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Dokumentenidentifikation DE10218238A1 06.11.2003
Titel Zweiteiliger Wälzlager-Käfig und Verfahren zur Einstellung von dessen Vorspannung
Anmelder FAG Kugelfischer AG & Co. KG, 97421 Schweinfurt, DE
Erfinder Kronenberger, Alban, 97532 Üchtelhausen, DE;
Schmidt, Anton, 97437 Haßfurt, DE
DE-Anmeldedatum 24.04.2002
DE-Aktenzeichen 10218238
Offenlegungstag 06.11.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.11.2003
IPC-Hauptklasse F16C 33/46
Zusammenfassung Elektrisch leitender Käfig für Wälzlager, insbesondere Massivkäfig, vorzugsweise aus Messing, aufweisend zwei Käfighälften, die durch einen Metallbolzen mit verdickten Enden beziehungsweise einem Niet zusammengehalten sind, der in fluchtenden Bohrungen der beiden Käfighälften aufgenommen ist und aus elektrisch leitendem, durch Widerstandserwärmung umformbaren Material besteht, wobei ein oder mehrere Strom-Begrenzungsmittel für den zur Widerstandserwärmung notwendigen elektrischen Stromfluss, die im zwischen Niet und Käfig gebildeten Grenzbereich derart angeordnet und/oder ausgebildet sind, dass bei der Widerstandserwärmung des Niets wenigstens im Käfig der Stromfluss gemindert wird.

Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung

Die Erfindung betrifft einen elektrisch leitenden Wälzlager-Käfig, insbesondere Massivkäfig vorzugsweise aus Messing, mit zwei Käfighälften gemäß Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Einstellen der mechanischen Vorspannung, mit der die zwei Wälzlager-Käfighälften miteinander zusammengehalten werden, gemäß Oberbegriff des Patentanspruchs 12.

In der japanischen Patentveröffentlichung JP 8-74 859 sind gattungsgemäße Wälzlager-Käfige offenbart, die aus zwei miteinander vernieteten Käfighälften zusammengesetzt sind. Der Niet ist dabei mit einem Bolzen gebildet, welcher in miteinander fluchtenden Bohrungen der Käfighälften aufgenommen ist. Die Bolzenenden sind dabei verdickt und hintergreifen stirnseitig die Käfighälften zu ihrem Zusammenhalt.

Zur Bildung der verdickten Bolzenenden bzw. der Vernietung ist das Rotglühen des Bolzens bekannt, wobei im Wege des Warmumformens die Bolzenenden zum Hintergreifen erweitert bzw. verdickt werden. Dazu wird ein starker, elektrischer Strom durch den Bolzen geleitet, der aufgrund seines elektrischen Widerstands sich entsprechend erwärmt und so plastisch verformbar wird. Mit Hilfe eines Formwerkzeugs am Bolzenende kann dann die gewünschte Erweiterung bzw. Verdickung gestaltet werden.

Es besteht die weitere Anforderung, dass im praktischen Wälzlagerbetrieb die beiden Käfighälften durch den Niet mit definierter mechanischen Vorspannung zusammengehalten werden. Bei dem zuvor beschriebenen Warmumformen eines Bolzenendes zu einem Nietkopf tritt das Problem auf, dass ein nicht definierter Anteil des elektrischen Stroms auch durch den jeweiligen Körper der beiden Käfighälften fließt. Meist wird als Material für die Käfighälften Messing verwendet, während für den Bolzen bzw. Niet Stahl eingesetzt wird. Allerdings besitzen beide Materialien unterschiedlich große Wärme-Ausdehnungskoeffizienten. Infolge dessen dehnen sich beim Prozess des Warmumformens, wenn Strom sowohl durch den Stahl-Bolzen als auch durch die über Passflächen angrenzenden Messing-Käfighälften fließt, die Messing-Käfighälften stärker aus als der Stahlbolzen. Der Unterschied der Ausdehnung wird um so größer, je höher der Anteil des Stromflusses durch die Käfighälften am Gesamtanteil ist. Im Zuge des Erkaltens kehrt sich die Wärmeausdehnung bei den Käfighälften wiederum stärker zu einer Schrumpfung um als beim Stahlbolzen, so dass sich die Vorspannung für den Zusammenhalt durch den Stahlbolzen bzw. Niet entsprechend unterschiedlich ausfällt.

