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Dokumentenidentifikation DE10305700A1 13.11.2003
Titel Feuchtwerke einer Druckmaschine
Anmelder Koenig & Bauer AG, 97080 Würzburg, DE
Erfinder Sieber, Jochen, 97253 Gaukönigshofen, DE
DE-Anmeldedatum 12.02.2003
DE-Aktenzeichen 10305700
Offenlegungstag 13.11.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.11.2003
IPC-Hauptklasse B41F 7/24
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Feuchtwerk einer Druckmaschine, wobei im Feuchtwerk zumindest ein Bauteil zumindest teilweise mit einer Heizvorrichtung versehen ist und an einem Bauteil eine Kühlvorrichtung angeordnet ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft Feuchtwerke einer Druckmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 oder 4.

Feuchtwerke werden u. a., aber nicht ausschließlich, in Bogen- und Rollenoffsetdruckmaschinen eingesetzt. Ein Feuchtwerk besteht beispielsweise aus einem Feuchtmittelkasten mit Feuchtmittel, einer Tropfwanne und einem Feuchtduktor. Der Feuchtduktor ist teilweise in das Feuchtmittel eingetaucht, nimmt dieses durch Rotationsbewegung auf und übergibt es an weitere Walzen des Druckwerks. Um Störungen im Druckbetrieb zu vermeiden, ist dabei wichtig, dass kein Niederschlag von Tropfen, wie z. B. kondensierte Luftfeuchte oder Feuchtmittel, auf Bereiche des Druckwerks oder auf die Oberfläche der zu bedruckenden Materialbahn gelangen.

Aus der EP 07 39 718 B1 sind Vorrichtungen zur Verhinderung von Kondensation auf Schutzeinrichtungen in Maschinen zur Verarbeitung von bahnartigem Material bekannt.

Die JP 58-072453 A offenbart eine Feuchtwasserwanne, die mittels eines Peltier-Elementes gekühlt wird.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Feuchtwerke einer Druckmaschine zu schaffen.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 oder 4 gelöst.

Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass im Feuchtwerk ein Bauteil oder mehrere Bauteile mit einer Heiz- und/oder einer Kühlvorrichtung versehen sind, mittels denen, zumindest abschnittweise, das Feuchtwerk beheizt bzw. gekühlt werden kann. Aufgrund der hohen Temperaturdifferenz zwischen dem Feuchtmittel, dessen Temperatur beispielsweise im Bereich von z. B. 3°C bis 12°C, insbesondere im Bereich von 6°C bis 7°C liegt, und der Umgebungsluft, die in der Regel eine Temperatur zwischen 25°C und 30°C besitzt, sowie der beim Druckbetrieb vorherrschenden hohen Luftfeuchte, kann es an einigen Stellen im Feuchtwerk zur Kondensation der in der Umgebungsluft enthaltenen Feuchte und daraus folgend zur Bildung von Kondenswassertropfen kommen, die sich in Bereiche des Druckwerks und/oder auf die zu bedruckende Materialbahn niederschlagen, was wiederum Störungen im Druckbetrieb verursachen kann. Der Erfindung liegt nun der Gedanke zugrunde, das Feuchtwerk, zumindest abschnittweise, mittels einer Kühlvorrichtung auf circa Umgebungstemperatur zu bringen und dadurch eine Kondensation der Luftfeuchte und eine daraus resultierende Tropfenbildung auf effektive Art und Weise zu verhindern.

