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Dokumentenidentifikation DE10216962A1 30.10.2003
Titel Radkopf
Anmelder ZF FRIEDRICHSHAFEN AG, 88046 Friedrichshafen, DE
Erfinder Friedl, Reinhard, 94146 Hinterschmiding, DE
DE-Anmeldedatum 17.04.2002
DE-Aktenzeichen 10216962
Offenlegungstag 30.10.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.10.2003
IPC-Hauptklasse B60T 1/06
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Radkopf (1), vorzugsweise für Baumaschinen, wie Radlader oder Radbagger, mit mindestens einem Planetengetriebe mit feststehendem Hohlrad (7), einer integrierten Bremse (18) mit mindestens einem Kolben (11), der mit dem Hohlrad (7) einen Kolbenraum (12) der hydraulisch betätigbaren Bremse (18) bildet, Bohrungen (16) für die Zufuhr hydraulischen Druckmittels in den Kolbenraum (12) und einer von außen zugänglichen Entlüftungsbohrung (26). Die von außen zugängliche Entlüftungsbohrung (26) für den Kolbenraum (12) ist direkt bei dem Kolben (11) angebracht.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Radkopf, vorzugsweise für Baumaschinen, wie Radlader oder Radbagger, mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 und ein Verfahren zum Entlüften eines Kolbenraums einer hydraulischen Lamellenbremse in diesem Radkopf mit den Merkmalen des Anspruchs 5.

Die PCT/EP 99/08913 offenbart einen Radkopf für Baumaschinen mit einem Planetengetriebe mit feststehendem Hohlrad, einer integrierten Bremse mit einem Kolben, der mit dem Hohlrad einen Kolbenraum der hydraulisch betätigbaren Bremse bildet, und Bohrungen für die Zufuhr hydraulischen Druckmittels in diesen Kolbenraum. Entlüftet wird der Kolbenraum dieses Standes der Technik außerhalb des Radkopfs am Gelenkgehäuse oder am Nabenträger über eine separate Bohrung. Aus dieser konstruktiven Ausgestaltung folgt eine ungünstige Lage des Entlüfters, die zu langen Entlüftungszeiten, Beschädigungs- und Verschmutzungsgefahr im Arbeitseinsatz insbesondere von Baumaschinen, wie Radlader oder Radbagger, führt und hohen Bearbeitungsaufwand für Tieflochbohrungen für die Druckleitungen und die Entlüftungsleitungen erfordert.

Aufgabe der Erfindung ist es, einen Radkopf zu schaffen, mit günstiger Lage eines Entlüfters für einen Kolbenraum einer hydraulischen Bremse in diesem Radkopf, kurzen Entlüftungszeiten, ohne Beschädigungs- und Verschmutzungsgefahr im Arbeitseinsatz und mit geringem Bearbeitungsaufwand für Bohrungen für die Druckleitungen und die Entlüftungsleitungen und ein Verfahren zum Entlüften eines Kolbenraums einer hydraulischen Bremse in diesem Radkopf mit kurzen Entlüftungszeiten.

Die Lösung erfolgt mit einem Radkopf mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und einem Verfahren zum Entlüften eines Kolbenraums einer hydraulischen Bremse in diesem Radkopf mit den Merkmalen des Anspruchs 5. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen dargestellt.

Gemäß der Erfindung weist ein Radkopf, vorzugsweise für Baumaschinen, wie Radlader oder Radbagger, mindestens ein Planetengetriebe mit feststehendem Hohlrad, eine integrierte Bremse mit mindestens einem Kolben, der mit dem Hohlrad einen Kolbenraum der hydraulisch betätigbaren Bremse bildet, Bohrungen für die Zufuhr hydraulischen Druckmittels in den Kolbenraum und eine von außen zugängliche Entlüftungsbohrung auf. Erfindungsgemäß ist die von außen zugängliche Entlüftungsbohrung für den Kolbenraum direkt bei dem Kolben angebracht. Die Vorteile der Erfindung liegen vor allem darin, dass die günstig gelegene Entlüftung zu kurzen Entlüftungszeiten führt und die Entlüftung vor Beschädigung und Verschmutzung geschützt ist im Arbeitseinsatz insbesondere von Baumaschinen, wie Radlader oder Radbagger. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Radkopfs ist der reduzierte Bearbeitungsaufwand der Bohrungen für die Entlüftungsleitung.

Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist die Entlüftungsbohrung für den Kolbenraum von außen durch eine Öleinfüllbohrung großen Durchmessers in einem Deckel des Radkopfs zugänglich.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist die Entlüftungsbohrung am Hohlrad des Planetengetriebes angebracht.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist die Entlüftungsbohrung an der höchsten Stelle des Kolbenraums angebracht, so dass die Bremse leicht vollständig entlüftet werden kann.

Gemäß der Erfindung erfolgt ein Verfahren zum Entlüften des Kolbenraums der hydraulischen Bremse des Radkopfs in kurzer Zeit mit folgenden Schritten:

  • 1. Drehen des geschlossenen Radkopfs bis die Öleinfüllbohrung in die höchstmögliche Position gelangt ist,
  • 2. Lösen von Schraubeinsatz und Entfernen aus der Öleinfüllbohrung,
  • 3. Einführen durch die Öleinfüllbohrung eines Werkzeugs und Öffnen des Entlüftungsventils,
  • 4. Betätigen der Bremse und Zuschrauben des Entlüftungsventil wenn nur noch ausschließlich hydraulisches Druckmittel aus Entlüftungsventil strömt und
  • 5. Einsetzen und Zudrehen des Schraubeinsatzes in die Öleinfüllbohrung.

Die Erfindung wird im folgenden anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels dargestellt.

Es zeigen:

Fig. 1 einen Querschnitt durch einen Teil eines enkbaren, angetriebenen Radkopfs gemäß dem Stand der Technik,

Fig. 2 einen Querschnitt durch einen Teil eines angetriebenen Radkopfs gemäß der Erfindung und

Fig. 3 eine Frontalansicht eines angetriebenen Radkopfs gemäß Fig. 2.

Fig. 1

Ein Radkopf für Baumaschinen weist eine Antriebsachse 2 in einem Gelenkgehäuse 3 auf. Die Antriebsachse 2 schließt an ein Kardangelenk 4 an, das in einer Schwenklagerung 5 eines Achsgehäuses 6 der Baumaschine geführt ist. Ein feststehendes Hohlrad 7 eines Planetengetriebes (nicht dargestellt) trägt Aussenlamellen 8, zwischen die auf einen Bremsträger 9 montierte, mit der Antriebsachse 2 drehende Innenlamellen 10 einer in den Radkopf integrierten Bremse, die als Lamellenbremse ausgebildet ist, ragen. Ein Kolben 11 bildet mit dem Hohlrad 7 einen Kolbenraum 12 der hydraulisch betätigbaren Lamellenbremse. Durch die Schwenklagerung 5 und die Radnabe 3 gebohrte Entlüftungsbohrungen 13, 14 mit einem Entlüftungsventil 15 münden über Bohrungen 16 in den Kolbenraum 12.

Fig. 2, 3

Entsprechende Merkmale sind mit den Bezugszeichen aus Fig. 1 bezeichnet. Ein Radkopf 1, vorzugsweise für Baumaschinen, wie Radlader oder Radbagger, weist ein von der Antriebsachse 2 angetriebenes Planetengetriebe 17 mit feststehendem Hohlrad 7 auf. Eine in den Radkopf 1 integrierte Lamellenbremse 18 mit einem Kolben 11 bildet mit dem Hohlrad 7 einen Kolbenraum 12 der hydraulisch betätigbaren Lamellenbremse 18. Der Kolbenraum 12 ist herkömmlich abgedichtet gegenüber dem Hohlrad 7.

Ein auch als Träger für Planeten 19, 20, 21 fungierender Deckel 22 des Radkopfs 1 weist für das Planetengetriebe im Radkopf 1 eine zur Antriebsachse 2 exzentrisch angeordnete Öleinfüllbohrung 23 auf, die mit einem Schraubeinsatz 24 nach außen dichtend verschließbar ist. Der Durchmesser der Öleinfüllbohrung 23 ist so groß, daß ein Werkzeug wie ein Steckschlüssel (nicht dargestellt) bequem hindurch geführt werden kann, wobei die Öleinfüllbohrung 23 im Radkopf 1 so angeordnet ist, daß an der Innenseite keine Planeten 19, 20, 21 in die Öleinfüllbohrung 23 ragen.

Bohrungen 16 für die Zufuhr hydraulischen Druckmittels und eine mit einem Schraubgewinde 25 versehene Entlüftungsbohrung 26 durch das feststehende Hohlrad 7 mit einem Entlüftungsventil 15 münden in den Kolbenraum 12. Die Entlüftungsbohrung 26 ist am höchstmöglichen Punkt des Hohlrads 7 angeordnet. Entlüftungsventil 15 ist mit einem Sechskant 27 versehen, so daß das Entlüftungsventil 15 z. B. mit dem Steckschlüssel in die Entlüftungsbohrung 26 geschraubt werden kann. Entlüftungsbohrung 26 mit Entlüftungsventil 15 ist radial so im Hohlrad 7 angeordnet, daß es bei geeigneter Stellung von Radkopf 1 in axialer Richtung von der Öleinfüllbohrung 23 überdeckt ist.

