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Dokumentenidentifikation DE69904730T2 16.10.2003
EP-Veröffentlichungsnummer 1108078
Titel MODISCHES TEPPICHGARN UND VERFAHREN ZUR DESSEN HERSTELLUNG
Anmelder E.I. du Pont de Nemours and Co., Wilmington, Del., US
Erfinder FLYNN, John, William, Sydenham, CA
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 69904730
Vertragsstaaten BE, DE, FR, GB, IT
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 20.08.1999
EP-Aktenzeichen 999451842
WO-Anmeldetag 20.08.1999
PCT-Aktenzeichen PCT/US99/19377
WO-Veröffentlichungsnummer 0000012795
WO-Veröffentlichungsdatum 09.03.2000
EP-Offenlegungsdatum 20.06.2001
EP date of grant 02.01.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.10.2003
IPC-Hauptklasse D02G 3/34
IPC-Nebenklasse D02G 3/38   

Beschreibung[de]
HINTERGRUND DER ERFINDUNG

Ein beliebtes charakteristisches Merkmal von Flor- und Schlingenflorteppichen ist das Vorhandensein von wahllos verteilten kleinen Bereichen oder "Inseln" von Farbe in durchgängiger Weise. Gegenwärtig wird das durch Verwendung von abstandsgefärbten Garnen beim Tuftingvorgang zustande gebracht. Das "Abstandsfärben" betrifft das Verfahren des Färbens von weißen färbbaren Garnen in einer derartigen Weise, daß die Farbe über die Länge des Garnes variiert. Die Verwendung von abstandsgefärbten Garnen gestattet, daß mehr Farben in einen Tuftedteppich hineingebracht werden können. Daher werden derartige Garne von den Modegestaltern als wertvolle modische Garne betrachtet.

Ein weiterer beliebter Trend in der Teppichindustrie ist die Verwendung von spinngefärbten Garnen, die ebenfalls als produktionsgefärbte Garne bekannt sind, anstelle von gefärbten oder färbbaren Garnen. Spinngefärbte Garne bringen die Vorteile, daß sie nicht ein Färben erfordern, und daß sie im allgemeinen eine größere spezifische Beständigkeit gegen Flecken zeigen, insbesondere saure Flecken.

Das U.S. Patent 4542619 (Schwartz) offenbart ein Garn und ein Verfahren und eine Vorrichtung für dessen Herstellung, das in Teppichen mit einem abstandsgefärbten Aussehen verwendet wird. Das Garn enthält einen Kern aus mehrfarbigen gebauschten Elementarfadengarnen, der mit zwei Umhüllungsgarnen umwickelt wurde. Eines der Umhüllungsgarne erstreckt sich in der Uhrzeigerrichtung, und das andere Umhüllungsgarn erstreckt sich in der Gegenuhrzeigerrichtung. Als Folge dessen ist für eine bestimmte Länge des resultierenden Garnes die Länge des Kernes größer als die Länge der Umhüllungsgarne, und der Kern zeigt ein sinusförmiges Profil.

Das U.S. Patent 4018042 (Maag und Mitarbeiter) offenbart ein umhülltes ersponnenes Stapelfasergarn und ein Verfahren sowie eine Vorrichtung für dessen Herstellung. Das umhüllte ersponnene Stapelfasergarn ist für verschiedene Verwendungen nützlich, die Teppiche einschließen. Das umhüllte ersponnene Stapelfasergarn enthält ein einzelnes Faserband, das aus Stapelfasern ersponnen wurde, die durch ein schraubenförmiges Umhüllungsgarn umgeben sind, um das ersponnene Stapelfasergarn ohne die Notwendigkeit des Zwirnens zusammenzuhalten. Das offenbarte Verfahren für die Herstellung eines derartigen Garnes umfaßt das Zuführen eines Faserbandes zu einer Reihe von Streckwalzen, die das Faserband weiter ausrichten und den Durchmesser des Faserbandes verringern. Die Streckwalzen transportieren das Faserband nach vom zu einer sich drehenden hohlen Spindel, die das Umhüllungsgarn darauf hält. Während sich das Faserband durch die hohle Spindel bewegt, wird das Umhüllungsgarn mit Unterstützung einer Falschdrahtvorrichtung um das Faserband gewickelt. Man hält es für vorteilhaft, ein modisches Teppichgarn zur Verfügung zu stellen, das, wenn es in Schlingenflor-Tuftedteppichen verwendet wird, mindestens eine gleichwertige Gelegenheit der modernen Gestaltung wie die abstandsgefärbten Garne mit sich bringt. Man hält es für einen weiteren Vorteil, daß man ein Teppichgarn zur Verfügung hat, das die Vorteile der spinngefärbten Garne mit der Ästhetik der abstandsgefärbten Garne im Teppich kombiniert.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

Die vorliegende Erfindung betrifft ein modisches Teppichgarn, ein Verfahren zur Herstellung desselben und einen Teppich, der das gleiche verwendet.