Welcher Teil des Feuchtwerks beheizt werden kann, ist für die Funktion der Erfindung ohne Belang. So ist denkbar, dass z. B. der Feuchtmittelkasten, der Sprühbalken wie auch eine Tropfwanne oder Feuchtmittelzu- bzw. Feuchtmittelabflussleitungen mit einer Heizvorrichtung versehen sind. Selbstverständlich ist es durchaus auch möglich, dass mehrer Bauteile im Feuchtwerk mittels der Heizvorrichtung in ihrer Temperatur auf circa Umgebungstemperatur angeglichen werden können. Wichtig für das Prinzip der Erfindung ist, dass genau die Bauteile des Feuchtwerks mittels der Heizvorrichtung auf circa Umgebungstemperatur angeglichen werden, von denen durch Kondensation der Umgebungsluft gebildete Kondenswassertropfen ins Druckwerk und/oder auf die zu bedruckende Materialbahn abtropfen können, was zu Störungen im Druckbetrieb, wie z. B. Papierrisse und Wasserflecken, führt.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist dabei das beheizbare Bauteil von dem Feuchtmittel führenden Bauteil thermisch entkoppelt. Dies hat einerseits den Vorteil, dass zur Erzielung der Umgebungstemperatur am beheizbaren Bauteil nicht die hohe Temperaturdifferenz zwischen Feuchtmittel und Umgebungsluft überwunden werden muss. Daraus folgt, dass das beheizbare Bauteil mit relativ geringem Energieaufwand auf die Temperatur der Umgebung angeglichen werden kann. Ein weiterer Effekt besteht auf der anderen Seite darin, dass keine thermische Rückkopplung von dem auf circa Umgebungstemperatur aufgeheizten beheizbaren Bauteil auf das Feuchtmittel stattfindet, d. h. eine Erwärmung des Feuchtmittels durch die höhere Temperatur des beheizbaren Bauteils unterbunden wird. Dies ist besonders wichtig, da die physikalischen und chemischen Eigenschaften des Feuchtmittels stark temperaturabhängig sind und eine Temperaturerhöhung des Feuchtmittels negativen Einfluss auf die Druckergebnisse hat.

In welcher Art und Weise das beheizbare Bauteil des Feuchtwerks ausgebildet ist, spielt für das Prinzip der Erfindung keine wesentliche Rolle. Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist im Feuchtwerk unterhalb des Feuchtmittelkastens eine Tropfwanne angeordnet, welche beheizbar ist. Die Tropfwanne hat mehrere Aufgaben. Eine Aufgabe besteht darin, Feuchtmittel, welches z. B. aufgrund der Rotationsbewegung des teilweise in das Feuchtmittel eingetauchten Feuchtduktors vom Feuchtduktor weggeschleudert wird, aufzufangen und zu verhindern, dass das Feuchtmittel ins Druckwerk oder auf die zu bedruckende Materialbahn gelangt. Daraus folgt, dass die Tropfwanne mit dem auf 6°C bis 7°C gekühlten Feuchtmittel in Kontakt kommt. Ist nun die Tropfwanne nicht beheizbar, so hat dies zur Folge, dass sich die Tropfwanne abkühlt und Umgebungsluft an den Außenflächen der Tropfwanne kondensiert und sich die so gebildeten Tropfen in das Druckwerk und/oder auf die zu bedruckende Materialbahn niederschlagen können. Dadurch, dass die Tropfwanne mittels der Heizvorrichtung auf circa Umgebungstemperatur gehalten werden kann, wird ein solcher Kondensationsprozess und die daraus folgende Tropfenbildung wirkungsvoll unterbunden.

Da sich Feuchtmittelkasten und Feuchtmittel auf derselben Temperatur befinden und eine hohe Temperaturdifferenz zwischen Feuchtmittel und Umgebungsluft besteht, kondensiert Feuchtigkeit der Umgebungsluft an den äußeren Mantelflächen des Feuchtmittelkastens aus. Dies führt zur Bildung von Kondenswassertropfen, die sich auf die Tropfwanne niederschlagen, was wiederum zur Abkühlung der Tropfwanne unter die Temperatur der Umgebungsluft führt. Ist die Mantelfläche der Tropfwanne nicht beheizbar, so hat dies wiederum zur Folge, dass Luftfeuchtigkeit an den Außenseiten der Tropfwanne kondensiert und sich die auf diese Art und Weise gebildeten Kondenswassertropfen in Bereiche des Druckwerks und/oder auf die zu bedruckende Materialbahn niederschlagen.

