wiederverwendet werden kann oder von wo er zur
weiteren Verwendung entnommen werden kann.
Als Ergebnis einer Variante der Realisierung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird ein neues Starten der Thermooxidationsreaktion durchgeführt, wenn die Flammenfront
das Ende 23 des ersten Reaktors 10 erreicht, dem der oxidative Fluss zugeführt wird, so dass
sich die Front der Flamme nunmehr in Verbindung mit dem oxidativen Fluss nach der ersten
Phase als Gegenfluss nach unten bewegt.
Während dieser zweiten Phase der Thermooxidation verbraucht die Flamme die
gesamte Kohlenstoffmasse (Schmutzstoffe, restliches Reagens und mögliches
kohlenstoffhältiges Material, die im Träger vorhanden sind), wodurch die totale Vernichtung
der adsorbierten Schmutzstoffe erzielt wird. Das Aufgreifen dieser Variante des Verfahrens,
wobei die Regenerierung des kohlenstoffhältigen partikulären Trägers nicht ermöglicht wird,
hängt offensichtlich von den spezifischen Anforderungen des Behandlungsvorgangs ab.
Untenstehend sind einige nicht einschränkende Beispiele für die Anwendung des
erfindungsgemäßen Verfahrens angeführt.
Beispiel 1Regenerierung und Rückgewinnung von Trägern und verbrauchten Reagenzien, die für eine
chemische Dehalogenierung verwendet werden
Dekontaminierende Reagenzien, die insbesondere für eine chemische
Dehalogenierung verwendet werden, wie in der obenstehend erwähnten Anmeldung für das
vom Anmelder eingereichte Patent Nr. WO94/14504 beschrieben, haben betonterweise eine
Ausnutzung, hinsichtlich der ermittelt wird, dass sie typischerweise ungefähr bei 10 : 25% des
wirksamen Potentials ihrer rheologischen Leistungsfähigkeit liegt. Diese Einschränkung
rührt her von der Notwendigkeit, den Grad ihrer Sättigung mit einer Restkonzentration an
halogenierten aromatischen Verbindungen (z. B. PCBs) innerhalb jener Grenzen zu halten,
welche von den derzeitigen Regelungen hinsichtlich ihrer Klassifizierung als Sondermüll
vorgeschrieben werden, wobei vermieden wird, dass sie den Beschränkungen und Kosten
unterworfen werden, die mit dem Besitz, dem Transport und der Entsorgung von
giftigen/schädlichen Abfällen zusammenhängen. Mit der Entsorgung, welche eigene Kosten mit sich
bringt, gehen auch wiedergewinnbare Materialien, wie z. B. partikuläre Feststoffe, die
eventuell zum Tragen solcher Reagenzien verwendet werden, verloren.
Im Gegensatz dazu ermöglicht die Verknüpfung des Verfahrens gemäß der
Erfindung, in Bezug auf die Regenerierung und Rückgewinnung von verwendeten
Reagenzien, mit dem bereits bekannten Verfahren zur chemischen Dehalogenierung,
besonders bei beweglichen Einheiten, eine vollständige Ausnutzung des Reagens und dessen
nachfolgende, vor Ort erfolgenden Behandlung, praktisch ohne irgendeinen Abfall zu
erzeugen. Zur Erreichung der angeführten Ziele wurden vier Versuchsreihen durchgeführt,
umfassend:
a) die Charakterisierung und Quantisierung von zu entsorgendem, verbrauchtem
Abfallreagens, das auf einen Sättigungsgrad gebracht wird, der den derzeitigen typischen
Wert um das ungefähr 15-fache übersteigt, um den Pegel der Reste von PCBs, PCDDs,
PCDFs, Polyethylenglycolen (PEG), Chlor und Natrium/Kalium zu bestimmen;
b) die Untersuchung der Vernichtungseffizienz des erfindungsgemäßen Verfahrens
hinsichtlich restlicher PCBs;
c) die Bestimmung der Effizienz der Mineralisierung;
d) die Bestimmung der Fläche der adsorbierenden Oberfläche des Trägers eines
verbrauchten Reagens mittels einer Untersuchung mit dem Elektronenmikroskop.