Das modische Teppichgarn der vorliegenden Erfindung weist einen Kern mit mindestens zwei Falschdrahtendlosgarnen und ein einzelnes Umhüllungsgarn auf, das spiralförmig um den Kern gewickelt wird. Die Endlosgarne können die Form von entweder endlosem gebauschtem Elementarfadengarn(en) und/oder endlosem ersponnenem Stapelfasergarn(en) annehmen.

Die Länge des einzelnen Umhüllungsgarnes ist größer als die Länge des Kernes für eine vorgegebene Einheitslänge des modischen Teppichgarnes. Vorzugsweise weist das einzelne Umhüllungsgarn eine lineare Dichte im Bereich von 22 dtex bis 55 dtex (20 bis 50 Denier) auf und wird um den Kern mit einer Häufigkeit von einer (1) bis fünf (5) Umhüllungen pro 2,54 cm (1 in.) gewickelt.

Mindestens zwei der Kerngarne sind unterschiedlich gefärbt oder unterschiedlich färbbar. Die unterschiedliche Färbung der Kerngarne kann erreicht werden, indem (i) ein unterschiedlich gefärbtes, spinngefärbt ("produktionsgefärbtes") gebauschtes Elementarfadengarn, (ii) unterschiedlich gefärbtes, eingefärbt gebauschtes Elementarfadengarn und/oder (iii) unterschiedlich gefärbtes, eingefärbt ersponnenes Stapelfasergarn verwendet wird. Die unterschiedliche Färbung der Kerngarne kann ebenfalls bewirkt werden, indem unterschiedlich färbbares gebauschtes Elementarfadengarn oder ersponnenes Stapelfasergarn verwendet wird. Im bevorzugten Fall weist jedes der Garne im Kern eine lineare Dichte im Bereich von 660 dtex bis 1430 dtex (sechshundert (600) bis dreizehnhundert (1300) Denier) auf. Die Garne im Kern können entweder Nylon 6, Nylon 6,6, Polypropylen, Poly(ethylenterephthalat) oder Poly(trimethylenterephtalat) sein.

In Übereinstimmung mit dem Verfahren dieser Erfindung wird das modische Garn hergestellt durch: Falschzwirnen der Garne des Kernes, indem die Kerngarne durch eine sich drehende hohle Spindel geführt werden; und spiralförmiges Wickeln eines einzelnen Umhüllungsgarnes um den Kern, so daß die Länge des einzelnen Umhüllungsgarnes größer ist als die Länge des Kernes für eine bestimmte Einheitslänge des modischen Teppichgarnes. Bevor sie falschgezwirnt werden, werden die Kerngarne durch eine Garnführung gerührt und unter einer Zugspannung von vorzugsweise zwischen zwanzig (20) und einhundert (100) Gramm gehalten.

In einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung einen Teppich, der eine Vielzahl der vorangehend beschriebenen modischen Teppichgarne aufweist, die in einen Teppichrücken getuftet werden.

KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

Die Erfindung wird vollständiger aus der folgenden detaillierten Beschreibung in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen verstanden werden, die zeigen:

Fig. 1 eine Seitenansicht eines modischen Teppichgarnes in Übereinstimmung mit der vorliegenden Erfindung; und

Fig. 2 eine Seitenansicht einer Vorrichtung zur Herstellung des modischen Teppichgarnes aus Fig. 1 vollständig in Schnittdarstellung.

DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG

In der folgenden detaillierten Beschreibung betreffen gleiche Bezugszahlen durchgängig gleiche Elemente in beiden Figur der Zeichnungen.

Das modische Teppichgarn 10 der Erfindung wird in Fig. 1 veranschaulicht. Das modische Teppichgarn 10 weist einen Kern, der im allgemeinen mit der Bezugszahl 12 gezeigt wird, mit einer Vielzahl von N an Endlosgarnen auf, wobei ein einzelnes Umhüllungsgarn 14 spiralförmig um den Kern gewickelt ist. In Übereinstimmung mit der vorliegenden Erfindung ist die Länge des Umhüllungsgarnes 14 größer als die Länge des Kernes 12 für eine bestimmte Länge des modischen Teppichgarnes 10.