Ein weiterer Vorteil der beschriebenen Ausführungsform besteht darin, dass von der Tropfwanne aufgefangenes Kondenswasser und/oder Feuchtmittel, aufgrund der durch die Heizvorrichtung einstellbaren erhöhten Temperatur, aus der Tropfwanne verdunsten kann. Dies bewirkt, dass sich ein regelmäßiges Entleeren der Tropfwanne von aufgefangenem Kondenswasser und/oder Feuchtmittel erübrigen kann, oder zumindest der Entleerungszyklus verlängert werden kann.

Eine bevorzugte Ausführungsform besteht darin, dass der zum Feuchtwerk gehörende Feuchtmittelkasten doppelwandig und dessen äußere Mantelfläche beheizbar ist. Bei dieser Anordnung ist die innere Mantelfläche des Feuchtmittelkastens mit dem Feuchtmittel in direktem Kontakt und befindet sich daher auf der Temperatur des Feuchtmittels. Die äußere Mantelfläche des Feuchtmittelkastens ist von der inneren Mantelfläche quasi thermisch entkoppelt und kann mittels der Heizvorrichtung auf circa Umgebungstemperatur gebracht werden. Dadurch wird die Kondensation der in der Umgebungsluft enthaltenen Feuchte und eine daraus resultierende Tropfenbildung an der äußeren Mantelfläche des Feuchtmittelkastens unterbunden.

Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der zum Feuchtwerk gehörende Sprühbalken mit einem Gehäuse auszustatten dessen Mantelfläche beheizbar ist. Auch hier können Teile der Innenfläche des Gehäuses mit dem gekühlten Feuchtmittel in Kontakt kommen und sich das Gehäuse aus diesem Grund unter den Taupunkt, d. h. die Temperatur bei der die in der Umgebungsluft gebundene Feuchtigkeit kondensiert, abkühlen. Daraus folgt, dass die in der Umgebungsluft gebundene Feuchtigkeit an den Innen- und Außenfläche der Mantelfläche kondensieren kann. Durch die Heizvorrichtung wird das Gehäuse des Sprühbalkens auf circa Umgebungstemperatur gebracht und somit die Kondensation der Luftfeuchte auf den inneren und äußeren Flächen des Gehäuses des Sprühkastens effektiv unterbunden. Ebenfalls wird das auf der inneren Fläche des Gehäuses des Sprühkastens niedergeschlagene Feuchtmittel verdunstet. Damit wird verhindert, dass sich die so gebildeten Kondenswassertropfen in das Druckwerk und/oder auf die zu bedruckende Materialbahn niederschlagen können.

Bei allen Ausführungsformen ist es wichtig die Heizvorrichtung so an dem zu beheizenden Bauteil anzuordnen, dass dieses gleichmäßig und ganzflächig auf der gewünschten Temperatur gehalten werden kann. Es ist dabei für das Prinzip der Erfindung gleichgültig, ob die Heizvorrichtung innen- und/oder außenseitig auf den zu beheizenden Flächen des beheizbaren Bauteils angeordnet ist. Ein Realisierungsbeispiel besteht darin, die Heizvorrichtung in Form eines Heizleiters, der mittels Gleich- oder Wechselspannung erwärmt wird, auszubilden und den Heizleiter mäanderförmig in und/oder auf der zu beheizenden Fläche des beheizbaren Bauteils anzubringen.

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden im folgenden näher beschrieben.

Es zeigen:

Fig. 1 ein Feuchtwerk mit Feuchtmittelkasten, Feuchtduktor und beheizbarer Tropfwanne im Querschnitt;

Fig. 2 ein Feuchtwerk mit Feuchtduktor und beheizbarem Feuchtmittelkasten im Querschnitt;

Fig. 3 ein Feuchtwerk mit beheizbarem Gehäuse des Sprühkastens im Querschnitt;

Fig. 4 einen Feuchtmittelkasten mit einem Peltier-Element;

Fig. 5 eine weitere Ausführung eines Feuchtmittelkastens mit einem Peltier-Element.

