| Dokumentenidentifikation |
DE10209278A1 25.09.2003 |
| Titel |
Verfahren zum Taengeln von nicht oder teilweise getaengelten Schussgarnen, insbesondere synthetischen Filment-Schussgarnen und Webmaschine zur Verfahrensdurchführung |
| Anmelder |
Lindauer Dornier GmbH, 88131 Lindau, DE |
| Erfinder |
Wahhoud, Adanan, Dr., 88131 Lindau, DE; Armbrust, Matthias, 88239 Wangen, DE |
| DE-Anmeldedatum |
01.03.2002 |
| DE-Aktenzeichen |
10209278 |
| Offenlegungstag |
25.09.2003 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
25.09.2003 |
| IPC-Hauptklasse |
D03J 1/04
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| IPC-Nebenklasse |
D02J 1/08
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| Zusammenfassung |
Aufgabe der Erfindung ist es, Filamentschlingen im Gewebe aufgrund eines aufgelösten Garnschlusses im Schussgarn zu vermeiden. Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass in an sich bekannter Weise ein Längenabschnitt eines von einem Vorspulgerät gelieferten Schussgarns in einem Düsenrohr einer pneumatisch betriebenen Hauptdüse wenigstens für die zwischen einem ersten und einem zweiten Webzyklus liegende Zeitdauer gehalten und mit einem eine Zugkraft auf das Schussgarn ausübenden und unter einem Druckniveau von P1 stehenden ersten Luftstrom beaufschlagt wird und dass zur Verbesserung des Fadenschlusses der Endbereich des Längenabschnitts innerhalb der Zeitdauer zusätzlich mit einem den Taengelprozess dienenden und unter einem Druckniveau P2 stehenden zweiten Luftstrom beaufschlagt wird, dessen Strömungsrichtung verschieden zur Strömungsrichtung des ersten Luftstromes ist.
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Taengeln von nicht oder teilweise getaengelten
Schussgarnen, insbesondere synthetischen Filament-Schussgarnen, auf Webmaschinen
mit pneumatisch betriebenen Schussfadeneintragsmitteln nach den Merkmalen des
Oberbegriffs von Patentanspruch 1.
Die Erfindung betrifft ferner eine Webmaschine nach den Merkmalen des Oberbegriffs von
Patentanspruch 7.
Eine Webmaschine mit pneumatisch wirkenden Schussfadeneintragsmitteln ist aus JP 3-161557
bekannt. Das aus Düsenkörper und Düsenrohr bestehende
Schussfadeneintragsmittel dient dem Eintragen eines Schussgarnes in das Webfach.
Vor dem Austritt des Schussgarnes aus dem Düsenrohr wird zur Verbesserung des
Garnschlusses mit einem ersten und einem zweiten zum Garnführungskanal des
Düsenkörpers zugeführten Luftstrom das Schussgarn tangential beaufschlagt.
Beim Verweben von Filament-Schussgarnen unterschiedlicher Qualität ist jedem
Schussgarn ein Schussfadeneintragsmittel zugeordnet. Außer dem betreffenden Garn,
das in das Webfach eingetragen wird, werden die übrigen Garne von einer Luftströmung
vorbestimmten Druckniveaus, im Zusammenwirken mit einem sogenannten Vorspuler, in
dem betreffenden Schussfadeneintragsmittel unter Zugspannung gehalten.
Mit dem die Zugkraft auf das Garn ausübenden Luftstrom wird aber in nachteiliger Weise
der zuvor dem Garn verliehene Garnschluss teilweise wieder aufgehoben. Damit kann die
den Schussfadeneintrag bewirkende Luftströmung beim Eintragsprozess nicht die
erforderliche Fadenzugkraft auf den Schussfaden übertragen, was sich negativ auf den
Schusseintrag auswirkt.
Ferner ist aus DE 196 53 028 C1 ein Verfahren zum Verarbeiten von nicht oder teilweise
verwirbelten Schussgarnen, insbesondere synthetischen Filament-Schussgarnen, auf
Webmaschinen mit pneumatischem Schusseintrag bekannt.
Dem bekannten Gegenstand liegt die Aufgabe zugrunde, insbesondere Filament-
Schussgarne, die nur einen geringen inneren Garnschluss besitzen, auf
Luftdüsenwebmaschinen verarbeitbar zu machen.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass das Schussgarn nach dem Abziehen von der
Vorratsspule und vor dem Zwischenspeichern auf einem Vorspulgerät mittels einer an
sich bekannten Verwirbelungseinrichtung verwirbelt wird.
Das vorbekannte Verfahren und die vorbekannte Luftdüsenwebmaschine zur
Durchführung des Verfahrens berücksichtigt nicht, dass ein nach dem Verfahren
behandeltes Schussgarn bis zu dessen Eintrag in das Webfach innerhalb des
Düsenrohres des pneumatischen Schusseintragmittels einer in Richtung des
Schusseintrags wirkenden Luftströmung ausgesetzt ist, um das Schussgarn
gewissermaßen in "Startposition" für den Schusseintrag zu halten. Dabei wird regelmäßig
der innere Garnschluss des Filament-Schussgarns auf einer bestimmten Länge aufgelöst.