Analyse von restlichen PCBs in verbrauchtem Reagenzschlamm
Der folgende Versuchsvorgang wurde angewandt:
1 Gramm verbrauchtes Reagens wurde in 100 ml Methanol aufgelöst. Eine bekannte
Menge Methanol wurde zur Reinigung mit 40 ml Methylenchlorid in eine Kieselgelsäule
eingebracht. Der Extrakt wurde rotavapiert und zweimal mit 20 ml Isooctan
Lösungsmittelgetauscht. Das endgültige Volumen wurde durch einen N&sub2;-Strom auf 2 ml festgesetzt. Die
Aliquoten wurden durch eine hochauflösende Gaschromatographie hinsichtlich restlicher
PCBs analysiert.
Zu diesem Zweck wurde eine mit einem Elektroneneinfang-Detektor ausgestattete
Kapillar-Gaschromatographie eingesetzt. Die Trennung von PCB-Verwandten wurde mit
einer 30 m · 0,25 mm-Quarzglas-Rohrleitung mit einer stationären Phase aus 95% Methyl +
5% Phenylpolysiloxan durchgeführt. Zur Analyse von PCBs war eine Kalibrierungskurve für
Konzentrationsbereiche vorgesehen. Zusätzlich wurde dem Extrakt eine bekannte Menge
Aroclor® 1242 beigefügt, um getrennte Komponenten zu identifizieren.
Chromatographische Peaks wurden durch die Angleichung der relativen Verweilzeit mit
Pentachlorbenzol identifiziert. Die Quantisierung von PCBs wurde durch eine
Spitzenbereichsmessung im Verhältnis zum externen Kalibrierungsstandard auf Basis des
prozentualen Beitrags von einzelnen Chlorbiphenylen zu Aroclor® 1242 durchgeführt.
Kohlenstoffregenerierung
Ein Materialbilanz-Zugang (Fig. 3) wurde gewählt, um die
PCB-Vernichtungseffizienz zu dokumentieren und die Bildung möglicher oxygenierter Nebenprodukte,
insbesondere von PCDDs und PCDFs und einer Chlorwasserstoffsäure, die sich entwickelt
hat, während des erfindungsgemäßen Verfahrens zu überwachen. Die wahrscheinlichen
allgemeinen Reaktionen, die zur Zersetzung von PCBs führen, sind in Fig. 4 dargestellt:
PCBs (C-C1) + O&sub2; + Kohlenstoff (C) → Kohlenstoff (C-Oxide) + restliche PCBs (C-C1) +
Nebenprodukte (C-C1) + Nebenprodukte (C-C1-O) + HCl (g).
Vergasung und Analyse von PCBs und PCDDs/PCDFs auf Kohlenstoff
Eine Aliquote Aktivkohle, die durch eine bekannte Menge (5, 10 bzw. 20 Gew.-%)
Abfalldehalogenierungsreagens imprägniert war, wurde in einen Reaktor gefüllt und dem
erfindungsgemäßen Verfahren des oxidativen Gegenflusses unterzogen. Der Reaktor bestand
aus einer Säule mit den Abmessungen: 25 mm Durchmesser und 250 mm Höhe, verbunden
durch Übertragungsglasleitungen, und einer Glasschale mit der Funktion eines
Wasserwäschers und zwei als Gasfallen verwendeten 25 ml-Behältern. Der oxidative Fluss bestand
aus dem Einlass von 2 l/min Sauerstoff von der Spitze der Säule; Druck: 2 bar; Temperatur:
1500ºC; Zeit des Gegenflusszyklus: 3 Min.. Das Starten wurde im unteren Teil der Säule mit
einem Propanbrenner ausgelöst. Nach der Regenerierung wurde eine 1 g-Aliquote
Kohlenstoff mit 250 ml Benzol zumindest 20 Stunden lang Soxhlet-extrahiert, um diese am
Kohlenstoff stark adsorbierten Komponenten zu entfernen. Der Extrakt wurde durch eine
Kieselgelsäule mit 40 ml Methylenchlorid gereinigt und mit einem Rotationsverdampfer auf
ungefähr 3 ml und danach durch Konzentration mit einem N&sub2;-Strom auf 2 ml reduziert.
Der gereinigte Extrakt wurde mit einem mit einer hochauflösenden Kapillar-
Gaschromatographie verkoppelten, gaschromatographischen und niedrig auflösenden
Massenspektrometer analysiert.