Vorzugsweise liegt die Anzahl N der Garne im Kern 12 zwischen zwei und acht. Jedes Kerngarn kann ein gebauschtes Elementarfadengarn oder alternativ ein ersponnenes Stapelfasergarn oder eine Mischung davon sein. Jedes Kerngarn weist vorzugsweise eine lineare Dichte im Bereich von 660 dtex bis 1430 dtex (sechshundert (600) bis dreizehnhundert (1300) Denier) auf. Die Kerngarne können irgendein faserbildendes Polymer sein, das für textile Verwendungen geeignet ist, was Nylon 6, Nylon 6,6, Polypropylen, Poly(trimethylenterephtalat) und Poly(ethylenterephtalat) einschließt, aber nicht darauf begrenzt ist.

Die Garne im Kern sind "endlos". Mit "endlos", wie jener Begriff durchgängig in dieser Anmeldung verwendet wird, meint man, daß keine Diskontinuitäten, wie beispielsweise Unterbrechungen, Brüche oder Lücken, längs der Länge des Garnes zu verzeichnen sind. Ein "endloses" Garn, wie es hierin verwendet wird, umfaßt sowohl gebauschtes Elementarfadengarn als auch ersponnenes Stapelfasergarn. "Endlos" bedeutet, daß man sich längs der Länge des gesamten Garnes auf die Kontinuität bezieht, nicht auf die Kontinuität der einzelnen Elementarfadenkomponenten oder Faserkomponenten des Garnes. Daher würde ein Bruch in einem oder mehreren Elementarfäden oder Fasern, die ein Garn bilden, nicht einen derartigen Bruch ausmachen, der ein Garn für die Zwecke dieser Erfindung diskontinuierlich machen würde. Mindestens zwei der Garne im Kern sind unterschiedlich gefärbt oder unterschiedlich färbbar. Die unterschiedliche Färbung der Kerngarne kann bewirkt wereden, indem (i) ein unterschiedlich gefärbtes, spinngefärbt (ebenfalls als "produktionsgefärbt" bekannt) gebauschtes Elementarfadengarn, (ii) ein unterschiedlich gefärbtes, eingefärbt gebauschtes Elementarfadengarn und/oder (iii) ein unterschiedlich gefärbtes, eingefärbt ersponnenes Stapelfasergarn verwendet wird. Die unterschiedliche Färbung der Kerngarne kann ebenfalls bei Verwendung von unterschiedlich färbbarem gebauschtem Elementarfadengarn oder ersponnenem Stapelfasergarn zustande gebracht werden. Mit "unterschiedlich färbbar" meint man, daß das Garn eine unterschiedliche Färbbarkeit zeigt, beispielsweise infolge des unterschiedlichen Färbevermögens eines Garnes, der unterschiedlichen Färbegeschwindigkeit eines Garnes oder der Reaktion eines Garnes auf unterschiedliche Farbstoff arten. Die Ausführung des Garnes 10, die in Fig. 1 gezeigt wird, enthält vier Kerngarne, die durch die Bezugszeichen 12A bis 12D gekennzeichnet sind. Jedes der Kerngarne in dieser veranschaulichten Ausführung ist unterschiedlich gefärbt. Der Farbunterschied für die Kerngarne 12A bis 12D wird durch die verschiedenen Schraffurarten eines jeden Garnes gezeigt. Es ist keine tatsächliche Drehung zu verzeichnen und im wesentlichen kein Vermischen zwischen den Garnen des Kernes 12, sondern eher ein geringes Maß an Falschdraht dazwischen. Dieses geringe Maß an Falschdraht im Kern 12 führt zu einem Wechsel der vorherrschenden Farbe im Garn 10 längs seiner Länge mit geringer Häufigkeit. Wendet man eine Messung der tatsächlichen Drehung an, um sich dem Aussehen des Falschdrahtes zu nähern, kann das Niveau des Falschdrahtes innerhalb des Kernes 12 als der tatsächlichen Drehung im Bereich von null (0) bis eine (1) Drehung pro 2,54 cm (1 in.) äquivalent betrachtet werden.

Das modische Garn 10 der vorliegenden Erfindung wird durch das einzelne Umhüllungsgarn 14 zusammengehalten, das spiralförmig um den Kern 12 gewickelt wird. Vorzugsweise liegt die Häufigkeit der Umhüllung zwischen einer (1) und fünf (5) Umhüllungen pro 2,54 cm (1 in.), und mehr bevorzugt zwischen zweiundeinhalb (2,5) und vier (4) Umhüllungen pro 2,54 cm (1 in.).

