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Dokumentenidentifikation DE69811145T2 23.10.2003
EP-Veröffentlichungsnummer 0886434
Titel Digitales Bildreproduktionsgerät mit virtuellem Kopierblattspeicher
Anmelder Océ-Technologies B.V., Venlo, NL
Erfinder Collard, Rene Francois Collard, 6591 TT Gennep, NL
Vertreter TER MEER STEINMEISTER & Partner GbR Patentanwälte, 33617 Bielefeld
DE-Aktenzeichen 69811145
Vertragsstaaten DE, FR, GB, NL
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 28.05.1998
EP-Aktenzeichen 982017980
EP-Offenlegungsdatum 23.12.1998
EP date of grant 05.02.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.10.2003
IPC-Hauptklasse H04N 1/387

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein digitales Bildreproduktionsgerät mit einem Positionierteil, auf dem ein zu kopierendes Dokument in wenigstens einer Orientierung zu positionieren ist, einer Abtasteinheit zum Abtasten eines auf dem Positionierteil positionierten Dokuments und dadurch zur Erzeugung von digitalen Bilddaten, einer zur Verarbeitung der von der Abtasteinheit erzeugten Bilddaten dienenden Verarbeitungseinheit, die ein Rotationsmodul zum Drehen der Bilddaten um einen Winkel aufweist, einer Druckeinheit zum Drucken eines digitalen Bildes auf einen Bildträger, wobei die Druckeinheit wenigstens einen Speicher für Bildträger aufweist, einer Bedieneinheit mit einer Bedienungstafel, die Einstellmittel zum Definieren eines Bildreproduktionsauftrags aufweist, und einer mit diesen Einheiten verbundenen Steuereinheit zur Steuerung der Abtastung eines Dokuments, der Verarbeitung der dabei erzeugten Bilddaten und des Druckens der verarbeiteten Bilddaten.

In einer Vorrichtung dieser Art wird zunächst durch die Abtasteinheit ein digitaler Bilddatensatz von einem zu kopierenden Dokument erstellt, und diese Bilddaten werden zur Ansteuerung der Druckeinheit benutzt. Durch zwischenzeitliche Verarbeitung der Bilddaten ist es möglich, sie zu verändern und somit Funktionen zu bieten, die bei optischen Kopiergeräten, die häufig als "analoge" Maschinen bezeichnet werden, nicht möglich waren. Eine solche Verarbeitung ist zum Beispiel die Drehung um einen Winkel von 90º, so daß zum Beispiel ein quer auf dem Positionierteil (im allgemeinen einer Glasplatte) positioniertes Dokument auf einen Bildträger (gewöhnlich ein Blatt Papier) gedruckt werden kann, das in Längsrichtung orientiert, also um 90º gedreht ist. Die vorliegende Erfindung macht hiervon Gebrauch.

Eine Vorrichtung der im Oberbegriff beschriebenen Art ist aus dem US-Patent 5 239 388 bekannt.

In dieser bekannten Vorrichtung wird von der oben genannten Rotationsfunktion Gebrauch gemacht, indem die Abtasteinheit dazu ausgebildet wird, die Orientierung des Originals in einer Vorabtastung zu bestimmen, mit der Orientierung des Kopierpapiers im Speicher zu vergleichen und im Fall der Nichtübereinstimmung die Bilddaten automatisch um 90º zu drehen, so daß sie dennoch auf das Kopierpapier passen. Infolgedessen kann das Kopieren selbst dann ausgeführt werden, wenn kein Kopierpapier vorhanden ist, das die Orientierung des Originals aufweist.

Eine solche Automatisierung führt jedoch manchmal zu unerwünschten Situationen, weil der Benutzer möglicherweise speziell den Wunsch hatte, auf Kopierpapier mit einer anderen Orientierung zu kopieren. In diesem Fall wird das automatische Verhalten der Maschine den Benützer überraschen und sogar seine Absichten vereiteln. Aufgrund seiner Erfahrung mit analogen Kopiermaschinen wird der Benutzer im allgemeinen erwarten, daß die Orientierung der hergestellten Kopie die gleiche ist wie die des Originaldokuments, und auf dieser Basis wird er eine spezielle Orientierung wählen, wenn er das Dokument auf den Positionierteil auflegt.

Aufgabe dieser Erfindung ist es, ein Reproduktionsgerät zu schaffen, das auf eine einfache und für den Benutzer sowohl einsichtige als auch vorhersagbare Weise bedient werden kann, wobei es mit Hilfe der digitalen Funktionalität möglich ist, Kopien von Originaldokumenten in mehr oder anderen Orientierungen zu erstellen als anhand der Vorräte von in der Druckeinheit vorhandenen Kopienträgern zu erwarten wäre.

