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Dokumentenidentifikation DE10261302C1 20.11.2003
Titel Strahlgerät
Anmelder Frohne, Klaus, 01259 Dresden, DE
Erfinder Frohne, Klaus, 01259 Dresden, DE
Vertreter Dr. Heyner & Dr. Sperling Patentanwälte, 01217 Dresden
DE-Anmeldedatum 27.12.2002
DE-Aktenzeichen 10261302
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 20.11.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.11.2003
IPC-Hauptklasse B24C 5/02
IPC-Nebenklasse B24C 7/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Strahlgerät nach dem Injektor- oder Ejektorprinzip, welches vorzugsweise zur Untergrundvorbehandlung von Metalloberflächen, zum Aufrauhen von beschichteten Oberflächen, für das Entzundern von Schweißnähten oder für nachträgliche Strahlarbeiten an transportfähigen oder auch nicht transportfähigen Bauwerken bzw. Strahlgütern eingesetzt wird.
Das Gerät ist aufgebaut als Strahlpistole (1) mit einer Mischkammer (1.1) für die Druckluft und das Strahlmittel, einer Druckluft- (10) und Strahlmittelzuführung (11), einem Druckluft-Ventil und einem Absperrventil (13), wobei die Strahldüse (5) des Strahlgerätes als Lavaldüse ausgebildet ist, und eine schlagartige Zu- und Abschaltung der erforderlichen großen Menge Druckluft durch ein in das Strahlgerät eingebautes Druckluft-Quetschventil (9.5), bestehend aus einem Durchgangskanal für die Druckluft und einem Druckluft-Steuerkanal, realisiert wird. Dieser Druckluft-Steuerkanal steht in Wirkverbindung mit einer bedienbaren Auslösevorrichtung (9) und die in Strömungsrichtung vor der stromlinienförmig ausgebildeten Mischkammer (1.1) angeordnete Luftdüse (6) ist als Laval-Düse ausgebildet, wobei der Diffusor (6.2) dieser Luftdüse (6) ausreichend beabstandet in den auch als Mischkammer (1.1) genutzten Konfusor (5.1) der Strahldüse (5) hineinragt. Der Strahlmittel-Einlaufbereich (4) der Mischkammer (1.1) folgt hinsichtlich der Formgebung seiner Wandung dem Verlauf einer energetisch günstigen Strömungslinie des ...

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Strahlgerät nach dem Injektor- oder Ejektorprinzip, welches vorzugsweise zur Untergrundvorbehandlung von Metalloberflächen, zum Aufrauhen von beschichteten Oberflächen, für das Entzundern von Schweißnähten oder für nachträgliche Strahlarbeiten an transportfähigen oder auch nicht transportfähigen Bauwerken bzw. Strahlgütern eingesetzt wird.

Strahlgeräte haben gemeinsam, dass diese ein Arbeitsmedium oder eine Kombination mehrerer einzelner Arbeitsmedien, wie z. B. ein Luft-Feststoff- Gemisch, verwenden, um Material abzutragen oder Material zu verfestigen. Als Feststoff oder Strahlmittel werden bevorzugt Sand, Stahlgranulat, Korund, Glas, Siliciumkarbid, Zirblast oder Nußschalen eingesetzt.

Strahlgeräte die nach dem Injektor- oder Ejektorprinzip arbeiten, unterscheiden sich dahingehend von bekannten Druckstrahlgeräten, dass diese einerseits eine wesentlich kleinere Leistung aufweisen und andererseits aber durch ihre kompakte Bauform und geringeren apparatetechnischen Aufwand vor allem für den mobilen Einsatz geeignet sind.

Nachteilig ist hier, dass der Strahlvorgang nicht sofort, z. B. wie bei einer Farbspritzpistole, ein- oder ausgeschaltet werden kann. Vor dem Einschalten ist ein Aufladen des Druckkessels mit Druckluft bis zu einem gewünschten Arbeitspunkt (2-11 bar) erforderlich. Jede Sofortabschaltung des Strahlvorganges ist mit einer sofortigen Druckluftexpansion - und damit einem hohen Energieverlust - verbunden.