Das Umhüllungsgarn 14 kann ein Garn mit einer linearen Dichte von 22 dtex bis 55 dtex (zwanzig (20) bis fünfzig (50) Denier) sein, das um den Kern 12 herum gewickelt werden kann. Das Umhüllungsgarn 14 sollte nicht ein wahrnehmbares Aussehen aufweisen, wenn das Garn 10 bei der Herstellung eines Teppichs eingesetzt wird. Das Umhüllungsgarn 14 kann ungefärbt, gefährt oder spinngefärbt sein; und es kann texturiert oder nichttexturiert sein. Vorzugsweise ist das Umhüllungsgarn 14 ein nichttexturiertes Nylongarn von 44 dtex (vierzig (40) Denier).

In seiner bevorzugtesten Ausrührung kombiniert das modische Teppichgarn 10 der vorliegenden Erfindung die Vorteile der spinngefärbten Garne mit der Ästhetik der abstandsgefärbten Garne im Teppich. Um dieses Ziel zu erreichen, ist jedes der N Garne, die den Kern 12 bilden, ein spinngefärbtes sulfoniertes gebauschtes Nylon 6,6-Elementarfadengarn, wie beispielsweise die Antron® Lumena®-Faser, die von der E. I. du Pont de Nemours & Company, Incorporated, Wilmington, Delaware erhältlich ist. Für eine optimale modische Gestaltung bevorzugt man, daß Kerngarne ausgewählt werden, von denen mindestens zwei unterschiedlich gefärbt sind und einen hohen Kontrastgrad mit jedem anderen in der Form der Farbe und der Reinheit aufweisen. Teppiche, die entsprechend der vorliegenden Erfindung mit einer derartigen Kombination von Kerngarnen in einer getufteten Schlingenflorkonstruktion hergestellt wurden, enthalten mehrere Farben, die bei einer guten Farbtrennung und einer "modernen Farbgestaltung" beliebig verteilt sind. Bei alternativen Ausführungen kann der Kern 12 gebauschte Elementarfadengarne oder ersponnene Stapelfasergarne enthalten, die vorher stranggefärbt oder flockegefärbt wurden. In diesen Fällen wurden mindestens zwei der N Garne mit einer unterschiedlichen Farbe gefärbt, so daß das resultierende modische Teppichgarn 10 erneut Farbveränderungen längs seiner Länge mit geringer Häufigkeit zeigt. Bei noch weiteren alternativen Ausführungen der Erfindung ist jedes der N Garne des Kernes 12 ein ungefärbtes gebauschtes Nylonelementarfadengarn oder ein ungefärbtes ersponnenes Nylonstapelfasergarn, wobei mindestens zwei der Garne ein unterschiedliches Farbaufnahmevermögen aufweisen. In diesen Fällen ist das modische Teppichgarn 10 anfangs ein Kern 12 aus weißen färbbaren Garnen, die mit einem einzelnen Umhüllungsgarn 14 umwickelt sind. Ein derartiges modisches Teppischgarn 10 wird bei der anschließenden Behandlung entweder in Garn- oder Teppichform gefärbt. Nach dem Färben wird das modische Garn 10 Farbveränderungen längs seiner Länge mit geringer Häufigkeit zeigen, wie es vorangehend beschrieben wird. Vorher gesprenkelte, ungefärbte Garne, die Garne von unterschiedlichem Farbaufnahmevermögen enthalten, können ebenfalls als Kerngarne 12 verwendet werden, um spezielle modische Effekte im Teppich zu erreichen.

Es sollte ebenfalls verstanden werden, daß die Garne des Kernes 12 eine Kombination irgendeiner Garnart (d. h., gebauschtes Elementarfadengarn oder ersponnenes Stapelfasergarn) sein könnten, die mittels der vorangehend diskutierten Methoden der Garnfärbung gefärbt wird. Wie es früher bemerkt wurde, ist bei allen in Erwägung gezogenen Ausführungen der Erfindung die Länge des Umhüllungsgarnes 14 größer als die Länge des Kernes 12 pro bestimmter Länge des modischen Teppichgarnes 10. Dieser Unterschied hinsichtlich der Länge wird durch Abwickeln des Umhüllungsgarnes 14 und Messen seiner Länge und der Länge des Kernes 12 ermittelt.