Es ergibt sich die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe, bei der Montage von Wälzlagern mit Käfighälften, die durch Vernietung miteinander verbunden werden, eine definierte Vorspannung beim Zusammenhalten der Käfighälften durch den Niet zu erzeugen, welche sich über die gesamte Nutzungsdauer des Wälzlagers aufrecht erhält.

Zur Lösung wird der im Patentanspruch 1 angegebene Wälzlager-Käfig vorgeschlagen. Vorteilhafte Ausbildungen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.

Durch die Anordnung von Strom-Begrenzungsmitteln zwischen Niet und Käfig wird der Stromfluß im Käfigbereich zumindest so eingeschränkt, dass sich die Erwärmung und Wärme-Ausdehnung des Käfigs wesentlich vermindert. Daraus resultiert mit dem Erkalten umgekehrt eine so vernachlässigbare Schrumpfung im Vergleich zu dem des Niets, dass sich eine starke Vorspannung für den Wälzlager-Dauerbetrieb ergibt und erhalten bleibt.

In konkreterer Realisierung des Erfindungsgedankens wird vorgeschlagen, dass das oder die Strombegrenzungsmittel mit einem oder mehreren Abständen oder Spalten zwischen dem Umfangsmantel des Niets und der Wandung der Bohrung des Käfigs bzw. den Bohrungen der Käfighälften realisiert werden. Die Abstände oder Spalte (zweckmäßig mit Luft gefüllt) können einen praktisch unendlich hohen Widerstand gegenüber dem Strom bilden, der den zum Niet umzuformenden Bolzen durchfließt. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Abstände oder Spalte sich baulich/konstruktiv sehr einfach mit wenig Aufwand und kostengünstig realisieren lassen.

Nach einer vorteilhaften Erfindungsausbildung läßt sich der Luftspalt mittels einer oder mehrerer Abstufungen oder sonstiger Vertiefungen auf dem Umfangsmantel des Niets realisieren. Daraus ergeben sich ein oder mehrere Nietabschnitte verminderter Dicke, die mit der gegenüberliegenden Bohrungswandung Abstände oder freie Spalte definieren. Analog können die Luftspalte mit einer oder mehreren Vertiefungen oder Abstufungen am Umfang der Bohrungswandung realisiert werden. Davon geht dann jeweils ein Wandungsabschnitt der Käfigbohrung aus, der gegenüber dem angrenzenden Wandungsabschnitt radial nach außen versetzt ist und mit dem gegenüberliegenden Umfangsmantel des Niets den oder die Abstände oder freien Spalte definiert. Im Sinne der Erfindung ist es bereits ausreichend, wenn nur eine einzige Käfighälfte oder auch nur eine Niethälfte mit einer solchen Abstufung versehen ist.

Wird nach einer besonderen Ausbildung der Erfindung in oder bei beiden Käfighälften jeweils eine Abstufung zur Bildung eines radial nach außen versetzten Wandungsabschnitts geschaffen, wird der Vorteil erzielt, dass für die Käfighälften einheitliche Teile mit einheitlich abgestuften Bohrungen verwendet bzw. auf Lager gehalten werden können.

Nach einer anderen Ausbildung sind die Bohrungs-Abstufungen in der jeweiligen Käfighälfte so angeordnet, dass die entstehenden, radial nach außen versetzten Wandungsabschnitte der Bohrung sich in den jeweiligen stirnseitigen Endbereich der Käfige erstrecken. Der damit erzielte Vorteil besteht darin, dass sich in fertigungstechnisch einfacher Weise an sich bekannte Stufenbohrer zur Ausbildung der genannten speziellen Abstufung einsetzen lassen.

Analog wird ein fertigungstechnischer Vorteil erzielt, wenn nach einer Erfindungsausbildung die Nietabschnitte verminderter Dicke im Endbereich des Niets realisiert werden. Denn es ist besonders leicht, den gestuften, verjüngten Umfangsabschnitt des Niets an dessen Ende anzufertigen.

Damit die exakte Positionierung der beiden Käfighälften zueinander gewährleistet ist, wird eine Erfindungsausbildung dahingehend vorgeschlagen, in jeder Käfighälfte bei der Bohrung zumindest einen Teil oder Abschnitt zu bilden, in dem der Niet formschlüssig und/oder paßgenau an der Wandung der Käfigbohrung anliegt (sogenannte Paßanlagefläche oder Passung).