Es besteht daher das Bedürfnis, die Vorteile der Druckstrahlgeräte, nämlich deren hohe Leistung, und die kompakte Bauform der Strahlgeräte, die nach dem Injektor- oder Ejektorprinzip arbeiten, zu vereinigen. Der Schwerpunkt bisheriger Weiterentwicklungen beschränkte sich auf Einzelkomponenten der Strahlgeräte, wie z. B. Düsen.

In DE 200 14 234 U1 ist dazu eine Düse für Strahlgeräte, wie z. B. Sandstrahlgeräte, offenbart, die in einen Strahlkopf eingebaut ist. Die Düsenform entspricht hierbei der Form einer Lavaldüse. Mit derartig ausgebildeten Düsen ist eine gewisse Leistungssteigerung der Strahlgeräte, insbesondere bei kompressiblen Medien zu erwarten. Es fehlen allerdings Vorschläge zur Strömungsoptimierung des vorgeschalteten Drucksystems.

Bekannt sind weiterhin sogenannte von der Firma Clemco International GmbH angebotene Power-Injektor-Strahler, die als Strahlpistole ausgebildet sind, und nach dem Injektor- oder Ejektorprinzip arbeiten. Diese Strahlpistolen sind dadurch gekennzeichnet, dass ihre Mischkammer zylindrisch aufgebaut ist und die Druckbeaufschlagung der Mischkammer mittels eines in Wirkverbindung mit einem Auslösehebel stehenden mechanischen Druckluft-Ventils realisiert wird. Ein wesentlicher Nachteil ergibt sich daraus, dass vor allem im Strahlmittel-Einlaufbereich der Mischkammer große Druckverluste durch Verwirbelungen des Strahlmittels oder durch Pulsation entstehen. Als besonders nachteilig erweist sich hierbei auch das mechanisch arbeitende Druckluft-Ventil. Ventile dieser Gattung wirken nahezu proportional, d. h. in Abhängigkeit der Stellung des Auslösehebels erfolgt die Freigabe des Strömungsquerschnitts des Druckluftschlauches. Zur Gewährleistung einer unabdingbaren Anlagensicherheit werden jedoch schnellschließende Ventile benötigt.

Weitere bekannte Strahlpistolen weisen Prallkanten und Stauräume im Bereich des Strahlmittel-Einlaufbereiches der Mischkammer, der Mischkammer selbst und an Verbindungsstellen zwischen der Druckluft- und/oder Strahlmittelzuführung und der Strahlpistole auf. Diese Konstruktionsmerkmale wirken sich sehr nachteilig auf die Strömungsbedingungen und damit auf die Leistungsfähigkeit der Strahlpistole aus.

Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, ein Strahlgerät in Form einer Strahlpistole vorzuschlagen, das eine strömungsoptimierte und nahezu druckverlust- und pulsationsfreie Mischkammer aufweist und mit dem eine schlagartige Druckluftzu- und Abschaltung realisiert werden kann. Ferner soll das Strahlgerät so konzipiert sein, dass bei gleichem Strahlmittel- und Drucklufteinsatz eine bedeutend höhere Strahlleistung gegenüber herkömmlichen gattungsmäßigen Strahlgeräten, insbesondere durch eine bessere Abstimmung der Komponenten des Strahlgerätes zueinander und ihre konstruktive Ausführung, erzielt wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst; die Unteransprüche zeigen weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.

Nach der Konzeption der Erfindung wird als Strahlgerät eine Strahlpistole nach dem Injektor- oder Ejektorprinzip verwendet, die ein in das Strahlgerät eingebautes Schnellschluß-Ventil aufweist, mit dem eine schlagartige Druckluftzu- und abschaltung durch schlagartige Ventilöffnung oder -schließung über einen großen Querschnitt realisiert werden kann. Als Schnellschluß-Ventil wird bevorzugt ein Druckluft-Quetschventil eingesetzt. Dieses Druckluft-Quetschventil steht erfindungsgemäß in Wirkverbindung mit einer Auslösevorrichtung. Der Vorteil dieses Druckluft-Quetschventils besteht darin, dass es durch das Vorhandensein von Membranen, sogenannten Quetschmitteln, schlagartig abdichtet.