In Fig. 1 ist ein Feuchtwerk mit einem beheizbaren Bauteil 06 gezeigt. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist das beheizbare Bauteil 06 in Form einer beheizbaren Tropfwanne 06 ausgebildet. Das dargestellte Feuchtwerk besteht u. a. aus einem Feuchtmittelkasten 16 in dem das auf 6°C bis 7°C befindliche Feuchtmittel 02 zur Aufnahme kommt. Im Feuchtmittel 02 ist ein Feuchtduktor 03, auch Wasserkastenwalze 03 genannt, teilweise eingetaucht. Durch Rotationsbewegung in Richtung des Bewegungspfeils 04 wird Feuchtmittel 02 durch den Feuchtduktor 03 aufgenommen. Durch die Rotationsbewegung des Feuchtduktors 03 kann aber auch Feuchtmittel 07, welches sich auf der Manteloberfläche des Feuchtduktors 03 befindet, teilweise von der Mantelfläche weggeschleudert werden.

Eine der Aufgaben der Tropfwanne 06 besteht darin, das auf diese Art und Weise niederschlagende Feuchtmittel 07 aufzufangen, so dass dieses nicht in das Druckwerk 09 und/oder auf die zu bedruckende Materialbahn 08 gelangt. Aufgrund der sehr geringen Temperatur des Feuchtmittels 02; 07 im Vergleich zur Umgebungsluft, kann sich die mit dem Feuchtmittel 07 in Kontakt befindliche Tropfwanne 06 abkühlen.

Die Tropfwanne 06 ist so gestaltet, dass diese die gesamte Mantelfläche des Feuchtmittelkastens 16 umschließt. Ist der Feuchtmittelkasten 16 vom Feuchtmittel 02 nicht thermisch entkoppelt befinden sich Feuchtmittelkasten 16 und Feuchtmittel 02 auf nahezu gleicher Temperatur. In diesem Fall kondensiert in der Umgebungsluft gebundene Luftfeuchtigkeit an den Seitenwänden und der Bodenfläche des Feuchtmittelkastens 16 aus. Es bilden sich Kondenswassertropfen 11, die sich in die Tropfwanne 06 niederschlagen. Daraus folgt, dass die Aufgabe der Tropfwanne 06 darin besteht, sowohl Kondenswassertropfen 11 als auch Feuchtmittel 07 aufzufangen und damit zu verhindern, dass sich die Kondenswassertropfen 11 und oder Feuchtmittel 07 in das Druckwerk 09 und/oder auf die zu bedruckende Materialbahn 08 niederschlagen.

Um ein Abkühlen der Tropfwanne 06 unter die Temperatur der Umgebungsluft und eine daraus resultierende Kondensation der Luftfeuchtigkeit an den Außenflächen der Tropfwanne 06 und eine damit einhergehende Tropfenbildung, die wiederum zum Niederschlag von Kondenswassertropfen 11 in das Druckwerk 09 und/oder auf die zu bedruckende Materialbahn 08 führt, zu vermeiden, ist auf der Mantelfläche der Tropfwanne 06 eine elektrische Heizvorrichtung 12, z. B. ein elektrischer Heizleiter 12 angebracht. Der Heizleiter 12 ist an eine Spannungsquelle 13 angeschlossen. Die Erwärmung des elektrischen Heizleiters 12 kann mittels Gleich- oder Wechselspannung erfolgen.