Im Rahmen der Erfindung sind mannigfaltige Nietkopf-Formen möglich. Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausbildung ist der Niet an einem oder beiden Enden jeweils mit einem Senkkopf gestaltet. Damit wird der Vorteil eines geringeren Umformgrades bei der Nietkopfbildung erzielt.

Gegenüber dem eingangs erläuterten Stand der Technik und auf der Basis des erfindungsgemäßen Wälzlager-Käfigs ergibt sich ferner ein beachtliches Bedürfnis, bereits bei der Herstellung und/oder Montage des entsprechenden Wälzlagers die Vorspannkraft, mit der die Käfighälften zusammengehalten werden, möglichst genau einstellen zu können. Zur Lösung dieser Erfindungsaufgabe wird im Rahmen der allgemeinen erfinderischen Idee das im Patentanspruch 12 angegebene Einstellverfahren vorgeschlagen. Vorteilhafte Ausgestaltungen dieses erfindungsgemäßen Verfahrens ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen.

Indem die Strombegrenzungsmittel schon bei der Herstellung oder Montage der Käfighälften mit Bohrungen oder des Verbindungsbolzens je nach Anforderung an die Vorspannkraft größer oder kleiner bemessen werden, und so der aus dem Verbindungsbolzen zum Käfigbereich austretende Stromfluß höher oder niedriger eingestellt wird, läßt sich das Ausmaß beherrschen und kontrollieren, mit dem sich die Käfighälften erwärmen und relativ zum Stahlbolzen aufgrund Wärmeeinwirkung ausdehnen und, relativ zum resultierenden Niet, mit Erkalten wieder zusammenziehen. Damit ist eine einfache Herstellungs- und Montagemethode entwickelt, mittels welcher unterschiedlichen Einsatzzwecken in einfach handhabbarer Weise Rechnung getragen werden kann.

Nach einer vorteilhaften Erfindungsausbildung werden als Strom-Begrenzungsmittel Abstände oder (Luft-)Spalte zwischen dem Umfangsmantel des Niets und der Bohrungswandung des Käfigs ausgebildet. Dabei ergibt sich der günstige Umstand, dass über die (achsparallele) Länge des Luftspalts die mechanische Vorspannung definiert oder eingestellt werden kann, welcher der Niet mit seinen verdickten, die Käfighälften stirnseitig hintergreifenden Enden nach Erkalten ausübt. In Weiterführung dieses Gedankens werden Stufenbohrer zur Herstellung der Käfighälften-Bohrungen verwendet. Dabei ist über die Variierung der Stufentiefe der Erwärmungsgrad des am Bolzen angrenzenden Käfigbereichs, die Wärmeausdehnung der Käfige und deren reversibles Zusammenziehen bei Erkalten zielgerichtet beherrschbar, und in weiterer Folge die Vorspannung einstellbar. Dies geht darauf zurück, dass sich mit Hilfe der Stufenbohrung der Verlauf des elektrischen Stromes im Grenzbereich zwischen dem Metallbolzen für den Niet und den Käfighälften steuern läßt. Die Stufentiefe beeinflußt dann die erreichte Vorspannkraft. Entsprechendes gilt, wenn der Metallbolzen zur Bildung des Niets auf seinen Umfang abgestuft mit einem oder mehreren Abschnitten verminderter Dicke ausgebildet wird.

Weiter Einzelheiten, Merkmale, Vorteile und Wirkungen auf der Basis der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele der Erfindung und den Zeichnungen. Diese zeigen jeweils schematisch im Axialschnitt in:

Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel mit einreihigem Rollenlager,

Fig. 2 ein zweites Ausführungsbeispiel mit einreihigem Kugellager und

Fig. 3 ein drittes Ausführungsbeispiel mit einreihigem Rollenlager und angeschlossener Widerstands-Umformanlage.