Um einen Schutz gegen eine statische Elektrizität zu bewirken, können antistatische Elementarfäden entweder in den Kerngarnen des Kernes 12 und/oder dem Umhüllungsgarn 14 eingeschlossen werden.

Das modische Teppichgarn 10 in Übereinstimmung mit der vorliegenden Erfindung kann bei konventionellen Tuftingverfahren zur Herstellung eines Teppichs verwendet werden. Der Teppich kann getuftet werden, indem ein "Step-over"-Tuftingmuster oder alternativ ein Tuftingmuster mit geradlinigen Stichen zur Anwendung gebracht wird. Der Teppich kann eine Flor- oder Schlingenflorkonstruktion aufweisen.

Der Teppich, bei dem das Garn der vorliegenden Erfindung verwendet wird, zeigt eine abstandsgefärbte Ästhetik. Dieser Teppich zeigt vorzugsweise ein beliebig verteiltes Mehrfarbenmuster mit einer guten Farbtennung und einer "modernen Farbgestaltung".

Die Eigenschaften der ausgewählten Kerngarne werden dem Teppich verliehen. Der Teppich, der mit dem vorangehend beschriebenen Kerngarn aus Antron® Lumena®-Fasern hergestellt wurde, zeigt einen spezifischen hohen Grad an Reckenbeständigkeit, Farbechtheit, Bleichbeständigkeit und Haltbarkeit zusätzlich dazu, daß er das Aufnahmevermögen für viele Farben in einem abstandsgefärbten Aussehen ohne die Notwendigkeit des Färbens von entweder der Garne oder des Teppichs aufweist. Ein Vorteil der vorliegenden Erfindung ist, daß sie benutzt werden kann, um einen mehrfarbigen Teppich mit einem abstandsgefärbten Aussehen ohne die Notwendigkeit des Färbens und des dazugehörenden Aufwandes und der Umweltprobleme herzustellen.

Mit Bezugnahme auf Fig. 2 wird jetzt eine Vorrichtung 20 für das praktische Durchführen des Verfahrens zur Herstellung des modischen Teppichgarnes 10 der Erfindung diskutiert. Die N Garne 12-1 bis 12-N, die den Kern 12 bilden, werden von einem Gatter 22 über eine Spannvorrichtung 24 und eine Garnführung 26 zum Eintrittsende der Umwicklungsvorrichtung 20 zugeführt.

Die Umwicklungsvorrichtung 20 umfaßt eine hohle Spindel 30, die eine einzelne Spule 32 mit Umhüllungsgarn 14 mit leichtem Denier aufnehmen kann. Die hohle Spindel 30 ist vorzugsweise eine kommerziell verfügbare Spindel, wie beispielsweise jene, die von der Spindelfabrik Suessen Schurr, Stahlecker & Grill GmbH, ebenfalls bekannt als Suessen, Deutschland, verfügbar ist. Die Spindel 30 ist auf Lagern 34 für eine Drehbewegung mit Bezugnahme auf eine stationäre Platte 36 montiert. Ein Ende der Spindel 30 ist in einer getriebenen Beziehung mit einer geeigneten Antriebsquelle 38 mittels eines Treibriemens 40 verbunden. Das andere Ende der Spindel 30 weist ein Paar axial beabstandete, sich radial darin erstreckende Öffnungen 30A, 30B auf. Die Außenfläche der Spindel 30, axial zwischen den Öffnungen 30A, 30B, weist vorzugsweise ein Hakenelement 30H auf. Das Gatter 22 für eine Verwendung bei der Erfindung ist ein Standardgatter für die Verwendung für textile Arbeiten, das eine kontinuierliche Zuführung von Garn zur Umwicklungsvorrichtung 20 bewirkt. Das Gatter 22 muß in der Lage sein, die gewünschte Anzahl N von Endlosgarnen zuzuführen. Geeignete Spannvorrichtungen 24 sind jene, die von der Textrol, Inc., Monroe, North Carolina, erhältlich sind. Die Führung 26 ist vorzugsweise 5,08 bis 50,8 cm (zwei (2) bis zwanzig (20) in.) vor der Spindel 30 angeordnet. Die Führung 26 liegt vorzugsweise in der Form einer Platte vor, die eine Vielzahl von Löchern 26H darin aufweist.