Um einen möglichst hohen Wärmeübertrag, der Energie des elektrischen Heizleiters 12 zur Tropfwanne 06 zu erreichen, ist es vorteilhaft, wenn der Kontaktbereich, das heißt der Wärmeübergangsbereich zwischen elektrischem Heizleiter 12 und Tropfwanne 06, so groß wie möglich gehalten ist. Dabei ist der elektrische Heizleiter 12 im vorliegenden Ausführungsbeispiel auf der Außenseite der Mantelfläche der Tropfwanne 06 mäanderförmig angeordnet. Damit wird gewährleistet, dass die gesamte Tropfwanne 06 gleichmäßig erwärmt wird.

Da das Feuchtmittel 02 während des Druckbetriebs, zum Erzielen guter und reproduzierbarer Druckergebnisse, auf konstant niederer Temperatur gehalten werden muss, ist es sinnvoll, dass die mittels Heizung auf circa Umgebungstemperatur gehaltene Tropfwanne 06 thermisch vom Feuchtmittelkasten 16 und damit auch vom Feuchtmittel 02 entkoppelt ist.

Durch die thermische Entkopplung 14 wird der Wärmeübertrag zwischen Tropfwanne 06 und Feuchtmittel 02 stark reduziert. Dies hat den Vorteil, dass das Feuchtmittel 02 nicht unerwünscht, durch die auf circa Umgebungstemperatur gehaltene Tropfwanne 06, erwärmt wird. In der anderen Richtung wird auch die Abkühlung der Tropfwanne 06 durch das Feuchtmittel 02 auf effektive Art und Weise unterbunden.

Durch die unterbundene thermische Kopplung von Feuchtmittel 02 und beheizbarer Tropfwanne 06 wird auch der Energieaufwand, der beim Feuchtmittel 02 zur Kühlung und bei der Tropfwanne 06 zur Erwärmung notwendig ist, verringert.

Im vorliegenden Ausführungsbeispiel wird die thermische Entkopplung 14 zwischen Tropfwanne 06 und Feuchtmittelkasten 16 durch einen Luftspalt 14, der als Isolationsschicht dient, realisiert.

Fig. 2 zeigt das Feuchtwerk mit einem beheizbaren Bauteil 16 in Form eines beheizbaren Feuchtmittelkastens 16. Der beheizbare Feuchtmittelkasten 16 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel doppelwandig, mit einer äußeren Mantelfläche 17 und einer inneren Mantelfläche 18 ausgebildet, wobei die äußere Mantelfläche 17 mittels eines elektrischen Heizleiters 12 beheizbar ist. Der elektrische Heizleiter 12 ist an eine Spannungsquelle 13 angeschlossen. Die innere Mantelfläche 18 des Feuchtmittelkastens 16 ist in direktem Kontakt mit einem beispielsweise auf 6°C bis 7°C befindlichen Feuchtmittel 02. Im Feuchtmittel 02 ist ein Feuchtduktor 03 teilweise eingetaucht.

Aufgrund der Doppelwandigkeit des Feuchtmittelkastens 16 ist der Wärmeübertrag zwischen äußerer Mantelfläche 17 und innerer Mantelfläche 18 des Feuchtmittelkastens 16 stark unterbunden, das heißt, die äußere Mantelfläche 17 und innere Mantelfläche 18 sind voneinander quasi thermisch entkoppelt. Die thermische Entkopplung 19 wird durch einen Luftspalt 19, der als Isolationsschicht zwischen äußerer Mantelfläche 17 und innerer Mantelfläche 18 des Feuchtmittelkastens 16 dient, realisiert. Da die innere Mantelfläche 18 des Feuchtmittelkastens 16 in direktem Kontakt mit dem gekühlten Feuchtmittel 02 ist, befindet sich diese auf gleicher Temperatur wie das Feuchtmittel 02. Dies hat zur Folge, dass die in der Umgebungsluft gespeicherte Feuchte an der inneren Mantelfläche 18 des Feuchtmittelkastens 16 kondensiert und sich auf die äußere Mantelfläche 17 des Feuchtmittelkastens 16 und in Form von Kondenswassertropfen 11 niederschlägt. Dadurch und aufgrund der Tatsache, dass sich durch den, wenn auch sehr stark verminderten, Wärmeübertrag zwischen innerer Mantelfläche 18 und äußerer Mantelfläche 17 die äußere Mantelfläche 17 ebenfalls abkühlt, kann es auf der äußeren Mantelfläche 17 zur Kondensation der Luftfeuchte kommen und sich die so gebildeten Kondenswassertropfen 11 in das Druckwerk 09 und/oder auf die zu bedruckende Materialbahn 08 niederschlagen. Mittels des elektrischen Heizleiters 12, die im vorliegenden Ausführungsbeispiel auf den Außenflächen der äußeren Mantelfläche 17 mäanderförmig angeordnet ist, wird die Kondensation der Luftfeuchtigkeit auf effektive Art und Weise unterbunden.