Gemäß Fig. 1 ist ein Wälzkörper 1, im gezeichneten Beispiel eine Zylinderrolle, zwischen einem Außenring 2 und einem Innenring 3 (letzterer abgebrochen gezeichnet) geführt. Der weiteren Führung des bzw. der Wälzkörper 1 dient ein Massivkäfig 4, der hälftig aus einer ersten Käfighälfte 4a und einer zweiten (links gezeichneten) Käfighälfte 4b zusammengesetzt ist, indem diese bündig aneinander liegen. Sie sind jeweils von einer zur Wälzlagerachse achsparallelen Bohrung 5a, 5b durchsetzt, die fluchtend und miteinander bündig aneinander schließen, so dass darin ein Metallbolzen mit verdickten Enden 6a, 6b zur Bildung eines Niets 7 Aufnahme finden kann. Mittels der verdickten Enden 6a, 6b des Metallbolzens bzw. Niets 7 werden die beiden Käfighälften 4a, 4b jeweils an ihren Stirnseiten 8 hintergriffen und mit einer Vorspannkraft zusammengedrückt. Diese hängt, wie oben ausgeführt, unter anderem davon ab, wie stark sich beim Widerstandsvernieten (vgl. elektrische Anordnung gemäß Fig. 3) der die Niet 7 bildende Bolzen und die Käfighälften 4a, 4b sich aufgrund Erwärmens und nachfolgendem Erkalten in Relation zueinander ausdehnen und wieder zusammenziehen. Um die wärmebedingte Ausdehnung und die beim Erkalten resultierende Schrumpfung der Käfighälften 4a, 4b zu mindern und damit die Vorspannkraft zu erhöhen, ist erfindungsgemäß wenigstens in einer Käfighälfte, gemäß Zeichnungsbeispiel in der ersten Käfighälfte 4a die Bohrung 5a mit einer Abstufung 9 ausgebildet, von der ausgehend sich ein Abschnitt 10 der Bohrungshälfte bzw. -wandung 5a zur Stirnseite 8 hin erstreckt. Dieser Abschnitt zeichnet sich durch einen erweiterten Querschnitt, Durchmesser bzw. einen nach radial außen versetzten Wandungsabschnitt aus, so dass zwischen dem Umfangsmantel 11 des Niets 7 und dem gegenüberliegenden Wandungsabschnitt 10 erweiterten Durchmessers ein Luftspalt 12 entsteht.

Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 mit einer Kugel als Wälzkörper 1 wird der Luftspalt 12 durch einen Niet 7 gebildet, dessen Umfangsmantel 11 sich ebenfalls durch eine ringartig umlaufende Abstufung 9 auszeichnet, von der ein Niet- bzw. Mantelabschnitt 13 verminderten Querschnitts ausgeht. Dieser liegt der Wandung der Bohrung 5a der ersten Käfighälfte mit dem Abstand entsprechend dem Luftspalt 12 gegenüber.

Natürlich liegt es im Rahmen der Erfindung, bei den Ausführungsbeispielen gemäß Fig. 1 und 2 nicht nur eine, sondern beide Käfighälften 4a, 4b mit Abstufungen 9 in ihren Bohrungen 5a, 5b zu versehen, und/oder auf dem Umfangsmantel des Niets mehrere Nietabschnitte verminderter Dicke über Abstufungen 9 zum Beispiel sowohl in der rechten als auch in der linken Käfighälfte 4a, 4b auszubilden. Den Ausführungsbeispielen liegt das gemeinsame Prinzip zugrunde, dass über jeweilige Durchmesser-Abstufungen 9 bei den Bohrungen 5a, 5b oder dem Niet-Umfangsabschnitt 11 größere Durchmesser D oder kleinere Durchmesser d gebildet werden, deren Differenz zu dem jeweiligen Luftspalt 12 als Strom-Begrenzungsmittel führt.

Gemäß Fig. 3 ist in der rechten Käfighälfte 4a die zugehörige Käfigbohrung 5a mit der Abstufung 9 und dem radial nach außen versetzten Bohrungswandungsabschnitt 10 erweiterten Durchmessers D (vgl. auch Fig. 1) zur Bildung des Luftspalts 12 gestaltet. Zudem ist in der zweiten, linken Käfighälfte 4b der Umfangsmantel 11 des Niets 7 mit einem Nietabschnitt 13 verminderter Dicke bzw. verminderten Durchmessers gestaltet, so dass auch in der linken, zweiten Käfighälfte 4b der Luftspalt 12 zwischen vermindertem Nietabschnitt 13 und Bohrungswandung 5b entsteht.