Bestimmung von restlichen PCBs, möglichen oxygenierten Produkten und von HCl in Fallen
Die Fallen und Übertragungsleitungen wurden zuerst mit entionisiertem Wasser
gespült, und die Spülung wurde mit Wasser aus Aufprallfallen gepoolt. Das gepoolte Wasser
wurde zweimal mit Hexan extrahiert. Die Fallen und Übertragungsleitungen wurden ebenso
mit Hexan gespült. Die extrahierte Flüssigkeit wurde zur Chloridbestimmung eingesetzt.
Chlorwasserstoffsäure wurde mittels einer mit Ionenharzsäulen (Trenn- und
Suppressorsäule) ausgestatteten Ionenchromatographie (Modell 14, Dionex, Sunnyvale, Ca) analysiert.
Die Proben wurde durch eine Peak-Response im Verhältnis zur Standard-Chlorlösung
quantitativ bestimmt. Der Hexanextrakt wurde getrocknet, indem er über entwässertes
Natriumsulfat gezogen wurde. Der getrocknete Extrakt wurde in zwei Tränke geteilt. Ein
Trank wurde zur Bestimmung der gesamten restlichen PCBs verwendet. Der andere wurde
zur Bestimmung von planaren PCBs und PCDDs/PCDFs verwendet. Für diese Analyse
wurde der Hexanextrakt mit DMSO (Dimethylsulfoxid) extrahiert. Der planare PCBs und
PCDDs/PCDFs enthaltende DMSO-Extrakt wurde mit 10% Benzol in Hexan
zurückextrahiert. Der Benzol/Hexan-Extrakt wurde zur Entfernung von Interferenzen mit
einer mehrschichtigen adsorbierenden Säule fraktioniert. Die Analyse von PCBs und
PCDDs/PCDFs wurde mit einer Gaschromatographie und einem
Gaschromatographie/Massenspektrometer durchgeführt.
Kohlenstoffmasseverlust
Die Versuchsstudie wurde bei der optimalen Temperatur (d. h. im Bereich von
1500ºC) durchgeführt, um einen minimalen Kohlenstoffmasseverlust zu erzielen und einen
regenerierten Kohlenstoff zu erzeugen, der hinsichtlich seiner Adsorptionsleistung reinem
Kohlenstoff ähnlich ist, während er eine akzeptable Vernichtungseffizienz hinsichtlich
adsorbierten Abfallreagenzien bewahrt. Aus diesem Grund wurde genau auf den
Kohlenstoffverlust während des Regenerierungsvorgangs geachtet. Der Masseverlust wurde
als Funktion der Sauerstoff-Durchflussgeschwindigkeit und der anderen Belastung mit
Abfallreagens, das dem Kohlenstoff beigefügt ist, gemessen.
Oberflächenbestimmung und rastermikroskopische Untersuchung
Die Veränderungen der Gesamtoberfläche der regenerierten Kohlenstoffe wurden
durch das BET-Verfahren bestimmt, welches die Stickstoffadsorption und -desorption der
Aktivkohle unter wechselnden Bedingungen misst. Die BET-Oberflächenbestimmung wurde
mit einem Quantasorb QS-10-Stickstoffadsorptions-Oberflächenanalysegerät (Quantachrome
Corp. Syosset N.Y.) durchgeführt.
Resultate und Auswertung
Die Versuchsstudien wurden durchgeführt, um restliche PCBs in Aktivkohle zu
bestimmen, welche durch ein Abfalldehalogenierungsreagens - das z. B. zur Behandlung von
durch PCBs kontaminiertem, dielektrischem Öl eingesetzt wird - imprägniert und danach
dem erfindungsgemäßen Verfahren unterzogen wird.
Höher chlorierte PCB-Verwandte (wie z. B. Aroclor 1254 und 1260) sind extrem
reaktiv hinsichtlich einer nucleophilen aromatischen Substition mit dem obenstehenden
Dehalogenierungsreagens, typischerweise auf PEG/KOH-Basis. Bei einer solchen Reaktion
mit Kaliumhydroxid und PEG, das als Nucleophil wirkt, werden niedriger chlorierte PCBs
gebildet, wobei diese leichter biologisch abbaubar sind. Wie erwartet, ähnelt das
chromatographische Profil (Fig. 5) von restlichen PCBs in einem
Abfalldehalogenierungsreagens stark jenem von Aroclor 1242. Aus diesem Grund wurde die quantitative Analyse
von PCB-Verwandten in einem Dehalogenierungsreagens-Rest mit Aroclor 1242
identifiziert, und zwar bezogen auf den Beitrag in Gewichtsprozent der einzelnen
Chlorbiphenyle. Die Konzentration aller PCB-Verwandter, die im auf Aktivkohle zu
adsorbierenden Dehalogenierungsreagens-Rest gemessen werden und dem
erfindungsgemäßen Verfahren unterliegen, ist in Tabelle 1 dargestellt. Das Ergebnis zeigte,
dass die Gesamtkonzentration an restlichen PCBs ungefähr 774 mg/kg beträgt. Es wurde
beobachtet, dass die relative Konzentration der Trichlorbiphenyle in Bezug auf die gesamten
polychlorierten Biphenyle ungefähr 30%, jene der Tetrachlorbiphenyle etwa 45% und jene
der Pentachlorbiphenyle etwa 20% ausmacht.