Fig. 3 zeigt ein Feuchtwerk, welches als Sprühfeuchtwerk ausgebildet ist mit einem beheizbaren Bauteil 21 in Form eines Gehäuses 21. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist das Gehäuse 21 eines Sprühbalkens mittels eines elektrischen Heizleiters 12 beheizbar, der an eine Spannungsquelle 13 angeschlossen ist. Bei der Vernebelung von Feuchtmittel 02 auf eine Walze 22 des Walzensystems des Feuchtwerks mittels einer Sprühdüse 23 gelangt Feuchtmittel 07 ebenfalls außerhalb des definierten Sprühkanals 24 und schlägt sich auf den Innenflächen 26 des Gehäuses 21 in Form von Feuchtmittel 07 nieder. Da das Gehäuse 21 des Sprühbalkens mit dem auf circa 6°C bis 7°C gekühlten Feuchtmittel 07 in Kontakt kommt, kann sich das Gehäuse 21 des Sprühbalkens ebenfalls unter Umgebungstemperatur abkühlen, was zur Folge hat, dass die in der Umgebungsluft enthaltene Feuchtigkeit an den Innen- 26 und Außenflächen 27 des Gehäuses 21 des Sprühkastens kondensiert. Durch den, im vorliegenden Ausführungsbeispiel, auf den Außenflächen 27 des Gehäuses 21 angeordneten elektrischen Heizleiter 12 können alle Bereich des Gehäuses 21, auf denen sich Kondensationsfeuchte und Feuchtmittel 07 niederschlagen können, soweit erwärmt werden, dass das Feuchtmittel 07 von den Wänden der Innenfläche 26 des Gehäuses 21 verdunstet und eine Kondensation von Luftfeuchte auf den Innen- 26 und Außenflächen 27 des Gehäuses 21 effektiv unterbunden wird.

Die elektrisch leitenden Teile der beheizbaren Bauteile 06; 16; 21 können als elektrische Heizvorrichtung 12 genutzt werden.

Die Temperatur im Feuchtwerk kann über eine Regelung konstant gehalten werden, und durch eine Steuerung und/oder Regelung beliebig gesteuert und/oder geregelt werden.

Das System zur Kühlung des Feuchtmittels 02 kann vom System zur Erwärmung der Tropfwanne 06 auch regelungstechnisch voneinander entkoppelt sein. So sind beide Systeme auf einfache Art und Weise zu steuern.

In einer weiteren Ausgestaltung ist am gleichen Bauteil 06, an dem die Heizvorrichtung 12 versehen ist, eine Kühlvorrichtung 15 angeordnet. In einer bevorzugten Ausführung sind Heizvorrichtung 12 und Kühlvorrichtung 15 als eine Vorrichtung, insbesondere als mindestens ein Peltier-Element 31, ausgebildet.

Peltier-Elemente 31 sind thermoelektrische Elemente 31, die als Wärmepumpe arbeiten. Legt man eine Gleichspannung an ein Peltier-Element 31, so führt dies dazu, dass ein Wärmestrom von einer Seite des Elements 31 zur anderen Seite des Elements 31 stattfindet. Das Ergebnis ist, dass eine Seite kalt und die gegenüberliegende Seite warm wird.

