PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10210934A1 16.10.2003
Titel Verfahren zum Bedrucken eines Bedruckstoffes
Anmelder NexPress Solutions LLC, Rochester, N.Y., US
Erfinder Dräger, Udo, 67346 Speyer, DE;
Schulze-Hagenest, Detlef, Dr., 24113 Molfsee, DE
Vertreter Lauerwald, J., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 24214 Gettorf
DE-Anmeldedatum 13.03.2002
DE-Aktenzeichen 10210934
Offenlegungstag 16.10.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.10.2003
IPC-Hauptklasse B41M 1/06
IPC-Nebenklasse B41M 1/10   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bedrucken eines Bedruckstoffes mit wenigstens einer Druckfarbe. Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf den Tiefdruck und den Offsetdruck als gängige Druckverfahren für das Bedrucken von Bedruckstoff mit Druckfarben.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren aufzuzeigen, bei dem die Zusammensetzung der verwendeten Druckfarbe unabhängiger von dem Druckverfahren ist.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß für den jeweils auszuführenden Druckauftrag zwischen der Verwendung von Offsetdruck und der Verwendung von Tiefdruck als für den Druckauftrag sachgerechtem Druckverfahren gewählt wird, daß unabhängig von dieser Auswahl dieselbe Druckfarbe verwendet wird, wobei jedoch für den Offsetdruck die Druckfarbe mit einer relativ niedrigeren Temperatur für eine größere Viskosität der Druckfarbe und für den Tiefdruck die Druckfarbe mit einer relativ höheren Temperatur für eine kleinere Viskosität der Druckfarbe verwendet wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bedrucken eines Bedruckstoffes mit wenigstens einer Druckfarbe.

Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf den Tiefdruck und den Offsetdruck als gängige Druckverfahren für das Bedrucken von Bedruckstoff mit Druckfarben.

Der Tiefdruck wird besonders ab einer Auflage von 500.000 kostengünstig, weil die Anfertigung des zu gravierenden Druckformzylinders recht aufwendig und teuer ist, jedoch der fertige Druckformzylinder dafür auch eine lange Lebensdauer bzw. Standzeit besitzt. Der Druckvorgang selbst ist bei Tiefdruck, bei dem eine relativ dünnflüssige Druckfarbe verwendet wird, die in gravierten Näpfchen haftet, relativ schnell.

Im Gegensatz dazu ist der Offsetdruck für kleinere Auflagen besonders rentabel, da eine Druckplatte für ihn relativ kostengünstig herstellbar ist und dafür die Standzeit dieser Druckplatte nicht so groß ist wie der Druckform beim Tiefdruck. Der Druckvorgang, bei dem relativ dickflüssigere Druckfarbe auf farbannehmende Bereiche der Druckplatte aufgetragen wird, ist relativ langsamer als beim Tiefdruck.

Zudem hat der Offsetdruck eher beim Schriftendruck seine Stärken und der Tiefdruck beim Bilderdruck.

Wie bereits erwähnt, wird beim Tiefdruck eine dünnflüssigere Druckfarbe verwendet als beim Offsetdruck. Die niedrigere Viskosität dieser Druckfarbe wird in erster Linie durch einen Zusatz von leicht flüchtigen Lösungsmitteln erzielt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Gattung aufzuzeigen, bei dem die Zusammensetzung der verwendeten Druckfarbe unabhängiger von dem Druckverfahren ist.

Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß für den jeweils auszuführenden Druckauftrag zwischen der Verwendung von Offsetdruck und der Verwendung von Tiefdruck als für den Druckauftrag sachgerechtem Druckverfahren gewählt wird, daß unabhängig von dieser Auswahl dieselbe Druckfarbe verwendet wird, wobei jedoch für den Offsetdruck die Druckfarbe mit einer relativ niedrigeren Temperatur für eine Viskosität der Druckfarbe im Bereich von 10 bis etwa 1000 Pa.s (Pascal mal Sekunde), vorzugsweise von etwa 40 bis etwa 100 Pa.s, und für den Tiefdruck die Druckfarbe mit einer relativ höheren Temperatur für eine Viskosität der Druckfarbe im Bereich von etwa 0,01 bis etwa 0,2 Pa.s verwendet wird.

In unabhängigen Lösungen der gestellten Aufgabe wird die relative Unabhängigkeit der Druckfarbe vom gewählten Druckverfahren erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß die Bedruckung im Offsetdruckverfahren mit einer Druckfarbe durchgeführt wird, die bei einer relativ höheren Temperatur auch für den Tiefdruck geeignet ist und/oder daß die Bedruckung im Tiefdruckverfahren mit einer Druckfarbe durchgeführt wird, die bei einer relativ niedrigeren Temperatur auch für den Offsetdruck geeignet ist.

Mit der letztgenannten Lösung wird zudem mit Vorteil erreicht, daß leicht flüchtige Lösungsmittel als Bestandteile der Druckfarbe auch beim Tiefdruck vermieden werden können.

Vorzugsweise ist vorgesehen, daß die relativ niedrigere Temperatur der Druckfarbe beim Offsetdruck als etwa Raumtemperatur gewählt wird und/oder daß die relativ höhere Temperatur der Druckfarbe für den Tiefdruck im Bereich von etwa 40°C bis etwa 150°C, vorzugsweise etwa 80°C bis etwa 100°C, gewählt wird.