Die Entwicklung des Verfahrens des oxidativen Gegenflusses umfasste die
Optimierung von Variablen, wie z. B. der Sauerstoff-Durchflussgeschwindigkeit, der
Temperatur und der Belastung mit Restreagens, in Bezug auf Aktivkohle. Sie umfasste
insbesondere den Ausgleich von zwei Parametern: der Minimierung des
Kohlenstoffmasseverlusts und der Maximierung der Vernichtungseffizienz der restlichen PCBs in
adsorbiertem Abfallreagens.
Die Versuche wurden in einem Bereich von 5 bis 20% Abfallbelastung eines
Abfalldehalogenierungsreagens, in Bezug auf Aktivkohle, durchgeführt, um die beiden
obenstehend erwähnten Parameter zu ermitteln. Die gaschromatographischen Daten der
Vernichtungseffizienz nach dem Verfahren des oxidativen Gegenflusses werden in Fig. 6
gezeigt.
Wie bereits erwähnt, zeigt Tabelle 1 die Konzentration an PCB-Verwandten, die in
einem Abfalldehalogenierungsreagens vorgefunden werden, während Tabelle 2 die
Konzentrationen einiger solcher verwandter Stoffe in Aktivkohle zeigt, welche durch dieses
Reagens imprägniert und in der Folge dem erfindungsgemäßen Verfahren des oxidativen
Gegenflusses unterzogen wurde.
Der Vergleich der Tabellen 1 und 2 zeigt, dass die PCB-Verwandten mit Effizienzen
von 96% oder mehr vernichtet werden, was schrittweise gesteigert wird, wenn die Belastung
mit verbrauchtem Reagens in Bezug auf den Kohlenstoff von 20% auf 5% gesenkt wird.
Es wurde beobachtet, dass die höchste Vernichtungseffizienz bei einer minimalen
Belastung mit 10% Kohlenstoffverlust auftritt, wie in den Fig. 7 und 8 gezeigt.
Bei einem höheren Belastungsgrad nimmt die Vernichtungseffizienz ab und tritt ein
geringerer Kohlenstoffverlust auf, wie wiederum in den Fig. 7 und 8 gezeigt.
Zusätzlich wurden in den abgefangenen Abflüssen oder am regenerierten Kohlenstoff
weder Mikroverschmutzungen noch toxische, oxygenierte polychlorierte Nebenprodukte
oberhalb der Nachweisgrenzen detektiert.
Weiters wurde erzielt, dass nach einem wiederholten Regenerierungszyklus eine
geringe Veränderung der Oberfläche auftrat, was darauf hindeutet, dass die
Adsorptionsfähigkeit der Kohlenstoffadsorptionsmittel sogar, nachdem diese dem
erfindungsgemäßen Verfahren unterzogen wurden, zum Großteil intakt bleibt.
TABELLE IRestliche PCB-Verwandte & Konzentration in verbrauchtem ReagenzschlammTABELLE IIRestliche PCB-Verwandte & Konzentrationen im Kohlenstoff nach der Behandlung
Beispiel 2Abbau von dielektrischen Askarel-PCB-Fluids
Askarel bezieht sich gemäß der Definition der International Electrotechnical
Commission (IEC) auf synthetische, chlorierte, aromatische, nicht entzündliche
Kohlenwasserstoffe, die in elektrischen Geräten (Transformatoren und Kondensatoren) als
dielektrische Materialien oder Medien verwendet werden. Diese Fluids sind abhängig von
den Anwendungsanforderungen üblicherweise aus Mischungen von polychlorierten
Biphenylen (PCBs) mit oder ohne Trichlorbenzol zusammengesetzt. Spezifische
Kombinationen von PCBs, auf die üblicherweise unter ihren handelsüblichen
Formulierungen: Aroclor®, Phenclor® etc. Bezug genommen wird, und Trichlorbenzole
wurden für bestimmte Anwendungen verwendet; z. B. eine Kombination aus Aroclor 1260
und Trichlorbenzol (60% bzw. 40%). Die Produktion, die Verwendung und die Entsorgung
dieser Verbindungen unterlagen einer großen Anzahl von internationalen Regelungen der
OCSE, USEPA, EEC (Direktiven 76/769-85/467 etc.) und Italiens (D.P.R. 216/88 vom 24.