Für den Einsatz im Feuchmittelkasten 16 ergeben sich folgende Vorteile. Da die kalte Seite des Elements 31 an der Innenwand 18 anliegt, wird diese gekühlt und somit eine Erwärmung des Feuchtmittels reduziert. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass durch den Wärmetransport von der kalten zur warmen Seite die Außenwanne 17 des Feuchtmittelkastens 16 auf eine Temperatur über den Taupunkt erwärmt und somit die Kondensation von Luftfeuchtigkeit verhindert wird.

Die Fig. 4 und 5 zeigen den Einsatz eines Peltier-Elements 31 in einem Feuchtmittelkasten 16.

Wie in Fig. 4 zu sehen ist besteht der Feuchtmittelkasten 16 aus einer Innenwanne 18 und einer Außenwanne 17. Im Hohlraum 19 zwischen den Wannen 17, 18 befindet sich das Peltier-Element 31. Die kalte Seite des Elements 31 steht in Verbindung mit der Innenwanne 18 während die warme Seite mit der Außenwanne 17 in Berührung ist. Der Spalt zwischen Innenwanne 18 und Außenwanne 17 ist mit einer Dichtungsmasse 28 abgedichtet. Die Dichtung 28 verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit in den Zwischenraum 19 und sorgt für eine thermische Trennung der Innenwanne 18 zur Außenwanne 17. Der Zwischenraum 19 kann zusätzlich mit einem wärmeisolierenden Material ausgefüllt sein. Zur Erreichung einer gleichmäßigen Temperaturverteilung besteht die Außenwanne 17 aus einem Material mit hoher Wärmeleitfähigkeit und kann zusätzlich mit Kühlrippen 29 versehen werden. Durch die bessere Wärmeableitung entsteht gleichzeitig auch eine höhere Kühlleistung des Petierelements 31. Auf der Außenseite des Feuchtmittelkastens 16 befindet sich ein Temperaturfühler 32 der in Verbindung mit einer Regelung 33 die Spannungsversorgung 13 und somit die Leistung des Peltier-Elementes 31 steuert.

Die Fig. 5 zeigt eine weitere Ausführung eines Feuchtmittelkastens 16. Hier ist zusätzlich eine Tropfwanne 06 am Feuchtmittelkastens 16 angebracht. Die Tropfwanne 06 ist über eine wärmeleitende Verbindung 34 an der Außenwanne 17 des Feuchtmittelkastens 16 befestigt. Dadurch erwärmt sich die Tropfwanne 06 auf eine Temperatur überhalb des Taupunktes, wodurch eine Kondensatbildung verhindert wird. Außerdem wird durch die Erwärmung angesammeltes Tropfwasser in der Tropfwanne 06 schneller verdunstet. Bezugszeichenliste 01 -