Wird eine derartige Länge des Schussgarnes eingewoben, entstehen im Gewebe, auf der
sogenannten Fangseite des Garnes, Filamentschlingen, die die Qualität des Gewebes
beeinträchtigen.
Aufgabe der Erfindung ist es, Filamentschlingen im Gewebe aufgrund eines aufgelösten
Garnschlusses zu vermeiden.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale der Patentansprüche 1 und 7
gelöst.
Wesentliches Merkmal nach Patentanspruch 1 ist, dass in bekannter Weise ein
Längenabschnitt eines in einem Düsenrohr eines pneumatisch betriebenen
Schussfadeneintragmittels gehaltenen Schussgarns wenigstens für die zwischen einem
ersten und einem zweiten Webzyklus liegende Zeitdauer mit einem eine Zugkraft auf das
Schussgarn ausübenden und unter einem ersten vorbestimmten Druckniveau stehenden
ersten Luftstrom beaufschlagt wird und dass erfindungsgemäß der Endbereich des
Längenabschnitts innerhalb der vorgenannten Zeitdauer zusätzlich mit einem unter einem
zweiten vorbestimmten Druckniveau P2 stehenden zweiten Luftstrom beaufschlagt wird,
dessen Strömungsrichtung verschieden zur Strömungsrichtung des ersten Luftstromes ist.
In weiterer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann die Zeitdauer der
zusätzlichen Beaufschlagung größer als die Zeitdauer eines Webzyklus sein. Das ist dann
der Fall, wenn z. B. mehr als zwei verschiedene Schussgarne nacheinander verwoben
werden, weil dann auch mehr als zwei Schussfadeneintragsmittel eines
Schussfadeneintragsystems verwendet werden.
Der die Zugkraft auf das Schussgarn bewirkende erste Luftstrom basiert z. B. in
Abhängigkeit von der Garnqualität auf einem relativ niedrigem Druckniveau, das bei
weniger als 1 bar liegen kann, während der den Taengeln dienende, auf das Schussgarn
im Düsenrohr gerichtete zweite Luftstrom auf einem relativ hohem Druckniveau basiert,
das bei über 1 bar vorzugsweise zwischen 4 bar und 6 bar liegt.
Die zusätzliche Beaufschlagung des in dem Düsenrohr gehaltenen Schussgarnes mit dem
zweiten Luftstrom erfolgt erfindungsgemäß im Düsenrohr des Schussfadeneintragmittels,
und zwar vor dessen freiem Ende. Dabei wird das Schussgarn derart getaengelt, dass ein
hinreichend guter Garnschluss entsteht.
Ein hinreichend guter Garnschluss wird dann erreicht, wenn die zusätzliche
Beaufschlagung innerhalb der vorgenannten Zeitdauer gepulst erfolgt.
Um zu vermeiden, dass das nach dem erzeugten Garnschluss, in Schussrichtung
gesehen, liegende aufgedröselte Ende des Schussgarns in das Gewebe eingewoben
wird, erfolgt erfindungsgemäß der Taengelprozess im Bereich des freien Endes des
Längenabschnittes, so dass das aufgedröselte Garnende Bestandteil des Garnabfalles ist.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann das Garn z. B. bändchenförmigen
Charakters sein und mehrere Bändchen aufweisen.
Zur Durchführung des Verfahrens ist eine Webmaschine vorgesehen, die wenigstens ein
aus Düse und Düsenrohr bestehendes, pneumatisch betriebenes
Schussfadeneintragsmittel besitzt.
Gemäß der Erfindung ist dabei der Innenraum des Düsenrohres im Bereich des freien
Endes über wenigstens eine in der Rohrwandung vorhandene Öffnung und über eine
Druckleitung mit einem steuerbaren Ventil verbunden.
In einer anderen Ausführung kann die Druckleitung mit einem separaten, steuerbaren
Ventil wirkverbunden sein.
Die Erfindung wird nachstehend an einem Ausführungsbeispiel erläutert:
In der anliegenden Zeichnung zeigen:
Fig. 1 den Hauptdüsenblock einer Luftdüsenwebmaschine in der Draufsicht und
Fig. 2 eine erste und eine zweite Druckluftzuführung im Bereich des freien Endes
der Düsenrohre gemäß der Linie A-A in Fig. 1.
Aufgrund der hohen Schussfadeneintragsleistung einer Luftdüsenwebmaschine erfolgt der
Schusseintrag vorwiegend mit zwei oder mehreren Schussgarnen 1; 2 unterschiedlicher
Farbe, wie in Fig. 1 dargestellt.
Jedes Schussgarn 1; 2 wird von einem nicht dargestellten Vorspulgerät einem
Schusseintragsmittel, bestehend aus einer Hauptdüse 3; 4 mit Düsenrohr 3a; 4a zugeführt.
Eine erste Hauptdüse 3 und eine zweite Hauptdüse 4 ist mit einer an einem Ventil 8
angeschlossenen Druckleitung 10 verbunden.