Das resultierende modische Garn 10 wird durch die und aus der Umwicklungsvorrichtung 20 mittels eines Speichers 42 linear abgezogen. Der Speicher 42 wird im allgemeinen bei textilen Arbeitsgängen verwendet, um zwischen den Anlagenteilen, die verschiedene Arbeitsgänge durchführen, wie beispielsweise das Heißfixieren und Aufwickeln, eine Anschlußstelle zu bilden. Derartige Speicher stehen kommerziell von der Belmont Textile Machinery Company, Belmont, North Carolina, zur Verfügung. Die Verwendung eines Speichers ist wahlfrei, wird aber bei der vorliegenden Erfindung bevorzugt. Bei Nichtvorhandensein eines Speichers 42 können die Garne 12 vom Gatter 22 durch die Umwicklungsvorrichtung 20 mittels anderer Einrichtungen gezogen werden, wie beispielsweise einer Aufwickelvorrichtung oder einer Klemmwalze, die nach der Umwicklungsvorrichtung 20 angeordnet ist. Die Garne werden aus dem Speicher 42 mittels der Aufwickelvorrichtung 44 gezogen. Die Aufwickelvorrichtung 44 ist ein genormtes Anlagenteil, das kommerziell für eine Verwendung bei textilen Arbeitsgängen zur Verfügung steht. Die Aufwickelvorrichtung 44 zieht das fertige modische Teppichgarn 10 aus dem Speicher 42 und wickelt es auf eine Hülse von geeigneter Größe. Eine geeignete Aufwickelvorrichtung 44 ist von der Belmont Textile Machinery Company, Belmont, North Carolina, erhältlich.

Um das Verfahren einzuleiten, werden die Garne 12-1 bis 12-N vom Gatter 22 durch die Spannvorrichtungen 24 und die Führungen 26 manuell geführt. Im bevorzugten Fall werden die Garne 12-1 bis 12-N durch die Bohrung der Spindel 30 radial nach außen durch die untere radiale Öffnung 30A und über das Hakenelement 30H eingefädelt. Die Garne 12-1 bis 12-N werden zur hohlen Bohrung der Spindel durch die obere radiale Öffnung 30B zurückgeführt. Die Kerngarne, die aus dem oberen Ende der Bohrung der Spindel 30 austreten, werden zu einer Reihe von Zuführwalzen (nicht gezeigt), zum Speicher 42 und danach zur Aufwickelvorrichtung 44 geführt. Das einzelne Umhüllungsgarn 14 mit leichtem Denier von der Spule 32 auf der Außenseite der Spindel 30 wird an den Kerngarnen 12-1 bis 12-N vor dem Eintritt zur Spindel 30 durch leichtes Wickeln von einer oder zwei Umhüllungen um die Kerngarne herum manuell befestigt.

Um das modische Garn 10 zu bilden, wird die hohle Spindel 30 durch die Antriebsquelle 38 mittels des Treibriemens 40 mit einer vorgegebenen Drehzahl gedreht, typischerweise zwischen achttausend (8000) und dreißigtausend (30000) U/min. Wie im Fachgebiet des Falschzwirnens von Garnen gut verstanden wird, führt die Biegung des Garnes um das Hakenelement 30H herum, während sich die Kerngarne durch die Spindel 30 bewegen, zum Falschzwirnen der Kerngarne am Eintritt der Spindel 30. Die Kohäsion des Kernes 12 wird auf den Grad des Falschdrahtes zurückgeführt, der auf diese Weise erteilt wird. Wegen seiner Neigung sich aufzudrehen, breitet sich der Falschdraht entlang der Länge der Kerngarne 12-1 bis 12-N stromaufwärts von der Spindel 30 aus. Daher ist der Falschdraht in den Kerngarnen vorhanden, bevor sie in die Spindel 30 gelangen. Der Grad des Falschdrahtes wird durch die Kombination der linearen Garngeschwindigkeit und der Spindeldrehzahl bestimmt. Vorzugsweise werden diese Geschwindigkeiten so ausgewählt, daß sie zu einem Falschdrahtniveau rühren, das um null (0) bis eine (1) Drehung pro 2,54 cm (1 in.) der wirklichen Drehung angenähert wird.

Gleichzeitig mit dem Falschzwirnen der Kerngarne wird das einzelne Umhüllungsgarn 14 mit leichtem Denier von der Spule 32 entnommen und um den Kern 12 herum gewickelt. Die Häufigkeit der Umhüllungen wird durch die Kombination der linearen Geschwindigkeit der Zuführgarne und der Spindeldrehzahl bestimmt. Die Häufigkeit der Umhüllungen liegt vorzugsweise zwischen einer (1) und fünf (5) Umhüllungen pro 2,54 cm (1 in.) und mehr bevorzugt zwischen zweiundeinhalb (2,5) und vier (4) Umhüllungen pro 2,54 cm (1 in.). Das einzelne Umhüllungsgarn 14 schließt einen Bereich des Falschdrahtes ein, der in den Kerngarnen im Eintritt der Spindel 30 vorhanden ist.