Zu diesem Zweck ist erfindungsgemäß die Bedieneinheit dazu ausgebildet, eine Auswahl für eine Kombination aus einer gewünschten Größe und einer gewünschten Orientierung von Bildträgern für zu erstellende Kopien anzubieten, wobei diese Auswahl eine Kombination aus einer spezifischen Bildträgergröße und einer spezifischen Bildträgerorientierung entsprechend einer möglichen Positionierungsorientierung einschließt, welche Kombination keinem Bildträgerspeicher der Druckeinheit entspricht, so daß ein virtueller Bildträgerspeicher gebildet wird, und die Steuereinheit in dem Fall, daß diese dem virtuellen Bildträgerspeicher entsprechende Kombination gewählt ist, einen Speicher in der Druckeinheit zur Ausgabe von Bildträgern auswählt, der Bildträger in der gewünschten Größe und in einer anderen als der gewünschten Orientierung enthält, und auch die Rotation der Bilddaten durch das Rotationsmodul um einen Winkel veranlaßt, der dem Unterschied zwischen der gewünschten Orientierung und dieser anderen Orientierung entspricht.

Auf diese Weise wird stets eine Auswahl zwischen zwei Orientierungen angeboten, von denen eine sich auf einen tatsächlich in der Vorrichtung vorhandenen Kopierpapierspeicher bezieht und eine sich auf einen Speicher bezieht, der in Wirklichkeit nicht existiert, also einen virtuellen Speicher. Im Fall dieser letzteren Orientierung werden die Bilddaten rotiert und auf das verfügbare Kopierpapier gedruckt. Der Benutzer weiß dies nicht und braucht es auch nicht zu wissen. Er kann auswählen was immer er mag, und er wird nicht durch unerwartete (und möglicherweise unerwünschte) Automatisierung überrascht.

In bestimmten Fällen kann es infolge technischer Beschränkungen vorkommen, daß ein bestimmtes Format von Originaldokumenten nur in einer einzigen Orientierung auf den Positionierteil aufgelegt werden kann, während manchmal auch ein bestimmtes Format von Kopierpapier nur in einer einzigen Orientierung von, der Druckeinheit verarbeitet werden kann. Wenn die Orientierungen des Dokuments und der Kopie einander nicht entsprechen, veranlaßt die Steuereinheit automatisch eine Rotation der Bilddaten, so daß sie dennoch gedruckt werden können. Die einzige Orientierung, die auf der Bedieneinheit angeboten wird, ist jedoch diejenige, die der des Originaldokuments entspricht.

In einer speziellen Ausführungsform weist das Gerät einen automatischen Dokumenteneinzug auf, der Dokumente in derselben Orientierung, in der sie dem Dokumenteneinzug zugeführt werden, auf dem Positionierteil positioniert. In diesem Fall ist die Orientierung, in der die Dokumente zugeführt werden, deshalb auch als die Bezugsorientierung für den Benutzer anwendbar.

Die Erfindung wird nun anhand der beigefügten Zeichnungen erläutert, in denen gleiche Teile gleiche Bezugszeichen haben. In den Zeichnungen zeigen:

Fig. 1 ein Blockdiagramm des erfindungsgemäßen Reproduktionsgerätes;

Fig. 2 eine Abtasteinheit mit Dokumenteneinzug;

Fig. 3 eine schematische Darstellung einer Verarbeitungseinrichtung für digitale Bilddaten;

Fig. 4 eine Druckeinheit;

Fig. 5 eine Darstellung einer Bedienungstafel;

Fig. 6A und 6B jeweils ein Flußdiagramm eines Steuerprogramms gemäß der Erfindung;

Fig. 7 eine weitere Darstellung einer Bedienungstafel.

Fig. 1 zeigt den allgemeinen Aufbau eines erfindungsgemäßen Bildreproduktionsgerätes. Dieses Gerät umfaßt eine Abtasteinheit 1 zum optoelektrischen Abtasten eines Dokumens und zur Erzeugung von entsprechender digitaler Bildinformation, eine Eingabeeinheit 2 für Bildinformation aus einer externen Quelle und eine Druckeinheit 3 zum Drucken von digitaler Bildinformation auf ein Trägermaterial.

Sowohl die Abtasteinheit 1 als auch die Eingabeeinheit 2 sind mit einer Einrichtung 15 zur Verarbeitung und Zwischenspeicherung von Bildinformation verbunden, die ihrerseits mit der Druckeinheit 3 verbunden ist. Die Abtasteinheit 1, die Eingabeeinheit 2, die Einrichtung 15 und die Druckeinheit 3 sind mit einer zentralen Steuereinheit 18 verbunden, die auch mit einer Bedieneinheit 19 verbunden ist, die eine Bedienungstafel 19A mit Bedienelementen und einen Anzeigeschirm für den Gebrauch durch einen Benutzer aufweist.