Die Auslösevorrichtung ist an oder in der Strahlpistole angeordnet und basiert auf einem mechanischen und/oder pneumatischen Wirkprinzip. Hierbei wird mittels eines Auslösehebels ein Druckbolzen bewegt, der auf eine Steuerleitung einwirkt. Durch die Bewegung des Druckbolzens wird eine Steuerkammer druckbeaufschlagt, in dessen Folge die Membranen des Druckluft-Quetschventils den Durchgangskanal für die Druckluft öffnen oder verschließen.

Des Weiteren ist die Mischkammer hinsichtlich der Formgebung ihrer Wandungen derart ausgebildet, dass das angesaugte Strahlmittel nahezu druckverlustfrei einströmen kann. Dies wird dadurch erreicht, in dem der Strahlmittel-Zuführstutzen strömungsgünstig an der Unterseite der Strahlpistole an den Strahlmittel-Einlaufbereich der Mischkammer angeformt ist. Besonders vorteilhaft ist dabei der Strahlmittel-Zuführstutzen über die äußere Wandung der Strahlmittel-Zuführung geschoben, um Prallkanten im Übergangsbereich zu vermeiden.

Die Wandung der Mischkammer verläuft stetig und damit prallkantenfrei vom Strahlmittel-Einlaufbereich der Mischkammer bis zum Konfusor der Strahldüse entlang einer energetisch günstigen und prallwiderstandsfreien Strömungslinie. Die Mischkammer weist eine den Stromlinien des Strahlmittels entsprechende obere und untere Krümmung auf. Damit steht ein ausreichend großer Ansaugraum für einen quasiverlustfreien Übergang des Strahlmittels in die Mischkammer zur Verfügung.

Die Strahl- und Luftdüse der Strahlpistole ist als Lavaldüse ausgebildet. Durch diese Düsenform erhöht sich insbesondere bei der Luftdüse die Austrittsgeschwindigkeit beträchtlich gegenüber zylindrischen Düsen oder sich verjüngenden Düsen.

Ein besonderes Merkmal der Erfindung liegt darin, dass der Austritt der Luftdüse, also der Diffusor, nahe dem Konfusor der Strahldüse angeordnet ist, um die Injektorwirkung zum Ansaugen des Strahlmittels zu erhöhen. Durch eine Optimierung des Verhältnisses der Austrittsquerschnitte der Luftdüse zur Strahldüse und deren Baulänge konnte eine weitere Erhöhung der Strahlleistung erzielt werden.

Um eine größere Variabilität beim Einsatz dieser Strahlpistole zu erreichen, ist die Strahldüse auswechselbar. Zur Bearbeitung unterschiedlicher Oberflächen können zur Einstellung eines harten oder weichen Strahlmittelstrahl unterschiedliche Düsenverhältnisse gewählt werden. Aus den Düsenverhältnissen resultieren variable Strahlergebnisse und Strahlleistungen.

Im hinteren Bereich der Strahlpistole ist das Gehäuse als Griffstück ausgebildet. In diesem Griffstück sind die Einzelkomponenten der Auslösevorrichtung angeordnet.

Der an das Druckluft-Quetschventil angeschlossene Druckluftschlauch besitzt in einem Schlauchabschnitt ein weiteres Absperrventil. Die Notwendigkeit und Vorteilhaftigkeit dieses in Griffweite des Benutzers angeordneten Absperrventils erschließt sich für den Fachmann von selbst.