Mai 1988 etc.) hinsichtlich Ölen/Fluids, Maschinenausstattungen und Ausrüstungsteilen,
welche über die aufgestellten Schwellenwertgrenzen (typischerweise > 50 mg/kg)
hinausgehend PCBs enthalten oder durch diese kontaminiert sind.
Die Entsorgung von PCBs in reiner oder hochkonzentrierter Form durch einen
Thermovernichtungsvorgang ist wegen ihrer widerspenstigen Naturen besonders
problematisch. Erfolgt der Vorgang nicht bei einer sehr hohen Temperatur (> 1200ºC) und in
einer streng kontrollierten Umgebung (Sauerstoffüberschuss; Verweilzeit > 2 Sek.), so
werden hochgiftige, karzinogene, Missbildungen und Mutationen hervorrufende Produkte,
wie z. B. polychlorierte Dibenzofurane (PCDFs) und polychlorierte Dibenzo-p-dioxin
(PCDDs), gebildet. Obwohl die chemischen Dehalogenierungsverfahren der bekannten
Technik bei durch PCBs kontaminierten, flüssigen und festen Matrizen innerhalb bestimmter
Grenzen (in typischen Konzentrationen bis zu 2000 mg/kg) effektiv und/oder ökonomisch
vorteilhaft sind, wurde überraschenderweise herausgefunden, dass das erfindungsgemäße
Verfahren auch auf die Vernichtung von reinen Askarel-PCBs vorteilhafterweise anwendbar
ist. Für diese Anwendung wurde schwefelarmer Koks mit spezifischen Abmessungen
(vorzugsweise 0,2 bis 5 mm) als sehr kostengünstiges Teilchenadsorptionsmittel und
kostengünstige Energiequelle eingesetzt und wurde gemäß der obenstehend erwähnten
Anmeldung für das Patent WO94/14504 desselben Anmelders mit 10%
Dehalogenierungsreagens vermischt, um den Zersetzungsvorgang auszugleichen. Das mit Koks vermischte
Dehalogenierungsreagens wurde in eine mit Keramik ausgekleidete Reaktorsäule gegeben
und mit Askarel imprägniert, das mit einem Brausekopfsprüher eingebracht wurde. Die
Vernichtungseffizienzen des Verfahrens wurden bei geänderten Askarel-Beladungen, die
von 5 bis 20 (Gew.)% Basis des Gesamtgewichts Träger/Koks reichten, ermittelt. Das
Verfahren wurde in einem einzelnen Gegenfluss-Thermooxidationszyklus, an dessen Ende
Koks rückgewonnen wurde, oder in zwei Thermooxidationsphasen (zuerst als Gegenfluss,
danach als Vorwärtsfluss), wobei der Koks in der Vorwärtsfluss-Phase verbraucht wurde,
durchgeführt. Zur Berechnung der Vernichtungseffizienz wurde ein Massenbilanz-Zugang
angewandt. Zu diesem Zweck wurden die Konzentrationen der restlichen PCBs, PCDFs,
PCDDs und der Chlorwasserstoffsäure (HCl) bestimmt. Im zweizyklischen Vorgang waren
die Vernichtungseffizienzen besser als 99,999% (Fig. 9 und 10). Es stellte sich heraus, dass
die PCDD/PCDF-Konzentrationen sowohl im Einfach- als auch im Doppelmodus unterhalb
der Nachweisgrenze der Methode lagen, welche auf 100 Teile pro Trillion (ppt) eingestellt
war, wobei gemäß den U.S.E.P.A.-Protokollen und der analytischen Methodik des Beispiels
1 eine Gaschromatographie mit Massenspektrometer (GC/MS) eingesetzt wurde.
Überraschenderweise wurde herausgefunden, dass die Mineralisierungseffizienz, welche
durch eine Umwandlung von organischem Chlor in HCl analysiert wurde, mit 98 Prozent
beinahe vollständig war, was die Grenze der analytischen Methodik darstellte.