Die Abtasteinheit 1 ist im einzelnen in Fig. 2 gezeigt. Sie weist eine röhrenförmige Lampe 5 und einen damit zusammenwirkenden Reflektor 6 auf, mit denen ein schmaler Streifen eines auf einer Glasplatte 7 liegenden Dokuments 8 beleuchtet wird. Die Abtasteinheit weist auch ein Feld 10 aus abbildenden Glasfasern (ein Selfoc-Linsenfeld) auf, mit denen das von dem Dokument reflektierte Licht auf ein Sensorfeld, z. B. ein CCD-Feld 12 projiziert wird. Die Lampe 5, der Reflektor 6 und das Selfoc-Linsenfeld 10 und das CCD-Feld 12 sind auf einem Wagen 11 zusammengefaßt, der während der Abtastung durch einen Servomotor 9 mit einer gleichförmigen Geschwindigkeit in Richtung des Pfeils 13 vorgerückt wird, so daß das Dokument 8 Zeile für Zeile durch das CCD-Feld 12 abgetastet wird. Die Position des Wagens 11 wird kontinuierlich mit an sich bekannten Mitteln gemessen und u. a. für den Regelkreis des Servomotors 9 benutzt.

Auf diese Wiese wird jeder Bildpunkt des Dokuments in ein analoges Signal umgewandelt, das dem Grauwert dieses Bildpunktes entspricht. Das analoge Signal wird dann durch einen A/D-Wandler 14 in ein digitales Signal für jeden Bildpunkt umgewandelt.

Die Abtasteinheit 1 weist einen automatischen Dokumenteneinzug (ADF) 1A auf. Dieser umfaßt ein Zufuhrtablar 301 zum Einlegen eines Stapels von zu kopierenden Dokumenten 302, einen Trennmechanismus 313, 314 zum einzelnen Abziehen der Dokumente vom Boden des Stapels und einen Transportmechanismus, bestehend aus Transportwegen 303, 304, 305, 306 und Transportrollenpaaren 309, 310, 311, 312 zum Transport eines abgezogenen Dokuments zu der Glasplatte 7. Das Dokument 8 wird von einem Förderband 307 über die Glasplatte 7 bewegt und nach der mit dem Abtast-Wagen 11 durchgeführten Abtastung zu dem Ausgabetablar 308 transportiert.

Fig. 2 ist ein Diagramm, das den Aufbau einer Einrichtung 15 zur Verarbeitung und Zwischenspeicherung von Bildinformation zeigt und in dem die Rechtecke Funktionsmodule (sowohl physikalische Komponenten als auch Softwaremodule) repräsentieren und die Pfeile den Datenfluß von einem Modul zum nächsten angeben. Die Abtasteinheit 1, die Eingabeeinheit 2 und die Druckeinheit 3 sind in diese Zeichnung einbezogen, um ihre Position relativ zu der Einrichtung 15 zu zeigen. Obgleich dies in der Zeichnung nicht dargestellt ist, sind die verschiedenen Elemente der Einrichtung 15 mit der Steuereinheit 18 verbunden, die ihre Aktionen koordiniert.

Die digitalen Signale von der Abtasteinheit 1 werden einem Zoom-Modul 103 zugeführt, das erforderlichenfalls durch Interpolation eine Vergrößerung oder Verkleinerung vornimmt.

Die Signale des Zoom-Moduls 103 werden über einen Puffer 104 einem Halbtonmodul 105 zugeführt, das die Signale, die dann noch Grauwerte beschreiben, in binäre Signale umwandelt, die einen von zwei Werten: null oder eins für jedes Pixel spezifizieren, so daß diese Signale für die Ansteuerung einer Druckeinheit geeignet sind, die nur schwarze oder weiße Bildpunkte drucken kann. Die Literatur beschreibt zahlreiche Halbtonprozesse, so daß keine Erläuterung erforderlich ist. Es ist für diese Beschreibung ohne Bedeutung, welcher Halbtonprozeß eingesetzt wird, sofern die resultierenden Signale binär sind.

Die Signale aus dem Halbtonmodul 105 werden wiederum an einen Multiplexer 106 übermittelt. Eine Eingabeeinheit 2 für digitale Signale aus einem lokalen Netzwerk 16 ist an einen anderen Eingang des Multiplexers 106 angeschlossen, so daß digitale Signale von einer externen Quelle, etwa einer Workstation, eingegeben werden können. Die Eingabeeinheit enthält einen PDL-Interpreter, der die empfangenen (codierten) digitalen Bildsignale in binäre Signale verwandelt, die für die Ansteuerung der Druckeinheit geeignet sind.