Dem erhöhten Gefahrenpotential beim Herabfallen der Strahlpistole und der damit möglicherweise verbundenen unerwünschten Freigabe des Druckluftstroms wurde durch die gezielte Anordnung eines Sicherheitsbügels Rechnung getragen. Dieser Bügel verbindet den senkrechten Teil des Griffstücks mit der Druckmittelzuführung bzw. dem Druckmittelschlauch.

Die signifikanten Vorteile der Erfindung sind im Wesentlichen:

  • - strömungsoptimierte Mischkammer mit angeschlossenem Ansaugraum
  • - Erhöhung der Strahlleistung durch die erfindungsgemäße Anordnung von Strahldüse und Luftdüse zueinander und Ausbildung der Düsenkonturen der Düsen
  • - Realisierung einer schlagartigen Druckluftzu- und Abschaltung bei großem Ventilquerschnitt und geringstmöglichem Druckabfall vor der Luftdüsenmündung
  • - der Strahlvorgang kann sofort, z. B. wie bei einer Farbspritzpistole, ein- oder ausgeschaltet werden. Bei Sofortabschaltung des Strahlvorganges ist eine Entlüftung bzw. sofortige Druckluftexpansion des Druckkessels - mit dem damit einhergehenden hohen Energieverlust - nicht mehr erforderlich.

Die Erfindung ist nachstehend anhand eines in den anliegenden Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.

Dabei zeigen:

Fig. 1 die neue Strahlpistole mit einem Axialschnitt durch Mischkammer und Düsen;

Fig. 2 den Axialschnitt der Auslösevorrichtung der Strahlpistole

Fig. 1 zeigt den Axialschnitt der erfindungsgemäßen Strahlpistole 1 mit dem an diese Strahlpistole 1 angeschlossenen Druckluftschlauch 10 und Strahlmittel- Saugschlauch 11. Der Strahlmittel-Zuführstutzen 3 ist druckbeständig über die äußere Wandung des Strahlmittel-Saugschlauches 11 geschoben und arretiert. Üblicherweise wird dieser Strahlmittel-Saugschlauch 11 mit einer nicht dargestellten Schlauchschelle am Strahlmittel-Zuführstutzen 3 befestigt. Der Strahlmittel-Zuführstutzen 3 ist dabei für das angesaugte Strahlmittel strömungsgünstig an das Gehäuse 2 der Strahlpistole 1 angeformt bzw. das Gehäuse 2 ist im unteren Bereich der Strahlpistole 1 strömungsgünstig ausgeformt (untere Krümmung 7).

Die sich in Strömungsrichtung des Strahlmittels an den Strahlmittel- Zuführstutzen 3 anschließende Mischkammer 1.1 besteht aus dem Strahlmittel- Einlaufbereich 4 und dem sich verjüngenden Teil der Strahldüse 5, dem Konfusor 5.1. Der Strahlmittel-Einlaufbereich 4 ist besonders vorteilhaft ausgebildet, indem die Richtungsänderung des Strahlmittels durch eine obere und untere Krümmung 7 stromlinienförmig angepasst ist. Die Wandung der Mischkammer 1.1 verläuft hierbei stetig vom Strahlmittel-Einlaufbereich 4 der Mischkammer 1.1 bis zum Konfusor 5.1 der Strahldüse 5 entlang einer energetisch günstigen und prallwiderstandsfreien Strömungslinie. Vorzugsweise in diesem Konfusor 5.1 werden die Medien, nämlich Druckluft und Strahlmittel, gemischt. Der Anteil des Strahlmittels am Luft-Feststoff- Gemisch ist, in Abhängigkeit des Überdrucks der Druckluft gegenüber dem Atmosphärendruck, vom Bediener variabel einstellbar.