Beispiel 3Regenerierung von gesättigter Aktivkohle
Aktivkohle ist, wie bekannt, eines der am vielseitigsten verwendbaren
Adsorptionsmittel für Schmutzstoffe verschiedener Matrizen (Öle, Trinkwasser, Abwässer,
Luft etc.), ist jedoch sehr teuer. Wenn dieser Kohlenstoff gesättigt ist, ist es notwendig, für
seine Entsorgung als Sonder- oder Gift/Schadstoffmüll mit sich daraus ergebenden höheren
Kosten zu sorgen, oder ist es möglich, ihn in speziellen Zentren zu dekontaminieren und zu
regenerieren, welche jedenfalls nicht in jedem Land verfügbar sind. Die
Hauptbeschränkungen, denen diese Regenerierung unterliegt, stehen mit der entfernten Lage
dieser Zentren in Verbindung, was mit hohen Fixkosten und variablen Kosten für die
Behandlung, den Transport und die Handhabung verbunden ist. Das erfindungsgemäße
Verfahren des oxidativen Gegenflusses zeigte überraschenderweise seine besondere
Effizienz beim Verfolgen dieses Ziels in einem direkt an das Adsorptionsverfahren
folgegebundenen Modus, wobei dies aktiviert wird, sobald die Sättigung der Aktivkohle mit
Schmutzstoffen, adsorbierten Substanzen oder Verbindungen erreicht ist. Die mit einer
Vielfalt von granulierten Aktivkohlen erzielten Ergebnisse zeigten, dass das
erfindungsgemäße Verfahren in der Lage ist, diese Materialien effizient zu regenerieren, und
zwar bei einem minimalen Gesamtverlust der Materialien selbst, wobei dies bei jedem
Behandlungszyklus zwischen 5 und 10 Prozent liegt.
Erschöpfende experimentelle Versuche hinsichtlich der Oberfläche und der
Adsorptionsleistung zeigten überraschenderweise, dass das Verfahren sowohl die
Adsorptionsleistung als auch die aktive Oberfläche wirksam vergrößert. Die Ergebnisse
einer Oberflächenanalyse eines im Handel erhältlichen Kohlenstoffs (Darco Carbon) sind in
Fig. 11 dargestellt und wurden gemäß den in Beispiel 1 unter Bezugnahme auf die
Adsorption von Stickstoff (BET) beschriebenen Methodiken erzielt.
Beispiel 4Vernichtung von PCBs und Rückgewinnung von Aluminium aus mit Askarel imprägnierten,
elektrischen Kondensatoren
Das erfindungsgemäße Verfahren wurde angewandt, um aus Kondensatoren, die mit
einer Askarel-PCB-imprägnierten festen Isolierung gebaut sind, hochwertiges
elektrolytisches Aluminium (typischerweise > 30 Gew.-%) zu gewinnen.
Kondensatorverpackungen werden bis zur richtigen Größe (0,5÷50 mm) zerkleinert und zu
10 Gew.-% mit Koks mit geringem Schwefelgehalt vermischt. Das in einem Reaktor vom
Säulentyp durchgeführte Verfahren verbrauchte die Papierisolierung und vernichtete die
PCBs, wobei das Aluminium, das durch einen einfachen Siebvorgang gewonnen wurde, zum
Großteil intakt gelassen wurde. Es erwies sich, dass die Vernichtung der PCBs während des
Verfahrens besser als 99,999 Prozent war, was mittels GC/MS gemessen wurde, und zwar
gemäß dem U.S.E.P.A.-Protokoll und dem, was hinsichtlich der Analysenmethodik des
Beispiels 1 erläutert wurde.