Der Multiplexer 106 übermittelt einen von zwei Datenströmen (von der Abtasteinheit oder vom Netzwerk) an ein Mischmodul 108. Letzteres hat einen zweiten Eingang, an den eine Rückführungsleitung 120 angeschlossen ist, um Signale vom Speicher 111 zurückzuführen, wie später erläutert werden wird.

Im Mischmodul 108 können die Signale vom Multiplexer 106 und von der Rückführungsleitung 120 in Übereinstimmung mit Logikfunktionen auf Pixelbasis gemischt werden, entsprechend dem Mischen von zwei Bildern. Beispiele solcher Logikfunktionen sind: ODER, UND, EX-ODER. Das Mischen von binären Bildsignalen in dieser Weise ist allgemein aus der Literatur bekannt und bedarf keiner weiteren Erläuterung.

Das Mischmodul 108 ist mit einem Rotationsmodul 109 verbunden, in dem das durch die Signale aus dem Mischmodul 108 definierte Bild um einen Winkel von 0º, 90º, 180º oder 270º gedreht werden kann.

Die Signale aus dem Rotationsmodul 109 werden dann in einem Kompressionsmodul 110 komprimiert und in einem. Speicher 111 abgelegt. Die Kompression ist zwar nicht zwingend erforderlich, ist jedoch empfehlenswert, weil es auf diese Weise möglich ist, die Daten von mehr Dokumenten zu speichern. Das Kompressionsverfahren kann z. B. Lauflängencodierung sein. Der Speicher 111 hat ein Managementsystem (nicht gezeigt), das die Adressen aktualisiert, unter denen die Daten der Dokumente abgelegt sind.

Der Speicher 111 hat zwei unabhängige Leseleitungen, so daß die Bilddaten von zwei Dokumenten simultan ausgelesen werden können. Diese Leseleitungen sind jeweils mit einem Dekompressionsmodul (112a, 112b) verbunden. Diese sind mit Verarbeitungsschaltungen verbunden, die im Prinzip identisch sind und durch Einfügemodule 113a, 113b gebildet werden. Diese Module können die Bildsignale mit künstlichen Bilddaten entsprechend einem leeren (weißen) Bild kombinieren, die von einem virtuellen Rahmen-Modul 114a, 114b geliefert werden, das ebenfalls mit dem Einfügemodul 113a, 113b verbunden ist. Dadurch soll die Möglichkeit geschaffen werden, Bilddaten zu erstellen, die ein größeres Bild beschreiben als die Bilddaten aus dem Speicher 111, z. B. ein Bild, bei dem die rechte Hälfte aus einem abgetasteten Dokument besteht und die linke Hälfte leer (weiß) ist.

Die Einfügemodule 113a, 113b sind mit einem Mischer-Multiplexer 115 verbunden, in dem wahlweise eines der Bildsignale durchgelassen werden kann oder beide Bildsignale auf die gleiche Weise, wie für das Mischmodul 108 beschrieben wurde, gemischt werden können.

Der Mischer-Multiplexer 115 hat zwei Ausgänge. Einer ist die bereits erwähnte Rückführungsleitung 120, die es ermöglicht, im Speicher abgelegte Bilder zu drehen und auch mit neu zugeführten (abgetasten) Bildern zu mischen. Der andere Ausgang ist über einen Puffer 116 mit der Druckeinheit 3 verbunden, die später im einzelnen erläutert werden wird.

Puffer können an verschiedenen Stellen in der beschriebenen Schaltung vorgesehen sein. Da sie jedoch für das Funktionsprinzip nicht relevant sind, sind sie in dieser Beschreibung übergangen worden.

Für die Beschreibung der Druckeinheit 3 wird auf Fig. 4 Bezug genommen. Diese Druckeinheit weist ein endloses fotoleitendes Band 20 auf, das mit Hilfe von Antriebs- und Führungswalzen 21, 22 bzw. 23 mit einer gleichförmigen Geschwindigkeit in Richtung des Pfeils 24 transportiert wird.

Mit Hilfe der von der Einrichtung 15 gelieferten verarbeiteten Bilddaten wird ein LED-Feld 25 so angesteuert, daß das fotoleitende Band 20, nachdem es von einer Coronaeinrichtung 30 elektrostatisch aufgeladen worden ist, Zeile für Zeile bildmäßig belichtet wird.