In Fig. 3 ist die zur Bildung der verdickten Nietenden 6a, 6b eine an sich bekannte elektrische Anordnung (mit Spannungsquelle 14, Widerstand 15 und Formelektroden 16a, 16b) angedeutet. Wird zwischen diesen der zur Bildung der Niet in die Bohrung 5a, 5b eingeschobene Metallbolzen mit einem Strom beaufschlagt (zur Widerstandserwärmung und Warmumformung mittels der Formelektroden 16a, 16b für die verdickten Enden 6a, 6b), so hat der Stromfluß das Bestreben, sich in die angrenzenden Käfighälften 4a, 4b auszubreiten, insbesondere wenn diese aus Messing hergestellt sind. Folglich ergibt sich auch eine Widerstandserwärmung für die Käfighälften 4a, 4b, was zu deren Ausdehnung führt. Die Ausbreitung des Stromflusses läßt sich jedoch erfindungsgemäß durch die Abstufungen 9 und die resultierenden Luftspalte 12 so wesentlich einschränken, dass der Einfluß der Wärmeausdehnung der Käfighälften 4a, 4b und des resultierenden Zusammenziehens auf die von den verdickten Enden 6a, 6b ausgeübte Vorspannkraft auf die beiden Käfighälften 4a, 4b vernachlässigbar bleibt. Je größer der von den Luftspalten 12 gebildete elektrische Widerstand, desto geringer der sich in den Käfighälften 4a, 4b ausbreitende Stromfluß und die nachfolgende Längenschrumpfung der Käfighälften mit Erkalten. Dies bedeutet in weiterer Konsequenz, dass sich die Vorspannkraft gezielt dadurch beeinflussen oder gar einstellen läßt, dass die Tiefe T der Stufenbohrung der rechten Käfighälfte 4a oder die Länge L des im Querschnitt bzw. Durchmesser verminderten Nietabschnitts 13 in der linken Käfighälfte 4b spezifisch dimensioniert werden. Darüber läßt sich die Vorspannkraft je nach Einsatzzweck und -Anforderung gezielt variieren.

Es liegt im Rahmen der Erfindung, bei dem zur Bildung des Niets 7 eingesetzten Metallbolzen einen der beiden verdickten Enden 6a, 6b vorab auszuformen, bevor er in die Käfighälften-Bohrungen 5a, 5b eingeführt und an die elektrische Anordnung 14, 15, 16, 16a, 16b angeschlossen wird. Bezugszeichenliste 1 Wälzkörper