Wird in einem sogenannten Mischwechsel gewoben, so wird z. B. der betreffende
Längenabschnitt des Schussgarnes 1 in dem Düsenrohr 3a gehalten, in welchem mittels
eines unter einem Druckniveau P1 stehenden Luftstromes auf das Schussgarn 1 eine
Zugkraft mit einer vorbestimmten Zeitdauer oder während eines vorbestimmten
Drehwinkelbereiches der Hauptwelle der Webmaschine ausgeübt wird. Das andere
Schussgarn 2 unterliegt dem Schusseintrag.
Während der Verweildauer des Längenabschnitts des einen Schussgarns 1 im Düsenrohr
3a wird der Endbereich des Längenabschnitts zusätzlich über eine im freien Endbereich
des Düsenrohr 3a vorhandene Öffnung 3b mit einem unter einem Druckniveau P2
stehenden Luftstrom beaufschlagt, um einen Garnschluss zu bewirken. Mit dem erzielten
Garnschluss im Bereich des freien Garnendes wird in vorteilhafter Weise verhindert, dass
beim Schusseintrag das Schussgarn 1 bzw. 2 aufgedröselt wird.
Die Düsenrohre 3a; 4a sind, wie Fig. 2 zeigt, in einem mit zwei parallel verlaufenden
Druckkanälen 5a; 5b ausgerüsteten Verbindungsstück 5 aufgenommen, und zwar derart,
dass der unter dem Druckniveau P2 stehende zweite Luftstrom über den Druckkanal 5a
bzw. 5b und die Öffnung 3b bzw. 4b das Garn 1 bzw. 2 beaufschlagt wird und
wechselweise ein Garnschluss im Düsenrohr 3a bzw. 4a realisiert.
An jedem der Druckkanäle 5a, 5b ist über geeignete Mittel 6 eine Druckleitung 7
angeschlossen, die über ein Ventil 9 mit einer nicht dargestellten, das Druckniveau P2 des
zweiten Luftstromes erzeugenden Druckquelle verbunden ist.
Zeichnungslegende
1 Schussgarn
2 Schussgarn
3 Hauptdüse
3a Düsenrohr
3b Öffnung
4 Hauptdüse
4a Düsenrohr
4b Öffnung
5 Verbindungsstück
5a Druckkanal
5b Druckkanal
6 Mittel
7 Druckleitung
8 Ventil
9 Ventil
10 Druckleitung
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| Anspruch[de] |
- 1. Verfahren zum Taengeln von nicht oder teilweise getaengelten Schussgarnen,
insbesondere synthetischen Filament-Schussgarnen auf Webmaschinen, wonach ein
Längenabschnitt eines von einem Vorspulgerät gelieferten Schussgarns in einem
Düsenrohr einer pneumatisch betriebenen Hauptdüse wenigstens für die zwischen einem
ersten und einem zweiten Webzyklus liegende Zeitdauer gehalten und mit einem eine
Zugkraft auf das Schussgarn ausübenden und unter einem Druckniveau von P1
stehenden ersten Luftstrom beaufschlagt wird, dadurch gekennzeichnet, dass der
Endbereichs des Längenabschnitts innerhalb der Zeitdauer zusätzlich mit einem den
Taengelprozess dienenden und unter einem Druckniveau P2 stehenden zweiten Luftstrom
beaufschlagt wird, dessen Strömungsrichtung verschieden zur Strömungsrichtung des
ersten Luftstromes ist.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zusätzliche
Beaufschlagung im Düsenrohr beabstandet von dessen freiem Ende erfolgt.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckniveau P2 des
zweiten Luftstromes größer ist als das Druckniveau P1 des ersten Luftstromes.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zusätzliche
Beaufschlagung innerhalb der Zeitdauer gepulst erfolgt.
- 5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zusätzliche
Beaufschlagung auf einem Längenabschnitt des Schussgarns erfolgt, der Bestandteil
eines Garnabfalles ist.
- 6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schussgarn von
beliebigem Querschnitt ist.
- 7. Webmaschine zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, umfassend,
wenigstens ein ein Düsenrohr aufweisendes pneumatisch betriebenes
Schussfadeneintragsmittel, wenigstens ein mit dem Schussfadeneintragsmittel über eine
Druckleitung wirkverbundenes, steuerbares Ventil zum Beaufschlagen des im Düsenrohr
gehaltenen Längenabschnitts eines von einem Vorspulgerät gelieferten Schussgarnes mit
einem ersten Luftstrom vorbestimmten Druckniveaus P1, wenigstens eine pneumatische
Druckquelle und eine speicherprogrammierbare Webmaschinensteuerung zum Ansteuern
des wenigstens einen Ventils, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenraum des
Düsenrohres (3a; 4a) im Bereich des freien Endes über wenigstens eine Druckleitung
(5a; 5b) und über eine in der Wandung des Düsenrohres (3a; 4a) vorhandene Öffnung
(3b; 4b) mit wenigstens einem steuerbaren Ventil (9) wirkverbunden ist.
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