Das durch die Belichtung auf dem Band 20 entstehende latente Ladungsbild wird mit Hilfe einer Magnetbürsteneinrichtugn 30 mit Tonerpulver entwickelt, um ein Tonerbild zu bilden, das dann in einer ersten Übertragungszone unter Druck mit einem endlosen Zwischenträgerband 22 in Berührung gebracht wird, das aus einem elastischen und wärmebeständigen Material wie z. B. Silikongummi hergestellt oder damit beschichtet ist. Unter diesen Bedingunge wird das Tonerbild durch Ahäsionskräfte von dem Band 20 auf das Band 32 übertragen. Nach dieser Bildübertragung werden etwa verbliebene Reste von Tonerpulver mit Hilfe einer Reinigungseinrichtung 33 von dem fotoleitenden Band 20 entfernt, wonach das Band 20 für den erneuten Gebrauch bereit ist.

Das Zwischenträgerband 32 läuft über Antriebs- und Führungswalzen 34, 35 und wird auf eine Temperatur oberhalb der Erweichungstemperatur des Tonerpulvers erhitzt, z. B. mit Hilfe eines im Inneren der Walze 35 angeordneten Infrarotstrahlers. Während das Band 32 mit dem darauf befindlichen Tonerbild transportiert wird, wird das Tonerbild durch die Erhitzung klebrig.

In einer zweiten Übertragungszone zwischen dem Band 32 und eitler Andruckwalze 36 wird das klebrige Tonerbild durch Druck auf ein Kopierblatt übertragen und darauf fixiert, welches Kopierblatt aus einem der Speicher 37-1, 37-2 oder 37-3 zugeführt wird.

Die auf diese Weise erhaltene Kopie kann schließlich in einem Ausgabetablar 39 abgelegt oder durch ein Ablenkelement 40 (das sich in der gestrichelt eingezeichneten Position befindet) zu einer Wendeeinrichtung 41 geleitet werden. Das Kopierblatt wird in dieser Wendeeinrichtung 41 gewendet und dann erneut, zu der zweiten Übertragungszone zwischen dem Band 32 und der Andruckwalze 36 zugeführt, damit in dieser Übertragungszone ein Pulverbild auf die andere Seite gedruckt wird, und es wird dann im Ausgabetablar 39 abgelegt.

Fig. 4 zeigt drei Kopierblattspeicher 37-1, 37-2 und 37-3, von denen die ersten beiden für Kopierblätter der Größe A4 und das letzte für Kopierblätter der Größe A3 eingerichtet ist. Der Speicher 37-1 ist ein Standardspeicher, aus dem Kopierblätter zugeführt werden, sofern von dem Benutzer kein anderer Speicher gewählt wird. Der Speicher 3712 ist für Kopierblätter desselben Formats wie 37-1 eingerichtet und ist für eine andere Art von Kopierblättern vorgesehen, z. B. in einer anderen Farbe oder mit einem anderen Flächengewicht.

Natürlich kann die Anzahl der Speicher auch von drei verschiedenen sein, und es können Speicher für andere Formate oder Orientierungen von Kopierblättern vorgesehen sein.

Die verschiedenen Teile der Druckeinheit 3 werden direkt durch die Steuereinheit 18 gesteuert oder durch Vermittlung von Unter-Steuermodulen. Die zu der Bedieneinheit 19 gehörende Bedienungstafel ist in Fig. 5 gezeigt und umfaßt einen Anzeigeschirm 60, etwa ein LCD-Display, eine Anzahl von Tasten, nämlich eine Start-Taste 61, Zifferntasten 62, eine Korrekturtaste 63 und Wähltasten 64A-E, 65A-D sowie die Tastengruppe 66. All diese Elemente sind mit der Bedieneinheit 19 verbunden, die entsprechend der Betätigung dieser Tasten Steuersignale an die Steuereinheit 18 übermittelt und die auch den Anzeigeschirm 60 steuert, um dem Benutzer Auswahloptionen und Nachrichten anzuzeigen.

Wenn das Gerät eingeschaltet wird, zeigt der Anzeigeschirm 60 ein Bild, das durch eine Anzahl vertikaler Spalten gebildet wird, die sich jeweils über einer der Wähltasten 64A-E befinden. Jede Spalte bezieht sich auf eine bestimmte Grundfunktion des Gerätes und zeigt die verschiedenen möglichen Einstellungen für diese Grundfunktion. Zum Beispiel ist die Spalte ganz links bestimmt für die Auswahl zwischen der Kopierfunktion, bei der ein Dokument durch die Abtasteinheit abgetastet und dann reproduziert wird, und der Druckfunktion, bei der ein Druck anhand von digitalen Bilddaten erstellt wird, die über die Netzwerkverbindung zugeführt wurden. Die aktuell ausgewählte Einstellung, in diesem Fall die Kopierfunktion, wird durch eine Markierung, etwa einen dunklen Punkt, oder durch Hervorhebung angezeigt. Ein Benutzer kann durch Drücken einer Wähltaste eine andere Einstellung wählen, z. B. gemäß einem zyklischen Programm.

