PatentDe  


Dokumentenidentifikation EP1346813 30.10.2003
EP-Veröffentlichungsnummer 1346813
Titel Folienblaskopf und Verfahren zur Extrusion eines Schlauches
Anmelder Lübke, Frank, Dipl.-Ing., 65510 Idstein, DE
Erfinder Lübke, Frank, 65510 Idstein-Walsdorf, DE
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, RO, SE, SI
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 14.03.2003
EP-Aktenzeichen 030057848
EP-Offenlegungsdatum 24.09.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.10.2003
IPC-Hauptklasse B29C 47/88

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Folienblaskopf zur Extrusion eines Schlauches aus einer thermoplastischen Kunststoffschmelze mit einer zentralen Durchgangsöffnung für Kühlluft zur Blaseninnenkühlung, mit mindestens einer, mit ihrer Blasrichtung im Wesentlichen gegen die Kunststoffschmelze am Werkzeugaustritt gerichteten Kühllippe und mit einer Warmluftabsaugung aus dem: erzeugten Schlauch, mit einem zentralen Rohr zur Führung der Kühlluft und einem Ringkanal zur Führung von angewärmter Abluft, wobei der Ringkanal von dem zentralen Rohr und einem das zentrale Rohr umschließenden Rohr gebildet ist. Weiterhin betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Extrusion eines Schlauches aus einer thermoplastischen Kunststoffschmelze mit einem Folienblaskopf.

Ein solcher Folienblaskopf und ein solches Verfahren sind aus der CH 515 795 bekannt. Hierbei wird der erzeugte Schlauch über einen außerhalb des Schlauchs angeordneten Kühlring von außen und über die Kühllippen von innen angeblasen. Die Innenluft wird unterhalb der Blaslippe über den Ringkanal abgesaugt. Dies erzeugt jedoch bei höheren Kühlleistungen häufig einen Venturi-Effekt und führt somit zu einer instabilen Folienblase. Solche Blaseninstabilitäten führen zu einer geringen Extrusionsleistung und einer inhomogenen Wandstärke der Folie.

Aus der DE 28 14 283 A1 ist eine Vorrichtung zur Erzeugung einer Schlauchfolie bekannt, bei der zunächst Kühlluft in einem von dem Blaswerkzeug begrenzten Ringkanal zugeführt wird. Damit wird zunächst das Werkzeug, welches die Kunststoffschmelze in einem Ringkanal führt, gekühlt. Hierdurch wird Wärmeenergie dem Werkzeug entzogen, was einen hohen Energieaufwand zur Erzeugung der Schlauchfolie zur Folge hat. Zudem kann die Kühlung des Werkzeuges ungleichmäßige Wandstärken der Schlauchfolie zur Folge haben. Die Kühlluft gelangt anschließend über konzentrische Rohre zu mehreren, hintereinander angeordneten Blasdüsen. Die konzentrischen Rohre vermögen die Luft nicht über den Umfang gleichmäßig zu verteilen, was ebenfalls ungleichmäßige Anblasgeschwindigkeiten und damit eine .ungleichmäßige Wandstärke der erzeugten Schlauchfolie zur Folge hat.

Die EP 595 037 A1, zeigt einen Blaskopf mit einer Außenkühlringscheibe.Der dort dargestellte Innenluftaustausch erlaubt kein direktes Anblasen der Folienblase am Düsenaustritt und führt somit zu einer geringen Extrusionsleistung des Folienblaskopfes.

Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, einen Folienblaskopf so weiterzubilden, dass er einen möglichst geringen Energieaufwand hat und eine besonders hohe Gleichmäßigkeit der erzeugten Schlauchfolie gewährleistet. Weiterhin soll ein Verfahren zur Extrusion eines Schlauches geschaffen werden, welches besonders hohe Extrusionsleistungen bei hoher Gleichmäßigkeit der erzeugten Folie gewährleistet.

Das erstgenannte Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Kühllippen den Ringkanal konzentrisch umschließen, dass entgegen der Extrusionsrichtung gesehen vor den Kühllippen ein Luftverteiler angeordnet ist, welcher das zentrale Rohr mit den Kühllippen und die Innenseite des erzeugten Schlauchs zur Abführung der Warmluft der Warmluftabsaugung mit dem Ringkanal verbindet.

Durch diese Gestaltung werden zwei Strömungen, die Führung der Kühlluft zu den Blaslippen und die Absaugung der Warmluft aus dem erzeugten Schlauch, über Kreuz geführt. Damit wird vermieden, dass kalte Kühlluft das Werkzeug kühlt. Der erfindungsgemäße Folienblaskopf erfordert daher einen besonders geringen Energieaufwand. Der für die Kreuzung der Strömungen erforderliche Luftverteiler ist im Bereich der erzeugten Blase angeordnet. In diesem Bereich ist ausreichend Bauraum vorhanden, um die Strömungen der Luft zu verteilen und möglichst gleichmäßig den Kühllippen zuzuführen. Dies führt zu einer besonders hohen Gleichmäßigkeit der erzeugten Schlauchfolie.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.

Das zweitgenannte Problem, nämlich die Schaffung eines Verfahrens zur Extrusion, mit welchem besonders hohe Extrusionsleistungen bei hoher Gleichmäßigkeit der erzeugten Folie gewährleistet wird, wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass Kühlluft zunächst über einen zentralen Kanal einem Luftverteiler und anschließend entgegen der Extrusionsrichtung Blaslippen zugeführt wird und dass angewärmte Abluft einem dem zentralen Kanal umschließenden Ringkanal zugeführt wird.

Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren lässt sich die aus den Blaslippen austretende Luft in Extrusionsrichtung absaugen. Damit wird eine gleichmäßige Anströmung des Schlauches sichergestellt und große Strömungsgeschwindigkeiten von dem erzeugten Schlauch ferngehalten.

Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung ihres Grundprinzips sind mehrere davon in der Zeichnung dargestellt und werden nachfolgend beschrieben. Diese zeigt in

Fig. 1
einen erfindungsgemäßen Folienblaskopf,
Fig.2
eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Folienblaskopfs mit einem Rohr zur Warmluftabsaugung,
Fig.3
eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Folienblaskopfs mit gerader Warmluftabsaugung.

Figur 1 zeigt einen Folienblaskopf 1 mit einem ringförmigen Schmelzkanal 2 zur Erzeugung eines Schlauches. Zur Verdeutlichung ist in der Zeichnung der Schlauch strichpunktiert dargestellt. Zwei einander konzentrisch umschließende Rohre 4, 5 sind durch eine zentrale Öffnung 3 des Folienblaskopfs 1 geführt. Das innere Rohr 5 dient zur Führung einer Kühlluft zu einem Luftverteiler 6. Ein von den konzentrischen Rohren 4, 5 gebildeter Ringkanal ist mit dem inneren Bereich des Schlauches oberhalb des Luftverteilers 6 verbunden. Der Luftverteiler 6 führt die Luft aus dem zentralen Rohr 5 über Schläuche 7 einer Vergleichmäßigungseinrichtung 8 mit einem Waben- oder Lamelleneinsatz 8' zu. Von der Vergleichmäßigungseinrichtung 8 gelangt die Kühlluft über querstehende Lamellen 11 zu Kühllippen 9. Die Vergleichmäßigungseinrichtung 8 und die Lamellen 11 stellen eine gleichmäßige Luftströmung an den Kühllippen 9 sicher. Aus dem Schlauch abgesaugte Warmluft gelangt an den Schläuchen 7 des Luftverteilers 6 vorbei in den von den Rohren 4, 5 gebildeten Ringkanal. Vor dem Ringkanal ist zudem ein Lochblech 10 angeordnet.

Figur 2 zeigt eine weitere Ausführungsform des Folienblaskopfs, welcher sich von dem aus Figur 1 dadurch unterscheidet, dass die Absaugung der Warmluft aus dem Schlauch über ein Mantelrohr 12 erfolgt. Ein Ende des Mantelrohrs 12 ragt in den erzeugten Schlauch, während das andere Ende mit dem von den Rohren 4, 5 gebildeten Ringkanal verbunden ist.

Figur 3 zeigt eine weitere Ausführungsform des Folienblaskopfs, bei dem aus dem Schlauch abgesaugte Warmluft auf geradem Wege dem von den Rohren 4, 5 gebildeten Ringkanal zugeführt wird. Weiterhin hat der Luftverteiler ein Mantelrohr 13, welches die Kühlluft des zentralen Rohres 5 zu den Kühllippen 9 führt.


Anspruch[de]
  1. Folienblaskopf (1) zur Extrusion eines Schlauches aus einer thermoplastischen Kunststoffschmelze mit einer zentralen Durchgangsöffnung für Kühlluft zur Blaseninnenkühlung, mit mindestens einer, mit ihrer Blasrichtung im Wesentlichen gegen die Kunststoffschmelze am Werkzeugaustritt gerichteten Kühllippe (9) und mit einer Warmluftabsaugung aus dem erzeugten Schlauch, mit einem zentralen Rohr (5) zur Führung der Kühlluft und einem Ringkanal zur Führung von angewärmter Abluft, wobei der Ringkanal von dem zentralen Rohr und einem das zentrale Rohr (5)umschließenden Rohr (4) gebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühllippen (9) den Ringkanal konzentrisch umschließen, dass entgegen der Extrusionsrichtung gesehen vor den Kühllippen (9) ein Luftverteiler (6) angeordnet ist, welcher das zentrale Rohr (5) mit den Kühllippen (9) und die Innenseite des erzeugten Schlauchs zur Abführung der Warmluft der Warmluftabsaugung mit dem Ringkanal verbindet.
  2. Folienblaskopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass entgegen der Extrusionsrichtung vor den Kühllippen (9) eine Vergleichmäßigungseinrichtung (8) angeordnet ist und dass der Luftverteiler (6) mit der Vergleichmäßigungseinrichtung (8) über Schläuche (7) oder Rohre verbunden ist, wobei die Schläuche (7) oder Rohre einen Abstand zueinander aufweisen.
  3. Folienblaskopf nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schläuche (7) oder Rohre parallel zur Extrusionsrichtung geführt sind.
  4. Folienblaskopf nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass entgegen der Extrusionsrichtung gesehen vor dem Ringkanal ein Lochblech (10) angeordnet ist.
  5. Folienblaskopf nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Rohr (11) ein in dem zu erzeugenden Schlauch weisendes Ende hat und dass das zweite Ende des Rohres (11) mit dem Ringkanal verbunden ist.
  6. Verfahren zur Extrusion eines Schlauches aus einer thermoplastischen Kunststoffschmelze mit einem Folienblaskopf, dadurch gekennzeichnet, dass Kühlluft zunächst über einen zentralen Kanal einem Luftverteiler und anschließend entgegen der Extrusionsrichtung Blaslippen zugeführt wird und dass angewärmte Abluft einem dem zentralen Kanal umschließenden Ringkanal zugeführt wird.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com