Die Zugspannung eines jeden Kerngarnes 12-1 bis 12-N, während es zur Umwicklungsvorrichtung 20 geführt wird, wird einzeln durch die Spannvorrichtungen 24 gesteuert. Vorzugsweise liegt die Zugspannung eines jeden Kerngarnes, wie sie zwischen dem Gatter 22 und der Umwicklungsvorrichtung 20 gemessen wird, im Bereich von zwanzig (20) bis einhundert (100) Gramm. Es wurde ermittelt, daß verschiedene modische Effekte im Teppich bewirkt werden können, indem eine Zugspannungsdifferenz zwischen den Kerngarnen 12-1 bis 12-N, aus denen sich ein einzelnes modisches Teppichgarn 10 zusammensetzt, vorhanden ist. Im allgemeinen wird ein einzelnes Kerngarn, das der Umwicklungsvorrichtung 20 unter einer niedrigeren Zugspannung zugeführt wird als die anderen Kerngarne, ein auffallenderes Aussehen im fertigen Teppich zeigen.

Die Garnführung 26 behält die Trennung der Kerngarne 12-1 bis 12-N bei, während sie in die Umwicklungsvorrichtung 20 eingerührt werden. Die Kerngarne 12-1 bis 12-N werden durch die Löcher 26H so gerührt, daß ein gewünschter Effekt im resultierenden Teppichgarn 10 erzeugt wird. Ein jedes Kerngarn kann durch sein eigenes einziges Loch 26H geführt werden, oder es können zwei Garne durch das gleiche Loch 26H für unterschiedliche Effekte im resultierenden Teppich geführt werden. Alternativ, wenn ein anderes Aussehen im Teppich, wie beispielsweise eine feinere Farbverteilung, gewünscht wird, sollte dem modischen Teppichgarn 10 ein höheres Niveau an Falschdraht erteilt werden. Das kann bewirkt werden, indem eine Düse 26J mit wechselnder Zwirndrehung entweder zwischen der Spannvorrichtung 24 und der Umwicklungsvorrichtung 20 oder zwischen der Umwicklungsvorrichtung 20 und den Zuführwalzen eingeschlossen wird. In diesem Fall kann die Garnführung 26 weggelassen werden. Die Düse mit wechselnder Zwirndrehung, wie sie im U.S. Patent Nr. 5179827 (Tinsley und Mitarbeiter) offenbart wird, kann als die Düse 26J eingesetzt werden.

Bei einer vorzugten Ausführung der Erfindung ist ein optischer Meßfühler 46 in unmittelbarer Nähe der Spindel 30 vorhanden, um das Vorhandensein des Umhüllungsgarnes 14 nachzuweisen, während es von der Spule 32 zugeführt wird. Im Fall eines Bruches im Umhüllungsgarn 14 während des Vorganges der Erfindung wird ein Signal vom optischen Meßfühler 46 einen Alarm auslösen und/oder veranlassen, daß der Vorgang automatisch abgeschaltet wird.


Anspruch[de]

1. Modisches Teppichgarn (10), dadurch gekennzeichnet, daß das modische Teppichgarn aufweist:

einen Kern (12) mit mindestens zwei Falschdrahtendlosgarnen, wobei mindestens zwei der Garne unterschiedlich gefärbt oder unterschiedlich färbbar sind; und

ein einzelnes Umhüllungsgarn (14), das spiralförmig um den Kern (12) gewickelt wird, wobei die Länge des Umhüllungsgarnes (14) größer ist als die Länge des Kernes (12) für eine bestimmte Längeneinheit des modischen Teppichgarnes (10).

2. Modisches Teppichgarn (10) nach Anspruch 1, bei dem das einzelne Umhüllungsgarn (14) spiralförmig um den Kern (12) mit einer Häufigkeit von einer (1) bis fünf (5) Umhüllungen pro 2,54 cm (1 in.) gewickelt wird.

3. Modisches Teppichgarn (10) nach Anspruch 1, bei dem das einzelne Umhüllungsgarn (14) eine lineare Dichte im Bereich von 22 dtex bis 55 dtex (zwanzig (20) bis fünfzig (50) Denier) aufweist.

4. Modisches Teppichgarn (10) nach Anspruch 1, bei dem mindestens eines der Garne im Kern (12) ein spinngefärbtes gebauschtes Elementarfadengarn ist.