Die Spalten über den Tasten 64A (bereits erwähnt), 64B (Simplex oder Duplex, beides sowohl in Bezug auf das Original-Dokument als auch auf das Kopierblatt), 64C (Heften) und 64D (Wahl der Größe des Druckpapiers) beziehen sich auf die Verarbeitung des Auftrags. Die Spalte über der Wähltaste 64E bezieht sich auf Vergrößerung. Diese kann automatisch (anhand des Verhältnisses zwischen dem Original-Dokument und dem gewählten Kopieformat) oder manuell mit Hilfe der Tastengruppe 66 eingestellt werden.

Die Wähltasten 65A-D bieten die Möglichkeit, einen anderen Satz von Funktionen (Gruppen) aufzurufen, die wegen der begrenzten Abmessungen des Anzeigeschirms 60 nicht angezeigt werden können. Allgemein handelt es sich bei diesen Funktionen um diejenigen, die für einen einfachen Kopier- oder Druckbefehl nicht benötigt werden, die jedoch dem Benutzer mehr Optionen bieten, spezielle Druckresultate zu erhalten. In diesem Beispiel umfassen diese Funktionen das Verschieben des Randes auf dem Druck, das Hinzufügen von Deckblättern und das Vielfachkopieren (multiple up). Die Bedeutung der Tasten 65A-D wird in einem zugehörigen Feld auf dem Anzeigeschirm 60 direkt unterhalb jeder Taste angezeigt. Wenn eine dieser Tasten gedrückt wird, so wird der entsprechende Satz von Funktionen wirksam gemacht, und das Layout des Anzeigeschirms 60 wird an die relevanten Funktionen angepaßt. Gleichzeitig wird diese Auswahl angezeigt, durch Umrahmung oder sonstige Hervorhebung des Feldes auf dem Anzeigeschirm 60, das zu der betätigten Taste aus der Gruppe 65A-D gehört. Die Bedienungstafel 19 enthält auch eine Anzahl von Anzeigen 70 zur Anzeige der eingestellten Anzahl von Drucken, wie es bei Kopiergeräten allgemein üblich ist.

Die Spalte über der Taste 64D auf der Bedienungstafel enthält eine Liste der auswählbaren Formate und Orientierungen des Kopierpapiers. In diesem Beispiel sind dies von unten nach oben: ein erstes A4-längs und A4-quer (dies bezieht sich zum Beispiel auf normales weißes Papier), ein zweites A4-längs und A4-quer (dies bezieht sich zum Beispiel auf farbiges, dickeres Papier für Deckblätter) und A3-längs. Die Ausdrücke "längs" und "quer" sind definiert in Bezug auf die Transportrichtung in dem Gerät (dies ist die Richtung von links nach rechts für einen Benutzer an der Maschine). Speziell bedeutet "quer", daß die längere Seite des Dokuments quer zur Transportrichtung liegt, und "längs", daß die längere Seite parallel zur Transportrichtung liegt.

Kopierpapier entsprechend der Auswahl "A4-längs" ist jedoch in dem Gerät nicht wirklich vorhanden, wie aus der Beschreibung der Druckeinheit (Fig. 4) hervorgeht. Die Speicher 37-1-37-2 und 37-3 enthalten nämlich tatsächlich nur A4-quer, A4-quer und A3-längs.

Wenn nun ein Benutzer "A4-längs" wählt, so wählt die Steuereinheit 18 nichtsdestoweniger intern den Speicher 37-1 oder 37-2 aus und schaltet das Rotationsmodul 109 (Fig. 2) in den Modus, in dem die Bilddaten je nach technischer Ausgestaltung des Gerätes um 90º im Uhrzeigersinn oder im Gegenuhrzeigersinn gedreht werden. Die Kopien werden dann korrekt hergestellt, werden jedoch nur in Quer-Orientierung ausgegeben. Dies ist für den Benutzer nicht ungelegen, weil die Auswahl "A4-längs" nur für die Orientierung des Originaldokuments relevant ist und diese Beziehung beibehalten wird.

Das in der Steuereinheit 18 ablaufende Steuerprogramm ist in Fig. 6A und 6B gezeigt.

Fig. 6A zeigt die Prozedur, wenn auf der Bedienungstafel die Auswahl "A4-quer" gewählt wurde (für die A4-Auswahl am unteren Ende der Spalte auf dem Anzeigeschirm). In diesem Fall durchläuft das Programm die Schritte S1: Abtasten des Originals (es wird ein "quer" liegendes digitales Bild 601 generiert); S2: Auswahl des Kopierblattspeichers 37-1 (ein "quer " liegendes Kopierblatt 602 wird ausgewählt); S3: Drucken der Bilddaten auf ein Kopierblatt aus dem Speicher 37-1 (es wird eine "quer " liegende Kopie 603 gedruckt).