Die als Lavaldüse ausgebildete Strahldüse 5 besteht aus dem besagten Konfusor 5.1 und einem Diffusor 5.2, der sich bis zum Düsenaustritt konisch erweitert. Der Querschnittsverlauf, also die Kontur der Strahldüse 5 über ihre Längserstreckung ist nicht zwangsläufig linear, sondern entsprechend den hydraulischen Gesetzmäßigkeiten des Strömungsverlaufes einer optimierten Lavaldüse für den Anwendungsfall eines Luft-Feststoff-Gemisches ausgebildet. Eine ähnliche Kontur wie die Strahldüse 5 weist die Luftdüse 6 auf, deren Diffusor 6.2 ausreichend beabstandet in den Konfusor 5.1 der Strahldüse 5 hineinragt. Der Abstand von Diffusor 6.2 der Luftdüse 6 zum Konfusor 5.1 der Strahldüse 5 ist so gewählt, dass sich das angesaugte Strahlmittel nahezu homogen mit der Druckluft im Bereich des Konfusors 5.1 mischt. Der Konfusor 6.1 der Luftdüse 6 ist unmittelbar oder mittelbar über ein Distanzstück mit dem Druckluft-Quetschventil 9.5 verbunden.

Das Druckluft-Quetschventil 9.5 steuert die Druckluftzu- und Abschaltung und steht deshalb in Wirkverbindung mit einer in Fig. 2 dargestellten Auslösevorrichtung 9.

Der untere Bereich des Druckluft-Quetschventils 9.5 weist eine Verschraubung auf, an der die Druckluft-Zuführung 10 bzw. der Druckluftschlauch 10 angeschlossen ist, s. Fig. 1. Der Druckluftschlauch 10 weist in einem Schlauchabschnitt ein Absperrventil 13 auf, dessen Ventilkennlinie ein schnelles Schließen des Ventils ermöglicht. In der Praxis werden ersatzweise auch preisgünstige Kugelhähne eingesetzt. Die Verbindung zwischen dem Druckluftschlauch 10 und dem Absperrventil 13 erfolgt vorzugsweise durch Verschraubungen oder Pressverbindungen.

Das am hinteren Ende der Strahlpistole 1 angeordnete Griffstück 8 nimmt einerseits die vorzugsweise mechanisch oder pneumatisch oder hydraulisch wirkende Auslösevorrichtung 9 auf und dient andererseits zum sicheren Ergreifen der Strahlpistole 1 durch einen Benutzer. Der nahezu senkrecht ausgebildete Teil des Griffstücks 8 weist einen Auslösehebel 9.1 auf, der in Richtung der Längserstreckung der Strahlpistole 1 bewegt werden kann. Zur Herstellung der Betriebssicherheit und zur Vermeidung von Gefahrensituationen beim Herabfallen der Strahlpistole 1 sind das Griffstück 8 und die Druckluftzuführung 10 über einen Bügel 12 lösbar miteinander verbunden. Der Bügel 12 ist dazu im Bereich der Druckluftzuführung 10 beispielsweise als nicht geschlossene Öse ausgebildet, um einen problemlosen Wechsel verschlissener Druckluftschläuche 10 zu ermöglichen. Fig. 2 zeigt die erfindungsgemäße Auslösevorrichtung 9 im Axialschnitt. Der nahezu senkrechte Teil des Griffstücks 8 weist einen der Anatomie der menschlichen Hand entsprechenden Auslösehebel 9.1 auf, der im unteren Bereich in Richtung der Längserstreckung der Strahlpistole 1 drehbar gelagert ist. Der obere Bereich des Auslösehebels 9.1 besitzt einen Anschlag, mit dem der Auslösehebel 9.1 am Griffstück 8 zusätzlich gehaltert ist. Der Auslösehebel 9.1 steht über einen Rollenhebel 9.3 kraftschlüssig in Wirkverbindung mit einem Druckbolzen 9.2. Dieser Rollenhebel 9.3 ist mittels eines Lagerzapfen 9.4 drehbar gelagert, wobei dieser Rollenhebel 9.3 im Szenario der Druckbeaufschlagung den Druckbolzen 9.2 und den Auslösehebel 9.1 und im Szenario der Druckentlasung nur den Auslösehebel 9.1 kontaktiert.