Nach dem eigentlichen Bedruckungsvorgang ist ein wichtiger Vorgang die Trocknung der Druckfarbe auf dem Bedruckstoff, damit die Druckfarbe am Bedruckstoff haftet. Hierfür sind prinzipiell unterschiedliche Trocknungsarten oder Trocknungsbegünstigungen bekannt, die auch erfindungsgemäß anwendbar sind, insbesondere Absorption von Bestandteilen durch den Bedruckstoff (sogenanntes Wegschlagen), Kalttrocknung, Hitzebeaufschlagung, UV-Bestrahlung, Wärmeentzug oder Kühlung, insbesondere je nach Zusammensetzung der Druckfarbe und Eigenschaften des Bedruckstoffes.

Umgekehrt kann auch eine zu schnelle Trocknung der Druckfarbe, insbesondere für den Tiefdruck, erfindungsgemäß verhindert werden.

Eine chemische Trocknung der Druckfarbe findet zum Beispiel durch Oxidation statt, insbesondere bei höheren Temperaturen. Da erfindungsgemäß eine höhere Temperatur verwendet wird, um für den Tiefdruck eine niedrigere Viskosität zu erzielen und zu erhalten, kann der Druckfarbe erfindungsgemäß wenigstens ein nicht oder langsam oxidierender Binder zugesetzt werden, um eine zu frühe Trocknung der Druckfarbe schon beim eigentlichen Bedruckungsvorgang zu verhindern.

Andererseits kann eine Trocknung einer Druckfarbe mittels radikalisch polymerisierender Bindemittel erreicht werden, insbesondere durch UV-Bestrahlung, so daß erfindungsgemäß bevorzugt vorgesehen ist, daß der Druckfarbe wenigstens ein durch UV- Licht abbindender Binder zugesetzt wird.

Bei der UV-Trocknung polymerisiert die Druckfarbe nach ihrer Bestrahlung in Bruchteilen von Sekunden, wobei eine Bestrahlung bevorzugt im Wellenlängenbereich von etwa 100 nm bis etwa 380 nm, insbesondere mit einer Quecksilberdampflampe, erfolgen kann. Zusätzlich können sogenannte Fotoinitiatoren zugesetzt werden.

Eine nächste Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß der Druckfarbe wenigstens eine aliphatische Substanz mit einem Schmelzpunkt im Bereich von etwa 40°C bis etwa 120°C zugesetzt wird, wobei bevorzugt die aliphatische Substanz in Pulverform der Druckfarbe zugesetzt wird.

Vorzugsweise kann die aliphatische Substanz etwa 10% bis etwa 30% des Volumens der Druckfarbe ausmachen. Hierdurch wird erreicht, daß die Viskosität der Druckfarbe bei Erreichen des Schmelzpunktes der aliphatischen Substanz scharf abnimmt.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Bedrucken eines Bedruckstoffes mit wenigstens einer Druckfarbe, dadurch gekennzeichnet, dass für den jeweils auszuführenden Druckauftrag zwischen der Verwendung von Offsetdruck und der Verwendung von Tiefdruck als für den Druckauftrag sachgerechtem Druckverfahren gewählt wird, dass unabhängig von dieser Auswahl dieselbe Druckfarbe verwendet wird, wobei jedoch für den Offsetdruck die Druckfarbe mit einer relativ niedrigeren Temperatur für eine Viskosität der Druckfarbe im Bereich von 10 bis etwa 1000 Pa.s (Pascal mal Sekunde), vorzugsweise von etwa 40 bis etwa 100 Pa.s, und für den Tiefdruck die Druckfarbe mit einer relativ höheren Temperatur für eine Viskosität der Druckfarbe im Bereich von etwa 0,01 bis etwa 0,2 Pa.s verwendet wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die relativ niedrigere Temperatur der Druckfarbe beim Offsetdruck als etwa Raumtemperatur gewählt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die relativ höhere Temperatur der Druckfarbe für den Tiefdruck im Bereich von etwa 40 °C bis etwa 150°C, vorzugsweise etwa 80°C bis etwa 100°C, gewählt wird.
  4. 4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckfarbe wenigstens ein nicht oder langsam oxidierender Binder zugesetzt wird.
  5. 5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckfarbe wenigstens ein durch UV-Licht abbindender Binder zugesetzt wird.
  6. 6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckfarbe wenigstens eine aliphatische Substanz mit einem Schmelzpunkt im Bereich von etwa 40°C bis etwa 120°C zugesetzt wird.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die aliphatische Substanz in Pulverform der Druckfarbe zugesetzt wird.
  8. 8. Verfahren zum Bedrucken eines Bedruckstoffes mit wenigstens einer Druckfarbe, dadurch gekennzeichnet, dass die Bedruckung im Offsetdruckverfahren mit einer Druckfarbe durchgeführt wird, die bei einer relativ höheren Temperatur auch für den Tiefdruck geeignet ist.
  9. 9. Verfahren zum Bedrucken eines Bedruckstoffes mit wenigstens einer Druckfarbe, dadurch gekennzeichnet, dass die Bedruckung im Tiefdruckverfahren mit einer Druckfarbe durchgeführt wird, die bei einer relativ niedrigeren Temperatur auch für den Offsetdruck geeignet ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com