Fig. 6B zeigt die Prozedur, wenn auf der Bedienungstafel die Auswahl "A4- Längs" getroffen wird, und das Programm durchläuft die Schritte T1: Abtasten des Originals (es wird ein "längs" liegendes digitales Bild 605 generiert); T2: Rotieren der Bilddaten (das digitale Bild 605 wird zu einem "quer" liegenden digitalen Bild 606 rotiert); T3: Auswahl des Kopierblattspeichers 37-1 (ein "quer" liegendes Kopierblatt 607 wird ausgewählt); T4: Drucken der Bilddaten auf ein Kopierblatt aus dem Speicher 37-1 (es wird eine "quer" liegende Kopie 608 gedruckt).

Ein identisches Programm gilt für die obere A4-Auswahl in der Spalte auf dem Anzeigeschirm, wobei natürlich die Verweisung auf den Speicher 37-1 durch die Verweisung auf den Speicher 37-2 ersetzt ist, in dem sich andere Kopierblätter des Formats A4 befinden, z. B. dickeres gefärbtes Papier für Deckblätter. Das Hinzufügen von Deckblättern kann für einen Kopierauftrag mit Hilfe der Bedienungseinrichtung eingestellt werden. Diese Deckblätter werden dann aus dem Speicher 37-2 genommen und mit den abgetasteten Bildern entsprechender Originaldokumente gedruckt. Natürlich sollten diese Deckblätter hinsichtlich der Rotation dieselbe Behandlung erfahren wie normale Kopierblätter. Kopierblätter aus dem Speicher 37-2 können auch als Kopierblätter für einen vollständigen Kopierauftrag benutzt werden, der z. B. auf Blätter mit einer anderen Farbe gedruckt werden soll. In einem solchen Fall ist es natürlich wünschenswert, für diese Kopierblätter dieselbe Funktionalität wie für die normalen Kopierblätter im Tablar 37-1 anzubieten.

In einer anderen Ausführungsform ist der Speicher 37-3 mit Kopierblättern der Größe A5 gefüllt. Als Beispiel soll nun angenommen werden, daß der Dokumenteneinzug 1A aufgrund technischer Beschränkungen ein A5-Dokument nur "quer" einziehen kann, während die Druckeinheit 3 ein A5-Dokument nur "längs" durchschleusen kann. Somit ist die Orientierung für den Dokumenteneinzug 1A obligatorisch "quer". Im Fall der Original- und Kopiegröße A5 schaltet die Steuereinheit 18 automatisch das Rotationsmodul 109 in den Modus, in dem die Bilddaten 90 um 90º gedreht werden.

Fig. 7 zeigt die zu dieser Ausführungsform gehörende Bedienungstafel. Die Spalte über der Taste 64D zeigt zusätzlich zu den A4-Auswahlen in zwei Orientierungen eine Option A5-Quer, obgleich in Wirklichkeit A5-Längs die einzige verfügbare Kopienorientierung ist. Diese Darstellung ist jedoch für den Benutzer verständlicher, weil sie der (obligatorischen) Orientierung des Originaldokuments entspricht. Wenn sich die angebotene Option für die Kopie-Orientierung "A5- Längs" auf den Papierstapel im Speicher 37-3 beziehen würde, so würde der Benutzer verwirrt, weil er annehmen würde, daß er noch eine Bildrotation einstellen muß. Dies geschieht nun automatisch durch die Steuereinheit 18. Das zugehörige Steuerprogramm ist genau dasselbe wie das in Fig. 6B gezeigte, obgleich nun der Speicher 37-3 ausgewählt wird.

Die Erfindung ist anhand der oben beschriebenen Ausführungsformen erläutert worden, doch versteht es sich für den Fachmann, daß für die Erfindung, wie sie in den Ansprüchen beschrieben wird, auch andere Ausführungsformen möglich sind.