5. Modisches Teppichgarn (10) nach Anspruch 4, bei dem jedes der Garne im Kern (12) ein spinngefärbtes gebauschtes Elementarfadengarn mit einer linearen Dichte im Bereich von 660 dtex bis 1430 dtex (sechshundert (600) bis dreizehnhundert (1300) Denier) ist.

6. Modisches Teppichgarn (10) nach Anspruch 5, bei dem die gebauschten Elementarfadengarne aus der Gruppe ausgewählt werden, die besteht aus: Nylon 6; Nylon 6,6; Polypropylen; Poly(ethylenterephthalat); und Poly(trimethylenterephthalat).

7. Modisches Teppichgarn (10) nach Anspruch 1, bei dem mindestens eines der Garne im Kern (12) ein ersponnenes Stapelfasergarn ist.

8. Modisches Teppichgarn nach Anspruch 1, bei dem mindestens eines der Garne im Kern (12) unter einer Zugkraft ist, die von der Zugkraft abweicht, die auf mindestens ein anderes Garn des Kernes (12) aufgebracht wird.

9. Verfahren zur Herstellung eines modischen Teppichgarnes (10), dadurch gekennzeichnet, daß das Verfahren die folgenden Schritte aufweist:

(a) Falschzwirnen von mindestens zwei Endlosgarnen, um einen Kern (12) zu bilden, wobei mindestens zwei der Garne im Kern (12) unterschiedlich gefärbt oder unterschiedlich färbbar sind; und

(b) spiralförmiges Umwickeln des Kernes (12) mit einem einzelnen Umhüllungsgarn (14), so daß die Länge des einzelnen Umhüllungsgarnes (14) größer ist als die Länge des Kernes (12) für eine bestimmte Längeneinheit des modischen Teppichgarnes (10).

10. Verfahren nach Anspruch 9, bei dem das einzelne Umhüllungsgarn (14) spiralförmig um den Kern (12) mit einer Häufigkeit von einer (1) bis fünf (5) Umhüllungen pro 2,54 cm (1 in.) gewickelt wird.

11. Verfahren nach Anspruch 9, bei dem das einzelne Umhüllungsgarn (14) eine lineare Dichte im Bereich von 22 dtex bis 55 dtex (zwanzig (20) bis fünfzig (50) Denier) aufweist.

12. Verfahren nach Anspruch 9, bei dem mindestens eines der Garne im Kern (12) ein spinngefärbtes gebauschtes Elementarfadengarn ist.

13. Verfahren nach Anspruch 9, bei dem mindestens eines der Garne im Kern (12) ein ersponnenes Stapelfasergarn ist.

14. Verfahren nach Anspruch 9, bei dem der Schritt des Falschzwirnens der mindestens zwei Endlosgarne durch Führen der Garne durch eine sich drehende hohle Spindel (30) zustande gebracht wird; und bei dem das einzelne Umhüllungsgarn (14) von einer Spule (32) zugeführt wird, die um die sich drehende hohle Spindel (30) montiert ist.

15. Verfahren nach Anspruch 14, das außerdem die folgenden Schritte aufweist:

vor dem Falschzwirnen der mindestens zwei Endlosgarne Führen der Garne durch eine Garnführung (26);

vor dem Falschzwirnen der mindestens zwei Endlosgarne Beibehalten der Zugspannung der mindestens zwei Endlosgarne bei zwischen zwanzig (20) und einhundert (100) Gramm.

16. Verfahren nach Anspruch 9, das außerdem das Auferlegen einer Zugkraft von einer ersten Größe auf mindestens eines der Garne des Kernes (12) und einer Zugkraft von einer zweiten abweichenden Größe auf mindestens ein anderes Garn des Kernes (12) aufweist.

17. Verfahren nach Anspruch 9, das außerdem vor dem Falschzwirnen der Endlosgarne, die den Kern (12) bilden, das Zuführen von mindestens zwei Garnen des Kernes durch eine einzelne Öffnung (26M) in einer Garnführung (26) aufweist.

18. Teppich, der eine Vielzahl von modischen Teppichgarnen (10) nach Anspruch 1 aufweist, die in einen Teppichrücken getuftet werden.

19. Teppich nach Anspruch 18, bei dem mindestens eines der Garne im Kern (12) ein spinngefärbtes gebauschtes Elementarfadengarn ist.

20. Teppich nach Anspruch 18, bei dem mindestens eines der Garne im Kern (12) ein ersponnenes Stapelfasergarn ist.







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