Verfahren zum Entlüften des Kolbenraum 12 der hydraulischen Lamellenbremse 18.

Der geschlossene Radkopf 1 wird zum Entlüften des Kolbenraums 12 der hydraulischen Lamellenbremse 18 gedreht bis die Öleinfüllbohrung 23 in die höchstmögliche Position gelangt ist. Schraubeinsatz 24 wird dann gelöst und aus der Öleinfüllbohrung 23 genommen. An den Planeten 19, 20, 21 vorbei ist durch die Öleinfüllbohrung 23 das Entlüftungsventil 15 mit dem Sechskant 27 in der Draufsicht erkennbar. Durch die Öleinfüllbohrung 23 wird ein Werkzeug, wie z. B. ein Steckschlüssel hindurch geführt, auf den Sechskant 27 gesetzt und das Entlüftungsventil 15 geöffnet. Lamellenbremse 18 wird betätigt und wenn nur noch ausschließlich hydraulisches Druckmittel aus Entlüftungsventil 15 strömt, wird Entlüftungsventil 15 wieder zugeschraubt. Nach wieder Einsetzen und Zudrehen des Schraubeinsatzes 24 in die Öl- einfüllbohrung 23 ist Radkopf 1 wieder betriebsbereit. Bezugszeichen 1 Radkopf

2 Antriebsachse

3 Gelenkgehäuse

4 Kardangelenk

5 Schwenklagerung

6 Achsgehäuses

7 Hohlrad

8 Aussenlamellen

9 Bremsträger

10 Innenlamellen

11 Kolben

12 Kolbenraum

13 Entlüftungsbohrungen

14 Entlüftungsbohrungen

15 Entlüftungsventil

16 Bohrungen

17 Planetengetriebe

18 Lamellenbremse

19 Planeten

20 Planeten

21 Planeten

22 Deckel

23 Öleinfüllbohrung

24 Schraubeinsatz

25 Schraubgewinde

26 Entlüftungsbohrung

27 Sechskant


Anspruch[de]
  1. 1. Radkopf (1), vorzugsweise für Baumaschinen, wie Radlader oder Radbagger, mit mindestens einem Planetengetriebe mit feststehendem Hohlrad (7), einer integrierten Bremse (18) mit mindestens einem Kolben (11), der mit dem Hohlrad (7) einen Kolbenraum (12) der hydraulisch betätigbaren Bremse (18) bildet, Bohrungen (16) für die Zufuhr hydraulischen Druckmittels in den Kolbenraum (12) und einer von außen zugänglichen Entlüftungsbohrung (26), dadurch gekennzeichnet, dass die von außen zugängliche Entlüftungsbohrung (26) für den Kolbenraum (12) direkt bei dem Kolben (11) angebracht ist.
  2. 2. Radkopf (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Entlüftungsbohrung (26) für den Kolbenraum (12) von außen durch eine Öl- einfüllbohrung (23) in einem Deckel (22) des Radkopfs (1) zugänglich ist.
  3. 3. Radkopf (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Entlüftungsbohrung (26) am Hohlrad (7) angebracht ist.
  4. 4. Radkopf (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Entlüftungsbohrung (26) an der höchsten Stelle des Kolbenraums (12) angebracht ist.
  5. 5. Verfahren zum Entlüften des Kolbenraums (12) der hydraulischen Lamellenbremse (18) des Radkopfs (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche mit folgenden Schritten:
    1. - Drehen des geschlossenen Radkopfs (1) bis die Öleinfüllbohrung (23) in die höchstmögliche Position gelangt ist,
    2. - Lösen von Schraubeinsatz (24) und Entfernen aus der Öleinfüllbohrung (23) Einführen durch die Öleinfüllbohrung (23) eines Werkzeugs und Öffnen des Entlüftungsventils (15),
    3. - Betätigen der Lamellenbremse (18) und Zuschrauben des Entlüftungsventil (15) wenn nur noch ausschließlich hydraulisches Druckmittel aus Entlüftungsventil (15) strömt und
    4. - Einsetzen und Zudrehen des Schraubeinsatzes (24) in die Öleinfüllbohrung (23).






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