Anspruch[de]

1. Digitales Bildreproduktionsgerät mit

einem Positionierteil, auf dem ein zu kopierendes Dokument in wenigstens einer Orientierung zu positionieren ist,

einer Abtasteinheit zum Abtasten eines auf dem Positionierteil positionierten Dokuments und dadurch zur Erzeugung von digitalen Bilddaten,

einer zur Verarbeitung der von der Abtasteinheit erzeugten Bilddaten dienenden Verarbeitungseinheit, die ein Rotationsmodul zum Drehen der Bilddaten um einen Winkel aufweist,

einer Druckeinheit zum Drucken eines digitalen Bildes auf einen Bildträger, wobei die Druckeinheit wenigstens einen Speicher für Bildträger aufweist,

einer Bedieneinheit mit einer Bedienungstafel, die Einstellmittel zum Definieren eines Bildreproduktionsauftrags aufweist, und

einer mit diesen Einheiten verbundenen Steuereinheit zur Steuerung der Abtastung eines Dokuments, der Verarbeitung der dabei erzeugten Bilddaten und des Druckens der verarbeiteten Bilddaten,

dadurch gekennzeichnet,

daß Bedieneinheit dazu ausgebildet ist, eine Auswahl für eine Kombination aus einer gewünschten Größe und einer gewünschten Orientierung von Bildträgern für zu erstellende Kopien anzubieten,

wobei diese Auswahl eine Kombination aus einer spezifischen Bildträgergröße und einer spezifischen Bildträgerorientierung entsprechend einer möglichen Positionierungsorientierung einschließt, welche Kombination keinem Bildträgerspeicher der Druckeinheit entspricht, so daß ein virtueller Bildträgerspeicher gebildet wird,

und daß die Steuereinheit in dem Fall, daß diese dem virtuellen Bildträgerspeicher entsprechende Kombination gewählt ist, einen Speicher in der Druckeinheit zur Ausgabe von Bildträgern auswählt, der Bildträger in der gewünschten Größe und in einer anderen als der gewünschten Orientierung enthält, und auch die Rotation der Bilddaten durch das Rotationsmodul um einen Winkel veranlaßt, der dem Unterschied zwischen der gewünschten Orientierung und dieser anderen Orientierung entspricht.

2. Digitales Bildreproduktionsgerät nach Anspruch 1, bei dem ein zu kopierendes Dokument in einer ersten oder zweiten Positionierungorientierung auf dem Positionierteil positioniert werden kann, wobei diese Orientierungen um einen im wesentlichen rechten Winkel relativ zueinander verdreht sind,

und bei dem die Bedieneinheit dazu ausgebildet ist, für eine bestimmte Bildträgergröße eine Auswahl von Bildträgerorientierungen anzubieten, die jeder der ersten und zweiten Positionierungsorientierungen entsprechen, einschließlich einer Orientierung, die dem virtuellen Bildträgerspeicher der Druckeinheit entspricht.

3. Digitales Bildreproduktionsgerät nach Anspruch 1,

bei dem die Bedieneinheit dazu ausgebildet ist, für eine bestimmte Bildträgergröße eine Auswahl zwischen einer ersten und einer, zweiten Bildträgerorientierung anzubieten, die um einen im wesentlichen rechten Winkel relativ zueinander verdreht sind, wobei die zweite Orientierung dem virtuellen Bildträgerspeicher der Druckeinheit entspricht,

und wobei die Bedieneinheit

- wenn die erste Orientierung für diese bestimmte Bildträgergröße mit Hilfe der Einstellmittel gewählt wird, einen bestimmten Speicher für die Ausgabe der Bildträger auswählt, und

- wenn die zweite Orientierung für diese bestimmte Bildträgergröße mit Hilfe der Einstellmittel ausgewählt wird, denselben bestimmten Speicher auwählt und auch die Drehung der für das Drucken auf einen Bildträger der gewünschten Größe in der zweiten Orientierung vorgesehenen digitalen Bilddaten durch das Rotationsmodul veranlaßt, um einen Winkel, der dem Unterschied zwischen der ersten und zweiten Orientierung entspricht.

4. Digitales Bildreproduktionsgerät nach Anspruch 1, beidem der Positionierteil Dokumente einer bestimmten ersten Größe nur in einer ersten Positionierungsorientierung aufnehmen kann und

die Druckeinheit nur einen Speicher für Bildträger einer bestimmten zweiten Größe aufweist, welcher Speicher Bildträger in einer zweiten Orientierung enthält, die in bezug auf die erste Orientierung um einen im wesentlichen rechten Winkel gedreht ist,

und wobei die Bedieneinheit dazu ausgebildet ist, wenn ein zu kopierendes Dokument von dieser ersten Größe ist, die Auswahl der gewünschten Orientierungen für diese zweite. Bildträgergröße auf eine einzige gewünschte Orientierung zu beschränken, die der ersten Positionierungsorientierung entspricht, so daß diese einzige gewünschte Orientierung dem virtuellen Bildträgerspeicher entspricht.

5. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem der Positionierteil einen automatischen Dokumenteneinzug aufweist, der Dokumente auf dem Positionierteil in derselben Orientierung positioniert, in der sie dem Dokumenteneinzug zugeführt werden.







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