02 Feuchtmittel

03 Feuchtduktor, Wasserkastenwalze

04 Bewegungspfeil (03)

05 -

06 Bauteil, Tropfwanne

07 Feuchtmittel, weggeschleudertes

08 Materialbahn, zu bedruckende

09 Druckwerk

10 -

11 Kondenswassertropfen

12 Heizvorrichtung, Heizleiter elektrisch

13 Spannungsversorgung, Spannungsquelle

14 Entkopplung, thermische; Luftspalt

15 Kühlvorrichtung

16 Bauteil, Feuchtmittelkasten

17 Außenwanne, Mantelfläche, äußere (16)

18 Innenwanne, Mantelfläche, innere (16)

19 Hohlraum; Zwischenraum; Entkopplung, thermisch; Luftspalt (17, 18)

20 -

21 Bauteil, Gehäuse

22 Walze

23 Sprühdüse

24 Sprühkanal

25 -

26 Innenfläche (21)

27 Außenfläche (21)

28 Dichtungsmasse, Dichtung

29 Kühlrippen

30 -

31 Element, Peltier-Element

32 Temperaturfühler

33 Regelung

34 Verbindung, wärmeleitend


Anspruch[de]
  1. 1. Feuchtwerk einer Druckmaschine, wobei im Feuchtwerk zumindest ein Bauteil (06; 16) zumindest teilweise mit einer Heizvorrichtung (12) versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass an einem Bauteil (06; 16) eine Kühlvorrichtung (15) angeordnet ist.
  2. 2. Feuchtwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Heizvorrichtung (12) und Kühlvorrichtung (15) als eine Vorrichtung ausgebildet ist.
  3. 3. Feuchtwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Heizvorrichtung (12) und Kühlvorrichtung (15) aus mindestens einem Peltier-Element (31) gebildet ist.
  4. 4. Feuchtwerk einer Druckmaschine, wobei ein Peltier-Element (31) mit einem Teil eines Bauteils (16) zum Kühlen verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass dieses Peltier-Element (31) mit einem anderen Teil eines Bauteils (16) zum Heizen verbunden ist.
  5. 5. Feuchtwerk nach Anspruch 1 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Bauteil (06; 16) um einen Feuchtmittelkasten, einen Sprühbalken, eine Tropfwanne, Feuchtmittelleitungen handelt.
  6. 6. Feuchtwerk nach Anspruch 1, 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das beheizbare Bauteil (06) vom Teil des Feuchtwerks, welches das Feuchtmittel (02) enthält, thermisch entkoppelt (14; 19) ist.
  7. 7. Feuchtwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Feuchtwerk eine unterhalb des Feuchtmittelkastens (16) befindliche Tropfwanne (06) enthält, welche beheizbar ist.
  8. 8. Feuchtwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der zum Feuchtwerk gehörende Feuchtmittelkasten (16) doppelwandig ist und dessen Außenwanne (17) beheizbar ist.
  9. 9. Feuchtwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der zum Feuchtwerk gehörende Sprühbalken ein Gehäuse (21) aufweist, dessen Mantelfläche (26; 27) beheizbar ist.
  10. 10. Feuchtwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Erwärmung des beheizbaren Bauteils (06; 16; 21) mittels einer elektrischen Heizvorrichtung (12) erfolgt.
  11. 11. Feuchtwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass elektrisch leitende Teile des beheizbaren Bauteils (06; 16; 21) als elektrische Heizvorrichtung (12) genutzt werden können.
  12. 12. Feuchtwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Erwärmung der elektrischen Heizvorrichtung (12) mittels Gleichstrom erfolgt.
  13. 13. Feuchtwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Erwärmung der elektrischen Heizvorrichtung (12) mittels Wechselstrom erfolgt.
  14. 14. Feuchtwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur über eine Regelung (33) konstant gehalten werden kann.
  15. 15. Feuchtwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur durch eine Steuerung und/oder eine Regelung (33) beliebig gesteuert und/oder geregelt werden kann.
  16. 16. Feuchtwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur des beheizbaren Bauteils (06; 16; 21) circa Umgebungstemperatur, insbesondere 25°C-30°C, beträgt.
  17. 17. Feuchtwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenwanne (18) des Feuchtmittelkastens (16) kühlbar ist.
  18. 18. Feuchtwerk nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Peltier- Element (31) in einem Zwischenraum (19) zwischen Innenwanne (18) und Außenwanne (17) des Feuchtmittelkastens (16) angeordnet ist.
  19. 19. Feuchtwerk nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass der Zwischenraum (19) mit einem wärmeisolierenden Material ausgefüllt ist.
  20. 20. Feuchtwerk nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenwanne (17) mit Kühlrippen (29) versehen ist.
  21. 21. Feuchtwerk nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Pelzier- Element (31) über eine Spannungsversorgung (13) geregelt ist.
  22. 22. Feuchtwerk nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannungsversorgung (13) über eine Regelung (33) und einen Temperaturfühler (32) erfolgt.






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