Anspruch[de]
1. Verfahren zur Dekontamination und Behandlung einer Matrix, einschließlich der
Phasen des:
Befüllens eines ersten Reaktors (10) mit einem partikulären Träger (22), das heißt,
einer zu dekontaminierenden und zu behandelnden festen Matrix, oder er wird durch eine zu
dekontaminierende und zu behandelnde flüssige oder gasförmige Matrix imprägniert, und
- Einlassens eines oxidativen Flusses an einem Ende (23) des obenstehenden ersten
Reaktors (10) und Startens einer Thermooxidationsreaktion am entgegengesetzten Ende (24),
so dass eine Flammenfront (26) erzeugt wird, die sich in eine in Bezug auf den oxidativen
Fluss entgegengesetzte Richtung (28) bewegt und eine Temperatur von zumindest 1200ºC
hat, und zwar zwecks weitgehender Zersetzung oder Vernichtung von Schmutzstoffen,
unerwünschten Substanzen und Verbindungen, die anfänglich in der Matrix vorhanden sind,
wobei ein solches Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, dass die Matrix halogenierte
aromatische organische Verbindungen enthält, dass das Gas und die Teilchen, die am Ende
der Thermooxidationsreaktion aus dem ersten Reaktor (10) kommen, durch den Boden eines
zweiten Reaktors (12), der mit einer basisch gemachten Flüssigkeit, wie zum Beispiel
Wasser, einem Kohlenwasserstoff, Polyalkylenglycol, einem Copolymer von Alkenoxiden
oder Mischungen davon, gefüllt ist, gerieben werden und dass vor dem Starten der
Thermooxidationsreaktion der partikuläre Träger (22) mit einem dekontaminierenden
Reagens einschließlich zumindest eines der Bestandteile A, B) und C) vermischt und/oder
behandelt wird, wobei A) ein oder mehrere Metalle oder deren Oxide, B) ein
Polyalkylenglycol oder ein beliebiges Copolymer von verschiedenen Alkenoxiden und C)
ein Hydroxid, ein C1-C6-Alkoholat, ein Carbonat oder Bicarbonat von Alkalimetall oder
Erdalkalimetall darstellt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Polyalkylenglycol eine Formel (I)
hat, wobei x ≥ 2 ist; n eine ganze Zahl von 1 bis 500 ist; R Wasserstoff, ein gerades oder ein
verzweigtes C&sub1;-C&sub2;&sub0;-Alkyl, eine Aralkylgruppe oder eine Acylgruppe ist; R&sub1; und R&sub2; gleich
oder unterschiedlich und Wasserstoff, ein gerades oder ein verzweigtes C&sub1;-C&sub2;&sub0;-Alkyl sind,
und zwar nicht substituiert oder substituiert durch eine C&sub5;-C&sub8;-Cycloalkylgruppe oder
Arylgruppe.
3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei das Polyalkylenglycol Carbovax® 6000 ist.
4. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Molverhältnis von Polyalkylenglycol oder
einem Copolymer von Alkenoxiden zum Halogen in der zu dekontaminierenden und zu
behandelnden Matrix innerhalb von 1 : 1 bis 30 : 1 liegt, das Molverhältnis von Hydroxid oder
C1-C6-Alkoholat und dem Halogen von 10 : 1 bis 200 : 1 reicht und die Konzentration des
Metalls vorzugsweise von etwa 0,02 bis 5 Gew.-% der Reaktionsmischung reicht.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die zu
dekontaminierende und zu behandelnde Matrix und das dekontaminierende Reagens vor dem
Beginn der Thermooxidationsreaktion mit Hilfe mechanischer Mittel und schließlich von
Ultraschall vermischt werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die zu
dekontaminierende und zu behandelnde Matrix und das dekontaminierende Reagens vor dem
Beginn der Thermooxidationsreaktionen von einer UV-Strahlenquelle bestrahlt werden.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Imprägnierung des
partikulären Trägers (22) und seine schließlich stattfindende Behandlung mit dem
dekontaminierenden Reagens bei einer Temperatur zwischen Umgebungstemperatur und
etwa 200ºC erfolgen, wobei die Imprägnierung bis zur Erzielung der Sättigung des
partikulären Trägers (22) durchgeführt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der partikuläre Träger
(22) vor dem Beginn der Thermooxidationsreaktion durch die zu dekontaminierende und zu
behandelnde flüssige oder gasförmige Matrix imprägniert wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die basisch gemachte
Flüssigkeit durch eine aus einem partikulären Filtrierträger und/oder einem adsorbierenden
und/oder dem dekontaminierenden Reagens hergestellte Adsorptionsfalle und schließlich
durch einen Wärmetauscher rezirkuliert wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das vom zweiten
Reaktor (12) stammende Gas durch einen mit adsorbierendem porösem Material gefüllten
dritten Reaktor (14) geht.