2 Außenring

3 Innenring

4 Massivkäfig

4a Käfighälfte rechts

4b Käfighälfte links

5a, 5b Bohrungshälften

6a, 6b verdickte Enden

7 Niet

8 Stirnseite

9 Abstufung

10 Abschnitt der Bohrungswandung

11 Umfangsmantel des Niets

12 Luftspalt

13 Nietabschnitt

14 Spannungsquelle

15 Widerstand

16a, 16b Formelektroden

T Tiefe

L Länge

17 Paßanlagefläche


Anspruch[de]
  1. 1. Elektrisch leitender Käfig für Wälzlager, insbesondere Massivkäfig (4) vorzugsweise aus Messing, aufweisend zwei Käfighälften (4a, 4b), die durch einen Metallbolzen mit verdickten Enden (6a, 6b) beziehungsweise einen Niet (7) zusammengehalten sind, der in fluchtenden Bohrungen (5a, 5b) der beiden Käfighälften (4a, 4b) aufgenommen ist und aus elektrisch leitendem, durch Widerstandserwärmung umformbaren Material besteht, gekennzeichnet durch ein oder mehrere Strom-Begrenzungsmittel für den zur Widerstandserwärmung notwendigen elektrischen Stromfluss, die im zwischen Niet (7) und Käfig (4, 4a, 4b) gebildeten Grenzbereich derart angeordnet und/oder ausgebildet sind, dass bei der Widerstandserwärmung des Niets (7) wenigstens im Käfig (4, 4a, 4b) der Stromfluss gemindert wird.
  2. 2. Käfig nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das oder die Strom-Begrenzungsmittel mit einem oder mehreren Abständen oder Spalten (12) zwischen einem Umfangsmantel (11; 13) des Niets (7) und einer Bohrungswandung (5a, 5b; 10) des Käfigs (4, 4a, 4b) realisiert sind.
  3. 3. Käfig nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das oder die Strom-Begrenzungsmittel mit einer oder mehreren Vertiefungen oder Abstufungen (9) auf dem Umfangsmantel (11) des Niets (7) realisiert sind, von denen jeweils ein Nietabschnitt (13) verminderten Querschnitts oder Dicke (d) ausgeht und mit der gegenüberliegenden Bohrungswandung (5b) einen Abstand oder freien Spalt (12) definiert.
  4. 4. Käfig nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der oder einer der Nietabschnitte (13) verminderter Dicke (d) im Endbereich (6a, 6b) des Niets (7) angeordnet ist und/oder dessen Ende (6a, 6b) bildet.
  5. 5. Käfig nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das oder die Strom-Begrenzungsmittel mit einer oder mehreren Vertiefungen oder Abstufungen (9) am Umfang der Bohrungswandung realisiert sind, von denen jeweils ein radial nach außen versetzter Wandungsabschnitt (10) der Käfig-Bohrung (5a, 5b) ausgeht und mit dem gegenüberliegenden Umfangsmantel (11) des Niets (7) einen Abstand oder freien Spalt (12) definiert.
  6. 6. Käfig nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der oder die radial nach außen versetzten Wandungsabschnitte (10) der Bohrung(en) (5a, 5b) der einen oder beiden Käfighälften (4a, 4b) in deren jeweiligen Endbereich angeordnet sind oder das jeweilige Bohrungsende bilden.
  7. 7. Käfig nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass jede Käfighälfte (4a, 4b) mit einem ein radial nach außen versetzten Wandungsabschnitt (10) in der jeweiligen Käfighälften-Bohrung (5a, 5b) versehen ist.
  8. 8. Käfig nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass in der einen Käfighälfte (4b) wenigstens ein Nietabschnitt (13) verminderter Dicke (d) und in der anderen Käfighälfte (4a) wenigstens ein radial nach außen versetzter Wandungsabschnitt (10) der Käfighälften- Bohrung (5a) angeordnet sind.
  9. 9. Käfig nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in jeder Käfighälfte (4a, 4b) zumindest ein Bohrungsabschnitt gebildet ist, in dem der Niet (7) formschlüssig und/oder passgenau (17) an der Wandung der Käfigbohrung (5a, 5b) anliegt.
  10. 10. Käfig nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Niet (7) an einem oder beiden Enden (6a, 6b) jeweils einen Senkkopf aufweist.
  11. 11. Käfig nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrung (5a, 5b) am Ende kegelförmig gestaltet ist.
  12. 12. Verfahren zur Einstellung der mechanischen Vorspannung, mit der zwei elektrisch leitende Hälften (4a, 4b) eines Wälzlagerkäfigs (4) miteinander durch elektrisches Widerstandsvernieten zusammen gehalten werden, indem ein Metallbolzen aus elektrisch leitendem, durch Widerstandserwärmung umformbaren Material in fluchtende Bohrungen (5a, 5b) der aneinander liegenden Käfighälften (4a, 4b) eingeführt und darin einem elektrischen Stromfluss derart ausgesetzt wird, dass mittels der resultierenden Widerstandswärme einer oder beide Bolzenenden zur Bildung eines Niets (7) zu verdickten beziehungsweise aufgeweiteten Enden (6a, 6b) umgeformt werden, welche dann die äußeren Stirnseiten (8) der beiden Käfighälften (4a, 4b) zu deren Zusammenhalt hintergreifen, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Grenzbereich, der zwischen einem Umfangsmantel (11, 13) des Niets und einer Bohrungswandung (5a, 5b; 10) einer oder beider Käfighälften (4a, 4b) gebildet ist, einstellbare oder dimensionierbare Mittel zur Begrenzung des elektrischen Stromflusses im Käfigbereich in einem Ausmaß ausgebildet werden, das der einzustellenden Vorspannung entspricht.
  13. 13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Strom-Begrenzungsmittel die Ausbildung einer oder mehrerer Abstände oder Spalte (12) zwischen dem Umfangsmantel (11; 13) des Niets (7) und der Bohrungswandung (5a, 5b; 10) des Käfigs (4, 4a, 4b) umfassen, wobei die achsparallel zum Niet (7) oder zur Bohrung (5a, 5b) verlaufende Länge (T, L) der Abstände oder Spalte (12) entsprechend der einzustellenden Vorspannung bemessen wird.
  14. 14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Strom-Begrenzungsmittel die Ausbildung einer gestuften Bohrung (9, 10) in einer oder beiden Käfighälften (4a, 4b) umfassen, wobei die Stufentiefe (T) entsprechend der Höhe der gewünschten Vorspannung bemessen wird.
  15. 15. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Strom-Begrenzungsmittel die Ausbildung eines abgestuften Abschnitts (9, 13) des Niet-Umfangsmantels (11) mit verminderter Dicke (d, Fig. 2) umfassen, dessen achsparallel zum Niet (7) oder zur Bohrung (5a, 5b) verlaufende Länge (L) entsprechend der Höhe der gewünschten Vorspannung bemessen wird.






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