Der Druckbolzen 9.2 ist ferner in einer Führung gehaltert, die ein verschleißfreies Lastspiel des Druckbolzens 9.2 ermöglicht. Der Querschnitt des Druckbolzens 9.2 und seiner Führung weist eine runde oder eckige Form auf. Das zur Zu- oder Abschaltung der Druckluft eingesetzte Druckluft- Quetschventil 9.5 ist so angeordnet, dass der Druckbolzen 9.2 durch seine bestimmungsgemäße Verschiebung innerhalb der Führung über das Öffnen und Schließen des nicht dargestellten Steuerluftkanals den Durchgangskanal des Druckluft-Quetschventil 9.5 freigeben oder verschließen kann. In Strömungsrichtung ist der Ausgang des Druckluft-Quetschventils 9.5 unmittelbar oder mittelbar über ein Distanzstück mit dem Konfusor 6.1 der Luftdüse 6 verbunden.

Die Wirkungsweise der Strahlpistole 1 ist folgende:

Die auf dem Injektorprinzip basierende Strahlpistole 1 nutzt den Unterdruck in der Mischkammer 1.1, um das Strahlmittel anzusaugen. Der Unterdruck entsteht durch die voneinander verschiedenen Querschnitte der Strahldüse 5 und Luftdüse 6 am Austritt des jeweiligen Diffusors 5.2, 6.2. Der der Strahlleistung einer Strahlpistole 1 zu Grunde liegende Unterdruck kann damit in Abhängigkeit der verwendeten Düsen variiert werden. Es besteht ein proportionaler Zusammenhang zwischen Strahlungsleistung und Luftstrom.

Das für den Anwendungsfall der Strahlpistole 1 erfindungsgemäße Druckluft- Quetschventil 9.5 als Schaltorgan ermöglicht eine sehr schnelle Freigabe und ein sehr schnelles Verschließen des Durchgangskanals für die Druckluft. Das flexible Quetsch-Medium des Druckluft-Quetschventils 9.5 ist in der Lage, in Abhängigkeit der Druckbeaufschlagung mit Steuerluft, den Durchgangskanal für die Druckluft vollständig zu verschließen oder zu öffnen. Das Ventil ist drucklos geschlossen. Die Steuerluft wird durch den Druckbolzen 9.2 freigegeben und strömt in einen Steuerraum des Ventilgehäuse. Dabei drückt diese Steuerluft gegen das flexible Quetschmittel und öffnet den Querschnitt schlagartig. Bei Druckentlastung, respektive zum Ende des Strahlvorgangs, strömt die Steuerluft aus dem Ventilgehäuse und schließt den Durchgangskanal wieder vollständig. LISTE DER BEZUGSZEICHEN 1 Strahlpistole