11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei das vom dritten Reaktor (14) stammende Gas
vor dem Freigesetztwerden in die Atmosphäre durch einen pyrolytischen Brenner (34) geht.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Reaktoren (10, 12,
14) vom Säulentyp sind und ein Längen-Durchmesser-Verhältnis zwischen 2 und 25 haben.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Geschwindigkeit
der Verschiebung der Flammenfront im ersten Reaktor (10) dahingehend wirkt, dass die für
die Entwicklung der Thermooxidationsreaktion erforderlichen Bedingungen in jedem
Abschnitt des ersten Reaktors (10) für eine Zeitdauer zwischen 2 und 10 Sekunden
beibehalten werden.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei, wenn die
Flammenfront (26) das Ende (23) des ersten Reaktors (10), in dem der oxidative Fluss
vorliegt, erreicht, ein neues Starten der Thermooxidationsreaktion an diesem Ende (23) in
einer Weise erzeugt wird, dass die Flammenfront (26) in der gleichen Richtung wie der
oxidative Fluss vorwärts bewegt wird.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der partikuläre Träger
(22) porös ist und ausgewählt ist aus der Gruppe, bestehend aus Kohlenstoff, Koks,
Aktivkohle, aktivierter und nicht aktivierter Tonerde, Kieselgel, Walkerde, Diatomee,
Bimsstein, Zeolith, Perlit, Molekularsieben, diesem dekontaminierenden Reagens, Silicaten,
funktioneller und nicht funktioneller Keramik, Sand, Ton, Metall- und/oder Sinterpulvern,
Metalloxiden, Filtriermedia, Pflanzenmedia und Mischungen davon.
16. Verfahren nach Anspruch 15, wobei die durchschnittliche Granulometrie des
partikulären Trägers (22) zwischen 0,01 und 250 mm liegt.
17. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der oxidative Fluss aus
Luft oder Sauerstoff besteht.
18. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine oder mehrere der
folgenden Funktionen der Reihe nach ausgeführt werden:
- die Dekontamination der Matrix von Schmutzstoffen, unerwünschten Substanzen
und Verbindungen, die anfänglich vorhanden sind, wie z. B. die Entfernung von PCBs aus
Öl;
- die funktionelle Regenerierung der Matrix und/oder des partikulären Trägers, wie
von den betrieblichen Notwendigkeiten gefordert, wie z. B. die Entfernung von sauren,
polaren und oxidierten Nebenprodukten aus Ölen und Fluids und die Entfernung von
Schmutzstoffen aus gesättigten adsorbierenden Trägern;
- die Rückgewinnung von Materialien und/oder Ressourcen, wie z. B. Metallen wie
Aluminium, Kupfer und Eisen, aus Bauteilen und Ausrüstungsgegenständen, wie z. B.
Kondensatoren und Transformatoren, die durch PCBs kontaminiert sind;
- die Zersetzung und/oder Vernichtung von Schmutzstoffen, unerwünschten
Substanzen und Verbindungen, die anfänglich in der Matrix vorhanden sind, wie z. B.
Askarel auf Basis von PCB/TCB oder CFC.
19. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die zu kontaminierende
und zu behandelnde Matrix Folgendes ist:
- Wasser, wie beispielsweise Trink-, Ab-, Prozess- oder Kühlwasser;
- eine Flüssigkeit, wie beispielsweise Lösungsmittel, chemische Zwischenstoffe,
Fluids aus Prozessen oder von Lebensmitteln, Fluids oder Öle mit einer dielektrischen,
diathermischen oder hydraulischen Funktion, Schmierstoffe auf mineralischer, pflanzlicher
oder tierischer Basis und Mischungen davon;
- Luft, wie beispielsweise jene, die aus Arbeitsumgebungen, der Umwelt oder einem
Prozess kommt;
- ein technisches oder ein Prozessgas;
- ein Feststoff, wie beispielsweise ein adsorbierender oder filtrierender Träger, ein
Prozessträger, Erde, Boden, ein Bauteil oder ein integrierter Ausrüstungsgegenstand;
- ein Abfall oder Rest, wie beispielsweise Haushalts-, Sonder-, Gift-, Schadstoff-
oder Krankenhausabfälle;
- ein Biofilter.
20. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Schmutzstoffe,
unerwünschten Substanzen und Verbindungen, die in reiner oder verdünnter Form
vorhanden sind, halogenierte aromatische Verbindungen sind, wie beispielsweise PCBs,
PCDDs, PCDFs, PBBs, DDTs, DDEs.
21. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der partikuläre Träger
(22) und/oder das dekontaminierende Reagens auf funktionellen Betten unter der Form von
Säulen oder Kartuschen vorgeformt werden.