1.1 Mischkammer

2 Gehäuse

3 Strahlmittel-Zuführstutzen

4 Strahlmittel-Einlaufbereich

5 Strahldüse

5.1 Konfusor der Strahldüse

5.2 Diffusor der Strahldüse

6 Luftdüse

6.1 Konfusor der Luftdüse

6.2 Diffusor der Luftdüse

7 obere und untere Krümmung

8 Griffstück

9 Auslösevorrichtung

9.1 Auslösehebel

9.2 Druckbolzen

9.3 Rollenhebel

9.4 Lagerzapfen

9.5 Druckluft-Quetschventil

10 Druckluftschlauch/-zuführung

11 Strahlmittel-Saugschlauch/-zuführung

12 Bügel

13 Absperrventil


Anspruch[de]
  1. 1. Strahlgerät nach dem Injektor- oder Ejektorprinzip, mindestens bestehend aus einer Strahlpistole (1) mit einer Mischkammer (1.1) für die Druckluft und das Strahlmittel, einer Druckluft (10)- und Strahlmittelzuführung (11), einem Druckluft-Ventil und einem Absperrventil (13), wobei die Strahldüse (5) des Strahlgerätes als Lavaldüse ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass eine schlagartige Zu- und Abschaltung der erforderlichen großen Menge Druckluft durch ein in das Strahlgerät eingebautes Druckluft- Quetschventil (9.5), bestehend aus einem Durchgangskanal für die Druckluft und einem Druckluft-Steuerkanal, realisiert wird, und dieser Druckluft-Steuerkanal in Wirkverbindung mit einer bedienbaren Auslösevorrichtung (9) steht und die in Strömungsrichtung vor der stromlinienförmig ausgebildeten Mischkammer (1.1) angeordnete Luftdüse (6) als Laval-Düse ausgebildet ist, wobei der Diffusor (6.2) dieser Luftdüse (6) ausreichend beabstandet in den auch als Mischkammer (1.1) genutzten Konfusor (5.1) der Strahldüse (5) hineinragt und dass der Strahlmittel-Einlaufbereich (4) der Mischkammer (1.1) hinsichtlich der Formgebung seiner Wandung dem Verlauf einer energetisch günstigen Strömungslinie des Strahlmittels folgt.
  2. 2. Strahlgerät nach dem Injektor- oder Ejektorprinzip nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckbeaufschlagung- und Druckentlastung des Druckluftsteuerkanals als Teil des Druckluft- Quetschventils (9.5) mittels einer manuell bedienbaren Auslösevorrichtung (9) realisiert ist, wobei die Auslösevorrichtung (9) oder Teile der Auslösevorrichtung (9) an oder in der Strahlpistole (1) angeordnet sind.
  3. 3. Strahlgerät nach dem Injektor- oder Ejektorprinzip nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslösevorrichtung (9) oder Teile der Auslösevorrichtung (9) im Bereich des Griffstücks (8) angeordnet sind.
  4. 4. Strahlgerät nach dem Injektor- oder Ejektorprinzip nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslösevorrichtung (9) mindestens einen Auslösehebel (9.1), einen Druckbolzen (9.2), einen Rollenhebel (9.3), einen Lagerzapfen (9.4) und ein Druckluft-Quetschventil (9.5) aufweist.
  5. 5. Strahlgerät nach dem Injektor- oder Ejektorprinzip nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandung der Mischkammer (1.1) stetig vom Strahlmittel-Einlaufbereich (4) der Mischkammer (1.1) bis zum Konfusor (5.1) der Strahldüse (5) entlang einer energetisch günstigen und prallwiderstandsfreien Strömungslinie verläuft und dabei die obere und untere Krümmung (7) aufweist.
  6. 6. Strahlgerät nach dem Injektor- oder Ejektorprinzip nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein Strahlmittel- Zuführstutzen (3) stetig entlang einer energetisch günstigen und prallwiderstandsfreien Strömungslinie des Strahlmittel-Einlaufbereiches (4) der Mischkammer (1.1) an der Unterseite der Strahlpistole (1) angeordnet ist.
  7. 7. Strahlgerät nach dem Injektor- oder Ejektorprinzip nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein Absperrventil (13) in Griffweite eines Bedieners in einem Schlauchabschnitt der Druckluft-Zuführung (10) vorgesehen ist.
  8. 8. Strahlgerät nach dem Injektor- oder Ejektorprinzip nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckluft- Zuführung (10) und das Griffstück (8), zur Realisierung der Betriebssicherheit, über einen Bügel (12) miteinander verbunden sind.
  9. 9. Strahlgerät nach dem Injektor- oder Ejektorprinzip nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zur Vermeidung von Reibungsverlusten der Strahlmittel-Zuführstutzen (3) über die äußere Wandung der Strahlmittel-Zuführung (11) geschoben ist.
  10. 10. Strahlgerät nach dem Injektor- oder Ejektorprinzip nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Strahldüse (5) und Luftdüse (6) lösbar mit der Strahlpistole (1) verbunden sind und entsprechend einer gewünschter Strahlleistung und einem gewünschtem Strahlbild gegen anwendungsspezifische Düsen austauschbar sind.






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